
Trigger? Erkenne Die Alte Spur Hinter Deiner Reaktion
Wenn dich etwas triggert, steckt dahinter nicht nur das Ereignis – sondern deine Geschichte. Dein biografisch geprägtes Nervensystem reagiert oft so schnell, dass du vielleicht sagst „alles gut" – obwohl in dir gar nichts gut war. In dieser geführten Meditation nimmst du eine konkrete Situation als Ausgangspunkt und lernst, mit Atem und einer inneren Bewegung mit deinem Nervensystem zu kommunizieren – nicht mit Worten, sondern von innen. Du erkennst deine alten Schutzmuster nicht als Fehler, sondern als das, was sie sind: Spuren einer Geschichte, die sich neu schreiben lässt...
Transkription
Hey,
Willkommen zu dieser Meditation.
Wenn Dich etwas im Außen triggert,
Also eine stärkere Reaktion in Dir auslöst,
Dann hat es oft nicht nur mit diesem einen Moment zu tun.
Es berührt auch Deine Geschichte,
Dein biografisch geprägtes Nervensystem,
Eine alte Spur,
Die vielleicht so schnell anspringt,
Dass sie sich fast normal anfühlt.
Vielleicht kennst Du das,
Jemand schreibt Dir eine Nachricht,
Sagt einen Satz in einem bestimmten Ton,
Schaut Dich kurz anders an,
Und erst später merkst Du,
Hui,
Da ist etwas in mir hängen geblieben.
In dieser Meditation nehmen wir so einen Moment als Ausgangspunkt.
Keine überwältigende Situation,
Einfach etwas,
Was in Dir nachklingt,
Und wir schauen,
Was in Dir berührt wurde,
Wie Dein Körper reagiert und wie Du wieder in einen ruhigeren Kontakt mit Dir selbst finden kannst.
Wir gehen dabei über den Atem,
Deine innere Wahrnehmung und dann eine innere Bewegung zurück zu Dir.
So schließe nun Deine Augen und nimm einen bewussten Atemzug.
Einatmen und ausatmen und fühlen.
Noch einmal tief einatmen und ausatmen.
Fühle Deinen Körper,
Wie Du jetzt hier sitzt.
Der Atem,
Wie er kommt und geht und schweigt.
Und nun lausche etwas tiefer nach innen,
Zu dem,
Was Du jetzt gerade wahrnimmst.
Bekomme ein Gespür für Deinen inneren Körper.
Und nun erinnere Dich an eine Situation aus den letzten Tagen,
Die Dich beschäftigt hat.
Vielleicht etwas,
Das Dich geärgert hat oder verletzt oder irritiert,
Worüber Du vielleicht später noch lange nachgedacht hast.
Eine Situation,
In der Du gemerkt hast,
Da ist mehr in mir angesprungen,
Als ich zuerst dachte.
Lass diese Situation für einen Moment vor Deinem inneren Auge auftauchen,
Sodass Du sie anschauen kannst.
Was war da?
Wer war beteiligt?
Was wurde gesagt und was hast Du gespürt?
Wie hast Du reagiert?
Vielleicht bist Du innerlich eng geworden,
Hast schwerer geatmet oder hast Dich auch gerechtfertigt?
Warst Du eher still,
Traurig oder kontrollierend,
Schnell im Kopf?
Schau es Dir einfach an.
Und nun gehe wieder einen Schritt zurück.
Das geht über Deinen Atem.
Atme wieder bewusst und vielleicht etwas tiefer ein und aus.
Und noch einmal ein und aus.
Und spüre die Atembewegung.
Mach Dir nun bewusst,
In dieser Situation ist etwas Altes in Dir angesprungen,
Wie eine innere Spur,
In die Dein System ganz von selbst hineingeraten ist.
Die Situation war neu,
Aber die innere Bahn,
Die ist Dir vertraut.
Vielleicht kennst Du diese Spur schon lange.
Die Spur,
Ich muss mich erklären,
Ich darf nicht enttäuschen,
Ich muss stark bleiben,
Ich muss sofort verstehen oder Kontrolle herstellen,
Keinen Fehler machen.
Schau mal,
Was Dein Muster ist.
Und nun spüre etwas nach.
Wie fühlt sich diese Spur in Deinem Körper an?
Im Bauch?
Im Brustraum?
Im Hals?
In den Schultern?
Es reicht,
Sie einfach wahrzunehmen.
Diese innere Spur war vielleicht mal eine Form von Schutz,
Deine ganz eigene Art,
Durch Dein Leben zu kommen.
Dein System hat gelernt,
Wenn das passiert,
Reagiere ich so,
Und das geschieht inzwischen so schnell,
Dass Du es gar nicht mehr wahrnimmst.
Und jetzt,
In diesem Moment,
Beginnst Du diese Spur zu bemerken.
Das ist schon viel.
Denn in dem Moment,
In dem Du eine alte Spur bemerkst,
Bist Du ihr nicht mehr ganz ausgeliefert.
Spüre weiter Deinen Körper und nimm wahr,
Da ist die Spur.
Da ist die Reaktion.
Und da ist etwas in Dir,
Das diese Reaktion beobachten kann.
Und dieses Beobachten ist der erste Raum von Freiheit.
Bleibe ein Moment bei diesem Raum.
Du musst nicht wissen,
Woher diese Spur genau kommt,
Für diesen Moment reicht es,
Sie zu sehen,
Wahrzunehmen.
