
Vermeidest Du Veränderung Durch Viel Wissen?
In dieser Folge geht es um eine unbequeme Frage: Kann dein Wissen über dein Nervensystem dich davon abhalten, dich wirklich zu verändern? Vielleicht verstehst du deine Muster, Trigger und Stressreaktionen inzwischen sehr gut - und landest trotzdem immer wieder im alten Verhalten. Genau hier beginnt die Wissens-Falle: Verstehen fühlt sich wie Fortschritt an, aber dein Körper hat noch nichts Neues erlebt. Ich spreche darüber, warum echte Veränderung nicht im Kopf passiert, sondern durch sichere, wiederholte Erfahrung im Nervensystem. Und warum der Weg nicht über noch mehr Analyse führt, sondern über Verkörperung, Mut und kleine konkrete Schritte. Eine Folge für alle, die genug verstanden haben - und jetzt wirklich etwas bewegen wollen.
Transkription
In den letzten Jahren habe ich viele unterschiedliche Menschen begleitet,
Die sich intensiv mit ihrem Nervensystem beschäftigt haben.
Und dabei ist mir was aufgefallen,
Das sich erst mal seltsam anhört,
Aber dann doch Sinn macht.
Dein Wissen über Dein Nervensystem kann zum größten Hindernis für Deine Heilung werden.
Hört sich vielleicht ein bisschen extrem an,
Aber ich möchte Dir heute zeigen,
Dass Dein Nervensystem immer wieder in das alte Betriebssystem zurückfällt,
Wenn Dein Wissen sich nicht mit einer ganz konkreten Erfahrung verbindet.
Und genau darüber möchte ich heute sprechen.
Warum Dein System immer wieder auf seine alte Betriebstemperatur zurückfällt und warum Du so viel über Trigger,
Über Lebensmodus oder den Vargus-Nervensystem Und trotzdem in bestimmten Momenten fällst du wieder in ganz alte Muster zurück.
Hey,
Das hier ist AWAKE,
Der Podcast von Jan von Wille.
Für Menschen,
Die genug vom Funktionieren haben.
Wir reden über Nervensystem,
Körper,
Innere Reifung und über die Frage,
Wer Du eigentlich bist,
Wenn Du Dich nicht mehr selbst im Griff haben musst.
Wenn das auch Dein Thema ist,
Dann kennst Du vielleicht genau diesen Punkt.
Du weißt,
Was ein Trigger ist,
Hast vielleicht was vom Vargusnerv gehört,
Verstehst inzwischen Deinen sogenannten Überlebensmodus und trotzt Du ihm,
Obwohl Du schon so viel weißt,
Kommt es dann im Alltag immer wieder vor,
Dass Du auf einen bestimmten Reiz mit einem ganz alten Muster reagierst,
Das Du eigentlich gar nicht mehr willst.
Obwohl Du Dir vielleicht schon hundertmal vorgenommen hast,
Beim nächsten Mal reagier ich anders.
Das kann wirklich frustrierend sein.
Aber das liegt eben nicht daran,
Dass Du zu wenig weißt,
Sondern weil Wissen manchmal zur elegantesten Vermeidungsstrategie werden kann.
Wir können unser Verstehen nutzen,
Um nicht fühlen zu müssen.
Das klingt erstmal seltsam,
Aber schau mal,
Wissen fühlt sich oft wie ein Fortschritt an.
Ah,
Ich weiß es jetzt.
Das ist schon mal gut,
Aber Wissen ist erst der erste Schritt.
Und jetzt wichtig,
Wissen kann in uns aufgebaut werden,
Ohne dass wir uns wirklich bewegen müssen.
Es entsteht ein Gefühl von Kontrolle.
Wenn Du z.
B.
Verstehst,
Warum Du in den Überlebensmodus gehst,
Entsteht dieses Gefühl von Kontrolle,
Also Du hast das Chaos benannt,
Hast es eingeordnet und damit sozusagen in eine Schublade gelegt.
Ja,
Und das kann erst mal erleichtern.
Aber genau diese Erleichterung kann zur Falle werden.
Denn es sieht innerlich aus wie Fortschritt,
Aber dein Körper hat noch nichts Neues erlebt.
Der Kopf sagt,
Ich hab's verstanden,
Also ist es gelöst.
Aber dein Nervensystem hat in diesem Moment noch nicht gelernt,
Sich sicher zu fühlen.
Es hat nicht erlebt,
Ich kann da bleiben und wirklich durchatmen oder ich kann jetzt gesund eine Grenze setzen.
Es hat nur gelernt,
Die alte Reaktion besser zu erklären.
Und das ist natürlich ein Riesenunterschied.
