1:03:21
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Wie du wieder aufstehst - wenn dir das Leben eins auswischt

by Gerhard Hross

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Es passiert in unserem Leben unvermeidlich, dass wir etwas erleben, was uns nicht gut tut, uns beschäftigt oder tief verletzt. Hier erfährst, wie du damit umgehen kannst. In unserer bisher längsten Folge hörst du die Geschichte des Prinzen Siddhartha, erfährst was dein Leben mit den Jahreszeiten zu tun hat, warum wir das Wort ‚akzeptieren‘ durch ‚annehmen‘ ersetzen wollen und dass wir finden, dass es in unserer Leistungsgesellschaft genau perfekt ist, dass niemand perfekt ist.

Transkription

Wir sind Kathrin und Gerhard,

Ehrenamtliche Hospizbegleiterin und zertifizierter Resilienztrainer und freuen uns riesig,

Dass du den Weg zu unserem Podcast gefunden hast.

In unserer heutigen Folge sprechen wir darüber,

Was passiert,

Wenn dir das Leben einen richtig mitgibt.

Was passiert,

Wenn dir mal etwas richtig wehtut,

Wenn du dich vielleicht verletzt,

Körperlich oder seelisch,

Wenn dir vielleicht eine Narbe bleibt.

Das sind alles Themen,

Die gar nicht so einfach sind und dann macht es auch manchmal Autsch und das tut richtig weh.

Manchmal im Leben genügt ein kleines Pflaster und manchmal aber haben wir viel,

Viel länger daran zu kauen,

Was uns da passiert ist.

Ja,

Gerhard,

Ich erinnere mich an die Folge 3.

Da hast du in dem Moment der Woche berichtet,

Dass du Joggen warst und so die herbstlichen Felder gesehen hast.

Da hast du den Satz gebracht,

Das Unperfekte und Wilde ist das eigentlich Schöne.

Und hast ja auch gesagt,

Vielleicht entsteht daraus direkt eine Folge zum Thema Unperfekt und Schönheit.

Und ich würde sagen,

Et voilà,

Hier sind wir.

Das finde ich sehr gut.

Ich denke,

Die Folge,

Die ist wirklich wichtig,

Weil es uns fast unvermeidlich passiert,

Dass wir etwas erleben,

Was uns einfach nicht gut tut,

Was uns beschäftigt oder was uns vielleicht eben sogar tiefer verletzt.

Und die Frage ist wirklich,

Wie finden wir einen Weg,

Damit umzugehen?

Ein Weg wird vielleicht sogar sein,

Wie du es gerade so schön sagst,

Dass man im Unperfekten auch etwas Schönes oder Sinnvolles entdeckt.

Und ein Weg wird vielleicht sein,

Dass man einfach liebevoll und freundlich weiter mit sich umgeht.

Und darüber werden wir jetzt aber erst einmal in Ruhe sprechen.

Und wir beginnen,

Wie immer,

Mit dem Moment der Woche.

Katrin,

Was hast denn du Spannendes oder Interessantes erlebt?

Ja,

Ich musste in der Vorbereitung für die Folge und den Moment der Woche,

Als ich so ein bisschen überlegt habe,

Direkt dran denken,

Als ich meine neue Brille vom Optiker abgeholt habe.

Da ist am 4.

Tag nach der Abholung direkt ein richtig schöner Kratzer in eines der Gläser gekommen.

Und ich habe mich natürlich super geärgert und dachte mir dann auch,

Na toll,

Jetzt am 4.

Tag nach der Abholung,

So eine kurze Zeit irgendwie die neue Brille,

Jetzt ist schon ein Kratzer drin.

Und während ich mich da so geärgert habe,

Dachte ich mir auch,

Hätte es eigentlich einen Unterschied gemacht,

Wenn mir das nach einem Jahr passiert wäre.

Also gefühlt so im ersten Moment ja.

Und mir passiert so etwas übrigens auch öfter.

Also wenn ich zum Beispiel neue weiße Turnschuhe habe,

Dann komme ich mit den neuen weißen Turnschuhen auch direkt irgendwie in eine Schiene von der Trambahn und habe die Schmiere dann am Schuh kleben,

Was einfach auch super ärgerlich ist.

Aber ja,

Im Endeffekt,

Das macht es ja auch individuell.

Also die Brille ist ja oder der Schuh ist dann auch natürlich meine Brille oder mein Schuh,

Weil ich einen Kratzer reingebracht habe.

Ich denke,

Das kennt jeder von uns und wir erinnern uns sicher auch an unsere Kindheit,

Wenn wir ein Lieblingsspielzeug hatten oder überhaupt vielleicht sogar ein neues Spielzeug und es dann kaputt gegangen ist.

Das war wirklich ein großes Drama.

Ich glaube,

Da kann jeder ganze Storys davon erzählen.

Und es gehört leider einfach dazu bei uns zum Leben,

Dass Dinge auch relativ schnell kaputt gehen.

Und es gehört auch dazu,

Dass wir selber manchmal nicht unbedingt kaputt gehen,

Aber eben etwas abbekommen.

Und es gibt ja ein Wort dafür,

Das heißt Vergänglichkeit oder Endlichkeit.

Und damit sind wir ja schon wieder bei einem deiner Themen.

Kathrin,

Du als Hospizbegleiterin.

Endlichkeit ist ein großes Thema und es betrifft aber eben nicht nur unser Ende,

Sondern es betrifft auch,

Dass Dinge kaputt gehen,

Dass uns zwischendrin schon etwas passiert oder misslingt.

Und insofern müssen wir uns einfach dem unser ganzes Leben lang stellen,

Dass nicht alles perfekt ist und alles klappt.

Es gibt einen schönen Spruch.

Alles,

Was einen einen Anfang hat,

Hat auch ein Ende.

Und es betrifft natürlich viele Situationen im Leben.

Ob das Situationen sind,

Die vielleicht einen Einschnitt bedeuten,

Weil eine bestimmte Lebensphase zu Ende geht oder auch eine Situation,

Die einfach eine Lücke ins Herz reißt,

Die dann für einen selber eben auch ein Ende bedeutet.

Und ja,

Das kann ich auf jeden Fall auch bestätigen.

Gerhard,

Was ist dein Moment der Woche?

Ja,

Mein Moment der Woche ist,

Dass ich seit langer Zeit mal wieder in der Sauna war.

Es war jetzt lange Zeit nicht möglich und normalerweise bringen mich die Saunabesuche durch den Winter,

Weil,

Wie wir alle wissen,

Ist ein Winter kalt und die Wärme in der Sauna ist einfach überlebenswichtig für mich.

Wenn ich in der Sauna bin,

Bin ich meistens tagsüber dort,

Weil ich mir frei nehme.

Und das führt dazu,

Dass auch viele ältere Herrschaften in der Sauna sind.

Und man sieht natürlich dann die Körper der Menschen,

Die dort sind.

Und es ist eigentlich ganz spannend zu sehen,

Wie diese Körper uns Geschichten erzählen.

Wenn du 70,

80 Jahre alt bist und auf dich blickst,

Wirst du sehen,

Da ist da eine Narbe und dort ein kleiner Kratzer und dort ist vielleicht etwas nicht optimal verheilt.

Oder du hast gerade einen Bluterguss,

Weil du vielleicht gestürzt bist.

Es gibt ganz,

Ganz viele Dinge,

Die du an dem Körper eigentlich ablesen kannst.

Und der Körper erzählt eigentlich deine Lebensgeschichte.

Und die Lebensgeschichte ist dann tatsächlich auch eine von Kratzern,

Narben und Verletzungen.

Nicht nur die schönen Dinge,

Die sehen wir eher nicht auf dem Körper.

Außer manche Leute lassen sich ja Tattoos stechen,

Wenn etwas Schönes passiert.

Also beispielsweise,

Wenn sie sich verlieben oder wenn ein Kind geboren wird.

Und das siehst du auch in der Sauna.

Du kannst da auch die Tattoos eigentlich dir anschauen und sagen,

Was steckt da wohl für eine Lebensgeschichte oder für eine Familiengeschichte dahinter.

Und das finde ich wirklich,

Wirklich spannend.

Und dazu kommt natürlich,

In der Sauna sollte man ja immer wenig reden und so ein bisschen die Ruhe und Stille genießen.

