
Notfall-Meditation bei schwierigen Emotionen
Dies ist eine Notfall-Meditation, wenn du jetzt gerade schwierige Emotionen spürst. Ich werde dich in dieser Meditation durch die Technik RAIN führen, die dir dabei hilft, mit Achtsamkeit und Selbstmitgefühl die schwierigen Gefühle zu lösen. Mögest du voller Achtsamkeit und Mitgefühl deinen Schmerz halten. Dein Sebastian
Transkription
Das ist eine Notfallmeditation,
Wenn es dir jetzt gerade nicht gut geht.
Ich werde dich durch die Technik RAIN führen,
Die dir dabei hilft,
Mit Achtsamkeit und Selbstmitgefühl die schwierigen Gefühle zu halten.
Falls du RAIN nicht kennst,
Ist das gar kein Problem.
Ich lade dich ein,
Mir zu vertrauen und dich von mir führen zu lassen.
Ich habe diese Schritte schon oft durchlaufen,
Alleine und gemeinsam mit Menschen.
Bitte fühle dich frei,
Die Meditation zu jedem Zeitpunkt abzubrechen und dir zum Beispiel die liebevolle Hilfe eines Freundes oder einer Freundin zu suchen.
Setze oder lege dich bequem an einem Ort hin,
Wo du dich möglichst sicher und geborgen fühlst.
Schließe deine Augen oder halte sie leicht geöffnet,
Je nachdem,
Was sich für dich angenehmer anfühlt.
Und lass uns gemeinsam tief durchatmen,
Tief ein- und ausatmen.
Einfach nur das,
Atmen,
Tief ein- und aus.
Mit jedem Atemzug entspannen sich Körper und Geist,
Ein- und loslassen.
Lass uns mit dem ersten Schritt beginnen.
Richte deine Aufmerksamkeit von außen nach innen.
Welche Erfahrung ist in diesem Moment am schwierigsten?
Ist es eine Emotion,
Ein Gedanke oder eine Körperempfindung?
Und benenne diese schwierige Erfahrung sanft im Geist oder leise flüsternd,
Wie etwa,
Okay,
Da ist Angst oder da sind Selbstzweifel oder da ist Enge im Hals.
Auch wenn es sich jetzt überwältigend anfühlen mag,
Du bist nicht die unangenehmen Gefühle und Gedanken.
Da sind einfach gerade Gefühle und Gedanken da.
Du bist das Gewahrsein,
Das die schwierigen Gefühle beobachten kann.
Im nächsten Schritt geht es darum,
Alles so sein zu lassen,
Wie es jetzt ist.
Du leidest gerade deshalb an diesen Gefühlen,
Weil du sie nicht möchtest und ihnen Widerstand leistest.
Deshalb versuche einmal ein sanftes Ja zu diesem Moment und diesen Gefühlen zu sagen.
Ja,
Auch wenn es schwer ist,
Ich lasse es jetzt zu.
Ja,
Auch das ist Teil des Lebens.
Atme sanft weiter und flüstere mit jedem Ausatmen ein Ja zu dieser Erfahrung,
Zu diesem Moment,
Zu dir selbst.
Ja,
Diese Gefühle sind völlig natürlich und du bist genau richtig,
Auch mit diesen Gefühlen.
Und wenn du ein lautes Nein in dir hörst und deshalb nicht die Situation erlauben kannst,
Dann sage einfach Ja zu diesem Nein.
Du kannst auch den Wunsch äußern,
Möge ich loslassen und es erlauben.
Das kannst du immer sagen.
Nun gehen wir zum nächsten Schritt über.
Versuche alle Gefühle und Empfindungen im Körper zu spüren,
Ohne dagegen anzukämpfen oder sie zu verurteilen.
Versuche nicht die Situation rational zu verstehen und darüber nachzudenken,
Denn wenn wir uns von schwierigen Gefühlen überwältigt fühlen,
Sind unsere Gedanken oft negativ,
Einseitig und falsch.
Deshalb spüre nun im Körper,
Was kannst du gerade im Bauch spüren.
