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Vergeben, vergessen und verzeihen?

by Claudia Bechert-Möckel

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Meditation
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Über den gesunden Umgang mit emotionalem Schmerz und Kränkungen und die befreiende Kraft der selbstbestimmten Vergebung: Vergebung ist der Weg zur Heilung. Sicher hast Du davon auch schon gehört oder gelesen. Doch so einfach, wie das oft gesagt wird, ist es nicht. Warum falsch verstandene Vergebung Deinen Schmerz sogar verschlimmern kann und wie Du lernst, Deinen ganz eigenen, selbstbestimmten Weg des Loslassens und Vergebens zu finden, darum geht es in dieser Folge von „Leben Lieben Lassen“. Dazu gibt es einige wertvolle Selbstcoaching-Tools für Dich und eine angeleitete Vergebungsmeditation ab Minute 49,20s.

Transkription

Hallo zusammen,

Hier ist Claudia vom Leben lieben lassen Podcast.

Ich bin zurück im neuen Jahr mit einer neuen Podcastfolge,

Die ich eigentlich schon für den November geplant hatte.

Ich habe beschlossen,

Mir meine Verspätung großzügig zu vergeben und ich hoffe,

Ihr könnt das auch.

Denn das ist gleich schon der Sprung in unser Thema hinein.

Ich habe mir ja für diese Folge Nummer 32,

Wie du weißt,

Das Thema Vergebung vorgenommen.

Ein heißes Eisen,

Wie ich finde.

Etwas,

Das uns alle in irgendeiner Weise betrifft.

Warum ist Vergebung so wertvoll für unser Wohlbefinden und für unsere persönliche Entwicklung?

Müssen wir eigentlich alles und jedes verzeihen?

Und wie kannst du deinen ganz eigenen Weg finden,

Dir selbst und anderen zu vergeben?

Mit wertvollen Übungen und anschließender,

Angeleiteter Meditation.

Darum soll es kurz gefasst in dieser Ausgabe gehen und ich denke das ist ein sehr schönes Paket,

Mit dem man gut arbeiten kann.

Leben lieben lassen.

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Vergebung,

Also heute das Thema beim Leben lieben lassen Podcast.

Ich freue mich schon sehr lange auf dieses Thema,

Weil es mich selbst in meinem Leben immer wieder begleitet hat,

Eigentlich bis heute.

Und weil ich jeden Tag sehen kann,

Was für eine außerordentlich große Bedeutung diesem Thema zukommt,

Aber auch auf der anderen Seite,

Wie schwierig der Umgang damit sein kann.

Vergebung,

Das heißt verzeihen zu können und wenn man so will,

Geht es damit im erweiterten Sinne auch ums Loslassen.

Das Loslassen von altem Schmerz,

In dem wir feststecken,

Der in uns feststeckt und der uns hindert,

Leicht und frei und unbeschwert durch unser Leben zu gehen.

Ja,

Das ist Schmerz,

Der uns sogar krank machen kann.

Leid,

Das ist festhalten in altem Schmerz,

Sagt Debra Kshobra und ich finde das sehr gut auf den Punkt gebracht.

Manchmal kommt das Verzeihen auf leisen Sohlen angeschlichen.

Es passiert uns dann irgendwie einfach mit der Zeit.

Die angestauten Gefühle lösen sich auf,

Weil genug von dieser Zeit eben vergangen ist.

Häufiger aber,

Und darum soll es in meinem Podcast gehen,

Ist das Verzeihen und Vergeben als selbstbestimmter Akt.

Und wenn das gelingt,

Kann Vergebung wie eine Befreiung erlebt werden.

Das wird oft auch in der esoterischen und spirituellen Ratgeberszene und Literatur als einzig wahre Methode beschworen.

Wie ein Muss.

Du musst nur loslassen.

Du musst einfach verzeihen.

Und genau das ist der Punkt,

Der stört mich.

Denn darüber wird vergessen,

Dass falsch verstandene Vergebung auch sehr schädlich sein kann und unseren Schmerz vergrößert,

Anstatt ihn zu lindern.

Mir kommt da einfach zu kurz,

Dass wenn wir uns zu früh auf Vergebung als Pflicht stürzen,

Wir uns selbst überholen und übergehen und dass das niemals der Weg zur Heilung von alten Verletzungen sein kann,

Dass wir uns wieder selbst das gleiche antun.

Darum geht es also in meinem Podcast und ich stelle dir einen Weg vor,

Wie du die Annäherung an Vergebung und Verzeihung auf deinem eigenen,

Ganz,

Persönlichen Weg finden kannst,

Plus geführter Vergebungsmeditation im Anschluss an den Podcast.

In die Shownotes werde ich noch genau den Zeitpunkt einfügen schriftlich,

An welcher Stelle genau in dieser sehr langen Podcastfolge die Meditation beginnt,

Sodass du bei der Wiederholung nicht immer den ganzen Podcast von vorne hören musst.

Aber diese Vergebungsmeditation wirst du demnächst auch als Studioproduktion mit unterlegter Musik in einer 30-Minuten-Version zum Download in meinem Audioshop auf Leben lieben lassen finden.

Okay,

Wir alle werden in unserem Leben irgendwann verletzt.

Da kommt wirklich niemand drum rum.

Wir erfahren in unserem Leben Leid und Schmerz.

Wir werden gekränkt,

Abgewiesen,

Manchmal gedemütigt,

Kleingemacht,

Verstoßen,

Kritisiert oder einfach im Stich gelassen.

