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Achtsamkeit in Krisenzeiten

by Sylvia Kolk

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Achtsamkeit ist nicht nur Gegenwärtigkeit, sondern auch Offenheit. Diese Offenheit bezieht sich sowohl auf Dich selbst, als auch auf die Geschehnisse in Deinem Alltag. Durch Bewusstheit bist Du anwesend in Deinem Leben. Auch wenn es wehtut, Du bist da! Wenn Du die Gegenwartserfahrung annehmen kannst, wirst Du erkennen: da verändert sich etwas ... und vielleicht auf eine Art, die Du nicht erwartet hast. (2. Vortrag Online-Oster-Retreat 2020 als Antwort auf die Corona-Krise)

Transkription

Durch unsere meditative Praxis lernen wir ja,

Mit unseren eigenen Emotionen geschickt umzugehen.

Und in bestimmten Situationen ist es eine Art Krisenbewältigung.

Es bedeutet nämlich,

Dass wir nicht von erlebten Gefühlen überwältigt werden,

Also ob das nun Angst ist oder Ärger oder auch Langeweile.

Es ist ja fast schon ein Paradoxon,

Indem wir die jeweilige Emotion akzeptieren,

Verändert sich die emotionale Erfahrung und wir erleben einen Freiraum.

Wenn wir aber von Gefühlen überwältigt werden,

Gehen wir in Distanz,

Wir distanzieren uns.

Jedoch das,

Was wir heute verstärkt brauchen,

Ist eher so eine Art Gemeinsinn,

Ein Empfinden für das Ganze,

Ein Herz,

Das weit ist,

Sich öffnen kann und das hat mit Liebe zu tun,

Mit Freundschaft,

Mit Gefühl.

Und das bedeutet auch,

Dass wir in diesen Krisen oder in schwierigen Zeiten durchaus Kohärenz erleben können.

Wenn wir in einer Angst oder in Unruhe,

Zweifel,

Kummer,

Schuldgefühlen verloren gehen und dann genau hinschauen,

Dann erkennen wir,

Dass wir auch nicht präsent waren.

Und vielleicht mal einen kleinen Moment jetzt inhalten und nachspüren,

Ob das stimmt.

Wo gab es in der letzten Zeit vielleicht Momente,

Wo es eng in Deinem Herzen wurde oder wo Du Dich taub gemacht hast,

Scham empfunden?

Wie war das,

Warst Du da präsent,

Hast Du Dich verbunden gefühlt?

Wir haben ja auch diesen Kurs,

Diesen Retreat »Präsent sein und sich verbunden fühlen« genannt.

Und ich hatte in der Kürze der Vorbereitung überlegt,

Was ist die Essenz,

Um was könnte es gehen in diesem Osterretreat?

Und dabei sind mir eben diese beiden Aspekte gekommen,

Präsent sein und sich verbunden fühlen.

Präsent sein bedeutet,

Dass wir in der Lage sind,

Dass das,

Was gerade schwierig ist,

Auch in uns selbst,

Aber auch in Verbindung mit der Welt,

Dass wir das überwinden können durch Präsenz.

Das heißt,

Präsenz führt zur Verbundenheit und damit auch zur Energie.

Der Achtsamkeit folgt immer auch die Energie.

Die Frage,

Die wir uns dann lediglich stellen müssen,

Ist,

Auf was lenke ich denn eigentlich meine Aufmerksamkeit?

Wohin lenke ich meine Aufmerksamkeit?

Und der Buddha lehrt uns,

Zum Heilsamen ausgerichtet zu sein und heilsam ist immer auch schon die bewusste Geistesgegenwart,

Sati,

Präsenz.

Und Sati ist ja das Wort für Achtsamkeit,

Das Pali-Wort für Achtsamkeit.

Ich nehme gerne diesen Begriff Sati und er wird vielfältig übersetzt eben,

Meist mit Achtsamkeit.

Ich finde bewusste Geistesgegenwart sehr treffend,

Das berührt irgendwie mehr mein Leben.

Auch Präsenz ist so ein Begriff für bewusste Geistesgegenwart und vielleicht ist es gut,

Dass Du für Dich den stimmigen Begriff findest für Sati,

Für Achtsamkeit,

Bewusstheit,

Gegenwärtig sein,

Präsenz,

Dein Begriff.

Und jetzt mach Dir noch einmal bewusst,

Wie entscheidend das ist,

Ob Du präsent bist oder was ist die Alternative,

Im Grunde in Gedanken verloren zu gehen,

In Fantasien,

In Projektionen und Erwartungen oder in Erinnerungen abschweifen,

Wenn Du Dich in den Bewertungen über das Leben verlierst oder Dich ereiferst im Herbei-Wünschen von etwas,

Was irgendwie geschehen soll oder ablehnst oder was gerade da ist oder befürchtest,

Was kommen könnte und was auf keinen Fall geschehen möge.

Und Präsenz ist ja nicht nur Gegenwärtigkeit,

Sondern auch Offenheit,

Präsenz ist das,

Was sich öffnen kann,

Genau wie das Mitgefühl,

Dann können wir uns entwickeln,

Auch angesichts unserer Verletzlichkeit,

Die ja gerade derzeit sehr bewusst wird,

Unsere Verletzlichkeit als Mensch.

Was wir brauchen,

Ist,

Dass wir uns selbst spüren,

Damit ist unmittelbar verbunden eine Art Offenheit für andere Lebewesen,

Andere Menschen,

Unsere Mitmenschen,

Auch für unser Miteinander.

Und gestern haben wir ja bereits darüber gesprochen,

Wenn Du Dich selbst spürst und weißt,

Wer Du gerade bist und wenn Du dann enge Starrheit oder Bedrückung,

Aufgeregtheit,

Entstreuung wahrnimmst,

Dann hältst Du einfach inne und sagst,

Okay,

Da ist eben Unruhe,

Da sind Vibrationen im Körper,

Die Unruhe zeigt sich auch im Geist,

Viele Gedanken,

Die hin und her schwirren.

Wir halten inne,

Nehmen das wahr,

Möglichst auf der Körperempfindungsebene,

Wir atmen tief und bewusst ein und aus und wissen,

Was da gerade geschieht.

Und wenn wir dann fragen,

Wer bin ich denn jetzt,

Dann könnte die Antwort lauten,

Jetzt in diesem Moment,

In diesem Moment bin ich Sati,

Innere Weite und Offenheit,

Pure Gegenwärtigkeit.

Dann ist da eben Sati,

Was wahrnimmt,

Was wahrnimmt eben,

Ah,

Da ist Unruhe,

Die Präsenz nimmt eben wahr,

Was da gerade geschieht und Du spürst dann in dem Moment,

In dem Moment,

Wo Du präsent bist,

Dass Du auch lebendig bist,

Auch wenn da gerade eine Bedrückung ist.

Aber da ist dann auch gleichzeitig durch Sati die Weite und die Energie,

Also Du bist wieder anwesend in Deinem Leben,

Das ist ganz wichtig,

Anwesend zu sein,

Du bist da,

Auch wenn es weh tut.

