53:36

Einschlafmärchen: Die Schöne und das Tier (Frankreich)

by Alexandra Matthes

rating.1a6a70b7
Bewertet
4.8
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle
Aufrufe
21.5k

Lasse Dich von mir in den Schlaf begleiten. Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz erzähle ich Dir das Märchen "Die schöne und das Tier", eine Geschichte aus Frankreich. Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!

Transkription

Die Schöne und das Tier,

Eine kurze Tagesabschlussmeditation und ein Märchen zum Einschlafen aus Frankreich.

Mach es dir für ein paar Momente noch einmal im Sitzen auf deinem Bett bequem,

Lege deine Hände flach auf dein Herz,

Senke deinen Blick und fühle mal,

Deinen Herzschlag,

Deinen Atem,

Das bist du,

Jetzt und hier,

An diesem einzigartigen Tag,

Nimm zwei ganz tiefe Atemzüge und dann recke und strecke dich,

Vielleicht überkommt dich auch ein Gähnen und wenn du dann soweit bist,

Dann schlüpfe unter deine Bettdecke,

Nimm dir deinen Platz,

Bette dich wie eine Königin,

Wie ein König und schließe dann deine Augen,

Lasse noch mal die Bilder des Tages vor deinem inneren Auge erscheinen,

Was hast du heute erlebt,

Was hast du getan,

Gesagt,

Eine Minute jetzt für die Bilder deines Tages und dann finde drei Dinge,

Für die du heute dankbar bist,

Vielleicht fallen dir direkt viel mehr Sachen ein,

Du darfst gleich auf eine wundervolle Reise gehen,

In ein fernes Land,

In eine andere Zeit,

Darfst dort belauschen und beobachten,

Was so vor sich geht,

Es war einmal ein reicher Kaufmann,

Er hatte drei Töchter und drei Söhne und weil dieser Kaufmann ein vernünftiger Mann war,

So scheute er keine Kosten bei der Erziehung seiner Kinder und hielt ihnen allerlei Lehrmeister,

Seine Töchter waren alle sehr schön,

Vornehmlich aber wurde die Jüngste bewundert und daher nannte man sie nur die Schöne,

Das erregte bei ihren Schwestern viel Eifersucht,

Diese Jüngste war nicht nur schöner als ihre Schwestern,

Sie war auch freundlicher,

Die beiden Ältesten besaßen viel Hochmut,

Sie gingen alle Tage auf den Ball,

In die Komödie,

In die Gärten spazieren und hielten sich über ihre jüngste Schwester auf,

Welche den größten Teil ihrer Zeit auf das Lesen guter Bücher wandte,

Auf einmal kam der Kaufmann um sein Vermögen und er behielt nichts übrig als ein kleines Landgut,

Sehr weit weg von der Stadt,

Die Schöne sagte zu sich,

Wenn ich auch noch so sehr weine,

So wird mir das doch nicht mein Gut wieder herbeischaffen,

Man muss sich bemühen ohne Vermögen glücklich zu sein,

Als sie auf dem Landgut angekommen waren,

So beschäftigten sich der Kaufmann und die drei Söhne damit,

Das Feld zu bebauen,

Die Schöne stand des Morgens um 4 Uhr auf und eilte das Haus rein zu machen und die Mittagsmahlzeit für die Familie zu bereiten,

Es wurde ihr anfangs sehr sauer,

Denn sie war es nicht gewöhnt,

Wie einem Markt zu arbeiten,

Nach zwei Monaten aber wurde sie stärker und die Arbeit gab ihr vollkommene Gesundheit,

Wenn sie ihre Arbeit getan hatte,

So las sie,

Spielte auf dem Klavier oder sang auch beim Spinnen,

Die beiden Schwestern hingegen hätten vor Langeweile fast sterben mögen,

Sie standen des Morgens um 10 Uhr auf,

Gingen den ganzen Tag spazieren und vertrieben sich die Zeit damit,

Dass sie ihren schönen Kleidern und ihren Gesellschaften nachtrauerten,

Man sehe nur unsere jüngere Schwester,

Sagten sie zueinander,

Sie ist so dumm,

Dass sie mit ihrem unglücklichen Zustand zufrieden ist,

Der wackere Kaufmann aber bewunderte die Tugend und die Geduld seiner jüngsten Tochter,

