
Warum tust Du nicht, was Du fühlst?
„Es gibt nichts, was uns so sehr gefangen hält wie die Lügen, die wir uns selbst erzählen.“ Und das Gemeine ist: Wir merken es oft nicht einmal. Klingt hart, oder? Kann das wahr sein? Sehr wahrscheinlich. Sicher kennst Du auch so einen Moment: Tief in Dir weißt Du, was gut für Dich wäre - und tust trotzdem das Gegenteil. Du bleibst, obwohl Du gehen wolltest. Du funktionierst, obwohl Du längst müde bist. Du redest Dir etwas schön, das sich innerlich längst falsch anfühlt. Warum machen wir das? Weil unser Geist Harmonie liebt und Widerspruch hasst. Wenn Kopf, Herz und Handeln nicht zusammenpassen, entsteht kognitive Dissonanz – ein innerer Spannungsstress, den wir kaum aushalten.
Transkription
Es gibt kaum etwas,
Das uns so sehr gefangen hält,
Wie die Lügen,
Die wir uns selbst erzählen.
Und das Gemeine darin ist,
Wir merken das oft nicht einmal.
Klingt richtig hart,
Oder?
Kann das wahr sein?
Sehr wahrscheinlich ja.
Und ganz sicher kennst du auch so einen Moment.
Tief in dir weißt du,
Was gut für dich wäre und tust trotzdem genau das Gegenteil.
Du bleibst,
Obwohl du schon lange gehen wolltest.
Du funktionierst,
Obwohl du längst drüber bist.
Und du redest dir irgendwas schön,
Das sich innerlich ganz falsch anfühlt.
Warum machen wir sowas?
Weil unser Geist ein Harmoniestreber ist und weil er Widerspruch hasst.
Wenn Kopf und Herz und Handeln nicht zusammenpassen,
Dann entsteht kognitive Dissonanz,
So ein innerer Spannungsstress,
Den wir kaum aushalten können.
Und um uns zu beruhigen,
Greifen wir dann zu raffinierten Selbstschutzstrategien.
Rationalisierung zum Beispiel.
Wir erfinden sehr vernünftige Gründe,
Die sich richtig anhören,
Aber an unserer Wahrheit vollkommen vorbeigehen.
Projektion.
Wir bekämpfen im Außen,
Was wir im Inneren nicht fühlen wollen.
Und Introjektion.
Wir halten die Wahrheiten und Regeln anderer für unsere eigenen und machen sie zu unserer inneren Haltung,
Ohne sie zu hinterfragen.
In dieser Folge von Lieben,
Lieben,
Lassen zeige ich dir,
Wie diese psychischen Selbstbetrugsmechanismen funktionieren,
Warum sie uns so festhalten und wie du sie liebevoll und freundlich durchschauen kannst,
Um wieder klar zu spüren,
Was deine eigene Wahrheit ist.
Und du bekommst psychologisch fundierte Erklärungen,
Echte Klientengeschichten und handfeste Reflexionsfragen,
Die dich zurück zu deiner Selbstwirksamkeit bringen.
Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen bei Lieben,
Lieben,
Lassen,
Deinem Podcast für emotionales Wachstum,
Innere Klarheit und echte Verbundenheit in Beziehungen.
Ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach und heute geht's um eine unbequeme,
Aber befreiende Frage.
Was kostet es,
Dich an Geschichten festzuhalten,
Die du dir selbst erzählst und die nicht wahr für dich sind?
Und was kannst du gewinnen,
Wenn du sie loslässt?
Wir sprechen über kognitive Dissonanz,
Über Rationalisierung,
Projektion und Introjektion.
Sehr nüchterne psychologische Fachbegriffe,
Aber wenn du dahinter die Kulissen guckst,
Kannst du dein eigenes inneres Erleben in ein ganz neues Licht setzen.
Es sind nämlich oft Schutzmechanismen,
Um nicht fühlen zu müssen,
Was uns eigentlich innen längst klar ist.
Um nicht handeln zu müssen,
Wo es schon längst an der Zeit wäre,
Um keine Konsequenzen zu ziehen,
Obwohl die überfällig sind.
Denn es ist ja so,
Es ist leichter für uns etwas auszuhalten,
Das schwierig ist,
Als es zu verändern.
In dieser Folge schauen wir uns genau das an,
Wie wir uns selbst austricksen,
Um seelisch im Gleichgewicht zu bleiben,
Wo das auf Dauer hinführt und was passiert,
Wenn wir beginnen,
Diese eigenen Selbstbetrugsmechanismen zu durchschauen.
