17:56

#4 Hilfe, ich war in Therapie!

by YOGASTRONG mit Alexa Katharina

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Ich war in Therapie und bin froh darüber! Es gibt Dinge über die viel zu wenig gesprochen wird! Hierzu gehört auch das Thema Therapie. In dieser Folge ist der Ausbildungstherapeut Ole Denzler bei mir zu Gast und spricht mit mir offen und ehrlich über Therapiemöglichkeiten und wann man eine Therapie in Anspruch nehmen sollte.

Transkription

Hallo und herzlich willkommen zum Yoga Strong Podcast.

Ich bin Alexa Katharina und heute habe ich ein ganz spannendes Thema für euch.

Das heutige Thema ist nämlich Therapie.

Mein Gast ist heute Ole.

Ole ist Ausbildungstherapeut.

Hallo Ole,

Schön,

Dass du da bist.

Vielleicht magst du dich einmal kurz vorstellen.

Ja,

Hallo.

Also ich bin Ole Denzler ist mein Name und ich bin Ausbildungstherapeut jetzt im letzten Jahr.

Ich mache die Ausbildung zum Verhaltenstherapeut und arbeite jetzt noch nebenher in einer Schmerzambulanz.

Was machst du da genau?

In der Ambulanz mache ich ganz normale Psychotherapie,

Also wie sie auch von der Krankenkasse eben genehmigt wird.

Das heißt Kurzzeittherapien oder Langzeittherapien,

Eben bei diesen spezifischen Störungsbildern.

Ole,

Ich habe ja bis zu meinem 27.

Lebensjahr unter Depressionen gelitten.

Ich war schon als Jugendliche in einer stationären Behandlung,

Habe mich dann irgendwie ja nicht so ganz wohl gefühlt und dann habe ich mich ja entschlossen,

Dass ich nochmal in eine Klinik gehe und alles aufarbeite.

Also ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden und habe mich sozusagen ja selbst einweisen lassen und habe dann an meinem Leben gearbeitet,

Weil ich einfach gemerkt habe,

Dass ich so nicht weiterkomme.

Wann würdest du denn empfehlen,

Dass man sich allgemein Hilfe sucht?

Also ein ganz allgemeines Kriterium ist jetzt mal,

Wenn man nicht mehr alleine klarkommt und damit meine ich vor allem,

Dass man wichtige Dinge in seinem Leben versäumt,

Also zum Beispiel man hat eine Prüfung und schreibt die nicht,

Man möchte gerne einen Abschluss machen und das verzögert sich und man merkt,

Dass einem vielleicht die Kraft fehlt,

Das zu tun und dass auch Familie und Freunde mit den Problemen,

Die man so schildert,

Vielleicht auch überfordert sind.

Ich denke,

Dann ist es Zeit,

Dass man sich Hilfe holt.

Du sagst jetzt,

Wenn Familie und Freunde da ein bisschen überfordert sind,

Sollte man sich dann erstmal diesen Menschen anvertrauen?

Auf jeden Fall.

Ich denke,

Der wichtigste Schritt ist immer sich anzuvertrauen und zu schauen,

Ist das ein Problem,

Was vielleicht andere auch haben?

Ist das ein Problem,

Wo jemand eine leichte Lösung kennt?

Ist das ein Problem,

Wo vielleicht jemand schon mal gehabt hat und da auch irgendwie einen Weg gefunden hat?

Und ganz viele Probleme,

Würde ich sagen,

Sind alltäglich und die hat jeder Mensch.

Das heißt,

Du würdest dann sagen,

Erstmal,

Dass man sich der Familie und den Freunden anvertrauen soll und dann anschließend,

Wenn die nicht mehr weiter wissen,

Dann einen Therapeuten aufsuchen?

Inwieweit kann man das denn in Deutschland machen?

Welche Wege gibt es denn,

Um therapeutische Hilfe zu bekommen?

Also,

Was jetzt eine ganz gute Adresse ist und was ja auch viel,

Sag ich mal,

Da gibt es einen Prozess,

Der sich gerade verändert.