Und wenn Du sagen kannst,

Wer bin ich in dieser aktuellen Situation,

Also auf diese Frage hin,

Wenn Du sagen kannst,

Ich bin gerade verloren in der Angst,

In der Unruhe,

Dann ist das genau das,

Was da gerade ist und indem es erkannt wird,

Verändert es sich bereits.

Dann erinnert sich nämlich etwas in mir,

Was dann sagt,

Hey,

Ich kann Abstand nehmen,

Sati aufbringen und das,

Was da eng ist,

Wahrnehmen und umarmen,

Akzeptieren,

Annehmen.

Und dann ist da eben die Angst oder der Zweifel aufgehoben in diesen Umarmungen,

In dieser klaren Präsenz,

Die wahrnimmt,

Was ist.

Und damit kann sich eben das,

Was da anerkannt wird und wahrgenommen wird,

Das kann sich dann entspannen,

Lösen.

Und in dem Moment,

Wo zum Beispiel eine Sorge weiter mit Gedanken befeuert wird,

Wird es immer enger im Herzen.

Sati hingegen schaut einfach,

Ganz sanft,

Interessiert,

Würdigt das,

Was ist,

Bezeugt,

Was ist.

In diesem Moment des Annehmens und des Wahrnehmens spürst Du dann auch wieder,

Dass Du selbst auch ein Geschenk des Lebens bist und dann kannst Du Dich öffnen und entspannen.

Und das ist ein sehr intimer Prozess,

Von dem ich jetzt hier spreche.

Das ist der Moment,

Wo die Präsenz tatsächlich zur Transformation des Geistes beiträgt und des Herzens.

Und wenn dann sich das Enge oder die Bedrückung oder auch die Taubheit wieder entspannt,

Dann ist auch wieder das Gefühl von Verbundenheit da,

Von Nichtgetrenntheit.

Und das ist eben die Einladung,

Dich immer wieder zu gründen in die Gegenwärtigkeit.

Dann machst Du die Erfahrung,

Wie sich eben etwas in Dir beruhigt.

Und zwar all das,

Was gerade aufgeregt ist.

Wir wissen,

Wie entscheidend es für die Gegenwart und die Zukunft ist,

Dass sich unser individueller Geist dahin entwickelt,

Mehr Offenheit und Gegenwärtigkeit zu kultivieren.

Das bedeutet auch,

Dass der Geist beweglicher ist und dass wir mehr Verantwortung übernehmen können.

Und zwar für das Ganze und nicht nur für das,

Was ich da in mir erlebe.

Die individuelle Arbeit,

Die Arbeit mit uns selbst,

Die individuelle Transformation des Geistes,

Die möchte sich dann verbinden.

Und zwar mit denen,

Die weltweit auch auf diesen Wegen sind,

Wie unterschiedlich auch die Akteure und Akteurinnen sich da engagieren.

Ein großer Strom des Engagements für die Bewusstseinsveränderung,

Für eine neue Kultur des Bewusstseins ist im Gange.

Was wir zurzeit auch brauchen,

Ist den Zugang zu unserem Mitgefühl,

Wenn wir Nachrichten hören oder im Fernsehen die Nachrichten sehen oder Berichte,

Wie zum Beispiel medizinische Versorgung in anderen Ländern zusammenbricht oder wir hören,

Welchen Belastungen das Pflegepersonal ausgesetzt ist und ganz gleich,

Also aus welchen Gründen Menschen sterben.

Es wird immer gestorben,

Es macht deutlich,

Das,

Was sich jetzt als krisenhaft zeigt,

In dieser Zeit jetzt,

All das war ja auch vorher schon da.

Aber was wir brauchen,

Ist eben diese andere Kultur des Bewusstseins und das wird jetzt auch deutlich.

Naja,

Und über all dem hängt eben auch die Ungewissheit.

Wir wissen nicht,

Wie das weitergehen wird und in was das hinein münden wird,

Aber auch die Ungewissheit ist ja im Grunde vorher auch schon immer da gewesen,

Die gehört ja zum Leben.

Wir können nicht wirklich wissen,

Was der nächste Tag uns bringen wird.

Also wir,

Die wir meditieren,

Wissen,

Dass jeder,

Wirklich jeder Moment einzigartig ist.

Und sich jeder Moment verändert.

Wir meinen zu wissen,

Was am nächsten Tag geschieht oder was jetzt folgen wird.

Und dann bricht alles zusammen,

Wenn es ganz anders ist.

Das ist das,

Wo wir versuchen,

Über unser Leben Kontrolle zu bekommen.

Und wie machen wir das?

Über unseren Verstand.

Und der Verstand,

Der erzählt uns dann,

Was da passieren soll in der Zukunft und erklärt uns,

Was wir tun müssen,

Damit dies und damit das auch wirklich geschieht.

Und er sagt uns auch,

Wie andere sich zu verhalten haben,

Ganz wichtig.

Aber geschieht das alles,

Was wir uns da erdenken?

Wie viel von dem,

Was wir da erdenken,

Geschieht eigentlich in Wirklichkeit?

Handelt überhaupt von der Realität?

Durch all das verlieren wir uns in Ansprüchen,

Erwartungen,

Perfektionismus,

In Ideologien,

Meinungen,

Ansichten.

Wir versuchen,

Dem Leben und anderen Menschen auch noch unsere Interpretationen aufzudrücken.

Aber das ist ja dann nicht mehr das Leben,

Das ist ja nicht mehr frisch,

Das ist ja nicht mehr wach,

Weder kollektiv noch individuell.

Das geschieht auf beiden Ebenen.

Das kriegen wir jetzt gerade auch mit,

Gerade über den ganzen Medien.

Ja,

Dazu gehört ja auch,

Dass wir den Alltag in so eine To-Do-Liste hineinpressen und die navigiert uns dann durch den Tag.

Das sind ja absurde Haltungen,

Wenn wir das mal so reflektieren,

Diesem Leben gegenüber.

Aber all das kann uns jetzt auch bewusst werden,

Durchaus.

Und das ist auch gut so.

Was ich zurzeit ganz viel wahrnehme,

Höre in Gesprächen und auch durch E-Mails,

Ist,

Dass da auch Angst vorhanden ist,

Zumindest phasenweise.

Und das hat eben auch mit diesem Kontrollverlust zu tun.

Wir wissen eben nicht,

Wie Coronavirus beherrscht werden kann,

Welchen Einschätzungen wir da glauben sollen von all diesen verschiedenen Experten.

Und hier ist erstmal wichtig,

Um auf die Angst einzugehen,

Zu sagen,

Es ist okay,

Es ist wirklich okay,

Dass da Ängste sind,

Wenn da so eine Pandemie ausgerufen wird.

Das macht doch Sinn.

Es sind reale Ängste,

Gefahren,

Ob wirtschaftliche oder gesundheitliche oder auch familiäre Bedingungen in Frage gestellt sind.

Auch hier brauchen wir ja die Präsenz,

Die Achtsamkeit,

Die uns dabei hilft,

Zu unterscheiden.

Nämlich,

Ist das eine reale,

Gefahrvolle Situation?

