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#10 Wie du dich von deinen Erwartungen befreien kannst

by Achtsamkeit mit Anna

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Hast du viele Erwartungen an dich selbst? Bist du deshalb oft gestresst und stehst unter hohem Erwartungsdruck? Dann solltest du dich in Gleichmut üben. In dieser Folge lernst du, warum deine vielen Erwartungen dir hauptsächlich schaden, was Gleichmut ist und wie du ihn einsetzen kannst, um entspannter und glücklicher zu werden.

Transkription

Herzlich willkommen bei Achtsamkeit mit Anna,

Deinem Podcast für die beste Freundschaft mit dir selbst.

Ich bin Anna und diese Woche geht es bei mir um das Thema Erwartungen.

Keiner ist wohl frei davon und zu viele von uns leiden unter ihren hohen Erwartungen an sich selbst und die Umwelt.

Wie du damit umgehen kannst,

Lernst du heute.

Los geht's!

Das Problem mit den Erwartungen ist,

Sie machen alles eng und nehmen uns auf den Blick für das,

Was wirklich ist.

Wir setzen uns und andere mit unseren hohen Erwartungen unter Druck und erzeugen permanent Stress und Enttäuschung,

Denn nur wer Erwartungen hat,

Kann auch enttäuscht werden.

Heute möchte ich dich deshalb mal mit einem Begriff vertraut machen,

Der in unserer Gesellschaft gar nicht so verbreitet und bekannt ist und der ein perfektes Gegenmittel für zu viele Erwartungen ist.

Es handelt sich um Gleichmut.

Gleichmut ist im Buddhismus eine der vier Arten von Liebe und wenn wir die Liebe auf uns selbst anwenden,

Also Selbstliebe,

Selbstfreundschaft,

Dann ist,

Wenn wir uns in Gleichmut üben,

Das auch eine Art der Selbstliebe.

Gleichmut bedeutet,

Personen oder Zustände so anzunehmen,

Wie sie sind.

Es bedeutet nicht,

Eine Egalhaltung zu entwickeln,

Sondern sich,

Soweit es geht und wenn man sowieso nichts ändern kann,

Sich mit der Situation und den Personen anzufreunden,

Ohne sie zu stark zu beurteilen.

Damit erspart man sich viel Energie,

Die sonst für Hoffen oder Fürchten eingesetzt wird und das sind beides Zustände,

Also Hoffen und Fürchten,

Die man nicht unbedingt haben muss.

Anstatt dessen kann man viel achtsamer,

Viel bewusster in dem verweilen,

Was wirklich da ist und man wird,

Wenn man Gleichmut übt,

Zugleich offener für Neues und für das,

Was ist und auch viel gelassener.

Wie bereits gesagt,

Bedeutet gleichmütig zu sein nicht,

Dass einem alles egal ist,

Sondern dass man einfach ein Stück weit erwachsen wird,

Indem man sich nicht allzu sehr gehen lässt,

Wenn einem etwas nicht so Tolles widerfährt und sich auch,

Indem man eben seine Erwartungen,

Hoffnungen,

Ängste,

Befürchtungen und so weiter zurückschraubt,

Viele schlechte Gefühle erspart.

Wenn du gleichmütiger wirst,

Hast du natürlich immer noch Erwartungen,

Denn das ist einfach menschlich.

Aber du lässt dich von diesen Erwartungen nicht mehr so sehr dominieren und setzt nicht mehr all deine Energie in sie hinein.

Dadurch setzt du dich viel weniger selbst unter Druck,

Weil du das Ergebnis besser annehmen kannst.

Du gibst dein Bestes in jeder Situation,

Aber wenn es einfach nicht klappt,

Dann geht die Welt auch nicht unter.

Und genau so ist es dann mit unvorhersehbaren Situationen oder wenn was schief geht.

Wenn dein Plan durchkreuzt wird,

Warum auch immer,

Dann stellst du dich einfach der Realität als erst mal wild rum zu fluchen.

Das,

Was dir dann passiert,

Nimmst du an und schaust,

Wie du damit umgehst,

Denn du kannst es hier nicht rückgängig machen.

