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Die Geschichte vom weißen Pferd

by Susan Adib

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Die Geschichte vom weißen Pferd steht eigentlich für sich. Ich möchte gar nicht so viel verraten. Sie kann Dir gut tun oder helfen, wenn Du Dich mit dem Thema Gleichmut auseinandersetzt oder Dir ein wenig Inspiration dafür wünschst. Die Quelle der Geschichte ist meines Wissens nach unbekannt. Danke für Dein Interesse und viel Freude beim Zuhören.

Transkription

Die Geschichte vom Weißen Pferd Ein Bauer lebte am Rande eines Dorfes und hatte einen Acker,

Der gerade groß genug war,

Dass er alles darauf anbauen konnte,

Was er zum Leben brauchte.

Seine Frau war früh gestorben und seinen einzigen Sohn hatte er alleine großgezogen.

Im Laufe der Jahre hatte der Bauer gelernt,

Die Dinge des Lebens so anzunehmen,

Wie sie auf ihn zukamen,

Und er durchwanderte klaglos die tiefen Täler seines Lebens.

Auf diesem Weg wuchsen in ihm Gelassenheit und ein tiefer Friede.

Die Dorfbewohner schätzten den Bauern sehr,

Denn sie suchten oft seinen Rat,

Wenn die Sorgen des Lebens und die Mühsal der Arbeit sie zu erdrücken drohten.

Und niemals ging einer fort von ihm,

Ohne neue Hoffnung und Zuversicht gefunden zu haben.

Doch trotz seiner Armut besaß der Bauer einen großen Schatz.

Bei diesem Schatz handelte es sich um ein schneeweißes Pferd von erlesener Schönheit.

Und jeden Morgen,

Bevor er die Arbeit auf seinem Feld begann,

Ging er hinaus zu diesem Pferd.

Er streichelte es,

Flüsterte ihm Koseworte ins Ohr und sprach mit ihm.

Er liebte sein Pferd sehr und so begann jeder Tag für ihn voller Freude.

Eines Morgens aber,

Als der Bauer erwachte,

Fühlte er eine seltsame Leere.

Als er vor die Tür trat,

Bemerkte er,

Dass sein weißes Pferd verschwunden war.

Als dies im Dorf bekannt wurde,

Liefen die Dorfbewohner zu den Bauern,

Um ihn zu trösten,

So wie auch er sie immer getröstet hatte.

Armer Bauer,

Welches Unglück hat dich getroffen?

Kann es denn ein größeres Unglück geben,

Als alles zu verlieren,

Was du je besessen hast?

Doch der Bauer stand still vor seiner Hütte,

Hob die Hand,

Gebot ein Schweigen und sprach,

Ihr könnt hier von Unglück reden.

Wir wissen nur,

Dass mein Pferd verschwunden ist.

Ob dies nun aber ein Unglück oder ein Glück ist,

Das wissen wir nicht.

Und tatsächlich kehrte das weiße Pferd nach kurzer Zeit zurück und mit ihm ein Herde von 40 wilden Pferden.

Nach dem Recht des Landes gehörten diese Pferde nun ihm,

Und so wurde er ein reicher Mann.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im ganzen Dorf.

Schnell,

Lasst uns zu ihm gehen,

Dem glücklichen Bauern,

Riefen die Dorfbewohner.

Sie lachten und freuten sich für ihn,

Während sie fröhlich lärmend die staubige Straße zu ihm liefen,

Und er hörte schon von Weitem ihre freudigen Rufe.

Glück hatte er,

Unser Bauer,

Glück!

Er hat Recht behalten.

Ach,

Wie klug ist unser Bauer!

Und so weise!

Nun ist er reich,

So reich!

Sie freuten sich wirklich für ihn.

Doch seltsamerweise stand er wieder nur ganz still vor seiner Hütte.

Dann hob er wieder seine Hand,

Und als die Dorfbewohner verstummten,

Sagte er,

Wie könnt ihr von Glück reden?

Alles,

Was wir wissen,

Ist,

Dass mein Pferd zurückgekommen ist und mit ihm 40 wilde Pferde,

Die nun mir gehören.

Ob dies nun aber ein Glück oder ein Unglück ist,

Das wissen wir nicht.

Da wunderten sich die Dorfbewohner über diesen sonderlichen Menschen und konnten ihn nicht begreifen.

Viele lachten über ihn.

Der Sohn des Bauern trainierte nun die Pferde,

Eines nach dem anderen.

Eines Tages aber fiel er vom Pferd und brach sich beide Beine.

Der Bauer hat wieder Recht behalten.

Es war kein Glück,

Das ihn traf,

Es war ein Unglück.

Ach,

Wie weise ist doch unser Bauer!

Flüsterten sich die Leute im Dorf zu.

Sie gingen hin,

Um ihm dies zu sagen,

Doch er erwiderte nur,

Habt ihr denn nichts verstanden von dem,

Was ich euch gesagt habe?

Alles,

Was wir wissen,

Ist doch nur,

Dass mein Sohn vom Pferd gefallen ist und sich beide Beine gebrochen hat.

Ob dies nun aber ein Glück oder ein Unglück ist,

Das wissen wir nicht.

Kurze Zeit später brach ein Krieg aus und alle wehrfähigen Männer wurden zu den Waffen gerufen.

Nur der Sohn des Bauern blieb zu Hause.

Ob dies aber nun ein Unglück oder ein Glück war,

Das weiß man bis heute nicht.

4.6 (217)

Neueste Bewertungen

Lena-Philine

December 13, 2025

Schöne kurze Geschichte, die zum nachdenken anregt

Nina

August 21, 2025

So schön.

Regina

July 4, 2025

Eine schöne, tiefsinnige Geschichte. Was des einen Glück ist, ist des anderen Unglück. Es kommt immer auf die Perspektive an 🙏 Danke, dass du diese Geschichte ausgesucht hast.

Peter

April 28, 2025

Wunderschöne Geschichte liebe Susan. Diese Geschichte hat es direkt in meinen „Premium Ordner“ geschafft - Danke dafür 🙏🥰

Ute

April 2, 2024

Sehr sehr schön

Steffi

March 31, 2024

Eine schöne Geschichte die zum Nachdenken anregt. DANKE

Sandra

October 28, 2023

Schön!

Maria

August 23, 2023

Danke für die Inspiration! Sehr schön gelesen 🥰🌀👍.

Cassy

July 20, 2023

Schade schneller Schluss. Ich muss erstmal darüber nachdenken . Dankeschön 😊

Sabine

May 2, 2023

Sehr schöne Geschichte und so wahr! Vielen Dank! 🙏🌻🍀

© 2026 Susan Adib. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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