Ah,

Eben,

Da ist die Angst da,

Oder knüpft sich da vielleicht ein altes Trauma an?

Angst selbst ist ja erstmal,

Ich sag mal,

Evolutionär durchaus sinnvoll,

Oder?

Angst macht uns vorsichtig,

Aufmerksam,

Wach.

Ah,

Da,

Ah,

Also dieses,

Ah,

Hey,

Was passiert da gerade?

Und das gilt es eben,

Unterscheiden zu lernen.

Und wir können im Grunde das Ganze,

Was in den letzten Wochen passiert ist,

Oder was wir erleben,

Als einen Lernprozess sehen,

Oder als einen Reifungsentwicklungsprozess.

Und das meine ich nicht so spektakulär,

Sondern sehr einfach,

Nämlich,

Dass wir ja aus allem sowieso lernen,

Aber jetzt wird es uns vielleicht nochmal bewusst.

Und bei einem Lernprozess ist immer wichtig,

Wie,

Wie ich frage,

Was ist eigentlich die grundlegende Frage?

Das finde ich sehr,

Sehr hilfreich.

Fragen wir nach dem Warum,

Nicht?

Warum haben wir diesen Virus,

Wo kommt der eigentlich her?

Aber dieses Warum ist vergangenheitsbetont,

Geht zurück und stellt letztendlich Schuldfragen.

Wer,

Wer hat das nun verursacht?

Wer sagt uns hier falsche Dinge?

Wir können aber auch anders fragen,

Wenn es um einen Lernprozess geht,

Nämlich,

Wozu,

Wozu,

Das bringt uns in eine ganz andere Richtung,

Nämlich,

Wozu ist handlungsorientiert,

Wendet sich an die Zukunft,

Also auch zukunftsorientiert und wozu ist eben auch lern- und entwicklungsorientiert.

Ich weiß nicht,

Wie das bei euch ist,

Aber mein Herz entspannt sich und mein ganzes Wesen entspannt sich sofort,

Wenn ich sagen kann,

Ja,

Ja,

Da habe ich was zu lernen,

Gerade in Krisen und Konflikten.

Und dann bin ich nämlich bereit,

Bereit auch das Unangenehme,

Was darin liegt,

Also zuzulassen und bereit auch für Entwicklung und es wird bewusst,

Es gibt wirklich auch was Neues zu lernen.

Und es ist ja so,

Wenn wir jetzt mal schauen,

Was wir gerade erleben,

Also ich habe sowas noch nie erlebt,

Also ein wochenlanges Lockdown einer ganzen Gesellschaft,

Also weltweit in vielen Ländern,

Städten,

Staaten,

Ja,

Wobei,

Also ich muss da kurz erzählen,

Ich kam da gestern das erste Mal nach diesem verordneten Hausarrest nach Hamburg,

Ich selbst wohne ja in der Nähe von Kiel auf dem Land,

Mitten in der Natur und da passiert nicht viel,

Also außer,

Dass da mal ein Hase vorbeikommt oder ein Reh und einmal die Woche gehe ich jetzt in den kleinen Supermarkt ins Dorf und als ich dann gestern hier nach Ottensen reinfuhr,

Ein Stadtteil eben in Hamburg,

Wo unser Zentrum eben liegt,

Da staunte ich,

Also mir blieb fast der Mund offen stehen,

Es war proppenvoll,

Ich dachte,

Ich sehe nicht recht,

Ich hatte das überhaupt nicht erwartet,

Im Fernsehen habe ich immer nur leere Innenstädte gesehen,

Aber vielleicht war das so voll jetzt wegen Ostern oder Einkauf oder wie auch immer.

Wir werden zum Teil sehr unterschiedliche Erfahrungen machen bei dem,

Was wir gerade erleben,

Je nachdem wie unsere berufliche,

Gesundheitliche,

Familiäre Situation ist.

Was ich aber sagen möchte,

Ist,

Es ist ein einzigartiger Prozess,

Wirklich was Neues und so können wir auch was Neues lernen,

Weil der Punkt ist ja,

Dass wir als Menschen dazu neigen,

Offensichtlich,

Gleich aus allem so eine Gewohnheit zu machen,

Im Sinne von,

Kenne ich jetzt,

Also jetzt bin ich im Homeoffice,

Jetzt weiß ich,

Wie das ist,

Nichts Neues mehr und dadurch macht sich der Geist sozusagen Halt oder gibt sich einen Halt in dieser haltlosen Zeit.

Kenne ich,

Weiß was da passiert,

Ja das gibt Sicherheit.

Kenne ich nicht,

Was kommt dann auf?

Da entsteht eine Unsicherheit und kommt unter Umständen auch Angst auf.

Jetzt ist aber so,

Wenn wir lebendig sein wollen,

Dann brauchen wir diesen frischen Zugang und indem wir uns eben vieles viel zu schnell zur Gewohnheit machen,

Dann übersehen wir diesen Spalt,

Ja diesen Spalt,

Wo die Kreativität durchlügt und wo wir was Neues erfahren.

Naja und dieser ganze Reifungsprozess wird sich hoffentlich auch auf Regierungsformen oder unsere Wirtschaft auswirken,

Aber wir wissen es nicht.

Wir wissen überhaupt nicht,

Vor allen Dingen,

Wer sich da letztendlich hervortun wird und entscheidend bleibt dann ja für uns die Frage,

Aus welcher Perspektive erleben und reflektieren wir unser Leben.

Wir wissen ja jetzt,

Also spätestens jetzt,

Es geht um unsere Menschlichkeit.

Es wird ja viel gesprochen von Zusammenhalten,

Helfen,

Dasein für die,

Die schwächer sind als wir.

Wir werden eingeladen unsere Verantwortung für das Ganze zu übernehmen.

Darin sind wir gefragt,

Also mehr als zuvor.

Ja,

Also damit sind wir mittendrin im Thema,

Also es ist hilfreich sich noch einmal anzuschauen,

Wie gehen wir eigentlich mit Schmerzen,

Mit Emotionen um und sich noch einmal zutiefst bewusst machen,

Dass es notwendig ist in dieser Zeit und auch darüber hinaus Sati,

Präsenz aufzubringen und zu kultivieren.

Es geht um Sati und das Annehmen jetzt der Gegenwartserfahrung bedeutet,

Dass wir eben geistige Blockaden und Hindernisse bewusst wahrnehmen können,

Weil der Geist ein freundlicher Beobachter dann ist,

Denn die Aufgabe ja von Sati ist,

Dieses wahrzunehmen,

Was ist,

Ohne etwas hinzuzufügen oder wegzulassen und so lebensnah eben zu erkennen,

Da verändert sich was.

Pausenlos verändert sich was und vielleicht verändert sich da was in einer Art,

Die ich nicht erwartet habe.

Das heißt vorsichtig zu sein mit unseren Erwartungen ist eines der Voraussetzungen,

Um eben Sati zu stabilisieren.

Wenn zum Beispiel da ein Ärger aufkommt,

Der uns eben unangenehme Gefühle beschert,

Dann kann so etwas entstehen,

Wie so ein Erwartungsdruck,

Dieser Ärger soll sich möglichst schnell jetzt auflösen,

Denn ich bin doch achtsam und dann löst es sich doch auf,

Oder?