Aber die älteren Leute,

Die sind viel allein.

Und wenn die in der Sauna sind,

Dann reden die natürlich trotzdem viel.

Und das ist auch absolut okay.

Und das heißt,

Da kriegst du zusätzlich noch ganze Lebensgeschichten serviert.

Auch das kann ganz spannend sein,

Weil du wirklich siehst,

Was eigentlich Leute erleben.

Und du wirst nie hören,

Dass jemand sagt,

Ach,

Mein Leben war total easy,

War einfach nur ein kleiner Spaziergang.

Sondern die Leute erzählen natürlich,

Was sie bewegt hat,

Was sie erlebt haben.

Aber und das ist das Schöne auch,

Was sie überwunden haben,

Was sie geschafft haben und welche Hindernisse sie bewältigt haben.

Und das ist auch für uns vielleicht schon so die Perspektive,

Wenn wir über Verletzungen sprechen.

Wie komme ich vielleicht dahin,

Dass da auch eine Heilung stattfindet und dass ich auch wieder nach vorne schauen und nach vorne blicken kann?

Ja,

Da steht in der Sauna natürlich das totale Leben vor einem.

Und wie du es gerade schon gesagt hast,

Da würde ich auch noch einen Gedanken hinzufügen.

Das Leben ist ja manchmal auch anstrengend.

Also es ist sehr oft sehr kompliziert und manchmal tut es einfach nur weh.

Ja,

All die Verletzungen,

Die wir im Leben einfach erfahren oder auch dann so die Narben der Vergangenheit,

Die machen uns ja letztendlich auch zu dem Menschen,

Der wir dann eben sind.

Und in der Sauna erlebst du natürlich Nobody is perfect.

Es ist ganz,

Ganz selten,

Dass dort immer nur schönheitsoperierte Bodybuilder unterwegs sind.

Also es sind einfach normale Leute da und das kann aber auch total tröstlich sein,

Weil du einfach siehst,

Hey,

Wir sind alles Menschen und manche haben X-Beine,

O-Beine,

Manche haben eine Narbe,

Manche nicht,

Manche haben viele Haare,

Manche haben wenig Haare und,

Und,

Und.

Und du siehst einfach,

Hey,

Wir sind alles Menschen und es gibt keine Normen und wir sind alle unterschiedlich.

Das ist tröstlich,

Weil du denkst,

Ich muss nicht perfekt sein.

Ich kann auch einfach hier sitzen und wir sind alle gleich und wir haben alle Stärken und Schwächen und wir schauen alle mal so aus und mal so aus und im Grunde relativiert sich das alles dann.

Also da,

Es ist ja immer so ein Schritt in der Sauna,

Weil man ja eben nackt da sitzt,

Ohne Kleidung und damit so seinen Schutz auch nicht hat und eigentlich merkst du,

Ja,

Aber es gibt hier niemand,

Der mega ist und der sozusagen makellos hier rumsitzt.

Das Gegenteil ist der Fall und ich finde,

Das ist eher ein Gefühl der Erleichterung und der Entspannung.

Ich finde,

Das sieht man super,

Wenn man im Museum ist und sich Porträtserien beispielsweise anschaut.

Also ich interessiere mich sehr für Porträts oder auch Porträtserien und gerade wenn man dann durch eine Ausstellung läuft und die ganzen verschiedenen Gesichter sieht,

Die einfach alle immer schön sind,

Egal vielleicht auch wie sie gezeichnet sind vom Leben,

Die erzählen ja alle eine Geschichte.

Ja,

Ich habe neulich auch eine Ausstellung gesehen,

Da hat eine Künstlerin wirklich auf die Gesichter der Menschen auch Schriftzeichen gemalt und gezeichnet,

Also wirklich deren Geschichte auch nochmal aufs Bild geschrieben und das ist,

Glaube ich,

Der Gedanke,

Den du gerade hast auch,

Dass eigentlich in den Gesichtern sich unsere Lebensgeschichte zeigt.

Das ist eine tolle Idee,

Auch die Geschichte sozusagen visuell umzusetzen als Künstler.

Gerade wenn man jetzt so ein Porträt anguckt,

Ja da gibt es ja super viel auch zu entdecken in so einem Gesicht.

Also es gibt irgendwie Lachfältchen,

Es gibt irgendwie eine Knubbelnase,

Es gibt,

Weiß ich nicht,

Ein spitzes Kinn oder auch eben Narben,

Die dann zeigen,

Ah,

Dieser Mensch hat was erlebt,

Also der hat vielleicht auch nicht nur Positives im Leben erlebt,

Sondern durch die Narben ist er einfach vielleicht von tiefen Einschnitten,

Sozusagen seelischen Einschnitten auch gekennzeichnet und ich finde es dann im Museum eigentlich auch sehr schön,

Wenn man sich das so anguckt und so eben langsam auch sich dem Bild nähert und sich einfach Zeit lässt und innehält und auch so ein bisschen drüber für sich philosophiert,

Was wohl auch hinter der Geschichte,

Hinter dem Menschen steht oder wie das Leben von einem Menschen auch gewesen sein könnte.

Und das gilt ja auch über die Jahrhunderte.

Wenn du in einem Kunstmuseum bist,

Kannst du manchmal ja wirklich 400,

500 Jahre zurückblicken und du siehst den Menschen in die Augen und ins Gesicht und wie du sagst,

Dann entdeckst du eben auch,

Aha,

Da zeichnet sich eine ganze Vergangenheit,

Eine Lebensgeschichte ab und die Lebensgeschichte von uns ist immer ein Auf und Ab,

Immer ein Hin und Her und es gibt die freudigen Sachen,

Aber du siehst auch oft an den Porträts oder vielleicht ist im Hintergrund von den Porträts auch eine Szene gezeichnet,

Die dir ganz klar sagt,

Okay,

Da ist auch was Tragisches und was Dramatisches passiert.

Und warum sehe ich mir das eigentlich an?

Und ich glaube,

Weil ich erkenne und spüre wieder,

Wir sind alles Menschen und wir erleben ähnliche Dinge auch über die Jahrhunderte hinweg und das allein kann oft tröstlich sein,

Zu sehen,

Ja,

Wir sind als Menschen in einer Situation,

Wo uns leider auch Dinge zustoßen können und das zu tragen und auch gemeinsam zu tragen,

Ist schon mal eigentlich eine Perspektive,

Die dir gut tut.

Also ich bin nicht allein und auch nicht über die Jahrhunderte allein.

Mensch sein heißt auch an etwas leiden und das können wir einfach nicht vermeiden und wir müssen das mitnehmen.

Ja,

Absolut.

Unsere Zeit als Mensch auf der Erde ist ja auch eben begrenzt,

Beziehungsweise wir werden in diese Welt hineingeboren,

Sind eine gewisse Zeit da und sind irgendwann weg.

Das sieht man ja auch an den ganzen alten Schinken,

Die dann im Museum so hängen.

Aber ja,

Was mir bei Porträts zum Beispiel auch wirklich sehr gefällt,

Sind so Porträtserien von älteren Leuten oder wirklich hochbetagten Menschen,

Wo man wirklich sieht,

Da zeichnet sich einfach das Leben ab.

Also da ist ein Mensch,

Der hat schon eine sehr,

Sehr lange Zeit gelebt und ja,

Dann blickt man in das Gesicht und ist eigentlich,

Finde ich,

Fast auch ein bisschen demütig.

Wenn du jetzt sagst eben ältere Menschen,

Das finde ich,

Ist natürlich ein extrem spannendes Thema,

Weil du ja wirklich auf ein ganzes Leben zurückblickst.

Und für dich als Hospizbegleiterin wiederum ist es ja ein großes Thema,

Weil du ja mit Menschen zu tun hast,

Die wirklich auf ihr Leben zurückblicken,

Weil sie auch wissen,

Dass es jetzt ein Ende nehmen wird.

Und insofern ist ja,

Altern an sich ist ja auch schon so etwas,

Wo man eben sagt,

Da passiert leider auch sowas wie,

Dass ich Dinge nicht mehr so gut kann oder dass ich mich verändere oder dass mein Körper sich verändert.