Du wirst mit gleichem Mut also insgesamt gelassener und entwickelst eine natürliche Schutzschicht gegen zu hohen Erwartungsdruck an dich selbst,

Auch von den Leuten an dich.

Und ja,

Sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen,

Ist schließlich einfach Liebe.

Mit gleichem Mut bist du auch gleichzeitig viel achtsamer,

Denn wie gesagt,

Wirst du viel mehr in dem verweilen,

Was ist und auch viel offener für den Ausgang von Situationen,

Von Bemühungen und so weiter und für Möglichkeiten.

Die Dinge müssen dann nicht mehr ganz so sein,

Wie du sie willst,

Damit du glücklich sein kannst.

Gleichem Mut,

Meditation und Achtsamkeit bedingen sich also gegenseitig,

Denn alles,

Was ich zu Meditation und Achtsamkeit gesagt habe,

Hat da einige Überschneidungen und deshalb rate ich dir,

Alle drei in deinen Alltag einzubauen.

Wenn du dir jetzt denkst,

Ja,

Das klingt total toll und ich wäre auch gerne gleichmütiger,

Weiß aber nicht,

Wie das geht,

Dann kann ich dir nur sagen,

Das ist halt Übungssache und da helfen Meditation und Achtsamkeit dir eben sehr gut dabei und gleichzeitig kannst du es natürlich schon auch üben,

Indem du dich öfter mal beobachtest,

Wenn du dabei bist,

Zu starke Erwartungen an dich selbst zu haben oder an Dinge oder an Situationen,

Dass du einfach mal einen Schritt zurücktrittst und versuchst,

Den Ausgang dessen,

An dem du gerade arbeitest,

Offen zu lassen und zu sagen,

Okay,

Ich gebe jetzt mein Bestes,

Aber wenn es nicht klappt,

Dann geht die Welt nicht unter.

Was kann schlimmstenfalls passieren und was ist wirklich jetzt so wichtig daran,

Dass es genau so ist,

Wie ich das möchte oder warum muss ich jetzt genau so sein,

Wie ich denke,

Dass ich sein muss?

Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit,

Eine andere Seite von mir zu zeigen oder die Dinge mal anders zu tun,

Wie ich sie sonst tue.

Und damit du noch ein besseres Gefühl für Gleichmut bekommen kannst,

Erzähle ich dir jetzt mal noch eine kleine buddhistische Geschichte,

Die ich persönlich sehr,

Sehr cool finde und an die ich mich immer sehr gerne erinnere,

Wenn mir Dinge widerfahren,

Mit denen ich nicht so happy bin.

In einem Dorf in Tibet,

Nicht ganz klein,

Aber auch nicht ganz groß,

Lebte ein Bauer,

Nicht arm,

Aber auch nicht reich,

Nicht sehr alt,

Aber auch nicht mehr jung,

Der hatte ein Pferd.

Und weil er der einzige Bauer im Dorf war,

Der ein Pferd hatte,

Sagten die Leute im Dorf »Oh,

So ein schönes Pferd,

Hast du ein Glück!

« Und der Bauer antwortete »Ob Glück oder Pech,

Wer weiß?

« Eines Tages,

Eines ganz normalen Tages,

Keiner weiß weshalb,

Brach das Pferd des Bauern aus seiner Koppel aus und lief weg.

Der Bauer sah es noch davon galoppieren,

Aber er konnte es nicht mehr einfangen.

Am Abend standen die Leute des Dorfes am Zaun der leeren Koppel.

Manche grinsten ein bisschen schadenfreudig und sagten »Oh,

Der arme Bauer,

Jetzt ist dein einziges Pferd weggelaufen,

Jetzt hat er kein Pferd mehr,

Der arme,

Was ein Pech!

« Der Bauer hörte das und murmelte nur »Ob Glück oder Pech,

Wer weiß?

« Ein paar Tage später sah man morgens auf der Koppel des Bauern das schöne Pferd,

Wie es mit einer wilden Stute im Spiel hin und her jagte.

Sie war ihm aus den Bergen gefolgt.