Naja und dann ist eigentlich dann Erwartungsdruck da und auch Voreingenommenheit,

Wenn wir uns das mal bewusst machen und das ist nicht wirklich bewusste Geistesgegenwart,

Also sehr schnell durchsetzt von etwas anderem.

Also das Leben bietet uns ständig neue Blickwinkel an,

Verführt zum Abdriften.

Kriegen wir das mit?

Wie oft kriege ich das mit?

Naja und das Entscheidende in diesen wachen Momenten ist,

Dass dann die Gedanken verminderte Glaubwürdigkeit bekommen.

Und auch was wir erleben ist,

Dass weniger negative Gedanken aufkommen.

Vor allen Dingen eben,

Wenn die Präsenz Sati eben kontinuierlich aufgebracht werden kann.

Ja ja und das braucht natürlich eine Zeit der Übung,

Bis Sati kontinuierlich vorhanden ist,

Von Moment zu Moment wir präsent sein können,

Dann fängt Sati im Grunde erst an.

Also Sati ist ja ein stabiler,

Ein stabiler geistiger Zustand und auch ein reiner geistiger Zustand.

Stabil,

Klar und rein.

Diese Faktoren,

Die kommen zusammen bei Sati.

Und ich vergleiche das ja immer so gerne mit der Schneekugel.

Wenn wir diese so eine Schneekugel schütteln,

Dann ist das klare Wasser von vielen Flocken eben durchsetzt,

Sodass wir gar nicht erkennen können,

Was da noch ist.

Alles nur Flocken und schemenhaft ist da vielleicht eine Figur.

Ja und wenn wir weiter schütteln,

Das heißt im übertragenen Sinne jetzt,

Uns immer weiter Gedanken machen,

Was noch alles passieren kann und so weiter und so weiter,

Dann ist das kein Heilungsprozess,

Kein Präsenzprozess,

Sondern ein Schüttelprozess.

Also es geht immer weiter in die Verletzung oder in die Unruhe hinein.

Ja und dann,

Dann geht es wieder ums Innehalten.

Ach Innehalten ist sowieso so was Wunderbares,

Das sich wirklich zu Herzen zu nehmen und so oft wie möglich im Tagesablauf innezuhalten.

Das bedeutet die Schneekugel ruhig zu halten und daneben zu schauen,

Was da sichtbar wird.

Wenn sich dann so die Flocken so nach und nach langsam am Grunde dann absetzen,

Klares Wasser und Rotkäppchen oder der Kölner Dom oder der Buddha,

Weiß ich was ihr als Kind hattet,

Diese kleinen Schneekugeln.

Die waren ja weniger kugelig.

Ja,

Wenn wir das als eine Metapher nehmen,

Dann könnten wir sagen,

Wir schütteln uns selbst so sehr in die Konflikte hinein,

Dass wir uns selbst nicht mehr in unserer wahren Natur erkennen können.

Und dann kommt es wirklich darauf an,

Können wir Vertrauen aufbringen,

Genau in dieser Situation und Geduld abwarten,

Innehalten und erst recht,

Wenn da noch traumatische Verquickungen mit im Spiel sind,

Dann braucht es einfach einen längeren Prozess,

Bis sich die Flocken absetzen,

Bis Beruhigung eintritt und eben auch ein neuer Blick möglich wird.

Und dieser ganze Prozess,

Der wird dann verkürzt und fällt auch sanfter aus,

Wenn wir unser Frühwarnsystem ausgebildet haben.

Das ist ganz wichtig.

Das heißt,

Auf der körperlichen Ebene,

Also der Empfindungsebene,

Phänomene wahrnehmen wie,

Ah,

Aufgepasst,

Nackenhaare stehen zu Berge.

Also und das wird möglich,

Also dieses Frühwarnsystem wahrzunehmen,

Wenn eben Sati stabil ist,

Kontinuierlich vorhanden ist,

So dass wir uns selbst immer öfter und immer kontinuierlicher mitkriegen,

Wahrnehmen und solche Phänomene überhaupt aufnehmen können und nicht erst,

Wenn wir dann schon mitten in der Panikattacke sind.

Also Achtsamkeit hilft,

Dass wir anwesend bleiben,

Wenn wir durch eine schmerzhafte Erfahrung hindurchgehen.

Das ist die Kunst.

Ob ein körperlicher oder emotionaler Schmerz da ist und der Geist eben so geschmeidig ist und flexibel und dann mit diesen komplexen körperlich-geistigen Vorgängen umzugehen weiß.

So kann dann auch ein Schmerz wirklich heilen,

Sich auflösen.

Also Lebendigkeit heißt ja,

Schlicht und einfach,

Dass ich in der Erfahrung anwesend bin.

Ich bin wirklich da.

Und im Gegensatz dazu bin ich eben verloren,

Was dann mit einem Gefühl der Getrenntheit einhergeht,

Sich getrennt fühlen.

Wenn ich mich eben von der Erfahrung,

Wie sie sich in meinem Körper und Geist zeigt,

Abwende oder dissoziiere.

Ja und dieses Abwenden heißt ja auch,

Nicht in Verbindung bleiben wollen.

Und jetzt ist es für uns interessant,

Auf unserem Wege,

Was ist das eigentlich für ein Moment,

Wo ich geneigt bin,

Mich abzuwenden,

Nicht in der Präsenz bleiben kann.

Ist da irgendeine Erinnerung aufgekommen,

Irgendein Sinn angesprochen,

Was gehört,

Geschmeckt oder ein Schmerz,

Irgendein Gefühl.

Ja und schwupp greife ich zu den Chips,

Zur Schokolade oder Glas Wein oder ich verliere mich sofort in Fantasien mit den entsprechenden Emotionen dann.

Und da ist schon die Einladung,

Sich der Erfahrung eben zuzuwenden und bei der Erfahrung zu bleiben.

Und das geht natürlich,

Wenn ich in meinem Alltag nicht so große Herausforderungen gerade habe oder in einer Lebensphase bin,

Die nicht so spektakulär ist,

Nicht so durchgeschüttelt bin.

Und wenn ich da eben oder wenn du da eben lernst,

In diesen leichten Lebensphasen Sati zu stabilisieren,

Dann steht dir natürlich Sati und die Präsenz auch zur Verfügung,

Wenn es dann mal stürmisch wird im Leben und Erschütterungen da sind,

Verunsicherungen,

Verluste,

Konflikte.

Und dann steht dir Sati auch zur Seite,

Wenn eben so ein Schmerz eben verarbeitet werden will.

Und dann müssen wir uns nicht abwenden von der Erfahrung in uns selbst.

Können wir auch hier in der Erfahrung eben da sein,

Anwesend sein.

Und damit gewinnen wir Leben und Heilung.

Und alles andere lässt uns verloren sein.

Ja,

Und dann im Grunde Schneekugel schön ruhig halten.

Ruhig halten,

Abwarten,

Wie sich die komplexen biophysischen Prozesse in Körper und Geist verändern und auch beruhigen.