Wie hast du das erlebt oder wie nimmst du das eigentlich wahr?

Also vom ersten Tag an unseres Lebens,

Also wenn wir geboren werden,

Ist ja klar,

Dass wir sozusagen altern.

Also wir werden eigentlich ab Tag zwei sozusagen,

Sind wir nicht mehr so alt wie an Tag eins.

Und ich finde es so ganz spannend,

Sich das einfach mal quasi bewusst zu machen,

Dass in der Kindheit bzw.

In der Jugend fühlen wir ja alles so das pulsierende Leben.

Also da gibt es gefühlt eine Leichtigkeit und das Leben,

Ja,

Das ist pure Ewigkeit,

Völlig ohne Grenzen.

So kennen wir,

Glaube ich,

Alle,

Wenn wir an unsere Kindheit zurückdenken,

Dann ist das einfach alles ganz,

Ganz lange und ganz ewig fühlt sich das an.

Und irgendwann im Leben gibt es aber dann den Punkt,

An dem uns bewusst wird,

Dass es,

Ich sage mal,

Sprichwörtlich rückwärts geht.

Also da merken wir dann,

Die Tage der Zukunft werden irgendwie kürzer und ja,

Wir spüren so ein bisschen so einen kalten Hauch,

Den kalten Hauch der Endlichkeit.

Und das kann uns natürlich total Angst machen,

Weil wir in dem Moment ja auch merken,

Dass unsere Lebensmöglichkeiten,

Also die gewohnten Lebensmöglichkeiten,

So wie wir einfach unsere Rituale in unserem Alltag haben,

Die weniger werden oder eben anders werden.

Also um vielleicht auch einfach so ein,

Zwei Beispiele zu nennen.

Ich glaube,

Jeder kennt es auch aus seinem Leben,

Dass jemand gleich alt ist oder relativ gleich alt ist,

Vielleicht mit 40 oder 50,

Verstorben ist im Umfeld.

Und man sagt ja dann immer,

Der oder die ist viel zu früh gegangen.

Das heißt,

Das ist so,

Das meinte ich gerade mit der kalten Hauch der Endlichkeit auch.

Also wir haben dann immer so Tupfen oder so Triggerpunkte im Leben,

Die uns natürlich die Endlichkeit dann auch bewusst machen.

Oder vielleicht auch zum eigenen Renteneintritt irgendwie,

Wo eine ganz,

Ganz neue Phase im Leben eintritt und man sozusagen von dem,

Was vorher war,

Ja,

Also das auch annehmen muss,

Beziehungsweise es natürlich in dem Fall dann auch immer oder nicht immer leicht ist.

Ja,

Und ich glaube,

Das,

Was wir gerade machen,

Dass wir darüber reden,

Ist immer der erste Schritt.

Ja,

Wir leben schon in einer Zeit,

Wo viel,

Sagen wir mal,

Happiness,

Entertainment und gut drauf sein im Vordergrund steht.

Und ehrlich gesagt,

Das will ich auch.

Aber wie wir gerade sagen,

Das ist leider nicht immer der Fall.

Und die Tatsache,

Dass wir darüber sprechen und sagen,

Das ist so und wir müssen einen Weg da finden und wir können es auch mal miteinander teilen,

Ist ja schon der erste große Schritt.

Und da fällt mir spontan eine Geschichte ein,

Nämlich die Geschichte vom Prinzen Sidarta.

Der Prinz Sidarta lebte also als Kind im Schloss und sein Vater wollte nicht,

Dass er die Schrecken des Lebens kennenlernt,

Sondern er wollte,

Dass der Sohn ganz behütet und immer sicher gesund und glücklich aufwächst.

Und eines Tages ist der Sohn dann doch nach draußen gegangen und hat auf einmal einen alten Menschen gesehen,

Einen kranken Menschen und einen toten Menschen und war darauf so erschüttert,

Dass er das Schloss verlassen hatte,

In die Welt gegangen ist und nach einer Lösung gesucht hat.

Wie gehe ich mit Krankheit,

Alter und Tod um?

Und man sagt,

Dass er später zum Buddha wurde.

Und es gibt dazu auch einen schönen Roman von Hermann Hesse,

Der Sidarta heißt,

Der genau in der Zeit angesiedelt ist.

Und Krankheit,

Alter und Tod,

Das sind wirklich die großen Dinge,

Die uns betreffen und die uns geschehen können.

Und die Suche nach der Antwort ist,

Glaube ich,

Eine Suche,

Die uns ein Leben lang beschäftigt.

Ja,

Und das macht ja auch eine ganze Gefühlswelt auf,

Also gerade so eher die schwermütigen Themen,

Krankheit,

Alter,

Tod und so.

Als ich vorhin gesagt habe,

Dass unsere Lebensmöglichkeiten oder die gewohnten Lebensmöglichkeiten dann einfach auch weniger werden,

Kommen ja auch Einschränkungen dazu wie eben Krankheit oder auch irgendwie das Gefühl von Einsamkeit oder sogar das Gefühl von Wertlosigkeit.

Also,

Weil ich jetzt vorhin auch den Bezug zur Rente gebracht habe,

Also im Renteneintrittsalter.

Und auch so dieses,

Beim Altern hat man ja auch eben das Thema körperlichen Verfall.

Das klingt immer so krass,

Aber im Endeffekt,

Manche Dinge gehen dann einfach nicht mehr so gut und so einfach,

Wie man sie früher mit 20,

30 getan hat.

Und uns wird dann auch in dem Moment bewusst,

Dass wir angewiesen sind,

Also dass wir nicht mehr selbstständig alle Dinge tun können.

Und damit,

Glaube ich persönlich,

Steigt auch einfach immer die Angst vor dem Tod.

Während sozusagen unser Umfeld,

Wie vorhin in deinem Sauna-Beispiel auch,

Von dem du berichtet hast,

Ja uns unsere eigene Endlichkeit auch widerspiegelt.

Und im gleichen Zug merken wir natürlich so eine gewisse Ohnmacht,

Also so eine Nichtkontrollierbarkeit.

Also wir sind als Menschen einfach ein Teil von etwas Großen,

Von etwas,

Was wir auch irgendwie nicht beeinflussen oder verändern können.

Und ich glaube,

Dieser Clash an Gefühlen ist einfach das,

Was uns so ein bisschen erstmal schwierig macht und auch ein wenig greifbar irgendwie,

Weil wir damit irgendwie nicht so recht einen Umgang haben.

Jetzt höre ich erstmal auf zu quatschen an der Stelle und du sagst was.

Also wenn du so erzählst,

Katrin,

Dann tut mir eigentlich gleich der Rücken weh.

Und ja klar,

Also körperlicher Verfall,

Böses Wort,

Aber es passiert,

Klar.

Und mich würde jetzt interessieren,

Wenn du eben so erzählst,

Wie gehst du eigentlich damit um oder was kommt dir vielleicht entgegen?

Oder ich höre da schon auch raus,

Wenn du sagst,

Das sind Dinge,

Die ich eben nicht kontrollieren kann,

Die gar nicht in meiner Macht stehen.

Also ich als Einzelner komme vielleicht gar nicht weiter.

Aber ich höre vielleicht da schon den Weg,

Wie ich weiterkommen kann.

Vielleicht muss ich das auch alles gar nicht alleine bewältigen.

Es gibt hier das Wort akzeptieren,

Das ich persönlich gar nicht hilfreich finde,

Weil akzeptieren heißt immer,

Dass es von außen auferlegt ist.

Ich muss,

Also da hat man schon die Verbindung zum Wort muss,

Ich muss was akzeptieren.

Ich finde es eigentlich schöner,

Das durch das Synonym annehmen zu ersetzen,

Denn annehmen ist für mich so ein,

Wenn ich das jetzt in die Silten zerlege,

So ein annehmen,

Also an mich nehmen oder an die Hand nehmen.

Das ist auch so das Thema Gefühle vielleicht von unserer zweiten Folge gewesen,

Sodass ich die bestimmten Empfindungen an die Hand nehme.

Und das gibt mir direkt ja einfach einen Handlungsspielraum und irgendwie so ein bisschen so einen Schritt zurück.

Und weil du es gerade angesprochen hast,

Ich finde,

Es hilft in der Tat auch,

Wenn wir uns da sozusagen mit Verbündeten zusammen tun.

