53:40

Verletzlichkeit ist deine Stärke - Was dir Geborgenheit gibt

by Gerhard Hross

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Meditation
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Manchmal überrascht uns das Leben mit Unvorhergesehenem: Schicksalsschläge, Unfälle, Nachrichten, die alle Pläne auf den Kopf stellen. In dieser Folge berichtet Kathrin von so einer existentiellen Erfahrung, die sie buchstäblich aus der Bahn geworfen hat. Im Gespräch mit Gerhard erzählt sie, wie wir uns konkret helfen können, um wieder in den Alltag zurückzufinden. Du erfährst, welche Hilfe lieb gemeint und nur teils hilfreich ist. Und: Was ist ein positives Learning aus einem solchen Ereignis?

Transkription

Hallo und herzlich willkommen zu Fullstop Forward,

Deinem Podcast für Achtsamkeit und die bewusst andere Perspektive.

Wir sind Katrin,

Ehrenamtliche Hospizbegleiterin und Gerhard,

Zertifizierter Resilienztrainer und wir sind sehr froh,

Dass Du heute den Weg zu unserem Podcast gefunden hast.

Diese Folge ist eine Folge,

Die anders abläuft,

Als Du es gewohnt bist.

Wir gehen in dieser Folge in die Interviewform.

Katrin wird von einem Erlebnis berichten,

Das sie im wahrsten Sinn des Wortes aus der Bahn geworfen hat oder ins Schleudern gebracht hat und da dachten wir,

Es ist vielleicht am einfachsten,

Wenn sie es Dir,

Mir und uns allen erzählt,

So wie sie es wahrgenommen hat und so,

Wie sie die Phase auch nach diesem Ereignis erlebt hat.

Wir würden heute gerne noch zwei Disclaimer vorweg schicken.

Das Ereignis,

Von dem wir heute berichten,

Ist nur eines von vielen,

Was uns passieren kann im Leben.

Wir möchten auf keinen Fall Dinge verallgemeinern oder pauschalisieren,

Denn gerade ich bin auch der Meinung,

Dass kein Schmerz schlimmer ist als der andere,

Jeder Schmerz individuell den wir fühlen.

Der zweite Punkt,

Der uns wichtig ist,

Die heutige Folge,

Ist ein Erfahrungsbericht,

Wie es sich anfühlen kann,

Wenn wir eine leidvolle Erfahrung machen oder sogar vielleicht eine existenzielle,

In dem wir mit unserer eigenen Endlichkeit konfrontiert werden und dementsprechend,

Wir werden keine psychotherapeutische Hilfestimmung heute geben,

Das heißt,

Wir werden eher Perspektiven und Gedanken aus unseren beiden Branchen geben,

Aus der Resilienz und aus der Endlichkeit.

Das heißt,

Wenn du dich besonders angetriggert von dem einen oder anderen fühlst und es ein Thema bei dir ist,

Dann bitten wir dich auf jeden Fall,

Dir professionelle Hilfestimmung zu holen.

Wenn ihr schon öfter unseren Podcast gehört habt,

Dann wisst ihr,

Dass wir in jedem Fall auch sehr positiv und mit einer Perspektive,

Mit allen Fällen umgehen,

Die wir schildern,

Mit allen Themen und so wird das natürlich auch heute sein.

Du kannst schon darauf vertrauen,

Dass,

Auch wenn wir unangenehme Dinge ansprechen,

Sie insgesamt gut aufgehoben sind und dir insgesamt trotzdem auch eine Perspektive und ein gutes Gefühl eröffnen werden.

Bevor wir anfangen,

Wollen wir trotzdem eine Tradition aufrechterhalten und diese Tradition ist die Frage nach dem Moment der Woche.

Also,

Ich frage dich jetzt Katrin,

Was hast du in letzter Zeit erlebt,

Was du interessant findest oder was dich bewegt hat?

Ich war letztes Wochenende bei einem Seminar,

Das trug den Titel Leben und Sterben gehören zusammen,

Ein Üben des Endlichseins,

Ein sehr intensiver Titel,

Der Tag war auch sehr intensiv und da fällt mir direkt jetzt auch für den Moment der Woche ein toller Moment ein.

In der Vorstellungsrunde zu Beginn hat der Mann,

Der neben mir in der Runde saß,

Folgendes gesagt und zwar,

Er hat gesagt,

Dass er mit einer Utopie des ewigen Lebens lebt,

Also dass er sich bislang eigentlich nie so richtig Gedanken über seine Endlichkeit gemacht hat oder dass sein Leben enden wird und er einfach lebt als wäre ewig hier auf der Welt.

Jetzt muss ich noch dazu sagen,

Er hat irgendwann im Laufe des Seminars auch erwähnt,

Dass er 70 plus ist,

Also schon ein sehr reifer Mann und er hat dann noch ergänzt,

Dass er manchmal mit zunehmendem Alter das Gefühl hat,

Dass sich eine Art Folie in sein Leben schiebt,

So als Metapher jetzt wie eine PowerPoint-Folie sozusagen ein Chart,

Auf dem eine Art Headline steht,

Es sind noch so und so viele Tage,

Die du hast und jetzt ist natürlich,

Es sind noch x Tage,

X ist dann sozusagen auch die Unbekannte in der Gleichung,

Also wir wissen sie nicht und das fand ich eigentlich einen sehr schönen Aspekt,

Den der Mann erwähnt hat.

Ich sage noch kurz was dazu.

Ich finde es immer bewundernswert,

Welche Seminare du besuchst,

Wir sind ja glaube ich beides Menschen,

Die gerne Weiterbildungen besuchen,

Aber ich finde die Offenheit und der Mut,

Mit dem du dich solchen Themen stellst,

Ist wirklich etwas ganz Besonderes und die Geschichte ist eigentlich schon fast anrührend,

Weil wir ja alle letztlich,

Wenn wir mal ehrlich sind,

Mit einem ähnlichen Thema umgehen müssen,

Also nämlich unsere Zeit ist knapp.

Stimmt,

Da hast du recht.

Hast du uns einen Moment der Woche heute mitgebracht?

Ja,

Ich habe einen Moment mitgebracht aus dem Urlaub.

Ich war mit der Familie in Dänemark im Urlaub und eine der ältesten Städte in Dänemark ist die Stadt Riebe,

Die ist auch bekannt dafür,

Dass dort Wikinger sind.

Wir sind auch wirklich noch da,

Also ich habe mir von einem Wikinger auch ein Schmuckstück machen lassen.

In dieser Stadt gibt es ein Hexenmuseum und das ist deswegen ganz interessant.

Es gab in dieser Stadt nicht viele Hexenverfolgungen und viele Hexenverbrennungen,

Aber tatsächlich ist eine Frau nach einem Prozess,

Der fast über 15 Jahre sich erstreckt hat,

Mit Unterbrechungen doch verbrannt worden in dieser Stadt und dieser Frau ist ein Museum gewidmet.

Und das ist sehr bewegend,

Wenn man da durchgeht,

Weil man diese Frau kennenlernt und es ist auch wahnsinnig interessant,

Weil man sich immer fragt,

Wie konnte es so weit kommen?

Und in dieser Ausstellung versteht man,

Dass die Zeit,

In der diese Frau als Hexe verbrannt wurde,

Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges,

Eine Zeit ist,

In der sehr viel Chaos geherrscht hat.

Es ist eine Zeit des Krieges,

Eine Zeit des Hungers,

Eine Zeit von Seuchen und Krankheiten,

Eine Zeit von Armut.

Man kann sagen,

Eine riesige Umbruchszeit und für die Leute bedeutet das natürlich auch absolute Unsicherheit und große,

Große Angst vor der Zukunft.

Und diese Angst und diese Unsicherheit wurde letztlich auf die Hexen projiziert.

Man hat versucht,

Das irgendwo festzumachen,

Noch einen Fixpunkt zu finden und zu sagen,

Es passiert uns alles,

Weil,

Weil diese Unerklärlichkeit des Chaos,

Die Unerklärlichkeit der Katastrophen Menschen unbefriedigt lässt.

Du kannst nicht einfach ein Leben lang leben ohne Antworten.