Na,
Hast du dir auch schon mal erzählt,
Dass eigentlich alles gut ist?
Zum Beispiel in einer Beziehung,
Obwohl es das schon lange nicht mehr für dich war?
Hast du dir erzählt,
Dass du jetzt stark sein musst und aushalten in deinem Job,
Obwohl du schon lange nicht mehr konntest und kurz vorm Burnout warst?
Oder war es vielleicht die Sache mit dem falschen Zeitpunkt,
Um doch nochmal neue Wege einzuschlagen in deinem Leben?
Mach dir nichts draus,
Wir haben uns alle schon Geschichten erzählt zur Selbstberuhigung und irgendwann,
Wenn wir sie nur oft genug wiederholt haben,
Glauben wir sie auch so sehr,
Dass wir sie für die Wahrheit halten.
Für unsere Wahrheit.
Doch tief in uns drin,
Da,
Wo der plappernde Verstand nicht hinkommt,
In unserem innersten,
Tiefsten Selbst,
Da spüren wir den Widerspruch.
Da,
Wo die innere Stimme wohnt,
Ist nämlich dieses kleine Unwohlsein,
Das uns zuflüstert,
Etwas stimmt hier nicht.
Und genau dort,
In diesem inneren Spannungsfeld,
Beginnt das,
Was Psychologen kognitive Dissonanz nennen.
Diesem Unbehagen zwischen dem,
Was wir denken,
Und dem,
Was wir innerlich wirklich fühlen oder innerlich auch wissen.
Zwischen dem,
Was wir eigentlich wollen,
Und dem,
Was wir schlussendlich tun.
Und weil wir diesen Widerspruch verschiedener Wahrheiten und Werte in uns kaum aushalten,
Finden wir Wege,
Ihn zu übertünchen,
Ihn zu überlagern.
Wir rationalisieren,
Wir projizieren,
Wir übernehmen Fremde,
Also äußere Positionen und Aussagen als unsere eigene Meinung an,
Und diese ganze Mogelpackung der Selbstberuhigung nennen wir dann auch noch »So bin ich eben«.
In dieser Folge geht's um vier psychologische Begriffe,
Die erklären,
Warum wir so oft gegen uns selbst handeln,
Warum wir bleiben,
Wo wir längst hätten gehen sollen,
Und warum wir manchmal Klarheit suchen,
Aber die Wahrheit fürchten.
Und vor allem,
Und das ist das Wichtige,
Wie du beginnen kannst,
Selbst ehrlicher zu dir zu sein,
Ohne Schuld,
Ohne Drama,
Aber vielleicht mit einer großen Portion Mut,
Deine eigene Wahrheit auszuhalten.
Okay,
Starten wir mit dem sperrigen Begriff der kognitiven Dissonanz,
Die wir andauernd erleben und die ziemlich Stress machen kann,
Wenn deine eigenen inneren Welten nicht zusammenpassen.
Stell dir mal vor,
Du schaust in den Spiegel,
Und dein Spiegelbild lächelt,
Obwohl du innerlich weinst.
So fühlt sich kognitive Dissonanz an.
Sie beschreibt den Zustand,
In dem unser Denken,
Fühlen und Handeln nicht im Einklang sind,
Wenn verschiedene Bestrebungen in dir in unterschiedliche Richtungen ziehen.
Zum Beispiel,
Wenn du glauben willst,
Ich verdiene Liebe,
Aber du bleibst in einer Beziehung,
In der du regelmäßig und immer,
Immer wieder verletzt wirst.
Oder wenn du weißt,
Dass dich dein Job krank macht,
Aber du bleibst,
Weil du ja gebraucht wirst.
Dieser innere Spannungsbogen,
Das unangenehme Ziehen zwischen Kopf und Herz,
Zwischen Wissen und Handeln,
Das ist wie ein inneres Gefängnis und das hält unser Gehirn kaum aus.
Der Sozialpsychologe Leon Festinger war es,
Der den Begriff kognitive Dissonanz 1957 geprägt hat,
Und er stellte fest,
Menschen sind bereit,
Fast alles zu tun,
Um diese Dissonanz zu vermeiden.
Und diese Vermeidung macht ja auch erstmal Sinn.
Wir haben dann weniger Widerspruch in uns und weniger Stress.
Klar,
Dass wir das gerne haben.
Aber,
Und das ist jetzt wirklich der wichtige Punkt,
Um diese Dissonanz in uns zu beruhigen,
Verändern wir nicht unbedingt unser Verhalten,
Sodass es zu unserer Wahrnehmung passt,
Sondern wir tricksen oft und passen lieber unsere Wahrnehmung an,
Damit sie zu dem passt,
Was wir tun oder nicht tun.