Da sind ja Hormone und was da alles aktiv ist,

Bis so ein Ärger verdampft oder eine Angst sich beruhigt hat,

Das braucht doch eine Weile.

Und da gibt es viele,

Viele Zwischenstationen.

Und die wollen wir alle mitkriegen.

Ja,

Und nicht so einen Erwartungsdruck haben,

Dass das schnell gehen muss.

Wir sind an diesem ganzen Prozess interessiert.

Ja,

Und das war auch eines meiner nachhaltigen,

Tiefen Erfahrungen,

Die mir was wirklich verwandelt haben,

Als ich eines Tages eben erlebt habe und erkannt habe.

Ja,

Also es geht wirklich um Prozesse.

Ich bin ein Prozess.

Alles ist ein Prozess.

Alles ist miteinander verbunden,

Bedingt einander,

Wechselseitig.

Und ich kann gar nicht mehr anders als diese Prozesse wahrnehmen.

Alles kommt in Prozessen daher.

Lebenssituationen,

Erfahrungen,

Krisen,

Glückssträhnen,

Alles Prozesse.

Einschlafen,

Aufwachen,

Einatmen,

Ausatmen,

Alles Prozesse.

Und Prozesse sind fließend.

Fließend,

Alles fließt.

Dann brauchen wir natürlich einen geschmeidigen Geist,

Der da mithalten kann.

Und einen Geist,

Der sich dauernd verhakt in Interpretationen,

Projektionen,

Ja,

Der kann nicht mitfließen.

Der erzählt Geschichten über die Welt und über die Dinge,

Die schon lange vorbei sind.

Und der sagt dann auch,

Ja,

Ich kenne das alles,

Was da abläuft,

Ja.

Ist ignorant,

Arrogant,

Anmaßend.

Wir brauchen Präsenz.

Und Buddha ist nun mal der Weg des Erwachens.

Das ist so schön.

Buddha,

Der Erwachte.

Und wir sind in diesem Strom des Erwachens,

Sich dessen mal für einen Moment noch mal bewusst sein,

Um was es eigentlich geht und was wir wirklich in dieser Zeit jetzt noch mal brauchen,

Ja,

Und was uns auch dann nach und weiter gehend wirklich begleitet und notwendig ist,

Notwendend.

Ja,

Und Erwachen,

Erwachen eben,

Erwachen bedeutet,

Ins Leben hinein zu erwachen mit all,

Mit allen Schattierungen,

Mit all diesen wunderbaren,

Schönen Seiten und auch mit allen Herausforderungen.

Wir wählen dann nicht mehr,

Sondern wir haben im Grunde nur eins im Sinn,

Präsent zu sein.

Ganz gleich,

Ob wir in einem glücklichen Moment gerade sind oder in einem schmerzhaften.

Entscheidend ist die Präsenz.

Bin ich da?

Also nicht,

Was erlebt wird,

Sondern wie,

Wie bewusst geistesgegenwärtig bin ich?

Und damit gewinnen wir an Leben,

An Lebendigkeit.

Also noch mal zurück,

Also herausfinden,

Wo dein Abwenden geschieht.

Hier auf unserem Retreat in unserer Zeit hier in diesen Tagen kannst du das gut erforschen und wahrnehmen.

Wo entsteht so ein Begehren,

Also was verführt dich,

Zieht dich raus aus der Präsenz und wo ist so eine Ablehnung,

Ein Widerstand gegen das,

Was gerade an Erfahrung da ist und dieser Widerstand lässt sich dann auch wieder rausfallen aus der Gegenwart oder eine Trägheit,

Abdriften und damit ist auch immer sehr verbunden eben Energieverlust,

Fühlen uns schwach,

Verlieren an Kraft und dann sind wir noch anfälliger.

Und wenn wir achtsam sind,

Fühlen wir uns tatsächlich lebendig.

Überprüf einmal,

Ob das wirklich stimmt und was das heißt.

Lebendig sein ist ja ein Empfinden,

Spüren,

Du spürst das,

Ein Strömen und abseits von Ideen,

Wie das zu sein hat.

Also dieses Beispiel immer,

Was gerne genommen wird,

Bewusst eine Tasse Tee trinken,

Wirklich bewusst und dazu haben wir ja jetzt auch Zeit.

Und wenn ich dann diese Tasse Tee in der Hand habe und fühle ich ja diese Temperatur,

Die Wärme oder heiß,

Fühlen auch die Tasse,

Die Struktur der Tasse,

Ob die Tasse hart,

Das Material glatt ist oder rau,

Riechen auch schon das Aroma und dann die Berührung des Gegenstandes mit den Lippen,

Die weichen Lippen,

Warme weiche Lippen mit der heißen Tasse,

Dann das Porzellan,

Dick oder dünnes Porzellan,

Die Flüssigkeit erleben,

Die Flüssigkeit schmecken und schlucken,

Das sind unzählige sensorische Erfahrungen,

Die da ablaufen.

Das ist ja nur ein Beispiel,

Mit achtsam Gewahrsein haben wir ja die Möglichkeit,

Ganz gleich wie die Umstände sind,

In einem direkten,

Unmittelbaren Kontakt mit der Lebenserfahrung zu sein und sich tatsächlich lebendiger zu fühlen und vor allen Dingen kann sich dann alles,

Was irgendwie sich verdichtet,

Auch wieder auflösen.

Und die Frage,

Die uns eben bei diesem Innehalten,

Bei diesem Zurückkommen in die Gegenwart,

Die uns da hilft,

Ist immer,

Was geschieht jetzt gerade,

Was geschieht jetzt gerade,

Was geschieht jetzt gerade in deinem Körper,

Was spürst du,

Besser gesagt,

Was spürst du,

Welche Empfindungen sind da,

Ist es weich,

Wo ist es hart,

Wo ist ein Wohlgefühl,

Wo ist ein Schmerz,

Wie sind deine Gefühle,

Angenehm oder unangenehm?

Und all das wahrnehmen und wahrnehmen heißt nicht bewerten,

Wahrnehmen.

Ich betrachte ja Retreats immer wie so eine Art Labor und ja,

Wie frische Experimente,

Forschungsarbeit.

Und wir erleben ja auch eben im Retreat,

In der Meditation einen Schmerz durch längeres Sitzen eben,

Irgend so ein Ziehen im Bein oder ein Brennen im Rücken.

Und dann üben wir eben genau so,

Wir nehmen das alles wahr als eine Einladung,

Sati aufzubringen.

Das ist unsere Praxis.

So nehmen wir das wahr.

Achte auf Sati,

So heißt es immer.

Und es heißt nicht,

Achte darauf,

Welche Objekte da aufkommen.

Ne,

Priorität hat Sati,

Präsenz.

Eben dieser klare,

Wahrnehmende Geist,

Dieser feinfühlige Geist.

Das ist eine Aufgabe mit einer unzähligen Variation von Objekten.

Es geht nicht um den Schmerz,

Es geht um Sati.

Und warum oder wozu eigentlich?

Wozu?

