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Die Parabel vom Loch in der Straße und deiner Verantwortung, drum herum zu gehen

by Daniela Barchasch

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Meditation
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Kannst du das bei dir auch beobachten, dass du dich scheinbar immer wieder in denselben verzwickten Lagen und Herausforderungen befindest? Wiederholende Gefühlsmuster, gleiche Auseinandersetzungen, ähnliche Streitgespräche? Die Parabel vom Loch in dir Straße zeigt dir, wie du aus diesen Situationen endlich hinauskommen kannst. Denn der, der das nicht nur begriffen, sondern auch verinnerlicht hat, dem liegt die Welt zu Füßen.

Transkription

Es gibt eine Parabel vom Loch in einer Straße und die geht wie folgt.

Ich gehe eine Straße entlang,

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig,

Ich falle hinein.

Ich bin verloren,

Ich bin ohne Hoffnung.

Es ist nicht meine Schuld,

Es dauert endlos wieder herauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang,

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

Ich tue so,

Als sehe ich es nicht,

Ich falle wieder hinein.

Ich kann nicht glauben,

Schon wieder am gleichen Ort zu sein.

Aber es ist nicht meine Schuld,

Immer noch dauert es sehr lange herauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang,

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig,

Ich sehe es.

Ich falle immer noch hinein,

Aus Gewohnheit.

Meine Augen sind offen,

Ich weiß,

Wo ich bin.

Es ist meine eigene Schuld und ich komme sofort wieder heraus.

Ich gehe dieselbe Straße entlang,

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig,

Ich gehe drum herum.

Ich gehe eine andere Straße entlang.

Die Löcher in unserer Straße sind die Herausforderungen,

Denen wir uns immer wieder stellen müssen.

Es sind die Probleme,

In die wir scheinbar unabsichtlich und,

Wie wir denken,

Unverschuldet,

Unbewusst immer wieder hineingeraten.

Sie entstehen meist aus Gewohnheiten,

Die sich in unserem Leben mit der Zeit etabliert haben,

Womöglich schon von Kindheit an.

Sie entstehen durch unsere Verhaltensweisen,

Durch die Art und Weise,

Wie wir Dinge tun,

Wie wir fühlen und wie wir denken.

Schauen wir uns diese Löcher in unserem Leben an,

Ist es tatsächlich so,

Dass sie sich immer wieder ähneln,

Immer wieder wiederholen.

Schon wieder ärgere ich mich über meinen Partner,

Bin vielleicht sogar sehr sehr wütend,

Weil er etwas Unmögliches getan oder gesagt hat.

Schon wieder bin ich enttäuscht,

Weil er nicht das tut,

Was ich eben brauche oder was man halt eben braucht.

Schon wieder sitze ich da nach dem anstrengenden Bürotag,

Mit der Tafel Schokolade vorm Fernseher,

Mich überhaupt nicht gut fühlend und gar nicht in der Lage,

Mich zu etwas anderem aufzuraffen.

Und die Zahl auf der Waage steigt und steigt,

Mein Körper wird immer steifer und steifer und ich kann ihn immer weniger spüren.

Schon wieder rege ich mich maßlos auf,

Weil der andere vor mir nun wirklich nicht Auto fahren kann und ich mich einfach darüber ärgern muss.

Schon wieder passiert mir das und das und das,

Was ja nun wirklich nicht meine Schuld ist.

Der meditative Weg zeigt uns,

Wie wir aus diesen Fallen,

Also diesen Löchern nicht nur schneller wieder hinaus kommen,

Sondern wie wir sie in Zukunft vermeiden können.

Und dieser Weg geht über Selbsterkenntnis und ganz wichtig,

Selbsterkenntnis gepaart mit Selbstverantwortung.

Es ist die Einsicht darüber,

Dass wir immer wieder in diese Löcher fallen,

Weil wir immer wieder dieselben Wege gehen.

Wir sind diejenigen,

Die Schritt für Schritt vorangehen.

Der meditative Weg zeigt uns auf,

Was denn in unserer Hand liegt.

Denn durch die Reflexion,

Durch die Fähigkeit,

Mehr und mehr auf der Beobachter-Ebene zu sein,

Erkennen wir,

Was denn eigentlich unser eigenes Zutun ist und zeigt uns unsere Verantwortung auf.

Und das kann manchmal sehr schmerzhaft sein.

Gehen wir doch als Beispiel in die Partnerschaft und tauchen kurz in das Thema Gefühle ein.

