
Meditation bei Traurigkeit
by Melissa Gein
In dieser Meditation hast du die Möglichkeit deine Traurigkeit genauer anzuschauen und sie liebevoll anzunehmen. Es bedarf etwas Mut sich den eigenen Emotionen zu stellen und hinzuschauen, anstatt sich abzulenken oder zu betäuben. Es ist völlig ok, wenn Tränen fließen. Phasen der Traurigkeit gehören zum Leben dazu und ermöglichen meist ein Wachstum.
Transkription
Schön,
Dass Du da bist und Dir in diesem Moment ganz bewusst Zeit für Dich nimmst,
Zeit für Dich und Deine Emotionen.
Nimm eine für Dich bequeme Haltung ein.
Wie fühlst Du Dich,
Was brauchst Du gerade?
Du kannst Dich aufrecht hinsetzen,
Dich anlehnen oder Dich gemütlich auf dem Boden legen.
Es gibt kein richtig oder falsch.
Sorge gut für Dich und Deine Bedürfnisse.
Dann versuch Dich hier in Deiner Position körperlich vollkommen zu entspannen.
Lass Dein Becken schwer werden,
Deine Schultern ganz locker und entspannt,
Dein Nacken weich und weit.
Entspanne Dein Gesicht vollkommen.
Der Bereich zwischen Deinen Augenbrauen ist maximal weit und entspannt.
Dein Kiefer ist locker und gelöst.
Wenn es Dich in dieser Meditation unterstützt,
Dann leg Dir gerne eine Hand auf den Bauch und die andere auf Deinen Brustraum.
Lass die Schultern und die Arme dabei ganz locker.
Nimm wahr,
Wie sich mit jeder Einatmung Deinen Bauchraum hebt und mit jeder Ausatmung Deinen Bauchraum wieder senkt.
Wenn in den nächsten Minuten irgendetwas zu viel werden sollte,
Wenn Du Dich überwältigt oder überrumpelt fühlst,
Dann kannst Du jederzeit zurück zu Deiner Atmung kommen,
Zum Gefühl der Atmung in Deinem Körper.
Du musst nur achtsam und bewusst Deine Hände wahrnehmen und kannst Dich dann wieder ganz ins Hier und ins Jetzt zurückholen.
Wenn Du soweit bist,
Dann komm ganz behutsam zum Gefühl der Traurigkeit in Dir.
Deine Hände auf Deinem Körper geben Dir Halt und Schutz.
Es bedarf auch etwas Mut,
Sich diesem Gefühl anzunähern.
Lass Dir Zeit.
Nimm wahr,
Wo in Deinem Körper Du diese Emotion spürst.
Ist sie ganz punktuell?
Ist sie an mehreren Stellen im Körper?
Ist sie ganz weitläufig?
Wo genau in Deinem Körper spürst Du das Gefühl der Traurigkeit?
Vielleicht wandert es auch umher.
Vielleicht ist es auch gar nicht so richtig zu verorten.
Und wie sieht dieses Gefühl aus?
Hat es eine Farbe,
Eine Form,
Vielleicht sogar einen Geruch oder einen Klang?
Ist dieses Gefühl ganz fest,
Flüssig oder ganz ätherisch?
Beschreibe für Dich dieses Gefühl detailliert und in allen Facetten.
Ist es noch immer in Deinem Körper oder kannst Du es außerhalb Deines Körpers betrachten?
Vielleicht sogar in Deiner Hand halten.
Vielleicht schwebt es vor Dir und zeigt sich von allen Seiten.
Und wenn Du nun magst,
Dann beobachte,
Welche Reaktionen im Körper durch dieses Gefühl ausgelöst werden.
Was macht dieses Gefühl mit Dir?
All das ist ganz natürlich,
Vollkommen normal und vor allem menschlich.
Vielleicht lähmt Dich dieses Gefühl,
Macht Dich ganz schwer.
Alles ist okay,
Deine Atmung kann Dich jederzeit wieder in die Präsenz bringen.
Deine Hände auf Deinem Körper geben Dir Halt und Schutz.
Und wenn Du magst,
Dann kannst Du noch weiter und tiefer hineinschauen.
Wodurch wird oder wurde dieses Gefühl,
Diese Emotion ausgelöst?
War es ein bestimmtes Ereignis oder sind es mehrere Dinge,
Die zu dieser Traurigkeit führten?
Vielleicht ist es auch gar nicht zu beschreiben,
Was eigentlich der Auslöser dafür ist.
Nimm einfach wahr,
Was sich jetzt so zeigt.
Welche Bilder kommen in Dir hoch?
Sind vielleicht noch weitere Emotionen involviert?
Versuche körperlich ganz da zu bleiben,
Ganz entspannt und geerdet.
Ererde Dich zwischendurch gerne mal über Deine Sitzfläche,
Die Punkte Deines Körpers,
Die den Boden berühren.
Fühle Deinen Körper immer wieder.
Spüre die Hände auf Deinem Oberkörper und Deine Atmung.
Kannst Du auch die Vergänglichkeit des Gefühls wahrnehmen?
Spürst Du,
Dass es kommt und wieder geht?
Spürst Du,
Dass es nicht gleich bleibt,
Sich ständig verändert?
Dann betrachte ein letztes Mal dieses Gefühl vor Dir oder in Deiner Hand.
Nimm es ganz liebevoll an als das,
Was es ist.
Eine von vielen Emotionen.
Etwas Vergängliches.
Und vor allem etwas,
Das Dich menschlich sein lässt.
Alles ist okay.
All das darf sein.
Und dann verabschiede Dich von diesen Bildern.
Lass die Visualisierung der Emotionen los und spür wieder in Deine Hände hinein.
Nimm den sanften Druck Deiner Hand auf dem Brustraum wahr.
Nimm den sanften Druck Deiner Hand auf dem Bauchraum wahr.
Nimm wahr,
Wie Wärme,
Schutz und Halt durch Deine Hände in Dich hineinfließen.
Nimm wahr,
Wie Dein Körper und Dein Herz durch diese Berührung genährt und gehalten werden.
Alles darf sein.
Alles ist vollkommen in Ordnung,
Wie es jetzt in diesem Augenblick ist.
Und alles ist vergänglich.
Alles ist immer im Fluss.
Dann nimm Dir nochmal einen tiefen Atemzug hier ab und zu ein.
Und ganz gelöst aus durch den Mund.
Lockere nochmal Deine Schultern,
Deinen Nacken,
Dein Gesicht.
Beginne Deine Finger und Deine Füße zu bewegen.
Hand- und Fußgelenke zu kreisen.
Reckle Dich gern,
Wenn Du Dich danach fühlst.
Dann komm wieder vollkommen im Hier und im Jetzt an.
Lass Dir Zeit.
Und wenn Du magst,
Dann bring Deine Hände vor dem Herzen zusammen.
Und bedanke Dich bei Dir selbst für diesen Mut,
Mal genauer hingeschaut zu haben.
Und auch der Traurigkeit,
Mal diesen Platz gegeben zu haben,
Diesen Raum.
Mach Dir nochmal bewusst,
Dass alles gut ist.
Dass alles sein darf.
Und dass jede Emotion menschlich ist.
Ich bedanke mich bei Dir fürs Zuhören.
Bis bald.
Und mach's gut.
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