Ja,

Dann hast du auch die Gewehr.

Warum,

Wozu?

Also,

Dann hast du die Gewehr einen Weg zu haben,

Ja,

Mit dem Schmerz und mit heftigen Emotionen umzugehen.

Also innerlich klar zu bleiben,

Auch wenn es stürmt oder sehr schnell wieder zu dieser Klarheit zu finden.

Und wenn wir uns dann nochmal jetzt an diese Schneekugel erinnern,

Ne,

Dann bedeutet diese Praxis,

Dass wir durch zunehmende Achtsamkeit erleben,

Wie der Geist immer klarer wird.

Wie wir klares Sehen praktizieren können dann in der Folge.

In der Folge dann,

Wenn sich das beruhigt hat,

Was da aufgewühlt war.

Und dann ist klares Sehen wie passender möglich.

Einsicht,

Befreiende Einsicht.

Die Wirklichkeit sehen,

Wie sie werdend ist,

Sagt der Buddha.

Abseits eben.

Das heißt immer abseits von den Konzepten und den Vorstellungen und Interpretationen und die Bewertungen über die Welt,

Über uns selbst,

Über die anderen.

Das alles fällt weg.

Und Sati wird auch beschrieben als so ein Bergkristall,

So ein klarer Bergkristall.

Viele von euch praktizieren ja schon sehr lange Achtsamkeit,

Bewusste Geistesgegenwart.

Und du kannst durchaus zuversichtlich und voller Vertrauen sein.

Sati wird sich melden.

Weil wenn der Geist also die Schönheit von der Präsenz erlebt hat,

Will er da wieder hin,

Zurück.

Er will da hin.

Und wenn wir wieder in so ein Retreatgeschehen hineinkommen,

Ist es genau die Einladung für Sati.

Manchmal erlebe ich,

Dass Menschen in Retreats kommen und in die Einzelgespräche und dann sagen,

Ich habe ein paar Jahre nicht praktiziert und das ist jetzt alles hin und ich brauche jetzt wahrscheinlich ewig,

Bis ich wieder da ankomme,

Wo ich vor ein paar Jahren aufgehört habe.

Und dann ermutige ich,

Und dazu sind ja die Einzelgespräche da,

Zu ermutigen und zu erinnern,

Was du eigentlich auch schon weißt.

Nämlich,

Ich möchte es mit Fahrradfahren vergleichen.

Du verlernst das nicht,

Wenn sich das in dir einmal tief verankert hat.

Es braucht nur,

Dass du die Bedingungen schaffst,

Dass der Geist wieder da hinfindet.

Also so ein bisschen wie nach Hause kommen.

Ist ja eine Zuflucht.

Das ist die Zuflucht des Geistes,

Gerade heute in dieser Zeit,

In dieser Krisenzeit.

Oder in dieser Zeit,

Wo die Welt so im Umbruch befindet und wir gar nicht wissen,

Wohin bricht es denn um.

Wir haben schon für uns eine klare Ausrichtung und deshalb versuchen wir ja auch,

Alles zu tun,

Dass wir nicht abdriften,

Um präsent zu sein für einen konstruktiven Wandel und da hilfreich zu sein.

Ja,

Und das ist eben diese Zuflucht,

Diese Sicherheit,

Die wir mitbringen,

Dahin durchschiffen zu können,

Wenn wir Sati aufbringen können,

Jederzeit.

Ist immer da,

Ist immer hier.

Es ist hier und jetzt.

Wenn wir natürlich virtuos sein möchten,

Also Sati uns,

Also die Meisterschaft erlangen möchten,

Dann brauchen wir tatsächlich auch ein kontinuierliches Training,

Übung.

Das ist klar und wir sind da mittendrin.

Da müssen wir nicht weiteren Druck aufbauen.

Wir sind da,

Wir sind dabei.

Ich finde es immer wichtig,

Noch mal dahin zu spüren,

Dieser Begriff Achtsamkeit,

Sei doch achtsam.

Also das ist ja so ein Alltagsbegriff,

Aufmerksam sein.

Das heißt noch nicht wirklich,

Dass es sich um Sati handelt.

Eben diese geistige Kompetenz,

Die auch,

Also die zur Freiheit des Geistes führt.

Diese wahrnehmende Klarheit,

Die nicht bewertet oder wie so ein Spiegel eben ist,

Sehr wach spiegelt 1 zu 1 das,

Was ist,

Wie es ist.

Wach dabei bleibt,

Nicht abnippelt,

Noch sich in Interpretationen verliert.

Und wir erfahren doch hin und wieder,

Wie schnell das geht,

Dass sich das durchsetzt mit Bewertungen,

Interpretationen,

Wünschen,

Wegwünschen,

Herwünschen.

Und da geht es immer wieder darum,

Sanft,

Also hier in der Meditation,

Zum Atem zurückzukehren,

Zu unserem Meditationsobjekt.

Immer wieder sanft zurückzukehren und zu fragen,

Was geschieht jetzt,

Jetzt,

In diesem Moment,

Meinem Körper.

Welches Gefühl ist da?

Ist es angenehm oder unangenehm?

Kannst du dabei bleiben,

Bei der Wahrnehmung,

Der reinen Wahrnehmung?

Vielleicht einfach hineinatmen in das,

Was da gerade eng ist,

Was drückt.

Ja und noch eine weitere Unterscheidung ist wichtig,

Wenn wir über Sati sprechen.

Das ist noch ein Punkt,

Den ich ansprechen will jetzt hier.

Also,

In der Literatur wird häufig von Achtsamkeit gesprochen,

Im Unterschied zum reinen Gewahrsein.

Wir können uns das vielleicht vorstellen,

Das ist wie bei der Kamera.

Ja,

Also wir haben mehrere Objektive für eine Kamera.

Wenn wir so eine Kamera haben,

Wo noch Wechselobjektive drauf kommen.

Und da gibt es so einen Weitwinkel und das ist das reine Gewahrsein.

Weit,

Überblickt das Ganze,

Offen.

Und es bezieht sich im Grunde auf uns dann,

Auf uns übertragen,

Darauf,

Was alle Sinne gerade wahrnehmen können.

Und in diesem weiten Winkel.

Und all diese Sinneseindrücke,

Die werden dann in ihrem Entstehen und Vergehen wahrgenommen.

In dieser Weite dieses Gewahrseins.

Das ist so eine Empfindsamkeit für die Objekte.

Eine Präsenz,

Wie so ein Radar,

Der Stimuli wahrnimmt,

Ohne sie heranziehen zu müssen oder beziehungsweise zu fokussieren.

Ja,

Weil das Fokussieren auf ein Objekt ist nämlich die zweite Einstellung.

Sowas wie so ein Makro,

Also so ein Heransoomen von einem Objekt.

Objekt,

Zum Beispiel eben der Atem,

Meditationsobjekt.

Und das ist nämlich wichtig zu wissen,

Dieses Heransoomen oder das Fokussieren auf ein Objekt und nicht in dieser Weite,

In dieser Offenheit wahrnehmend sein,

Sondern das Heransoomen,

Das ist bei der Samatha-Praxis,

Der Ruhe-Meditation sehr wichtig.

