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Einschlafmärchen: Das Himmelsmädchen (Japan)

by Alexandra Matthes

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4.7
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Meditation
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Lasse Dich von mir in den Schlaf begleiten. Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz erzähle ich Dir das Märchen "Das Himmelsmädchen", eine Geschichte aus Japan. Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!

Transkription

Das Himmelsmädchen,

Meditative Abendentspannung und ein Einschlafmärchen aus Japan.

Bevor du es dir gleich im Liegen bequem machst,

Setz dich doch nochmal aufrecht in dein Bett.

Mit geradem Rücken,

Vielleicht im Schneidersitz,

Deine Arme und Hände ganz locker und dann blicke dich doch da wo du bist noch einmal um.

Betrachte deine Umwelt,

Deine Umgebung,

Dein Hier und Jetzt.

Wenn es schon so dunkel ist,

Dass du nichts mehr sehen kannst,

Dann erspüre deine Umwelt.

Schließe deine Augen und nimm auch dich selbst wahr,

Wie du dort gerade sitzt und versuche das,

Was gerade ist,

Gut sein zu lassen.

Mit der Haltung der heiteren Gelassenheit darfst du diesen einzigartigen und besonderen Tag verabschieden.

Lege für ein paar Momente deine Hände flach auf dein Herz und spüre nach.

Spüre deinen Herzschlag,

Deinen Atem und vielleicht empfindest du ja das glückliche Gefühl der Verbundenheit mit deinem Körper.

Ganz egal,

Ob die Dinge gerade gut laufen oder nicht so gut laufen.

Es ist Abend,

Du sitzt auf deinem Bett und es gibt gleich nichts mehr zu tun,

Als einfach nur zu liegen und einzuschlafen.

Bevor du gleich unter deine Decke schlüpfst,

Recke und strecke dich doch noch mal und gib dir die Bewegungen,

Die dir gerade gut tun.

Nimm dazu ein paar tiefe Atemzüge,

Regel dich,

Gähne,

Was auch immer sich für dich gerade gut anfühlt und dann schlüpfe unter deine Bettdecke und machst dir im Liegen bequem.

Kuschel dich ein und nimm dir deinen Platz.

Wenn du es nicht schon getan hast,

Dann schließe deine Augen und lasse Ruhe einkehren.

Dieser einzigartige Tag neigt sich dem Ende.

Nutze doch die nächste Minute dazu,

Deine Bilder des Tages gleich noch mal Revue passieren zu lassen.

Was ist heute passiert?

Was waren deine Themen des heutigen Tages?

Ab jetzt eine Minute für den Rückblick auf diesen einmaligen Tag.

Wofür bist du heute besonders dankbar?

Sammel mindestens drei Dinge zusammen,

Die dich dankbar machen.

Vielleicht ganz kleine Dinge,

Vielleicht auch größere.

Dann atme noch mal zweimal ganz tief ein und mit dem Ausatmen lass los die Gedanken an den Tag,

Die restliche Anspannung.

Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,

Außer zu ruhen,

Zu entspannen,

Ganz sicher und geborgen und mit jedem Atemzug ruhiger,

Mehr und mehr bei dir selbst ankommend.

Stell dir vor,

Du bist ein eigenes Haus,

In das du heute Abend einkehrst.

Du schließt die Fenster,

Siehst die Vorhänge vor,

Siehst dich zurück in dich selbst,

Geborgen und sicher.

Und ganz nebenbei darfst du der Geschichte lauschen,

Deine Einschlafgeschichte,

Die ich dir heute erzählen möchte.

Vor vielen,

Vielen Jahren lebte ein alter Mann.

Der flocht Körbe aus Bambusrohr und er verkaufte sie an Leute,

Die sie brauchten.

Davon bestritt er seinen Lebensunterhalt.

Einmal ging der alte Mann in den Wald,

Um Bambusrohr für seine Körbe zu schneiden.

Da sah er im Wald etwas,

Das hell leuchtete und strahlte.

