
Betrachtung der sechs Elemente - eine Kontemplation
by Sitzen
Inspiriert von Sangharakshita, dem Gründer des Triratna Ordens geht es in dieser Meditation um die sechs Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum und Bewusstsein, um unsere Verbindung mit diesen und darum, dass es lediglich geliehene Güter sind, deren Festhalten und Anhaften zu Leid führt. Nach jeweils kurzem Input zu den einzelnen Elemente folgt eine Zeit der Stille, um nachzuspüren und loszulassen. Die Meditation wird mit einer Klangschale beendet. Viel Freude beim Meditieren Teile gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren
Transkription
Die Betrachtung der 6 Elemente Eine Kontemplation Nimm deine gewohnte Meditationshaltung ein.
Richte dich dabei so ein,
Dass deine Haltung aufrecht ist und Würde ausstrahlt.
Schau,
Dass du dich angemessen sammeln und konzentrieren kannst und das Stille in dir einkehrt.
Beobachte deine Gedanken,
Wie sie vielleicht jetzt noch unruhig sind und kehre zurück zu deinem Atem oder einem anderen Meditationsobjekt,
Welches deinen Geist still werden lässt.
Nimm dir hierfür einen Moment Zeit.
Versuche nun,
Ein Gespür zu entwickeln für das Element Erde.
Was ist Erde für ein Element?
Versuche,
Erde als Element zu visualisieren,
Als Ausdruck für alles Feste und Kompakte.
Möglicherweise hilft es dir,
Sich konkrete Dinge der Außenwelt vorzustellen,
Die fest sind.
Bäume und Felsen,
Aber auch künstlich Geschaffenes,
Wie Häuser oder Bücher,
All dies gehört zum Erdelement.
Denke dir nun,
Erde gibt es nicht nur draußen in der Außenwelt,
Auch in meinem Inneren,
Im subjektiven Bereich,
Der ich selbst bin,
Gibt es das Element Erde.
Meine Knochen,
Mein Fleisch,
Haare und Fingernägel,
Sie alle gehören zum Erdelement.
Woher kommen meine Knochen?
Woher kommt mein Fleisch?
Woher stammt das Erdelement in mir?
Verdeutliche dir,
Das alles kommt vom Element Erde dort draußen.
Es gehört mir nicht.
Aber ich durfte es mir borgen,
Da es mir bedingungslos gegeben worden ist.
Ich habe es nur für einen kurzen Zeitraum vom Element Erde dort draußen geliehen und meinem Sein,
Meiner Substanz und meinem Körper einverleibt.
Ich kann es aber nicht für immer behalten,
In ein paar Jahrzehnten oder auch schon in einigen Jahren oder sogar noch früher,
Wer weiß,
Muss ich es wieder abgeben,
Dann wird sich das Element Erde in meinem Körper wieder in das Erdelement der Außenwelt auflösen.
Wie konnte ich also behaupten,
Dass dieses Erdelement mir gehört?
Oder sogar,
Dass es ich ist,
Dass ich es bin?
Es gehört mir nicht.
Ich bin es nicht.
Ich muss es zurückgeben.
Also gut.
Ich lasse es los.
Es ist nicht ich.
Ich kann es nicht als mein beanspruchen und mich auch nicht damit identifizieren.
Entwickle nun ein Gespür für das Element Wasser.
Damit ist alles feuchte,
Flüssige oder strömende gemeint.
In der Außenwelt begegnet es dir in Gestalt von Bächen und Flüssen,
Meeren,
Regen und Tau.
In deinem Inneren gibt es dieses Element ebenfalls als Blut,
Galle,
Tränen und so weiter.
Woher hast du dieses Element des Wassers?
Woher hast du die Aspekte des Elements Wasser genommen,
Zweifellos aus der Außenwelt?
Auch das Element Wasser ist eine Leihgabe auf Zeit,
Die dir bedingungslos gegeben wurde.
Es gehört dir nicht,
Auch wenn du es nutzen darfst.
Du brauchst es nicht festzuhalten,
Es an dich zu binden.
Es ist nicht notwendig.
Darum lass es los.
Und erkenne,
Auch du bist es nicht.
Daher hör auf,
Dich damit zu identifizieren.
Komme nun zum Element des Feuers.
Das Feuerelement in der Außenwelt ist die Sonne,
Die Quelle aller Wärme und allen Lichts in unserem Sonnensystem.
Auch in dir gibt es Wärme.
Woher kommt sie?
Natürlich vom Feuerelement in der Außenwelt,
Mit dem du untrennbar verbunden bist.
Spüre in dich hinein und werde dir bewusst,
Eines Tages werde ich es zurückgeben müssen.
Ich kann es nicht für immer festhalten.
Und ein Festhalten ergibt auch gar keinen Sinn.
Wenn ich gestorben bin,
Werde ich erkalten.
Die Wärme wird den Körper verlassen,
Ohne mein Zutun.
Genauso wie sie zu Lebzeiten bei mir ist,
Ohne meine eigenen Bemühungen.
Jenes Feuerelement in mir,
Das zur Zeit so viele Dinge in meinem Körper unterstützt,
Gehört mir nicht wirklich.
Es ist nicht mein.
Ich kann mich nicht mit ihm identifizieren.
Also lasse ich es los.
Ich lasse das Feuerelement in mir zum Feuerelement im Universum zurückkehren.
Wir gehen weiter zur Vergegenwärtigung des Elements Luft.
In der Außenwelt gibt es Luft in der Atmosphäre,
Die die Erde umgibt.