Und es spielt dabei nicht wirklich eine Rolle,

Ob das absichtlich oder unbewusst passiert,

Ob wir uns selbst in die Opferhäule hineinbegeben oder von anderen dort hineingestoßen werden.

Das Leid,

Nämlich die Kränkung,

Die Verletzung,

Die wir spüren,

Hält uns gefangen und nimmt Raum in uns ein.

Du weißt sicher ganz genau,

Was ich meine,

Weil es wahrscheinlich auch in dir dunkle Ecken und verschlossene Räume gibt,

In denen unverzeihliche Kränkungen und alte schmerzliche Gefühle und Erinnerungen eingesperrt sind,

Die du am allerliebsten loswerden möchtest,

Die aber fest in dir verhaftet sind und dich bewusst oder unbewusst belasten.

Im Grunde gibt es zwei Wege,

Mit Kränkungen und emotionalen und seelischen Verletzungen umzugehen.

Verdrängung oder Abspaltung,

Das ist ein häufiger Versuch,

Diese schmerzhaften Erinnerungen oder inneren Konflikte loszuwerden,

Besonders wenn wir damit vollkommen überfordert sind.

Gerade bei emotionalen und seelischen Verletzungen oder überwältigenden Ängsten im Kindesalter ist das sehr häufig der Fall.

Was uns gefühlsmäßig überfordert,

Wird unterdrückt,

Weggedrückt,

Irgendwohin verbannt in die hinterste Ecke unseres Seins und die Tür dorthin wird quasi zugesperrt.

Dann ist nämlich vordergründig alles okay und wir spüren den Schmerz nicht so stark.

Damit können wir weitermachen,

Aber der Schmerz ist trotzdem da und er wirkt als Seelenmüll,

Weiter toxisch und oft auch selbstdestruktiv,

Weil er,

Wenn er abgespalten oder verdrängt wird,

Nicht verarbeitet werden kann.

Meinen Klienten male ich immer das Bild von einem See auf.

Oberhalb der Wasseroberfläche ist der bewusste Teil unseres Selbst.

Unter Wasser,

Das ist der unbewusste Teil.

Am Boden des Sees wachsen Schlingpflanzen.

Das sind die genannten unbewältigten Konflikte,

Emotionalen Verletzungen,

Unverarbeitetes Leid oder alte Kränkungen.

Von diesen Schlingpflanzen steigen beim Verfaulen giftige Gase auf und ploppen an der Wasseroberfläche auf.

Das sind die negativen Gefühle.

Angst,

Schmerz,

Wut,

Hilflosigkeit und Unmacht,

Die aus dem Unbewussten kommen und die uns darauf hinweisen,

Dass unbewältigte Erfahrungen am Grunde unseres Seins darauf warten,

Dass wir uns ihnen zuwenden,

Sie verarbeiten,

Verstehen,

Auflösen.

Die aufsteigenden giftigen Gase werden also integriert,

Wir gehen den Gefühlen auf den Grund,

Lösen die Konflikte oder finden einen Weg damit umzugehen.

Es sind dann immer noch schwierige Erfahrungen,

Ohne Frage,

Aber sie sind nicht mehr giftig.

Sie sind Teil unseres Lebens.

Das ist der gesunde Weg,

Die Integration,

Um mit schwierigen Themen umzugehen.

Wenn wir aber,

Was sehr häufig passiert,

Auf die aufploppenden giftigen Gase einen Deckel drücken,

Weil wir die negativen Gefühle nicht spüren oder aushalten wollen,

Dann unterdrücken wir sie einfach und es ist alles prima an der Bewusstseinsoberfläche.

Kurzfristig und oberflächlich schon.

Aber langfristig ist eben dieses Bild der Verdrängung ein riesen Problem.

Unter dem Deckel,

Den man mit Kraft drücken muss,

Steigt der Druck an.

Die giftigen Gase können nicht entweichen.

Demzufolge brauche ich immer mehr Kraft,

Um den Deckel auf die giftige,

Brodelnde Mischung draufzudrücken,

Um ja nichts spüren zu müssen.

Der Druck steigt also unter meinem Deckel und irgendwann sucht sich der ganze angestaute toxische Gefühlsdruck einen Kanal.

Das kann ein nervlicher Zusammenbruch sein,

Ein körperliches Symptom,

Sogar eine Krankheit.

Oder aber,

Mir fliegt mein ganzes Leben sprichwörtlich um die Ohren infolge der eruptiven Entladung.

Was ich damit sagen will ist,

Negative Gefühle,

Alte Verletzungen,

Unverarbeitete Konflikte,

Die gehen nicht einfach weg,

Wenn wir sie unterdrücken oder verdrängen oder abspalten.

Wir spüren sie dann nicht,

Das mag sein,

Aber sie stecken ja trotzdem in uns fest und sie wirken leider auf lange Sicht destruktiv gegen uns selbst oder sie ploppen später im Leben immer und immer wieder auf,

Wenn wir sie gar nicht brauchen können,

Weil sie eben nicht integriert und verarbeitet wurden.

So schleppen wir das alte Leid immer weiter durchs Leben,

Wie in einem Rucksack,

Der uns furchtbar belastet,

Und es lässt uns nicht los,

Weil wir es nicht loslassen können,

Weil wir also den Rucksack nicht abstellen.

So hängen wir quasi in der Vergangenheit fest und die alten Verletzungen verlieren nichts von ihrer Toxizität.

Ein offensiverer,

Proaktiver Weg im Umgang mit emotionalen Verletzungen und Kränkungen,

Altem Leid,

Das ist die Vergebung.

