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Die Tresorübung

by Lars Pracejus

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4.5
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Aktivität
Meditation
Geeignet für
Erfahrene
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Diese Übung ermöglicht es, sich von belastenden Bildern oder Gedanken zu distanzieren. Dazu wird alles Belastende in der Vorstellung in einem sicheren und verschliessbaren Behältnis aufbewahrt. Der "innere Tresor" kann genutzt werden, um Erinnerungen oder Gedanken imaginativ wegzuschliessen. Zu einem späteren Zeitpunkt - sofern man das möchte - können sie aus dem Tresor hervorgeholt und weiter bearbeitet werden. Die Tresorübung ist eine Imagination, die häufig in der Traumatherapie zum Einsatz kommt und von Luise Reddemann publiziert wurde.

Transkription

Die Tresor-Übung Die folgende Übung dient dazu,

Bilder und Erfahrungen loszuwerden,

Auf Abstand zu bringen und mehr innere Ruhe zu finden.

Sie ist eine Vorbereitungsübung dafür,

In Zukunft das auch mit belastenden Bildern,

Belastenden Erfahrungen machen zu können.

Aber heute und in dieser Anleitung wird das Ganze mit Alltagserfahrungen geübt.

Hierzu suche ich mir eine Position,

In der ich es einige Zeit aushalten kann,

Angenehm sitzen oder liegen.

Ich kann die Augen geöffnet lassen oder sie schließen,

Ganz so,

Wie es für mich angenehm und richtig ist.

Und wenn ich die Augen geöffnet lasse,

Darf ich mir einen Punkt suchen,

Auf dem mein Blick zur Ruhe kommen kann.

Und vor meinem inneren Auge darf ich mich einladen,

Mir ein Behältnis vorzustellen.

Irgendein Behältnis,

In dem ich all das ablegen kann,

Was ich an Bildern und Erfahrungen loswerden möchte.

All das,

Woran ich gerade nicht denken möchte,

Vielleicht auch,

Was mir zu viel ist.

Und obwohl diese Übung Tresorübung heißt,

Kann es alles sein,

Was sich anbietet,

Um irgendetwas einzuschließen.

Es kann ein Tresor sein oder ein anderes Behältnis.

Ein Hochsicherheitstrakt oder ein Verlies tief unter der Erde in einem Berg.

Oder eine gut verschließbare Kiste auf dem Meeresboden,

Was auch immer für mich passend erscheint.

Und im Folgenden wird es ein Behältnis genannt.

Wichtig ist dabei,

Dass dieses Behältnis verschließbar ist und dass nur ich es schließen und öffnen kann.

Und wichtig ist auch,

Dass das Behältnis groß genug ist,

Damit alle Bilder und Erfahrungen dort hineinpassen,

Die ich loswerden möchte.

Ich kann mir bewusst werden,

Wie dieses Behältnis aussieht.

Welche Farbe hat es?

Aus welchem Material besteht es?

Und wenn ich das möchte,

Kann ich das Behältnis von meinem inneren Auge auch anfassen und fühlen,

Wie stabil es ist.

Wo steht dieses Behältnis?

Ich kann es mir vorstellen,

Ich kann mir bewusst werden,

Welchen Verschlussmechanismus das Behältnis hat.

Es kann ein Drehzahlenschloss sein oder eine Codetastatur.

Vielleicht auch ein Schlüssel und Schloss.

Und nur ich weise den Code dazu oder ich kann auch sehen,

Dass der Schlüssel ein ganz besonders aufwendig gestalteter Schlüssel ist.

Und ich kann mir überlegen,

Wo ich den Schlüssel oder den Code aufbewahren kann.

Und jetzt kann ich einfach mal zum Ausprobieren das Behältnis zumachen und abschließen.

Und ich schaue mir nochmal den Verschluss an.

Ist er sicher genug?

Oder bedarf es zusätzlicher Schutzmechanismen?

Vielleicht weitere Schlösser oder auch Wächter?

Vielleicht wird er an einem besonderen Ort gelagert,

Wie ein Tresor,

Der in einem Bankhaus steht.

Oder ich kann einen Schutzzauber darüberlegen.

Und dann kann ich das Behältnis wieder öffnen und ich weise,

Dass nur ich das kann.

Und nun kann ich den Vorgang mit einem Alltagsfilm üben.

Ich kann mir eine Situation aus meinem Alltag aussuchen,

Eine ganz neutrale.

Einfach nur,

Um diesen Vorgang zu üben.

Das kann eine Tätigkeit im Haushalt sein oder irgendwas ganz alltägliches.

Vielleicht auch eine Begegnung mit anderen Menschen oder eine Situation von der Arbeit.

Ich wähle eine ganz alltägliche Sequenz,

Die ich jetzt in dem Behältnis deponieren kann.

Und auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten,

Das zu tun.