Dein Kopf hat längst verstanden,
Was gesund wäre,
Aber dein Körper hält das Alte noch für sicherer.
Das ist so,
Als würdest du die Landkarte immer genauer studieren,
Damit du nicht wirklich in den Wald gehen musst.
Der Wald ist der Moment,
Wo du ins Unbekannte gehst,
Also wo du Erfahrungen machst,
Neue Erfahrungen,
Und dann merkst,
Ah,
So fühlt sich das an.
Dein Nervensystem ist sozusagen immun gegen Theorie.
Es lässt sich nicht durch Logik überzeugen.
Dein Körper hört nicht auf Argumente.
Genauso wie ein Muskel eben nicht wächst,
Weil du ein Buch über Muskeltraining liest.
Du kannst alles über Anatomie wissen.
Aber stärker wirst du erst durch Erfahrung,
Durch Widerstand,
Wiederholung und Regeneration.
Und genau so lernt dein Nervensystem.
Es lernt nicht,
Weil du liest,
Dass Grenzen wichtig sind.
Es lernt,
Wenn du eine Grenze setzt und körperlich erlebst,
Dass du danach immer noch sicher bist.
Daß die Welt nicht zusammenbricht.
Und dass die Verbindung nicht sofort aufhört,
Nur weil du nicht funktionierst.
Deshalb ist für mich einer der wichtigsten Sätze,
Hör auf,
Dein Nervensystem nur zu studieren,
Fang an,
Es zu bewohnen.
Wissen öffnet die Tür.
Aber ihn durchgehen musst Du mit Deinem Körper.
Ich gebe dir hier noch ein gutes Bild mit,
Das ich ganz anschaulich finde.
Stell dir vor,
Dein inneres System läuft seit Jahren auf einer Betriebstemperatur,
Sagen wir von 28 Grad.
28 Grad bedeutet hohe Aktivierung,
Viel Mitdenken und Verantwortung und Zuständigkeiten und so weiter.
Also ein innerer Motor,
Der nie ganz ausgeht.
Das Gefühl,
Immer auf Empfang zu sein,
Immer bereit.
Und dann,
Irgendwann wird genau das Deine Normalität.
Es fühlt sich normal an.
Und Dein Nervensystem hat einen ganz bestimmten Operationsmodus,
Also wie es funktioniert.
Es fragt nicht in erster Linie,
Ist das gut für mich,
Sondern kenne ich das?
Und das ist wichtig,
Dass wir das verstehen.
Es ist also sehr funktional.
Und wenn Stress oder Anpassungen über Jahre deinen Alltag bestimmt haben,
Und dadurch vertraut geworden sind.
Dann fühlt sich Ruhe nicht automatisch sicher an.
Sie fühlt sich erstmal fremd an.
Vielleicht kennst du das.
Du bist irgendwo im Urlaub.
Eigentlich ist alles schön.
Schöne Natur.
Keine Termine.
Du setzt dich hin?
Und nach drei Minuten greifst du zum Handy.
Oder findest plötzlich ein Problem,
Das gelöst werden muss.
Dein Kopf fängt an,
Irgendein inneres Drama zu produzieren.
Dein System sagt im Grunde Hallo,
Es ist zu ruhig hier.
Bitte wieder Hitze herstellen.
Wenn du also ein 28-Grad-System hast und plötzlich sagst,
Ab morgen lebe ich auf 21 Grad,
Ganz ruhig und entspannt,
Dann ist das für dein Nervensystem kein Urlaub.
Es kann sich sogar anfühlen wie ein Schock.
Zu viel Ruhe kann für ein hochaktiviertes System plötzlich leer wirken,
Unsicher.
Bitte ruhlig.
Und dann versucht ein System die alte Temperatur wiederherzustellen.
Und das ist keine Selbstsabotage,
Sondern dein Körper will in das zurückkehren,
Was er kennt.
Deshalb braucht echte Veränderung immer auch eine gewisse Zeit.
Geht nicht auf Knopfdruck.
Ich reg mich da immer auf,
Wenn ich auf Social Media so tolle Angebote sehe.
Dein Nervensystem in einer Stunde neu kalibrieren oder sowas.
Das geht nicht.
Aber lass mich noch einen wichtigen Punkt sagen,
Der wird nämlich auch oft übersehen.
Viele Menschen nutzen Regulation heute wie so eine Art Reparaturwerkstatt.
Ich atme oder nutze bestimmte Techniken über den Vagusnerv usw.
Und damit reguliere ich mich,
Ich komme wieder in Balance.
Jetzt kommt es,
Also die Frage,
Warum?
Das ist die entscheidende Frage.
Warum willst du in Balance kommen?
Um danach wieder perfekt zu funktionieren?