Benenne alles,
Was du spüren kannst,
Wie etwa Hitze,
Enge,
Anspannung oder Druck,
Unwohlsein.
Was kannst du in der Brust wahrnehmen?
Und bitte vergiss nicht langsam und ruhig weiter zu atmen.
Und was kannst du im Hals spüren?
Was noch kannst du im Körper spüren?
Welchen Gesichtsausdruck hast du gerade?
Und schau mal,
Wo das Zentrum des Schmerzes ist.
Wo empfindest du es als am unangenehmsten?
Wenn dieser verletzte Teil in dir zu dir sprechen könnte,
Was würde er dir sagen wollen?
Was würde sich dieser Teil von dir wünschen?
Vielleicht Geborgenheit,
Verständnis,
Harmonie,
Liebe oder Vertrauen?
Nun richte dich,
Falls du sitzt,
Bewusst auf und atme tief durch.
Ja,
Da ist der verletzte Teil in dir,
Doch da ist auch ein gütiges,
Weises Selbst,
Das all diese schwierigen Erfahrungen wahrnehmen und sich darum liebevoll kümmern kann.
So wie du dich um ein trauriges Kind oder eine verzweifelte Freundin kümmern würdest,
Genauso versuchst du dich jetzt,
Um den verletzten Teil in dir zu kümmern.
Versuch einmal sanft in den Bereich des verletzten Teils,
In dieses Schmerzzentrum,
Ein- und auszuatmen und ihn mit jedem Atemzug weicher werden zu lassen.
Ein- und aus,
Weich werden,
Mit jedem Atemzug dem verletzten Teil in dir erlauben,
Da zu sein und sich zu entspannen.
Ein- und aus,
Mit jedem Atemzug beruhigen,
Weich werden lassen,
Entspannen.
Ein- und aus.
Bitte erinnere dich daran,
Wir alle fühlen hin und wieder solche schwierigen Gefühle.
Du bist nicht alleine damit.
Du kannst dir liebevoll sagen,
So fühlt es sich an,
Wenn ein Mensch leidet.
So fühlt sich Leid an.
Atme ruhig weiter.
Nun probiere einmal aus,
Deine Hand dort zärtlich aufzulegen,
Wo sich der verletzte Teil in dir befindet oder vielleicht dort,
Wo es sich am angenehmsten gerade anfühlt.
Vielleicht auf den Bauch,
Auf die Brust oder auf die Stirn.
Vielleicht möchtest du dich zärtlich umarmen und atme beruhigend weiter und spüre dabei die Wärme deiner Berührung.
Wenn du möchtest,
Darfst du dich auch sanft streicheln,
So wie eine liebevolle Mutter ihr Kind zärtlich streicheln würde.
Atme sanft und spüre diese zärtlichen Berührungen.
Wie fühlt sich das an?
Jetzt stell dir einmal vor,
Eine geliebte Person,
Die dir sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubert,
Wäre jetzt bei dir.
Welche liebevollen Worte würde sie dir sagen,
Wenn sie dich so sieht,
Wie es dir schlecht geht?
Vielleicht,
Es tut mir leid,
Dass du dich so fühlst.
Ich weiß,
Das ist gerade schwer.
Ich bin für dich da und ich kümmere mich um dich.
Du bist nicht allein.
Du bist sicher und geborgen.
Welche liebevollen Worte wünscht sich dieser verletzte Teil in dir?
Und richte diese liebevollen Worte an ihn.
Du kannst dir auch Sätze der liebevollen Güte schenken,
Die zu deinen Bedürfnissen passen.
Wie etwa,
Möge ich liebevoll mit mir sein.
Möge ich mich so annehmen,
Wie ich bin.
Möge ich mir erlauben,
Zu vertrauen und loszulassen.
Halte dich zärtlich und schenke dir die liebevollen Worte,
Die du jetzt brauchst.
Und atme dabei sanft weiter.
Wir gehen nun in den abschließenden Schritt von Rain.
Wenn du möchtest,
Darfst du deine Hand wieder ablegen und dir für ein paar Momente erlauben,
Einfach so zu sein,
Wie du jetzt bist.