Zwar sicher die falsche Antwort,

Diese Frau zu verbrennen,

So viel ist ganz klar,

Aber einmal zu verstehen diesen Hintergrund,

Ist absolut hilfreich,

Weil auch wir leben ja immer wieder in Umbruchszeiten und viele von uns haben ja momentan auch das Gefühl,

Sind viele Krisen unterwegs,

Sicher noch nicht vergleichbar mit dem 30-jährigen Krieg,

Aber auch da sind Ängste unterwegs und wir suchen immer irgendwo Halt.

Also anders gesagt,

Wir versuchen das Chaotische oder das Böse immer irgendwie zu erklären.

Und deswegen fand ich das ganz interessant und wirklich auch bewegend,

Durch dieses Museum zu gehen und ich habe irgendwie etwas auch über mich dazu gelernt.

Ja prima,

Sehr eindrucksvoll,

Was du gerade durchschrieben hast,

Gerade in diesen Zeiten hast du ja auch gesagt,

Viele Krisen und viele Unsicherheiten,

Viele Fragen,

Die uns alle beschäftigen.

Ja,

Dann ist glaube ich jetzt der passende Moment,

Mit unserem Thema so richtig zu beginnen und wie angekündigt eben als ein kleines Interview.

Und natürlich die erste Frage an dich,

Katrin,

Was ist dir damals da passiert?

Vielleicht magst du etwas davon erzählen.

Ich hatte Ende letzten Jahres einen Autounfall,

Ich bin ins Auto gestiegen und sozusagen nicht dort angekommen,

Wo ich eigentlich ankommen wollte.

Ich war auf dem Weg von meiner Familie nach Hause zu mir und ich werde jetzt hier nicht oder möchte auch jetzt nicht mehr auf den Unfallhergang eingehen,

Aber soviel sei gesagt,

Das war ein Autounfall auf der Autobahn.

Genau,

Ich wurde ungesehen sozusagen von hinten erfasst.

Ja und im Endeffekt,

Ich habe im Nachhinein für mich auch so ein bisschen die Metapher für mich gefunden,

Wie so eine Metapher fürs ganze Leben,

Ganz oft ereilt es uns von hinten und wir sehen es nicht kommen,

Also es trifft uns aus dem Nichts und das,

Was uns im Leben so passiert oder was uns das Leben zumutet,

Das sitzt uns irgendwie so im Nacken und das fühlt sich schon,

Auch wenn ich es jetzt nochmal so ausspreche,

Den Satz einfach irgendwie so unangenehm an,

Weil alles,

Was so hinter uns passiert,

Im Nacken sitzt und so,

Das ist so eine ungeschützte Zone und das macht uns natürlich dann irgendwie in dem Moment auch allein beim Gedanken,

Glaube ich,

Schon hilflos und wenn uns so eine Situation ereilt,

Dann ja,

Ist es natürlich ein sehr einschneidendes Erlebnis,

Genau.

Und im Moment des Unfalls selbst war es eigentlich so,

Habe ich für mich jetzt auch so ein bisschen mir herauskristallisiert oder hat sich für mich herauskristallisiert,

Dass es so drei Aspekte oder drei Situationen,

Drei Emotionen irgendwie waren,

Also einmal auf jeden Fall die mangelnde Kontrollierbarkeit in dem Moment,

Also es passiert einfach,

Ich kann sprichwörtlich im Auto sitzend nicht einlenken und quasi nichts tun,

Da gibt es ganz viele andere Beispiele im Leben auch noch,

Dann der zweite Aspekt sind so das Thema Angst und Ohnmacht,

Was auch so ein bisschen in diesen Urängsten sozusagen vor dem Tod irgendwie mündet,

Also das ist ja auch mein Thema,

Ich komme ja aus der Hospizbegleitung beziehungsweise so aus dem Bereich der Endlichkeit,

Was mir auch sehr wichtig ist,

Das irgendwie einfach wieder mehr ins Leben zu bringen oder auch ein bisschen über meinen Instagram-Kanal dann eine Plattform zu bieten,

Also das kann ich auf jeden Fall sagen,

Hat das in mir auch angetriggert und das Ganze vielleicht noch ein bisschen potenziert oder zugespitzt,

Tatsächlich die Tatsache,

Dass ich daran erinnert wurde,

Dass mein Leben irgendwann enden wird und ich in diesem Moment sozusagen in meinem Leben war und mir die Frage gestellt habe,

Ist jetzt der Moment gekommen,

Wo jetzt in dieser Sekunde quasi mein Leben enden wird und ja,

Das war in der Tat ein sehr,

Sehr großer Moment für mich.

Ich würde sagen großer Moment ist etwas untertrieben,

Also ich denke,

Dass sich da vieles letztlich aufgewühlt hat,

Das hört man auch raus,

Ich kann mich auch erinnern damals,

Wie du mir das geschrieben hast,

Erst mal ganz kurz,

Was überhaupt los war oder so,

Da hatte ich auch das Gefühl,

Du erzählst sozusagen im Basics die Handlung der Unfall,

Aber du kannst es für dich noch gar nicht so in Worte fassen,

Was das gerade bedeutet und ich stelle mir insgesamt eben dieses Gefühl so schwierig vor,

Wenn so große Kräfte auf dich plötzlich einwirken und du eigentlich das Gefühl hast eben,

Ich habe gar keine Kontrolle mehr und es war für dich vielleicht so auch genauso ein ähnliches Gefühl,

Also der Moment.

Wir haben uns im Vorfeld ja auch ein bisschen ausgetauscht,

Ob wir das Thema wirklich auch zu einer Podcast-Folge machen oder ob es mir zu persönlich ist,

Mir ist tatsächlich einfach super wichtig,

Ja jetzt nicht irgendwie sensationslustig zu erzählen,

Hey dies und jenes ist mir passiert,

Sondern ich finde in so einem Erlebnis,

Was in der Tat sehr existenziell ist und davon gibt es ganz,

Ganz,

Ganz viele in unserem Leben,

Davon kann man sich was mitnehmen und jetzt natürlich nicht immer was Gutes und es gibt ja auch das Thema,

Hat Leid in unserem Leben was Gutes?

Weiß ich nicht,

Da habe ich irgendwie keine Antwort drauf,

Ich glaube,

Da muss man auch keine drauf haben,

Aber was auf jeden Fall und da werden wir jetzt dann ja auch noch näher drauf eingehen,

Schon ein Thema war,

Wie du es gerade auch beschrieben hast,

Also der Moment,

Es war ein Schockmoment im wahrsten Sinne des Wortes,

Im Endeffekt hat sich mein Alltag komplett sozusagen unterbrochen,

Also das Treiben im Alltag war wie ein Cut und in unserem Alltag denken wir ja ganz oft,

Es sei irgendwie ganz viel planbar,

Also ich will jetzt gar nicht von Einkaufsliste und vom Wochenplan sprechen,

Sondern weiß ich nicht,

Irgendwie,

Ich plane eine Karriere und dann puff,

Kommt es anders,

Dann bin ich enttäuscht,

Dann bin ich hilflos und so und unterm Strich merken wir aber glaube ich ganz oft im Leben,

Ohne dass wir es aber vielleicht auch so ja bewusst wahrnehmen oder wahrhaben wollen sogar vielleicht,

Dass das Leben sehr sehr fragil ist und dass es ganz schnell brüchig werden kann und dass dieses Brüchigwerden auch ja von heute auf morgen passieren kann oder von einer Sekunde auf die andere und ich habe,

Das habe ich dir glaube ich auch erzählt,

Ich hatte so diesen Begriff Schlagschatten im Sinn,

Also wenn ich so überlege,

Irgendwie es gibt einen Körper,

Was ist das physikalisch betrachtet,

Schiebt sich irgendwie so ein Gewader oder so ein Rechteck sozusagen zum Körper,

So ein Raum irgendwie in mein Leben und wirft einen Schlagschatten und ich stehe in diesem Schlagschatten,

Wie wenn die Sonne sozusagen eben einen Schatten wirft und die Herausforderung einfach damit so schwer umgehen zu können,

Weil wir das irgendwie nie so im Leben lernen oder irgendwie auch sonst natürlich nicht so praktizieren,

Weil einfach unser Alltag so ist,

Wie er ist und das ist ja auch total in Ordnung,

Das hat mir aber schon irgendwie gezeigt,

So boah krass,

Okay jetzt habe ich hier eine Situation und ich weiß gerade eigentlich überhaupt gar nicht,

Wie ich mit umgehen soll.