Das Loslassen der alten Verletzungen durch bewusstes Verzeihen,

Indem wir die Menschen,

Die uns wehgetan haben,

Aus ihrer Schuld entlassen und so weit es möglich ist,

Uns selbst davon entlasten.

Wir lassen dann los.

Jemanden,

Etwas oder die Bedeutung dessen.

Wir entscheiden uns dabei ganz bewusst,

Das zu tun.

Es ist ein Akt der Selbstbestimmtheit,

Für den wir allerdings einen Preis zahlen,

Das darf man nicht vergessen.

Denn vergeben wir jemandem,

Verzichten wir ja auch ganz bewusst auf Wiedergutmachung,

Auf Rache oder Sühne.

Stattdessen entscheiden wir uns für Frieden,

In uns selbst.

Es geht also bei der bewussten,

Aktiven Vergebung nicht in erster Linie um den jeweils anderen.

Es geht vor allem oder eigentlich nur um uns selbst und um das,

Was wir für unser Seelenheil tun können.

Das bedingt aber,

Und es wird häufig verschwiegen,

Dass wir uns unserem Leid erst einmal stellen müssen,

Uns ihm zuwenden.

Und das kann richtig Angst machen.

Ich weiß das sehr genau und ich kenne auch sehr gut die Angst,

Sich seinen eigenen inneren Monstern zu stellen.

Zu groß ist die Versuchung,

Sie weiter im Dunkeln zu lassen.

Zu groß die Angst,

Sehr Schwieriges ans Licht zu befördern.

Ist es nicht besser,

Wenn ich einfach nicht mehr dran denke?

Fragte mich mal eine Klientin.

Also,

Ich werde niemanden zwingen,

Seine Verdrängungsmechanismen aufzugeben.

Das ist für mich vollkommen in Ordnung.

Allerdings nur,

Wenn man bereit ist,

Auch weiterhin den Preis eben dieser Verdrängung zu bezahlen,

Dass uns nämlich die alten Monster weiter jagen und sich in jeder neuen Situation unseres Lebens wiederzeigen können,

Um uns zu quälen.

Wenn man diesen Preis in Kauf nimmt,

Ist es völlig in Ordnung.

Was du nur dabei wissen musstest,

Du bleibst im Kampf.

Vergebung aber bedeutet aufhören zu kämpfen.

Kämpfen gegen alte innere Dämonen,

Kämpfen gegen das Unrecht der Vergangenheit,

Gegen etwas,

Das wir ja nicht mehr ändern können.

Denn diese Vergangenheit,

Sie ist sowas von vorbei.

Zu vergeben bedeutet daher auch,

Sich einer Last zu entledigen und seine Kraft wiederzufinden.

Den Rucksack abzustellen,

Innere Freiheit zu erlangen oder eben wieder zu erlangen.

Mit der Akzeptanz des Geschehenen und dem Verzicht auf beispielsweise ein Schuldanerkenntnis des Anderen bedeutet etwas zu vergeben auch,

Dass wir die Opferrolle hinter uns lassen und Gestalter unseres Lebens werden.

Ich sag's gerne noch mal,

Solange wir gegen jemanden oder etwas kämpfen,

Verlieren wir Energie.

Wir bleiben verhaftet,

Geben den Menschen,

Die uns quälen,

Energie und wir geben ihnen Macht über uns.

Wir bleiben Gefangene der eigenen Gefühle,

Opfer der Vergangenheit und der Menschen,

Die uns das angetan haben.

Sich das klarzumachen ist nicht ganz einfach,

Aber ein sehr wertvoller Schritt nach vorn.

Jemandem zu vergeben ist eine Entscheidung,

Die uns Macht zurückgibt und uns damit auch dem Zustand von innerem Frieden näher bringt.

Und ich weiß nicht,

Wie es dir geht,

Aber der innere Frieden,

Das ist,

Soweit ich weiß,

Ein wichtiges Ziel fast jedes Menschen.

Die wohl häufigste Ursache für Probleme,

Ängste und Krankheiten sind Grollgefühle,

Also Ärger.

Je länger wir sie mit uns herumtragen,

Werden sie zur zunehmenden Belastung.

Und dieser Groll,

Der wird dann zuerst auf andere Menschen übertragen,

Die oftmals mit dem eigentlichen Problem gar nichts zu tun haben.

Das kann ja so weit gehen,

Dass Auseinandersetzungen mit Vater oder Mutter in verschiedensten Beziehungen zu Problemen führen,

Zum Beispiel mit deinen Freunden,

Weil jedes Problem früher oder später nach Klärung verlangt.

Das ist die Dynamik des Lebens.

Und das Schöne ist auch,

Für eine Vergebungsarbeit müssen gar keine anderen Personen anwesend sein.

Wir können das ganz allein mit uns machen.

Denn wie ich es vorhin schon gesagt habe,

Vergebung findet in unserem eigenen Geist statt,

Nirgends sonst.

Wir brauchen dazu das Gegenüber nicht.

Solange etwas nicht vergeben ist,

Hängt an uns so eine Art dunkle,

Beschwerende Energie.

So,

Und nach diesem theoretischen Teil kommt hier meine Übung Nummer 1.

Am besten du notierst dir den folgenden Satz und verwendest ihn bewusst immer wieder als Ritual bei deiner regelmäßigen Meditation oder auch als alleinstehende Übung.

Setze dich bequem hin,

Schließe deine Augen und atme jetzt einmal tief ein.

Und wieder aus.

Spreche mir in Gedanken folgendes nach.

Ich bin bereit zu vergeben,

So wie es mir in diesem Moment möglich ist.