Um danach wieder in die Rolle zu schlüpfen,
Die von dir erwartet wird,
Die starke,
Der verlässliche,
Die Kompetente.
Von außen sieht das dann vielleicht gut aus.
Du wirkst wieder souverän und belastbar.
Aber du bist wieder in die Rolle zurückgegangen?
Aus der heraus du ein überreguliertes Nervensystem entwickelt hast.
Hört ihr,
Dieser Zusammenhang,
Der ist so wichtig.
Also dein System ist ja geprägt worden aufgrund einer bestimmten Lebenshaltung,
Aufgrund der verschiedenen Rollen,
Die du eingenommen hast.
Und nicht jede Rolle hat zu dir gepasst oder war gesund.
Und wenn du dein Nervensystem mit verschiedenen Methoden jetzt regulierst,
Aber nicht an die Frage rankommst,
Wer bin ich denn?
Welches Grundverständnis steht denn hinter diesen Reaktionen?
Unter denen ich vielleicht leide.
Dann geht nach der Regulation das Spiel wieder von vorne los.
Die Frage ist dann nicht mehr,
Wie werde ich ruhiger,
Sondern wer bin ich eigentlich,
Wenn ich nicht mehr zuständig bin oder für andere einspringe oder,
Oder,
Oder.
Was eben deine individuellen Muster sind.
Und mein letzter Punkt für heute,
Diese alte Rolle war nicht einfach ein Charakterzug,
Sondern eben eine Überlebensstrategie in Beziehung.
Überleg mal,
Wie du dich in Beziehungen erlebst,
Wie verhältst du dich?
Vielleicht hast du gelernt,
Ruhig zu bleiben,
Wenn es starke Spannungen gibt,
Um Harmonie zu bringen.
Oder du hast mit Humor immer ganz gut geschafft,
Beziehungen aufrecht zu erhalten.
Oder du warst die Helfende,
Auf die man sich verlassen kann,
Oder der,
Der Bescheid wusste.
Also überleg mal,
Wie bist du so in Beziehungen?
Wofür kennt man dich?
Und diese Rollen,
Dieses Selbstbild ist ganz tief in uns einprägniert.
Du kannst diese Rolle nicht einfach ablegen wie ne alte Jacke.
Für dein Nervensystem fühlt sich das eher an,
Als würdest du eine Rüstung ausziehen,
Bevor klar wird,
Ob der Raum sicher ist.
Wenn Du diese Rolle nicht mehr bedienen willst,
Braucht Dein Körper eine neue Erfahrung.
Und diese wichtige Erfahrung können wir so in Wort übersetzen.
Ich verliere nicht automatisch Verbindung,
Wenn ich nicht mehr wie früher funktioniere.
Vor allem die Verbindung zu mir selbst.
Da beginnt es immer.
Und diese neue Erfahrung entsteht einmal in Dir,
Also wenn Du Dich mit Dir selbst beschäftigst,
Und dann im sozialen Kontext,
Das kollektive Nervensystem.
Und diese Transformation braucht soziale Räume,
In denen Dein Körper nicht wieder dieselbe alte Rolle spielen muss.
Räume,
In denen Du Dich neu ausprobieren kannst,
Ohne abgelehnt oder verlassen zu werden.
Das ist natürlich nicht so einfach,
Merkst du wahrscheinlich jetzt beim Zuhören.
Aber das ist möglich.
Ich erlebe das in meiner Arbeit immer wieder.
Und genau dafür habe ich jetzt AWAKE21 entwickelt,
Also einen ersten Schritt,
Der schon mal spürbar was verändert.
AWAKE21 ist sozusagen ein 21-tägiger Erfahrungsraum mit einem gemeinsamen Rhythmus,
Da Nervensystem und das kollektive Nervensystem in einer Gruppe in Synchronicität bringen.
Total spannend.
Also,
Wenn Du spürst,
Dass Du genug verstanden hast und jetzt eine echte Erfahrung brauchst,
Dann lade ich Dich zu AWAKE21 ein.
Denn entscheidend sind diese zwei Schritte,
Sicherheit im Körper finden,
Und zwar nicht auf 28 Grad,
Sondern vielleicht 21 Grad,
Im Bild von eben gesprochen,
Und dann von dort immer mehr mit meinem Personenkern in Kontakt kommen.
Alte Identitäten,
Die nicht mehr zu mir passen,
Langsam ablegen und innere Heimat finden.
Das finde ich eine richtig schöne Formulierung.
Also,
Wenn dir dieser Podcast gefällt,
Ich freue mich über eine Bewertung und du kannst ihn natürlich gern weiterempfehlen.
Ich wünsche dir ein richtig gutes Leben.
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