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Freundschaft - Vom Glück der Freundschaft und der Kunst

by Claudia Bechert-Möckel

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Das hier wird eine Liebesgeschichte. Eine ganz besondere, denn in dieser Folge geht’s um eine Art von Beziehung, die für uns alle von ganz großer Bedeutung ist: Freundschaft. Wen rufe ich an, wenn ich nicht mehr weiterweiß, wenn ich im dunklen Kellerloch sitze? Oder wenn ich vor Glück nicht mehr atmen kann? Meine Freundin. Eine echte Freundin, ein echter Freund kann aushalten, wenn ich richtig durchstarte, und sie freut sich mit mir. Sie sieht mich aber auch noch auf Augenhöhe, wenn ich mich klein und verloren fühle. Sie weiß alles von mir. Was bedeutet Freundschaft für unser Leben, wie finden wir Freunde, was tun wir wenn Freundschaften zerbrechen und warum sind manche Freundschaften gar keine. Das alles gibt’s in dieser Folge. Und ganz wichtig: Wenn ich mir Freundschaft wünsche, geht es auch darum, ein guter Freund, eine Freundin sein. Wie kann das gelingen, was braucht es dazu?

Transkription

Das hier wird eine Liebesgeschichte,

Eine ganz besondere,

Denn in dieser Folge geht es um eine Art von Beziehung,

Die ja für uns alle von ganz großer Bedeutung ist.

Freundschaft.

Wen rufe ich an,

Wenn ich nicht mehr weiter weiß,

Wenn ich im emotionalen Kellerloch sitze oder wenn ich vor Glück nicht mehr atmen kann?

Meine Freundin.

Eine echte Freundin zu haben oder einen echten Freund,

Das ist wirklich etwas ganz besonders Wertvolles.

Denn dieser Mensch kann aushalten,

Wenn du mal so richtig durchstartest.

Und er freut sich dann mit dir.

Und dieser Mensch sieht dich auch noch dann auf Augenhöhe,

Wenn du dich klein und verloren fühlst.

Ein Freund oder eine Freundin kennt so ziemlich alle Seiten an dir.

Was bedeuten Freundschaftsbeziehungen für unser Leben?

Wie finden wir echte Freunde?

Was tun wir,

Wenn Freundschaften zerbrechen und warum sind manche Freundschaften gar keine?

Das alles gibt es in dieser Folge.

Und ganz wichtig,

Wenn ich mir Freundschaft wünsche,

Dann geht es auch darum,

Ein guter Freund,

Eine gute Freundin zu sein.

Wie kann es gelingen und was braucht es dazu?

Leben lieben lassen,

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Hallo und herzlich willkommen bei Leben lieben lassen,

Deinem Podcast für emotionales Wachstum und echte Verbundenheit in Beziehungen.

Schön,

Dass Du hier bist.

Ich bin Claudia Bechert-Möckel,

Persönlichkeits- und Beziehungscoach und von mir bekommst Du hier jede Woche Impulse und Inspirationen für Dich,

Dein Leben und Deine Beziehungen.

Und ich wollte tatsächlich schon sehr lange eine Podcast-Folge über Freundschaft machen.

Immer wieder habe ich mal dran gedacht,

Wenn ich auf meine Redaktionsliste geguckt habe – yes,

Das ist noch dran,

Unbedingt!

Denn Freundschaft ist auch eine Beziehung,

Und zwar eine ganz besondere.

So übers Leben betrachtet kann sie sogar wichtiger sein als romantische Partnerschaften und Liebesbeziehungen.

Denn die können wechseln,

Aber Freunde und Freundinnen,

Die wirklich welche sind,

Die bleiben.

Im besten Falle über ein ganzes Leben.

Ja,

Und dann hat mir eine Hörerin geschrieben,

Dass sie traurig ist,

Weil ihre beste Freundin sich seit einer neuen Partnerschaft von ihr entfernt hat.

So eine Art von Freundschaftstrennung ist richtig harter Tobak.

Und da war dann für mich ein Impuls.

