
Der Uhrmacher | Meditation & Märchen Zum Einschlafen
Einschlaf-Entspannung (Meditation) und ein eine neue Geschichte von mir für Dich geschrieben. Eine ruhige Folge zum Einschlafen, Runterkommen, Entspannen für gemütliche Abende mit dem Credo: Alles hat seine Zeit. Mach es Dir gemütlich und lass Dich in eine märchenhafte Nacht begleiten Start Geschichte: 00:09:15 Geschichte "Der Uhrmacher" Was in der Geschichte passiert: Der Uhrmacher Aurel lebt in einer kleinen Stadt in den Bergen. Er repariert nicht nur die Uhren der Menschen, sondern hört Ihnen auch zu und hilft ihnen, ihr Leben besser zu meistern. Doch auch er hat einen Schatten auf der Seele, eine unglückliche Liebe. Wie immer, so wird auch diese Geschichte am Ende gut ausgehen, so dass Du beruhigt jederzeit einfach einschlafen kannst.
Transkription
Der Uhrmacher,
Meditative Abendentspannung und ein Märchen von Alexandra Mattes.
Mach es dir in deinem Bett bequem.
Vielleicht möchtest du dich noch ein wenig zurechtrückeln,
Deine Schultern noch mal lockern und ein paar Mal tief ein- und ausatmen.
Wenn du gähnen möchtest,
Dann gähne.
Wenn du laut und erholsam seufzt möchtest,
Dann seufze.
Und wenn du dann soweit bist,
Schließe,
Wenn nicht schon getan,
Deine Augen.
Werde ganz ruhig und komm an,
In deinem Bett,
Am Ende des Tages.
Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,
Als einfach nur zu entspannen.
Und das darf sich gut anfühlen.
Spüre,
Wie dein Atem dich ganz sanft bewegt,
Wie sich dein Oberkörper hebt und senkt mit jedem Atemzug.
Lade alle Gedanken,
Die vielleicht noch außerhalb unterwegs sind,
Ein,
Dazu zu kommen,
Einzukehren.
Immer ruhiger,
Immer entspannter und auf angenehme Weise immer schwerer.
Darfst du in die Matratze sinken,
Darfst loslassen.
Wenn du willst,
Kannst du noch mal die Bilder deines heutigen Tages wie nebenbei vor deinem inneren Auge vorbeiziehen lassen.
Schau einfach mal,
Welche Situationen,
Welche Momente so auftauchen,
Wenn du an heute denkst.
Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des Tages.
Ich lade dich ein,
Noch mal mindestens drei Dinge zusammenzusammeln,
Für die du heute besonders dankbar bist.
Was hat dir heute Freude bereitet?
Welchen Moment hast du genossen?
Wofür bist du heute dankbar?
Nun nimm noch mal einen etwas tieferen Atemzug ein und lass mit dem Ausatmen los.
Die Gedanken an den Tag und alle möglicherweise noch vorhandene Anspannung.
Lass los.
Stell dir vor,
Du befindest dich in einer kleinen Stadt in den Bergen.
Draußen liegt Schnee auf den Dächern,
Doch drinnen ist es still und gemütlich.
Und dann hörst du es,
Das Ticken einer alten Uhr.
Ganz ruhig,
Ganz gleichmäßig.
Stelle dir vor,
Wie dich dieser Rhythmus immer mehr entspannt,
Ganz friedlich.
Und mit jedem Ticken der Uhr wird dein Körper weicher,
Dein Kiefer entspannt sich,
Dein Gesicht,
Die Schultern,
Alles darf auf angenehme Weise schwer werden.
Lass es so sein,
Als würdest du kleine Päckchen ablegen,
Die du heute getragen hast.
Du brauchst nirgendwo mehr hin,
Du musst nichts mehr tun.
Und du weißt,
Du darfst jederzeit einfach einschlafen,
Während ich dir eine Geschichte erzähle.
Über einen freundlichen Uhrmacher und über die Erkenntnis,
Alles hat seine Zeit.
Auf einem Marktplatz einer kleinen Stadt,
Hoch oben in den Bergen,
Dort,
Wo der Schnee im Winter wie Puderzucker auf den Dächern liegt,
Befand sich eine Werkstatt mit einem kleinen Ladengeschäft.