Da geht es genau darum,

Nämlich zu fokussieren auf eine Empfindung,

Einen Punkt,

Den Atem,

Spüren an den Nasen,

Flügeln,

Löchern und eine Einspitzigkeit des Geistes zu entwickeln.

Das heißt,

Fokussieren und loslassen von all den Objekten,

Die im Hintergrund wahrgenommen werden.

Und bei Samatha-Praxis geht es dann sogar um die Verschmelzung,

Um das Einswerden mit dem Objekt,

Mit dem Empfinden.

Und das ist beim reinen Gewahrsein,

Der Weite,

Der Offenheit überhaupt nicht der Fall,

Sondern da bleibt die Offenheit und die Weite bestehen.

Und in dieser Weite und Offenheit dürfen alle geistigen und körperlichen Phänomene entstehen und sich auch wieder auflösen.

Und bei der Sammlung,

Bei Samatha,

Da ist eben diese Fokussierung,

Sehr nahes Heransoomen bis zur Verschmelzung.

Und dann erleben wir sehr angenehme Körperempfindungen durch Sammlung,

Durch Konzentration kommen es zu diesen Phänomenen von angenehmen Empfindungen,

Körperkonturen lösen sich auf an der Peripherie,

Vibrationen werden wahrgenommen.

Und in einem zweiten Schritt kommt dann zu Bewusstsein,

Das ist ein sehr glückseliger Zustand.

Das ist dann noch feiner als der körperliche,

Angenehme Zustand.

Dann lässt man,

Und wir sprechen jetzt über die Samatha-Meditation,

Dann lässt man den Atem als Meditationsobjekt fallen und lässt zu,

Dass der Geist eben verschmilzt,

Sich absorbieren lässt von diesen angenehmen Empfindungen.

Und das ist ein sehr kraftvolles Feld,

Eben das Feld der Sammlung.

Und das ist wiederum,

All dieses ist Voraussetzung,

Um dann weiter in den Einsichtsprozess zu gehen.

In diesem Kurs können wir das nur streifen,

Wenn ich über Achtsamkeit spreche,

Über Sati und in diesen beiden Qualitäten,

Dieser Weite und dieser Offenheit und in dieser Einspitzigkeit und Fokussierung.

Hier können wir das nur streifen und es braucht im Grunde sieben bis zehn Tage,

Also es braucht eigentlich einen längeren Retreat,

Um dann ein tieferes Training in Richtung Samatha und Vipassana,

Ruhe und Einsicht aufzunehmen.

Und dann wird das auch differenzierter ausgeführt.

Und da sind ja auch viele von euch schon praktiziert und erleben das auch.

Und falls also solche Empfindungen oder Fragen entstehen,

Durch deine Meditation,

Die du jetzt eben durchführst und dann Erlebnisse einsortieren möchtest,

Dann kannst du ja schreiben,

Das haben wir ja schon besprochen,

Unter bureau-at-sylvia-kolk.

De und alles,

Was dann an E-Mails eingeht bis 15 Uhr,

Das wird heute Abend,

Dann bearbeiten wir heute Abend und der Rest dann morgen.

So,

Ja,

Nochmals zurück nun zu diesem Aspekt des reinen Gewahrseins,

Also dieser Offenheit,

Offen,

Weit,

Weiter Winkel.

Und da wird in der Schrift,

Das finde ich ein sehr sehr schönes Bild,

Da wird von dem Kuhhirten gesprochen.

Da heißt es,

Der Kuhhirte sitzt entspannt an einem Baum.

Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen.

Und von dort aus überblickt er die gesamte Herde.

Und aus dieser Perspektive des weiten Winkels,

Des Überblickes,

Kann er sofort erkennen,

Wenn da eine Kuh sozusagen ausbüchst.

Er fixiert also keine Kuh,

Sondern wahrt den Gesamtüberblick.

Und so kann er also seine Herde hüten.

Entspannt,

Angelehnt an einen Baum.

Und deshalb wird so viel Betonung gelegt bei der Meditation,

Beim Einstieg in die Meditation,

Das Aufbringen von Sati.

Entspannen,

Körper entspannen,

Herz entspannen,

Geist weit und offen.

Entspannt,

Angelehnt an den Baum,

Das ist eben Sati in seinem Aspekt der Weite und der Offenheit.

Naja und entscheidend ist natürlich also,

Ob nun weit oder fokussiert.

Entscheidend ist die Gegenwärtigkeit,

Das Nicht-Bewerten bis hin zur Akzeptanz.

Also beides,

Gegenwärtigkeit,

Nicht-Bewerten.

Und diese Akzeptanz,

Die kann sich auch noch weiterentwickeln hin zu Mitgefühl,

Da wo eben Leiden entsteht oder wo wir mit Leiden in Berührung kommen.

Dann wandelt sich Sati in Mitgefühl.

Das ist was sehr Berührendes.

Vor allen Dingen,

Wenn wir dann erleben,

Dass Mitgefühl im Grunde den Schmerz bezeugt,

Wühlt nicht also in dem Schmerz herum,

Puhlt nicht in der Wunde,

Sondern bezeugt mitfühlend.

Da ist also ein weiter Raum.

Ja,

Das tut weh,

Das ist wirklich eine schmerzhafte Erfahrung.

Also nicht wegdrücken,

Nicht wegtun,

Sondern zärtlich wahrnehmen,

Annehmen und heilen lassen.

Und ihr wisst alle,

Also die meisten von euch haben das hoffentlich auch erlebt,

Wie es ist,

Wenn ihr eine schwierige Lebensphase erlebt,

Meint wegen,

Oder vielleicht eine schwerwiegende Diagnose,

Eine Krankheit,

Ein Verlust,

Eine Trennung.

Und wenn wir das dann einem Menschen mitteilen,

Darüber erzählen,

Berichten,

Wie zutiefst heilsam das ist,

Wenn da einfach ein Mensch ist,

Der da ist und du darfst dich mit deinem ganzen Schmerz da zeigen und der bleibt anwesend,

Ja,

Und bezeugt einfach diesen Schmerz,

Ja.

Ja,

Das ist wirklich,

Das ist echt schmerzhaft.

Nicht mehr und nicht weniger,

Keine Ratschläge,

Nur mitfühlende Präsenz,

Ja,

Sich wirklich zur Verfügung stellen.

Und das ist auch für Menschen in helfenden Berufen sehr wichtig,

Ja,

Weil Mitgefühl erschöpft weitaus weniger als Mitleid.

Wir wollen nichts wegmachen,

Wenden uns auch nicht ab.

Wir sind,

Wenn wir denn Experten sind oder Expertinnen,

Dann im Anteil nehmen.

Und Ratschläge,

Die geben wir ja dann oft,

Also wenn wir das Leiden nicht aushalten,

Wenn wir mal genauer gucken,

Ja,

Wenn wir es weg haben wollen.

Abgesehen jetzt,

Wenn wir sehen,

Aha,

Es ist jetzt auch der Moment gekommen,

Wo man vielleicht gucken kann,

Welche Medizin oder Therapie sinnvoll ist.