Also so einfach eben darüber sprechen,

Wie wir es jetzt hier machen oder auch,

Ja,

Wenn man solche Gefühle hat,

Das auch in der Familie oder in der Partnerschaft mal anzusprechen,

Was einen da so bewegt.

Ja,

Also die Gemeinschaft ist das sicher unglaublich wichtig.

Als beispielsweise meine beiden Eltern gestorben waren im hohen Alter,

Fand ich es total schön,

Dass ich Geschwister habe und dass wir das gemeinsam tragen konnten.

Und wir gemeinsam die Erinnerungen eigentlich behalten an die Eltern,

Aber auch gemeinsam noch einmal die Trauer auch bewältigen können.

Und das ist,

Glaube ich,

Auch das letztlich doch Positive,

Was in solchen Dingen steckt.

Wenn ich das akzeptiere und ich muss es akzeptieren,

Dass ein Leben ein Ende findet,

Dann kann ich trotzdem entdecken,

Was mich eigentlich trägt und was mich hält.

Und in dem Fall jetzt Familie,

Geschwister,

Gemeinschaft,

Das sind auch ganz unglaublich positive Werte und positive Gefühle.

Und die ganz bewusst zu erleben,

Finde ich sehr,

Sehr wichtig.

Also meine eigenen Grenzen anerkennen heißt eben nicht,

Jetzt ist alles vorbei und das schaffe ich nie,

Sondern es heißt,

Ja gut,

Es gibt viele,

Viele Leute um mich rum und mit denen kann ich das schaffen.

Und zusammen können wir eigentlich wieder nach vorne blicken.

Und es ist ja auch viel schöner,

Also schöner im Sinne von es trägt und es ist unterstützend,

Weil man sozusagen diese Fragilität des Lebens ja eben mit den Geschwistern erleben kann.

Und bis hin zu,

Man nimmt sich in den Arm,

Weil es einfach gerade unaushaltbar ist,

Irgendwie der Schmerz oder die Trauer in dem Moment.

Aber genau wie wir eingangs auch schon gesagt haben,

Wir sind damit nicht alleine.

Also dieses Thema betrifft jeden früher oder später von uns.

Also auch einfach Abschied nehmen oder dass bestimmte Lebensphasen dem Wandel unterliegen.

Aber ich glaube,

Es ist eine ganz wichtige Botschaft auch jetzt von unserer heutigen Folge,

Dass wir mitgeben wollen,

Dass wir eben da nicht alleine sind.

Also dass wir uns nicht alleine mit diesem Thema fühlen müssen,

Sondern ja,

Punkte.

Jetzt aus der Sicht von Resilienz,

Also der Fähigkeit Krisen zu meistern und wir reden gerade wirklich große Krisen.

Da gibt es den ebenso einfachen,

Die lapidanen Ratschlag,

Pflegen Sie Ihre Beziehungen.

Und das gilt auf allen Ebenen.

Also es gilt bei kleineren Problemen und es gilt natürlich auch bei großen Krisen.

Gemeinschaft trägt mich,

Gemeinschaft hält mich und Gemeinschaft erleichtert den Lebensweg einfach ungemein.

Also jede Investition,

Die wir in Freundschaften,

In Partnerschaften,

In Beziehungen tun,

Ist eine Investition,

Die sich unbezahlbar am Ende machen wird.

Dazu habe ich als Ergänzung noch einen Gedanken und zwar vom Uwe Böschelmeier.

Der ist schon 83,

Das ist ein Psychotherapeut aus der Schule von Viktor Frankel.

Und ja,

Er hat so einen Gegenentwurf,

Den ich eigentlich ganz schön finde.

Er sagt nämlich oder beschreibt es so,

Dass das menschliche Leben den Jahreszeiten folgt.

Also der Frühling ist vergleichbar sozusagen mit der Jugend,

Der Sommer mit der Lebensmitte,

Der Herbst mit den eher späteren Jahren und der Winter mit dem Alter.

Und genau wie die Jahreszeiten sind die einzelnen Phasen unseres Lebens ja auch untrennbar miteinander verbunden.

Also wie eben in der Natur.

Und er sagt eben,

Dass jede dieser Zeiten ihren eigenen Wert hat.

Oder er spricht davon,

Dass sie gleich wertvoll sind,

Also wertvoll auch im Sinne von voll von Wert.

Er sagt,

Dass nicht die Zeit selbst,

Sondern unsere Einstellung zu ihr eigentlich entscheidend ist.

Also wer wir sind,

Wie wir uns fühlen,

Wie wir die sehen sozusagen,

Wie wir zu ihr stehen.

Und im Endeffekt sind ja die Übergänge eigentlich das Schwierige,

Weil wir in dem Moment natürlich aus unserer Routine dieser Phase herauskommen oder sie sozusagen verlassen müssen.

Also uns das Leben so hinlegt,

Dass diese eine Phase vielleicht jetzt dann zu Ende geht oder ihr Ende findet.

Und wir dann natürlich auch geniebtes in dem Moment irgendwie loslassen müssen.

So wie vom Sommer mit all seiner Kraft und mit seinen hellen Tagen es dann irgendwann zum Herbst geht,

Was dann letztendlich ja auch so eine Metapher für die Vergänglichkeit ist.

Ja,

Das ist,

Finde ich,

Eine schöne Metapher,

Weil da steckt aber umgekehrt für mich eben Wachstum auch drin in dieser Idee.

Und wenn ich jetzt vielleicht nicht nur von wirklich schlimmen Todesfällen ausgehe,

Sondern eben von meiner normalen Lebensentwicklung,

Die du gerade geschildert hast,

Wenn ich mein Leben als Lauf von Jahreszeiten sehe,

Dann kann ich da eben erkennen,

Ja,

Ich muss Dinge hinter mir lassen und Dinge vergehen.

Aber wie in jeder Jahreszeit entsteht dafür etwas anderes und keine Jahreszeit ist wie die andere.

Wenn,

Sag ich mal,

Mein Sommer vorbei ist,

Entsteht mein Herbst.

Aber der Herbst hat auch viele schöne Seiten,

Andere,

Ganz neue.

Und das Vergehen und Weggehen kann eben Raum schaffen,

Dass etwas ganz Neues entstehen kann.

Es ist für uns nur immer so ein bisschen so eine wackelige und manchmal auch echt schwierige Angelegenheit,

Das Alte einfach loszulassen und dann zu sagen,

Puh,

Na schön,

Dann wachse ich jetzt ein bisschen oder ich entwickle mich weiter,

Weil eigentlich wollen wir das erstmal nicht.

Wir wollen immer festhalten,

Festhalten.

Das geht mir absolut genauso.

Aber dieses Bild der Jahreszeiten kann total helfen.

Weil jede Jahreszeit hat so eine Schönheit und bringt etwas komplett Neues in das Leben und in deinen Jahresablauf einfach mit rein.

Und das wiederum ist etwas,

Was wir oft in Meditationsübungen machen,

Also ich halt auf Insight Timer oder in der Meditationsgruppe,

Wo wir speziell das auch üben,

Dass wir eben mal sagen,

Okay,

Es kann jetzt auch einfach mal so sein,

Dass etwas zu Ende geht oder dass mir etwas weh tut oder dass mich etwas schmerzt.

Und so schwer mir das fällt,

In dem Augenblick,

Wo ich das zulasse,

Zeichnet sich oft schon sozusagen der Silberstreif am Horizont ab,

Weil ich schon das Neue erkenne,

Weil sich das plötzlich zeigen kann,

Weil es mir entgegenkommt und das war vielleicht lange Zeit versteckt.

Und so wie wir haben gerade Frühling,

Jetzt so die Spitzen alle rauskommen und die Blüten plötzlich rauskommen und die Blätter,

Zeigt sich plötzlich das Neue,

Was wir überhaupt gar nicht vorher sehen konnten,

Weil wir immer nur auf das Alte geblickt haben.

Und das ist ein wahnsinnig langer Prozess und auch manchmal ein schwieriger Prozess,

Aber das heißt auch Leben.