Die Familie hatte nun ein Jahr in der Einsamkeit gelebt,

Da erhielt der Kaufmann einen Brief,

Worin man ihm meldete,

Es wäre ein Schiff angekommen,

Worauf er Wahn gehabt hatte,

Diese Neuigkeit hätte seinen beiden ältesten Töchter fast den Kopf verwirrt,

Weil sie dachten,

Sie würden endlich das Land wieder verlassen können,

Wo ihnen die Zeit und Weile so lang würde,

Als sie ihren Vater zur Abreise fertig sahen,

So baten sie ihn,

Er möge ihnen Röcke,

Kleider,

Kopfschmuck und allerhand Kleinigkeiten mitbringen,

Die Schöne aber bat ihn lediglich,

Ihr eine Rose mitzubringen,

Wenn er unterwegs eine solche erblicken würde,

Der wackere Mann reiste ab,

Als er am Hafen angekommen war,

So fing man mit ihm einen Prozess wegen seiner Waren an und nachdem er viel Mühe gehabt hatte,

So reiste er ebenso arm wieder zurück,

Als er vorher war,

Er hatte keine 30 Meilen mehr und er freute sich schon,

Seine Kinder wiederzusehen,

Weil er aber durch einen großen Wald musste,

Ehe er nach Hause kommen konnte,

So verirrte er sich darin,

Es begann entsetzlich zu schneien,

Der Wind wurde so stark,

Dass er ihn zweimal vom Pferde warf und als ihn die Nacht überfallen hatte,

So dachte er,

Er würde vor Hunger oder Kälte sterben,

Auf einmal erblickte er an dem Ende einer großen Allee von Bäumen ein helles Licht,

Er ritt darauf zu und sah,

Dass dieses Licht aus einem großen Palast kam,

Welcher ganz erleuchtet war,

Der Kaufmann dankte Gott für den Beistand und beeilte sich,

An das Schloss zu kommen,

Es nahm ihn aber sehr Wunder,

Dass er keinen Menschen in den Höfen desselben fand,

Sein Pferd,

Welches ihm folgte,

Sah einen großen Stall offen und ging hinein,

Der Kaufmann band es in dem Stall fest und ging in das Haus,

Wo er keinen Menschen sah,

Als er aber in einen großen Saal kam,

So traf er dort ein gutes Feuer und eine mit Speisen besetzte Tafel an,

Die nur für eine Person gedeckt war,

Weil der Regen und der Schnee ihn bis auf die Knochen durchnässt hatten,

So trat er an das Feuer,

Um sich zu trocknen und sagte zu sich,

Der Herr des Hauses oder seine Bedienten werden mir die Freiheit wohl verzeihen,

Die ich mir nehme,

Ohne Zweifel werden sie bald kommen,

Er wartete eine ziemliche Weile,

Nachdem es aber elf geschlagen hatte,

Ohne dass er jemand sah,

So konnte er dem Hunger nicht widerstehen und nahm ein junges Huhn,

Welches er mit zwei Bissen und mit Zittern verzehrte,

Er trank auch einige Gläser Wein und da er dadurch kühner geworden war,

So ging er aus dem Saal und durch viele große möblierte Gemächer hindurch,

Endlich fand er ein Zimmer,

In dem ein Bett stand,

Weil Mitternacht schon vorbei und er müde war,

So hielte es für das Beste,

Dass er die Tür zuschloss und sich hinlegte,

Es war zehn Uhr morgens,

Als er am nächsten Tage aufstand und er wunderte sich sehr,

Dass er ein sauberes Kleid anstatt des seinigen antraf,

Welches ganz verdorben war,

Ganz gewiss gehört dieser Palast,

Sagte er zu sich,

Einer guten Fee,

Die mit meinem Zustand Erbarmen hat,

Er trat in den großen Saal,

Wo er am Abend gegessen hatte und sah einen kleinen Tisch,

Worauf Schokolade stand,

Ich danke ihnen gnädige Frau Fee,

Sagte er ganz laut,

Dass sie die Güte gehabt und an mein Frühstück gedacht haben,

Nachdem der wackere Mann seine Schokolade zu sich genommen hatte,

So ging er hinaus und wollte sein Pferd suchen,

Als er nun unter einer Laube von Rosen entlang ging,

So erinnerte er sich,

Dass ihm die Schöne um eine Rose ersucht hatte,

Er brach einen Zweig ab,

Woran ihrer viele saßen,

Da hörte er ein lautes Geräusch und sah ein so entsetzliches Tier auf sich zukommen,

Dass er beinahe in Ohnmacht gefallen wäre,

Du bist sehr undankbar,

Sagte das Tier mit einer fürchterlichen Stimme,

Ich habe dir das Leben gerettet,

Indem ich dich in mein Schloss aufgenommen habe und für meine Güte stielst du mir meine Rosen,