Die Strahlen gingen vom Knoten eines Bambusstammes aus.

Als er diesen spaltete,

Fand er darin ein winziges Menschenkindlein,

Das kaum drei Zoll groß war.

Der Alte sah sich das Kind an und dachte,

Seit vielen Jahren schlage ich hier meinen Bambus.

Aber so etwas habe ich noch nie gefunden.

Er freute sich über den Fund,

Setzte das winzige Menschenkind auf seine Hand und nahm die gesammelten Bambusrohre in die andere Hand und kehrte so nach Hause zurück.

Dort rief er seine Frau herbei und erzählte ihr,

Dort im Bambus habe ich dieses kleine Mädchen gefunden.

Da freute sich auch die Frau über den seltsamen Fund.

Sie legten das kleine Wesen in ein Bambuskörbchen und zogen es auf.

Schnell wuchs es heran und schon nach drei Monaten hatte es die Größe gewöhnlicher Menschen bekommen.

Als das Mädchen erwachsen war,

Gab es keine andere,

Die man an Adel und Schönheit mit ihr hätte vergleichen können.

Und während die beiden Alten ihre Tochter mit großer Liebe und Sorgfalt bedachten,

Wurde das Gerücht von deren Schönheit bald im ganzen Lande bekannt.

Nicht lange danach ging der Alte wieder in den Bambushain,

Um Rohr zu schneiden.

Beim Spalten der gesammelten Rohre fand er diese mit Gold gefüllt.

Schnell trug er den Fund nach Hause und war so unverhofft zu einem reichen Manne geworden.

Anstelle der alten Hütte ließ er sich nun einen prächtigen Palast bauen und wohnte darin.

Zahlreiche Speicher mit Kostbarkeiten aller Art gefüllt umgaben das Haus.

Und eine vielköpfige Dienerschaft war bereit,

Die Wünsche der Bewohner zu erfüllen.

So ging es den Alten,

Seit dieses Kind zu ihnen gekommen war.

Alles ging nach Wunsch und sie umgaben es weiterhin mit aller nur erdenklichen Sorgfalt und Liebe.

Die Tochter erhielt bald von allen Seiten,

Von Fürsten,

Von großen Herren,

Briefe mit verliebten Inhalt zugesandt.

Als diese Briefe ohne Antwort blieben,

Verdoppelten die Schreiber ihren Eifer,

Ihr die Gefühle ihrer Herzen zu offenbaren.

Dem Ersten ließ das Mädchen nun sagen,

Fange den Donner,

Der den Himmel erschüttert,

Und bringe ihn mir.

Dann will ich dich erhören.

Dem Zweiten ließ sie sagen,

Irgendwo wächst die Zauberblume,

Hole sie und bring sie mir.

So will ich dich erhören.

Dem Dritten schickte sie die Nachricht,

Es soll eine Trommel geben,

Die dröhnt ganz von alleine,

Ohne geschlagen zu werden.

Suche diese und wenn ich ihren Ton höre,

Dann will ich auch dich erhören.

Mit ähnlichen Antworten fertigte sie all die anderen Bewerber ebenfalls ab.

Betört von der unvergleichlichen Schönheit des Mädchens,

Waren alle verliebten Männer bereit,

Ihren unerfüllbaren Wunsch nachzukommen.

Die einen befragten einen alten,

Weisen Mann,

Wo man diese Dinge bekommen könnte.

Andere fuhren hinaus aufs Meer,

Um in fremden Ländern danach zu suchen.

Wieder andere gingen in die Berge,

Um dort den gewünschten Gegenstand zu finden.

Jedoch keine Aufgabe des Mädchens konnte gelöst werden.

Indessen war der Ruf der Schönheit des Mädchens auch zu den Ohren des Kaisers gedrungen.

Der sagte,

Von allen Seiten höre ich,

Dass dieses Mädchen so unvergleichlich schön sein soll.

Ich will hinziehen und sie mir ansehen.