Altes hinter sich lassen und einen Traum für Neues schaffen und da vielleicht auch mal sich selbst überraschen lassen und sagen,

Uff,

Hätte ich nie gedacht,

Dass das noch kommt oder nie gedacht,

Dass das für mich noch ein Weg sein könnte.

Ja,

Akzeptanz,

Etwas annehmen,

Leicht gesagt,

Wir sagen es jetzt hier so ganz easy im Podcast,

Aber schwierige Schritte,

Aber immer auch der richtige Schritt.

Ja,

Und selbst der Winter,

Der ja wie so ein Endgegner sozusagen dann mit der dunklen Jahreszeit und der Zeitungsstellung vor einem steht,

Der zeigt einem ja auch,

Dass es im Leben sehr oft hilft,

Einen Schritt zurückzutreten,

Innezuhalten,

Sich zu sammeln,

Damit dann im Frühling wieder was erblühen kann.

Genau,

Und es gibt immer noch die Sauna.

Und man kann im Winter in die Sauna gehen,

Das würde man sonst nicht tun.

Und man kann bei 90 Grad in einem heißen Raum sitzen und es ist einfach perfekt.

Und wenn man ganz mutig ist zum Thema Weiterentwickeln,

Dann kann man wie ich noch vor die Sauna gehen und ins Eisbecken springen mit 4 Grad.

Und wenn man das überlebt hat,

Dann weiß man,

War ich eigentlich doch noch für sehr viele Dinge gewappnet.

Ja,

In jeder Veränderung steckt ja auch so ein gewisser Spielraum drin.

Das heißt,

Wenn wir die Veränderung nicht leugnen,

Sondern irgendwie vielleicht gucken,

Wozu sie uns hilfreich oder dienlich sein kann,

Dann kann das auch gut ein Impuls sein.

Also kann ein Impuls sein,

Muss nicht immer und muss es auch überhaupt grundsätzlich nicht sein.

Aber sobald wir sozusagen oder sobald was Altes zu Ende geht,

Hat ja auch die Situation Platz für was Neues.

Und ja,

Deswegen kann das so ein ganz guter Impuls sein,

Den wir uns dann aus so einer Situation mitnehmen können.

Weil was wäre,

Wenn wir sozusagen geradlinig immer optimale Leben hätten?

Also das ist vielleicht so eine Frage,

Die man in den Raum stellen kann.

Also ich glaube nicht,

Dass ich für mich in meinem Leben der gleiche Mensch wäre,

Wenn ich nicht Altes erlebt hätte,

Was ich sozusagen erlebt habe.

Also das macht mich ja eben zu dem Menschen,

Der ich heute bin,

Der hier jetzt da sitzt.

Ja,

Das ist ein schöner Punkt.

Also ich denke,

Es gibt schon Schicksalsschläge,

Die sind wirklich einfach nicht gut und schlimm für uns.

Und es dauert einfach,

Bis wir uns mit diesen arrangieren können.

Aber eben auf den etwas einfacheren Ebenen,

Wenn mal was schief geht,

Etwas misslingt oder das,

Was wir uns eingebildet haben,

Einfach nicht hinhaut,

Dann kann das genau das sein.

Also ich sage jetzt mal salopp,

Das ist ein Tritt in den Hintern.

Dann bist du gezwungen,

Etwas zu tun,

Was du nie im Leben getan hättest.

Und das kann für dich auch etwas Gutes sein,

Weil du dich eben entwickelst und neue Sachen für dich entdeckst.

Für mich wäre da auch so ein Stichpunkt,

Unsere Ressourcen,

Also unsere Kräfte und Stärken bauen sich oft um Schwächen auf.

Das war für mich ein ganz wichtiger Satz,

Den ich gelernt habe bei einer Ausbildung im systemischen Coaching.

Und da hat der Coach das zu uns gesagt und ab dann habe ich sehr,

Sehr vieles verstanden.

Also Schwächen sind sozusagen die Ansatzpunkte,

Wo wir stärker werden können.

Das ist eigentlich ein wahnsinniger Gedanke.

Und bei mir war das so,

Ich habe so mitbekommen aus meiner Kindheit und Jugend,

Dass ich eher ausgleichend wirke,

Also dass ich Streitereien entschärfe.

Die Schattenseite ist,

Dass ich mich manchmal nicht gut durchsetzen kann.

Ich weiß auch,

Dass ich selber eine Nervensäge sein kann und auch leider Leute auch nerve.

Und es ist nicht so,

Dass ich immer die Harmonie in Person bin.

Aber es ist ein Grundzug von mir,

Ist dieses Ausgleichende,

Streitereien entschärfen,

Harmonie suchen.

Und das kann ein Nachteil sein.

Bei mir hat das jetzt zum Beispiel dazu geführt,

Dass ich eben als Moderator tätig bin.

Also ich moderiere für Teams.

Ich moderiere so,

Dass genau das passiert,

Dass eben jeder zu Wort kommt,

Dass Streitereien eher nicht entstehen,

Dass wir konstruktiv vorwärtskommen.

Und das war für mich dann so ein Schlüsselerlebnis,

Wie ich das verstanden habe,

Dass das eigentlich gar kein Zufall ist,

Dass ich jetzt dort unterwegs bin und das auch offensichtlich gut kann,

Aus dieser Entwicklung heraus.

Also dass eigentlich eine Schwäche in dem Fall auch allen anderen nützen kann.

Und das ist ein ungewohnter Gedanke,

Aber für mich war das wirklich so ein absoluter Aha-Effekt.

Und es war wirklich ein toller Coach hier in München und seither bin ich auch ein großer Fan,

Was systemisches Coaching betrifft.

Ja,

Das finde ich einen schönen Blickwinkel,

Weil es so wirklich ein ganz anderer Blickwinkel ist.

Irgendwie so das Wort Schwäche löst in mir schon sowas ganz,

Ja irgendwie,

Da habe ich ein ganz unwohles Gefühl in der Markengegend irgendwie.

Weil wir sind auch natürlich medial und so irgendwie so auf Schönheitsideal und Perfektionismus und so getrimmt oder auch natürlich sozialisiert irgendwie in unserem ganzen Umfeld.

Dass das Wort Schwäche allein schon natürlich zeigt,

Da bin ich irgendwie nicht gut genug oder ich müsste so und so sein oder ich sollte doch vielleicht eben ein geradlinigeres Leben haben.

Und dann gibt uns das im Umkehrschluss ja auch das Gefühl,

Wenn was eben nicht so läuft,

Wie es laufen soll oder wie ich mir das vielleicht ausgemalt habe,

Dass dieser Moment oder diese Entwicklung dann quasi auch falsch ist.

Aber sie ist einfach anders oder es ist das Leben.

Also eben,

Wie wir auch gesagt haben,

Es ist nicht immer alles vollkommen und perfekt.

Da habe ich auch noch eine schöne Geschichte.

Ich habe im letzten Podcast etwas zu einem Song von einer Metalband erzählt,

In dem Fall von den Architekts.

Und heute möchte ich eigentlich eher etwas zu einem Sänger sagen,

Nämlich zum Mietlauf.

Wer jetzt Mietlauf hört,

Kann sich ungefähr ausrechnen,

Wie alt ich bin.

Also ich bin ü50 und der Mietlauf ist Anfang des Jahres mit 74 Jahren gestorben.

Und also für mich und meine Generation ist er schon noch Gott.

Und das Interessante an Mietlauf ist,

Dass er eigentlich eine Kindheit hatte,

Die nicht einfach war mit einem alkoholkranken Vater und zerrütteten Familienverhältnissen.

Und dass ihn das sein Leben lang eingeholt hat mit Abstürzen,

Depressionen und so weiter.

Und er selber war eben nicht der Allerschlankerste,

Sondern er hat sich eigentlich selber den eher ironischen Namen Mietlauf,

Also Fleischklops,

Gegeben.

Und das sagt eigentlich schon alles und so wirkt er natürlich auch.

Aber er war zumindest schon eigentlich in den 80er Jahren zeitweise der erfolgreichste Sänger aller Zeiten ever.

Und da zeigt sich eigentlich auch,

Dass weil er eigentlich auch seine Gebrochenheit und auch sein Pathos und sein Leiden eigentlich in die Songs gepackt hat,

Das glaube ich,

Das Publikum auch irgendwie gespürt hat.