Mir selbst und anderen zu vergeben,

Befreit mich von der Last der Vergangenheit.

Vergebung ist die Antwort auf fast alle Probleme.

Ich vergebe und schenke mir damit die Freiheit.

Spüre in dich hinein,

Wie sich diese Haltung in dir anfühlt und mach dich mit dieser Haltung deiner inneren Größe vertraut.

Du bist nicht das Opfer,

Sondern der Gestalter in deinem Leben.

Atme nun wieder tief ein und aus und öffne deine Augen.

Es geht also bei der Vergebung weniger um einen Akt großherziger Menschlichkeit,

Es geht um unser eigenes Wohlbefinden.

Eine Tatsache,

Die mir irgendwann bei meinem eigenen Vergebungsprozess bewusst wurde und die mir sehr beim Loslassen geholfen hat,

Ist diese.

Wenn wir Wut und Hass hegen gegen jemanden,

Dann sind ja Wut und Hass auch in uns.

Wir halten an der Beziehung zu unserem Peiniger fest,

Ohne dass wir das wollen.

Wir bleiben ausgeliefert,

Weil wir in den Gefühlen steckenbleiben.

Vergebung bedeutet deshalb auch,

Eine leidvolle Beziehung zu lösen,

Anstatt an dem alten,

Belastenden Müll festzuhalten.

Die Haltung ist,

Ich bestimme,

Wie groß die Bedeutung dieser Sache heute noch für mich sein soll.

So,

Nun habe ich genug von den wunderbaren Seiten der Vergebung gesprochen.

Und ich habe es ja schon Eingang gesagt,

So toll diese Sache mit der Vergebung ist,

Hat sie eben auch eine andere Seite,

Einen Haken,

Ein fettes Aber.

Denn Vergebung wird nach meiner Meinung häufig total falsch verstanden.

Ich erlebe,

Dass Menschen glauben,

Vergeben zu müssen,

Um jeden Preis,

Weil man das so macht,

Weil es im Buche steht,

Weil es irgendein Guru gesagt hat,

Weil es der Weg Buddhas ist.

Diese Menschen zwingen sich dann in einer Pflichtübung zur Vergebung,

Ohne den inneren Prozess des freiwilligen Loslassens abgeschlossen zu haben.

Ehrlich,

Wenn du das kannst,

So aus dem Stand,

Einfach zu vergeben und es ist wirklich innerlich wahr,

Dann zeig mir,

Wie das geht,

Dann will ich das auch.

Aber solange das nicht so ist,

Bin ich nicht wie Buddha,

Sondern wie ein ganz normaler Mensch.

Deswegen darf ich mir für meinen Prozess so viel Zeit nehmen,

Wie ich brauche.

Ich darf mich verirren und einen neuen Anlauf nehmen.

Ich habe die Absicht,

Den Weg der Vergebung zu wählen,

Weil ich verstanden habe,

Dass mich alles andere zerstört.

Aber wie ich da hinkomme,

Das ist meine und auch deine ganz persönliche Sache.

Und selbst wenn du nicht vergeben möchtest,

Ist das vollkommen in Ordnung.

Weil du es vielleicht noch nicht kannst,

Weil es sich noch nicht so anfühlt.

Und ich möchte dich auch zu dieser Selbstermächtigung anregen.

Hört einfach auf mit dem Perfektionsstreben in welcher Hinsicht auch immer,

Denn es vergrößert das Problem,

Wenn du innerlich noch nicht so weit bist.

Die negativen,

Selbstzerstörerischen Gefühle,

Die mit einer früheren Kränkung,

Irgendeiner Verletzung,

Irgendeinem Leid verbunden sind,

Die bleiben nämlich einfach quasi stecken,

Wenn du dir sofort die Vergebung überstülpst,

Wie einen Hut,

Der dir gar nicht passt.

Deine Schmerzen,

Die du so lange unterdrückt hast,

Werden wieder übergangen,

Dürfen nicht da sein.

Menschen,

Die fremdbestimmt,

So nenne ich das,

Vergeben,

Weil sie müssen,

Übergehen sich wieder selbst.

Genauso wie sie es gelernt haben und wie es früher mit ihnen gemacht wurde.

Zu wissen,

Dass Vergebung der Weg der Befreiung ist,

Das findet im Kopf statt.

Es ist eine Absicht,

Eine Erkenntnis,

Die auch gut ist.

Und ich stelle mir das immer vor wie ein Leitstern am Himmel.

Da will ich hin.

Aber der Weg dahin,

Der ist ganz individuell und sehr verschieden.

Und er hat Sackgassen,

Er hat Stolpersteine.

Wir kennen ihn nicht,

Wir müssen ihn ja erst ausprobieren.

Und wir brauchen diesen Erfahrungsprozess,

Damit die Vergebung ihre befreiende Wirkung wirklich entfalten kann und keine emotionale Vergewaltigung daraus wird.

Ich weiß,

Das ist ein hartes Wort,

Aber so sehe ich das,

Wenn jemand seine eigenen Gefühle übertrampelt.

Sich mit den eigenen Gefühlen auseinander zu setzen,

Sie mal da sein zu lassen,

Sie mal hochkommen zu lassen,

Das ist anstrengend.

Ich weiß,

Aber es ist die Voraussetzung dafür,

Dass sie uns auch mal wirklich verlassen können.

Gefühle wollen gesehen werden,

Dann gehen sie auch wieder,

Sie bleiben nicht ewig.

Wahrhaftiges Verzeihen kann nur gelingen,

Wenn es aus einem Selbst herauskommt und wenn man so weit ist,

Also bereit dafür ist.