Jetzt ist die Zeit gekommen,

Über Freundschaft bei Leben lieben lassen zu sprechen.

Über das Glück,

Das wir damit haben,

Die Herausforderungen,

Die damit verbunden sind,

Über Verlust und Neubeginn,

Über die Pflege von Freundschaft und auch über die Bedeutung für unser Leben.

Super wichtig für uns alle.

Und mehr dazu gibt's gleich.

Ich fange mal ganz persönlich an.

Ich habe eine beste Freundin seit mehr als 20 Jahren.

Sie ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben und sie heißt Heike.

Wir haben uns bei einer Art Weiterbildung mal zufällig kennengelernt und von da an haben wir uns nie wieder losgelassen.

Aber es ist jetzt nicht so,

Dass du dir denken musst,

Dass wir immer Bestis waren,

Die man so in Filmen sieht.

In unserer wirklich sehr langen Beziehung ist sehr viel Bewegung und wir beide sind sehr verschieden,

Obwohl wir so viel miteinander teilen.

Meine Freundin ist in Verwaltung und Politik zu Hause und wir sind wirklich nicht immer einer Meinung.

Wir haben uns schon gestritten,

Dass die Fetzen fliegen,

Wir haben uns leider auch manchmal verletzt und wir haben uns wiedergefunden.

Wir haben uns immer wieder verziehen.

Wir haben gelacht und geweint,

Kinder bekommen,

Beziehungen gehabt und auch wieder verloren,

Wir sind unseren beruflichen Weg gegangen und wir haben Krisen überstanden.

Und wir sind immer noch da,

Auch wenn wir uns nicht immer sehen,

Aber sehr sehr viel im Austausch miteinander sind.

Meine Freundin ist ein Schatz in meinem Leben.

Und ja,

Ich liebe meine Freundin auf eine so tiefe Weise,

Dass es kaum etwas gibt,

Das ich nicht für sie tun würde.

Und ich weiß,

Dass sie immer für mich da ist,

Auch wenn ich wie ein begossener Pudel dastehe und sie geigt mir die Meinung und holt mich auf den Boden,

Wenn ich mich in Höhenflügen verirrt habe.

Du merkst schon,

Das ist eine Art Liebeserklärung.

Und dann habe ich auch noch zwei weitere enge langjährige Freundinnen,

Die vertraute Begleiterinnen durch mein Leben sind.

Und zwei,

Die ich noch nicht so lange kenne,

Aber mit denen trotzdem Tiefe entsteht.

Für mich ist Freundin kein Wort,

Das ich schnell mal raushaue.

Es gibt,

Auch wenn es ein bisschen komisch klingt,

Nur eine Handvoll Menschen,

Die ich wirklich ganz ganz nah an mich ran lasse.

Und ich weiß,

Dass ich damit wirklich Glück habe.

Ich bin mir dessen absolut bewusst.

Und ich sag gerne auch mal,

Ich hab wirklich Glück mit Menschen.

Und dafür bin ich auch ehrlich dankbar.

Und ich weiß,

Es geht nicht allen so.

Und deshalb sprechen wir in dieser Folge auch darüber,

Was man dafür tun kann.

Und wenn du mich fragst,

Was es für eine langjährige Freundschaft braucht,

Dann würde ich sagen Ausdauer.

Echte Verbundenheit,

Die auch was aushält.

Und Respekt,

Wirkliche Toleranz,

Nicht im Sinne von,

Was kannst du für mich sein,

Sondern im Sinne von,

Wie bist du wirklich?

Und das heißt auch mal einen Schritt zurücktreten zu können und Raum zu lassen,

Geben zu können und was annehmen zu können und immer immer wieder aktiv aufeinander zuzugehen.

Es gibt eine Menge Forschung in diesem Feld Freundschaft und die zeigt,

Freundschaft ist kein nice to have.

Sie ist absolut wichtig für uns.

Gesundheitsfördernd.

Die Psychologin Julianne Holt-Lunstedt von der Brigham Young University,

Die hat eine große Metastudie durchgeführt und die hat gezeigt,

Wirkliche Freundschaften können unser Leben verlängern.

