
Stressabbau in den Wechseljahren: Warum er essenziell ist
Warum explodierst du plötzlich wegen Kleinigkeiten – und was hat das mit deinen Hormonen zu tun? In diesem Vortrag erkläre ich, warum Stress in den Wechseljahren biologisch anders wirkt: was passiert, wenn Progesteron und Östrogen sinken, wie Cortisol den Körper in einen Teufelskreis treibt und was du heute konkret tun kannst, um dein Nervensystem wieder auf Sicherheit zu programmieren. Für mehr Gelassenheit, auch wenn die Hormone gerade ihr eigenes Ding machen.
Transkription
Namaste und herzlich willkommen bei deiner Menomorphose.
Ich bin Claire,
Yoga-Lehrerin und Wechseljahre-Beraterin und ich begleite Frauen dabei,
Gesund,
Gelassen und glücklich durch die transformierende Zeit der Wechseljahre zu kommen.
Heute geht es um das Thema Stressabbau in den Wechseljahren und warum er jetzt essentieller ist als je zuvor.
Lass uns einsteigen mit einem kleinen Einblick in meinen Alltag.
Mein Mann sitzt mir gegenüber und isst sein Essen.
Ich höre ein kurzes Schmatzen.
Seinen Atem,
Der durch seine Nase geht.
Und ich könnte explodieren.
Nicht,
Weil das,
Was er tut,
Per se super schlimm wäre.
Denn schließlich gehört es ja zum Alltag dazu.
Aber ich kann es gerade einfach nicht ertragen und seine bloße Präsenz macht mich wahnsinnig.
Na,
Kommt dir das irgendwie bekannt vor?
Mir erst seit wenigen Jahren und zum Glück auch nicht jeden Tag,
Denn sonst hätte ich und mein Mann übrigens auch ein echtes Problem.
Aber seit ich in der Perimenopause angekommen bin,
Passiert es mir immer häufiger,
Dass mich Dinge stressen,
Die ich früher mit links gewuppt habe und die ich vorher einfach nicht zum Thema gemacht habe oder die einfach gar kein Thema waren.
Und beruhigend auch für dich zu wissen,
Dass es nicht an dir liegt.
Das ist kein Charakterfehler,
Du bist nicht auf einmal ein schlechter Mensch.
Es ist einfach Biologie.
Und davon und wieso Stressabbau in der Zeit der Wechseljahre essentieller ist denn je,
Möchte ich dir nun erzählen.
Kurz gesagt,
In den Wechseljahren sinkt zuerst das Progesteron,
Als nächstes das Östrogen und zusätzlich wird das Stresshormon Cortisol bei Dauerstress vom Körper bevorzugt und der Progesteronspiegel sinkt zusätzlich.
Und das gucken wir uns jetzt genauer an.
Progesteron ist das Haupthormon in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung.
Es ist dafür zuständig,
Das Einnisten eines möglichen befruchteten Eis in der Gebärmutterschleimhaut zu ermöglichen.
Es ist auch als Wohlfühlhormon bekannt,
Das beruhigend,
Angstlösend und antidepressiv wirkt und zu einer besseren Stressverarbeitung beiträgt.
Da das Progesteron in der Perimenopause oft als erstes abnimmt,
Verliert der Körper seine Fähigkeit,
Das Stresshormon Cortisol gut abzufedern.
Wir werden also gereizter,
Vor allem in der zweiten Zyklushälfte,
In der das Hormon jetzt am meisten fehlt.
Zumindest merke ich,
Dass ich vor allem in dieser Zeit eine kurze Zündschnur habe und manchmal wegen Banalitäten ausrasten könnte.
Ich sage dazu nur,
Er atmet zu laut.
Nein,
Er atmet überhaupt!
In der späteren Phase der Perimenopause beginnt auch der Östrogen-Spiegel zu sinken bzw.
Zu schwanken.
Östrogen fördert die Wirkung von Serotonin,
Das ist das Glückshormon,
Und wirkt dadurch stimmungsaufhellend und antidepressiv.
Und fällt dieser Schutz weg,
Fühlen sich Frauen deutlich schneller gestresst und emotional labil.
Das Nervensystem,
Vor allem der Sympathicus,
Also das ist der Bereich des Nervensystems,
Der für die Stressreaktion zuständig ist,
Der reagiert dann viel sensibler auf Reize.
Und da Östrogen sehr dominant ist in der ersten Zyklushälfte,
Aber auch über den gesamten Zyklus hinweg einen Einfluss hat,
Kann nun auch die erste Zyklushälfte,
Ich nenne es mal,
Ungemütlich werden.
Wir haben dann nicht nur,
In Anführungszeichen,
Spaß in den ersten 14 Tagen der Periode,
Sondern,
Naja,
Möglicherweise die gesamte Zeit über.
Und dann kommt noch ein weiterer Faktor hinzu,
Das Phänomen des sogenannten Progesteronsdealings,
Also Hormondiebstahl nenne ich das.
Wenn die Eierstöcke die Produktion von Sexualhormonen langsam einstellen,
Übernehmen die Nebennieren einen Teil der Produktion.
Die Nebennieren produzieren jedoch auch das Stresshormon Cortisol.