Also er war ja total bekannt dafür,

Dass er extrem pathetische,

Hyper-emotionale,

Opernhafte Songs gemacht hat in acht Minuten Länge.

Aber wenn du dir heute Mietlauf auf YouTube anschaust,

Bei einer Live-Performance und in sein Gesicht blickst,

Dann merkst du genau,

Dass da eigentlich all seine Verletzungen und auch all seine Dämonen oder alles,

Was ihn antreibt,

In dieser Performance drinsteckt.

Und das,

Finde ich,

Ist ein ganz,

Ganz wunderbares Beispiel,

Wie jemand trotz vieler Schwächen und auch vieler Brüche in seinem Leben sehr erfolgreich sein kann und vor allem auch viele,

Viele Menschen mitnimmt,

Begeistert und inspiriert und dann zu Recht als einer der allergrößten Sänger ever in die Geschichte eingeht.

Ja,

Der Name an sich,

Der wirkt ja fast schon wie pure Selbstironie,

Aber als du jetzt gerade so es beschrieben hast,

Habe ich mir gedacht,

Wie heilsam und wie schön,

Dass es jemand so ausleben konnte und darin irgendwie so aufgeht.

Also das auf jeden Fall auch aber oft mit dunklen Bildern behaftet.

Die berühmte Saison ist »Like a Battle of Hell«,

Also »Wie die Fledermaus aus der Hölle«,

Weil das diese Transformation beschreibt.

Man muss in die Dunkelheit und es ist dieser Tritt in den Hintern und es ist das Anerkennen der Schwäche und es ist die Nacht,

Die erstmal um dich ist.

Und du sagst,

Ja okay,

Ich will es nicht und es ist furchtbar und es ist grauenvoll,

Aber es ist jetzt so da.

Dann kann manchmal genau das passieren,

»Wie die Fledermaus aus der Hölle«.

Du erwachst noch ein bisschen Flügel und aus deiner Verletzung,

Aus deinem Furchtbaren,

Was du erlebt hast,

Entsteht vielleicht ein neuer Lebensschwung,

Eine neue Kraft,

Eine neue Stärke.

Nicht immer,

Aber es ist eine Richtung,

Die sich zeigen kann.

Und weil wir bei den Fledermäusen sind,

Also der berühmte Batman,

Das beste Beispiel.

Er bleibt immer der dunkle Rächer,

Aber er ist einer,

Der rächt für die sozial Benachteiligten.

Und deswegen ist das auch da ein super Beispiel,

Wie aus dem Dunklen trotzdem noch was Gutes entstehen kann.

Ja.

Also spannend ist halt immer die Frage,

Wenn sich halt nichts erstmal sehr positiv entwickeln will.

Und das ist natürlich auch so,

Das kennen wir auch alle.

Und das gehört auch zu uns als Menschen dazu,

Dass wir manchmal hängen und einfach nicht weiterkommen oder nicht weiter wissen oder dass uns einfach was weh tut.

Und da ist wirklich so die Sache,

Wie gehen wir eigentlich damit um?

Und ich meine,

Wir reden hier im Podcast und versuchen euch allen immer Tipps zu geben.

Und wir bewegen uns eigentlich auch natürlich auf so einer Art Coaching-Ebene,

Wenn man so will.

Und wenn jetzt aber jemand von euch das Gefühl hat,

Ja,

Ich hänge sehr stark oder ich komme oft nicht weiter,

Dann hätten wir wirklich auch da jetzt mal den Tipp oder den Ratschlag,

Such dir auch professionelle Hilfe.

Das ist etwas,

Was du sehr gut tun kannst.

Du kannst immer zu deinem Hausarzt gehen,

Du kannst immer zu einer Psychologin gehen und du wirst immer Hilfe erfahren.

Und das ist absolut normal und absolut super,

Wenn du dir Hilfe suchst.

Wir reden hier eben über die Dinge,

Die dir halt so im Leben passieren.

Aber es kann dir immer passieren,

Dass du vielleicht etwas erlebst,

Was sich so auf diese Weise nicht lösen lässt.

Deswegen,

Wie gesagt,

Dann hol dir professionelle Hilfe.

Ja,

An der Stelle kommt mir gerade noch die Leitformel in den Sinn.

Ich weiß nicht,

Gerhard,

Ob du die kennst.

Das ist so eine Formel aus dem buddhistischen Bereich,

Also glaube ich,

Dass sie aus der buddhistischen Ecke kommt,

Die besagt,

Dass Schmerz mal Widerstand Leid ergibt.

Also ihn nicht haben wollen,

Dass wir eigentlich im Umkehrschluss umso mehr leiden.

Sie besagt aber gleichzeitig auch,

Dass sobald wir uns öffnen,

Wir eben eigentlich einen Spielraum haben.

Also so,

Wie wir es vorhin jetzt schon in einigen anderen Themen in unserem Podcast auch beschrieben haben.

Also wir können dann erkennen,

Dass wir einen Spielraum haben und können den eben nutzen.

Genau,

Das ist eben ja auch das Thema Akzeptanz.

Oder bei dir auch in der Akzeptanz- und Commitment-Therapie,

Das ist ja auch so ein Anknüpfungspunkt.

Und ich habe zu dem Thema auch noch einen Buchtipp.

Und zwar gibt es den Frank Ostaszewski.

Der hat 1987 in den USA ein Zen-Hospiz mitgegründet und ist ein Vertreter dessen,

Der Achtsamkeit und auch die Qualität des Mitgefühls in die Hospizarbeit gebracht hat.

Und er hat ein Buch geschrieben,

Das nennt sich die fünf Einladungen.

Er hat nämlich fünf Einladungen formuliert,

Die einem helfen,

Im Leben auch mit Krisen sozusagen zu arbeiten,

Was eben auch so die Verknüpfung zur Resilienz ist.

Und seine zweite Einladung,

Die heißt,

Heiße alles willkommen,

Wehre nichts ab.

Also er meint damit eben,

Wende dich deinem Schmerz zu.

Ja,

Das klingt nach einem wirklich tollen Tipp.

Auf der anderen Seite möchte ich auch nochmal sagen,

Dass wir reden hier viel über positive Schritte nach draußen.

Und ich denke schon,

Dass du Katrin oder ich auch ein Gefühl dafür haben,

Dass das keine leichten Schritte sind.

Also wir reden ja hier über Dinge,

Die uns passieren,

Die uns geschehen,

Die wir nicht wollen,

Die schwierig für uns sind,

Die uns vielleicht auch verletzen.

Und wir wollen einerseits eine Perspektive zeigen und Möglichkeiten.

Und auf der anderen Seite wissen wir,

Glaube ich,

Beide,

Dass es nicht über Nacht einfach so klack,

Klack,

Klack geht oder mit einem Schritt getan ist.

Und es ist,

Glaube ich,

Ganz wichtig,

Das auch nochmal zu sagen,

Weil wer jetzt hier zuhört oder wenn du jetzt hier zuhörst,

Liebe Hörerinnen und lieber Hörer,

Und gerade an etwas zu knabbern hast,

Dann möchte ich nicht,

Dass du das Gefühl hast,

Wir haben hier so die perfekten Happiness-Tipps die ganze Zeit,

Sondern es ist absolut okay,

Dass das Wege sind,

Dass das Entwicklungen sind und dass das auch mal schmerzt und wehtut.

Und dass man sich auch Zeit gibt und Raum gibt und einfach sagt,

Ja,

Ich darf ganz langsam mich wieder in andere Richtungen bewegen.

Das finde ich total wichtig und da finde ich das eben auch schön,

Dass das Einladungen sind in dem Buch,

Weil genau so muss man das auch sehen.

Also wir haben jetzt nicht so die Allheil-Tipps,

Sondern es sind Einladungen und wenn man sich da mal vortastet,

Wird man vielleicht wirklich gute Erfahrungen machen.

Und es gibt da auch einen interessanten Begriff,

Nämlich das Deja-Fühl.

Und diesen Begriff habe ich kennengelernt bei einer Online-Konferenz Anfang des Jahres.

Die war vom Gebetshaus Augsburg veranstaltet und da war die Psychiaterin Margarita Seiwald da und die Margarita Seiwald hatte eben diesen Begriff geprägt,

Deja-Fühl.