Und sie haben einen ähnlichen Einfluss,

Als wenn wir mit dem Rauchen aufhören würden und regelmäßig Sport treiben.

Warum ist das so?

Freundschaft wirkt direkt auf unser Nervensystem,

Wenn wir uns verstanden und getragen fühlen.

Wenn wir wissen,

Da ist jemand für uns da,

Der zu uns hält,

Uns so annimmt,

Wie wir sind,

Wenn wir uns verbunden fühlen,

Dann schüttet unser Körper Oxytocin aus,

Das Bindungshormon.

Es beruhigt den Herzschlag,

Den Blutdruck,

Es senkt die Stresshormone.

Wir schlafen besser,

Unser Immunsystem wird stärker.

Freundschaft ist also buchstäblich Medizin,

Weil wir Bindungswesen sind.

Verbundenheit gibt unserem Nervensystem Sicherheit,

Ruhe und Entspannung.

Und wenn wir sagen,

Dass Bindung eines der Grundbedürfnisse des Menschen ist,

Dann ist damit eben nicht nur die Liebesbeziehung gemeint,

Sondern auch die Freundschaft.

Was uns zu einem super interessanten Punkt bringt,

Den Unterschied zwischen Freundschaft und Partnerschaft.

Manchmal wird Freundschaft etwas geringer geschätzt als eine Partnerschaft oder eine Liebesbeziehung,

So als wäre sie die kleine Schwester der Liebe.

Aber in Wahrheit ist es oft genau umgekehrt.

Viele Partnerschaften scheitern,

Weil die Freundschaft darin fehlt.

Der Paar- und Beziehungsforscher John Gottman sagt,

Freundschaft ist das Fundament einer stabilen Ehe.

Paare,

Die sich wirklich mögen,

Die über Jahre miteinander lachen,

Einander zuhören,

Die sich respektieren können,

Die überstehen Krisen.

Leidenschaft und Erotik sind wichtig,

Aber sie verändern sich.

Freundschaft bleibt.

Ich selbst sehe das ein klitzekleines bisschen anders,

Das ist ja auch schon ein bisschen her,

Die Forschung von John Gottman,

Nicht,

Dass sie falsch wäre,

Aber mein Blickwinkel ist ein anderer.

Ich bin nicht ganz so eine Verfechterin der Paarbeziehung allein auf Freundschaftsebene.

Wenn man das so leben will,

Ist das für mich völlig in Ordnung.

Aber ich teile dir an sich,

Dass Freundschaft in Langzeitpaarbeziehungen eine von drei wichtigen Säulen ist.

Neben Leidenschaft,

Die für die Anziehungskraft in der Beziehung wichtig ist,

Und neben Gemeinschaft,

Die für das Team,

Die Struktur,

Die Familie als Teil der Beziehung enorm wichtig sind.

Also nochmal zurück zum roten Faden.

Auch in Paarbeziehungen spielt Freundschaft eine Rolle.

Und umgekehrt ist es auch.

Freundschaft ist eine Art von Beziehung.

Mit Nähe,

Mit Verbindlichkeit,

Mit Vertrauen.

Manchmal tut der Verlust eines Freundes,

Einer Freundin,

Sogar noch mehr weh als eine Trennung von einem Partner.

Denn Freundschaft basiert auf einer tieferen Form von bedingungslosem Annehmen.

Jedenfalls dann,

Wenn es die Art von Freundschaft ist,

Die eine gewisse Tiefe erreicht hat.

Und das ist ja,

Wonach wir streben.

Und eben diese Tiefe macht ja auch die Qualität einer Freundschaft aus.

Das ist wertvoller als die Zahl von Menschen,

Die wir als Freunde bezeichnen.

Das eine geht in die Breite,

Das andere geht in die Tiefe.

Und so eine tiefe Freundschaft,

Die wirklich tragfähig ist,

Das ist schon ein echter Schatz.

Auch dann,

Wenn Freunde nicht alles miteinander teilen müssen.

