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Chronische Schmerzen überwinden

by Sarah Schwemin

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Sarah ist Psychotherapeutin und hat selbst unter chronischen Schmerzen gelitten und es nie für möglich gehalten, wie mächtig ein verängstigtes Gehirn sein kann, bis sie auf ein neues Forschungsgebiet gestoßen ist. Gefangen in der Suche nach Lösungen durch Arztbesuche und Vermeidung schmerzauslösender Aktivitäten und Reize signalisieren wir unserem Gehirn immer mehr, dass es in Gefahr ist und merken nicht, wie wir gerade damit die Schmerzreaktion als eine Art Alarmanlage in unserem Gehirn aufrecht erhalten. Dieser Vortrag kann ein Anfang eines ganz neuen Weges sein mit Schmerzen umzugehen, nicht um sie zu reduzieren oder besser damit umgehen zu lernen, sondern um sie wirklich zu verstehen, die Angst vor ihnen zu verlieren und endlich schmerzfrei zu werden. Falls du mehr zu diesem Weg erfahren möchtest schreibe mich gerne an oder hinterlasse einen Kommentar, sodass ich auf dieser Basis weitere Beiträge verfassen kann, um dich und andere auf diesem Weg zu begleiten.

Transkription

Hallo und herzlich willkommen.

Ich freue mich sehr,

Dass du hier bist und ein bisschen etwas über chronische Schmerzen verstehen möchtest.

Vielleicht leidest du selber darunter,

Vielleicht kennst du jemanden,

Der darunter leidet.

Und ich möchte dir hiermit schon mal vorweg sagen,

Dass es einen Weg hinaus aus chronischen Schmerzen gibt.

Und zwar ganz egal,

Welche körperliche Erkrankung dir gesagt wurde,

Dass du hast.

Ich möchte dir mit den folgenden Worten erklären,

Wie Schmerz entsteht und wie wir aus chronischen Schmerzen wieder herausfinden.

Da ich selbst zwei Jahre unter chronischen Kopfschmerzen litt,

Weiß ich genau,

Wie hilflos und bedroht man sich dabei fühlt.

Doch es gibt einen Weg hinaus.

Zuallererst müssen wir verstehen,

Was Schmerz ist und wo er produziert wird.

Schmerz entsteht nicht an der Körperstelle,

Die schmerzt,

Sondern im Gehirn.

Schmerz ist ein Warnsignal,

Das das Gehirn aussendet,

Wenn unser Körper in Gefahr ist und Schaden nimmt oder nehmen könnte.

Der Schmerz soll verhindern,

Dass noch mehr Schaden entsteht.

Fassen wir zum Beispiel auf eine heiße Herdplatte,

Ist es nicht die Hand,

Die den Schmerz auslöst,

Sondern das Gehirn.

Ein Kind,

Das noch nicht weiß,

Dass heiße Herdplatten im Körper schaden,

Wird durch das Schmerzsignal,

Das das Hirn aussendet,

Lernen,

Diese nicht mehr anzufassen.

Brechen wir uns zum Beispiel ein Bein,

Ist es ähnlich.

Das Gehirn produziert einen Schmerzreiz im Bein,

Wenn wir versuchen sollten,

Weiter laufen zu wollen.

Es möchte uns schützen,

Indem es uns mitteilt,

Hey,

Du solltest dein Bein jetzt schonen,

Damit ich den Heilungsprozess in Gang bringen kann.

Der Körper und das Gehirn sind erstaunlich.

Sie heilen nahezu alles und wenn etwas irreparabel ist,

Finden sie neue Wege,

Um die Funktionalität und damit das Überleben des Körpers zu sichern.

So entwickeln blinde Menschen erstaunliche Tast- oder Hörfähigkeiten,

Aber auch Menschen,

Die ein Bein verlieren,

Entwickeln starke Muskulatur im anderen Bein.

Ganze Hirnareale können von neuen Fähigkeiten übernommen werden.

Wenn Schmerz also nur ein Warnsignal für weiteren Schaden ist,

Dann müssten chronische Schmerzen also bedeuten,

Dass der Körper ständig in Gefahr ist,

Neuen Schaden zu bekommen,

Richtig?

Und genau hier liegt der Fehler.

Chronische Schmerzen sind eine Fehlprogrammierung im Gehirn.

Chronische Schmerzen entstehen dann,

Wenn wir einen Schmerz haben und aus irgendeinem Grund Angst bekommen,

Dass dieser Schmerz nicht mehr geht oder auch die Befürchtung haben und damit wieder Angst,

Dass etwas Schlimmes dahinter stecken könnte.