Über dem Schaufenster standen große Buchstaben aus Messing.
Sie bildeten das Wort Uhrmacher.
Drinnen war es warm.
Es roch nach Feuerholz und Metall und ein klein bisschen nach Kakao.
Denn der Uhrmacher Aurel,
Der hier arbeitete und über der Werkstatt wohnte,
Liebte heiße Schokolade.
Er saß hinter dem Holztisch zwischen winzigen Schrauben und Gläsern voller Urfedern und anderen Zutaten aus Silber,
Gold und Messing.
Seine Hände waren geschickt und ruhig,
Sein Blick sanft.
Und wenn man draußen am Fenster lauschte,
Hörte man drinnen das Ticken der vielen Uhren.
Gleichmäßig und beruhigend,
Wie Herzschläge.
Die Menschen im Ort sagten,
Er repariert nicht nur Uhren,
Er repariert auch die Zeit.
Und vielleicht stimmte das ein bisschen,
Denn Aurel wusste,
Zeit kann sich schwer anfühlen.
Lang,
Wie ein Winter ohne Ende.
Oder auch kurz,
Wie ein Wimpernschlag.
Oder eine Begegnung,
Die viel zu schnell vorbei ist.
Und er wusste auch,
Dass es manchmal gut tut,
Wenn einem jemand an der Seite sitzt,
Wenn die Zeit mal gar zu langsam vergeht.
Eines Morgens kam eine Lehrerin in die Werkstatt.
Ihr Lächeln wirkte müde.
Ich glaube,
Sagte sie leise,
Ich bin zu spät.
Ich wollte die Uhr meiner Mutter reparieren lassen,
Aber ich brauche sie schon morgen zurück.
Und dann sprach sie weiter,
Eher zu sich selbst als zu Aurel.
Ich bin zu spät.
Vielleicht zu spät dran im Leben.
Aurel ließ sich die Uhr geben und bat,
Sie Platz zu nehmen.
Er bot ihr eine Tasse heiße Schokolade an.
Und während er das Gehäuse der alten Taschenuhr öffnete,
Sagte er leise,
Sehen Sie,
Zeit ist kein Feind.
Zeit ist wie ein Bergweg,
Mal flach,
Mal steil,
Mal geht's bergauf und mal bergab.
Aber der Weg trägt dich.
Die Lehrerin lauschte,
Zunächst ihm und dann dem Ticken der Uhren.
Und sie wurde innerlich immer ruhiger.
Dann seufzte sie leise.
Und das tat ihr gut.
Als die große Standuhr die nächste volle Stunde schlug,
Wachte sie auf.
Freundlich reichte Aurel ihr die reparierte Uhr.
Kurz danach verließ sie die Werkstatt und fühlte sich erholt und beflügelt.
Mittags betrat ein Mann Aurels Laden.
Er hatte die Hände tief in den Manteltaschen vergraben.
Ich wünschte,
Murmelte er,
Die Zeit würde langsamer vergehen.
Dann wendete er sich an Aurel und sagte,
Ich suche eine Uhr für mich.
Gerne eine gebrauchte.
Aurel holte eine Uhr hervor,
Die schon viele Winter gesehen hatte.
Daneben legte er verschiedene Lederarmbänder,
Damit sich der Mann ein passendes aussuchen konnte.
Während dieser die Uhr und die Armbänder inspizierte,
Sagte Aurel mit seiner typisch sanften Stimme,
Zeit vergeht immer gleich.
Nur unser Herz verändert manchmal seinen Rhythmus.
Sie unterhielten sich,
Während Aurel das ausgewählte Band an die Uhr montierte.
Nachdem er dem Mann die fertige Uhr überreicht und dieser dieselbe bezahlt hatte,
Verließ der Mann nachdenklich das Geschäft.
Kurz darauf stürmte Anton,
Ein Schuljunge,
In die Werkstatt.
Er wurde von seinen Kameraden gehänselt und suchte im Laden Zuflucht.
Es war nicht das erste Mal,
Dass er sich bei Aurel versteckte.
Aurel ließ ihn sich ausruhen und ließ ihn erzählen.