Das bedeutet,
Wir verbiegen im Ernstfall lieber unsere innere Wahrheit als unser Verhalten konsequent zu ändern.
Einfach,
Weil das der schwierigere Part ist,
Weil aushalten einfacher ist,
Als konsequent zu handeln.
Sophie ist eine Klientin und sie hat mir das gesagt,
Wörtlich.
Ich weiß,
Dass ich mich in dieser Beziehung total verliere,
Aber wenn ich jetzt gehe,
War alles umsonst.
Und genau das ist so ein Moment,
In dem Dissonanz beginnt,
Das Leben zu bestimmen.
Sophie ist dem sogenannten versunkenen Kostenirrtum Sankost Fallacy anheimgefallen.
Und jeder von uns kennt das.
Dabei sagen wir uns nämlich selbst,
Dass wir in eine Sache schon viel zu viel investiert haben,
Um jetzt aufzugeben und wir halten weiter fest.
Eine herrliche Form des Selbstbetruges,
Um Schmerz zu vermeiden.
Jedenfalls kurzfristig.
Langfristig wird es ein Riesendrama.
Und natürlich,
Man kann so gut verstehen,
Was Sophie da macht.
Aber geholfen hat es ihr nicht.
Weil die Wahrheit der Realität war die,
Dass diese Beziehung eine Vollkatastrophe war.
Mit vielen Verletzungen,
Mit Vertrauensbrüchen und alle Versuche waren gescheitert,
Es zu ändern.
Es waren nur noch Angst und Hoffnung,
Die sie festgehalten haben.
Die Liebe und das Vertrauen waren schon unter den Trümmern dieser ganzen Belastungen gestorben.
Und ein Teil von ihr wusste das und doch wollte sie ihre eigene Wahrheit nicht hören.
Weil das bedeutet hätte,
Zu gehen.
Konsequent sein zu müssen.
Selbst zu entscheiden.
Und davor hatte sie Angst.
Noch viel mehr Angst,
Als den ganzen Schmerz in der Beziehung zu halten,
So hat sie das in unserem Gespräch dann ganz ehrlich zugegeben.
Doch je länger wir so leben,
Desto mehr verlieren wir die Verbindung zu uns selbst.
Und vielleicht möchtest du,
Wenn du das jetzt hörst,
Vielleicht mal einen Moment innehalten,
Für eine kleine Selbstreflexion.
Frag dich doch mal,
Wann hast du denn zuletzt gespürt,
Dass etwas nicht stimmig war?
Du hast es praktisch innerlich gewusst,
Aber du wolltest es nicht hören und hast dich trotzdem ganz anders verhalten?
Diese Frage führt uns direkt zum nächsten Selbstschutzmechanismus,
Der meist sofort einsetzt,
Wenn die Dissonanz zu groß wird,
Die Rationalisierung.
Wenn wir uns selbst Geschichten erzählen.
Rationalisierung kannst du dir so vorstellen wie die innere PR-Abteilung unseres Egos.
Rationalisierung sorgt dafür,
Dass alles irgendwie logisch klingt,
Auch wenn es das gar nicht ist.
Sophie ist in der Beziehung geblieben,
Weil sie sich gesagt hat,
Er ist halt traumatisiert.
Ich kann ihn nicht alleine lassen.
Er meint das ja nicht so.
Das klingt mitfühlend.
Aber eigentlich,
Als wir tiefer geforscht haben,
War es im Grunde die Angst vor dem Alleinsein,
Die sie in der Beziehung gehalten hat.
Rationalisierung ist also sowas wie eine elegante Selbstlüge,
Die wir uns gerne glauben wollen.
Sie verwandelt emotionale Gründe,
Inneres tiefes Wissen,
Deine Intuition in scheinbar rationale Argumente,
Die logisch und schlüssig klingen.
Wir basteln uns damit einen Krückstock der Vernunft.
Wir sagen sowas wie,
Ich muss das erst noch klären oder ich bin halt loyal oder sie oder er meint das nicht so,
Wie bei Sophie,
Oder ich will ihr oder ihm noch eine Chance geben oder auch es wird sich sicher noch ändern.
Dabei ist es ganz oft so,
Dass das,
Was wir da angeblich klären wollen,
Doch längst in uns klar ist,
Wie bei Sophie.
Der Vater der Psychoanalyse,
Sigmund Freud,
Hat dafür ein schönes Wort geprägt.