Lass den Atem ganz von alleine fließen.
Er kommt und geht.
Und öffne dich für diesen Moment mit allem,
Was da ist.
Versuche,
Alles gütig geschehen zu lassen.
Egal ob Geräusche,
Körperempfindungen,
Gefühle oder Gedanken.
Wie geht es dir jetzt im Vergleich zu vor der Meditation?
Kannst du spüren,
Dass es umso leichter wird,
Je mehr du loslässt und die Erfahrung liebevoll erlaubst und beobachtest?
Kannst du spüren,
Wie Gefühle,
Gedanken und Empfindungen kommen und gehen und dass da etwas ist,
Das immer da ist,
Das alle Erfahrungen des Lebens halten kann?
Du bist das liebevolle Gewahrsein,
Die gütige Präsenz,
Dein erwachtes Herz,
Dein wahres Selbst.
Erlaube dir,
In diesem Gewahrsein zu ruhen.
Lass das Leben geschehen und vertraue.
Ruhe und entspanne dich in diese weite Präsenz des Moments.
Dies ist ein Gedicht von Denner Foltz.
Geh vor der Energie,
Die durch dich strömt.
Vertraue.
Und dann gib dich noch tiefer hin.
Sei die Energie.
Stoße nichts weg.
Folge jeder Empfindung zurück zu ihrer Quelle in weite und reiner Präsenz.
Taure so neu auf,
So frisch,
Dass du nicht weißt,
Wer du bist.
Heiße diese Jahreszeit des Monsoons willkommen.
Sei die Brücke über den überfluteten Fluss und den reisenden Strom darunter.
Hab keine Angst vor dem vollkommenen Wunder.
Sei die Energie und bahne dir einen Weg durch den klaren Nachthimmel wie ein Blitz.
Wage es,
Deine eigene Erleuchtung zu sein.
Dann öffne langsam deine Augen und bewege dich,
So wie es jetzt für dich richtig anfühlt.
Drink vielleicht auch einen Schluck.
Lass dir Zeit.
Versuch die Praxis nachklingen zu lassen.
Vielleicht möchtest du einen Spaziergang machen,
Dich bewegen oder Musik hören.
Frage dich,
Was brauche ich jetzt?
Und schenke es dir,
Du hast es verdient.
Ich möchte,
Dass du weißt,
Dass du gerade großen Mut bewiesen hast,
Dich mit Achtsamkeit und Mitgefühl um die unangenehmen Gefühle zu kümmern.
Du hast das sehr gut gemacht.
Und egal wie du dich jetzt fühlst,
Du hast geübt,
Dich mit dem weisen Teil in dir zu verbinden und von dort aus die schwierigen Gefühle zu halten.
Und die Praxis der Achtsamkeit und des Mitgefühls wirkt,
Sobald wir uns aufrichtig darum bemühen,
Egal wie wir uns danach fühlen mögen.
Und wenn wieder eine Welle von schwierigen Gefühlen aufkommt,
Dann vertraue darauf,
Das ist völlig normal.
Versuche es wieder achtsam wahrzunehmen,
Zu spüren und dich in Selbstmitgefühl zu halten,
So wie du es eben getan hast.
Erlaube dir selbst,
Diese Erfahrungen zu machen und dich dabei liebevoll zu behandeln.
Wir alle machen diese Erfahrungen.
Das Ziel von RAIN ist es,
Alle herausfordernden Erfahrungen aus einem liebevollen Gewahrsein heraus wahrzunehmen,
Zu erlauben und zu umsorgen.
Letztlich löst du so die Identifikation mit den schwierigen Gefühlen und Gedanken.
Du kämpfst nicht länger gegen sie an und erlaubst ihnen,
Sich von selbst zu beruhigen.
Denn das ist ihre Natur.
Alle Erfahrungen kommen auf,
Sind eine Weile da und gehen dann auch wieder.
Ich hoffe sehr,
Dass dir diese Meditation geholfen hat.
Ich freue mich,
Wenn du das nächste Mal wieder reinhörst und ich wünsche dir Frieden und Harmonie.
Dein Sebastian
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