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Einschlafmärchen & Abendmeditation: Des Kaisers neue Kleider

by Alexandra Matthes

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Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz zur Verabschiedung des Tages erzähle ich Dir das Märchen "Des Kaisers neuie Kleider, frei nach Hans Christian Andersen. Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!

Transkription

Das Kaisers neue Kleider von Hans Christian Andersen.

Meditative Abendentspannung und Einschlafmärchen.

Setze dich aufrecht in dein Bett und betrachte ganz bewusst deine aktuelle und momentane Umwelt.

Lasse deinen Blick schweifen und betrachte den Raum um dich herum,

So als wäre alles ganz neu und besonders für dich.

Und wenn es schon ganz dunkel ist,

Dann fühle doch in den Raum hinein.

Das ist auch eine sehr schöne Übung.

Schau mal,

Was du erfühlen kannst.

Fühle auch dich selbst,

Wie du da sitzt.

Und dann senke deinen Blick,

Lege deine Hände flach auf dein Herz und spüre dich,

Deinen Atem,

Deinen Herzschlag.

Mache dir bewusst,

Was für ein großes Wunder dein Körper ist und wie wunderbar du bist,

Wie einzigartig und unendlich wertvoll.

Nimm drei bis vier ganz tiefe,

Intensive Atemzüge.

Spüre,

Wie die Luft in dich hinein und wieder herausströmt und gib dir dann abschließend für heute noch ein paar Bewegungen,

Die sich gerade gut anfühlen.

Schultern kreisen,

Sanftes Recken und Strecken und vielleicht überkommt dich dabei auch ein Gähnen oder ein tiefer,

Entspannter Seufzer.

Wenn du dann soweit bist,

Dann leg dich hin,

Kuschel dich ein und mach es dir so richtig schön bequem.

Deck dich zu und nimm dir deinen Platz.

Und wenn du es nicht schon getan hast,

Dann schließe ganz sanft deine Augen und ganz nebenbei,

Während du mehr und mehr entspannst,

Lasse deine Bilder des Tages vor deinem inneren Auge vorbeiziehen oder frage dich,

Was war heute Morgen,

Heute Mittag,

Heute Nachmittag und am Abend?

Was habe ich an diesem einmaligen Tag,

Egal ob er für dich gut war oder nicht,

Erlebt?

Und für welche drei Dinge bist du heute besonders dankbar?

Blende dann die Bilder und Erinnerungen wieder aus.

Für dich gibt es gerade nichts weiter zu tun,

Als einfach nur zu entspannen und mehr und mehr zur Ruhe zu kommen.

Morgen geht es weiter.

Nachdem dein Körper sich während der Ruhe und der Schlafphase ausgiebig erholt hat,

Sich um Regeneration,

Reparatur und Verarbeitung gekümmert hat,

Vielleicht spürst du schon,

Wie du immer mehr entspannst und immer schwerer und schläfriger in die Matratze singst,

Geborgen und gemütlich,

Entspannt und gelassen.

Dein Atem fließt ruhig und gleichmäßig,

Ganz natürlich,

Ganz selbstverständlich,

Fast so,

Als würdest du schon schlafen.

Du darfst loslassen.

Vielleicht hast du das Gefühl,

Als schwebte dein Geist ganz leicht aus dir heraus,

Ins Land der Träume,

An einen Ort,

Der dir gefällt.

Und du kommst dabei in ein Land und in eine andere Zeit.

Und hier darfst du belauschen und beobachten,

Was so vor sich geht.

Vor vielen Jahren lebte ein Kaiser,

Der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt,

Dass er all sein Geld dafür ausgab,

Um recht geputzt zu sein.

Er kümmerte sich nicht um seine Soldaten,

Kümmerte sich nicht um Theater und liebte es auch nicht,

In den Wald zu fahren,

Außer um seine neuen Kleider zu zeigen.

Er hatte einen Rock für jede Stunde des Tages.

Und ebenso,

Wie man von einem König sagte,

Er ist im Rat,

So sagte man hier immer,

Der Kaiser ist in der Garderobe.

In der großen Stadt,

In der er wohnte,

Ging es sehr munter her.

An jedem Tag kamen viele Fremde an,

Und eines Tages kamen auch zwei Betrüger.

Die gaben sich für Weber aus und sagten,

Dass sie das schönste Zeug,

Was man sich denken könne,

Zu Weben verstanden.

Nicht allein die Farben und die Muster seien ungewöhnlich schön,

Sondern die Kleider,

Die von dem Zeuge genäht würden,

Sollten die wunderbare Eigenschaft besitzen,

Dass sie für jeden Menschen unsichtbar seien,

Der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei.

Das wären ja prächtige Kleider,

Dachte der Kaiser.

Wenn ich solche hätte,

Könnte ich ja dahinter kommen,

Welche Männer in meinem Reiche zu dem Amte,

Das sie haben,

Nicht taugen.

Ich könnte die Klugen von den Dummen unterscheiden.