Er nannte nämlich die Rationalisierung eine Schutzwand gegen das Unerträgliche.
Finde ich gut,
Denn tatsächlich,
Unser Verstand ist ein dermaßen brillanter Geschichtenerzähler,
Wenn es darum geht,
Unangenehme Gefühle in uns oder unsere mahnende innere Stimme abzumildern oder abzufedern oder gar zuzudecken.
Ich erinnere mich an Markus.
Markus arbeitete seit Jahren in einem Job,
Den er hasste.
Ein gut bezahlter Job in einer Bank.
Er kam am Montagmorgen schon mit Magenschmerzen ins Büro.
Er zählte die Stunden bis Freitag und eigentlich hat er nur von Urlaub zu Urlaub,
Von Wochenende zu Wochenende gelebt.
Ziemlich traurig.
Und trotzdem blieb er.
Er träumte davon,
Das hat er mir verraten,
Als Seiteneinsteiger Lehrer zu werden.
Und trotzdem blieb er,
Wo er war.
Und seine Geschichte,
Die er sich erzählte,
Die lautete so.
Ich habe hier Verantwortung.
Ich kann meine Kollegen nicht im Stich lassen.
Ich verdiene sehr gut.
Es ist sicher.
Woher soll ich denn wissen,
Dass ich als Lehrer zurechtkomme?
Es ist ja nur ein Wunsch.
Und natürlich,
Das klang sehr vernünftig.
Kann man so sehen.
Tat er aber innerlich gar nicht.
Hinter dieser scheinbaren Loyalität steckte eigentlich die pure Angst.
Angst vor Veränderung,
Angst vor Unsicherheit,
Angst,
Nicht gut genug zu sein.
Seine Rationalisierungsgeschichte war die Maske über einer viel tieferen intuitiven Wahrheit.
Ich traue mir selbst nicht.
Ich fühle mich ungenügend.
Sowas kennen wir alle,
Oder?
Und deshalb maße ich mir in solchen Situationen niemals ein Urteil an.
Und es macht auch keinen Sinn,
Wenn wir das erkennen und auf uns selbst herumhacken.
Nur wenn wir dabei bleiben,
Macht es den inneren Widerspruch nicht besser.
Dieses gegen seine eigene innere Wahrheit,
Seine Wünsche und Bedürfnisse zu leben,
Das hat dauerhafte Folgen.
Du bezahlst mit deiner Lebensfreude,
Du bezahlst mit deiner Selbstwirksamkeit,
Deiner Leichtigkeit und manchmal,
Und das ist echt bitter,
Auch mit deiner Gesundheit.
Ich glaube,
Ich habe auch schon mal im Podcast diese Geschichte von einer Klientin erzählt,
Die zu mir kam und sagte,
Ich glaube,
Ich habe Bore-out.
Bore-out ist,
Wenn man so von seiner Arbeit gelangweilt ist,
Wenn es dort so wenig Anspruch und Herausforderung gibt,
Dass man eigentlich nur die Zeit totschlägt.
Und dass man ermüdet und ausbrennt vor gähnender Langeweile.
Und diese Klientin arbeitete in der öffentlichen Verwaltung und sie hat mir gesagt,
Mein Job ist ein Sechser im Lotto.
Er ist sehr,
Sehr sicher und ich verdiene ein gutes Geld.
Aber ich bin schon Dienstagmittag mit meiner Arbeit für die Woche fertig und von da an langweile ich mich so,
So sehr,
Dass ich den ganzen Tag im Internet surfe.
Und ich habe schon Sonntagmorgen Angst,
Dass ich Montag wieder in diese Langeweile muss.
Ich habe mit meinem Chef darüber gesprochen und er hat gesagt,
Lass es dir nicht anmerken.
Das war wirklich ein harter Tobak,
Denn diese Frau war kurz vor einer Depression.
Und dennoch sagte sie,
Dieser Job ist wie ein Sechser im Lotto.
Das ist ein krasses Beispiel für die Symbiose von kognitiver Dissonanz und Rationalisierung.
Und das gibt es in so,
So vielen Varianten in allen Bereichen unseres Lebens.
Und deshalb,
Wenn du magst,
Hand aufs Herz.
Sei mal ganz ehrlich zu dir selbst.
Welche Geschichte erzählst du dir,
Um etwas zu behalten,
Was dir eigentlich nicht mehr gut tut?
Um nichts verändern zu müssen?
Welcher Argumentenschlacht fährst du auf,
Um deine eigene innere Wahrheit klein zu kriegen?
In der Liebe,
Im Job,
In deinem Leben generell?