Eine Klientin zum Beispiel wurde als Kind von ihrem Onkel sexuell missbraucht.

Es wurde nie darüber gesprochen.

Niemand wollte das auch später gewusst haben.

Sie selbst hat nie mit jemandem darüber gesprochen.

Schweigen in der Familie war sozusagen ein Dogma.

Wie schrecklich einsam muss sie sich mit ihrem Leid gefühlt haben.

Und als sie es Jahre später als Erwachsene doch anzeigen wollte,

Redete er die Familie ein,

Sie solle doch vergeben.

Es sei doch schon so lange her und wem sollte es denn nützen,

So viel Staub aufzuwirbeln.

Die Klientin fügte sich und machte keine Anzeige.

Das ist nicht wirklich Verzeihen.

Das ist Zwang.

Denn eine wirkliche Vergebung kann ja nur,

Wie schon gesagt,

Freiwillig geschehen und indem der Vergebung ein innerer Prozess vorausgeht.

Ein Zulassen der alten leidvollen Gefühle,

Sogar wenn es Hass,

Trauer oder Wut sind.

Erst dann kann Vergebung als Möglichkeit überhaupt erstmal im Raum sein.

Sonst ist es eigentlich genauso wie ein Pferd von hinten aufzuzäumen.

Es gleicht einer neuerlichen Kränkung,

Diesmal aber von sich selbst.

Man kann es also nicht oft genug sagen.

Verzeihen ist keine Abkürzung in der Verarbeitung dessen,

Was uns an Schlimmem im Leben passiert ist.

Verzeihen ist eine Folge der Verarbeitung des Leids des Ursprünglichen.

Aber es ist keine Verpflichtung,

Um ein guter Mensch zu sein oder alles richtig zu machen.

Außerdem,

Und auch das ist seine Schattenseite,

Kann so eine Vergebung oder eben das Verzeihen auch trügerisch sein.

Gerade in der Familie ist das sehr häufig der Fall,

Wo man mitunter schwer die Spannung inaushalten kann,

Sich quasi so harmoniebedürftig verhält,

Dass man so tut,

Als wäre nichts.

Obwohl unter der Decke sehr viele ungelöste Konflikte in fast allen Familien vorhanden sind.

Aber die Verlustangst der engen familiären Bindung verleitet einen manchmal dazu,

Verzeihen zu müssen,

Obwohl man im Herzen nicht wirklich vergeben hat.

Und damit kommen wir zu einem nächsten wichtigen Punkt.

Vergebung bedeutet nicht Versöhnung.

Jemandem zu vergeben heißt nicht,

Dass du diesen Mensch jetzt magst.

Nicht zwanghaft,

Ja.

Deine Zeit mit ihm teilen musst oder eine Beziehung zu ihm hast.

Vergeben ist lediglich das Lösen einer leidvollen Beziehung,

Also einer alten Verknüpfung.

Du lässt los,

Den Menschen,

Die Sache,

Den Schmerz,

So gut es dir möglich ist.

Was nicht zwingend heißt,

Du lässt dich auf diesen Mensch ein oder du magst ihn.

Wie gelingt also die Vergebung oder das Verzeihen auf deinem ganz eigenen Weg?

Als erstes,

Sag Ja zu deinen wirklichen Gefühlen,

Auch wenn sie sich unangenehm anfühlen,

Denn sie sind ja schon in dir drin.

Sie wollen gesehen werden und sie brauchen endlich Anerkennung.

Anerkennung heißt nicht,

Du musst sie gut finden.

Anerkennung heißt,

Du hast die Bereitschaft,

Diese Gefühle wahrzunehmen.

Denn gerade in familiär schwierigen Situationen hat man als Opfer,

Also als Kind,

Meistens zwei Probleme.

Das eine ist,

Dass man als Kind nicht weg kann.

Egal was passiert,

Man ist abhängig und man muss aushalten,

Was einem passiert.

Das andere aber ist,

Dass man die zum Leid oder zur leidvollen Erfahrung gehörenden Gefühle,

Die daraus resultieren,

Also Wut,

Enttäuschung,

Frust,

Nicht zeigen kann.

Die Gefühle müssen unterdrückt werden,

Weil ja sonst alles noch schlimmer wird und wenn das so bleibt,

Also dass die passenden Gefühle zum Erleben unterdrückt werden,

Wirken eben diese verdrängten Gefühle irgendwann selbstdestruktiv gegen uns.

Die suchen sich ganz einfach einen Kanal.

Deswegen ist es so wichtig,

Sich ihnen zu stellen.

Es bedeutet auch nicht,

Sie irgendwie groß zu machen oder hervorzuzerren.

Es bedeutet nur,

Sie zu akzeptieren,

Dass sie da sind.

Die folgende Übung kann dabei sehr hilfreich sein.

Schreibt ihr das am besten auf.

Ja,

Ich habe allen Grund über XY,

Da fügst du den Namen der betreffenden Person ein,

Ärgerlich zu sein.

Es war nicht okay,

Wie er oder sie sich verhalten hat.

Ich finde es nicht gut und es hat mich verletzt.

Und es ist okay und ganz normal,

Dass ich ärgere,

Wut,

Ohnmacht,

Hilflosigkeit,

Was immer deine Gefühle sind,

Schreibe es dahin,

Empfinde.

Auf diese Weise kannst du beginnen,

Deinen ganz individuellen Vergebungsprozess zu starten.

Schreibe dir das für jede Person auf,

Von der du glaubst,

Dass dich eine alte Kränkung noch immer mit ihr verbindet.

