
Sitzen Wie Ein Berg – MBSR Bergmeditation
by Kai Meinig
Inmitten der ständigen Veränderungen des Lebens fühlen wir uns oft getrieben oder verloren. Wir versuchen dann meist das Ruder zu übernehmen, um alles in geordnete Bahnen zu lenken, was schnell zu Überforderung führen kann. Die MBSR-Berg-Meditation kann dabei helfen, dich zu erden, um inmitten des Lebens gelassen zu bleiben und Stabilität und Ruhe zu erfahren. Sitze wie ein Berg und lerne, Veränderungen willkommen zu heißen, ohne sie kontrollieren zu müssen.
Transkription
Hi,
Willkommen zu deiner Bergmeditation.
Ich bin Kai und wo auch immer du gerade bist,
Wie auch immer es dir gerade geht,
Ich freue mich,
Dass du dir Zeit nimmst,
Um gemeinsam mit mir deinen Geist zu trainieren.
Schaff dir für die folgenden Minuten zunächst einen Zeitraum,
In dem du dich wohlfühlst und möglichst ungestört bist.
Du darfst bequem sitzen,
Auf einem Stuhl,
Hocker oder Meditationskissen und falls du liegen musst,
Ist natürlich auch das okay.
Wenn du soweit bist,
Starte mit einem tiefen Atemzug,
Ein durch die Nase und aus durch den Mund und mit der passenden Ausatmung schließe die Augen,
Wenn sich das für dich angenehm anfühlt.
Spüre Kontakt zur Unterlage,
Dein Gewicht und fühle dich eingeladen mit jeder Ausatmung noch etwas mehr davon an die Unterlage abzugeben.
Du darfst überflüssige Anspannung gehen lassen,
Im Bereich der Augen,
Stirn,
Schultern.
Und mach dir noch einmal klar,
Es geht in dieser Übung nicht darum,
Etwas zu verändern,
Zu kontrollieren oder einen bestimmten Zustand zu erreichen.
Du darfst meinen Worten lauschen und der Anleitung folgen,
So gut es dir heute gelingt.
Nimm Geräusche wahr,
Gedanken,
Die auftauchen,
Vielleicht ein bestimmtes Gefühl,
Eine diffuse Stimmung,
Alles ist eingeladen für die Dauer der Übung,
Jetzt mit dir Platz zu nehmen.
Und nun spüre,
Wie inmitten all dieser Erfahrungen der Atem ganz von allein fließt.
Auch hier geht es nicht darum,
Ihn zu verändern oder zu kontrollieren,
Du darfst dich von seinem natürlichen Rhythmus wiegen und beruhigen lassen.
Und nun möchte ich dich einladen,
Dir das Bild eines Berges vor dein inneres Auge zu rufen.
Einen Berg,
Den du vielleicht von einem Foto kennst,
Aus einem Film,
Von einem Bild.
Einen Berg,
Den du vielleicht selbst schon einmal gesehen oder bestiegen hast.
Schau,
Welches Bild taucht jetzt im Geist auf.
Du darfst darauf vertrauen,
Dass dieser Berg das perfekte Bild für die Übung ist.
Verbildliche dir nun die Basis des Berges,
Seinen Wiesen,
Hängen,
Bäumen,
Was auch immer sich bei deinem Berg zeigt.
Nimm die feste,
Breite und gut verwurzelte Basis des Berges wahr.
Wie sieht sie aus?
Wie erscheint sie dir?
Wenn du soweit bist,
Mach dir auch die Seiten,
Die Flanken des Berges bewusst.
Vielleicht sind sie grün und bewaldet.
Vielleicht sind es aber auch schroffe,
Felsige Hänge.
Vielleicht gibt es Wasser oder Tiere.
Und wie erscheint dir der Gipfel deines Berges?
Ist er schroff und karg?
Ist er vielleicht mit Schnee bedeckt?
Liegt er im Nebel oder ziehen Wolken darüber hinweg?
Wie erscheint der Gipfel deines Berges?
Nimm nun den Berg als Ganzes wahr.
Deinen Berg.