Vielleicht kannst Du innerlich sagen,
Ich sehe diese alte Spur.
Ich sehe,
Dass sie einmal Schutz war,
Und ich muss ihr heute nicht mehr automatisch folgen.
Atme und fühle.
Ich muss ihr heute nicht mehr automatisch folgen.
Und nun lass die Frage etwas tiefer sinken.
Wer bin ich,
Wenn ich nicht sofort dieser alten Spur folge?
Wer bin ich?
Lass diese Frage in Dein Herz sinken,
In den Brustraum,
In die Mitte Deines Körpers.
Wer bin ich?
Suche nicht nach einer Antwort,
Lass einfach geschehen,
Was geschieht,
Wenn diese Frage tiefer in Dich hineinfällt.
Vielleicht wird es stiller.
Es kann auch Widerstand kommen,
Oder Traurigkeit,
Unruhe,
Oder auch eine Ahnung von Weite und Freiheit.
Alles gehört zu dieser Bewegung.
Es geht nicht um eine schöne Erfahrung,
Sondern darum,
Dich selbst unter der alten Reaktion wieder zu spüren.
Nun spüre,
Ob es in Dir einen Ort gibt,
Der tiefer liegt als diese biografische Geschichte.
Ein Ort,
Der da war,
Als Du ein Kind warst.
Bevor Du so viele Rollen gelernt hast.
Bevor Du gelernt hast,
Stark zu sein,
Nett zu sein,
Oder klug,
Verantwortlich,
Unauffällig zu sein.
Dieses stille Ich Bin.
Es ist mehr ein Spüren als ein Gedanke,
Eine Ahnung.
Ein leiser Kontakt.
Ich Bin.
Lass diesen Satz in Dir wirken.
Fühle,
Wie es ist,
Wenn Du für einen Moment nicht aus der alten Spur herauslebst,
Sondern aus diesem inneren,
Stillen Zentrum.
Wenn Du magst,
Lege eine Hand auf Dein Herz oder auf den Bauch.
Einfach spüren.
Da ist Dein Leben.
Da ist Dein Atem.
Da ist diese stille Gegenwart in Dir,
Die schon so vieles gesehen hat.
Freude und Schmerz.
Veränderung.
Verlust und Neubeginn.
Und sie ist immer noch da.
Und nun schau noch einmal auf die Situation,
Mit der Du begonnen hast.
Sieh diese Situation,
Den Auslöser,
Deine Reaktion,
Und dann spüre gleichzeitig Dein Zentrum.
Was verändert sich,
Wenn Du die Situation nicht mehr nur aus der alten Spur anschaust?
Was verändert sich,
Wenn Du erstmal atmest,
Beobachtest und fühlst?
Vielleicht merkst Du,
Diese Situation hat mich nicht nur gestresst,
Sie hat Deine alte innere Bahn berührt.
Eine Schutzbewegung,
Eine Geschichte,
Die ich lange für mich selbst gehalten habe.
Und vielleicht entsteht genau hier nun ein neuer innerer Raum.
Zuerst beobachten,
Dann liebevoll wahrnehmen und dann erst handeln.
Das ist der Weg aus der alten Identifikation.
Die erste Bewegung ist Sehen.
Dann kommt Würdigung.
Erst danach entsteht Veränderung.
Atme noch einmal bewusst ein und aus.
Und wenn Du magst,
Sage innerlich,
Ich sehe meine Reaktion.
Ich sehe die alte Spur und ich würdige,
Dass sie einmal Schutz war.
Und ich kehre zurück in meine Mitte.
Atme noch einmal und fühle.
Und kehre zurück in Deine Mitte.
Aus dieser Mitte heraus kann ich klarer sehen.
Ich kann spüren,
Was wirklich ist.
Und kann unterscheiden,
Was gehört zur Situation,
Was gehört zu meiner alten Geschichte.
Diese Unterscheidung ist so kostbar,
Denn genau dort beginnt Freiheit.
Ganz praktisch in einer Nachricht,
In einem Gespräch,
In einem Moment,
In dem Du sonst automatisch reagiert hättest.
Du atmest,
Trittst einen Schritt zurück,
Beobachtest,
Spürst Dein Herz und Du erinnerst Dich,
Ich bin mehr als diese alte Spur.
Bleibe noch einen Moment in der Stille.
Fühle Deinen Körper und diesen stillen Raum in Dir.
Und vielleicht hörst Du innerlich diese Worte.
Ich sehe Dich.
Ich höre Dich.
Ich bin da.
Lass diese Worte in Dein Herz sinken.
Ich sehe Dich.
Ich höre Dich.
Ich bin da.
Nimm diese einfache Erkenntnis mit.
Was Dich im Außen triggert,
Kann Dich nach Innen führen.
Zuerst zu der alten Spur,
Die reagiert.
Dann zum Beobachter,
Der wahrnimmt.
Und schließlich zu dem stilleren Zentrum in Dir,
Das nicht aus der alten Geschichte leben muss.
Und nun nimm noch einen letzten tiefen und bewussten Atemzug.
Und spüre den Körper,
Wie er hier sitzt.
Den Boden unter Deinen Füßen.
Nimm die Geräusche um Dich herum wahr und komm wieder an in dem Raum um Dich herum.
Bewege langsam Deine Finger,
Deine Schultern.
Und wenn Du soweit bist,
Öffne langsam Deine Augen.
Willkommen in dieser geheimnisvollen,
Wunderbaren Welt.
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