Du darfst mir glauben,
Ich kenne alle Gründe,
Warum etwas nicht geht.
Ich habe sie mir alle selbst schon mal erzählt.
Und ich weiß genau,
Dass einen das schön,
Sicher in der Komfortzone des eigenen Lebens hält.
Da,
Wo es muffig ist und eng und unbequem,
Aber auch sicher.
Sicher heißt aus Sicht deines Nervensystems,
Egal ob es dir dabei gut geht,
Es ist vertraut.
Damit kennst du dich aus.
Also beobachte dich mal.
Ertappe dich,
Wie du dir Gründe erzählst,
Warum etwas nicht geht.
Schreib sie gerne auch auf.
Und dann drück sie nicht einfach weg,
Sondern schau sie dir mal an.
Und dann finde Gründe,
Warum es doch geht.
Gehen könnte.
Mindestens drei.
Und schreib die auch mal auf.
Was fühlst du dabei in dir?
Was hindert dich diesen Gründen,
Warum es doch gehen könnte,
Zu folgen?
Ich liebe dieses Tool,
Denn es hat mir sehr,
Sehr oft schon geholfen.
Als ich zum Beispiel mit Leben lieben lassen gestartet bin,
2011,
Da war so viel Freude und Begeisterung und wirklich Leidenschaft in mir.
Und ich wusste,
Mach das.
Das hat nämlich meine Intuition gesagt.
Es war ein ganz tief inneres,
Gefühltes Wissen.
Aber mein Verstand sagte,
Warum denn du?
Da gibt es doch noch viele andere.
Woher willst du wissen,
Dass das funktioniert?
Wer hat denn auf dich gewartet?
Das ist doch viel zu unsicher.
Na,
Kennst du diese Gründe,
Warum es nicht geht?
Und das waren meine Gründe,
Warum es doch geht.
Weil ich es wollte.
Weil ich es kann.
Weil ich es liebe.
Und weil es eine innere Ausrichtung in mir gab,
Die gesagt hat,
Yes.
Und warum denn nicht ich?
Also bin ich einfach losgelaufen,
Obwohl ich diese Unsicherheit hatte.
Und ich habe es versucht und ich würde es immer wieder so machen.
Ich bin einfach der Spur gefolgt.
Okay,
Wenn wir uns selbst Geschichten erzählen,
Dann erzählen wir manchmal auch über andere.
Und dann landen wir beim nächsten Mechanismus,
Der Projektion.
Wenn wir in anderen das sehen,
Was wir in uns selbst nicht haben wollen.
Die Projektion ist psychologisch betrachtet ein richtiger Geniestreich unseres Unterbewusstseins.
Projektion erlaubt uns nämlich,
Unsere eigenen verdrängten Gefühle und das,
Was wir nicht haben wollen in uns,
Auf andere zu übertragen,
Sodass wir es dann dort an ihnen bekämpfen können,
Ohne dass wir es in uns selbst fühlen müssen.
Es ist also wie der fehlgeleitete Versuch einer Lösung.
Ich erzähle dir ein Beispiel von Thomas,
Einem Klienten,
Der über seine Frau gesagt hat,
Sie ist so kontrollierend,
Sie will immer alles bestimmen,
Ich kann kaum atmen neben ihr.
Und er war überzeugt davon,
Dass sie das Problem dieser Beziehungsschwierigkeiten sei.
Aber je länger wir sprachen und je tiefer wir tauchten,
Desto klarer wurde,
Thomas hatte selbst panische Angst davor,
Die Kontrolle zu verlieren.
Es fiel ihm sehr schwer,
Sich auf etwas einzulassen,
Das er mal nicht selbst in der Hand hatte.
Und das hatte ganz tiefe innere Ursachen in Bezug auf seine Fähigkeit zu vertrauen,
Die wir zusammen auch forscht haben.
Aber das wusste er am Anfang noch nicht.
Wenn seine Frau also spontan etwas entschieden hat oder ihn mal überraschen wollte,
Dann zog sich in ihm alles zusammen und Thomas merkte wie Unruhe und ein riesengroßer Widerstand in ihm aufstiegen.
Und um dieses unangenehme Gefühl nicht spüren zu müssen,
Schob er es einfach nach außen,
Seiner Frau in die Schuhe.
Sein inneres Erleben lautete unbewusst.
Ich muss alles selbst bestimmen,
Sonst habe ich Angst,
Die Kontrolle zu verlieren.
Und sobald mal jemand anderes die Zügel in die Hand nimmt,
Halte ich das kaum aus.