Unterschiede und Leerstellen sind überhaupt kein Problem,

Wenn es genügend Schnittmengen gibt.

Aber Freundschaften verändern sich im Laufe des Lebens.

Sie wachsen quasi mit uns mit oder eben nicht.

Und so kommt es,

Dass wir im Erwachsenenalter deutlich weniger Freunde haben.

Vielleicht kennst du das ja auch aus deinem Leben.

Mit 20 hattest du jede Menge Leute um dich herum.

Da gab es die WG-Küchen,

Die Uni-Pausen,

Die Party-Nächte.

Man ist fast automatisch in Menschenmengen und Freundschaften hinein geplumpst.

Und in dieser Phase des Lebens,

Da haben wir ja auch noch enorm viel Zeit,

Die man miteinander verbringen kann.

Da gibt es super viele Treffpunkte,

Die ganz automatisch stattfinden und wo wir uns eben begegnen.

Und in unseren 20ern sind wir auch charakterlich noch nicht so deutlich ausgeprägt und fixiert.

Da sind wir sehr viel anpassungsfähiger.

Aber mit 40 oder 50,

Da stehen Beruf,

Familie,

Partnerschaften im Vordergrund.

Viele ziehen für den Job hier und dahin.

Manche konzentrieren sich ausschließlich auf Kinder und Familie.

Andere verlieren ihre Freunde nach Trennungen,

Weil Loyalitäten auseinandergehen,

Was wirklich,

Wirklich hart ist.

Ist mir auch schon passiert.

Manchmal kommen starke soziale Unterschiede dazu,

Die sich entwickeln und die Lebensrealitäten ganz weit voneinander entfernen.

Manchmal zerbrechen Freundschaften auch,

Weil die jeweils eigene Entwicklung durchs Leben,

Also der eigene Weg,

So weit auseinanderdriftet,

Dass eine Kluft entsteht,

Die man nicht mehr so einfach überbrücken kann.

Manchmal sterben Freundschaften aber auch,

Weil sie keiner mehr pflegt.

Die Sozialpsychologie spricht von der Danbar-Zahl.

Und die besagt,

Etwa 150 soziale Kontakte können wir überblicken.

Aber wirklich enge Freundschaften,

Mehr als fünf bis sieben,

Das schafft niemand.

Und das heißt folgerichtig,

Mit den Jahren wird das Netz immer kleiner.

Und Freundschaften bleiben nur dann lebendig,

Wenn wir sie bewusst auch leben.

Also sie brauchen ein bisschen Pflege.

Obwohl ich finde,

Dass sie ziemlich resilient sind.

Eine alte Studienfreundin hat mal zu mir gesagt,

Weißt du,

Ich dachte,

Freundschaft ist wie ein Baum.

Wenn man ihn einmal gepflanzt hat,

Wächst er von alleine.

Aber das stimmt nicht.

Man muss ihn gießen,

Sonst vertrocknet er.

Was also hält Freundschaften lebendig?

Was brauchen sie wirklich?

Ich glaube,

Sie brauchen Verlässlichkeit.

Und diese Verlässlichkeit schöpft sich aus der Erfahrung.

Aus dem Vertrauen der Erfahrung.

Zu wissen,

Dass da jemand ist,

Wenn es hart wird.

Nicht nur,

Wenn es Spaß macht und gute Laune bringt.

Im Sonnenschein kann ja jeder dein Freund sein.

Aber dir im Regen den Schirm zu halten,

Das schaffen nicht so viele.

Ehrlichkeit finde ich sehr,

Sehr wichtig.

Eine Freundin oder ein Freund ist nicht nur jemand,

Der dir immer zustimmt und immer nickt.

Sie oder er darf auch ehrlich sein,

Sogar dann,

Wenn es weh tut.

Und das muss man auch halten können.

Eine Ausgewogenheit von Nähe und Distanz braucht es auch.

Manchmal brauchen wir mehr Abstand,

Manchmal sogar über ganze Phasen in unserem Leben.