Groß war der Neid der Nachbarn,

Die sagten »Oh,

Was hat der doch für ein Glück,

Der Bauer!

« Aber der Bauer sagte nur »Ob Glück oder Pech,

Wer weiß?

« Eines schönen Tages im Sommer dann stieg der einzige Sohn des Bauern auf das Pferd,

Um es zu reiten.

Schnell war er nicht mehr alleine,

Das halbe Dorf schaute zu,

Wie er stolz auf dem schönen Pferd ritt.

Aber plötzlich schreckte das Pferd,

Bäumte sich auf und der Sohn,

Der einzige Sohn des Bauern,

Fiel hinunter und brach sich das Bein in viele kleine Stücke bis zur Hüfte.

Und die Nachbarn schrien auf und sagten »Oh,

Der arme Bauer,

Sein einziger Sohn,

Ob er jemals wieder wird richtig gehen können?

« Jetzt hat er niemanden mehr,

Der ihm bei der Arbeit helfen kann,

So ein Pech.

Aber der Bauer sagte nur »Ob Glück oder Pech,

Wer weiß?

« Einige Zeit später schreckte das ganze Dorf aus dem Schlaf,

Als gegen Morgen ein wildes Getrappel durch die Straßen lief.

Die Soldaten des Herrschers kamen in das Dorf geritten und holten alle Jungen und Männer aus dem Bett,

Um sie mitzunehmen in den Krieg.

Der Sohn des Bauern konnte nicht mitgehen und so mancher saß daheim und sagte »Was hat der für ein Glück?

« Aber der Bauer murmelte nur »Ob Glück oder Pech,

Wer weiß?

« Du siehst an diesem Beispiel also,

Wenn es nicht gerade um Dinge,

Die wirklich schrecklich sind geht,

Dass manche Dinge passieren,

Die wir sofort als negativ bewerten und dann stellt sich aber heraus,

Dass es doch ganz gut war.

Und genau so ist es mit Erwartungen auch,

Wir wollen,

Dass eine bestimmte Sache,

An der wir arbeiten,

Genau so wird,

Dann geht was schief,

Aber manchmal wird es dadurch sogar noch besser,

Weil wir ohne diesen Zwischenfall gar nicht selbst die Offenheit oder Kreativität für die neue Lösung gehabt hätten.

Ich bin mir sicher,

Du hast solche Situationen auch schon erlebt und ja,

Auch mir geht es immer noch so,

Dass ich denke »Ach,

Wieso war ich denn jetzt wieder so mit meinen Erwartungen versteift,

Weil eigentlich ist doch alles gut gegangen und ich hätte mir viel Ärger ersparen können.

« Also mein heutiger Tipp an dich ist,

Denke doch öfter mal an diesen tibetischen Bauern,

Wenn du dabei bist,

Dir selbst oder anderen mit deinen Erwartungen zu großen Druck zu machen.

Das war es von mir diese Woche zum Thema Gleichmut und vor allem dem Umgang mit Erwartungen.

Weiteren Input dazu gibt es dann in meinem Instagram-Account.

Ich freue mich,

Wenn du mir dort folgst,

Das wird sich auch für dich sicher lohnen.

Und wenn du noch nicht Mitglied unserer Facebook-Gruppe bist,

Dann melde dich doch an,

Den Link dazu findest du in den Show Notes.

Ich freue mich,

Wenn du dazu kommst und wir uns zusammen austauschen.

Also hab dich lieb und mach es gut,

Deine Anna.

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Neueste Bewertungen

Ella

July 14, 2025

Wie schön, richtig nett, kompakt und toll erklärt, danke, liebe Anna! Hab Dich auch lieb :) <3

Delia

April 3, 2024

Toll! Auch mit der Geschichte - wirkt auf mich so als sei Gleichmut ein relativieren des Geschehen - ist es so gedacht? Liebe Grüsse

Walter

February 21, 2024

Danke 🙏🏽

Melek

May 9, 2022

Liebe Anna, Herzlichen Dank.

Gaby

February 17, 2020

Kurz und prägnant, sehr ansteckend und hilfreich. Merci.

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