Es gibt jetzt Sprechstunden,

Wo man relativ schnell auch an einen Psychotherapeuten kommt,

Der einem dann mal erste Informationen geben kann,

Liegt eine psychische Störung vor oder eben nicht.

Und was dann eine ganz gute Adresse ist,

Ist die Servicestelle.

Das ist einfach eine Internetseite,

Die gibt es für jedes Bundesland.

Das heißt,

Nehmen wir mal an,

Man lebt in Baden-Württemberg,

Dann kann man einfach Servicestelle Baden-Württemberg googeln und findet da eigentlich eine Seite,

Wo man sehr schnell an den Facharzt oder auch Psychotherapeuten kommt.

Die sind dazu verpflichtet,

Einem sehr schnell Termine zu liefern.

Mit der Wartezeit,

Da war das für mich früher ganz,

Ganz schwierig.

Ich habe nach einem Psychotherapeuten auch gesucht und nach einer Therapie und habe dann etliche angerufen.

Ich habe sogar eine Liste damals von einer Beratungsstelle bekommen,

Habe dann da alle abtelefoniert und habe gemerkt,

Hey,

Die Wartezeiten waren teilweise ein Jahr.

Wie sieht denn das heute aus?

Also ich würde sagen,

Das kann einem immer noch passieren.

Wie gesagt,

Über die Servicestelle sind die verpflichtet,

Dass man zumindest einen Sprechstundentermin relativ zeitnah kriegt.

Aber nehmen wir mal an,

Jemand hat eine ganz spezielle Störung,

Wie zum Beispiel vielleicht eine Schmerzstörung,

Dann kann es sein,

Dass der sehr lange warten muss,

Bis der zu einem Spezialisten kommt,

Weil da einfach in manchen Regionen die Therapeuten überlastet sind.

Also es kann variieren von bestimmt aktuell immer noch von einem Monat bis einem Jahr.

Was würdest du denn so als Spezialist empfehlen?

Eher eine ambulante Therapie oder eine stationäre Therapie?

Also für eine stationäre Therapie,

Finde ich,

Müssen schon erhebliche,

Sage ich mal,

Eigen- oder Fremdgefährdung,

So sagen wir das meistens.

Das heißt,

Jemand ist vielleicht suizidal,

Kann sich dann nicht von lebensmüden Gedanken distanzieren.

Das ist absolut ein Faktor.

Substanzabhängigkeit ist auch immer ein Kriterium für eine stationäre Behandlung.

Oder auch,

Wenn jemand eben fremdgefährdend ist,

Das heißt,

Er kann sich nicht kontrollieren,

Gerät vielleicht zu schnell in Rage oder in einem nicht mehr kontrollierbaren Zustand.

Ich denke,

Das sind vor allem Faktoren für eine stationäre Behandlung.

Manchmal gibt es aber auch,

Sage ich mal,

Sowas wie eine Reha oder eine Kur,

Wo Menschen auch,

Sage ich mal,

In einem stationären Setting da Therapie machen,

Die vielleicht jetzt nicht so hochgradig,

Sage ich mal,

Eigen- oder Fremdgefährdet sind.

Ich habe gemerkt,

Dass,

Wenn ich in dieser Therapie nicht wirklich mitarbeite,

Dass ich irgendwie auch nicht vorankomme.

Inwiefern,

Denkst du denn,

Kann man so eine Therapie erstmal auf sich einpassen lassen bzw.

Auch Besserung hoffen?

Also das schließt vielleicht ganz gut an diese Sprechstunden,

An die ich vorhin erwähnt habe,

Zu denen man relativ schnell Zugriff kriegt.

In diesen Sprechstunden wird auch Diagnostik gemacht.

Der Therapeut erhebt erstmal,

Ob bestimmte Kriterien vorliegen für eine psychische Störung oder nicht.

Und in dieser Phase ist es auch wichtig,

Dass man den Auftrag klärt.