Und habe keine Angst,

Du tust mit dieser Übung niemandem etwas an.

In dieser Übung geht es nur um dich.

Du tust es auch nur für dich.

Niemand muss davon erfahren.

Diese wenigen Sätze aufzuschreiben,

Ist eigentlich wie sich eine Erlaubnis zu geben.

Man gibt sich selbst gegenüber zu,

Dass einen ein bestimmter Mensch sehr verletzt hat und welche verletzenden Gefühle dabei entstanden sind.

Die Dokumentation der alten Kränkung kann auch sehr viel direkter ausfallen,

Zum Beispiel so.

Ja,

Ich habe allen Grund,

Auf dich,

XY,

Wütend zu sein.

Du hast mich geschlagen,

Hast mir unendliche Angst gemacht,

Hast mir das Gefühl gegeben,

Nicht richtig zu sein und nicht lebenswert.

Das war nicht okay und sehr übergriffig von dir.

Deswegen erlaube ich mir jetzt die Gefühle von Wut,

Enttäuschung,

Trauer,

Ohnmacht nachträglich.

Und ich gebe ihnen Raum,

Damit ich sie irgendwann loslassen kann.

Ich bin jetzt bereit,

Sie zu spüren.

Ich bin auf meiner Seite.

Ich trete für mich ein.

Manchmal können die dabei entstehenden Gefühle sehr stark sein.

Vielleicht musst du auch weinen,

Wenn du diese Gefühle zulässt.

Mit jemandem reden,

Vielleicht musst du dir selbst das auch eine ganze Weile erlauben,

Also dir Zeit lassen,

Dass diese Gefühle jetzt da sind.

Gefühle bleiben nicht ewig.

Sie kommen wie eine Welle und sie gehen auch wieder,

Wenn wir sie einmal da sein lassen.

Und hab keine Angst.

Alles,

Was da raus will,

Ist bereits in dir.

Nur war es eben unterdrückt.

Durch die Präsenz,

Also das Da-Sein-Lassen,

Spürst du deine Gefühle,

Aber sie waren die ganze Zeit da.

Nur eben nicht an deiner Bewusstseinsoberfläche.

Schritt 2 ist,

Die Absicht zu vergeben und zwar so,

Wie es dir,

Das ist mir sehr wichtig,

In diesem Moment möglich ist.

Vergebung ist eine Entscheidung,

Aber es ist auch ein Prozess.

Es dauert,

Solange es dauert.

Wenn du selbstversorglich mit dir bist,

Bedeutet auch der Vergebungsprozess,

Achtsam und liebevoll mit dir selbst zu sein.

Er bedeutet auch,

Die eigenen Gefühle so anzunehmen,

Wie sie sind und sich dabei Zeit zu lassen.

Es hilft auch,

Darüber zu lesen.

Beschäftige dich mit allem,

Was du dazu findest,

Lesen kannst,

Hören kannst und baue dir so deinen ganz eigenen Umgang mit deinem Leid,

Deiner Verletzung,

Die du damit herumträgst und die dich belastet.

Ich nenne das das Supermarktprinzip und das geht so.

Schau dir alles an,

Was du findest.

Lese Bücher,

Höre Podcasts,

Lese Blogs,

Spreche mit anderen.

Drehe und wende alles,

Was du dabei erfährst,

Hin und her und lege nur das in deinen Warenkorb,

Was auch wirklich zu dir passt.

Den Rest legst du einfach wieder ins Regal zurück.

Du bist der einzige Mensch,

Der in deinem Leben zu Hause ist,

Deswegen bist du auch der Experte dafür.

Selbst,

Wenn du ein Problem hast,

Du bist nicht das Problem.

Du hast eins,

Ja,

Damit kannst du etwas machen,

Aber eben von innen nach außen,

Also aus dir selbst heraus und nicht von außen nach innen,

Also umgekehrt.

Das gilt natürlich auch für mich.

Niemand hat das Recht,

Dir vorzuschreiben,

Wie du damit umgehen sollst,

Ob und wann du vergeben kannst oder möchtest.

Niemand ist in deinen Schuhen.

Und ja,

Vielleicht kannst du nie vergeben,

Auch das gibt es.

Ich selbst kann meinem Vater oder auch im erweiterten Sinne meinen Eltern bis heute nicht alles vergeben,

Was mir in meinen Kinderjahren passiert ist.

Es beeinflusst mein Leben bis heute.

Und ja,

Ich trauere heute manchmal noch um dieses,

Wie ich es nenne,

Verlorene Paradies meiner Kindheit.

Das Zuhause unserer Kindheit soll ja eben eine emotional sichere Bindung sein.

Ein,

Ich liebe dich,

Mein Kind,

So wie du bist,

Ja,

In der Haltung.

Du bist wertvoll,

Einfach weil du da bist,

So wie du bist.

Und wenn wir diese emotional sichere Anbindung nicht hatten,

Dann beeinflusst uns diese Unsicherheit oft unser ganzes Leben lang und wir suchen immer weiter nach diesem Ideal,

Das eigentlich nie so wieder vorkommt wie in unseren Kinderjahren.

Schon gar nicht in Paarbeziehungen,

Denn die werden durch solche Wünsche überfrachtet.

Aber das ist ein anderes Thema,

Die Bindungstheorie,

Auf die ich vielleicht in einer anderen Leben lieben lassen Folge eingehe.

Und wieder zurück zu meinem eigenen Vergebungsprozess.