Echte Freundschaft kann das aushalten.

Zeit ist ein wichtiger Faktor,

Denn gemeinsame Geschichte schafft Tiefe.

Ein,

Weißt du noch,

Mal darin zu schwelgen,

Das kann ein Schatz sein.

Aber auch in der Gegenwart braucht natürlich so eine Freundschaft Raum.

Nur aus der Vergangenheit kann sie sich nicht tragen.

Und vor allem im Miteinander Kontakt zu halten,

Auch über Abstände hinweg.

Damit sie sich auch lebendig weiterentwickeln kann und eine Zukunft hat.

Pflege ist ein komisches Wort,

Aber es ist tatsächlich so.

Freundschaft lebt nicht von allein.

Sie braucht Gesten,

Worte,

Zeichen,

Mal einen Anruf,

Nicht nur zum Geburtstag,

Geteilte Momente,

Mitfühlen,

Mitlachen,

Mittragen.

Und,

Ganz wichtig,

Bereit sein,

Etwas zu geben.

Wenn du wirklich freundschaftlich verbunden bist,

Dann gibt es einen inneren Wunsch für diesen Menschen da zu sein.

Sei es emotional,

Sei es ganz real und physisch oder in Gedanken.

Ralph Waldo Emerson sagt,

Ein Freund ist ein Mensch,

Vor dem man laut denken kann.

Das finde ich besonders treffend.

Bei einem Freund,

Einer Freundin,

Kannst du wirklich du selbst sein.

Kannst ohne vorgeschaltete Filter einfach mal was raushauen.

Und du kannst den Raum halten für deine Freundin oder deinen Freund.

Und jetzt kommt ein schmerzhafter Aspekt.

Viele Freundschaften heißen so,

Aber es ist gar nicht drin,

Was drauf steht.

Wir nennen Menschen Freund oder Freundin,

Weil wir sie schon lange kennen,

Weil wir vielleicht zusammenarbeiten,

Weil sie Teil einer Clique sind,

Weil sie vielleicht nett sind.

Manche Menschen verwenden den Begriff Freundschaft beinahe inflationär.

Aber Nähe im Alltag ist nicht automatisch Nähe im Herzen.

Wenn man genau hinschaut,

Kann man sehen,

Manche Freundschaften sind Zweckgemeinschaften.

Und das erkennst du daran,

Dass sie vor allem an Bedingungen geknüpft sind.

Hier kommen ein paar wichtige Punkte,

An denen das deutlich wird.

Man ist zum Beispiel befreundet,

Solange man im gleichen Umfeld ist.

Das ist ja einfach.

Studium,

Job,

Nachbarschaft.

Man muss sich also nicht besonders bemühen.

Die Treffen passieren aus Bequemlichkeit,

Nicht aus echtem Interesse.

Wenn du die Initiative nicht ergreifst,

Passiert von der anderen Seite nichts.

Gespräche bleiben vielleicht an der Oberfläche.

Man weiß viel über Termine,

Projekte und wo man hin in den Urlaub fährt,

Aber wenig über das Innenleben dieser Menschen.

Wenig über die echten,

Verletzlichen Seiten.

Freundschaften,

Die keine sind,

Sind manchmal einseitig.

Du hast das Gefühl,

Egal was du gibst,

Es besteht wenig echtes Interesse an dir.

Und wenn du mal um etwas bittest,

Gibt es wenig oder selten Resonanz,

Dafür viele Gründe,

Warum es nicht geht.

Kommt es einmal vor,

Ist es kein Problem,

Passiert es öfter,

Ist es ein Muster.

Auch so eine Red Flag,

Wenn es ein Problem gibt,

Ein Streit,

Eine Auseinandersetzung,

Dann gehst du den Weg zurück und überbrückst die Kluft.

Immer wieder,

Nur von deiner Seite.

Da ist irgendetwas faul.

Oder du hast das Gefühl,

Du füllst eher eine Rolle oder Funktion im Leben des oder der anderen aus.