Also so ist vielleicht auch ein verhaltenstherapeutisches Bild,

Was ich jetzt habe von Psychotherapie.

Aber für mich ist es vor allem ein Auftrag,

Den der Klient oder Patient mir gibt.

Und dieser Auftrag wird von mir bewertet.

Ich schaue,

Ist das ein psychotherapeutischer Auftrag?

Manche Menschen kommen in Therapie und sagen,

Sie wollen glücklicher werden.

Das ist zum Beispiel kein therapeutischer Auftrag.

Also ein therapeutischer Auftrag wäre vielleicht eher,

Helfen Sie mir wieder,

Mehr Antrieb zu bekommen.

Oder was kann ich tun,

Damit ich wieder mehr Antrieb habe?

Was ein Therapeut eigentlich permanent macht,

Ist die Verantwortung zurückzugeben zum Patient oder Klient.

Das ist eigentlich ein permanenter Prozess,

Wo man immer wieder auch dem Patient vermittelt,

Hier wird nur darüber gesprochen,

Wie sie sich selbst helfen können.

Also es wird nicht darüber gesprochen,

Dass ich jetzt die magische Formel finde,

Um das Problem zu lösen,

Sondern es ist Hilfe zur Selbsthilfe.

Also kann ich das jetzt auch so zusammenfassen?

Wenn ich selbst nicht an mir selbst arbeite und selbst den Entschluss habe,

Gesund zu werden und hier etwas für mich zu tun,

Dann kann mir eigentlich auch kein Therapeut helfen,

Wenn ich selbst nicht mit der Einstellung da bin,

Auch etwas dafür zu tun.

Absolut,

Würde ich total unterschreiben.

Das ist häufig dann etwas,

Was auch nicht unbedingt so klar ist und da muss man einfach auch offen darüber reden in der Therapie.

Das finde ich sehr interessant,

Dass du das hier auch so ganz klar sagst.

Für mich war die Therapie gut zu verstehen,

Wieso ich jetzt so bin,

Wie ich bin.

Die eigentliche Arbeit für mich,

Um glücklich zu werden,

Kam danach.

Inwieweit hast du das auch oder hast du Erfahrungen,

Dass deine Patienten Erwartungen an die Therapie stellen,

Die man so eigentlich gar nicht erfüllen kann?

Das passiert eigentlich ständig.

Das ist aber auch gar nichts Schlimmes.

Es ist ein ganz normaler Prozess,

Würde ich sagen.

Man schaut eben,

Was ist möglich in der Therapie und hat da vielleicht auch manche Bitten,

Die der Therapeut vielleicht auch zurückweist,

Aber das ist gar kein Problem.

Das wäre vielleicht das Ziel,

Was beide verfolgen sollten,

Offen darüber zu reden,

Falls es eine Störung gibt in der Therapie,

Falls man merkt,

Die Erwartungen stimmen nicht überein,

Die Ziele stimmen nicht überein,

Dass man darüber offen spricht.

Also ich hatte auch viele verschiedene Therapeuten und ich muss sagen,

Mit manchen bin ich überhaupt nicht klargekommen.

Was würdest du denn empfehlen,

Wenn jemand jetzt zu einer Therapie geht und merkt,

Dieser Therapeut ist irgendwie nicht auf meiner Wellenlänge?

Also das kommt ja auf beiden Seiten vor,

Dass der Patient den Therapeuten komisch findet,

Vielleicht auch kein gutes Gefühl hat in der Sitzung und es kann auch auf Therapeutenseite passieren,

Dass man einfach merkt,

Mit dem Patienten gerät man vielleicht immer wieder in ein ungutes Gefühl,

Verhält sich dann auch vielleicht nicht in der Weise,

Dass es therapeutisch zielführend ist.

Also das Wichtigste ist,

Das offen anzusprechen und ich glaube,

Das offen anzusprechen kann auch immer eine Chance sein,

Tiefer in eine Beziehung mit dem Therapeuten oder Patienten zu kommen.