Ja,

Das Zeug muss sogleich für mich gewebt werden.

Er gab den beiden Betrügern viel Handgeld,

Damit sie ihre Arbeit beginnen sollten.

Sie stellten zwei Webstühle auf und taten,

Als ob sie arbeiteten.

Aber sie hatten nicht das geringste auf dem Stuhle.

Trotzdem verlangten sie die feinste Seide und das prächtigste Gold.

Das steckten sie aber in ihre eigenen Taschen und arbeiteten an den leeren Stühlen bis spät in die Nacht hinein.

Nun möchte ich doch wissen,

Wie weit sie mit dem Zeuge sind,

Dachte der Kaiser.

Aber es war ihm beklommen zumute,

Wenn er daran dachte,

Dass keiner,

Der dumm sei oder schlecht zu seinem Amt tauge,

Es sehen könne.

Er glaubte zwar,

Dass er für sich selbst nichts zu fürchten brauche,

Aber er wollte doch erst einen anderen senden,

Um zu wissen,

Wie es damit stehe.

Alle Menschen in der ganzen Stadt wussten,

Welche besondere Kraft das Zeug habe.

Und alle waren begierig zu sehen,

Wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei.

Ich will meinen alten,

Ehrlichen Minister zu den Webern senden,

Dachte der Kaiser.

Er kann am besten beurteilen,

Wie der Stoff sich ausnimmt.

Denn er hat Verstand und keiner versieht sein Amt besser als er.

Nun ging der alte,

Gute Minister in den Saal hinein,

Wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten.

Gott behüte uns,

Dachte der alte Minister und riss die Augen auf.

Ich kann ja nicht sehr blicken.

Aber das sagte er nicht.

Beide Betrüger baten ihn näher zu treten und fragten,

Ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien.

Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl und der arme alte Minister fuhr fort,

Die Augen aufzureißen.

Aber er konnte nicht sehen,

Denn es war nichts da.

Herrgott,

Dachte er,

Sollte ich dumm sein?

Das habe ich nie geglaubt und das darf kein Mensch wissen.

Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen?

Nein,

Es geht nicht an,

Dass ich erzähle,

Ich könne das Zeug nicht sehen.

Nun,

Sie sagen nichts dazu,

Fragte einer von den beiden Webern.

Oh,

Es ist niedlich,

Ganz allerliebst,

Antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille.

Dieses Muster und diese Farben.

Ja,

Ich werde dem Kaiser sagen,

Dass es mir sehr gefällt.

Nun,

Das freut uns,

Sagten beide Weber und darauf benannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster.

Der alte Minister merkte gut auf,

Damit er dasselbe sagen könne,

Wenn er zum Kaiser zurückkomme.

Und das tat er auch.

Nun verlangten die Betrüger mehr Geld,

Mehr Seide und mehr Gold zum Weben.

Sie steckten alles in ihre eigenen Taschen.

Auf den Webstuhl kam kein Faden,

Aber sie fuhren fort,

Wie bisher an den leeren Stühlen zu arbeiten.

Der Kaiser sandte bald wieder einen anderen tüchtigen Staatsmann hin,

Um zu sehen,

Wie es mit dem Weben stehe und ob das Zeug bald fertig sei.

Es ging ihm aber gerade wie dem ersten.

Er guckte und guckte,

Weil aber außer dem Webstuhl nichts da war.

So konnte er nichts sehen.

Ist das nicht ein ganz besonders prächtiges und hübsches Stück Zeug?

Fragten die beiden Betrüger und zeigten und erklärten das prächtige Muster,

Das gar nicht da war.

Dumm bin ich nicht,

Dachte der Mann.

Es ist also mein gutes Amt,

Zu dem ich nicht tauge.

Das wäre seltsam genug,

Aber das muss man sich nicht anmerken lassen.

Daher lobte er das Zeug,

Das er nicht sah,

Und versicherte ihnen seine Freude über die schönen Farben und das herrliche Muster.

Es ist ganz allerliebst,

Sagte er zum Kaiser.

Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem prächtigen Zeuge.

Nun wollte der Kaiser es selbst sehen,

Während es noch auf dem Webstuhl sei.

Mit einer ganzen Schar auserwählter Männer,

Unter denen auch die beiden ehrlichen Staatsmänner waren,

Die schon früher da gewesen,

Ging er zu den beiden listigen Betrügern hin,

Die nun aus vollen Kräften webten,

Aber ohne Faser oder Faden.

Ist das nicht prächtig,

Sagten die beiden ehrlichen Staatsmänner.

Wollen eure Majestät sehen,

Welche Muster,

Welche Farben?

Und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl,

Denn sie glaubten,

Dass die anderen das Zeug wohl sehen könnten.

Was?

Dachte der Kaiser.

Ich sehe gar nichts.

Das ist ja erschrecklich.

Bin ich dumm?

Tauge ich nicht dazu,

Kaiser zu sein?

Das wäre das Schrecklichste,

Was mir begegnen könnte.

