
Das Haus am Meer | MEDITATION & GESCHICHTE zum Einschlafen
Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion) und eine märchenhafte Geschichte zum Einschlafen von Alexandra Matthes. Start Märchen: 8:57 Was in der Gesichte passiert: Jolanda wird zur Genesung zu ihrer Tante Barbara in das alte Haus am Meer geschickt, doch Barbara scheint verschwunden zu sein. Jolanda wird dennoch mit unerwarteter Wärme und Magie empfangen und trifft am Strand den jungen Bootsbauern mit dem sie sich anfreundet. Wie immer, so wird auch diese Geschichte am Ende gut ausgehen, Du kannst also jederzeit beruhigt einschlafen. . Die Abendroutine vorneweg enthält eine Meditation, Dankbarkeit-Praxis und Tages-Reflexion zur feierlichen Verabschiedung des Tages. Meine mit Musik und Klängen untermalten Einschlaf-Geschichten sind für Kinder und Erwachsene geeignet - einfach für alle, die mit sanfter Stimme und friedlichen Hintergrundtönen freundlich und liebevoll in den Schlaf begleitet werden möchten.
Transkription
Yolanda und das Haus am Meer Entspannende Abendmeditation Und ein Märchen zum Einschlafen Ich wünsche dir einen wunderschönen guten Abend und bestimmt hast es dir in deinem Bett schon gemütlich gemacht.
Nimm nochmal 2-3 ganz tiefe und bewusste Atemzüge durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus.
Wenn du möchtest,
Kannst du dich auch recken und strecken,
Laut gähnen oder seufzen und dir die Bewegungen geben,
Die sich gerade gut anfühlen.
Dann komm zur Ruhe,
Finde eine bequeme Position und wenn nicht schon getan,
Schließe deine Augen.
Komm an.
Richte den Blick nach innen und fühle dich mal durch dich hindurch.
Was ist da gerade wahrnehmbar?
Wie geht es dir gerade?
Spüre das Heben und Senken deiner Brust und deines Bauches mit jedem Atemzug.
Vielleicht kannst du ja auch deinen Herzschlag spüren.
Das bist du hier und jetzt und es ist gut,
Dass du da bist,
Einzigartig,
Wertvoll und schön,
Dass du dir genau diesen Moment nimmst,
Um einzukehren und den Tag feierlich zu verabschieden.
Ich lade dich ein,
Gleich wenn ich es sage,
Den heutigen Tag nochmal vor deinem inneren Auge Revue passieren zu lassen.
Was ist heute passiert?
Welche Gedanken kommen auf,
Wenn du an heute denkst?
Vielleicht möchtest du dir den heutigen Tag wie einen Film vorstellen.
Einen Film,
In dem du die Hauptrolle spielst.
Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des heutigen Tages.
Nun sammle mindestens drei Dinge zusammen,
Für die du heute dankbar bist.
Was war heute besonders schön oder bemerkenswert?
Wofür bist du heute dankbar?
Nimm nochmal einen tiefen,
Bewussten Atemzug,
Atme ein und lass mit dem Ausatmen los.
Lass los.
Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,
Als einfach nur zu entspannen.
Du hast deine Sache heute gut gemacht.
Darfst nun ruhen,
Den Tag loslassen.
Und während du hier so liegst,
Können all die wichtigen Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten in dir stattfinden.
Dein Körper ist auf Gesundheit und Wohlsein programmiert.
Und jede Zelle in deinem Körper weiß ganz genau,
Was zu tun ist.
Die Dinge dürfen sich zu deinem Wohl und deinem Besten entwickeln.
Vielleicht ja sogar noch viel besser,
Als du es dir vorstellen kannst.
Und morgen ist wieder ein neuer Tag,
An dem du erholt und ausgeschlafen erwachen darfst.
Aber jetzt darfst du ruhen,
Immer schwerer,
Immer entspannter in die Matratze sinken.
Dich tragen lassen.
Vielleicht merkst du schon,
Wie du immer müder und immer schläfriger wirst.
Und ganz nebenbei lese ich dir eine kleine Geschichte vor,
Die sich vor langer,
Langer Zeit zugetragen haben soll.
Es war einmal ein junges Mädchen namens Jolanda.
Sie war die Tochter eines reichen Kaufmanns und lebte in einer großen,
Lauten Stadt.