Aber man kann auch immer auch sein Gefühl haben und sagen,

Der Therapeut ist nichts für mich,

Ich suche mir einen anderen,

Für würde ich auch immer unterstützen.

Ja,

Finde ich auch ganz wichtig,

Dass man dazu steht,

Auch was man fühlt,

Gerade wenn es eben um so sensible Themen geht.

Wie sieht denn jetzt so eine Therapie aus?

Also zum Beispiel die ambulante Therapie,

Was habe ich denn da zu erwarten,

Was kommt da auf mich zu,

Wie viel Zeit muss ich auch rein investieren?

Also typischerweise hat man drei Sprechstunden in der Vorphase der Therapie und vier probatorische Sitzungen.

Das heißt,

Man kann das mal so zusammenfassen,

Man hat sieben Sitzungen,

Bevor die Therapie überhaupt losgeht.

In den sieben Sitzungen wird,

Wie gesagt,

Diagnostisch abgeklärt,

Was liegt vor,

Welche Kriterien erfüllt der Patient,

Welche Störungsbilder liegen vor und man klärt einen Auftrag,

Das heißt,

Was sind die Ziele konkret.

Das wird in dieser Vorphase geklärt.

Ist das alles geklärt,

Stellt der Therapeut üblicherweise einen Antrag bei der Krankenkasse und da gibt es verschiedene Optionen.

Da ich Verhaltenstherapeut bin,

Habe ich folgende Optionen.

Ich kann zwölf Sitzungen beantragen,

Ich kann 24 Sitzungen beantragen,

Das ist meistens ohne Probleme,

Das geht bei der Krankenkasse auch durch,

Wenn ich eine Störung diagnostiziere und ich kann aber bei einem Gutachter einen Antrag stellen für 60 Sitzungen und das wird dann geprüft im Einzelfall.

Das kann dann auch zurückgewiesen werden,

Ist aber im Normalfall nicht so.

Generell würde ich sagen,

Geht eine Therapie immer so lang,

Bis die Ziele des Patienten erfüllt sind.

Das heißt,

Ob die 100 Stunden geht,

Ob die 200 Stunden geht oder ob die fünf Sitzungen geht,

Entscheiden eigentlich immer Patient und Therapeut.

In erster Linie Therapeut,

Der muss das auch entscheiden und bewerten,

Ob das sinnvoll ist,

Aber letztendlich ein Mensch in Deutschland,

Der Hilfe in Anspruch nehmen will,

Hat immer das Recht dazu.

Das hört sich für mich nach extrem viel Arbeit an und ich kenne das ja.

Für mich war meine Therapie mit die schwerste Arbeit,

Die ich jemals gemacht habe und da ist jetzt meine Frage an dich.

Ist es immer schwere Arbeit,

An sich selbst zu arbeiten?

Absolut,

Weil wie wir ja vorhin gesagt haben,

Also die Verantwortung liegt eigentlich immer beim Patienten und dass da was passiert,

Ist auch immer der Patient eigentlich für verantwortlich.

Die eine Sitzung in der Woche kann man eigentlich auch als ein Check-up sehen.

Es ist harte Arbeit und erfordert immer auch,

Dass man seine Komfortzone verlässt,

Weil man die Dinge ja nicht so machen soll,

Wie man sie immer macht.

Man soll auf einmal Dinge anders tun,

Als man es gewohnt ist,

Gelernt hat und man fühlt sich ja schon meistens wohl mit den Dingen,

Die man kennt und man soll plötzlich neue Dinge ausprobieren.

Das ist mit das Anstrengendste,

Was man eigentlich machen kann.

Ja,

Du sagst es.

Finde ich richtig gut,

Dass du mir das auch so bestätigst,

Weil ich dachte eine lange Zeit,

Dass ich so die Einzige wäre,

Die so krass an sich arbeiten muss und so viele Probleme hat.

Dabei gibt es ja sehr viele andere Menschen,

Denen es eigentlich genauso geht.

Ja,

Uli,

Wie sieht denn so ein stationärer Alltag aus?