Und es spielt keine Rolle,
Ob er präzise und scharf erscheint oder eher diffus und verschwommen,
Sich vielleicht immer wieder einmal leicht verändert.
Und während du mit dem Bild deines Berges in Kontakt bist,
Darfst du nun langsam beginnen,
Die Qualitäten des Berges zu übernehmen.
Spüre über die Beine,
Die Füße,
Das Becken,
Die breite,
Stabile Basis,
Dein Fundament,
Schwer,
Stabil,
Fest verankert,
Während dein Oberkörper,
Die Arme zu den Flanken deines Berges werden,
Zu den Hängen,
Sich würdevoll,
Unangestrengt aufrichten,
Aufwärts streben,
Und dein Kopf zum Gipfel des Berges,
Würdevoll,
Aber entspannt aufgerichtet,
Darfst du jetzt sitzen,
Wie ein Berg.
Und während du sitzt,
Wie ein Berg,
Mach dir bewusst,
Dass der Berg,
Den du vor deinem inneren Auge siehst,
Tagtäglichen Veränderungen ausgesetzt ist.
Da gibt es die Tageszeiten,
Und du kannst sehen,
Wie dieser Berg in den Morgenstunden von der Sonne erleuchtet wird,
Den roten Licht erstrahlt.
Die Sonne wandert höher,
Verändert ihr Licht und bescheint den Berg.
Nebel und Wolken beginnen sich zu lichten.
Es wird wärmer,
Und das erste Leben regt sich auf den Hängen.
Und vielleicht kannst du beobachten,
Wie sich die Schattierung des Berges über den Tag ändert,
Vielleicht sehen,
Wie Tiere oder Spaziergänger über deinen Berg wandern.
Und dann wird es Abend,
Der Berg wird von Mond und Sternen umrahmt,
Oder es ziehen Wolken über den Gipfel deines Berges.
Und von all diesen alltäglichen Veränderungen unbeeindruckt ruht der Berg still und gelassen.
Und auch du bist über den Tag mit unzähligen Veränderungen konfrontiert.
Veränderungen im Außen,
Verschiedene Orte,
Situationen,
Menschen oder Umstände.
Aber auch Veränderungen im Innen.
Da gibt es sich abwechselnde Empfindungen,
Stimmungen.
Und du darfst dich jetzt darin üben,
Mit diesen Phänomenen zu sitzen wie ein Berg.
Vielleicht merkst du,
Wie Geräusche auftauchen,
Gedanken,
Pläne oder Träume im Geist.
Vielleicht zeigen sich Empfindungen im Körper.
Du musst dich nicht darum kümmern,
Sondern darfst die Aufmerksamkeit immer wieder zum Bild deines Berges zurückbringen,
Deinen sitzenden Körper spüren und inmitten all dieser Phänomene sitzen wie ein Berg.
Und natürlich ist dein Berg nicht nur alltäglichen,
Sondern auch jahreszeitlichen Veränderungen ausgesetzt.
Vielleicht kannst du dir deinen Berg nun im Herbst vorstellen.
Der Wind weht über die Landschaft.
Die Natur verfärbt sich.
Vielleicht gibt es bunte,
Leuchtende Blätter.
Vielleicht aber auch Regen,
Nebel oder Sturm.
Langsam wird es immer kälter,
Die Tage kürzer.
Der Wind weht kalt und die Natur zieht sich zurück.
Es ist Winter und vielleicht liegt dein Berg unter einer dicken Schneedecke.
Dann wieder Sonne,
Strahlender blauer Himmel.
Es wird wärmer.
Der Schnee beginnt zu schmelzen und Frühling stellt sich ein.
Die ersten Pflanzen und Tiere kommen hervor,
Beleben deinen Berg.
Vielleicht fällt Regen oder das milde Sonnenlicht bringt Farben und Formen zur Geltung.
Dann der Sommer mit Hitze und Trockenheit,
Aber vielleicht auch dunklen Gewitterwolken,
Blitze und Donner über dem Gipfel deines Berges.
Und durch all diese Veränderungen hindurch sitzt dieser Berg ruhig,
Stabil,
Fest und unbeeindruckt.
