
Bergmeditation
Der Berg ist immer der Berg, ob Stürme toben, Kühe grasen oder Bergsteiger herumklettern: Innendrin sitzt er stabil und ruhig, erhaben und unberührt. Mit der Bergmeditation können wir lernen, inmitten der Stürme des Lebens zu sein wie ein Berg: innerlich ruhig und stabil, mit Kraft und Majestät.
Transkription
Dies ist eine etwa 20-minütige Bergmeditation.
Sich zunächst hinsetzen,
Niederlassen in einer Position,
Die wach und aufrecht ist,
Aber nicht angespannt oder steif.
Wenn du möchtest,
Kannst du die Augen schließen oder den Blick auf den Boden richten.
Es geht darum,
Die Qualitäten von innerer Ruhe und Stabilität zu kultivieren.
Erlaube dir zunächst anzukommen,
Bei dir selbst anzukommen,
Indem du spürst,
Wie du hier sitzt,
Wie du getragen wirst vom Boden,
Die Kontaktpunkte zur Unterlage,
Zum Boden,
Die Schwerkraft wahrnehmen,
Das Hiersein des Körpers wahrnehmen.
Wenn im Körper noch irgendwo Spannungen sind,
Dann kannst du versuchen,
Diese loszulassen mit einem Ausatmen.
Zunächst einmal auf dich selbst einstimmen,
Wie ist meine Stimmung,
Wie geht es mir gerade?
Und alles,
Was da ist,
Darf so sein.
Und wenn du bereit bist,
Dann dich auf den Wellen deiner Atmung niederlassen,
Dich wiegen lassen von der Atmung,
Die Atmung im Körper spüren ohne Anstrengung,
Nichts verändern,
Nichts kontrollieren,
Einfach wahrnehmen,
Wie der Körper atmet.
Es gibt nichts zu tun,
Nichts zu leisten,
Nichts richtig oder falsch zu machen.
Der Atem geschieht von selbst.
Einfach spüren,
Wie sich der Körper weitet beim Einatmen und wieder zurückgeht beim Ausatmen.
Und das mag sein,
Dass es in der Bauchdecke besonders deutlich wird oder im Brustkorb.
Und immer wenn die Gedanken abschweifen,
Wenn der Geist abgelenkt wird durch Geräusche,
Durch Gedanken,
Durch Körperempfindungen,
Immer wieder zurückkehren zu dem,
Was gerade im Fokus steht,
Und das ist jetzt die Atmung,
Immer wieder neu beginnen,
Die Ausrichtung neu beginnen.
Und nun vor dem inneren Auge einen Berg auftauchen lassen,
Vielleicht einen,
Den du kennst,
Von einer Postkarte aus dem Urlaub,
Oder auch einen Fantasieberg,
Oder es mag auch sein,
Dass du einen realen Berg aus der Erinnerung nimmst,
Den du dann abwandelst.
Wichtig ist es,
Dass dieser Berg dir gefällt.
Wie sieht dein Berg aus?
Ist er eher hoch und spitz oder eher rund?
Erhebt er sich allein auf einer Ebene oder ist er Teil eines Gebirgsmassivs?
Ist er schneebedeckt oder bewachsen mit Gras und Bäumen und Pflanzen?
Vielleicht möchtest du ihn noch etwas abwandeln,
Damit er dir besser gefällt.
Vielleicht wird eine Resonanz ausgelöst durch die Erhabenheit,
Die Ruhe,
Die Unerschütterlichkeit.
Was ist es,
Das sich anspricht an deinem Berg?
Wenn du nun bereit bist,
Dann kannst du dir vorstellen,
Selbst wie ein Berg zu sein,
Ein atmender Berg.
Deine Beine sind die Basis des Berges,
Tief verwurzelt im Erdreich,
Massiv,
Stabil.
Der Kopf ist der Gipfel des Berges,
Über dir der weite Himmel.
Der Körper ist der Berg an sich,
Seine Flanken.
Hier sitzen als atmender Berg,
Unerschütterlich in dir selbst,
Ruhend,
Sich niederlassen in der Zeitlosigkeit des gegenwärtigen Moments.
Wenn sich Qualitäten eines Berges in dir zeigen,
Dann dies aufnehmen und darin verweilen.
Unerschütterlichkeit,
Friede,
Ruhe,
Stabilität,
Kraftvolle,
Majestätische Erscheinung,
Fest in der Erde ruhend,
Sich vergegenwärtigen,
Dass der Berg immer der Berg ist,
Egal welche Jahreszeit oder welche Wetterlage der Berg kennt.
Stürme,
Sonne,
Schnee,
Regen,
Hitze,
Kälte,
Vielleicht klettern sogar Leute an ihm rum oder Kühe grasen auf der Alm.
Der Berg ruht weiter in sich selbst,
Ganz egal,
Was sich um ihn herum und auf ihm abspielt.
Sitzen wie ein Berg,
Ruhe,
Stabilität,
Kraft,
Unerschütterlichkeit.
Auch wir Menschen kennen Gedankenstürme,
Emotionale Stürme,
Kennen verschiedene Wetterlagen,
Aber unten drunter sitzt du einfach als atmender Berg,
Unerschütterlich ruhend in dir selbst.
Gedanken kommen und gehen,
Gefühle kommen und gehen,
Empfindungen kommen und gehen.
Du sitzt mittendrin,
Wie ein Berg,
Und sich nun darauf einstellen,
Die Übung langsam zu beenden und sich lösen vom Bild des Berges.
Dich selbst spüren,
Deinen Körper spüren,
Wie er hier sitzt in diesem Raum,
In diesem Moment.
Die Aufmerksamkeit auf den Körper und auf den Atem richten und die Qualitäten von innerer Ruhe und Stabilität nachwirken lassen,
Da sein lassen.
Und wenn gleich der Gongschlag ertönt,
Dann die Bedürfnisse des Körpers spüren.
Vielleicht möchte er sich räkeln,
Gähnen,
Strecken,
Etwas trinken und die dann zeitgebende Übung zu beenden und die Augen wieder zu öffnen,
Falls sie geschlossen waren.
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