Das war schon so ein Moment auch,

Kann ich ganz klar sagen,

Irgendwie erstmal so von Hilflosigkeit und was sich danach eingestellt hat,

War in der Tat völliger Stillstand in meinem Leben,

Also die Folge dann sozusagen des Ganzen oder die,

Ja vielleicht gar nicht Folge,

Aber so die nächste Zeit und damit meine ich wirklich Wochen und eigentlich auch,

Ja also eher Wochen,

War erstmal so völlige Ruhe,

Völlige Stille,

Totaler Stillstand irgendwie in meinem Leben.

Ich habe auch ganz bewusst ganz viele Dinge nicht mehr in mein Leben gelassen und habe mir da irgendwie so meine Grenzen gesucht,

Was mir im Nachhinein wirklich sehr,

Sehr gut getan hat und wir beide haben ja ein kleines Lieblingsthema,

Nämlich die Stille.

Das war auch in unserer ersten Podcast-Folge schon ein bisschen rausgekommen.

Das hat mir einfach auch wieder gezeigt,

Dass in unserem Menschsein mit all den Herausforderungen und dem Trubel und dem Ganzen,

Was wir so zu bewältigen haben,

Wir Menschen sind ein Wesen der Natur und ja in der Natur ist es ganz oft still und dann findet man Ruhe und in so einem Moment des völligen Durcheinanderseins und des Chaoses ist es in der Tat gut einfach auch sich still einzuladen.

Das ist ganz klar,

Das unterschreibe ich natürlich wieder sofort.

Ich finde es wirklich spannend,

Was du erzählst,

Weil wir leben ja trotzdem immer noch in einer Zeit,

In der wir davon ausgehen über alles Kontrolle zu haben,

Dinge ständig planbar,

Verfügbar,

Erreichbar zu haben und es ist immer noch nicht Normalität,

Über das Gegenteil zu sprechen,

Nämlich Hilflosigkeit,

Kontrollverlust,

Orientierungsverlust und ich finde,

Dass wir das hier im Podcast machen können,

Ist schon mal immer eine ganz,

Ganz tolle Sache,

Weil für mich ist der Podcast genau deswegen wichtig,

Weil wir glaube ich auch genau solche Themen eben mal ansprechen wollen und denen Raum geben wollen,

Weil das ist auch Leben.

Leben ist halt ein Auf und Ab,

Ein Hin und Her und dazu gehören Krisenerfahrungen dazu.

Insofern finde ich es toll,

Dass du das jetzt hier so teilst und auch so offen teilst und ich finde es auch spannend,

Weil du selber schon ein paar Phasen eigentlich ansprichst,

Also das Unmittelbare danach,

So dieses erstmal zumachen,

Stille,

Runter,

Nicht wissen,

Wie es weitergeht,

Aber es ging ja weiter und vielleicht kannst du ein bisschen erzählen,

Was so als nächste Phasen kamen,

Auch wo du vielleicht schon ein bisschen Hilfe und Unterstützung erfahren hast.

Ja,

Sehr gern.

Also welchen Weg habe ich für mich gefunden oder wie habe ich das für mich irgendwie,

Will jetzt gar nicht sagen in den Griff bekommen,

Aber wie bin ich damit umgegangen.

Also ein Prinzip der Achtsamkeit haben wir ja auch schon in unserer Achtsamkeitsfolge näher beleuchtet.

Ja,

Doch,

Ein Prinzip,

Von dem ich auch überzeugt bin,

Ist schon so dieses Dinge annehmen,

Lernen oder bestimmte Situationen oder Gefühle oder Emotionen dann auch sozusagen abgeben,

Freigeben oder es irgendwie an die Hand nehmen.

So der Aspekt,

Okay,

Es ist so,

Wie es ist.

Ich kann es jetzt nicht ungeschehen machen und ich habe aber auch eine Wahl,

Wie ich damit umgehe.

Also ich fühle mich nicht so,

Als wäre ich jetzt sozusagen gefesselt in dieser Situation,

Sondern ja,

Es ist schlimm und ich bin das ja tief für mich auch irgendwie reingegangen.

Ich wollte das definitiv bearbeiten,

Um es dann irgendwie zu verarbeiten,

Aber eben ja,

Dieses ich habe eine Wahl,

Wie ich damit jetzt umgehe und ich bin jetzt nicht irgendwie ein Opfer meiner selbst und finde da irgendwie gar keinen Ausweg oder so.

Also es ist natürlich jetzt schon vielleicht auch,

Soweit wäre ich jetzt vor einigen Jahren nicht gewesen,

Muss ich auch ganz ehrlich dazu sagen.

Da hat mir meine Auseinandersetzung oder meine Arbeit auch eben in meinem Bereich so der Ähnlichkeit der Hospizbegleitung schon sehr viel geholfen,

Das will ich auch ganz klar dazu sagen.

Aber es ist eben so,

Das Leben gibt es immer nur im Paket Freude und Leid.

Also es gibt nie im Leben nur Freude und nur tolle Momente und nur Momente,

In denen wir Glück empfinden.

Eben,

Wie ich so vorhin das auch als Zitat von dem Mann im Moment der Woche gesagt habe,

Es schiebt sich auch immer wieder irgendwie so eine leidvolle oder schmerzvolle Erfahrung ins Leben und die größte Bemühung ist ja auch leidvolle Momente zu umgehen.

Wir haben ja immer irgendwie einen großen guten Handlungsspielraum uns so zurechtgelegt,

Indem wir solche Momente dann,

Indem wir ablenken,

Also uns ablenken,

Mit Shoppen gehen oder einfach andere Dinge machen oder auch nach einer stressigen Woche,

Wo vielleicht irgendwie vieles nicht so lief,

Wie man sich das vorgestellt hat,

Gibt es dann halt irgendwie den Alkohol oder die Schokolade.

Das glaube ich können wir alle bestätigen.

Aber eben so dieses unangenehme Gefühle überdecken oder wegschieben und eben nicht reingehen.

Und das wollte ich eben auf keinen Fall tun.

Das war so mein Commitment sozusagen mit mir selbst,

Obwohl es mir da irgendwie den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

Aber natürlich waren meine Routinen weg und mein Rahmen war weg.

Also alles das,

Was ich sonst auch in meinem Leben,

Sage ich mal,

Oder in meinem Alltag gut,

Ja auch ritualetechnisch irgendwie eingebaut habe.

Also,

Keine Ahnung,

Früh aufstehen,

Mal irgendwie meditieren oder auch mal einen Spaziergang machen und so.

Das sind so für mich in dem Moment so einfache Dinge gewesen,

Die dann auch irgendwie nicht mehr gingen.

Das ist mir einfach aufgefallen und hat mich,

Muss ich sagen,

Auch irgendwie sehr verwirrt,

Weil gerade weil es so einfache Dinge,

In Anführungszeichen,

Waren,

Die man in seinen Tag integrieren kann,

Fiel mir wahnsinnig schwer.

Und ja,

Der zweite Aspekt,

Den ich da auch gerne anbringen würde,

Ist der,

Dass sich natürlich super viele Fragen auch in mein Leben geschoben haben oder in meinen Sinn geschoben haben.

Also,

Warum ist mir das passiert?

Warum,

Warum ist mir das jetzt passiert?

Oder,

Oh,

Was wäre gewesen,

Wenn ich später losgefahren wäre,

Wenn ich an der einen Raststätte nicht rausgefahren wäre?

Oder wenn ich vorher vielleicht irgendwie noch bei einem Bäcker gehalten hätte?

Also,

Dieses Versuchen irgendwie oder so ein bisschen Fragen wie so ein Strohhalm irgendwie,

Um eine Antwort zu finden,

Warum es mir gerade passiert ist.

Oder auch eben,

Oh Gott,

Was da noch alles hätte irgendwie passieren können.

Ich könnte jetzt einen Rollstuhl setzen oder,

Weiß ich nicht,

Irgendwie wollte mir mein Leben damit was sagen.