Solange das Gehirn Gefahr wahrnimmt,

Wird es dann ein Schmerzsignal schicken,

Auch wenn die eigentliche Ursache für den Schmerz schon behoben ist.

Normalerweise kann das Gehirn und der Körper Verletzungen in circa sechs Wochen heilen.

Nach Operationen dauert es vielleicht auch mal sechs Monate.

Aber danach hat der Körper meist einen Weg gefunden,

Mit der beschädigten Stelle einen neuen Weg zu finden oder sie auch gänzlich zu heilen.

Das Problem ist jedoch,

Solange wir glauben,

Wir sind nicht heil,

Solange wird auch uns unser Gehirn auch das Signal schicken,

Dass wir es nicht sind.

Und was bleibt,

Sind Schmerzen.

Oft sogar täglich.

Aber warum habe ich chronische Schmerzen entwickelt,

Fragst du dich jetzt vielleicht?

Das genau zu erklären,

Ist hoch individuell.

Manche wachsen auf mit dem Mindset,

Dass Krankheiten gefährlich sind,

Da die Eltern immer stark darauf reagiert haben.

Manche haben aber auch einfach zu oft von Ärzten gehört,

Dass mit ihnen etwas nicht stimmt.

Zum Beispiel,

Wenn man aufgrund von Schmerzen zum Arzt geht und erfährt,

Dass eine Bandscheibe gequetscht ist oder vielleicht auch ein Nerv angequetscht ist oder sonstige Fehlstellungen vorhanden sind,

Kiefer oder was auch immer.

Doch fest steht,

Wenn man sich umschaut und auch Studien betrachtet,

Kein Baum wächst gerade.

Und so ist das auch bei uns Menschen.

Wir sind nicht perfekt und ob unsere Bandscheiben von Anfang an überhaupt unbeschadet waren,

Können wir gar nicht feststellen,

Denn wir überprüfen sie ja erst,

Wenn wir Schmerzen spüren.

Es wurden aber Studien gemacht,

In denen gezeigt wurde,

Dass beschädigte Bandscheiben je nach Altersgruppe völlig normal sind und oft auch schon in jungen Jahren.

Nur,

Dass manche Leute Schmerzen an dem Bereich entwickeln und andere nicht.

Das ist aber meist nicht davon abhängig,

Dass dort ein Schaden vorliegt.

Denn es gibt auch Menschen,

Die haben richtige Bandscheibenvorfälle,

Lassen sich nicht operieren und aufgrund des Körpers und seiner Fähigkeit,

Sich selbst zu heilen,

Verknöchern dann bestimmte Teile in der Wirbelsäule und der Schmerz verschwindet.

Vielleicht ist dann eine gewisse Bewegungseinschränkung vorhanden.

Das kann durchaus passieren.

Dennoch sind nicht Schmerzen notwendig.

Schmerzen sind,

Wie gesagt,

Ein Hinweis des Körpers,

Dass Gefahr da ist und werden auch nur ausgelöst,

Wenn unser Gehirn Gefahr wahrnimmt.

Oft sind auslösende Situationen mit einem erhöhten Stress verbunden,

Wie zum Beispiel bei einer Trennung,

Tod,

Wohnortwechsel,

Krankheit von Angehörigen,

Problemen im Job mit der Familie und so weiter.

Doch auch wenn die stressige Situation vorbei ist,

Bleiben die Schmerzen bestehen.

Das Gehirn hat die vorliegende Angst,

Die aus der Stresssituation kam,

Mit dem schmerzenden Körperteil oder auch mehreren Körperteilen verbunden und da wir dann glauben,

Etwas ist körperlich nicht in Ordnung,

Bekommen wir noch mehr Angst und laufen von Arzt zu Arzt.

Bestimmt hast du auch schon die Erfahrung gemacht,

Dass egal zu welchem Arzt du gehst,

Er immer eine Erklärung für deine Schmerzen hat.

Am Ende hast du dann vielleicht sogar fünf oder mehr Erklärungen,

Aber keine Behandlung schlug an.

Vielleicht wurden die Schmerzen sogar schlimmer.

Warum?

Weil die Ursachen bei chronischen Schmerzen in den meisten Fällen darin liegt,

Dass der oder die Betroffene Angst hat.

Angst vor den Schmerzen,

Angst vor den Ursachen der Schmerzen und Angst vor den Folgen.

Die Wahrheit ist,

Bei den meisten Betroffenen,

Sie sind völlig gesund und es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit,

Dass du völlig gesund bist.

Und ja,

Es wurden Zufallsfunde gemacht,

Wie Bandschreibenprotosionen,

Arthrosen und so weiter,

Aber diese Befunde findet man auch bei 50 Prozent der Gleichaltrigen,

Die keine Schmerzen haben.

