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König Drosselbart | Meditation & Geschichte Zum Einschlafen

by Alexandra Matthes

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Meditation
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Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion & Dankbarkeitspraxis) und ein Märchen zum Einschlafen. Ich erzähle Dir das bekannte Märchen der Brüder Grimm auf meine Weise also in einer Version, die Du bisher noch nicht kennst Start Märchen: 00:11:06 Märchen "König Drosselbart" Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume.

Transkription

König-Drosselbad,

Entspannende Abendmeditation und ein frei nacherzähltes Märchen der Brüder Grimm.

Bevor du gleich zur Ruhe kommst,

Nimm dir noch einen kleinen Moment für dich.

Einen letzten genüsslichen Augenblick des Wachseins.

Atme tief ein und aus.

Wenn du möchtest,

Dann recke und strecke dich.

Lasse die Arme lang werden.

Vielleicht überkommt dich auch ein entspanntes Gähnen oder ein lösendes Seufzen.

Und dann lasse die Bewegungen langsam ausklingen.

Und schließe,

Wenn nicht schon getan,

Ganz sanft und bewusst deine Augen.

Spüre,

Wie dein Körper ganz schwer und immer entspannter in die Matratze sinkt.

Atme nochmal bewusst ein und lasse mit dem Ausatmen los.

Lass los die Anspannung des Tages,

Die Gedanken,

Die möglicherweise noch präsent sind.

Beobachte,

Wie dein Atem nun ganz natürlich,

Ganz gleichmäßig ein und ausfließt.

Mit jedem Ausatmen darf dein Körper ein wenig schwerer werden.

Und ein wenig weicher.

Weich und entspannt.

Entspannt und weich.

Nimm wahr,

Wie deine Gesichtszüge sich mehr und mehr entspannen.

Dein Kiefer darf ganz locker sein.

Die Zunge liegt weich im Mund.

Stelle dir vor,

Wie eine warme,

Sanfte Welle der Entspannung durch deinen Körper strömt.

Alles,

Was du heute getragen hast,

Darf sich lösen.

Ganz von selbst.

Dein Atem begleitet diesen Prozess ruhig und gleichmäßig.

Du bist hier in deinem Bett.

Jetzt und heute.

An diesem einmaligen Abend.

Und du darfst dir erlauben,

Die Dinge gut sein zu lassen.

Denn es gibt jetzt nichts mehr zu tun,

Als einfach nur zu entspannen.

Ich lade dich ein,

Wie nebenbei,

Einen kleinen Film deines heutigen Tages vor deinem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen.

Einen Film,

In dem du dich selbst siehst.

Siehst,

Was deinen Tag heute ausgemacht hat.

Ab jetzt eine Minute für deinen Film des heutigen Tages.

Und nun denke an mindestens drei Dinge,

Die heute angenehm waren.

Ein Sonnenstrahl vielleicht,

Ein gutes Essen,

Ein freundliches Wort.

Lasse einen Impuls von Dankbarkeit entstehen.

Dankbar für die schönen Dinge,

Die sich in deinem Leben und heute ereignet haben.

Dann lasse die Bilder an den Tag,

Die Bilder der Dankbarkeit,

Nach oben steigen,

Zu den Wolken am Himmel.

Lasse sie weiterziehen.

Vielleicht kannst du schon wahrnehmen,

Wie dein Körper immer schwerer wird.

Die Beine,

Die Füße,

Die Arme,

Die Hände,

Dein Oberkörper.

So als würdest du immer tiefer und tiefer in dein Bett einsinken.

Du bist getragen und beschützt.

Die Dinge dürfen sich zu deinem Besten entwickeln.

Denn während du schläfst,

Finden all die wichtigen Regenerations-,

Reparatur- und Aufräumarbeiten in dir statt.

Alles,

Was ein wenig durcheinandergekommen ist,

Kann jetzt in der Nacht wieder sortiert und geheilt werden.