Die ich unter allen Dingen auf der Welt am allerliebsten habe,

Diesen Fehler zu büßen musst du sterben,

Der Kaufmann fiel auf die Knie und sagte mit gefalteten Händen zu dem Tier,

Gnädiger Herr,

Bitte verzeihen sie mir,

Ich wollte sie nicht beleidigen,

Als ich eine Rose für eine meiner Töchter abbrach,

Die mich darum gebeten hat,

Ich heiße nicht gnädiger Herr,

Antwortete ihm das Ungeheuer,

Sondern Tier,

Ich liebe die Komplimente nicht,

Ich will,

Dass man sagt,

Was man denkt,

Glaube also nicht,

Dass du mich mit deinen Schmeicheleien rühren wirst,

Doch du hast mir gesagt,

Du hättest Töchter,

Ich will dir wohl verzeihen,

Unter der Bedingung,

Dass eine von deinen Töchtern freiwillig kommt,

Um statt deiner zu sterben,

Sage mir weiter kein Wort,

Reise und wenn deine Töchter sich weigern für dich zu sterben,

So schwöre,

Dass du in drei Monaten wiederkommen wirst,

Der gute Mann war nicht willens,

Eine von seinen Töchtern diesem garstigen Untier aufzuopfern,

Sondern er dachte,

Ich werde doch wenigstens das Vergnügen haben,

Sie noch einmal zu umarmen,

Er schwor also,

Er wollte wiederkommen,

Ich will nicht,

Dass du mit leeren Händen weggehst,

Setzte es hinzu,

Kehre wieder in das Zimmer zurück,

Wo du geschlafen hast,

Du wirst dort einen großen leeren Koffer finden,

In den kannst du alles legen,

Was dir beliebt,

Ich will ihn dir in dein Haus bringen lassen,

Mit diesen Worten zog sich das Tier zurück und der gute,

Ehrliche Mann sagte zu sich,

Wenn ich auch sterben muss,

So werde ich doch den Trost haben,

Dass ich meinen armen Kindern etwas hinterlasse,

Er ging also in das Zimmer zurück,

Wo er geschlafen hatte und nachdem er dort eine große Menge Goldstücke gefunden hatte,

So füllte er den großen Koffer damit an,

Von dem ihm das Tier erzählt hatte und nachdem er sein Pferd wieder hatte,

Welches er noch im Stalle fand,

So ging er mit einer Traurigkeit aus dem Palast,

Sein Pferd nahm von selbst einen Weg durch den Wald und in wenigen Stunden kam der ehrliche Mann in seinem kleinen Haus an,

Seine Töchter waren um ihn herum,

Allein,

Anstatt dass er über ihre Liebkosungen hätte vergnügt sein sollen,

So fing er an zu weinen,

Als er sie ansah,

Er hielt den Rosenzweig,

Welcher er der Schönen mitbrachte in der Hand,

Gab ihn ihr und sagte,

Da Schöne,

Nimm diese Rosen hin,

Sie werden deinen unglücklichen Vater sehr teuer zu stehen kommen und darauf erzählte er seiner Familie die klägliche Begebenheit,

Die ihm widerfahren war,

Bei dieser Erzählung erhoben seine beiden ältesten Töchter ein großes Geschrei und schimpften und schmähten die Schöne,

Die nicht weinte,

Da sieht man,

Was der Hochmut dieser kleinen Kreatur hervorbringt,

Sagten sie,

Warum verlangt sie keine Kleidung wie wir,

Aber nein,

Mademoiselle wollte etwas Besonderes haben,

Sie wird unseren Vater den Tod bringen und sie weint nicht einmal,

Warum sollte ich den Tod meines Vaters beweinen,

Er wird nicht umkommen,

Erwiderte die Schöne,

Weil das Ungeheuer eine von seinen Töchtern annehmen will,

So will ich mich allein seinem Zorn überliefern und ich halte mich für sehr glücklich,

Weil ich bei meinem Tode die Freude haben werde,

Meinen Vater zu retten,

Man mochte noch so viel reden,

Die Schöne wollte durchaus zu dem schönen Palast reisen und ihre Schwestern waren recht froh darüber,

Weil die Tugenden dieser Jüngsten ihnen viel Eifersucht eingeflößt hatten,

Der Kaufmann war von dem Schmerze seine Tochter zu verlieren so eingenommen,

Dass er nicht an den Koffer dachte,

Welchen er mit Gold angefüllt hatte,

Sobald er sich aber in seiner Kammer eingeschlossen hatte und sich niederlegen wollte,

