
To-do-Meditation
by Kai Meinig
Damit deine To-do-Liste dich in den Pausen oder nach Feierabend nicht überwältigt, übst du deinen Aufgaben bewusst ins Auge zu schauen, ohne ihnen auszuweichen und To-do’s abzuhaken ohne sie erledigen zu müssen. Indem du inne hältst und dich im jetzigen Moment verankerst, kannst du das nächste ToDo, ein wenig bewusster – mit den Füßen auf den Boden – in Angriff nehmen. Auf diese Weise wird es dir möglich werden, Aufgaben nicht abzuarbeiten, sondern sie bewusst zu erleben.
Transkription
Hi,
Willkommen zu deiner Übung.
Wie geht es dir gerade?
Ich bin mir sicher,
Dass du wie die meisten von uns eine Menge zu tun hast und um diese Anforderungen zu erfüllen,
Ohne dich zu überfordern,
Darfst du dir jetzt gern eine kurze Pause gönnen.
Schau,
Dass du für die nächsten zehn Minuten ungestört bist und dich wohlfühlst.
Nimm dir diese Zeit für dich ganz bewusst und sieh sie vielleicht als ein Geschenk anstatt eines zusätzlichen To-dos.
Als eine besondere Zeit für dich,
Um ganz bei und mit dir zu sein.
Als eine Pause von Geschäftlichkeit und Effizienz,
Die dein Leben sonst sicher bestimmen.
Als eine Auszeit vom beständigen Tun und eine Einladung hin zum Sein.
Für diese Übungen darfst du gern auf einem Stuhl Platz nehmen.
Sitze entspannt,
Aber aufrecht.
Die Füße in gutem Kontakt zum Boden,
Die Hände bequem im Schoß,
So dass sich die Schultern entspannen dürfen.
Gleichzeitig sind Becken und Wirbelsäule aufgerichtet.
Nutz gern Hilfsmittel,
Wie ein Pullover für die Hände,
Eine zusammengerollte Jacke für den unteren Rücken oder einen dicken Aktenordner für die Füße,
Wenn Kissen oder Decke nicht in Reichweite sind.
Nimm einen tiefen,
Bewussten Atemzug und mit der Ausatmung darfst du dich niederlassen,
Darfst die Augen schließen,
Darfst Gewicht abgeben,
Dich schwer werden lassen.
Nimm wahr,
Welche Bereiche deines Körpers mit dem Sitz Kontakt haben.
Gesäß,
Oberschenkel,
Eventuell der untere oder gesamte Rücken.
Nimm auch wahr,
Wie die Füße den Boden berühren.
Du kannst dich neugierig fragen,
Sind die Füße noch da?
Wie kannst du mit geschlossenen Augen spüren,
Dass du Füße hast?
Und mit jeder Ausatmung darfst du überflüssige Anspannung gehen lassen,
Im Bereich der Beine,
Der Schultern oder im Gesicht.
Und mach dir noch einmal klar,
Dass es bei dieser kurzen Übung nichts zu erreichen gibt.
Es gibt kein To-Do,
Nichts richtig oder falsch zu machen.
Es geht nicht darum,
Dich zu entspannen,
Zu beruhigen oder in einen speziellen Zustand zu gelangen.
Für die Zeit dieser Übung bekommst du von mir die Erlaubnis,
Einmal nichts tun zu müssen.
Es geht einzig darum zu sein,
Ganz hier zu sein,
Von Moment zu Moment wahrzunehmen,
Was sich in deinem Körper und Geist zeigt.
Und nun bring die Aufmerksamkeit noch einmal gezielt in die Füße.
Spür den Kontakt Fuß Boden.
Frag dich mit kindlicher Neugier,
Wie fühlen sich meine Füße an?
Jetzt gerade,
Im Moment.
Welche Empfindung kannst du spüren,
Ohne dass du dich bemühen musst,
Spezielle Eindrücke aufzuspüren?
Nimm wahr,
Welche alltäglichen Empfindungen zeigen sich?
Zum Boden,
Druck,
Gewicht,
Wärme oder Kälte?
Vielleicht spürst du die einzelnen Zehen,
Empfindungen auf der Oberseite des Fußes,
Ohne dass du dafür Worte finden musst.
Spüre,
Sind die Füße noch da?
Und immer wieder schieben sich Gedanken in den Vordergrund,
Verschiedenen To-dos zu Aufgaben und Erledigungen oder vielleicht auch ganz andere Gedanken.
Und ohne dass du sie loswerden brauchst,
Kannst du ihnen ein Etikett geben.
Die Gedanken mit dem erstbesten Begriff labeln,
Der dir in den Sinn kommt.
Ihnen sozusagen eine Überschrift geben,
Ohne dich mit ihrem Inhalt zu beschäftigen.
Und anschließend bring die Aufmerksamkeit zurück zu den Füßen,
Zum Fuß Boden.
Spürbar,
Sinnlich wahrnehmen.
Welche Empfindungen zeigen sich?
Musst du vielleicht kribbeln,
Pulsieren,
Stechen.
Und immer wieder werden dir To-dos in den Sinn kommen.
Gib ihnen ein Etikett und komm zurück zu den Füßen.
Eventuell bemerkst du auch Meinungen,
Bestimmte Ansichten,
Wie dein Geist dich antreibt,
Schneller oder produktiver zu sein,
Die Übung als Zeitverschwendung ansieht.
Und finde auch dafür ein Etikett.
Vielleicht ist es Kritik oder einfach das Labeldenken.
Es geht nicht darum,
Passende Worte zu finden,
Sondern die Gedanken zur Kenntnis zu nehmen,
Um sie anschließend ziehen zu lassen.
Und immer wieder bringst du die Aufmerksamkeit freundlich in die Füße zurück,
Zum Kontakt Fuß Boden.
Und zum Abschluss der Übung bist du eingeladen,
Den Fokus deiner Aufmerksamkeit weit und weich werden zu lassen.
Spüre den gesamten sitzenden Körper,
Die Position,
Die du eingenommen hast.
Registriere Gedanken,
Die auftauchen,
Label sie und komme mit der Aufmerksamkeit immer wieder zurück zu der Erfahrung,
Jetzt hier zu sein.
Zu sitzen,
Den Körper zu spüren und nichts zu tun,
Nichts zu beeinflussen.
Ohne dein Zutun bist du bereits hier.
Komplett.
Lebendig.
Ohne,
Dass du dafür etwas tun musst.
Und wenn du soweit bist,
Dann empfange einen ersten,
Bewussten,
Tieferen Atemzug und während du sanft die Augen öffnest,
Schau mal,
Ob ein Teil deiner Aufmerksamkeit in den Füßen verbleiben kann,
Oder immer wieder dahin zurückkehrt.
Vielleicht beobachtest du in den nächsten Tagen auch deine To-Do Liste einmal ganz genau.
Wächst sie nicht in derselben Geschwindigkeit,
Mit der du sie bearbeitest?
Der Haken an der Sache,
Der finale Haken,
Wird wahrscheinlich nie erreicht.
Mach dir bewusst,
Dass es ein Zeitphänomen ist,
Dass wir als Gesellschaft versuchen mit Hochleistungsrechnern mitzuhalten und du jederzeit die Möglichkeit hast,
Für einige Momente zu pausieren,
Um deine Lebendigkeit zu spüren und damit das nächste To-Do ein ganz klein wenig bewusster mit den Füßen auf den Boden in Angriff zu nehmen.
Ich würde mich freuen,
Wenn wir uns in dieser oder einer anderen Übung wiederhören.
Bis dahin,
Pass gut auf dich auf.
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