Ganz egal,

Ob du nun darüber nachdenkst oder nicht.

Und während dein Atem ganz ruhig und gleichmäßig fließt und dein Körper immer tiefer entspannt,

Darfst du der Geschichte lauschen,

Die ich dir gleich erzählen werde.

Es waren einmal ein König und eine Königin.

Die hatten eine einzige Tochter.

Das Herz der Prinzessin war leicht und fröhlich.

Ein Lachen klang durch die langen Gänge des Palastes,

Lange bevor man sie selbst kommen sah.

Da es im Palast niemanden in ihrem Alter gab,

Freundete sie sich schon früh mit dem jungen Hofnarr an.

Er war klug,

Wach und hatte immer einen flotten Spruch auf der Lippe.

Ihren Eltern missfiel diese Nähe zwar,

Doch sie hatten wenig Zeit und die Prinzessin schien bestens unterhalten.

Also ließen sie die Freundschaft gewähren.

Der Hofnarr kannte jedes Geheimnis der Prinzessin und gemeinsam heckten sie gerne Streiche aus.

Sie vertauschten die Hüte der Herren,

Banden die seidenen Schleifen der feinen Damen an Stuhllehnen fest oder versteckten die Schuhe der Hauslehrer,

Sodass mancher später mit hochrotem Kopf auf dem Boden herumkrabbelte und danach suchte.

Dann saßen Prinzessin und Hofnarr beieinander und kicherten.

Die Welt ist viel zu ernst,

Sagte die Prinzessin.

Darum braucht sie uns,

Antwortete der Hofnarr.

Ihre Eltern waren der Meinung,

Dass,

Wenn die Prinzessin erstmal verheiratet ist,

Sie sicher ruhiger werden würde und kamen auf die Idee,

Alle adligen Junggesellen einzuladen,

Die an einer Vermählung mit der Prinzessin interessiert waren.

Gesagt,

Getan.

Und kurz darauf saß die Prinzessin neben den Eltern im großen Saal des Schlosses und tuschelte mit ihrem Freund,

Der vor ihr auf einem großen Kissen hockte.

Sie betrachteten die jungen Männer belustigt und konnten ihr Kichern kaum verbergen.

Der da ist zu dünn,

Flüsterte die Prinzessin und der Narr antwortete,

Dünn und lang hat keinen Gang.

Verärgert lief der Mann aus dem Saal.

Als der Nächste hereintrat,

Der ein wenig kleiner und untersetzter daherkam,

Sagte die Prinzessin,

Klein und dick hat kein Geschick und winkte dem Mann,

Er solle den Saal verlassen.

Bei der Betrachtung der nächsten Bewerber beugte sich der Hofnarr zur Prinzessin.

Der eine da steht schief wie ein Sack Korn und der andere,

Erwiderte sie,

Hat Beine wie Stelzen.

Wieder kicherten sie.

Der König und die Königin warfen ihrer Tochter strenge Blicke zu.

Da trat auch schon der nächste Bewerber ein.

Es war ein edler,

Junger Königssohn aus dem Nachbarland.

Ruhig,

Aufrecht und mit einem Bart,

Der sich sonderbar bog und kräuselte,

Als folge er seinen eigenen Launen.

Die Prinzessin betrachtete ihn lange,

Legte den Kopf schief und sagte laut,

Dieser hier trägt den Bart,

Als habe sich eine Drossel darin eingenistet.

Alle konnten es hören.

Der Hofnarr schlug einen Purzelbaum und die Prinzessin rief,

König Drosselbart.

Der ganze Hof brach in Gelächter aus.

König und Königin entschuldigten sich.

Der Königssohn aber verbeugte sich,

Drehte sich um und verließ den Saal mit Haltung,

Ohne ein Wort zu sagen.

Ein Stiller,

Meinte der Narr.

Ein Langweiliger,

Sagte die Prinzessin.

Von da an wurden ihr keine Verehrer mehr vorgestellt.