Also,

Das sind alles so große Fragen.

Und ich finde es wahnsinnig wichtig,

Sich in solchen Momenten diese Fragen zu stellen,

Aber auch für sich quasi so weit zu gehen,

Dass ich mir sage,

Die Fragen sind wichtig.

Eben dieses Nicht-Weg-Schieben.

Aber es ist gar nicht so wichtig,

Darauf Antworten zu finden,

Weil ich kann mir die Frage gar nicht beantworten,

Warum es mir das passiert ist.

Das kann mir auch kein anderer sagen.

Oder,

Was wäre gewesen,

Wenn ich zehn Minuten später losgefahren wäre oder so.

Ich finde es nur ganz wichtig,

Dass wir es einfach in solchen Momenten dann schaffen,

Die Fragen irgendwie lebendig zu halten und uns das Fragen.

Aber eben,

Wie so ein kleines Commitment sozusagen mit uns eingehen und dann eben auch sagen,

Ich frage mich das jetzt und gehe da intensiv rein,

Aber ich erwarte jetzt irgendwie keine Antwort.

Und dann auch nicht irgendwie,

Hat dieses schlimme Ereignis,

Was auch immer es dann ist,

Gibt ja auch andere jetzt neben Unfällen,

Was will mir das für mein Leben sagen?

Oder muss ich daraus jetzt was Gutes ziehen können?

Man kann aus ganz vielen im Leben gar nichts Gutes ziehen,

Wenn was Schmerzhaftes passiert.

Ja,

Das sind viele Fragen.

Ich denke,

Das kennt auch jeder.

Und natürlich die Warum-Frage,

Die kannst du ja fast nicht aus dem Kopf bekommen.

Das verstehe ich total,

Dass sich das so beschäftigt.

Und ich habe jetzt noch gerade dazu eine Idee.

Also ich bin ja auch Theologe.

Und die Frage eben,

Warum das Böse?

Das ist zum Beispiel eine Frage,

Die in der Bibel ganz massiv vorkommt.

Es gibt eine Antwort.

Zum Beispiel das Volk Israel wurde ja erobert und verschleppt.

Und man kennt die Gefangenschaft,

Die babylonische Gefangenschaft in Babylon.

Und da haben sich viele Leute damals auch die Frage gestellt,

Warum?

Warum?

Warum?

Warum ich?

Warum wir?

Warum jetzt?

Und es gab eine Möglichkeit,

Das so zu deuten,

Dass man sagt,

Tun und Ergehen hängen zusammen.

Also wenn ich mich sozusagen nicht gut verhalte,

Wenn ich mich moralisch nicht gut verhalte,

Aber auch mich gegenüber der Gemeinschaft nicht gut verhalte,

Dann zieht das das Unglück auf mich.

Das ist eine Möglichkeit.

Das haben auch viele Propheten dann versucht,

So aufzugreifen.

Aber wie du sagst,

Das greift zu kurz.

Fast alle Erklärungsmodelle greifen letztlich zu kurz,

Weil oft das Böse,

Was geschieht oder das Chaos,

Was einbricht,

In keinem Verhältnis zu dem steht,

Was ich vielleicht getan haben könnte.

Es ist viel zu massiv,

Viel zu groß,

Viel zu wuchtig,

Viel zu unkontrolliert.

Das heißt,

Die Erklärung ist letztlich auch gar nicht stichhaltig.

Aber es war ein Erklärungsversuch der Tun-Ergehen-Zusammenhang.

Viele radikale oder fundamentalistische Christen benutzen das auch heute leider noch als Deutungsmuster.

Da kommt dann das Böse als Strafe Gottes.

Katastrophaler Gedanke.

Das ist eine wirkliche Katastrophe.

Nie und never ever würde ein Gott sozusagen Leute brutalster Weise vernichten,

Wegen,

Sage ich mal,

Irgendwelcher Verfehlungen.

Aber es ist noch sehr populär,

Dieses Modell.

Und ich finde,

Das ist sozusagen eine der dümmsten Antworten auf die Warum-Frage.

Und ich würde auch,

Wie du sagen,

Oft ist es einfacher,

Die Warum-Frage erst stehen zu lassen und für sich mitzunehmen und zu sagen,

Ich werde nie den großen Zusammenhang sehen können.

Aber ich werde vielleicht für mich die Frage nutzen können,

Für mich mein Leben ein bisschen neu zu finden,

Neu zu strukturieren und meine eigenen Schwerpunkte anders wieder zu setzen.

Und dann wird es ja konstruktiv.

Runter in der Skala.

Wenn ich in meinem Leben schon mal eine kleine Antwort finde oder das als Impuls nehme,

Dann ist schon viel gewonnen.

Und das höre ich bei dir raus.

Und ich höre auch raus,

Dass das eben ein langer Prozess ist.

Also einer,

Der dich auch was gekostet hat.

Deswegen noch mal toll,

Dass du heute den Mut hast,

Darüber zu sprechen.

Ja,

Gerne.

Auch wenn man sich dann in so einer Situation oft alleine fühlt,

Ist man natürlich dann doch nicht allein auf der Welt.

Und mich würde jetzt interessieren,

Wie dein Umfeld darauf reagiert hat,

Auf die Nachricht von deinem Unfall,

Aber auch,

Wie es dir dann gegangen ist.

Was hat dir da geholfen?

Und was war vielleicht weniger hilfreich in deiner Situation?

Ja,

Ich war auf jeden Fall sehr aufgefangen und sehr geborgen.

Ich war oder wurde liebevoll betreut,

Sowohl natürlich an dem Tag selbst von Rettungskräften,

Aber auch eben von meinen zugehörigen Familienfreunden,

Also engsten Freunden.

Wenn so ein Moment passiert,

Dann sind eigentlich ja auch alle beteiligt,

Sozusagen mit einer Katastrophe konfrontiert.

Also natürlich man selbst,

Dem es irgendwie ereilt,

Aber auch alle anderen,

Also der Lebenspartner,

Die Eltern,

Die dann irgendwie vielleicht als Erste davon erfahren.

Und dann in Abstufungen,

Nenne ich es mal,

Beste Freundinnen,

Vielleicht ein bisschen weiter entfernte Freundinnen,

Arbeitskollegen,

Bekannte und so weiter.

Das heißt,

Alle fühlen sich dann natürlich auch in diesem Umfeld irgendwie auch an ihre eigene Endlichkeit erinnert und haben natürlich auch einen Schmerz.

Weil klar,

Es gibt eine Handvoll oder zwei,

Drei Hände voll Leuten,

Denen ich wichtig bin und das hat natürlich auch was mit ihnen gemacht.

Ein Aspekt,

Den ich da gerne auch bringen würde,

Ist tatsächlich jetzt ein bisschen kritischer,

Aber ich möchte ihn quasi so formulieren,

Dass wir uns alle was mitnehmen können.

Ich habe das vorher auch schon ganz oft aus dem Bereich der Trauer gehört und bin jetzt in dem ganzen Trauer Komplex,

Sage ich jetzt mal,

Nicht ganz so firm.

Habe es aber jetzt durch dieses Erlebnis wirklich auch erlebt und dachte mir,

Ja,

Da kann ich zustimmen.

Und zwar versuchen wir Personen,

Denen was widerfahren ist,

Ganz oft mit,

Ich sage mal,

Argumenten zu begegnen,

Indem wir versuchen wollen zu helfen.

Also ich glaube,

Jeder kennt es auch irgendwie.

Es sind dann auch in meinem Fall Sätze gefallen wie,

Sei doch froh,

Dass es nicht mehr passiert ist.

Mensch,

Den Blechschaden,

Den kann man irgendwie reparieren.

Oder ja,

Du,

Da bist du ja noch mal echt mit dem blauen Auge davon gekommen und jetzt denk da mal nicht so oft an den Unfall,

Sondern guck nach vorne.

Und ich unterstelle jetzt allen,

Die mir das gesagt haben,

Tiefste Anteilnahme und auch den Wunsch mit Trost und Hoffnung zu spenden und Empathie und Mitgefühl,

Das möchte ich wirklich ganz hervorheben.