Das sind meist Alterserscheinungen,

Die bereits in jüngeren Jahren auftreten.

Nur bevor man keine Schmerzen hat,

Prüft man es nicht,

Wie bereits gesagt.

Die Diagnose zu erhalten,

Es stimmt etwas nicht,

Führt dann aber dazu,

Dass wir in ein Schonverhalten gehen oder aber auch mit Angst trotzdem alles machen,

Aber jederzeit erwarten,

Dass der Schmerz wiederkommt oder schlimmer wird.

Und siehe da,

Es passiert auch.

Und so entwickelt sich ein Teufelskreis der chronischen Schmerzen.

Ein Klassiker bei diesen Erkrankungen ist zum Beispiel auch die Fibromyalgie,

Eine Erkrankung mit Schmerzen am ganzen Körper.

Und die Botschaft der Ärzte lautet,

Es gibt keine Heilung.

Na,

Wer würde da nicht Angst bekommen?

Das Problem ist,

Dass diese Angst genau der Auslöser für die Schmerzschiebe ist.

Und da unser Gehirn immer auf der Suche nach einer Lösung ist,

Ist es permanent damit beschäftigt,

Auslöser und Ursachen für die Schmerzen zu finden.

Diese Suche ist dabei ein ständiger Ausdruck von Angst.

Es ist,

Als würde das Gehirn hinter jeder Ecke,

Bei jeder Bewegung,

Bei jedem Essen,

Bei jedem falschen Verhalten,

Falsch in Anführungszeichen,

Aber auch bei jeglichen Stressoren eine Gefahr sehen.

Ein Säbelzahntiger,

Der uns auffressen könnte.

Und so reagiert es mit einer ständigen Angst- und Schutzreaktion,

Nämlich Schmerzen.

Sämtliche Versuche auf die Schmerzen mit Entspannung,

Schonung oder welchem Verhalten auch immer zu reagieren,

Um die Schmerzen loszuwerden,

Verstärkt wiederum den Fokus auf die Schmerzen und gibt dem Gehirn das Signal,

Wir sind in Gefahr.

Und wenn ein oder mehrere Körperteile in Gefahr sind,

Sendet das Gehirn weiter Schmerzsignale in diese Bereiche.

Je mehr wir in Panik deswegen geraten,

Desto stärker wird dann der Schmerz.

Es ist ein Teufelskreis,

Aus dem man nur ausbricht,

Wenn man verstanden hat,

Was wirklich die Ursache ist.

Wer dies einmal bei sich beobachtet und festgestellt hat,

Kann erleichtert aufatmen.

Die Suche nach der Ursache ist vorbei und du kannst ab jetzt alles machen,

Was du willst.

Es ist nicht gefährlich.

Die Schmerzen werden nicht über Nacht verschwinden,

Aber je weniger wir mit Panik auf sie reagieren,

Desto mehr lernt das Gehirn die Alarmanlage abzuschalten.

Es braucht ein gutes Fundament an Wissen,

Training und Geduld,

Aber es gibt einen Weg heraus,

Auch für dich.

Also,

Um noch einmal zusammenzufassen.

Schmerz entsteht im Gehirn,

Nicht im Körper.

Schmerz ist ein Alarmsignal.

Er wird nicht direkt in dem Körperteil erzeugt,

Der Schmerz,

Sondern im Gehirn.

Wenn du zum Beispiel auf eine heiße Herdplatte fasst,

Ist es dein Gehirn,

Das den Schmerz auslöst,

Nicht deine Hand.

Der Schmerz soll dich schützen und verhindern,

Dass weiterer Schaden entsteht.

Der Körper kann fast alles heilen.

Unser Körper ist unglaublich anpassungsfähig.

Menschen,

Die blind sind,

Entwickeln einen stärkeren Tastsinn.

Menschen mit Amputationen bauen neue Muskulatur auf und selbst das Gehirn kann sich neu organisieren.

In der Regel heilt der Körper Verletzungen in sechs Wochen und nach Operationen dauert es oft etwas länger.

Die Ursachen chronischer Schmerzen sind eine Fehlprogrammierung im Gehirn.

Wenn Schmerzen über Monate oder Jahre bestehen bleiben,

Obwohl die ursprüngliche Verletzung längst verheilt ist,

Sprechen wir von chronischen Schmerzen.

Die Ursache liegt dann nicht mehr im Gewebe,

Sondern im Nervensystem und Gehirn.

Es gibt aber auch chronische Schmerzen ohne oder mit unklarem klinischen Befund.

