Lektion 1
Keine Zeit
Motivation ist der Schlüssel zur Meditation, denn sie dient nicht nur als Zündfunke für deine Praxis, sondern führt dich auch durch Täler hindurch, über Durststrecken hinweg und an Hindernissen vorbei. Wenn Zweifel an der Praxis auftauchen, du zu müde zum Sitzen bist oder die Sonne lockt, ist es gut, sich daran zu erinnern, warum man täglich Zeit mit so etwas sonderbarem wie „Nichtstun“ verbringen sollte. In diesem Teil des Kurses erforschen wir deine Motivation und schauen, ob es möglich ist mehr Zeit für dich zu „finden“.
Lektion 2
Begehren
Ob nun die »Liebe des Lebens«, das »perfekte Paar Schuhe« oder die »Freiheit von Gedanken« – wir hoffen letztendlich, durch die Erfüllung unserer Wünsche, dauerndes Glück zu erfahren. Bekommen wir nicht, was wir begehren, fühlt sich das für gewöhnlich unangenehm an. Warum die Erfüllung von Wünschen dich trotzdem nicht nachhaltig zufrieden stimmt und wie du mit dem Hindernis des Begehrens umgehst, ohne in eine Falle aus Widerstand und noch mehr Begehren zu tappen, erfährst du in diesem Teil des Kurses.
Lektion 3
Widerstand
Empfinden wir etwas als unangenehm reagieren wir für gewöhnlich mit Widerstand. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nase juckt, Gedanken stören oder die Meditations-Anleitung nervt. Kämpfen wir jedoch gegen unsere momentane Erfahrung an, nimmt sie meist an Intensität zu. Im heutigen Teil des Kurses wirst du üben, Widerstand zu erkennen, ihm zu begegnen und damit zu sein. Dabei kannst Du erfahren, dass eine Einladung oft heilsamer als eine Kriegserklärung wirkt, wenn wir etwas lernen möchten.
Lektion 4
Trägheit
Besonders an stressigen Tagen überfällt uns der Drang, die Meditation ruhen zu lassen. Manchmal fehlt tatsächlich Erholung und wir sollten Müdigkeit ernst nehmen. Öfters hat Trägheit aber auch etwas mit Flucht vor der momentanen Erfahrungen zu tun. Heute öffnen wir die Augen für dieses Hindernis. Dabei kannst du erfahren, ob du tatsächlich Schlaf brauchst oder dein Dämmerzustand etwas verschleiert. Danach darfst du dich mit ruhigen Gewissen auf der Couch entspannen.
Lektion 5
Unruhe
Im heutigen Teil des Kurses geht es um das Gegenteil von Trägheit: die Unruhe. Während geistige Unruhe mit Bedenken und Ängste den Geist aufwühlt, sorgt Ruhelosigkeit im Körper dafür, dass es uns schwer fällt zu sitzen, was wiederum den Geist nervös macht. Ein Teufelskreis, der meist auch Widerstand und Begehren auf den Plan ruft und dafür sorgen kann, dass wir die Meditation abbrechen, noch ehe wir den Impuls bemerken. Heute darfst du üben sitzen zu bleiben, wenn wir uns gemeinsam diesem Hindernis nähern wollen.
Lektion 6
Gedanken
Beginnen wir mit der Praxis der Meditation, wird uns oft als erstes bewusst, wie viel wir denken. Plötzlich bemerken wir nicht nur Pläne, Sorgen und Erinnerungen, sondern auch Urteile zum Atem. Meist betrachten wir unsere Gedanken als Hindernis und erliegen dem Irrtum, dass es darum gehen könnte, diese los zu werden. Heute darfst du dich darin üben, das Entstehen und Vergehen von Gedanken zu beobachten, ohne dich in ihrem Inhalt zu verlieren, in Unruhe zu verfallen, bestimmte Gedanken zu begehren oder Widerstand zu leisten.
Lektion 7
Zweifel
Wenn wir beginnen darüber nachzudenken, ob wir richtig atmen oder Meditation überhaupt funktioniert, sind wir oft mit dem gefährlichsten der Hindernisse konfrontiert: dem Zweifel. Er taucht meist auf, wenn wir mit Widerstand in Kontakt kommen und kann uns dazu bringen, unsere Praxis aufzugeben. Dabei versäumen wir die Chance, uns mit den Dingen zu beschäftigen, die zunächst vielleicht unangenehm erscheinen, deren Betrachtung jedoch sehr heilsam wirkt. Heute darfst du üben, dem Zweifel mit Skepsis zu begegnen und ihn als Gedankenkonstrukt zu erkennen.
Lektion 8
Unangenehme Gefühle
Auch mit dem hartnäckigsten Sitzfleisch werden wir es nicht dauerhaft schaffen, uns von unangenehmen Gefühlen zu befreien. Gefühle kommen und gehen, ohne sich dabei nach unseren Vorlieben zu richten. Statt wie bisher, Gefühle bewusst oder unbewusst zu unterdrücken, ihnen auszuweichen oder gegen sie anzukämpfen, üben wir heute, sie achtsam im Körper zu erspüren. Dabei geht es nicht darum, sie zu verändern oder los zu werden. Du gibst ihnen den Platz, den sie benötigen, um zu entstehen, sich auszubreiten und wieder zu vergehen, und erfährst dadurch weniger Behinderung.
Lektion 9
Schmerz
Ganz gleich, ob der Schmerz körperlich oder emotional begründet ist – der Rücken verspannt oder das Herz gebrochen – es ist oft nicht die direkte körperlichen Empfindung von Schmerz, die für Leid sorgt, sondern unser Widerstand, die Tendenz dagegen anzukämpfen. In der heutigen Übung erfährst Du Möglichkeiten, schmerzhafte Empfindungen in deine Praxis einzubeziehen anstatt dich davon behindern zu lassen.
Lektion 10
Übersicht
Erkennen wir die universellen Eigenschaften der Hindernisse in der Meditation, brauchen wir sie nicht persönlich nehmen. Nähern wir uns ihnen dann noch mit Interesse und Neugier, weitet sich die Perspektive und Raum bildet sich. Wir bleiben weniger hängen. Zum Abschluss des Kurse schauen wir noch einmal zurück und genau hin. Du darfst dich heute noch einmal darin üben, Hindernisse aufzuspüren, sie wahrzunehmen und wirst dadurch in Zukunft weniger stolpern.