Und wenn ich sie wirklich so edel finde,

Wie man sagt,

Dann werde ich sie zu meiner Gemahlin machen.

Er trat die Reise sofort an und kam in Begleitung seiner Minister und seines ganzen Hofstaates zum Palast des Alten.

Dort sah der Kaiser,

Dass der Palast seinem eigenen an Pracht und Schönheit gleichkam.

Er ließ das Mädchen rufen,

Und als er es sah,

Fand er es wirklich von dieser unvergleichlichen Schönheit,

Die man ihm mit so vielen Worten gerühmt hatte.

Und er dachte bei sich,

All die anderen hatte sie nicht erhört,

Nur um meine Gemahlin zu werden.

Bald werde ich sie in meinen Palast führen,

Um sie zu meiner Gemahlin zu machen.

Deshalb fragte er sie,

Willst du nicht in meinen Palast kommen,

Um meine Gemahlin zu werden?

Da antwortete ihm das Mädchen,

Mit großer Freude würde ich deinen Wunsch erfüllen und gerne deine Gemahlin werden.

Doch ich bin kein menschliches Wesen.

Als der Kaiser nun bestürzt fragte,

Was bist du dann für ein Wesen?

Bist du eine Gottheit oder ein Dämon?

Gab sie zur Antwort,

Ich bin weder eine Gottheit noch ein Dämon.

Aber ich darf nicht hierbleiben,

In dieser Welt.

Bald wird man mich zum Himmel hinaufholen lassen.

Also gib deine Absicht auf,

Lieber Kaiser,

Und ziehe wieder an deinen Hof zurück.

Der Kaiser dachte bei sich,

Als er dies gehört hatte,

Was meint sie nur mit ihrer Rede?

Sicherlich hat sie mir nur deshalb erzählt,

Dass der Himmel sie holen wird,

Um einen Vorwand zu haben,

Meine Werbung auszuschlagen.

Während er sich aber noch solchen Gedanken hingab,

Kamen viele Wesen vom Himmel herab,

Die eine Sänfte mit sich führten.

Sie ließen das Mädchen die Sänfte besteigen und trugen es so dann zum Himmel empor.

Die Gestalt dieser himmlischen Boten aber glich nicht dem Aussehen der Menschen dieser Welt.

Der Kaiser dachte nun,

Als er sich alles noch mal vor Augen führte,

Ja,

Dieses Mädchen war sicherlich nicht von dieser Welt.

Er kehrte in seinen Palast zurück,

Und später erinnerte er sich noch oft ihrer.

Und jedes Mal,

Wenn er an sie dachte,

Erschien sie ihm in der Erinnerung,

Schöner als alle Menschenkinder der Welt.

Aber er erkannte,

Dass hier seine Machtgrenzen gesetzt waren,

Und übte sich in der Hinnahme dessen,

Was er nicht ändern konnte.

Niemand weiß,

Wer dieses Mädchen war.

Niemals fand man eine Erklärung dafür,

Warum sie in das Haus jenes Alten kam,

Um dort als dessen Tochter zu leben.

Den Menschen dieser Welt blieb dies alles unverständlich und seltsam.

Und genau so ist es manchmal.

Die beiden Alten aber lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Und wenn sie nicht gestorben sind,

So leben sie auch heute noch.

Und dir wünsche ich eine gute Nacht und schöne Träume.

4.7 (161)

Neueste Bewertungen

Regina

March 7, 2025

Danke für die schöne Geschichte ;) Die Meditation hat gut funktioniert. Ich bin wieder eingeschlafen..

Rebecca

September 8, 2024

Super zum Einschlafen

Katharina

April 2, 2024

Das

Ilo

October 11, 2023

Sehr hilfreich-

Klaus

March 25, 2023

Sehr angenehm, tief und… das Märchen hat mich tief getroffen

Linda

January 14, 2023

Wundervolle Geschichten und angenehme Erzählstimme

© 2026 Alexandra Matthes. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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