Meine wirklich schon jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem Geschehen meiner Kindheit,

Meinem unverarbeiteten Leid,

Die innere Integration der Erfahrungen,

Das dabei entstandene Verständnis für mein So-Sein und auch meine eigene Geschichte,

Mein Leid und das Anerkennen der Gefühle und nicht zu vergessen,

Das Erlernen neuer Lebensstrategien,

Erlaubender innerer Haltungen und vieles mehr hat mich auf meinen Weg zu mir selbst gebracht.

Und auf diesem Weg erst war es mir möglich,

Auch meinen Eltern zu vergeben,

So gut das möglich ist.

Ich kann heute einen Kontakt halten,

Der es mir möglich macht,

Meinem Bedürfnis nach familiärer Verbindung genauso nachzukommen,

Wie meinem Bedürfnis,

Ich selbst zu sein und mich abzugrenzen.

Und ich bin super stolz darauf,

Dass ich heute so mit dem Thema umgehen kann.

Jahrelang habe ich nämlich auch das Geschehene verdrängt,

Die emotionale und physische Gewalt,

Den Leistungsdruck,

Die ständige Angst,

Nicht zu genügen oder verstoßen zu werden.

Die Ohnmacht,

Das ausgeliefert sein Gefühl.

Die Verdrängung,

Meine,

Hat super funktioniert,

Aber die abgespaltenen Gefühle haben sich immer wieder Wege gesucht und die verschiedensten auch körperlichen Symptome gesendet.

Innere Anspannung,

Migräne,

Kiefer aufeinander beißen.

Ich habe irgendwann beschlossen,

Den Dingen auf den Grund zu gehen und die Gefühle auch mal da sein zu lassen,

Zu entdecken,

Wie ich so geworden bin,

Wie ich das immer nenne.

Das Erschrecken darüber,

Was wirklich gewesen ist,

War überwältigend.

Ich kann es nicht anders sagen,

Als sich dieser innere Schleier gehoben hat,

Als ich den gehoben habe.

Zuerst einmal habe ich den Kontakt zu meinen Eltern auf ein Minimum geschrumpft,

Weil ich es hätte gar nicht anders aushalten können.

Und es war gut und richtig so.

Hätte ich mich damals gezwungen,

Gleich zu verzeihen,

Wäre die Heilung der alten Wunden so nie möglich gewesen.

Ich hätte mich vergewaltigt,

Anstatt mich endlich zu befreien.

Vergebung ist ein Ziel,

Das ständig in Bewegung ist.

Es reicht,

Dass wir die Absicht haben.

Manchmal ist es nämlich zum Greifen nah,

Man denkt,

Jetzt bin ich soweit und dann rückt es wieder in weite Ferne.

Es gibt Fortschritte und Rückfälle,

Die wechseln sich ab und es ist total normal.

Es ist wirklich die Absicht,

Die entscheidend ist.

Ich konnte diese innere Auseinandersetzung nur schrittweise angehen durch Biografiearbeit,

Schreiben,

Aufspüren von Glaubenssätzen und Identitäten,

Das Entwickeln neuer innerer Haltungen,

Auch Visualisierung und Meditation,

Die Arbeit mit dem inneren Kind und vieles andere mehr,

Haben mir dabei geholfen.

Dabei hat sich auch eine große Erfahrung mit diesen Methoden entwickelt,

Die ich heute gerne an meine Klienten weitergebe.

Und so habe ich über die Jahre das ganze Familiensystem,

In das ich hineingeboren wurde,

Verstanden.

Und zwar über Generationen hinweg.

Ich habe die Zusammenhänge erkennen können wie ein weitverzweigtes Netz.

Meinen Vater,

Der seine Kindheit bis heute total verklärt,

Rosarot einfärbt,

Der aber einen SS-Vater hatte,

Der traumatisiert und schwer verwundet aus dem Krieg kam.

Meine Mutter,

Deren Trennung vom Vater sie nie verwunden hat und die mit einer verbitterten,

Vom Leben enttäuschten Mutter aufwuchs.

Und dies Mutter,

Also meine,

Emotional auf dem Stand eines verletzten Kindes eingefroren und gerade mal 18 Jahre alt,

Als sie mich bekam,

Konnte mir überhaupt keinen Schutz bieten gegen den strafenden und demütigenden Vater.

Und so ging ich als Kind regelrecht verloren,

Ohne dass irgendjemand es gemerkt hätte.

Ich kann darüber heute ohne diesen Schmerz sprechen,

Weil es eben eine integrierte Erfahrung ist.

Aber was ich eben auf diesem Weg,

Diese Erfahrung zu entdecken,

Gelernt habe ist,

Diese,

Meine Eltern nämlich,

Die taten das nicht aus Absicht,

Was passiert ist oder weil sie mich gehasst hätten,

Wie ich lange annahm.

Die waren Selbstopfer.

Verletzte Menschen verletzen.

Doch dieses Wissen,

Nämlich dass meine Eltern selbst verletzte Menschen sind,

Bedeutet eben nicht,

Dass alles gut ist,

Vergeben oder vergessen.

Es bedeutet,

Ich verstehe rational,

Also als Erkenntnis,

Wie das passieren konnte.

Nicht weil sie wirklich schlechte Menschen waren oder sind,

Sie waren einfach unbewusst und nicht in der Lage,

Sich ihren eigenen Verantwortungen bewusst zu werden.

Doch das wäre ihre erwachsene Pflicht gewesen.

So ist es als Eltern und ich kann sie nicht davon befreien.

Das bedeutet Vergebung nämlich nicht.

Ich verstehe es,

Also ist es nicht schlimm.

Das ist ein Trugschluss.