Oh,

Es ist sehr hübsch,

Sagte er.

Es hat meinen allerschönsten Beifall.

Und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl,

Denn er wollte nicht sagen,

Dass er nichts sehen könne.

Das ganze Gefolge,

Was er mit sich hatte,

Sah und sah,

Aber es bekam nicht mehr heraus als all die anderen.

Aber sie sagten gleich wieder,

Kaiser,

Oh,

Das ist hübsch,

Und sie rieten ihm,

Diese neun prächtigen Kleider das erste Mal bei dem großen Feste,

Das bevorstand,

Zu tragen.

Es ist herrlich,

Niedlich,

Ausgezeichnet,

Ging es von Mund zu Mund,

Und man schien allseits innig erfreut darüber.

Der Kaiser verlieh jedem der Betrüger ein Ritterkreuz,

Um es in das Knopfloch zu hängen,

Und den Titel Hofweber.

Die ganze Nacht vor dem Morgen,

An dem das Fest stattfinden sollte,

Waren die Betrüger auf und hatten 16 Lichter angezündet,

Damit man sie auch recht gut bei ihrer Arbeit beobachten konnte.

Die Leute konnten sehen,

Dass sie stark beschäftigt waren,

Das Kaisers neue Kleider fertig zu machen.

Sie taten,

Als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl nähmen.

Sie schnitten in die Luft mit großen Scheren,

Sie nähten mit Nähnadeln ohne Faden,

Und sagten zuletzt,

Sie,

Nun sind die Kleider fertig.

Der Kaiser mit seinen vornehmsten Beamten kam selbst,

Und beide Betrüger hoben den einen Armen die Höhe,

Gerade so,

Als ob sie etwas hielten und sagten,

Seht,

Hier sind die Beinkleider,

Hier ist das Kleid,

Und hier ist der Mantel,

Und so weiter.

Es ist so leicht wie Spinnwebe,

Man sollte glauben,

Man habe nichts auf dem Körper,

Aber das ist gerade die Schönheit dabei.

Ja,

Sagten alle Beamten,

Aber sie konnten nicht sehen,

Denn es war nichts da.

Belieben eure kaiserliche Majestät,

Ihre Kleider abzulegen,

Sagten die Betrüger,

So wollen wir Ihnen die neuen hier vor dem großen Spiegel anziehen.

Der Kaiser legte seine Kleider ab,

Und die Betrüger stellten sich,

Als ob sie ihm ein jedes Stück der neuen Kleider anzogen,

Die fertig genäht sein sollten,

Und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel.

Ei,

Wie gut sie kleiden,

Wie herrlich sie sitzen,

Sagten alle.

Welches Muster,

Welche Farben,

Das ist ein kostbarer Anzug.

Schließlich meldete der Oberzeremonienmeister,

Draußen stehen sie mit dem Thronhimmel,

Der über eure Majestät getragen werden soll.

Seht,

Ich bin ja fertig,

Sagte der Kaiser.

Sitzt es nicht gut?

Und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel,

Denn es sollte scheinen,

Als ob er seine Kleider recht betrachtete.

Die Kammerherren,

Die das Recht hatten,

Die Schleppe zu tragen,

Griffen mit den Händen gegen den Fußboden,

Als ob sie die Schleppe aufheben.

Sie gingen und taten,

Als hielten sie etwas in der Luft.

Sie wagten es nicht,

Es sich merken zu lassen,

Dass sie nichts sehen konnten.

Da hing der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen.

Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!

Welche Schleppe er am Kleider hat!

Wie schön es sitzt!

Keiner wollte es sich merken lassen,

Dass er nichts sah.

Denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen.

Keine Kleider des Kaisers hatten solches Glück gemacht wie diese.

Aber er hat ja gar nichts an,

Sagte endlich ein kleines Kind.

Hört,

Die Stimme der Unschuld,

Sagte der Vater.

Und der eine zischelte dem anderen zu,

Was das Kind gesagt hatte.

Aber er hat ja gar nichts an,

Rief zuletzt das ganze Volk.

Das ergriff den Kaiser,

Denn das Volk schien ihm recht zu haben.

Aber er dachte bei sich,

Nun muss ich aushalten.

Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe,

Die gar nicht da war.

Und ich wünsche dir eine wunderbare Nacht,

Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.

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Neueste Bewertungen

Ivonne

August 7, 2026

Toll

Ilo

November 20, 2023

Die Stumme Alexandras ist einmalig angenehm

Nora

February 23, 2022

Sehr angenehme Stimme und tolle Geschichten und Meditationen. Meine Kinder lieben sie und ich auch. Danke

HCoGo

February 21, 2022

Schön und wunderbar gesprochen, wie die anderen Märchen-Meditationen von Dir auch. (Gern hätte ich auch die Geschichte nach dem bulgarischen Märchen gehört, aber da ist auch "Des Kaisers neue Kleider" hinterlegt... )

© 2026 Alexandra Matthes. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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