In mir gibt es den Atem des Lebens.
Die ganze Zeit über passiert Atmung,
Einatmung,
Ausatmung.
Ganz von selbst entsteht die Verbindung zum Element Luft.
Unwillkürlich,
Auch wenn ich die Atmung bewusst steuern kann.
Aber ich habe die Luft nur für kurze Zeit geborgt.
Sie gehört mir nicht.
Ein Tag wird kommen,
Da atme ich ein und atme aus und atme ein und aus und nicht mehr ein.
Dann bin ich tot und der Atem hat meinen Körper verlassen.
Dann habe ich ihn zum letzten Mal zurückgegeben.
Deshalb kann ich nicht behaupten,
Dass ich das Luftelement in mir bin oder dass es mir gehört.
Darum lasse ich es los.
Werde frei von Festhalten und Anhaften.
Ich werde mich nicht mehr mit dem Element Luft identifizieren.
Vergegenwärtige dir nun das Element des Raumes.
Auch wenn Raum dir vielleicht in der Auflistung als Element ungewöhnlich vorkommen mag.
Lass dich von Konventionen des Wortgebrauchs nicht irritieren.
Reflektiere.
Der aus den vier Elementen Erde,
Wasser,
Feuer und Luft gebildete Körper,
Mit dem ich mich bisher identifiziert habe,
Nimmt Raum ein.
Wenn das Erdenelement den Körper verlässt,
Wenn das Wasserelement geht,
Wenn Feuer und Luft ins Universum zurückkehren,
Was bleibt dann?
Nichts,
Nicht etwas,
Bloß ein leerer,
Ich-förmiger Raum.
Und wie kann ich diesen ich-förmigen Raum von dem ihn umgebenden Raum unterscheiden?
Gar nicht.
Wenn ein Tongefäß zerbricht,
Verbindet sich der Innenraum des Gefäßes mit dem Raum,
Der es umgibt,
Sodass sie nicht mehr voneinander unterscheidbar sind.
Genauso verhält es sich mit deinem Körper.
Wenn dein Körper zerfällt,
Geht der früher von ihm eingenommene Raum wieder in den Raum des Universums über.
Ganz natürlich.
Dann gibt es dich nicht mehr.
Wie willst du also an dem Körper festhalten,
Der zur Zeit einen gewissen Raum einnimmt?
Du kannst es nicht.
Und es ist auch hier überhaupt nicht notwendig,
Dass deshalb den Raum,
Den du besetzt hältst,
Mit dem Raum des Universums verschmelzen.
Spüre nach.
Widme dich zuletzt dem sechsten Element,
Dem Bewusstsein.
In Verbindung mit deinem Körper gibt es Bewusstsein.
Vielleicht denkst du,
Wenn ich selbst auch nicht Erde,
Wasser,
Luft,
Feuer und Raum bin,
So bin ich doch bestimmt Bewusstsein.
Doch nein.
Sogar das Bewusstsein ist geborgt.
Was du dein Bewusstsein nennst,
Ist nur eine Art Spiegelung,
Ein Abglanz eines höheren,
Universalen Bewusstseins,
Das in gewissem Sinne zwar das ist,
Was du ich nennst,
In einem anderen Sinne aber überhaupt nicht.
Du kannst es vielleicht mit der Beziehung zwischen Wachsein und Träumen vergleichen.
Wenn du wach bist,
Sprichst du davon,
Dass du einen Traum hattest.
Wo aber bist du,
Während du träumst?
Es scheint,
Als ob dann der Traum dich hat.
Ganz ähnlich verhält es sich mit der höheren Bewusstseinsdimension,
Mit der du dich als dein Bewusstsein identifizierst.
Bewusstsein ist zwar vorhanden,
Aber das Mein muss verschwinden.
Sogar die Individualität im Sinne eines Ich-Gefühls löst sich auf.
Es ist gleichsam,
Als müsste das niedere Bewusstsein in das höhere Bewusstsein eingehen.
Dies geschieht aber als Bewusstsein oder zumindest auf bewusste Weise,
Ohne dass es dadurch vernichtet wird.
Es gibt dabei also keinen Verlust an Bewusstheit,
Sondern sie ist nun einfach nicht länger auf ein Ich bezogen.
Da ist keine Meinheit mehr.
Paradoxerweise bist du noch nie zuvor so vollständig du selbst gewesen,
Wenn Ich und Mein wegfallen.
Lasse diese Reflexionen über die Elemente Erde,
Wasser,
Feuer,
Luft,
Raum und Bewusstsein in dir nachschwingen.
Vergegenwärtige die Leihgabe dieser Elemente in deiner jetzigen Existenz,
In deiner jetzigen Identifikation und übe dich im Loslassen.
Verbinde dieses Loslassen vielleicht ganz bewusst mit deinem Atem,
Da die Atembewegung des Ein- und Ausatmens ein ganz natürlicher Vorgang im Alltag sind,
In dem wir uns bewusst üben können,
Loszulassen.
Verweile,
So nachspürend,
So atmend,
Noch ein paar Minuten in Stille.
Beende nun deine Praxis.
Komme nun ganz wieder hier an und spüre den Körper,
Mit dem du dich identifizierst hier in dieser relativen Welt.
Spüre seine Grenzen.
Werde dir des Raumes bewusst,
In dem du sitzt,
Und werde dir der vielleicht Bewegungsimpulse deines Körpers bewusst.
Gehe diesen nach,
Ganz sanft und ganz langsam hier wieder an.
Und wenn es sich stimmig anfühlt,
Dann öffne deine Augen.
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