Jetzt Katrin,

Jetzt kennst du wahrscheinlich,

Was ein Deja-Vü ist,

Oder?

Ja,

Ein Deja-Vü ist mir bekannt.

Erzähl doch mal,

Was ist das Deja-Fühl?

Das klingt ja interessant.

Ja,

Also wenn ich jetzt hier,

Der gerade so gegenüber sitze,

Mal wieder und wir wieder einen Podcast sprechen,

Dann habe ich ein Deja-Vü,

Weil ich mir denke,

Das habe ich doch gerade schon erlebt.

Also Deja-Vü heißt,

Ich habe das Gefühl,

Dass etwas,

Was ich erlebe,

Ich schon mal erlebt habe oder dass ich es immer wieder erlebe.

Das Deja-Fühl will eigentlich beschreiben,

Dass ich in meinem Leben vielleicht bestimmte Gefühle immer wiederhole,

Wenn bestimmte Situationen eintreten.

Also wenn ich auf eine bestimmte Weise verletzt oder beeinträchtigt werde,

Reagiere ich immer mit demselben Muster,

Mit demselben Gefühl drauf.

Das kann sein,

Dass ich das schon in der Kindheit und der Jugend erworben habe und jetzt als erwachsener Mensch dieses Gefühl wiederhole.

Also wenn ich jetzt zum Beispiel beleidigt werde oder das Gefühl habe,

Ich wäre in der Arbeit gemobbt,

Dann kann es sein,

Dass ich mit totalem Rückzug darauf reagiere,

Weil das schon immer meine Strategie war,

Weil ich die erworben habe über mein Leben hinweg.

Und die Frage,

Die wir uns immer stellen,

Ist,

Ist das hilfreich?

Und nicht immer ist das Gefühl,

Was wir dann in dieser Situation haben und was immer ähnlich ist,

Auch ein hilfreiches Gefühl.

Und da sind wir wieder an dem Punkt,

Auch das mal zu erkennen,

Kann wieder ein Fortschritt sein.

Kennst du das so ein bisschen?

Ja,

Auf jeden Fall.

Mir ist jetzt auch gerade noch so der Gedanke gekommen,

Ich finde den Impuls total gut eben hinzuspüren oder sich dafür Zeit zu nehmen,

Also das ins Bewusstsein zu rufen,

Dass es so ist,

Was man dann daraus macht und dass es sich schmerzhaft anfühlt und dass es wirklich sehr,

Sehr unangenehm ganz oft ist und auch bleibt.

Ich finde es gerade total gut,

Dass du das sagst,

Weil wir haben oft im Leben ja so eine Situation,

In der wir dann eine schnelle Lösung finden oder auch so drüber hinweg wollen und manchmal ja auch ein bisschen den Schmerz mit einer Ablenkung übertünchen,

Also ganz beispielhaft jetzt irgendwie,

Keine Ahnung,

Wir kaufen uns dann irgendwie neue Klamotten und wollen so sozusagen diesen Platz,

Der uns vielleicht an der einen Stelle irgendwie im Herzen genommen wurde,

Egal jetzt in welcher Ausprägung,

Ja mit etwas anders auffüllen.

Oder wir gehen dann zum Sport,

Weil wir sagen,

Ich lenke mich mit Sport,

Aber im Endeffekt ist es ja eben nur so ein drüberlegen,

Aber gar nicht innehalten und reingehen,

Ja.

Wenn ich das erkannt habe,

Kann ich trotzdem lernen,

Noch auszudrücken,

Was mich verletzt hat und was ich bräuchte.

Also in dem Fall kann ich mit meinem Vorgesetzten oder meinem Chef reden und sagen,

Pass auf,

Mir ist das und das passiert,

Das hat mich verletzt und ich möchte,

Dass in Zukunft dies und das passiert und dass es in unserem Team so nicht mehr vorkommt.

Wichtig ist eben,

Dass ich noch aktiv werden kann und dass ich sozusagen für mich eine Perspektive entwickeln kann.

Es kann aber sein,

Dass ich erkenne,

Ich komme da nicht weiter,

Ich hänge immer in diesem Gefühl fest und dann wäre das glaube ich wieder der Moment,

Wo man eben sagt,

Nee,

Dann lohnt es sich auch,

Da suche ich mir jetzt einfach eine ärztliche Hilfe,

Eine therapeutische Begleitung und versuche das zu heilen und für mich aufzuarbeiten,

Um dann wieder vorwärts gehen zu können in meinem Leben.

Wichtig ist aber eben immer so,

Wo stehe ich,

Was spüre ich,

Was mache ich da eigentlich und Verletzungen tendieren dazu,

Dass sie eben Narben hinterlassen und die hinterlassen auch manchmal psychische und seelische Narben und kann ich damit leben?

Ja,

Wenn ich nicht damit leben kann,

Dann suche ich mir Hilfe.

Ja,

Der Begriff Nobody's perfect sagt ja eigentlich auch genau das aus.

Also,

Wenn du es bei dir zulässt,

Dass du eben deine Gefühle und all deine Emotionen zulässt,

Dann kannst du es auch bei anderen zulassen.

Das heißt,

Wir lassen uns so,

Wie wir sind.

Wir wollen das nicht weghaben bzw.

Wir müssen uns auch nicht ständig verändern oder selbst optimieren,

So wie vielleicht manche das von uns erwarten oder wir das Gefühl haben,

Dass sie es von uns erwarten.

Das war ja dieses Akzeptanzthema und die eine Hälfte dessen ist es,

Wenn wir uns akzeptieren,

Aber auch den anderen.

Also auch,

Wenn ich mein Gegenüber akzeptiere,

Dann ist das ja eigentlich auch eine Form von Liebe sozusagen.

Ja,

Absolut und es beginnt eben tatsächlich mit der Selbstliebe,

Dass man sich realistisch erstmal einschätzt und eben sich zugesteht,

Wir sind eine Mischung aus Licht und Schatten und es ist ja sicher auch so,

Dass wir sonst uns manche Verletzungen psychischer Art auch selbst zufügen.

Also wenn ich in der Arbeit bin und das Gefühl habe,

Ich muss immer perfekt sein und ich muss immer alles selbst machen und ich muss schnell sein und effizient und alles mir das aufhalse als absoluten Standard,

Dann werde ich den nie erreichen und es wird auf Dauer bei mir Spuren hinterlassen und dann habe ich sozusagen mich selber psychisch beeinträchtigt,

Weil ich viel zu viele hohe Standards habe und ich immer etwas sein will.

Viel mehr als ich eigentlich bin.

Es wäre sinnvoller eben zu wissen,

Okay,

Da liegen meine Stärken und da liegen meine Schwächen und es ist auch okay,

Dass ich Schwächen habe.

Niemand kann alles und ich auch nicht und ich weiß einfach,

Okay,

Da kann ich mich entfalten,

Da kann ich wachsen und da kann ich entwickeln und in anderen Bereichen können es andere auch besser.

Und wenn ich mal dazu komme,

Dann kann ich das auch bei anderen zulassen,

Dann kann ich auch bei dem Team,

In dem ich arbeite oder in der Familie,

In der ich stehe auch einfach sehen,

Ja,

Okay,

Es ist auch da nicht alles perfekt und die anderen sind nicht perfekt und sie dürfen aber so sein,

Wie sie erst einmal sind.

Und dann komme ich mal davon weg,

Dass meine eigenen Standards,

Meine eigenen Vorstellungen mich selber auch verletzen und Spuren hinterlassen.

Und es wäre auch vielleicht so ein Wunsch jetzt so langsam zum Ende vom Podcast,

Dass man mit sich selbst liebevoll umgeht,

Sich selber mag mit allen Ecken und Kanten und sich aber auch realistisch einschätzt und das einfach stehen lassen kann und nicht immer versucht,

Noch besser,

Noch höher,

Noch weiter und noch toller zu sein.

Genau,

Vielleicht statt höher,

Schneller,

Weiter eher ein bisschen tiefer,

Ein bisschen langsamer und ein bisschen näher.

Sehr schön,

Genau,

Also vor allem näher und ein bisschen tiefer und wirklich eben da zu sein bei sich im Augenblick und für andere.