Doch möchte ich quasi an der Stelle auch sagen,

Dass man immer als derjenige,

Und da nehme ich mich nicht aus,

Ich habe das auch schon oft zu Personen so gesagt,

Es kann für die Person ja noch mehr dahinter stecken.

Also im Falle jetzt von,

Mensch,

Solange das nur Blechschaden ist,

Den kann man doch reparieren,

Möchte ich quasi so als Gegenbeispiel oder so nennen,

Ja,

Es ist natürlich ein Auto und ja,

Ist natürlich besser,

Wenn dem Auto was passiert als Knautschzone wie mir oder meinem Körper.

Dennoch hängen am Auto vielleicht irgendwie tiefe Erinnerungen und jetzt war es in meinem Fall ein Totalschaden,

Das heißt,

Der war nicht mehr reparabel.

Und ich möchte einfach darauf hinweisen,

Dass solche Sätze natürlich supergut gemeint sind,

Aber irgendwie im anderen auch vielleicht nochmal zusätzlich einen Schmerz vertiefen oder verstärken können.

Natürlich nicht müssen und in jedem Fall auch nicht.

Oder vielleicht hat mich in dem Moment irgendwie auch dieser Unfall in der Lebensphase ereilt,

In dem sowieso schon super viel Schlimmes passiert ist.

Also eine Kette von vielen schmerzvollen,

Neidvollen Erfahrungen,

Die mich durcheinander gebracht haben,

Die mich hilflos erscheinen lassen und so weiter.

Und dann ist vielleicht eines in dieser Kette,

In dem Fall jetzt beispielsweise ein Unfall oder eine Todesnachricht,

Eine eigene Diagnose,

Ein Verlust vom Job,

Wie auch immer.

Da gibt es ja ganz viel.

Dann ist das vielleicht so das letzte Quäntchen,

Was es sozusagen nochmal potenziert.

Und wenn mir dann sozusagen jemand sagt,

Mensch,

Jetzt denk nicht so viel über den Unfall nach,

Sondern guck nach vorne,

Dann finde ich,

Ist es fast ein bisschen,

Um vielleicht so eine Metapher zu bringen,

Wie so eine Art Pflaster,

Was derjenige,

Der so Sätze sagt,

Glaube ich eher für sich dann auch sagt,

Im Sinne von,

Hey,

Ich habe doch jetzt quasi geholfen.

Ich habe jetzt Mitgefühl gezeigt und ja,

Jetzt ist die versorgt.

Jetzt habe ich was gesagt und jetzt passt es.

Also so dieser Perspektivwechsel,

Der wäre mir an der Stelle eigentlich wichtig.

Und klar,

Ich glaube,

Menschen,

Die in Trauer sind oder die Trauerphasen schon durchlebt haben,

Glaube ich,

Werden mir das bestätigen.

Man möchte sich ja dann in seiner Trauer gesehen fühlen.

Also man möchte dann auch einfach jammern dürfen irgendwie und niemanden gegenüber von sich haben,

Der dann sagt,

Ach komm,

Das wird schon wieder,

Weil in dem Moment wird einfach nichts.

Und vielleicht wird es auch auf ganz viele Zeiten nichts,

Vielleicht wird es auch die nächsten Jahre nichts,

Aber eben so dieses Gesehene fühlen.

Und von daher möchte ich euch,

Liebe Zuhörenden,

Auch super gerne ermutigen,

Dass wenn ihr solche Situationen in eurem Umfeld habt,

Dass ihr jederzeit auch sagen dürft,

Dass ihr hilflos seid und nicht wisst,

Was ihr gerade sagen könnt.

Oder wenn ihr auch keine Lösungs-,

Ihr könnt vielleicht manchmal auch gar keine Lösungsstrategien haben,

Aber dann ist es total okay zu sagen,

Scheiße,

Es tut mir so wahnsinnig leid,

Was dir passiert ist und ich habe einfach gerade überhaupt keine Ahnung,

Was ich dir sagen kann.

Und es tut mir so unfassbar leid,

Aber ich fühle mich dir und du darfst dich jederzeit melden und ich bin für dich da.

Und es ist so,

So,

So viel mehr wie dann zu sagen,

Ja,

Du,

Den Blechschaden,

Den vergiss jetzt mal sozusagen.

Und um vielleicht sogar noch einen Schritt weiter zu gehen,

Das ist auch so ein Thema,

Ein bisschen aus der,

Aus der Trauerbegleitung vielleicht schon eher,

Eben dieses gemeinsame Aushalten und,

Ja,

Hoffnung geben und so für den anderen einfach da sein.

Wir sagen ja oft,

Meld dich,

Wenn du was brauchst.

Da möchte ich gerne animieren dazu oder einen Appell sozusagen rausschicken,

Euch sogar so weit aus dem Fenster zu lehnen und nicht zu sagen,

Meld dich,

Wenn du was brauchst,

Sondern ich meld mich bei dir.

Also auch wenn es so ein bisschen aufdringlich vielleicht in dem Moment irgendwie klingt,

Aber so ein konkretes Daseinsangebot geben und für sich selber riskieren,

Dass man vielleicht ein bisschen aufdringlich ist,

Weil es hilft dem anderen.

Der andere wird nicht anrufen und sagen,

Du,

Mir geht es heute so schlecht,

Kannst du mir eine Topfsuppe kochen?

Das wird derjenige,

Glaube ich,

In den ganz seltensten Fällen tun,

Aber wenn wir dann mit dem gekochten Topfsuppe vor der Tür stehen,

Dann macht es auf jeden Fall,

Vielleicht oder bringt man mal so eine,

So eine,

Ja,

Hilfreichere Qualität auch rein.

Ja,

Ich finde das sehr ehrlich von dir,

Was du gerade sagst und ich glaube,

Dass da wirklich eine große Hilfe darin steckt.

Es ist ja auch eine Entlastung für die Zuhörenden oder die Menschen,

Die trösten wollen,

Wenn sie wissen,

Es ist okay,

Dass ich es nicht weiß,

Was ich sagen soll,

Weil die Tatsache,

Dass ich überhaupt da bin,

Reicht.

Also insofern nimmt es vielleicht auch den Druck,

Weil es ist ja wirklich schwierig,

Als Angehöriger,

Als tröstender Mensch,

Worte da zu finden in solchen Situationen und ich würde auch sagen,

Die Nähe und einfach das Signal,

Dass man da ist,

Ist ausreichend.

Und das ist eine ganze Menge,

Da zu sein,

Also für jemanden da zu sein und mit ihm zu schweigen.

Wir denken immer,

Wir müssen dann so viel tun irgendwie,

Also so dieses Geschäftige ins Machen,

Ins Tun kommen,

Das müssen wir gar nicht.

Also einfach da sitzen und zusammen auf der Couch sitzen und wenn sie es zusammen weinen oder,

Ja,

Einfach irgendwie ins Nichts gucken nach vorne.

Aber dieses einfach,

Dieses Dasein ist,

Würde ich fast sagen,

Irgendwie der Himmel dann auf Erden.

Auf der Couch sitzen und zusammen weinen.

Das hat auch eine Frau getan,

Deren Buch ich gerade lese,

Die Valarika Ur.

Sie ist jetzt gerade so Anfang 40,

Lebt in den USA.

Ihre Großeltern stammen aus Indien.

Sie selber ist in Kalifornien geboren.

Sie gehört der Glaubensrichtung der Sikhs an und sie berichtet davon,

Dass eben nach den Terroranschlägen von 9-11 fast so eine Art Treibjagden auf alle Menschen in den USA gemacht wurden,

Die einen Turban tragen.

Jetzt tragen die männlichen Sikhs alle einen Turban und tatsächlich ist leider ihr Onkel erschossen worden an einer Tankstelle,

Die ihm gehört hat.

Sie selbst ist danach losgezogen mit einer Kamera und hat so ihre Verwandten und später auch viele andere Gemeinden aufgesucht,

Um zu dokumentieren,

Was da geschieht.

Dabei ist ja genau das passiert,

Dass sie sprachlos wurde.

Also sie wollte eigentlich Aufklärungsarbeit leisten und auch trösten und sie sagt,

Am Ende ist es genau immer so passiert.

Die Kamera stand da und sie ist bei den anderen auf dem Sofa gesessen und hat mit geweint.