Aber wir sind da oft viel,

Viel zu schnell.

Diese Akzeptanz oder dieses Angenommensein,

Schöneres Wort,

Angenommensein,

Dieses Gegenwärtigsein,

Das Nicht-Bewerten,

Ja,

Also,

Und dann in Verbindung mit Mitgefühl.

Das ist der Raum,

In dem sich Schmerz entspannen kann und wird.

Und das ist im Grunde sehr radikal,

Etwas anschauen und zulassen zu können,

Vor allem,

Wenn das ein großer Schmerz ist,

Ein großer Verlust heftiger Emotionen.

Dann ist der Geist auch sehr,

Sehr herausgefordert.

Aber er hat eben diese Fähigkeiten.

Er hat diese Kompetenz.

Und deshalb ist es auch so wichtig,

Dass dieses gemeinsame Bewusstseinsfeld entsteht und nicht geschwächt wird zurzeit,

Ja,

Oder überhaupt.

Und dass wir uns verantwortlich fühlen,

Es auch zu stärken,

Großes Feld des Bewusstwerdens dieser Qualität,

Des Bezeugens,

Des Daseins,

Des Anwesenseins.

Dann wird es auch für die Menschheit leichter,

Sich daran anzuschließen,

Dass es wirklich auch zu einem Bewusstseinswandel kommen kann.

Es hat sich für mich schon sehr,

Sehr viel verändert oder enorm verändert in den 25 Jahren Tätigkeit als Dama-Lehrerin.

Und von euch waren ja auch einige dabei schon in den ersten Jahren.

Und ihr habt erlebt,

Wie viel Unruhe noch in den ersten Jahren vorhanden war und emotionales Leiden sehr deutlich war,

Viel geweint wurde.

Und ich musste sehr kreativ sein und viel überlegen,

Wie ich immer wieder eine Balance in den Retreat reinkriege und auch Einzelne versorgen und begleiten kann.

Und oft kamen,

Also gar nicht so selten,

Kamen Menschen,

Die mit dem Schweigen überhaupt nicht zurechtkamen.

Schweigen ging gar nicht.

Es waren noch viel kleinere Retreats.

Und heute,

Wenn ich also zum Beispiel mit 60 Menschen da sitze,

Und es kommen Menschen,

Die noch nie in einem Retreat waren,

So scheint es mir,

Werden sofort von dieser Energie angesteckt.

Und die meisten kommen viel leichter in die Tiefe,

Als das noch damals möglich war,

Weil da eben dieses Bewusstseinsfeld vorhanden ist,

Das sie empfängt.

Und dazu tun wir jetzt etwas,

Auch obwohl wir jetzt in vielen verschiedenen Orten gerade sind und praktizieren,

Sind wir dennoch über dieses Bewusstseinsfeld verbunden und wir können das spüren.

Man könnte sagen,

Es ist auch so eine Art Ansteckung,

Konstruktive,

Heilsame Ansteckung.

Lassen wir uns anstecken von diesem Feld.

Und es braucht natürlich,

Wenn du mit sehr starken Widerständen zu tun hast oder Traumata aufkommen,

Dann braucht es wirklich Zeit,

Geduld,

Vertrauen,

Um dabei bleiben zu können und dir vielleicht auch helfen zu lassen.

Manchmal,

Gerade auch in Krisen,

Kann ja etwas hochkommen,

Was nochmal angeschaut werden will und wo vielleicht auch wir das nicht mit uns alleine aushandeln müssen,

Sondern uns helfen lassen können.

Vielleicht nochmal zu unserer Therapeutin gehen oder zu unserem Therapeuten.

Das ist ganz wichtig.

So wunderbar,

Wie viele kompetente Therapeuten und Therapeuten wir eben doch in unserem Land haben und die jetzt auch in Hotlines sich zur Verfügung stellen.

Ja,

Ich gucke mal auf die Uhr.

So langsam kommen wir nämlich zum Abschluss.

Also ja,

Es geht um geistige Balance.

Das ist eigentlich der ganze Weg,

Darum geht es.

Und die können wir hier also miteinander praktizieren in diesen Tagen und auch darüber hinaus und auch schon davor durch unsere Präsenz.

Ja,

Also diesen tiefen Wunsch,

Möge diese Praxis uns wirklich begleiten,

Diese Praxis von Sati,

Bewusster Geistesgegenwart.

Und dann wissen wir,

Wir müssen keinem Schmerz mehr ausweichen.

Das gibt Selbstvertrauen.

Wir müssen eben nicht mehr ausweichen.

Warum?

Weil das Leiden dadurch verringert wird,

Dass wir Präsenz üben.

Es hat schlicht und einfach damit zu tun,

Wie wir dem Schmerz begegnen.

Und dann erfahren wir Schmerztoleranz.

Das ist mir wichtig.

Also wie gehe ich mit Schmerz,

Unruhe,

Trägheit,

Angst,

Dummfeit,

Wie gehe ich damit um,

Sodass ich mich selbst auch begleiten kann.

Und dann wird uns auch bewusst,

Also wie unfassbar kostbar und auch schön Sati ist.

Ja,

Vielleicht ist das wie so eine Einladung zu einer Liebesbeziehung zu Sati.

Warum nicht?

Es gibt so einen Rückkopplungseffekt,

Wenn wir über 50 Prozent Sati aufbringen,

Dann läuft es wie von selbst,

Dann übernimmt Sati sozusagen das Ruder.

Ja,

Und in diesem Sinne möchte ich euch jetzt einfach einladen,

Für ein paar Momente noch innezuhalten jetzt.

Einmal nachzuspüren,

Was für dich sinnvoll ist von dem,

Was du jetzt aufgenommen hast.

Auch in so einem Vertrauen,

Das was hängen bleibt,

Ist wichtig.

Alles andere lässt du erst mal sausen.

Wir kommen auf diese Themen immer wieder zu sprechen.

Nimm bewusst auf,

Was du wirklich jetzt umsetzen wirst.

Denn Buddhas Lehre ist eine Erfahrungswissenschaft,

Sehr pragmatisch.

4.9 (22)

Neueste Bewertungen

Jasmine

February 18, 2024

Der Vergleich mit der Schneekugel hilft mir sehr und auch die Fragestellung WOZU… Zukunftsorientiert- Zielgerichtet… Durch die langsame Sprechweise und gute Melodik, war es mir immer gleich möglich die Worte zu verstehen und zu verinnerlichen, also dass man nicht einfach nur berieselt wird. Herzlichen Dank

Jakobus

October 15, 2023

Ganz phantastisch. Vielen Dank! Der Vortrag hat mir gezeigt, wie mein weiterer Lebensweg [ich bin 71] aussehen sollte.

Evelyn

May 3, 2023

Unglaublich angenehm und viele Situationen sind sehr einfühlsam und logisch erklärt. Ich nehme einige Erkenntnisse für mich mit . Danke ☀️🍀

Petra

December 29, 2022

Bin super reich beschenkt und erfüllt von dem Vortrag! Danke liebe Sylvia!

January 8, 2021

Klasse

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