Und daran ist sie schuld.
Und was er in ihr sah,
War im Grunde genommen sein eigenes ungeliebtes Gefühl,
Gespiegelt durch sie.
Das ist die Mechanik der Projektion.
Wir bekämpfen im Außen,
Was wir im Innen nicht fühlen wollen oder nicht wahrhaben wollen.
Oder was wir an uns selbst nicht mögen.
Wir lehnen im Anderen ab,
Was wir an uns selbst nicht ertragen.
Wir verurteilen das,
Was wir in uns selbst noch nie angeschaut haben.
Und so können wir jahrelang überzeugt sein,
Dass der andere sehr sehr schwierig ist,
Ohne zu merken,
Dass es auch auf etwas zeigt,
Das wir längst in uns tragen.
Wir projizieren alle.
Andauernd.
Und es ist manchmal gar nicht so leicht,
Sich da selbst auf die Schliche zu kommen.
Das Problem ist nur,
Projektion hält uns davon ab,
Uns selbst zu erkennen.
Denn solange nur der andere schuld ist,
Bleiben wir in dieser Illusion,
Selbst ohne Fehler zu sein.
Carl Gustav Jung hat dazu gesagt,
Alles,
Was uns an anderen irritiert,
Kann zu einem besseren Verständnis unserer Selbst führen.
Absolut so ist es.
Und Achtung,
Das heißt nicht,
Dass alles an Dir liegt.
Bitte verfallen nicht in dieses Schwarz-Weiß,
Entweder-Oder-Denken.
Es ist wichtig,
Die Dinge innerlich klar zu kriegen.
Was hat es mit den Anderen zu tun und was vielleicht mit uns selbst?
Und auch hier eine kleine Einladung zur Selbstreflexion.
Wen oder was verurteilst Du denn gerade?
Was lehnst Du ab?
Was stört Dich sehr?
Und was könnte diese Irritation über Dich erzählen?
Ist es vielleicht etwas,
Das Du an Dir selbst nicht siehst?
Oder,
Dass Du Dich nicht traust?
Oder,
Dass Du an Dir selbst nicht magst?
Mit welchem Teil von Dir selbst bringt Dich das in Kontakt?
Das zu untersuchen,
Ohne sich selbst dabei abzuwerten,
Kann sehr,
Sehr hilfreich sein.
Ein anderes Beispiel.
Wir waren alle schon mal auf weh neidisch,
Oder?
Ich weiß,
Das ist nicht schön,
Aber es ist menschlich.
Jeder kennt es.
Und wenn man sich dabei beobachtet,
Kann man das zu einer Art Forschungsprojekt machen.
Es ist nämlich eine wunderbare Einladung,
Sich selbst auf die Schliche zu kommen.
Wenn Du neidisch bist,
Auf das,
Was irgendjemand hat,
Was jemand darstellt,
Wie jemand aussieht oder was sie oder er tut,
Dann zeig das doch mit dem Finger auch in Deine Richtung.
Dieser Mensch,
Vielleicht auf Instagram,
Der so toll leuchtet und den Du nicht mal kennst und auf den Du glaubst,
Neidisch sein zu müssen,
Wird zur Projektionsfläche für Deine eigenen ungelebten Wünsche.
Und Dein Neid sagt etwas darüber aus.
Dass Du mit Dir unzufrieden bist vielleicht?
Dass Du Dich nicht traust,
In eine Richtung zu gehen,
In der die oder der andere unterwegs ist?
Ist nicht schlimm,
Aber was müsste denn passieren,
Damit Du zufriedener sein könntest mit Dir selbst?
Welchen klitzekleinen Schritt könntest Du heute dafür tun?
Wenn wir mit uns selbst halbwegs okay sind,
Da wo wir stehen,
Wenn wir das Gefühl haben,
Selbstwirksam zu sein,
Dann haben wir gar keinen Grund,
Auf andere neidisch zu sein.
Und dazu müssen wir nicht perfekt oder mega erfolgreich sein.
Der Neid hört sofort auf,
Wenn Du auf Deinem Weg unterwegs bist.
Denn das macht Dich mit jedem Schritt zufriedener.
Wir müssen dann auch nicht mal von glücklich reden.
Aber wer zufrieden ist,
Der kann auch anderen was gönnen.
Projektion ist wie ein Spiegel,
Den wir anderen vors Gesicht halten,
Ohne zu merken,
Dass wir selbst hineinschauen.
Und manchmal spiegeln wir nicht nur eigene,
Sondern auch fremde Anteile,
Vererbte Stimmen,
Die gar nicht unsere sind.