Bei uns gab es zum Beispiel einen Stundenplan.

Wir konnten uns zu verschiedenen Stunden auch eintragen bzw.

Wurden zugewiesen.

Wie ist denn da so der Alltag?

Eine stationäre Therapie hat tatsächlich so etwas wie einen Stundenplan.

Da hält jeder Patient so etwas wie einen Wochenplan.

Da sind die Stunden drauf und das variiert erheblich von Klinik zu Klinik.

Wie festgeschrieben das ist,

Wie verpflichtend das ist,

Dass man zu diesen Dingen geht.

Das ist ganz,

Ganz unterschiedlich.

Meistens gibt es aber so eine Art Strukturplan,

Der vorliegt,

Den Alltag so strukturiertes Patienten.

Ich selbst habe ja schlechte Erfahrungen mit Therapien gemacht.

Wie können denn Leute wie ich,

Die extreme Vorurteile von Therapien und Kliniken haben,

Wie kann man denn das umgehen und trotzdem so Hilfe in Anspruch legen?

Ja,

Ich glaube,

Das ist immer schwierig,

Wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat.

Das kann ich von mir selbst sagen.

Bei Ärzten zum Beispiel,

Wenn man da schlechte Erfahrungen gemacht hat,

Dann sinkt natürlich die Motivation beim nächsten Mal einen Arzt aufzusuchen oder sich Hilfe zu holen.

Ich denke,

Es ist trotzdem wichtig,

Dass wenn man das Gefühl hat,

Da stimmt was psychisch nicht oder im Verhalten und das überwiegt über eine ganze Weile oder eine ganze Zeit,

Dann würde ich trotzdem versuchen,

Mir Hilfe zu holen und schon in den Sprechstunden vielleicht ansprechen beim Therapeut.

Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht.

Wie ist denn das hier?

Ich habe das so erlebt und das hat mir nicht gut getan,

Damit der Therapeut Bescheid weiß und da auch Rücksicht nehmen kann.

Ja,

Das war bei mir auch so.

Ich bin da erstmal reingekommen in diese Klinik und habe erst mal angefangen zu weinen.

Ich dachte mir,

Okay,

Ich möchte das auf jeden Fall machen,

Aber mir ist schlecht geworden.

Ich hatte Angst,

Ich habe geweint und dann dachte ich mir,

Okay,

Was mache ich denn jetzt?

Und dann habe ich direkt mit jemandem gesprochen und habe auch gesagt,

Hey,

Mir geht es damit überhaupt nicht gut,

Dass ich hier sein will.

Ich weiß,

Dass ich was für mich machen muss,

Aber mir geht es damit nicht gut.

Und alle Therapeuten haben das super aufgenommen,

Haben gesagt,

Wir sprechen darüber.

Ich durfte am Anfang ein bisschen öfter kommen und durfte darüber reden und das hat mir extrem geholfen.

Was ich jetzt festgestellt habe,

Allgemein ist,

Dass das Wort Therapie allgemein noch als sehr schlimm empfunden wurde.

Und ich denke,

Dass wir irgendwie alle irgendwo vielleicht ein Problem haben,

Das man lösen müsste.

Und entweder mit einer Therapie,

Vielleicht auch nicht,

Aber vielleicht eben mit Therapie.

Was sagst denn du dazu?

Was würdest du jetzt den Zuhörern hier raten,

Gerade wenn sie sich überlegen,

Vielleicht doch eine Therapie aufzusuchen?

Ich bin Erwachsenen-Therapeut,

Das heißt,

Ich behandle ab 18 Jahren.

Meine Erfahrung ist,

Dass junge Leute heute schon ein sehr günstiges Konzept haben von Therapie,

Zumindest die,

Die ich getroffen habe.

Ich hatte das Gefühl,

Es war für die viel normaler,

Als es jetzt bestimmt vor zehn Jahren gewesen wäre.

An sich glaube ich aber,

Dass es immer Menschen gibt,

Die sagen,

Ich spinne doch nicht,

Oder mit mir stimmt alles,

Oder ich kriege doch alles hin,

Was ich will.