So erstaunte er sehr,

Dass er jenen hinter seinem Bette fand,

Er entschloss sich,

Seinen Kindern nichts davon zu sagen,

Weil seine Töchter gern wieder in die Stadt ziehen wollten,

Er aber entschlossen war,

Auf diesem Landgute zu sterben,

Doch vertraute er dieses Geheimnis der Schönen an,

Die beiden boshaften Töchter rieben sich die Augen mit einer Zwiebel ein,

Damit sie weinen konnten,

Als die Schöne mit ihrem Vater abreiste,

Ihr Vater aber weinte im Ernst,

Nur die Schöne weinte nicht,

Weil sie ihren Schmerz nicht vermehren wollte,

Das Pferd nahm den Weg zum Palast und gegen Abend sahen Vater und Tochter ihn in voller Pracht und erleuchtet stehen,

Das Pferd ging ganz alleine in den Stall und der wackere Mann ging mit seiner Tochter in den großen Saal,

Dort fanden sie eine prächtig angerichtete Tafel,

Die für zwei Personen gedeckt war,

Der Kaufmann konnte nichts essen,

Die Schöne aber setzte sich zur Tafel und legte ihm vor,

Als sie gegessen hatten,

So hörten sie ein lautes Geräusch,

Die Schöne konnte sich des Zitterns und des Bebens nicht enthalten,

Als sie die schreckliche Gestalt ansah,

Sie fasste sich aber wieder so gut sie konnte und als das Ungeheuer sie fragte,

Ob es aus gutem Herzen geschehen wäre,

Dass sie hergekommen sei,

So sagte sie mit Zittern,

Ja,

Sie sind sehr gütig,

Sagte das Tier und ich bin ihnen sehr verbunden,

Ihr aber,

Guter,

Ehrlicher Mann,

Reist morgen früh und lasst euch niemals einfallen,

Hier wieder herzukommen,

Leben sie wohl,

Gleich darauf begab sich das Ungeheuer hinweg,

Ach meine liebe Tochter,

Sagte der Kaufmann,

Indem er die Schöne umarmte,

Ich bin halbtot vor Schrecken,

Mein lieber Vater,

Sagte die Schöne,

Sie sollen morgen früh abreisen und mich dem Beistand des Himmels überlassen,

Vielleicht wird er sich meiner erbarmen,

Sie legten sich nieder und glaubten,

Sie würden die ganze Nacht nicht schlafen können,

Sie waren aber kaum in ihren Betten,

So taten sich ihre Augen zu,

Die Schöne sah im Schlafe eine Dame,

Die zu ihr sagte,

Ich bin mit deinem guten Herz zufrieden,

Schöne,

Die gute Tat,

Die du jetzt tust,

Um das Leben deines Vaters zu retten,

Wird nicht ohne Belohnung bleiben,

Die Schöne erzählte beim Aufwachen diesen Traum ihrem Vater,

Auch wenn er ihn ein wenig tröstete,

So hinderte er ihn doch nicht,

Sehr zu jammern und zu wehklagen,

Als er sich von seiner geliebten Tochter trennen musste,

Als er abgereist war,

So setzte sich die Schöne in den großen Saal,

Befahl sich Gott und entschloss sich,

Sie wollte die wenige Zeit,

Die sie noch zu leben hätte,

Nicht kränken,

Denn sie glaubte steif und fest,

Das Tier würde sie abends auffressen,

Sie nahm sich vor,

Sie wollte unterdessen herumspazieren und dieses schöne Schloss besehen,

Sie erstaunte aber sehr,

Als sie eine Tür fand,

Worüber geschrieben stand,

Zimmer der Schönen,

Sie machte die Tür in aller Eile auf und wurde von der Pracht ganz geblendet,

Die dort herrschte,

Was ihr aber am allermeisten in die Augen fiel,

War eine große Bibliothek,

Ein schöner Flügel und viele Notenbücher,

Darauf dachte sie,

Wenn ich nur einen Tag hier bleiben sollte,

So würde man nicht so viel für mich angeschafft haben,

Dieser Gedanke ermunterte ihren Mut wieder,

Sie machte den Bücherschrank auf und sah ein Buch,

In dem mit goldenen Buchstaben geschrieben stand,

Wünschen sie,

Befehlen sie,

Sie sind hier die Königin und Frau,

Ach,

Sagte sie mit Seufzen,

Ich wünsche nichts weiter,

Als dass ich meinen armen Vater wiedersehen und erfahren möge,

Was er jetzt macht,

Sie hatte dieses zu sich gesagt,

Wie erstaunte sie aber,

Als sie ihre Augen auf einen großen Spiegel warf und darin sein Haus erblickte,

Wo ihr Vater mit einem überaus traurigen Gesicht ankam,

Ihre Schwestern gingen ihm entgegen und ungeachtet der Verstellungen ihrer Gebärden,