Mein Partner tut das und das.

Er drückt auf diese und jene Knöpfe in mir.

Ich werde wütend,

Weil er das und das gesagt hat,

Weil er mich zum Beispiel wieder einmal kritisiert hat,

Ungeheuerlich,

Denn das,

Was er sagt,

Das stimmt doch eigentlich alles überhaupt nicht.

Ich schiebe meine Wut und meine Reaktion auf ihn.

Da ist also dieses Loch,

Nennen wir es Wut in der Straße.

Es war so klar,

Dass wir in der Auseinandersetzung da reingeraten,

Denn wir kennen diesen Weg ja schon blind.

Schon der Anfang unserer eingefahrenen,

Denn das ist es ganz oft,

Unserer eingefahrenen Konversation lässt vermuten,

Dass wir am Ende genau hier in diesem Loch landen.

Es ist,

Wir können uns das vorstellen,

Wie ein Schauspiel,

Wie ein Skript,

Dem wir jedes Mal wieder folgen.

Könnte es nicht eigentlich mein Partner einfach mal anders machen?

Dann müsste ich gar nicht mehr wütend sein.

Ich gebe ihm die Schuld,

Ich übertrage ihm die Verantwortung für meine Gefühlslandschaft in mir drin.

Unachtsam,

Ja,

Und genauso auch sehr menschlich.

In meinem Umfeld sehe ich Primärleute,

Die so denken und so fühlen,

Die,

Wenn sie mit einer Emotion konfrontiert werden und mit dieser nicht umgehen können,

Einfach nur reagieren und gerne die Verantwortung auf den anderen übertragen wollen.

Doch was sagt diese Parabel vom Loch in der Straße?

Genau,

Ich gehe den Weg,

Immer wieder und wieder und wieder,

Und erst wenn ich erkenne,

Dass ein Muster vorliegt,

Erst wenn ich erkenne,

Was mein Anteil daran ist,

Ist es möglich,

Einen anderen Weg einzuschlagen.

Das braucht Zeit und Geduld und Mitgefühl für mich selbst und es braucht Güte und es braucht Übung.

Etwas,

Was dir eine regelmäßige Meditationspraxis bieten kann.

Es sind unsere eingefahrenen Denk- und Verhaltensweisen,

Die uns immer wieder dahin bringen.

Und es ist nicht das Wissen darum,

Was wir zum Beispiel aus der Vernunft heraus schon verstehen,

Dass es mir zum Beispiel am Ende des Tages sehr wohl besser geht,

Wenn ich die Schokolade nicht esse oder wenn ich mich nicht vor den Fernseher setze.

Also das Wissen um eine gesunde Ernährung ist ja schon da.

Es hapert an der Umsetzung.

Auch wissen wir,

Wie wir kommunizieren sollten,

Friedvoll und konstruktiv,

In Ich-Botschaften,

Den anderen nicht anklagend,

Von einer Beobachter-Ebene aus.

Und doch sagt dann auf einmal mein Partner etwas,

Meine Kinder oder mein Chef oder der Klient,

Der Kunde vor mir und schon bin ich wieder im Gefühlschaos,

Der,

Was auch immer das bei dir ist,

Wut oder Empörung,

Ja das kann eine Menge sein.

Es geht um das Ändern der Denk- und Verhaltensweisen.

Und das geht nur durch ein regelmäßiges Üben,

Durch eine regelmäßige Praxis,

Denn das ist der Weg,

Um unsere Löcher irgendwann zu umgehen und um neue Wege zu beschreiten.

Ich danke dir,

Dass du mir heute zugehört hast und wenn du Lust hast,

Dann schreib mir,

Wenn du irgendetwas kritisierst oder ja,

Was sind deine Löcher in der Straße.

Und dann freue ich mich auf ein nächstes Mal.

Bis bald.

4.7 (73)

Neueste Bewertungen

Denise

January 13, 2023

Tolle Verbildlichung. Sehr viel Wahrheit.

Daniel

June 6, 2022

Danke. Genau das was ich heute morgen gebraucht habe.

Achim

August 1, 2021

Schöne Geschichte und so wahr. Dankeschön für diese Inspiration 🙏🏻

Joe

April 20, 2020

Ein sehr schöner und hilfreicher Impuls - vielen Dank!

Dorette

January 23, 2020

Guter Vortrag

Seia

October 31, 2019

Vielen Dank! Deiner angenehmen Stimme hört man sehr gerne zu 🌸

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