Als Kind war Jolanda fröhlich,
Wild und abenteuerlustig gewesen.
Doch mit den Jahren verlor sie ihr Strahlen.
Ihr Lächeln wurde schwächer und eine feine Blässe legte sich auf ihr Gesicht.
Die Stadtluft macht sie krank,
Sagten die Ärzte.
Schickt sie ans Meer,
Dort wird sie gesund werden.
Also ließen ihre Eltern sie zum Haus ihrer Tante Barbara bringen.
Ein altes Anwesen am Rande eines kleinen Fischerdorfes.
Als der Himmel über dem Meer rot-golden blühte,
Kam die Kutsche mit Jolanda und zwei Bediensteten an.
Die Diener setzten ihre Koffer vor dem Haus ab,
Nickten kurz und fuhren wieder davon.
Jolanda blieb allein zurück.
Vor ihr das große alte Haus,
Umwachsen von Efeu mit klapperten Fensterläden.
An vielen Stellen der Fassade blätterte die Farbe ab und ein Hauch von Einsamkeit machte sich in Jolanda breit.
Sie nahm all ihren Mut zusammen,
Stieg die steinernen Stufen hinauf und klopfte an.
Keine Antwort.
Noch einmal.
Nichts.
Gerade wollte sie sich umdrehen,
Da öffnete sich die Tür wie von selbst.
Ein warmer Lichtschein fiel auf sie und ein Duft nach Vanille,
Blumen und frischem Brot strömte ihr entgegen.
Drinnen knisterte ein Feuer im Kamin und eine leise Melodie erfüllte den Raum.
Komm nur herein,
Liebes Kind,
Sagte eine freundliche Stimme.
Jolanda trat zögernd ein.
Ein Besen,
Mit rotem Band umschlungen,
Stand in der Mitte des Raumes und verneigte sich tief.
Ich bin Barbarella,
Sprach der Besen herzlich.
Die Herrin des Hauses ist abwesend,
Aber du bist hier herzlich willkommen.
Jolanda starrte sie an.
Ein sprechender Besen?
Barbarella lachte hell.
Nicht nur das,
Wir sind hier alle ein wenig besonders.
Das sind meine Geschwister.
Babsi der Badeschwamm und dort die Zwillinge,
Bobby das Kehrblech und Billy der Staubwedel.
Wir sind alle flink wie der Wind,
Manchmal etwas zerstreut,
Aber wir meinen es gut.
Da hüpfte Babsi der Badeschwamm heran,
Duftend nach Lavendel.
Endlich kommt mal jemand,
Rief sie fröhlich.
Bobby machte einen Purzelbaum,
Billy wedelte Glitzerstaub durch den Raum und alle begannen zu reden,
Zu wuseln und zu lachen.
Aus einem Schlafzimmer der oberen Etage kam eine Bettdecke herangeschlürft.
Sie seufzte tief.
So viele Jahre,
Endlich wieder Besuch.
Und aus der Küche rief eine zarte Stimme.
Hier kommt der Tee.
Eine runde Teekanne rollte herbei,
Mit goldenen Blütenmuster geschmückt.
Ich bin Mirabella,
Sagte sie stolz.
Und das sind meine Kinder.
Mimi die kleine Tasse,
Maxi der Teller und Mina die Schüssel.
Wir kümmern uns um dein leibliches Wohl.
Im Nu stand ein köstliches Abendessen auf dem Tisch.
Nach dem Essen bereitete Babsi ein duftendes Bad vor.
Mirabella goss Tee ein und als es Schlafenszeit war,
Führte die Bettdecke Yolanda in ihr Zimmer,
Legte sich weich über sie und seufzte.
Endlich wieder ein Mensch,
Der Wärme braucht.
So begann Yolandas Zeit im Haus am Meer.
Mit jedem Tag kam ihre Kraft mehr und mehr zurück und sie fühlte sich wunderbar umsorgt und geborgen.
Oft spazierte sie am Strand entlang,
Atmete die gute Meerluft ein und beobachtete die Wellen.
Eines Tages sah sie dort am Ufer einen jungen Mann,
Der an einem alten Segelschiff arbeitete.
Ich heiße Maurice,
Sagte er schlicht,
Und ich suche meinen Onkel,
Er verschwand vor Jahren.