Die sie machten,

Damit sie betrübt scheinen möchten,

Sah man dennoch die Freude,

Die sie über den Verlust ihrer Schwester hatten,

Auf ihrem Gesicht erscheinen,

Einen Augenblick danach verschwand alles wieder und die Schöne konnte sich nicht enthalten zu denken,

Das Tier sei sehr gefällig und sie habe nichts vor ihm zu befürchten,

Zum Mittag fand sie die Tafel gedeckt und die Mahlzeit über hörte sie ein vortreffliches Konzert,

Die wohl sie keine Menschenseele sah,

Am Abend,

Als sie sich zur Tafel setzen wollte,

Hörte sie das Geräusch,

Welches das Tier machte und konnte sich des Zitterns und Beben nicht enthalten,

Schöne,

Sagte das Ungeheuer zu ihr,

Wollen sie wohl erlauben,

Dass ich sie heute Abend speisen sehe,

Ihr habt hier zu befehlen,

Antwortete die Schöne zitternd,

Es hat hier niemand zu befehlen,

Als sie,

Erwiderte das Tier,

Sie brauchen nur zu sagen,

Ich soll gehen,

Wenn ich ihnen unangenehm bin und ich werde sogleich weggehen,

Sagen sie mir,

Finden sie mich nicht sehr hässlich,

Das ist wahr,

Sagte die Schöne,

Ich kann nicht lügen,

Aber ich glaube,

Sie sind sehr gut,

Sie haben recht,

Antwortete das Ungeheuer,

Allein darüber hinaus,

Dass ich hässlich bin,

Habe ich auch keinen Geist,

Ich weiß wohl,

Dass ich ein dummes Vieh bin,

Man ist kein dummes Vieh,

Antwortete die Schöne,

Wenn man glaubt,

Dass man keinen Geist hat,

Ein Thor hat solches niemals gewusst,

Essen sie also,

Schöne,

Sagte das Ungeheuer und lassen sie sich die Zeit in ihrem Hause nicht lang werden,

Alles gehört hier ihnen und es würde mich kränken,

Wenn sie nicht vergnügt wären,

Sie haben viel Güte,

Sagte die Schöne,

Ich gestehe es ihnen,

Ich bin mit ihrem Herzen sehr zufrieden,

Wenn ich daran denke,

So kommen sie mir nicht mehr so hässlich vor,

Oh wahrlich,

Ja,

Antwortete das Tier,

Ich habe ein gutes Herz,

Aber ich bin ein Ungeheuer,

Es gibt viele Menschen,

Die ärgere Ungeheuer sind als sie,

Sagte die Schöne und ich will sie mit ihrer Gestalt viel lieber haben als diejenigen,