Und das führt uns zum letzten Fachbegriff,
Introjektion.
Wenn wir Meinungen und Stimmen und Werte anderer in uns aufgenommen haben und für unsere eigene Wahrheit halten.
Introjektion,
Auch so ein sperriges Wort,
Aber es bedeutet,
Wir haben etwas von außen geschluckt,
Ohne es zu verdauen.
Meinungen,
Werte,
Überzeugungen,
Die andere uns mitgegeben haben,
Eltern,
Lehrer,
Die Gesellschaft.
In meiner Arbeit erlebe ich oft Sätze wie Ich darf niemandem zur Last fallen.
Ich muss perfekt sein,
Sonst werde ich nicht gelebt.
Ich darf keine Fehler machen.
Wir alle haben unser eigenes Päckchen an finsteren Glaubenssätzen,
Aber das sind keine Wahrheiten,
Das sind Introjekte,
Verinnerlichte Botschaften,
Die wir übernommen haben,
Um geliebt zu sein oder dazu zu gehören.
Meistens stammen sie aus unserer Kindheit.
Manchmal sind es auch Schlussfolgerungen,
Die wir aus dem Verhalten unserer Bezugspersonen abgeleitet haben.
Nicht alles musste gesagt werden,
Denn auch Verhalten ist eine Form der Kommunikation.
Aber als Kinder,
Du weißt es,
Weil wir hier schon sehr oft darüber gesprochen haben,
Hatten wir gar keine Wahl.
Wir waren abhängig.
Wir brauchten Zugehörigkeit,
Also haben wir uns angepasst.
Bestmöglichst an die bestehenden Umstände.
Und diese Meinungen,
Ansichten und Erwartungen unserer Außenwelt,
Im Human Design nennen wir sie die äußeren Autoritäten,
Die wohnen dann heute sozusagen in unserem Verstand.
Wir haben sie implementiert und oft sind sie noch nicht mal hinterfragt worden und deswegen bemerken wir dann nicht,
Dass sie uns lenken.
Bedeutet,
Du brauchst also heute niemanden mehr,
Der dir sagt,
Du wirst es nie zu was bringen,
Denn wenn du das oft gehört hast,
Hast du diese Introjektion als eine Art inneren Kritiker nun in deinem eigenen Kopf und von dort aus droht er immer wieder mit dem inneren Zeigefinger.
Und wenn wir das ernst nehmen und für unsere eigene innere Stimme halten,
Bleiben wir das ewige verletzte Kind.
Das ist tragisch,
Wirklich.
Und ich sag auch nicht,
Dass es leicht ist,
Sich davon zu befreien,
Aber es ist möglich.
Und der erste Schritt ist wie immer das Bewusstwerden und Erkennen und sich selber verstehen.
Was wirkt da eigentlich in uns?
Und deswegen dürfen wir als Erwachsene heute prüfen.
Ist es wirklich meiner jetzigen Erfahrung nach wahr?
Oder lebe ich hier nach Regeln,
Nach Vorgaben,
Nach Erwartungen,
Die jemandem ganz anderem gehören und die ich versehentlich in mich aufgenommen habe?
Du kannst doch sagen,
Die in mir hinterlegt wurden?
Es gibt fast keine Klientin oder keinen Klient,
Den ich nicht schon mal gefragt habe.
Wo hast du das gelernt?
Und wer hat dir das beigebracht?
Denn wenn wir anfangen zu sortieren,
Was wir einfach übernommen haben von unseren Familien,
Von unseren Eltern,
Von Menschen,
Die einen Einfluss auf uns hatten,
Da gibt es meist eine Menge an Lebensregeln,
An Do's und Don'ts,
An Werten und Vorstellungen.
Und wenn wir mal sortieren,
Was wir tatsächlich selbst davon für uns gewählt haben,
Ist das der Anfang,
Unserer eigenen inneren Spur zu folgen und das loszulassen,
Was zu viel in uns ist oder was nicht zu uns gehört.
Julia,
Eine Klientin,
Hat in einer Sitzung erkannt,
Dass ihr permanenter Leistungsdruck,
Der sie ständig angetrieben hat,
Gar nicht der eigene war.
Julia arbeitete in einer großen Agentur,
Perfekt organisiert,
Hochkompetent,
Sehr angesehen,
Aber innerlich war sie ständig erschöpft,
Weil sie immerzu über ihre Grenzen ging.
Nach dem Motto ich bin nur,
Wenn ich leiste und funktioniere.
