03:33
03:33

Schattenarbeit – Warum Deine Dunklen Seiten Wichtig Sind

by Jan von Wille

rating.1a6a70b7
Bewertet
5
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle
Aufrufe
174

Viele Gefühle, die wir an uns ablehnen, verschwinden nicht – sie wirken oft im Verborgenen weiter. In diesem Impuls geht es darum, was Carl Gustav Jung mit dem „Schatten“ gemeint hat und warum Reifung nicht darin besteht, nur die angenehmen Seiten von uns zu entwickeln. Du bist eingeladen, Wut, Angst oder Neid nicht sofort zu bewerten, sondern ihnen mit etwas mehr Bewusstheit zu begegnen. Denn was gesehen werden darf, muss uns nicht länger unbewusst steuern. Ein ruhiger Impuls über Selbstannahme, Nervensystem und innere Reifung.

Transkription

Z.

G.

Jung schrieb mal,

Kein Baum kann in den Himmel wachsen,

Wenn seine Wurzeln nicht bis in die Hölle reichen.

Und das ist ein krasses Bild,

Aber es beschreibt genau das,

Was wir im Alltag schnell übersehen.

Die meisten Menschen wollen erleuchtet sein,

Stark,

Selbstbewusst sein,

Schön.

Aber wie ist es mit den Anteilen in uns,

Die eben nicht erleuchtet sind,

Die nicht schön sind,

Die wir am liebsten schnell weghaben wollen?

Zum Beispiel die Wut,

Die in uns schnell hochkommt oder der Neid auf Menschen,

Denen fein,

Weil alles schnell zufällt,

Oder die schreckliche Angst in unserem Leben.

Oder diese kleine Genugtuung,

Wenn jemand scheitert,

Den wir nicht so sympathisch finden.

Solche Erregungen schieben wir schnell weg,

Weil sie nicht zu unserem Selbstbild passen.

Und dann verdrängen wir sie ins Unterbewusstsein.

Aber sie sind nicht weg,

Sondern sie lagern sich in unserem Körper ab.

Denn der Körper kann nicht so gut verdrängen wie unser Geist.

Vielleicht merkst du das daran,

Dass dein Kiefer oft angespannt ist oder du trägst eine Beißerschiene für die Nacht,

Weil sich da der Druck oft entlädt.

Oder dein Atem wird flacher mit der Zeit und trotzdem muss es weitergehen.

Und du sagst,

Passt schon,

Ist nicht so schlimm,

Es muss ja weitergehen.

Und genau dort entsteht der Schatten.

Der Schatten besteht nicht aus bösen Eigenschaften,

Sondern Anteilen,

Die nicht zu unserem Selbstbild passen,

Die wir nicht wahrhaben wollen.

Vielleicht war Wut für dich damals gefährlich in deiner Herkunftsfamilie.

So war es bei mir.

Als Kinder durften wir nicht Wut ausdrücken und somit habe ich Ohnmacht erlebt und Wut verdrängt.

Eine ganze Zeit lang und einen Schutzmechanismus entwickelt.

Oder Neid.

Du durftest kein Neid empfinden,

Weil man ja dankbar sein sollte.

Und so hast du gelernt,

Bestimmte Erregungen aus deinem Leben zu verbannen.

Aber sie verschwinden nicht.

Sie suchen neue Wege.

Eine nicht anerkannte Wut kann zur Härte gegen dich selbst werden.

Oder Angst kann zur perfekten Vorbereitung,

Also zum Perfektionismus führen.

Und Neid kann dir manchmal sehr sehr genau zeigen,

Wonach du dich sehnst,

Aber du wagst nicht danach zu greifen.

Schattenarbeit bedeutet deshalb nicht,

Alles auszuleben,

Was in mir ist.

Also wenn ich wütend bin,

Muss ich nicht sofort jemanden anschreien,

Sondern es beginnt damit,

Dass ich diese verdrängten Anteile erstmal wahrnehme und sie nicht direkt ausleben muss.

Vielleicht fühlst du Wut als Druck oder Hitze in deinem Brustkorb und dann kannst du dieses Gefühl mal spüren,

Und fragen,

Was will denn ausgelebt werden?

Was unterdrücke ich vielleicht?

Wo wird eine Grenze oft übergangen?

Und in diesem Moment wird eine unbewusst wirkende Kraft in dir zur Information.

Und da kommen wir wieder zu dem Satz von C.

G.

Jung,

Unsere Höhe hängt mit unserer Tiefe zusammen,

Also mit der Erkenntnistiefe der Information,

Die wir in unserem Körper tragen.

Wer nur nach oben wächst,

Aber kein Kontakt hat zu den dunklen Abgründen der eigenen Seele,

Wo die Wurzeln liegen,

Der wird beim nächsten Sturm schnell entwurzelt.

Und diese Tiefe der Information beginnt,

Wenn wir Kontakt bekommen mit unserem inneren Zeugen,

Mit unserem Beobachter,

Dass wir ein Gespür für uns als Person beginnen.

Und ich schließe mit einem weiteren Satz von C.

G.

Jung.

Wer nach außen schaut,

Der träumt.

Wer nach innen schaut,

Er wacht.

5.0 (26)

Neueste Bewertungen

Peter

July 25, 2026

Tolle Gedanken und tolles Format liebe Jan - Danke dafür🙏🤩

Ylvie

July 24, 2026

Danke lieber Jan. Sehr interessant. Ich schaue schaue schon eine ganze Weile nach innen, aber man lernt nie aus und entdeckt immer wieder Neues.

Anselm

July 21, 2026

Dein Vortrag hat mich zum Überdenken von einigen meiner Verhaltensweisen gebracht. Dank für diese Anregungen.

Ulrike

July 21, 2026

Wer nach innen schaut, erwacht. Eine schöne bot-Schaft am Morgen. Erinnert mich an Eugen Drewermann.

© 2026 Jan von Wille. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else