Und das ist genau das,

Was du gerade sagst.

Sie hat daraus dann ein Projekt entwickelt,

Revolutionary Love,

Also revolutionäre Liebe und die geht genau darauf ein,

Dass man sagt,

Das Wichtigste ist,

Dich für andere zu engagieren und für andere da zu sein,

Ohne große Worte.

Wann immer,

Wo etwas geschieht in deiner Gemeinde,

In deinem Umfeld,

Was vielleicht Unrecht ist oder wo Menschen leiden,

Geh hin und sei da.

Punkt.

Und das erinnert mich eben total daran.

Das ist wirklich der Weg und der ist einerseits ganz schwer,

Weil man sich auch öffnen muss und sich engagieren muss und andererseits ist er so wahnsinnig leicht,

Weil da sein ist es schon.

Der Rest wird schon verstanden.

Das finde ich eigentlich einen extrem tollen Ratschlag und ich beherzige den auch nicht,

Aber ich werde es tun.

Also ich finde es wirklich sehr,

Sehr nachdrücklich und sehr,

Sehr wichtig,

Diesen Weg zu gehen.

Ja und gleichzeitig,

Wenn man jetzt das,

Was ich jetzt eben ein bisschen beschrieben habe,

Also es war jetzt natürlich auch wie so eine Art Übungsfall jetzt im Rahmen unserer Podcast-Folge.

Ich habe es auch natürlich zu anderen schon gesagt mit,

Hey,

Sei doch mal froh,

Dass nicht mehr passiert ist.

Also wie gesagt,

Ich nehme mich da nicht aus,

Aber so,

Ja,

Lasst uns als kleinen Reminder einfach so stehen,

Dass wir uns auch daran immer wieder erinnern dürfen und dass es in dem Sinn auch völlig reicht,

Sozusagen für jemanden anderen da zu sein und einfach den Raum zu halten und den Moment einfach zu bieten.

Ja,

Ist toll,

Dass du so frei erzählst,

Was du da erlebt hast,

Weil ich denke,

Ich lerne schon gerade ganz viel und ich hoffe,

Die Zuhörenden auch.

Und was gibt es vielleicht noch für Tipps bzw.

Was hast du erlebt,

Wo du dir gedacht hast,

Das war eine echte Hilfe,

Da bin ich jetzt weitergekommen?

Ich habe ja vorhin schon kurz erwähnt,

Dass mir in dem Moment wichtig war,

Es jetzt tatsächlich nicht beiseite zu schieben,

Was ich definitiv vor vielen Jahren oder früher getan hätte.

Aber ich wollte das irgendwie gestalten und nicht nur irgendwie so erdulden oder eben,

Ja,

Wie gesagt,

Mich jetzt nicht irgendwie in so eine Opferhaltung selbst hineinkatapultieren.

Ja,

Woher ich die Erkenntnis genommen habe,

Kann ich ehrlicherweise jetzt auch nicht so richtig beschreiben.

Ich beziehe es jetzt tatsächlich darauf,

Dass ich seit einigen Jahren einfach in der Ätherospizbegleitung ein Übenendlichsein und so in diesem ganzen Themenkomplex zu Hause bin,

Weil es mir natürlich in dem Moment einfach auch noch mal ganz,

Ganz klar gezeigt hat,

Es ist wirklich die eine Sekunde und die andere kann ganz anders sein.

Genau.

Nichtsdestotrotz saß ich aber natürlich dann auch so zu Hause auf meiner Couch und habe so vor mich hingeguckt und dachte mir,

Hey,

Jetzt bist du Hospizbegleiterin und hast ja eigentlich den besten Werkzeugkoffer neben dir stehen.

Und den Aspekt haben wir beide hier im Podcast auch schon oft oder des Öfteren angesprochen,

Man kann sich nicht selbst coachen.

Das bringt nichts.

Und natürlich hatte ich auch ärztliche Unterstützung.

Also das möchte ich jetzt heute auch gar nicht so zum Thema machen,

Sondern eher,

Welche Tools mir noch sozusagen geholfen haben.

Ich habe viel reflektiert.

Ich habe es vorhin schon erwähnt.

Ich habe viel Stille,

Extrem viel Stille in mein Leben eingeladen.

Und wer mich persönlich kennt,

Weiß,

Dass mir das nicht leicht fällt,

Dass ich gerne viel am Wuseln bin und tausend Themen habe und mir in der Regel eigentlich nie langweilig wird.

Aber ja,

Das war noch mal echt so eine Herausforderung,

Für mich gelassen zu bleiben und mir auch die Zeit zu genehmigen.

Und im Rückblick hat mir das mit am besten getan,

Dieses viele,

Ja,

Die Pause im Leben auszeitnehmen,

Tatsächlich in die Bademanne gehen,

Mal hier Yoga machen und nicht irgendwie Yoga,

Was jetzt total pusht oder so.

Also super viel in die Selbstversorgung gehen.

Ich habe sehr,

Sehr viel geschrieben.

Das hat mir auch gut geholfen,

Einfach irgendwie den Gedanken irgendwo Raum zu geben und sie eben,

Wie gesagt,

Im Kopf nicht beiseite zu schieben,

Sondern sie eher aus dem Kopf zu bringen,

Dass sie dann irgendwo auch sind.

Und ich kann ja da auch jederzeit immer wieder darauf zugreifen.

Und das alles war für mich so ein bisschen auch so ein,

Ich nenne es mal Verstoffwechseln oder so wie so ein Wiederkäuen,

Wie bei so einer Kuh irgendwie.

Also ich habe das immer wieder so gewälzt und wiedergekäut und dadurch irgendwie verstoffwechselt.

Und dann ist irgendwie unten in Anführungszeichen was bei rumgekommen,

Was irgendwie nicht mehr so dramatisch für mich war.

Also kann ich jetzt natürlich aus der Sicht fast ein Jahr später sagen,

Das habe ich damals in der unmittelbaren Zeit danach natürlich jetzt nicht so parat gehabt.

Ich konnte auch sehr lange abends nicht einschlafen und habe mir dann gedacht,

Gut,

Dann stelle ich mir einfach oder mache ich mir mal abends eine Einschlafmeditation an.

Das habe ich auch sehr viele Wochen oder ich würde fast sagen Monate eigentlich noch gemacht und habe es mir inzwischen auch noch so zur Routine gemacht.

Also ich habe seit dem Ereignis irgendwie angefangen,

Eher abends noch ein bisschen zu meditieren als frühmorgen,

Um in den Tag zu starten.

Aber das hat sich einfach so ergeben.

Und ja,

So dieses Thema Grenzen setzen irgendwie,

Das beschreibt es für mich vielleicht jetzt noch mal so ein bisschen auch zusammenfassend.

Also irgendwie mir auch selbst sagen,

Ich muss jetzt in der Zeit einfach nichts leisten.

Ich bin jetzt einfach mit diesem Ereignis und mit diesen Gefühlen erstmal beschäftigt und damit kann ich jetzt einfach erstmal gucken,

Was sich irgendwie alles ergibt und muss jetzt nicht sofort weitermachen.

Und ich hatte dann auch viel Unterstützung eben von meinem Umfeld.

Also die waren auch alle sehr lieb in der Zeit mit mir und haben mir jetzt nicht besonders zusätzlich noch mal was zugemutet.

Aber eben auch so,

Dass ich mir die Grenze setzte,

Dann vielleicht auch im Alltag irgendwie zu sagen,

Hey danke für deine E-Mail,

Ich antworte dir nächste Woche.

Nicht,

Ja ich habe gerade keine Zeit,

Ich melde mich morgen,

Sondern bewusst irgendwie so eine weitere Zeitspanne mir irgendwie herauszunehmen.

Und das akzeptieren ja auch alle irgendwie.

Wir denken glaube ich dann ganz oft selbst auch so,

Oh Gott,

Ich kann den oder die jetzt irgendwie auch gar nicht bis nächste Woche warten lassen.

Vielleicht noch so auf körperlicher Ebene.

Ich hatte verordnete Physiotherapie und bin auch selbstständig noch zur Osteopathie gegangen.

Das hat mir auch wirklich wahnsinnig gut geholfen.

Und was ich dort auch kennengelernt habe,

Das nennt sich Trauma Release Exercises.