Du bist wichtig,

Weil du durch dein Wissen,

Deine Ressourcen oder deine gesellschaftliche Stellung einen Nutzen für den anderen hast.

So eine richtige,

Echte Freundschaft dagegen ist unabhängig von äußeren Umständen.

Sie trägt auch noch,

Wenn du umziehst,

Den Job wechselst oder eine neue Lebensphase beginnst.

Oder wie eine Klientin mal gesagt hat,

Ich habe gemerkt,

Dass manche Menschen nur so lange da waren,

Wie ich die Tür offen gehalten habe.

Und als ich sie mal zugemacht habe,

Weil ich verzweifelt war,

War plötzlich niemand mehr da.

Das tut richtig weh,

Aber es klärt die Sache auch.

Denn Freundschaft ist kein Etikett,

Das man vergibt,

Sie ist eine geliebte Verbindung.

Ich möchte dir eine Mail vorlesen,

Die mich erreicht hat.

Von der ich ganz am Anfang gesprochen habe.

Meine beste Freundin hat jetzt einen Freund.

Die erste lange Beziehung.

Und seitdem vernachlässigt sie unsere Freundschaft.

Alles,

Was vorher war,

Teilt sie jetzt mit ihm.

Ich weiß nichts mehr über ihr Leben.

Es ist nur noch oberflächlich und macht mich unendlich traurig.

Ich habe andere Freundinnen,

Aber sie ist die Freundin.

Was kann man tun?

Ja,

Das ist richtig traurig.

Wir leiden entsetzlich,

Wenn Freundschaften zerbrechen.

Und ja,

Das ist genau wie Liebeskummer.

Denn der Verlust einer besten Freundin schmerzt wie eine Trennung.

Es ist eine Trennung.

Und es darf man erstmal anerkennen.

Was also kann man da tun?

Sprich es unbedingt an.

Sage vielleicht,

Ich vermisse dich,

Du fehlst mir.

Es tut weh,

Dass wir kaum noch Kontakt haben.

Mach keine Vorwürfe,

Aber sei ehrlich.

Akzeptiere die Veränderung.

Es ist ganz,

Ganz oft so,

Dass in der Verliebtheitsphase Freundschaften nach hinten durchrutschen.

Das heißt nicht automatisch,

Dass sie dann vorbei sind.

Halte dein Herz offen.

Manchmal braucht es nämlich einfach Geduld.

Viele Freundschaften blühen nach einer Pause wieder auf.

Punkt 4.

Versuch etwas,

Aber nicht um jeden Preis.

Nicht auf Ewigkeiten.

Schau dich auch um.

Manchmal bedeutet Freundschaft auch,

Sich neu zu orientieren und vielleicht andere Menschen näher an sich heranzulassen.

Und Akzeptanz ist wichtig.

Wenn du versucht hast,

Was dir möglich ist,

Ist Akzeptanz ein wichtiger,

Mutiger Schritt und auch ein liebevoller.

Denn wir können niemanden zwingen,

An unserer Seite zu sein,

Egal wie hart das auch sein mag.

Und wenn das der Fall ist,

Lass dir Zeit für den Loslassprozess.

Eine Freundschaft zu lösen ist genauso schmerzhaft wie ein Beziehungsende und es hat seine eigenen Phasen der Verarbeitung.

Es gibt ein tolles Buch,

Das ich letztens erst hier empfohlen habe,

Let Them von Mel Robbins.

Und da gibt es einen wunderbaren Absatz bzw.

Ein Kapitel dazu.

Nämlich darüber,

Wie man loslassen kann,

Wenn man Freunde verliert und wie man neue findet.

Und auch das verlinke ich dir in den Shownotes.

Aber lass uns da doch gleich auch mal drauf gucken.

Freunde finden,

Wenn man nicht mehr 20 ist.

Sind wir über die 20er hinaus,

Entstehen Freundschaften nicht mehr ganz so zufällig,

Wie ich das vorhin gesagt habe.

Man muss etwas dafür tun.