Vielleicht kann ich das Bild einfach greifen oder auch irgendetwas,

Das symbolisch für die ganze Sequenz steht.

Oder ich kann den inneren Film und die inneren Bilder auch auf einem Speichermedium ablegen.

Früher geschah so was mit einem Videorekorder oder einem DVD-Rekorder.

Heute vielleicht eher auf einer externen Festplatte oder einem geeigneten Speichermedium.

Wie ein Videofilm,

Den ich mir auf einem Monitor anschauen kann und währenddessen abspeichern kann.

Und dann ganz real und greifbar das Speichermedium nehmen und in meinem Behältnis verstauen kann.

Ich kann mir bewusst werden,

Wie groß das Behältnis ist und wo meine Erfahrungen und Bilder hingelegt werden.

Hat es Regale oder ist es ein einziger großer Raum?

Ich kann die Tür schließen und verschließen.

Sodass die Bilder und Erfahrungen nun sicher darin verschlossen sind.

Ich kann das noch mal überprüfen.

Aber es gibt für die Bilder keine Möglichkeit,

Daraus geholt zu werden,

Außer wenn ich es will.

Und ich kann nun noch einen zweiten Durchgang zur Übung machen.

Und für diese zweite Übung kann ich eine Alltagssituation wählen,

In der ich vielleicht ein bisschen verärgert war.

Ein kleines Ärgernis.

Eine leichte Aufregung.

Vielleicht habe ich mir auf die Füße getreten gefühlt.

Vielleicht war jemand nicht pünktlich oder ich habe mich auf die Füße getreten gefühlt.

Vielleicht war jemand nicht pünktlich oder hat eine unpassende Bemerkung gemacht.

Vielleicht ist mir jemand auf die Nerven gegangen.

Oder ich habe mich mit jemandem auseinandergesetzt,

Mit dem ich nicht einer Meinung war.

Eine leicht anspruchsvolle Situation.

Und ich kann schauen,

Ob ich die Situation,

Die Erfahrung und das Bild greifen kann oder ein Symbol dazu greifen kann.

Oder ob ich diesen Film wieder auf irgendeinem Speichermedium aufzeichnen möchte.

Und wenn ich die Bilder auf die Art greifen kann,

Dann kann ich mein Behältnis noch einmal aufschließen.

Die Tür öffnen und auch diese Erfahrung dort ablegen.

Während alle vorangegangenen Sachen,

Die ich dort schon gespeichert habe,

Darin bleiben.

Nur ich entscheide,

Was reinkommt und rauskommt.

Und dann kann ich auch hier die Tür wieder verschließen.

Ich kann alle Schlösser so verschließen,

Dass ich sicher gehen kann.

Und noch einmal überprüfen,

Ob es zusätzliche Schutzmechanismen braucht.

Und wo ich dieses Behältnis jetzt auf Dauer lagern möchte.

Vielleicht in einem zusätzlichen Raum oder an einem besonderen Ort,

Den nur ich kenne.

Und derart gut verschlossen kann ich nun sicher gehen,

Dass alles darin bleiben wird,

Worum ich mich nun nicht weiter zu kümmern brauche.

Und wenn ich das möchte,

Kann ich zu einem späteren Zeitpunkt das Ganze wieder hervorholen.

Ich entscheide das selbst.

Ich verlasse den Raum,

In dem das Behältnis steht.

Ich kann auch diesen gut abschließen.

In der sicheren Gewissheit,

Mir jederzeit das Gleiche zu tun,

Wie ich es mir vorgestellt habe.

In der sicheren Gewissheit,

Mir jederzeit Zugang verschaffen zu können,

Wenn ich das möchte.

Und ich kann diese Übung,

So oft es geht,

Durchführen,

Um immer vertrauter damit zu werden,

Wie ich Bilder,

Erfahrungen und vielleicht auch Herausforderungen hier gut loswerden kann.

Und so kann ich mich nun dankbar von den inneren Bildern verabschieden,

Indem ich nun mit jedem Einatmen wieder frischer,

Wacher und klarer werden kann und mich nach außen orientiere.

In meiner eigenen Geschwindigkeit und so,

Wie es für mich richtig und stimmig ist,

Kann ich mit meiner Aufmerksamkeit zurückkommen in den Raum,

Die Umgebungsgeräusche wahrnehmen,

Wieder meinen Körper spüren,

Anfangen Finger und Zehen zu bewegen,

Spüren,

Wie das Gefühl zurückkehrt.

Wenn ich Hände und Füße bewege,

Arme und Beine,

Kann mich etwas recken und strecken,

Tief durchatmen,

Sodass ich wieder frisch,

Wach und klar zurück bin,

Im Hier und Jetzt.

4.5 (8)

Neueste Bewertungen

Manuel

December 7, 2024

Sehr, sehr hilfreich. Vielen Dank dafür!

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