Auch hier liegt eine Fehlprogrammierung im Gehirn vor.

Oft beginnt alles mit einer akuten Verletzung oder einer stressigen Lebenssituation.

Wenn du dabei Angst entwickelst,

Dass der Schmerz bleibt oder etwas Ernstes dahinter steckt,

Speichert dein Gehirn diese Angst in Verbindung mit dem Schmerz.

Es sendet weiter Warnsignale,

Auch wenn keine Gefahr mehr besteht.

Solange du glaubst,

Dass du nicht gesund bist,

Bleibt das Schmerzsignal aktiv.

Die Folge?

Tägliche Schmerzen,

Ohne dass organisch etwas falsch ist.

Wie komme ich hier wieder raus?

Sicherheit.

Du musst deinem Gehirn vermitteln,

Dass du in Sicherheit bist.

Geh wieder raus,

Mach wieder Dinge,

Die dir Freude bereiten.

Vielleicht erst mal Schritt für Schritt und rede dabei mit deinem Gehirn.

Gib deinem Gehirn vielleicht einen Namen.

Ich zum Beispiel habe mein Gehirn liebevoll Hirnibirni genannt,

Um es nicht ganz so ernst zu nehmen und ihm gleichzeitig auch zu vermitteln,

Dass ich es gern habe.

Ich habe ihm dann oft gesagt,

Hirnibirni,

Es ist alles in Ordnung und die Dinge trotzdem gemacht.

Du musst anfangen,

Dem Prozess zu vertrauen und dann die folgenden zehn Schritte immer und immer wieder wiederholen.

Erstens,

Wenn ich die folgenden Schritte mache,

Weiß ich,

Sie sind wahr.

Zweitens,

Ich darf die Symptome fühlen.

Drittens,

Erinnere.

Ich erinnere mich,

Es ist nur Wahrnehmung von Gefahr durch mein Gehirn.

Viertens,

Entspanne den Körper und atme.

Fünftens,

Ich muss nicht herausfinden,

Warum ich jetzt Symptome habe.

Mein Gehirn hat bewusst oder unbewusst Gefahr wahrgenommen.

Sechstens,

Ich habe Einfluss,

Wie ich auf die Symptome reagiere.

Siebtens,

Ich gebe meinem Gehirn eine ruhige Rückmeldung,

Dass es in Sicherheit ist.

Ich brauche keine Katastrophengedanken zu denken,

Auch wenn die Symptome sehr stark sind.

Achtens,

Ich muss meinen negativen Gedanken nicht glauben.

Neuntens,

Ich beobachte meine Gefühle.

Sie sind sicher und ich kann sie fühlen und damit umgehen.

Zehntens,

Nachdem ich meinem Gehirn mitgeteilt habe,

Dass es sicher ist,

Kann ich mich auf etwas anderes konzentrieren.

All das lehrt meinem Gehirn,

Dass die vermeintliche Gefahr keine ist und es die Symptome daher nicht mehr senden muss.

Vorsicht,

Habe Geduld.

Schreib dir diese zehn Punkte auf einen Zettel und lies sie dir jedes Mal durch,

Wenn die Schmerzen wieder da sind oder stärker werden.

Habe Geduld und versuche dein Leben wieder so zu leben,

Wie du es möchtest,

Mit den Schmerzen.

Versuche den Schmerzen diese Bedeutung zu nehmen,

Die sie hatten bis jetzt.

Und je mehr du loslässt daran zu glauben,

Dass mit dir etwas nicht stimmt,

Desto eher wirst du wieder gesund werden.

Dein Körper ist völlig in Ordnung und auch dein Geist,

Dein Gehirn ist nicht krank.

Es ist nur in eine falsche Richtung gelaufen durch falsche Aussagen von außen und falsche Verknüpfungen,

Die wir dann gemacht haben.

Und das ist völlig in Ordnung.

Es ist alles gut.

Versuche nicht zu sehr deinem Perfektionismus zu folgen und dass gleich alles geheilt sein muss.

Das ist eine Übung von Geduld und ich weiß,

Du hast schon sehr viel Geduld mitgebracht,

Aber wenn du diesen Weg jetzt gehst,

Hast du eine große Chance,

Dass es bald besser werden wird.

Fühl dich umarmt und ich wünsche dir alles,

Alles Gute.

4.8 (6)

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Timon

January 31, 2026

Danke – der Votrag hat mir sehr geholfen

Sarah

October 10, 2025

Wow, herzlichen Dank. Ich würde gerne mwhr darüber erfahren, wie ich diesen Weg gehen kann!

© 2026 Sarah Schwemin. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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