Das ist so eine spezielle Übungsart,

Sage ich mal.

Ich habe mich dann auch mit dem Physiotherapeut ein bisschen näher drüber unterhalten und fand einen Aspekt auch noch echt gut,

Das einfach zu wissen.

Weil ganz oft ist ja so,

Unwissen macht uns ja auch hilflos sozusagen.

Und zwar sind wir in dem Gespräch darauf gekommen,

Dass sich Tiere nach einem Angriff schütteln.

Also wenn ein Hase angegriffen wird zum Beispiel,

Dann schüttelt der sich oder ein Hund auch oder so.

Oder der Hase,

Der schlägt da noch ein paar Haken und dann geht es weiter.

Und das finde ich eigentlich auch so eine ganz schöne Metapher jetzt wieder.

Weil wir Menschen,

Uns erheilt was und wir machen dann aber ganz oft weiter.

Das war das vorhin Erwähnte,

Wir schieben es weg,

Wir übertünchen es und so weiter.

Und dieses krass,

Ein Tier ist ja irgendwie auch Natur,

Während wir Menschen auch ein Teil der Natur sind.

Und die Tiere haben es aber noch in sich,

Dass sie sich einfach nach einem Angriff schütteln und diesen Stress abschütteln sozusagen.

Und dann eben nicht sofort weitermachen.

Und das war so in dieser ganzen Zeit danach,

Also in den Wochen und Monaten,

Waren mir solche Gedanken einfach sehr hilfreich.

Super,

Wie wollen wir weitermachen?

Ich habe gar keine Ahnung mehr.

Ich war jetzt ganz gebannt,

Was du alles erzählst.

Das sind ganz wunderbare Tipps,

Die du da gibst.

Das sind eigentlich schon mehr als Tipps.

Also es ist wirklich etwas,

Was du total für dich mitnehmen kannst.

Und ich denke,

Jeder,

Der in solche Situationen gerät,

Weiß jetzt zumindest,

Wie man wieder nach vorne blicken kann.

Ich fand es auch toll,

Körperliche Ebene,

Zum Beispiel Osteopathie,

Was du ansprichst.

Also dass es wirklich nicht immer über die Seele gehen muss,

Sondern über den Körper,

Über das Spüren.

Ich glaube,

Das ist ein sehr,

Sehr guter Tipp.

Dann kommt man auch mal aus seinem Kopf wieder raus.

Also wirklich ganz,

Ganz wunderbar.

Und jetzt wäre es natürlich noch mal spannend zu sehen,

Was ist so vielleicht so ein Gesamt-Fazit oder ein Gesamteindruck,

Den du mitnimmst?

Also was hat so diese Zeit mit dir gemacht oder wie siehst du dich jetzt?

Ja,

Die Zeit hat mir gezeigt,

Dass es eine Zeit war,

Um mit mir in Kontakt zu kommen.

Und natürlich war dieses Erlebnis irgendwie so ein Weckruf.

Das,

Glaube ich,

Kam jetzt auch ganz,

Ganz gut raus.

Und ich würde sogar vielleicht noch einen Schritt weitergehen und bezogen auch auf mein restliches Leben sagen,

Dass es so eine Art Wendepunkt war.

Also das soll jetzt nicht so bedeutungsschwanger klingen.

Und ich weiß ja auch nicht,

Was noch kommt,

Was mir noch alles widerfährt.

Aber ich habe irgendwie mitgenommen,

Dass es so ein kleiner Arschtritt vom Universum war,

Mal wieder dahin zu gucken,

Einfach täglich sich ein bisschen in Dankbarkeit üben.

Und die Dinge,

Die auch immer so trivial klingen,

Aber sich hinsetzen und die Tasse Tee trinken und nur zu gucken und nicht schon wieder irgendwie in die nächsten zehn Minuten zu denken oder so.

Also dass die einfachen Dinge im Leben eigentlich die sind,

Die uns sehr hilfreich sind und irgendwie auch nach vorne bringen.

Und wir hatten es vorhin auch im Austausch mit unserer Umwelt oder mit unserem Umfeld,

Dass es total gut ist,

Auch in die Gemeinschaft zu gehen.

Also man muss nicht immer alles irgendwie mit sich alleine ausmachen.

Man muss auch nicht alles alleine schaffen.

Also man kann sich durchaus in vielen verschiedenen Facetten Hilfe holen.

Und vielleicht so als zweites Fazit nochmal ein bisschen in Richtung Blick vielleicht auch so vom Lebensende her oder eben auf diese Endlichkeit bezogen.

Es hat mir auch gezeigt,

Dass es durchaus hilfreich ist,

Dass ich mir irgendwie ein vorsichtigeres Weltgefühl selbst entwickle.

Also dass ich nicht irgendwie einfach so davon ausgehe,

Was ich vorhin auch schon kurz beschrieben habe.

So dieses,

Ja,

Es ist alles unendlich.

Oder anders ausgedrückt,

Es ist auch so ein Lieblingssatz von mir,

Alles was einen Anfang hat,

Hat auch irgendwann ein Ende.

Und das kann man jetzt auf eine Beziehung beziehen.

Das ist natürlich ein Satz,

Der dann auch vielleicht in so einem Kontext sehr weh tut,

Wenn man darüber nachdenkt.

Aber es bezieht sich auch auf ein Auto.

Wenn ich ein Auto irgendwann bekomme,

Dann kann es wie bei mir der Fall sein,

Ich habe einen Autounfall und dann ist dieses Auto,

Dann hat dieses Auto ein Ende oder die Beziehung zu einem Auto,

Wenn man es jetzt vielleicht so sehen will.

Also egal was wir haben,

Wir können uns ja nicht von Verlusten abschirmen.

Und ich denke,

Das ist ja auch ein Punkt,

Der uns beiden hier im Podcast immer sehr wichtig ist.

Ja,

Das Leben ist ein Geschenk und eine Aufgabe zugleich.

Weil du auch die Beziehungen ansprichst,

Alles was einen Anfang hat,

Hat ein Ende.

Da kann man das vielleicht ja auch so sehen,

Dass es Phasen sind,

Die ein Ende finden.

Also es muss ja auch da nicht so sein,

Dass die Beziehung gleich endet,

Aber eben eine Beziehungsphase.

Dann kann vielleicht genau auch da das Gleiche passieren,

Was dir passiert ist,

Dass du in die Unsicherheit kommst,

Die Kontrolle verlierst,

Das was dir selbstverständlich war bisher entgleitet und du wirklich in dieser Verwirrung dastehst und erst schrittweise Stück für Stück dich und in dem Fall auch die Beziehung wieder neu finden musst.

Dafür gibt es auch ein schönes Bild von der Wallerika Uhr.

Wenige Tage bevor Donald Trump seine Amtszeit angetreten hat,

Wurde sie eingeladen in Washington in einer Kirche die Predigt zu halten.

Und es waren sehr viele nicht weiße Menschen da,

Die hatten natürlich sehr viel Angst und Zweifel über die Zukunft angesichts dieses Amtsantritts,

Weil es war schon klar,

Wer da an die Macht kommt und wie sich das auswirken wird.

Und die Wallerika Uhr stand eben am Mikrofon und hat gefragt,

Is it the darkness of the tomb or is it the darkness of the womb?

Erleben wir gerade die Dunkelheit eines Grabes oder erleben wir die Dunkelheit im Mutterschoß?

Erleben wir eine dunkle Zeit,

Die letztlich zum Tod,

Zum Untergang führt oder erleben wir eine dunkle Zeit,

Die letztlich zu einer Geburt und einem Neuanfang führt?

Und das ist genau die Frage,

Also große Frage hier,

Groß aufgezogen,

Aber manchmal stellt sich ja,

Haben wir gerade gehört,

Genau diese Frage so dramatisch im Leben.

Und am Ende ist es immer diese Entscheidung,

Setze ich darauf,

Dass auch in der größten Dunkelheit etwas Neues kommt und auch ich vielleicht wiedergeboren,

Neugeboren werden kann oder zweifle ich eher und gleite sozusagen etwas mehr in die Dunkelheit und rechne eher mit dem Schlimmsten.