Die Eltern fürchteten um den Ruf der Familie und hielten ihre Tochter fortan fern von neuen Bewerbern.

Die Jahre vergingen.

Die Prinzessin wurde älter,

Der Hofnarr blieb ihr bester Freund.

Ihre Streiche wurden seltener,

Die Gespräche dagegen länger und tiefer.

Eines Abends gaben der König und die Königin einen großen Ball.

Alle Edelleute und Königsfamilien der benachbarten Länder waren eingeladen.

Die Prinzessin war aufgeregt,

Denn seit jenen Tagen war ihr kein junger Mann mehr vorgestellt worden.

Und inzwischen war ihre Neugier gewachsen.

Unter den Gästen fiel ihr ein Mann auf,

Der eine besonders glänzende Ausstrahlung hatte.

Außerdem begeisterte sie sein warmes Lachen.

Und als sie ihn tanzen sah,

Flüsterte sie dem Hofnarr zu.

Er bewegt sich wie ein junger Gott.

Der Mann bemerkte ihren Blick,

Trat näher,

Verbeugte sich und bat sie zum Tanz.

Als sie ihm die Hand reichte,

Erstarrte sie.

Es war König Drosselbad.

Ihr Herz stolperte.

Der Tanz mit ihm war leicht und beglückend,

Doch eine tiefe Scham begleitete jeden Schritt.

Er war freundlich,

Doch zurückhaltend.

Und nachdem der Tanz vorbei war,

Forderte er sie kein zweites Mal auf.

Die Prinzessin spürte eine leise Verzweiflung in sich wachsen.

Was solle sie sagen,

Was tun?

Sie gab ihrem Freund,

Dem Hofnarr,

Ein Zeichen.

Er möge sie auf der Terrasse treffen.

Ich habe ihn damals verspottet,

Sagte sie zu ihm.

Vor dem ganzen Hof,

Das wird er mir nie verzeihen.

Der Narr nickte.

Und nun?

Nun gefällt er mir,

Sagte sie.

Sehr sogar.

Der Narr lachte.

Dann rede mit ihm.

Du musst mir helfen,

Sagte die Prinzessin.

Nein,

Meine Liebe,

Das musst du schon selbst machen.

Kurz darauf ließ der Hofnarr den Prinzen ausrichten.

Die Prinzessin bittte um ein Gespräch.

Draußen,

Auf der Terrasse.

Ihr Herz klopfte bis zum Hals,

Als er hinauskam.

Sie nahm all ihren Mut zusammen und sagte.

Als wir uns zum ersten Mal trafen,

Gab ich euch einen albernen Namen.

Seit jenem Tag ist dieser geblieben.

Obgleich ich noch gar kein König bin,

Nennt mich jeder König Drosselbart.

Mir ist's recht.

Bekannt bin ich dadurch geworden.

Und ich habe den Namen Liebgewonnen,

Antwortete er.

Doch ich gab ihm im Übermut.

Darauf sagte er.

Niemals habe ich es bereut,

Mich euch vorgestellt zu haben.

Ich bewundere euren Frohsinn.

Sie sahen an.

Damals lachte ich,

Doch heute sehe ich euch anders.

Der Prinz bot ihr seinen Arm und führte sie zurück in den Saal.

Und sie tanzten.

Die ganze Nacht.

Bis morgens die Sonne aufging.

Der Hofnarr beobachtete die beiden und schlummerte auf seinem großen,

Weichen Kissen sitzend,

Zufrieden und von den Klängen der Musik gemütlich gewogen ein.

Bald darauf heiratete die Prinzessin ihren König Drosselbart und ihr Leben war erfüllt von Freude,

Glück und Heiterkeit.

Und wenn sie nicht gestorben sind,

So leben sie auch heute noch.

Ich wünsche dir eine gute Nacht,

Einen tiefen und erholsamen Schlaf mit schönen Träumen.

© 2026 Alexandra Matthes. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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