Ja,

Und es fühlt sich manchmal komisch an,

Weil wir denken,

Aber ein Freund,

Eine Freundin,

Das sollte einem doch wie von selbst passieren,

Das kommt von allein,

Oder?

Aber das stimmt nicht.

Freundschaft fällt einem nicht einfach zu,

Auch das ist eine Beziehungsarbeit.

Das muss nicht anstrengend sein,

Aber da ist was Aktives zu tun.

Nur eben auf einem anderen Feld,

Als wir das sonst in Beziehungen so gewohnt sind.

Wie also geht es?

Tja,

Ich würde sagen,

Erst mal raus aus den eingefahrenen Mustern.

Geh dorthin,

Wo Menschen sind,

Auf die du sonst nicht treffen würdest.

Zum Beispiel geht es online.

Und natürlich ist es auch wichtig,

Resonanzorte im Real Life zu finden.

Also,

Wo sind Menschen,

Die deine Werte und Interessen teilen?

Welche Bereiche des Lebens findest du denn spannend?

Vereine,

Buchclubs,

Chöre,

Yogagruppen,

Ehrenamt,

Fortbildungen,

Wie bei mir,

Oder auch eine Theatergruppe,

Wie ich das mal bei einer Klientin erlebt habe.

Wenn du dorthin gehst,

Wo eh schon deine Interessen gelebt werden,

Wo du für dich selbst etwas ausprobieren kannst,

Was du magst,

Wo du einfach du bist,

Dann gelingen dort Begegnungen besonders leicht.

Ein anderer interessanter Punkt ist der kleine Schrittewagen.

Lade doch mal jemanden auf einen Kaffee ein,

Den du nur ein bisschen kennst.

Sag,

Lass uns mal spazieren gehen.

Oder sprich jemanden an,

Geh ein bisschen aus deiner Komfortzone raus.

Ja,

Ich weiß,

Du könntest Angst vor Ablehnung haben.

Aber was,

Wenn das gar nicht passiert?

Was vergibst du dir denn?

Ich habe schon auf Hunderunden,

Beim Einkaufen oder beim Arzt super nette Gespräche geführt und Kontakte geknüpft.

Ganz ohne Absicht,

Einfach wegen eines ersten netten Satzes.

Üb dich mal darin,

Fang ganz klein an und wachse dann über dich hinaus.

Mach es dir zur Gewohnheit,

Auf Leute mit offenem Herzen zuzugehen.

Wer weiß,

Was daraus wachsen kann.

Und wenn es schon Kontakte gibt,

Dann lohnt es sich,

Regelmäßigkeit zu schaffen.

Eine WhatsApp alleine reicht nicht.

Plan doch auch mal echte Treffen,

Auch wenn der Alltag voll ist.

Erwarte nicht gleich ein Wunder,

Aber sei neugierig auf jemanden.

Frag nicht nur,

Na,

Wie geht's bei dir so?

Sondern,

Was bewegt dich gerade?

Interesse schafft Tiefe.

Ich habe letztens eine Studie gelesen,

Da ging es darum,

Dass man Menschen,

Die sich überhaupt nicht gekannt haben,

Einander gegenüber gesetzt hat.

Und dann haben diese Menschen sich Antworten auf vorgegebene Fragen gegeben.

Und diese Fragen,

Die gingen alle so in die Richtung,

Was ist dir im Leben am wichtigsten?

Was war die schwierigste Erfahrung deines Lebens?

Was wünschst du dir am meisten?

Und obwohl die Menschen sich nicht kannten,

Hatten sie auch über die Studie hinaus ein ganz,

Ganz großes Interesse,

Weiter miteinander zu sprechen.

Einfach deswegen,

Weil so ein echtes Interesse und so wirkliche,

Ehrliche Antworten Verbindung schaffen.

Was ich auch noch wichtig finde ist,

Freundschaften langsam wachsen lassen.

Vertrauen braucht Zeit.

Nicht jede nette Begegnung wird eine Freundin oder ein Freund.

Aber jede Freundschaft hat mal als nette Begegnung angefangen.