Welche unter ihrer Menschengestalt ein falsches,

Verderbtes,

Undankbares Herz verstecken,

Wenn ich Geist hätte,

Antwortete das Tier,

So würde ich ihnen ein großes Kompliment machen und mich bei ihnen bedanken,

Allein ich bin dumm und alles was ich ihnen sagen kann ist,

Dass ich ihnen sehr verbunden bin,

Die Schöne speiste nun mit gutem Appetit,

Sie hatte fast gar keine Furcht mehr vor dem Ungeheuer,

Sie wäre aber bald vor Schrecken gestorben,

Als es zu ihr sagte,

Schöne,

Wollen sie meine Frau werden,

Sie blieb eine Zeit lang still,

Ohne zu antworten,

Sie fürchtete sich,

Sie möchte den Zorn des Ungeheuers erregen,

Wenn sie es abschlüge,

Indessen sagte sie doch mit Zittern,

Nein,

Das Tier sagte mit Betrübnis zu ihr,

So leben sie denn wohl,

Schöne,

Und ging aus dem Zimmer hinaus,

Wobei es sich von Zeit zu Zeit umkehrte,

Damit es die Schöne noch einmal ansähe,

Als die Schöne sich allein sah,

So empfand sie ein großes Mitleid mit diesem armen Tier,

Ach,

Sagte sie,

Es ist recht schade,

Dass es so hässlich ist,

Es ist so gut,

Die Schöne brachte drei Monate in diesem Palast ziemlich ruhig zu,

Jeden Abend stattete das Tier seinen Besuch bei ihr ab,

Alle Tage entdeckte die Schöne neue Güte an diesem Ungeheuer,

Die Gewohnheit es zu sehen,

Hatte sie an seine Hässlichkeit gewöhnt,

Sie fürchtete den Augenblick seines Besuches gar nicht mehr,

Sondern sah stattdessen oft auf die Uhr,

Um zu sehen,

Ob es noch nicht bald neun wäre,

Denn das Tier kam immer zu dieser Stunde,

Nur eine einzige Sache machte der Schönen Kummer,

Nämlich,

Dass das Ungeheuer jedes Mal,

Bevor es wegging,

Fragte,

Ob sie seine Frau werden wollte,

Und dass es ganz von Schmerzen durchdrungen zu sein schien,

Wenn sie nein dazu sagte,

Eines Tages sagte sie zu dem Ungeheuer,

Sie kränken mich Tier,

Ich wünschte,

Ich könnte sie heiraten,

Allein ich bin viel zu aufrichtig,

Als dass ich ihnen weismachen wollte,

Es werde doch einmal geschehen,

Ich werde stets ihre gute Freundin sein,

Seien sie damit immer zufrieden,

Ich muss wohl,

Erwiderte das Tier,

Denn ich beurteile mich richtig,

Ich weiß,

Dass ich recht abscheulich bin,

Ich liebe sie aber sehr,

Indessen bin ich dadurch glücklich genug,

Dass sie gerne hierbleiben wollen,

Versprechen sie mir,

Dass sie mich niemals verlassen wollen,

Die Schöne errötete bei diesen Worten,

Sie hatte in ihrem Spiegel gesehen,

Dass ihr Vater vor Bekümmernis darüber krank war,

Dass er sie verloren hatte,

Und sie wünschte sich,

Ihn wiederzusehen,

Ich könnte es ihnen wohl versprechen,

Sagte sie zum Tier,

Dass ich sie ganz und gar niemals verlassen wollte,

Allein ich habe ein so großes Verlangen,

Meinen Vater wiederzusehen,

Dass ich vor Schmerzen sterben würde,

Wenn sie mir diese Bitte abschlügen,

Ich will lieber selbst sterben,

Sagte das Ungeheuer,

Als ihnen Kummer verursachen,

Ich will sie zu ihrem Vater schicken,

Sie werden dort bleiben und ihr armes Tier wird vor Schmerzen darüber sterben,

Nein,

Sagte die Schöne zu ihm,

Ich habe sie viel zu lieb,

Als dass ich ihren Tod verursachen wollte,

Ich verspreche ihnen,

Ich will in acht Tagen wiederkommen,

Sie haben mir gezeigt,

Dass meine Schwestern verheiratet und dass meine Brüder zu den Soldaten gegangen sind,

Mein Vater ist ganz allein,

Erlauben sie,

Dass ich eine Woche bei ihm bleibe,

Sie sollen morgen früh da sein,

Sagte das Tier,

Erinnern sie sich aber ihres Versprechens,

Sie brauchen nur,

Ehe sie zu Bett gehen,

Ihren Ring auf den Tisch zu legen,

Wenn sie wieder zurückkommen wollen,

Leben sie wohl,

Schöne,

Das Ungeheuer seufzte nach seiner Gewohnheit,

Als es diese Worte sagte und die Schöne legte sich ganz traurig darüber nieder,

Dass sie es so betrübt sah,

Als sie am Morgen aufwachte,

So befand sie sich im Hause ihres Vaters und nachdem sie eine Klingel gezogen hatte,

Die an ihrer Seite des Bettes war,

So sah sie die Magd kommen,

Die einen lauten Schrei ausstieß,

Als sie die Schöne erblickte,

Der gute ehrliche Mann kam auf dieses Geschrei herbeigelaufen und wäre vor Freuden fast gestorben,

Als er seine liebe Tochter wieder sah,

Sie hielten sich über eine Viertelstunde lang umarmt,

Die Schöne dachte nach den ersten Entzückungen,

Sie hätte keine Kleider anzuziehen,

Die Magd aber sagte zu ihr,

Sie hätte in der benachtbarten Kammer einen großen Koffer voller goldener mit Diamanten besetzter Kleider gefunden,

Die Schöne dankte dem guten Tier wegen seiner Aufmerksamkeit,

Sie nahm dasjenige der Kleider,

Das am wenigsten kostbar war und sagte zu der Magd,

Sie sollte die anderen einschließen,

Denn sie wollte sie ihren Schwestern schenken,

Die Schöne kleidete sich an und währenddessen wurde alles ihren Schwestern berichtet,

Welche mit ihren Männern herbeieilten,

Sie waren alle beide sehr unglücklich,

Die Älteste hatte einen Edelmann geheiratet,

Der so schön war wie Amor selbst,

Aber er war in seine eigene Gestalt so verliebt,

Dass er sich von morgens bis abends nur damit beschäftigte und die Schönheit seiner Frau verachtete,