Und dafür ist Therapie auch gar nicht.

Ich würde nicht sagen,

Dass die Menschen,

Die in Therapie kommen,

Sich sonderlich unterscheiden von den Menschen,

Die ich so treffe.

Das sind zum großen Teil keine Menschen,

Die ich jetzt als verrückt bezeichnen würde,

Oder wo ich dieses Wort in den Mund nehmen würde.

Das würde ich sowieso nie in den Mund nehmen.

Aber man hat ja vielleicht das Bild von Zwangsjacken,

Oder ich finde,

Es geht ganz sachlich zu in der Therapie.

Man sitzt meistens in einem Büro,

Sich gegenüber einem Tisch.

Man hat Zettel,

Flipcharts,

Man bespricht Sachen,

Malt sich Strukturen auf,

Plant Dinge.

Also ich finde,

Es ist ein ganz sachlicher Prozess,

Wo man eigentlich keine Angst haben muss.

Also es ist ja genauso,

Wie wir hier jetzt eigentlich sitzen.

Wir haben jetzt hier auch Zettel vor uns.

Es war ein Mikro,

Und das hat man wahrscheinlich in der Therapie nicht,

Beziehungsweise hat man in der Therapie nicht.

Aber sonst ist es auch ein ganz normales Gespräch,

Zumindest zu Beginn.

Danach arbeitet man das aus.

Das heißt für mich,

Was ich auch hier jedem weitergeben möchte,

Dass man vor Therapie überhaupt keine Angst haben muss.

Man kann das alles ausprobieren.

Es gibt natürlich immer Leute,

Die irgendwie nicht zu einem passen.

Das kann ein Therapeut sein,

Das kann im normalen Leben so sein.

Aber deswegen gibt es ja auch unterschiedliche Therapeuten,

Deswegen kann man das ja auch ausprobieren.

Ich für meinen Teil finde,

Dass es sehr,

Sehr wichtig war für mich,

In Therapie zu gehen und auch diese Therapie wahrzunehmen.

Ich habe Sachen gelernt,

Die ich ohne die Therapie nicht gelernt hätte,

Und deshalb möchte ich das nur jedem mitgeben,

Dass es unglaublich wichtig ist,

Nach sich selbst zu schauen und sich da vielleicht nicht von Leuten verunsichern lasst,

Die vielleicht gar keine Ahnung haben von dem,

Was sie sprechen.

Hast du noch irgendwas,

Was du vielleicht abschließend den Hörern sagen möchtest?

Ja,

Also es gab an der Uni einen Dozent von mir,

Der hat eigentlich was ganz Schönes zu dem Thema gesagt.

Der hat gesagt,

Er geht einmal im Jahr zum Therapeuten.

Also der Dozent selber war ein langjähriger,

Behandelnder Analytiker,

Schon in Rente,

Und der hat einfach gesagt,

Er macht dann diese sieben Sitzungen.

Jeder kriegt die von seiner Krankenkasse bezahlt,

Nur diese Vorphase,

Auftragsklärung,

Diagnostik.

Und der Dozent hat einfach gesagt,

Er macht das jedes Jahr,

Weil mit jemandem zu sprechen tut gut.

Punkt.

So war das für ihn.

Und genauso sehe ich das auch.

Man kann das klären lassen,

Man kann gucken,

Gibt es da vielleicht noch mehr,

Und ansonsten hat vielleicht ein klärendes Gespräch einfach gut getan.

Schön.

Danke dir vielmals auch für deine Zeit.

Ich verlinke die Seite,

Über die wir vorhin gesprochen haben,

In den Show Notes.

Falls ihr Fragen an Ole habt,

Schickt es mir gerne über Instagram oder auch gerne in die private Facebook-Gruppe.

Wenn ihr Fragen habt,

Meldet euch sehr gerne.

Ansonsten freue ich mich immer,

Wenn ich euch auf Instagram sehe.

Bis bald und Namaste.

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