
Matilda | MEDITATION & GESCHICHTE zum Einschlafen
Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion) und eine sanfte Geschichte zum Einschlafen von Alexandra Matthes. Start Märchen: 00:10:00 Was in der Gesichte passiert: Matilda ist neu in der kleinen Stadt am Fluss, sie ist Lehrerin und fühlt sich einsam. Ein Mädchen aus ihrer Klasse fragt sie, was sie sich wünscht und Matilda sagt etwas unbedacht, dass sie sich einen eigenen Mond wünscht, der sie beschützt. Das Mädchen, Elea geht zum Glasbläser Hannes und lasst für Matilda einen Mond aus Glas anfertigen. Wie immer, so geht auch diese Geschichte am Ende gut aus, so dass Du beruhigt jederzeit einfach einschlafen kannst. Vor der Geschichte erwartet Dich eine sanfte Abendmeditation, die Dir helfen kann, loszulassen, innerlich ruhiger zu werden und entspannt in den Schlaf zu sinken.
Transkription
Ein Mond für Mathilda,
Entspannende Abendmeditation und ein Märchen von Alexandra Mattes.
Mach es dir in deinem Bett bequem und nimm ein paar tiefe Atemzüge.
Wenn du willst,
Dann recke und strecke dich dazu voller Genuss.
Spanne deine Muskeln an und lass sie wieder los.
Und nach einmal atme tief ein,
Bringe Spannung in den Körper und lasse mit dem Ausatmen wieder los.
Vielleicht spürst du schon,
Wie dein Körper beginnt,
Immer schwerer zu werden.
Schließe,
Wenn nicht schon getan,
Deine Augen.
Du darfst nun ganz gemütlich,
Bequem und entspannt in die Matratze sinken.
Es gibt nichts mehr zu tun.
Der Tag neigt sich dem Ende und du darfst entspannt ruhen.
Und du weißt,
Du darfst jederzeit einfach einschlafen.
Beobachte für ein paar Momente deinen Atem,
Die er ein- und ausströmt.
Ganz gleichmäßig,
Ganz ruhig und mit jedem Atemzug mehr und mehr entspannt.
Wandere nun mit deiner Aufmerksamkeit langsam durch deinen Körper.
Lasse deine Gesichtszüge weich werden,
Deine Augenlider ganz schwer,
Dein Kiefer ganz locker.
Entspanne deine Nacken,
Deine Schultern,
Deine Arme und Hände.
Stell dir vor,
Wie dein Oberkörper,
Dein Becken und deine Beine immer schwerer werden.
Angenehm,
Entspannt.
Auch deine Füße dürfen jetzt ruhen.
Von Kopf bis Fuß immer entspannter.
Geborgen und sicher.
Sicher und geborgen.
Ich lade dich ein,
Gleich wenn ich es sage,
Wie nebenbei,
Die Bilder deines Tages vor deinem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen.
Was ist heute passiert?
Was hat deinen Tag heute ausgemacht?
Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des Tages.
Vielleicht findest du drei Dinge,
Für die du heute dankbar sein kannst.
Was war heute schön?
Was hat sich gut angefühlt?
Worüber hast du dich gefreut?
Wofür bist du heute dankbar?
Nun nimm nochmal einen etwas tieferen Atemzug ein und lasse mit dem Ausatmen die Bilder des Tages wieder los.
Los.
Immer müder,
Immer schläfriger.
Und während du da liegst und auch gleich während du schläfst,
Kann sich alles,
Was heute passiert ist,
Ganz wunderbar für dich sortieren.
Kann dein Körper regenerieren,
Heilen und alles,
Was vielleicht ein bisschen aus dem Takt gekommen ist,
Wieder in die für dich genau richtige Ordnung bringen.
Jede Zelle weiß ganz genau,
Was zu tun ist,
Sodass ich für dich alles zu deinem Wohl und zu deinem Besten entwickeln kann.
Alles wird gut.
Stelle dir vor,
Du schwebst gemütlich und geborgen auf einer watteweichen Wolke in ein wunderschönes Land und kannst dort beobachten und belauschen,
Was so vor sich geht.
Es war einmal eine junge Lehrerin.
Sie hieß Mathilda und sie war gerade in die kleine Stadt am Breiten Fluss gezogen,
An dem bunte Häuser dicht beieinander standen.
In den schmalen Gassen der Stadt herrschte schon morgens Trubel und Lebendigkeit.
Und ein Duft von frischen Brötchen und Backwaren lag in der Luft.
Unweit des Marktplatzes gab es eine Glasbläserei.