Und wenn sie mal nicht funktionierte,
Kam sofort dieser Gedanke,
Du darfst jetzt nicht schwach sein,
Reiß dich zusammen.
Und sie erzählte von ihrer Kindheit.
Ihr Vater war selten zu Hause,
Die Mutter hielt alles am Laufen.
Eine starke,
Disziplinierte Frau,
Wenig emotional.
Sie sagte oft Dinge wie,
Nur wer hart arbeitet,
Bringt es zu was.
Und Julias Mutter sprach schlecht über Menschen,
Die mal alle Fünfe gerade sein lassen konnten.
Das konnte sie nämlich nicht.
Julias Mutter war immer getrieben.
Und Julia,
Die hat alles gegeben,
Um die Liebe ihrer Mutter zu gewinnen.
Durch Leistung.
Ich muss etwas leisten,
Damit sie mich sieht,
Damit sie mich anerkennt und stolz auf mich ist.
Damit sie mich liebt.
Und dieser Satz wurde zu ihrem Lebensprinzip.
Und jahrzehntelang glaubte sie,
Es sei ihre eigene innere Stimme,
Ihre Überzeugung.
Sie ist doch eine Macherin und sie ist doch ehrgeizig.
Aber dann,
Als ihr Körper nicht mehr mitspielte,
Begann sie zu spüren,
Diese innere Antreiberin,
Die keine Gnade kannte,
Das war nicht sie.
Es war das Echo ihrer Mutter,
Das in ihr weiterhallte.
Und in dem Moment,
In dem Julia das begriffen hat,
Da kamen die Tränen.
Zu weinen,
Das erlaubte sich Julia sonst nie.
Und sie sagte,
Ich weiß gar nicht,
Wer ich bin,
Wenn ich nicht leiste.
Und genau da hat auch der Weg begonnen zu mehr Will und zu weniger Muss.
Zu der Frau,
Die heute Schritt für Schritt lernt,
Dass ihr Wert nicht durch die Leistung entsteht,
Sondern durch ihr Sein.
Und es heißt nicht,
Dass Julia heute nichts mehr leistet,
Aber,
Und das ist das Entscheidende,
Nicht mehr um jeden Preis.
Und sie hat auch kein schlechtes Gewissen mehr,
Wenn sie sich mal Pausen gönnt,
Wenn sie mal Verantwortung abgibt oder einfach mal das Leben genießt.
Work smarter,
Not harder.
Das ist heute ihr selbstgewähltes Motto.
Ja,
Und du?
Welche Stimmen in deinem Kopf gehören vielleicht gar nicht dir?
Welche Antreiber oder inneren Kritiker sind Introjekte von Menschen,
Die mal sehr,
Sehr wichtig für dich waren?
Wessen Worte oder Haltungen trägst du in dir herum und hältst sie für deine eigenen,
Obwohl sie doch längst für dich überholt sind?
Und was würde passieren,
Wenn du beginnst,
Ihnen nicht mehr zu glauben und deine eigenen Überzeugungen zu wählen,
Nach denen du dich ausrichten möchtest?
Das alles ist ein Prozess,
Aber der Weg zu dir selbst,
Der führt vom unbewussten Muster zur bewussten Wahl und Entscheidung und auch zum Erkennen deiner wirklich tieferen Motivation für das,
Was du heute tust oder nicht tust.
Kognitive Dissonanz,
Rationalisierung,
Projektion und Introjektion sind vier sehr schlaue,
Elegante Strategien unseres Verstandes,
Um uns vor Schmerz zu schützen,
Aber sie haben ihren Preis,
Sie trennen uns von uns selbst.
Und wenn du beginnst,
Das zu hinterfragen oder Schritt für Schritt zu erkennen,
Dann passiert etwas Wundervolles.
Dann durchschaust du dich und du verstehst dich besser.
Mit Mitgefühl,
Mit Freude,
Mit Forscherdrang,
Aber auch mit mehr Leichtigkeit und Lebendigkeit und nicht mehr mit dieser gnadenlosen Härte und Fremdbestimmtheit,
Denn aus der Bewusstheit,
Die nicht immer einfach ist,
Da wächst auch unsere Freiheit.
Selbsterkenntnis ist nämlich kein Urteil,
Sondern es ist eine Einladung,
Dich selbst wieder mehr zu fühlen,
Zu verstehen und zu wählen,
Was wirklich zu dir gehört,
Welche Art von Mensch du bist und du darfst dir deine eigene innere Wahrheit zurückholen.
Und ich wünsche dir das von ganzem Herzen.
Alles Liebe,
Deine Claudia
Treffen Sie Ihren Lehrer
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