
Kleiner Regentropfen - Weite Reise | Einschlafgeschichte
Diese sanfte Abendmeditation nimmt Kinder mit auf die weite Reise eines kleines Regentropfens: Ein Regentropfen löst sich aus einer Wolke und macht sich auf eine lange, stille Reise: über ein Blatt, durch ein Rinnsal, einen plätschernden Bach mit dösendem Frosch und einer Ente, die ihn gar nicht bemerkt – bis er schließlich in einem ruhigen See ankommt. Eine meditative Einschlafgeschichte ohne Eile, für Kinder ab 4 Jahren und alle, die sich gerne treiben lassen. Musik via Pixabay von konstantinpazuzustudio und dormatistudios. Coverbild mit Hilfe von KI erstellt.
Transkription
Es war noch Nacht,
Als er fiel.
Ganz leise löste er sich aus der Wolke und fiel durch die dunkle,
Stille Luft.
Er fiel vorbei an schlafenden Dächern,
An Ästen,
Die sich kaum bewegten,
Und landete auf einem breiten Blatt irgendwo am Rande des Gartens.
Tönt.
Das Blatt gab ein wenig nach,
Der Tropfen rollte langsam zur Blattkante,
Blieb kurz daran hängen und fiel dann weiter auf die Erde darunter.
Dort traf er andere.
Tropfen,
Die kurz vor ihm gefallen waren,
Und welche,
Die gerade erst ankamen.
Sie sammelten sich,
Ohne es zu wissen,
Ohne zu ahnen warum,
Und zogen zusammen über den Boden.
Erst kaum zu sehen,
Dann entstand ein kleines Rinnsaal,
Das seinen Weg zwischen Grashalmen Und kleinen Steinen suchte.
Das Rennsaal wurde breiter,
Je weiter es lief.
Es nahm mit,
Was ihm begegnete.
Eine Tropfen vom Dachvorsprung.
Einen vom Ast der alten Linde.
Ein Samen,
Der gerade von der Linde herunterfiel.
Einen weiteren Tropfen,
Der von einem Stein abgeprallt war und nicht wusste,
Wohin mit sich.
Sie alle flossen in dieselbe Richtung,
Weil der Hang das so wollte.
Irgendwann mündete das Rinnsaal in einen kleinen Bach,
Der zwischen Steinen hindurchlief.
Und ein leises Kluxen machte.
Der Bach war kühl und klar.
Ein Kieselstein lag mitten darin.
Schon so lange,
Dass das Wasser eine kleine Rinne um ihn herum gegraben hatte.
Am Ufer saß ein Frosch und döste,
Die Augen halbgeschlossen.
Als der Tropfen an ihm vorbeizog,
Zuckte der Frosch kurz mit einem Bein.
Dann döste er weiter.
Der Tropfen ließ sich treiben weiter und weiter.
Er glitt über eine flache Stelle,
Wo das Wasser so seicht war,
Dass man den Grund sehen konnte,
Jeden Kiesel,
Jedes noch so kleine Sandkorn.
Dann wurde es tiefer und ruhiger und das Licht der Sterne tanzte in langen Streifen auf der Oberfläche.
Eine Ente schwamm vorbei,
Tauchte kurz ihren Schnabel ins Wasser und schüttelte sich.
Sie bemerkte den Tropfen nicht.
So klein war er,
So wenig fiel er auf inmitten all den anderen seiner Art.
Allmählich wurde der Bach breiter und breiter und das Wasser wurde langsamer.
Je breiter der Bach wurde,
Desto langsamer wurde auch das Wasser.
Das lange Ufergras ragte über die Wasseroberfläche und warf Schatten.
Irgendwo rief ein Vogel.
Einmal nur,
Dann war es wieder still.
Die Bäume am Ofer standen dicht.
Und zwischen ihren Stämmen Warf der Mond ein sanftes Licht.
Ganz weich war es und silbrig.
Dann wurde der Bach breiter und breiter.
Ganz allmählich.
Und als er in den großen See hineinfloss,
Da wurde es ganz still.
Ruhig und still lag der See.
Und der kleine Regentropfen Ließ sich weit hineingleiten Bis in die Mitte des Sees.
Das Schaukeln der Wellen war kaum zu spüren.
Irgendwo am Ufer zirpte eine Krille.
Nur kurz,
Dann wurde es ganz still.
Und über dem See zog langsam eine Wolke.
Schwer war sie,
Dunkel und voll mit kleinen Regentropfen.
Dazwischen funkelten die Sterne.
Untertitel der Amara.
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