In den Schaufenstern des kleinen Ladens,
Den der Glasbläser betrieb,
Glitzerten und funkelten gläserne Vasen und Figuren.
Und die Kinder des Ortes staunten über die bunten kleinen Tiere,
Die eine märchenhafte Szenerie darstellten.
Der Winter war dieses Jahr lang gewesen.
Jetzt im März lag morgens noch der weiße Nebel über dem Wasser,
So dicht,
Dass die Brücke wie in Watte gehüllt erschien.
Doch vormittags wurde der Himmel klarer und die ersten Sonnenstrahlen fielen auf die Werkstätten,
Die Marktstände und die gepflasterten Wege.
Im vergangenen Winter war Mathilda in die Stadt gezogen,
Mit einem großen Koffer voller Bücher.
Die Kinder hier mochten sie.
Sie sprach sanft,
Aber bestimmt,
War freundlich und gerecht.
Doch wenn der Unterricht vorbei war und die hellen Stimmen verklangen,
Blieb eine Stille zurück,
Die in Mathilda manchmal das Gefühl von Einsamkeit auslöste.
Sie kannte noch niemanden hier und sie wusste nicht recht,
Wie man neu beginnt.
An einem der ersten frühlingshaften Tage ging Mathilda über den Markt.
Sie blieb vor einem Stand stehen,
An dem eine alte Frau Äpfel,
Birnen und ein paar schrumpelige Winterpflaumen verkaufte.
Zum dritten Mal sehe ich sie nun hier,
Sagte die alte Frau mit einem warmen Lächeln.
Das ist gut.
Mathilda lächelte auch und die Obstverkäuferin freute sich,
Die junge Frau endlich mal etwas fröhlicher zu sehen.
Sie steckte ihr eine Hand voller Walnüsse in die Tasche.
Eines Tages sprach Mathilda mit den Kindern ihrer Klasse über Wünsche.
Wenn ihr euch etwas wünschen dürftet,
Sagte sie,
Was wäre es?
Die Hände der Kinder schnellten in die Höhe.
Ein Hund.
Jeden Tag Schokoladenkuchen.
Doppelte Sommerferien.
Ein Baumhaus.
Die Kinder hatten viele Wünsche.
Mathilda lächelte.
Da hob Elea langsam ihre Hand.
Elea war ein stilles Mädchen mit dunklen Zöpfen.
Wenn sie sprach,
Tat sie es überlegt.
Und Sie?
Fragte Elea.
Was wünschen Sie sich?
Die Klasse wurde still.
Mathilda hatte diese Frage nicht erwartet.
Sie wollte zuerst ausweichen.
Doch die Kinder sahen sie fordernd an.
Sie dachte einen Moment nach.
Was wünsche ich mir?
Und ehe sie es sich ganz überlegt hatte,
Sagte sie.
Ich wünsche mir etwas,
Das nicht vergeht.
Letzte Nacht habe ich mir lange den Mond angesehen.
Er ist immer da.
Manchmal sieht man ihn zwar nicht,
Aber er ist trotzdem da.
Ich fühle mich durch ihn beschützt.
Und dann sagte sie lachend.
Ich wünsche mir einen eigenen Mond.
Nur für mich.
Die Kinder nickten.
Sie fanden es sehr vernünftig,
Sich einen eigenen Mond zu wünschen,
Der einen beschützt.
Elea dachte auf dem Nachhauseweg lange über den Wunsch der Lehrerin nach.
Am darauf folgenden Samstag ging Mathilda,
Wie so oft,
Über den Markt.
Sie blieb am Stand der alten Obstverkäuferin stehen,
Die sie inzwischen mit Namen begrüßte.
Sie sehen heute heller aus,
Sagte die Frau und reichte ihr zwei Äpfel.
Mathilda entgegnete.
Ich kann nur noch nicht so gut schlafen in meiner neuen Wohnung.
Manchmal denke ich,
Ich brauche einfach nur ein bisschen mehr Geduld.
Die alte Frau legte eine Hand auf Mathildas Arm.
Ein neuer Ort braucht Zeit.
Und das Herz auch.
Mathilda fühlte sich in ihrer Nähe verstanden.
Zur gleichen Zeit klopfte,
Wenige Meter entfernt,
Elea an die Tür der Glasbläserei.
Hannes,
Der Glasbläser,
Öffnete.
Auf seiner Wange war ein feiner schwarzer Rußfleck.
Was kann ich für dich tun?
Elea trat entschlossen ein.
Ich brauche einen Mond.