Die Zweite hatte einen Mann geheiratet,

Der viel Geist besaß,

Er bediente sich dessen aber nur,

Um alle Welt toll zu machen und seine Frau zuallererst,

Die Schwestern der Schönen wollten vor Ärger fast sterben,

Als sie sie wie eine Prinzessin gekleidet und schöner als der Tag sahen,

Die Schöne mochte sie liebkosen,

Wie sie wollte,

Nichts konnte ihre Eifersucht ersticken,

Als sie ihnen erzählte,

Wie glücklich sie wäre,

Die beiden eifersüchtigen Schwestern gingen in den Garten und sagten zueinander,

Warum ist diese kleine Kreatur glücklicher als wir,

Sind wir nicht viel liebenswürdiger als sie,

Meine liebe Schwester,

Sagte die Älteste,

Es fällt mir etwas ein,

Wir wollen uns bemühen,

Sie länger als acht Tage hier zu behalten,

Ihr dummes Tier wird darüber so in Zorn geraten,

Dass es sie vielleicht auffressen wird,

Dazu aber müssen wir ihr große Liebkosungen erweisen,

Nachdem sie diesen Entschluss gefasst hatten,

So gingen sie wieder hinein und erwiesen ihrer Schwester so viel Freundschaft,

Dass die Schöne vor Freuden darüber weinte,

Als die acht Tage vorbei waren,

So rissen sich die beiden Schwestern die Haare aus dem Kopf und stellten sich über die Abreise so betrübt,

Dass sie versprach,

Sie wollte noch acht Tage da bleiben,

Aber dann dachte die Schöne an den Kummer,

Den sie ihrem armen Tier verursachen würde und es wurden ihr Zeit und Weile lang,

Weil sie es nicht mehr sah,

In der zehnten Nacht,

Die sie bei ihrem Vater zubrachte,

Träumte ihr,

Sie wäre in dem Garten des Palastes und sähe das Tier auf dem Rasen liegen,

Das in dem Augenblick sterben wollte und ihre Undankbarkeit beklagte,

Die Schöne wachte darüber auf und vergoss Tränen,

Bin ich nicht recht boshaft,

Sagte sie,

Dass ich einem Tiere Kummer verursache,

Das so viel Gefälligkeit für mich hat,

Ist es seine Schuld,

Dass es so hässlich ist und so wenig Geist hat,

Es ist so gut und das ist wichtiger als alles übrige,

Warum habe ich das Ungeheuer nicht heiraten wollen,

Ich würde mit ihm glücklicher sein,

Als meine Schwestern mit ihren Männern,

Weder die Schönheit noch der Witz eines Mannes machen eine Frau vergnügt,

Nur die Güte seines Gemüts,

Die Tugend und die Gefälligkeit tun es und das Tier hat all diese guten Eigenschaften,