Das ist sein Segelschiff.
Von da an trafen sich Yolanda und Maurice täglich.
Sie half ihm beim Ölen der Planken und beim Ordnen der Taue.
Gemeinsam lauschten sie den Wind und den Wellen.
Ihre Wangen bekamen Farbe und ihr Herz wurde leicht.
An einem Dienstagvormittag ging Yolanda zum Markt.
Sie hörte,
Wie die Frauen tuschelten.
Der Prinz ist im Ort.
Und als sie Yolanda sahen,
Tuschelten sie weiter.
Und sie vergeudet ihre Zeit mit diesem einfachen Bootsbauern.
Dabei kommt sie doch aus einem guten Elternhaus und seht mal,
Wie hübsch sie ist.
Yolanda beachtete die Tratschereien nicht.
Kaufte Obst und Gemüse und ging wieder nach Hause,
Zum Haus am Meer.
Am Abend saß Yolanda nachdenklich am Kamin.
Da kam Barbarella angewirbelt.
Und Yolanda nahm all ihren Mut zusammen,
Um nach der Wahrheit und nach der Geschichte dieses Hauses zu fragen.
Der Besen senkte die Borsten und sprach leise.
Ich bin in Wirklichkeit deine Tante Barbara.
Vor vielen Jahren liebte ich einen Mann,
Dem Bruder des Königs,
Doch eine böse Fee begehrte ihn selbst.
Aus Eifersucht belegte sie mich und mein Haus mit einem Fluch und meinen Geliebten verwandelte sie in eine Muschel.
Sie warf die Muschel weit hinaus in die Wellen.
Nur wenn die Muschel gefunden und heimgebracht wird,
Kann der Zauber enden.
Und dann seufzte sie.
Ich werde sie suchen,
Sagte Yolanda.
Und am nächsten Tag erzählte sie alles Maurice.
Er sah sie lange an.
Dann ist dieser Mann mein Onkel,
Sagte er leise.
Darum ist er verschwunden.
Lasst uns zusammen nach der Muschel suchen.
Tag für Tag suchten sie den Strand ab.
Sie suchten zwischen Steinen und Felsen,
In Muschelbänken und Algen.
Eines Abends,
Als das Meer ganz still war,
Sahen sie zwischen den Steinen eine große,
Helle Muschel liegen.
Sie schimmerte wie die schönsten Perlen.
Yolanda hob sie auf.
Als sie sie ans Ohr hielt,
Rauschte es und ein feines Flüstern sprach.
Ich bin der Bruder des Königs.
Ihr habt mich gefunden.
Der Zauber endet,
Wenn Liebe und Wahrheit sich begegnen.
Yolanda blickte Maurice an und jetzt erst verstand sie und sagte.
Du,
Du bist der Prinz,
Maurice nickte.
Ich wollte kein Prinz sein,
Solange mein Onkel verloren war.
Aber da ist noch etwas.
Ich liebe dich mehr als Rang und mehr als die Krone.
Ihr Herz schlug höher und sie gingen gemeinsam zum Haus am Meer.
Als sie die Muschel vor die Tür legten,
Begann das Haus zu beben.
Ein warmer Wind erhob sich.
Die Fensterläden flogen auf,
Licht flutete hinaus und die vertrauten Stimmen nahmen wieder Menschengestalt an.
Barbarella der Besen stand in Gestalt von Yolandas Tante Barbara vor ihnen.
Schön,
Würdevoll,
Mit leuchtenden Augen.
Und in der Tür erschien ein Mann mit silbergrauen Haaren und einem warmen Lächeln.
Ein Geliebter,
Flüsterte Barbara.
Sie fielen einander in die Arme.
Das Haus erstrahlte in neuem Glanz.
Barbaras Geschwister und auch Mirabella,
Mimi,
Maxi und Mina wurden wieder Menschen.
Die Bettdecke,
Die in Wahrheit eine alte Wäscherin war,
Breitete ihre Arme aus und rief.
Endlich,
Alle wieder da.
Maurice nahm Yolandas Hand und bald darauf wurde Hochzeit gefeiert.
Das Meer rauschte,
Die Sterne funkelten.
Und wenn sie nicht gestorben sind,
Dann leben sie auch heute noch.
Und dir wünsche ich eine gute Nacht,
Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.
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