Hannes lächelte.
Doch Eleas Blick blieb ernst.
Für unsere Lehrerin,
Erklärte sie.
Sie denkt,
Sie ist allein.
Aber das stimmt gar nicht.
Wie groß soll er denn sein,
Fragte Hannes.
Elea formte mit ihren beiden Daumen und Mittelfingern einen Kreis.
So groß!
Und er soll glitzern!
Hannes nickte.
Am Abend arbeitete Hannes sorgfältig an dem Auftrag seiner kleinen Kundin.
Er wählte den feinsten Sand,
Mischte ihn mit Quarz und Asche und ließ das Glas milchig werden.
In das Innere der Kugel streute er feinen Silberstaub,
Der im Licht glänzte.
Als er fertig war,
Wickelte er ihn in Seidenpapier.
In der nächsten Woche blieb Elea als Letzte im Klassenraum.
Schweigend legte sie ein Päckchen auf Mathildas Tisch.
Für Sie,
Sagte sie.
Mathilda öffnete es und hielt den Mond aus Glas in den Händen.
Das Silber im Inneren bewegte sich wie feiner Sternenstaub.
Elea!
Er passt auf Sie auf und beschützt Sie,
Sagt das Mädchen bestimmt.
Und wenn Sie abends traurig sind,
Können Sie ihn halten und hineinsehen.
Dann weiß er,
Dass Sie ihn brauchen.
Von diesem Tag an nahm Mathilda den Glasmond jeden Abend in ihre Hände.
Sie ließ den Tag noch einmal vorbeiziehen.
Die Kinderstimmen,
Das Lachen.
Die freundliche Obstverkäuferin auf dem Markt.
Und dann formulierte sie ihre Wünsche.
Nachdem sie den Mond auf ihren Nachttisch gestellt hatte,
Schlief sie tief und ruhig ein.
Von Tag zu Tag fühlte sie sich klarer,
Wacher,
Mehr und mehr angekommen.
Einige Wochen vergingen.
Der Winter hatte sich inzwischen vollkommen zurückgezogen,
So als hätte er selbst genug von der Kälte.
Erste Blumen begannen in den Gärten und auf den Wegesrändern zu blühen,
Und auf dem Markt wurde es noch lebendiger.
Man sprach vom kommenden Frühlingsfest.
Sie kommen doch auch,
Fragte die Obstverkäuferin Mathilda mit einem Blick,
Der keine Ausrede zuließ.
Am Abend des Festes hing ein feierlicher Glanz über der Stadt.
Musiker spielten,
Kinder lachten,
Und über dem Platz waren kleine Glaslaternen aufgehängt,
Rund und schimmernd wie kleine Monde.
Mathilda blieb stehen und betrachtete ihr Funkeln fasziniert.
Hannes,
Der Glasbläser,
Stand auf einer Leiter und befestigte gerade den Draht der letzten Laterne.
Als er hinabstieg,
Sprach sie ihn an.
Sie haben ihn gemacht,
Meinen Mond,
Sagte sie ruhig.
Hannes nickte.
Ein kurzer Moment der Stille.
Dann müssen Sie Mathilda sein.
Hallo,
Ich bin Hannes,
Sagte er.
Meine Auftraggeberin hat sich gewünscht,
Dass Sie sich nie wieder alleine fühlen.
Mathilda ließ ihren Blick über den Platz schweifen.
Sie sah Elea,
Die mit ihren Freundinnen lachte,
Und die Obstverkäuferin,
Die ihr zuzwinkerte.
Dann gingen sie ein paar Schritte nebeneinander her.
Die Musik spielte,
Paare wiegten sich langsam im Kreis.
Ich habe jeden Abend mit ihm gesprochen,
Gestand Mathilda leise,
Mit meinem Mond aus Glas.
Er hat mir Mut gegeben,
Sagte sie.
Hannes strahlte sie an.
Er bot ihr seinen Arm an,
Und sie hakte sich ein.
Sie nahmen am Rande des Geschehens Platz.
Auf der einen Seite das Frühlingsfest,
Auf der anderen der Fluss,
In dessen Wasser sich der echte Mond spiegelte.
Mathilda und Hannes erzählten sich voneinander.
Und wenn man in jener Nacht aufmerksam war,
Konnte man sehen,
Wie sich zwei Schatten Stück für Stück näher kamen.
Und sie lebten glücklich und vergnügt.
Und wenn sie nicht gestorben sind,
Dann leben sie auch heute noch.
Und dir wünsche ich eine gute Nacht,
Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.
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