Du musst nichts verändern,
Nichts kontrollieren.
Du musst nicht eingreifen in den natürlichen Prozess der Veränderung,
Welcher dem Leben inne wohnt.
Und natürlich bist auch du im Leben immer wieder mit größeren Veränderungen konfrontiert.
Nicht nur von Moment zu Moment,
Von Stunde zu Stunde,
Sondern auch von Woche zu Woche,
Von Monat zu Monat.
Vielleicht erfährst du eine Phase mit Frühlingsgefühlen und Sonnenschein.
Und dann ziehen plötzlich wieder dunkle Wolken auf.
Und es gibt Sturm im Kopf oder Gewitter in deiner Beziehung.
Du wirst älter.
Der Herbst kommt,
Der Körper verändert sich.
So wie auch dein Berg sich über die Jahre hinweg immer mehr verändert.
Dann wieder Stille in deinem Leben und es scheint,
Als würde nichts passieren und alles gleich bleiben.
Und bevor du dich umsiehst wieder Sturm,
Aufregung,
Veränderung.
Und so wie der Berg kannst auch du diese sich ständig ändernden Bedingungen nicht komplett kontrollieren.
Du kannst sie nicht anhalten oder beeinflussen.
Und das musst du auch nicht,
Denn du kannst üben zu sitzen wie ein Berg.
Gleichmut und Gelassenheit inmitten der Veränderungen in deinem Leben.
Darfst sitzen wie ein Berg.
Schwer,
Stabil,
Friedlich und gelassen.
Du kannst wahrnehmen,
Wie Gedanken ähnlich wie Wolken über deinen Gipfel hinwegziehen.
Wie sich die Stimmung,
Das Wetter verändern von Stunde zu Stunde,
Jahr zu Jahr.
Und mit all dem darfst du sitzen wie ein Berg.
Gelassen,
Unbeeindruckt von diesem ständigen Wechselspiel aus Veränderungen.
Und inmitten all dieser Bewegung verändert sich dein Berg natürlich auch über die Jahrzehnte.
Verändert sich die Landschaft auf dem Berg,
Vielleicht die Menschen,
Die in seiner Nähe wohnen oder ihn besteigen.
Korrosion,
Lawinen und Erdrutsche verändern die Landschaft des Berges auch langfristig,
Bis er irgendwann vielleicht in sich zusammenfällt.
So wie auch du dich über die Jahrzehnte entwickelst,
Veränderst.
Es ist der natürliche Lauf des Lebens und du kannst üben,
Damit zu sitzen wie ein Berg.
Du brauchst dich nicht anstrengen oder bemühen,
Alles im Leben zu kontrollieren,
Anzuhalten,
Zu beschleunigen oder in bestimmte Bahnen zu lenken.
Du musst die Dinge nicht kontrollieren,
Sie festhalten oder loswerden.
Sitzen wie ein Berg.
Über den Körper fest im Augenblick verwurzelt,
Bemerkst du diese Veränderung,
Ohne dass sie dich aus der Bahn werfen müssen.
Du darfst sitzen wie ein Berg.
Und zum Abschluss löse dich langsam von allen inneren Bildern,
Weite die Aufmerksamkeit noch einmal auf den gesamten Körper aus.
Spüre Kontakt zur Unterlage,
Gewicht,
Geräusche wahr.
Und wenn du soweit bist,
Dann empfange einen ersten,
Tieferen,
Bewussten Atemzug.
Du darfst die Augen öffnen,
Noch einen Moment innehalten,
Wahrnehmen,
Was die Übung ausgelöst oder verändert hat.
Und natürlich darfst du auch heute über den Tag immer wieder die Füße auf dem Boden spüren,
Die Stabilität des Untergrunds bemerken.
Darfst wahrnehmen,
Wie sich das Leben um dich herum und durch dich hindurch von allein bewegt,
Ohne dass du es kontrollieren musst.
Ich würde mich freuen,
Wenn wir uns in dieser oder einer anderen Übung wiederhören.
Bis dahin.
Pass gut auf dich auf.
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