Ich liebe es nicht,

Aber ich habe Hochachtung und Freundschaft für es,

Wohl an,

Ich will es nicht unglücklich machen,

Ich würde mir meine Undankbarkeit mein ganzes Leben lang vorwerfen,

Bei diesen Worten stand die Schöne auf,

Legte ihren Ring auf den Tisch und ging wieder zu Bette,

Kaum war sie darin,

So schlief sie ein und als sie am Morgen aufwachte,

So sah sie mit viel Freude,

Dass sie wieder im Palast des Tieres war,

Sie kleidete sich prächtig an,

Damit sie dem Ungeheuer gefallen möge und es wurde ihr den ganzen Tag,

Zeit und Weile lang,

Während sie wartete,

Dass es 9 Uhr abends würde,

Es schlug 9,

Aber das Tier erschien nicht,

Die Schöne befürchtete nunmehr,

Sie hätte seinen Tod verursacht,

Sie lief durch den ganzen Palast und erhob ein großes Geschrei,

Sie war in Verzweiflung,

Nachdem sie das Ungeheuer überall gesucht hatte,

Erinnerte sie sich ihres Traumes und lief in den Garten,

Wo sie es im Schlafe gesehen hatte,

Sie fand das arme Tier ohne Bewusstsein und ausgestreckt liegen und sie glaubte,

Es wäre tot,

Sie fiel auf dessen Leib,

Ohne vor seiner Gestalt eine Abscheu zu haben und als sie fühlte,

Dass sein Herz noch schlug,

So nahm sie Wasser aus dem Graben und schüttete es ihm auf den Kopf,

Das Tier schlug die Augen auf und sagte zu ihr,

Sie haben ihr Versprechen vergessen,

Der Graben darüber,

Dass ich sie verloren hatte,

Hat mich den Entschluss fassen lassen,

Mich zu Tode zu hungern,

Ich sterbe aber zufrieden,

Weil ich das Vergnügen habe,

Sie noch einmal wiederzusehen,

Nein,

Mein liebes Tier,

Sie sollen nicht sterben,

Sagte die Schöne zu ihm,

Sie sollen leben und mein Ehegemal werden,

In diesem Augenblick gebe ich ihnen meine Hand und ich schwöre,

Ich will nur die ihrige sein,

Aber ich glaubte,

Ich hätte bloß Freundschaft für sie,

Der Schmerz aber,

Den ich empfinde,

Zeigt mir,

Dass ich nicht leben würde können,

Wenn ich sie nicht sähe,

Kaum hatte die Schöne diese Worte ausgesprochen,

So sah sie das Schloss im Lichtes schimmern,

Die Feuerwerke,

Die Musik,

Alles kündigte ihr ein Fest an,

Alle diese Schönheiten aber fesselten ihre Blicke nicht,

Sie wandte sich wieder zu ihrem geliebten Tier,

Um das sie sich ängstigte,

Wie groß war aber ihr Erstaunen,

Das Tier war verschwunden und sie sah nur einen Prinzen,

Schöner als Amor selbst,

Zu ihren Füßen,

Er dankte ihr,

Dass sie seine Bezauberung aufgelöst hätte,

Obgleich dieser Prinz alle ihre Achtung verdiente,

So konnte sie sich doch nicht enthalten,

Ihn zu fragen,

Wo das Tier wäre,

Sie sehen es hier zu ihren Füßen,

Sagte der Prinz zu ihr,

Eine boshafte Fee hatte mich verwünscht,

So lange unter dieser Gestalt zu bleiben,

Bis eine schöne Frau sich's gefallen ließe,

Mich zu heiraten,

Und sie hat mir verboten,

Meinen Geist zu zeigen,

Es ist also niemand in der Welt so gütig gewesen und hat sich von meinen guten Eigenschaften rühren lassen,

Als sie,

Und ich kann mich des Dankes,

Den ich ihnen schulde,

Nicht einmal dadurch entledigen,

Dass ich ihnen meine Krone anbiete,

Die Schöne war auf eine angenehme Art erstaunt und reichte dem Prinzen die Hand,

Um ihn aufzuheben,

Sie gingen zusammen auf das Schloss und die Schöne wäre vor Freude fast gestorben,

Als sie in dem großen Saale ihren Vater und ihre ganze Familie fand,

Welche die Schöne Dame,

Die ihr im Traum erschienen war,

In das Schloss gebracht hatte,

Schöne,

Sagte diese Dame zu ihr,

Die eine große Fee war,

Empfangen sie die Belohnung ihrer guten Wahl,

Sie haben der Schönheit,

Dem Geist der Tugend vorgezogen,

Sie verdienen all diese Eigenschaften in einer und derselben Person vereinigt zu finden,

Sie werden eine große Königin werden und ich hoffe,

Der Thron wird ihre Tugenden nicht zerstören,

Was euch aber anbetrifft,

Ihr beiden Weiber,

Sagte die Fee zu den beiden Schwestern der Schönen,

So kenne ich euer Herz in aller Bosheit,

Die es in sich schließt,

Werdet zwei Bildsäulen,

Behaltet aber eure Vernunft unter dem Stein,

Der euch umhüllen wird,

Ihr sollt an der Türe des Palastes eurer Schwester stehen und ich lege euch keine andere Strafe auf,

Als dass ihr Zeuginnen ihres Glücks sein sollt,

Ihr werdet nicht eher wieder zu eurem vorherigen Stande kommen können,

Als in dem Augenblicke,

Da ihr eure Fehler erkennen werdet,

Ich fürchte,

Ihr werdet wohl immer Bildsäulen bleiben,

Man bessert sich von dem Hochmute,

Dem Zorne,

Der Gefräßigkeit und der Trägheit,

Die Bekehrung eines boshaften und neidischen Herzens aber,

Ist eine Art von Wunder,

In dem Augenblicke tat die Fee einen Schlag mit ihrer Rute und alle diejenigen,

Die in dem Saale waren,

Wurden in das Königreich des Prinzen versetzt,

Seine Untertanen sahen ihn mit Freuden und er vermählte sich mit der Schönen,

Die mit ihm sehr lange und in vollkommenem Glück lebte,

Weil es auf die Tugend gegründet war und wenn sie nicht gestorben sind,

So leben sie auch heute noch,

Ich wünsche dir eine gute Nacht und schöne Träume

4.8 (134)

Neueste Bewertungen

Dagmar

October 31, 2025

Sehr schön

Yvonne

December 4, 2024

Sehr schönes Märchen

Andrea

March 17, 2024

Ich liebe Deine sanfte Stimme 💫🙏🧚‍♂️

Eva

September 8, 2023

Jede Nacht kann ich mit den Geschichten wieser sehr gut einschlafen. Danke!

© 2026 Alexandra Matthes. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by 35 million people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else