Von der Schule,
Den Lehrern und von zu Hause.
Dann redete er dem Jungen gut zu und zeigte ihm,
Wie man die alten Uhren aufzog.
Während die beiden dem Ticken der Uhren lauschten,
Fragte Anton,
Wann und warum Aurel hier in die kleine Stadt gekommen war.
Aurel lehnte sich zurück und erzählte.
Er hatte früher in einer sehr großen Stadt gelebt,
Als Uhrmacherlehrling,
Bei einem Meister.
Er arbeitete viel,
Zu viel,
Denn er wollte alles richtig machen,
Alles schaffen und niemanden enttäuschen.
Damals,
So erinnerte er sich,
War er sehr verliebt gewesen.
Die junge Frau hieß Amelie,
Sie lachte gern.
Anton hörte ihm gespannt zu.
Irgendwann,
Vor Aurel fortzuerzählen,
War Amelie fortgegangen,
Mit einem anderen Mann,
Der schneller gefragt hatte,
Als er.
Ich wollte ihr Zeit lassen,
Sagte Aurel,
Und war zu langsam.
Und dann zog ich in die Berge.
Amelie hatte die Berge geliebt.
Wir haben hier einmal ein wunderschönes Wochenende miteinander verbracht.
Nun,
Ich fühle mich hier wohl.
Ich mag die Menschen und alles läuft etwas langsamer,
Als in der großen Stadt.
Dann sagte Aurel nichts mehr.
Aber Anton merkte,
Auch Erwachsene konnten verletzt sein.
Und er dachte auf dem Nachhauseweg lange über die Geschichte nach.
Abends fragte er seinen Vater,
Der bei den Behörden arbeitete.
Kannst du die Adresse einer Amelie herausfinden,
Nur um zu wissen,
Ob es ihr gut geht?
Der Vater tat ihm den Gefallen.
Und irgendwann stand der kleine Anton mit klopfendem Herzen vor einem Haus in der großen Stadt.
Eine Frau öffnete.
Sie hatte freundliche,
Braune Augen.
Bist du Amelie?
Fragte Anton.
Sie nickte und ließ ihn herein.
Und als er den Namen Aurel nannte,
Stockte ihr der Atem.
Und sie hielt inne.
Dann lächelte sie traurig.
Ich habe ihn sehr geliebt,
Sagte sie.
Aber er hat mich nie gefragt,
Ob wir zusammen sein wollen.
Ich wollte mich ihm nicht aufdrängen und bin irgendwann mit einem anderen Mann ausgegangen.
Doch diese Beziehung hat nicht funktioniert.
Zu oft habe ich an Aurel gedacht.
Und als ich ihn wieder besuchen wollte,
Hieß es,
Er sei weggezogen.
Keiner konnte mir sagen,
Wohin.
Wenige Tage später klopfte es an der Tür von Aurels Werkstatt.
Er öffnete.
Und Amelie stand dort.
Sie sahen sich an.
Und alles Vergangene stand für einen Moment still.
Aurel bereitete heiße Schokolade vor.
Und sie setzten sich an den Tisch.
Die Uhren tickten leise.
Sie sprachen über damals.
Und über jetzt.
Und schnell merkten sie,
Die Zeit hatte sie nicht getrennt.
Seit diesem Tag sah man Amelie oft in der Werkstatt.
Sie brachte Blumen mit,
Manchmal Kuchen.
Und manchmal einfach nur sich selbst.
Auch Anton kam noch oft vorbei.
Er war lebendiger und wirkte kräftiger und selbstbewusster als früher.
Niemand sprach darüber,
Was früher richtig oder falsch gewesen war.
Es war einfach gut,
Wie es jetzt war.
Und wenn man heute an der Werkstatt vorbeigeht,
Hört man nicht nur das Ticken der vielen Uhren,
Sondern auch ein Lachen zweier Menschen,
Die sich viel zu sagen haben.
Und irgendwo in den Bergen läuten leise die Kirchturmglocken.
Im Schaufenster der kleinen Werkstatt stehen seit neuestem die Worte,
Alles hat seine Zeit.
Ich wünsche dir eine gute Nacht,
Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.
Treffen Sie Ihren Lehrer
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