Da haben wir oft erst einmal gar nicht so viel Einfluss drauf,

Aus meiner Sicht,

Weil das so ein bisschen unsere Prägung ist.

Aber ich glaube,

In dem Augenblick,

Wo es uns bewusst wird,

Kann man Schritte gehen und du hast gerade ganz viele Schritte erzählt,

Die vielleicht eben die Schritte zum Licht,

Die Schritte zur Neugeburt,

Die Schritte zum Neuanfang sein können.

Deswegen hat mich das sehr beeindruckt und man kann auch ihre Rede tatsächlich natürlich im YouTube anhören,

Hat auch,

Weiß ich nicht,

Zehn Millionen Klicks mittlerweile und die zu Recht,

Es ist wirklich sehr,

Sehr nachdrücklich,

Wie sie das erzählt und auch wie die Leute darauf reagieren.

Ja,

Das ist super,

Das verlinken wir auf jeden Fall oder beziehungsweise packen wir in die Shownotes.

Das können wir super gerne machen.

Ja,

Das bringt mich jetzt gerade auch noch auf die Idee oder auf den Gedanken der Demut,

Ist ja der nächste große Begriff.

Aber eben dieser Aspekt,

Du hast alles in dir,

Was du eigentlich brauchst und wir müssen gar nicht immer irgendwie im Mangel leben,

Sondern das,

Was du gerade von ihr beschrieben hast,

Dieses eben vielleicht jetzt mal übersetzt nach vorne gucken und es kann jetzt auch daraus was entstehen sozusagen.

Also dieser sprichwörtliche Mutterschoß hat ja auch irgendwie im weitesten auch nochmal irgendwie mit dem Thema Liebe zu tun.

Also die Liebe,

Die wir unseren Mitmenschen sozusagen auch entgegenbringen,

Um für sie da zu sein,

Woraus dann sozusagen wieder was Offenes entstehen kann.

Eigentlich brauchen wir im Leben nichts weiter außer Liebe.

Darum ist auch der Wahlspruch auf der Playstation bei mir.

Love,

Peace and Happiness.

Sehr gut,

Sehr gut.

Nee,

Wirklich natürlich klar und es klingt dann so einfach.

Es klingt halt dann immer banal,

Wenn man sagt,

Also wir brauchen eigentlich nur Liebe.

Aber nachdem,

Was du jetzt alles erzählt hast,

Verstehen wir das natürlich auch alles komplett anders.

Also was es eigentlich bedeutet,

Wirklich dieses Offensein,

Wirklich sich engagieren,

Wirklich da sein für andere.

Aber es ist der Schlüssel,

Das ist mit Sicherheit immer der Weg,

Sich zu öffnen für alle,

Alle anderen.

Und das ist das Thema Verbundenheit.

Also wir haben ja hier immer unser schönes Achtsamkeitsvokabular,

Die Demut und auch die Verbundenheit ist so ein Klassiker.

Und damit ist natürlich gemeint,

Dass letztlich wir Menschen,

Alle uns ähnlich sind,

Wir alle zusammengehören,

Wir alle uns gegenseitig auch spüren und wahrnehmen können und auch füreinander Verantwortung übernehmen können.

Auch das kann ein hilfreicher Gedanke sein.

Ich bin nicht allein und ich muss nicht alles alleine schaffen.

Ich kann mich auch auf die anderen verlassen und auch auf die anderen zugehen.

Und das ist,

Glaube ich,

Die wichtigste Perspektive,

Die man mitnehmen kann in so einer Situation.

Verbundenheit.

Wir gehören alle zusammen,

Sitzen alle im selben Boot.

Und die Verbundenheit auch dafür nutzen,

Um sich sozusagen gemeinsam darüber auszutauschen,

Dass es jetzt nicht komisch ist,

Wenn ich mir irgendwie denke,

Oh Gott,

Was hätte passieren können?

Ich könnte jetzt auch tot sein.

Also das ist ja so ein großer Gedanke,

Den ich vorhin auch erwähnt habe,

Dass man es nicht mit sich selber ausmacht,

Sondern eben auf den anderen zugeht.

Und auch mit dem anderen irgendwie oder mit Menschen,

Denen man vertraut,

Ist es einfach thematisiert.

Wir sind auf der Erde einfach nur Gast.

Und das wird irgendwann zu Ende gehen.

Ja.

Und weil wir ja gerade im Herbst sind und dann auch jetzt die Totengedenktage kommen,

Dann bleiben wir jetzt gleich mal so richtig bei dem Thema.

Und noch ein letzter,

Dritter Gedanke von der Valarika Ur.

Die ist einfach wirklich eine tolle Frau.

Wir wissen ja alle,

Wir stehen auch in einer Kette von Generationen.

Wir sind erst mal Nachfahren aus einer bestimmten Familie,

Aber auch aus einer bestimmten Geschichte.

Und so kommen wir in die Welt und so bauen wir die Welt weiter.

Und der Gedanke,

Dass wir aber auch Vorfahren sind,

Das heißt,

Dass wir auch jetzt eine Zukunft bauen,

Auf die sich andere verlassen wollen und in der andere aufleben und aufblühen wollen,

Ist ja auch ein wahnsinnig faszinierender Gedanke.

Und so kann eigentlich die Verbundenheit auch in die Zeiten reichen.

Die Verbundenheit zurück in unsere Familiengeschichten zu unseren Vorfahren,

Aber auch die Verbundenheit nach vorne,

Wer auch immer nach uns kommen mag.

Und auch da ist man eigentlich eingebunden.

Und wir haben auch einen kleinen Job.

Und es hilft uns immer,

Auch aus Krisen zu kommen,

Einen kleinen Job zu haben.

Ja,

Dann weiß ich nämlich,

Was ich tun soll.

Und der Job lautet,

Baue doch eine schöne Zukunft für deine Nachfahren.

Das ist was Tolles.

Die werden sich freuen und du machst was Sinnvolles.

Und auch da hast du eine Antwort.

Letztlich auch die Liebe dahinter,

Aber wirklich schon eine Liebe,

Die noch weiter in die Zukunft schaut.

Also insofern,

Sieh dich mal als ein Vorfahrer.

Ja,

Das finde ich jetzt ein Wahnsinnsgedanken zum Schluss.

Ja,

Wahnsinn.

Also der richtige Moment ist immer jetzt.

Und genau,

Der Rest des Lebens hat jetzt begonnen.

Sehr gut,

Wunderbar.

Ja,

Jetzt sind wir tatsächlich ans Ende von diesem Podcast gekommen.

Ich finde,

Es war total spannend,

Dir zuzuhören,

Katrin.

Und ich denke,

Auch ihr,

Liebe Zuhörende,

Habt viel für euch mitnehmen können,

Gerade auch in dieser Zeit.

Und jetzt seid ihr gewohnt,

Dass am Ende des Podcasts immer eine Übung kommt.

Und wir dachten aber,

Wir verzichten dieses Mal darauf,

Weil die ganze Folge sowieso schon relativ gewichtige und weitgehende Themen umgreift.

Und mir geht es schon so,

Dass mein Kopf jetzt sehr,

Sehr voll ist.

Und ich denke mal,

Auch dein Kopf ist jetzt sehr,

Sehr gefüllt mit vielen spannenden Gedanken.

Und wir hätten eigentlich nur noch einen Tipp oder eine kleine Hausaufgabe für dich,

Und zwar,

Dass du jetzt nach dem Anhören des Podcasts vielleicht jemanden anrufst oder dich mit jemandem triffst und ihr oder ihm einfach mal sagst,

Dass du sie gern hast.

Liebe zählt.

Liebe hilft.

In diesem Sinn wünschen wir dir eine wirklich schöne Zeit und gute Tage.

Und wir freuen uns darauf,

Wenn du auch in den nächsten Podcast hineinhörst.

Wird es schon Richtung Advent und Weihnachtszeit sein.

Und dementsprechend haben wir auch ein tolles Thema,

Licht und Hoffnung.

Wir freuen uns,

Dich wieder zu hören.

Bis bald.

Eine gute Zeit von Gerhard und Katrin.

5.0 (10)

Neueste Bewertungen

Sabine

November 9, 2025

Sehr hilfreich und berührend gerade. Danke! 🙏💚

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