Und wichtig zu wissen dabei ist,
Dass Cortisol und Progesteron sich im Körper dasselbe Vorläuferhormone teilen.
Wenn du unter chronischem Stress stehst,
Schüttet der Körper bevorzugt Cortisol aus,
Denn biologisch gesehen gilt,
Stress überleben geht vor Fruchtbarkeit.
Der Körper investiert seine Ressourcen also in die Stressabwehr und klaut,
In Anführungszeichen,
Dem Progesteron die Bausteine.
Dadurch sinkt dann der Progesteronspiegel noch weiter,
Was eine sogenannte Östrogendominanz und damit einhergehende Depressivverstimmungen befeuern kann.
Das heißt,
An dieser Stelle beginnt der Teufelskreislauf.
Und,
Naja,
Kann sich immer schneller drehen.
Denn wenn wir gestresst sind,
Schlafen wir schlechter.
Wenn wir schlafen,
Sinkt unsere Resilienz.
Und wenn unsere Resilienz sinkt,
Empfindet unser Körper noch mehr Situationen als lebensbedrohlichen Stress.
Und das Problem dabei,
Dein Nervensystem unterscheidet nicht zwischen einem bedrohlichen Säbelzahntiger und dem kauenden Ehemann.
In den Wechseljahren ist dein Stressschutzschild,
Also Progesteron und Östrogen,
Löchrig geworden.
Und dein Sympathikus feuert jetzt schon bei Reizen,
Über die du früher nur müde gelächelt hättest.
Ja,
Vielleicht hast du schon mal versucht,
Einfach mal tief durchzuatmen oder dir ein heißes Bad zu gönnen.
Und das ist total gut,
Wenn du das machst.
Aber mal ehrlich,
Wenn das Nervensystem erst einmal im Alarmmodus ist,
Fühlt sich ein heißes Bad oft nur wie eine weitere Verpflichtung auf deiner ewig langen To-Do-Liste an.
Klassische Entspannungstipps greifen oft zu kurz,
Weil sie passiv sind.
Und in den Wechseljahren braucht dein Körper aber aktive Regulation.
Daher ist es wichtig,
Dem Körper auf biologischer Ebene das Signal zu geben,
Dass er sicher ist.
Das funktioniert nicht über das Denken,
So über den Gedanken zum Beispiel,
Ich sollte jetzt mal entspannt sein,
Sondern über das Spüren und die direkte Arbeit mit dem Nervensystem.
Stressabbau ist in dieser Phase also kein Nice-to-have oder Wellness-Luxus,
Er ist sogar die Basis für deine Gesundheit.
Dauerhaft erhöhtes Cortisol verstärkt fast alle Wechseljahresbeschwerden.
Hitzewallungen werden intensiver,
Schlafstörungen können chronisch werden und der berüchtigte Bauchspeck,
Das viszerale Fett,
Wird durch Cortisol massiv gefördert.
Sich um dein Nervensystem zu kümmern ist also deine beste Vorsorge,
Um ganzheitlich gesund,
Gelassen und glücklich durch diese Jahre zu gehen.
Was kannst du konkret tun,
Wenn du im Stresserleben feststeckst?
Natürlich ist es erstmal wichtig,
Kontinuierlich Nervensystemregulationen zu betreiben.
Das ist keine Sache,
Die du einmal machst und dann aufhört,
Sondern es ist eine kontinuierliche,
Ich nenne es jetzt dann doch mal Aufgabe.
Aber hier sind trotzdem drei Wege,
Wie du dein System jetzt sofort beruhigen kannst.
Du kannst zum Beispiel ein paar Minuten vor dich hinsummen,
Denn die Vibration stimuliert deinen Vagusnerv,
Das ist der Ruhenerv in deinem Körper,
Und signalisiert deinem Gehirn,
Alles okay,
Wir sind sicher,
Wir können uns entspannen.
Du kannst einen Körpercheck-in machen,
Also wenn du merkst,
Dass die Wut aufsteigt,
Dann lege eine Hand auf dein Brustbein und eine auf deinen Bauch.
Und dann atme nicht gegen die Wut an,
Sondern spüre den Kontakt deiner Hände und spüre auch gerne deine Wut im Körper,
Die darf da sein.
Und das bringt dich zurück aus dem Kopf in den Körper.
Und ganz wichtig,
Radikale Priorität für dich selbst.
Erlaube dir,
Nein zu sagen,
Ohne dich zu rechtfertigen.
Denn jedes Nein zu einer äußeren Anforderung ist ein Ja zu dir selbst,
Zu deiner Entspannung,
Zu deinem Nervensystem.
Du hast es also selbst in der Hand.
Ja,
Die Hormone verändern sich und die verändern das Spielfeld,
Die verändern die Bedingungen.
Aber du hältst die Fernbedienung für dein Nervensystem selbst in der Hand.
Wenn du also lernst,
Wie du dein System regulierst,
Verliert das Hormonchaos schnell seinen Schrecken.
Wenn dir das gefallen hat,
Dann folge mir hier auf meinem Kanal und teile das mit anderen Frauen,
Für die das auch wichtig ist.
Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Namaste,
Deine Claire
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