Und deswegen heißt unser Podcast ja auch der Podcast für Achtsamkeit,

Weil die Achtsamkeit genau das macht,

Dass wir wirklich einfach im Augenblick ankommen,

Nicht immer nur nach vorne und nach hinten schauen,

Nicht immer uns vergleichen,

Sondern einfach mal den Augenblick genießen und leben können.

Auch wenn wir eben in dem Augenblick nicht optimal,

Perfekt und glänzend dastehen,

Sondern einfach auch mal merken in dem Augenblick,

Ja,

Da hat etwas nicht hingehauen,

Da bin ich auch mal gescheitert oder da habe ich eine Grenze erlebt.

Aber das heißt noch lange nicht,

Dass das ein vollkommen misslungener Augenblick sein muss und bleiben muss.

Ja,

Und auch für den Menschen,

Der mir gegenüber ist,

Also auch,

Dass die Situation,

Die der andere gerade vielleicht für sich erlebt oder für sich durchmacht,

Das ist ja seine Situation.

Eigentlich habe ich ja gar nicht die Erlaubnis,

Sozusagen so,

Ich nenne es mal in Anführungszeichen,

Übergriffig zu sein,

Ihn dann eben nicht so akzeptieren.

Also ich denke,

Das ist eben auch so dieser Kollektivgedanke,

Dass wir nicht nur uns selber nicht so haben wollen,

Sondern dass wir eben den anderen auch so sein lassen dürfen,

Wie er ist.

Ja,

Bevor wir dann zum Ende kommen,

Würde ich das direkt mit einem Zitat abschließen,

Das ich mal gelesen habe,

Was mir wirklich sehr gefällt und was,

Finde ich,

Sehr,

Sehr tiefgründig ist und was auch ein bisschen wirken darf und wirken muss.

Nämlich,

Du kannst den Menschen nicht verändern,

Du kannst ihn lieben.

Sagt das eigentlich alles.

Und wie immer ist die Liebe der Schlüssel.

Und es ist einfach die Wahrheit dran.

Also liebevoll zu sich selbst,

Liebevoll zu den anderen.

Dann lässt sich vieles nicht nur ertragen,

Sondern auch wieder gestalten und Richtung Zukunft lenken.

Wir sind am Ende dieser Folge aber noch nicht ganz.

Denn am Ende jeder Folge und auch am Ende von dieser Folge gibt es eine tolle Übung zum Mitmachen.

Und Katrin,

Du hattest eine schöne Idee.

Ja,

Wir hatten schon länger die Idee,

Dass wir am Ende einer Folge mal eine Metameditation machen.

Also eine Meditation zur liebevollen Güte,

Beziehungsweise die nennt sich auch Loving-Kindness-Meditation.

Falls,

Liebe Zuhörer oder liebe Zuhörerinnen,

Du das schon mal gehört hast,

Den Begriff.

Und wir dachten uns,

Kein Thema passt besser für eine Metameditation wie unser Thema.

Unperfekt,

Schönheit und perfekt,

Unperfekt.

Wunderbar.

Und dann können wir auch zu dieser Übung übergehen.

Für die Übung Liebende Güte suchst du dir deinen Lieblingsplatz.

Wenn du deinen Platz gefunden hast,

Dann überprüfe einmal,

Wie du sitzt.

Wenn du auf einem Stuhl sitzt,

Dann lass deine Füße mit der ganzen Sohle den Boden berühren.

Wenn du auf einem Kissen oder auf einem Hocker sitzt,

Dann fühle einmal nach,

Ob irgendwo etwas spannt oder zwickt und verändere noch einmal leicht deine Position.

Und mit deiner Aufmerksamkeit gehst du nun zu deiner Wirbelsäule,

Zu deinem Rücken.

Es kann sein,

Dass du vielleicht leicht nach vorne hängst oder etwas nach hinten pendelst.

Versuche einmal zu überprüfen,

Ob du gerade und aufgerichtet sitzen kannst.

Und von dort gehst du zum Schulter- und Nackenbereich und mit dem nächsten Ausatmen lässt du deine Schultern nach unten fallen.

Das kann man auch hören.

Das hört sich an wie Seufzen.

Ausatmen und locker werden,

Loslassen in den Schultern.

Wenn du willst,

Kannst du nun die Augen schließen.

Vielleicht fällt es dir aber auch leichter,

Deine Augen halb geöffnet zu lassen und nach vorne ins Leere zu blicken,

Ohne einen Gegenstand konkret anzusehen.

Und deine Hände ruhen auf den Beinen oder im Schoß.

Ich möchte dich nun bitten,

Dir jemanden oder etwas vorzustellen,

Das du mit Liebe verbindest.

Vielleicht hast du das Bild von einem lieben Menschen vor Augen oder du hast das Bild von einem Engel oder Heiligen vor Augen.

Vielleicht gibt es auch eine Landschaft.

Sei ganz offen und sei ganz spontan und lasse ein Bild entstehen,

Das Liebe symbolisiert.

Du kannst nun zur Unterstützung eine Hand auf dein Herz legen.

Und wenn du die Hand dort am Brustbereich am Herz liegen hast,

Spürst du Wärme.

Wärme,

Die auch das Bild der Liebe vor deinen Augen mit sich bringt.

Und dein Herz ist nicht nur das Herz,

Das in dir schlägt und dich leben lässt.

Dein Herz ist alles,

Was sich bewegt,

Alles,

Womit du liebst.

Und du hast einen sehr weiten,

Großen Herzraum.

Und mit deinem Bild der Liebe vor Augen spürst du vielleicht,

Wie sich dein Herzraum mit Wärme,

Mit Helligkeit,

Mit Mitgefühl und Liebe füllt.

Und mit dieser Liebe und mit diesem Mitgefühl darfst du dir nun selbst begegnen.

Und du sprichst innerlich zu dir diese Wünsche aus.

Möge ich gesund sein.

Möge ich sicher sein.

Möge ich in Leichtigkeit leben.

Möge ich gesund sein.

Möge ich sicher sein.

Möge ich in Leichtigkeit leben.

Möge ich gesund sein.

Möge ich sicher sein.

Möge ich in Leichtigkeit leben.

Und während dich nun dieses Gefühl von Licht,

Leichtigkeit und Wärme umfängt,

Möchte ich dich bitten,

An alle Menschen und Lebewesen auf unserer Erde zu denken.

Stelle dir auch dafür ein Bild vor.

Vielleicht kannst du dir die Erde als blaue Kugel im Weltraum vorstellen.

Vielleicht denkst du an eine Sommerwiese voller Leben.

Lass ein Bild entstehen für alles Leben auf unserer Welt.

Und du sprichst für alle Menschen und Lebewesen diese Wünsche innerlich aus.

Mögen wir gesund sein.

Mögen wir gesund sein.

Mögen wir in Leichtigkeit leben.

Mögen wir gesund sein.

Mögen wir sicher sein.

Mögen wir in Leichtigkeit leben.

Mögen wir gesund sein.

Mögen wir sicher sein.

Mögen wir in Leichtigkeit leben.

Fühle nun noch einmal in deinen Herzraum hinein und spüre,

Wie du Liebe und Mitgefühl mit dir und allen Menschen und Lebewesen teilst.

Dieses Gefühl von Helligkeit,

Wärme und Liebe bleibt,

Auch wenn du jetzt in deinen Raum zurückkehrst,

In deinen Alltag zurückkehrst.

Du öffnest die Augen,

Du bewegst dich,

Du kannst dich strecken und dehnen und dann bist du wieder bei dir zu Hause.

Vielen Dank fürs Zuhören.

Wir freuen uns,

Dass du dabei warst.

Wir wünschen dir,

Dass du dir ein paar Impulse mitnehmen konntest und Lust bekommen hast,

Die Schönheit im Unperfekten zu erkennen.

Wenn dir die Folge gefallen hat,

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Dass unser Herzensprojekt wachsen darf.

Währenddessen machen wir uns an die nächste Folge.

Das Thema wird sein Spiritualität.

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Julia

January 26, 2023

Inspirierend, beruhigend und informativ. Hat mir sehr geholfen, mich mit meinen Ängsten auseinanderzusetzen und mich darein zu entspannen.

Bettina

April 23, 2022

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