Und wenn du mehr darüber wissen willst,

Es gibt auch wunderbare Bücher,

Die sich diesem Thema widmen.

Was ich empfehlen kann ist zum Beispiel Freundschaft,

Die unsichtbare Macht von Robin Dunbar über die Wissenschaft hinter unseren sozialen Beziehungsnetzen.

Friend Timothy,

Das ist von Chester Nelson,

Ein wunderbar praktisches Buch darüber,

Wie Nähe in Freundschaften entsteht,

Allerdings in englischer Sprache.

Ja,

Und auch diese Buchempfehlungen zeigen,

Freundschaft ist nicht nur ein Gefühl,

Sondern eine Entscheidung.

Wir können sie aktiv gestalten,

Wir können sie nicht erzwingen,

Aber wir können was dafür tun.

Und es bringt mich zur letzten Frage,

Wie kann ich denn selbst eine gute Freundin sein?

Das ist ja der Punkt,

Der oft vernachlässigt wird.

Denn sich Freundschaft zu wünschen bedeutet ja auch,

Dass auch selbst zu sein.

Und das können wir beeinflussen.

Eine gute Freundin,

Ein guter Freund zu sein bedeutet nicht perfekt zu sein.

Es bedeutet zuhören zu können,

Raum zu geben,

Ohne sofort gescheite Ratschläge zu geben,

Alles besser wissen zu wollen.

Da sein,

Auch dann,

Wenn es mal unbequem wird,

Auch dann,

Wenn es Engagement erfordert.

Die Balance zu halten,

Nicht nur nehmen,

Sondern auch geben,

Aus Freiwilligkeit und nicht aus Zwang.

Mut zur Ehrlichkeit,

Freundschaft braucht wirklich klare Worte,

Und zwar ohne verletzend zu sein.

Und natürlich muss man das auch halten können.

Die Fähigkeit zu verzeihen ist wichtig,

Weil niemand fehlerfrei ist,

Und wir sind nun mal nicht jeden Tag in unserer besten Form.

Und ich finde Loyalität wirklich besonders wichtig.

Genauso wie ein echtes Interesse an der inneren Welt des jeweils anderen.

Und zum Schluss gibt es noch ein paar Reflexionsfragen von mir.

Vielleicht hast du den einen unter anderem Impuls,

Den du für dich mit in dein Leben nehmen kannst.

Welche Freundschaft in deinem Leben fühlt sich für dich wie ein Schatz an,

Und warum?

Wann hast du deinem Freund,

Deiner Freundin eigentlich das letzte Mal gesagt,

Was sie dir bedeutet?

Gibt es vielleicht eine Freundschaft,

Bei der du spürst,

Da ist gar nicht drin,

Was draufsteht?

Wann hast du zuletzt selbst aktiv etwas für eine Freundschaft getan?

Und was wäre ein kleiner Schritt,

Den du jetzt gerade machen kannst?

Welche Menschen gibt es vielleicht,

Die möchtest du näher in dein Leben hereinlassen,

Und wie könntest du damit beginnen?

Was könntest du aktiv tun,

Um neue Kontakte zu knüpfen?

Bist du die Freundin oder der Freund,

Die du selbst dir wünschen würdest?

Freundschaften gehören zu den wertvollsten Erfahrungen,

Die wir in unserem Leben machen können,

Ich bin ganz sicher.

Sie sind,

Wenn sie echt gelebt werden,

Die gewählte Familie,

Die uns durchs Leben trägt.

Und vielleicht inspiriert dich diese Folge ja dazu,

Dir heute mal zu überlegen,

Wen möchte ich anrufen?

Wen möchte ich mal wieder sehen?

Und wem möchte ich sagen,

Du bist wichtig für mich?

Und ich wünsche dir von ganzem Herzen,

Dass du sowas erfahren darfst,

Dass du Menschen findest und von solchen gefunden wirst und dass es solche Menschen in deinem Leben gibt,

Die dich wirklich sehen und annehmen als das,

Was du bist.

Alles Liebe,

Deine Claudia

© 2026 Claudia Bechert-Möckel. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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