Meine Eltern standen und stehen bis heute nicht zu einer Verarbeitung dieser Geschichte zur Verfügung.

Das heißt,

Sie haben das Thema verdrängt.

Es existiert für sie gar nicht.

Für meine ganze Herkunftsfamilie nicht.

So wie ich das auch jahrelang gemacht habe.

Das ist eben ein musterdes Verdrängen.

Ich habe es für mich überwunden und was dabei passiert ist,

Dass ich meinem Sohn das damit erspare.

Wenn wir nämlich familiäre Muster erlernen,

Geben wir die auch an unsere Kinder weiter,

Solange sie unbewusst von uns aus agiert werden.

So leistet die Annahme des eigenen Leids und der Prozess des Loslassens und Vergebens,

So wie es möglich ist,

Auch einen generationsübergreifenden Anteil.

Und das ist wirklich erstaunlich.

Es gab also in meinem Falle und auch bei vielen meiner Klienten ist es so,

Keine Klärung des Geschehenen im Rahmen des Wir,

Also gemeinsam,

Miteinander.

Aber das ist nicht so schlimm.

Ich konnte es selbst.

Ich brauchte die anderen dazu gar nicht.

Und heute ist mein Verhältnis zur Familie im Großen und Ganzen geklärt.

Ich bin frei.

Die emotionale Abhängigkeit ist wirklich gelöst.

Und ich habe vergeben,

So gut es mir möglich war,

Auch wenn nur ich das weiß.

Ich habe nie mit meinen Eltern darüber gesprochen,

Denn das möchten sie nicht.

Und ich respektiere das.

Und das ist viel,

Wie ich finde.

Es fühlt sich sehr gut an und selbstbestimmt zudem.

Es war ein Akt der Freiheit und nicht die Folge eines inneren oder äußeren Zwangs durch Moralvorstellungen.

Und ich erzähle dir das alles,

Weil ich es nur empfehlen kann.

Vergib aus deiner inneren Größe,

So wie es dir jetzt und hier möglich ist und nicht aus deiner alten Angst heraus.

Und dazu musst du dich kennen und verstehen lernen.

Um das nochmal zusammenzufassen,

Man könnte also sagen,

Der Weg des aktiven Verzeihens lässt sich in vier Abschnitte einteilen.

Macht man sich in seinem eigenen Tempo auf diesen Weg,

Enthüllt sich am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit die Erkenntnis,

Wie wertvoll es ist,

Die schmerzlichen Gefühle loszulassen.

Es wird also quasi zum Bedürfnis.

Punkt Nummer 1.

Bewusstes Durchleben.

Zunächst einmal im ersten Schritt untersuchen wir als Betroffene eine emotionale Wunde,

An deren Folgen wir leiden.

Und wir nehmen dabei ganz bewusst die Gefühle an die Auftauchung,

So wie ich es in der Übung vorhin beschrieben habe,

Nämlich Zorn,

Trauer oder Hass.

Punkt 2 ist der Entschluss zu vergeben.

Um uns aus der alten leidvollen Verstrickung zu befreien,

Entscheiden wir uns auf das Verzeihen einlassen zu wollen,

Indem wir uns bewusst machen,

Welche Vorteile damit verbunden sind.

Im Schritt 3 beginnen wir an einer neuen Sicht auf den Menschen oder die Menschen zu arbeiten,

Die uns das Leid zugefügt haben.

Wir versuchen Verständnis zu entwickeln,

Ohne die Tat zu entschuldigen.

Das ist sehr wichtig.

Verständnis heißt nicht vergeben,

Verständnis heißt eine Erkenntnis zu haben.

Außerdem lernen wir in Schritt 3,

Dass das Unrecht oder das Leid,

Das uns geschehen ist,

Nicht umkehrbar ist.

Es lässt sich nicht mehr ändern.

Wir akzeptieren also,

Dass es passiert ist.

Akzeptieren heißt auch hier nicht,

Dass wir es gut finden.

Wir akzeptieren die Realität,

Dass es geschehen ist.

Ja,

So war es.

Und wir verzichten dabei auf Reaktionen wie Rückzug,

Angriff oder den Wunsch nach Rache.

Denn die kommen aus der Nicht-Akzeptanz des Geschehenen.

Und Punkt 4 ist die Akzeptanz.

Da enthüllt sich nämlich die Erkenntnis,

Dass es wohltuend sein kann,

Schmerzliche Gefühle und Verhaltensweisen loszulassen und damit auch alles,

Mit dem wir den Schmerz bisher kompensiert haben.

Süchte,

Komische Tics oder Macken.

An diese Stelle tritt Freiwilligkeit,

Großzügigkeit,

Manchmal auch Wohlwollen.

Es wird zu einem Bedürfnis.

Das ist das Wichtigste daran.

Vergebung geschieht freiwillig.

Das heißt niemals unter Zwang.

Es geht darum,

Den eigenen Fokus weg von dem,

Der uns gekränkt hat,

Zu nehmen und uns aus der Abhängigkeit zu dieser Person oder Situation zu befreien und die Aufmerksamkeit zu uns selber hinzuwenden.

Es geht bei der Vergebung auch nicht darum,

Ein Schuldeingeständnis vom anderen zu bekommen.

Es geht eben darum,

Sich von diesem Wunsch freizumachen.

So kriegen wir die Macht über die Deutungshoheit des erfahrenen Leids zurück.

Ich entscheide,

Welche Bedeutung diese Erfahrung heute für mich haben soll.

Weitere Wege der Vergebung.

Sich selbst vergeben zu lernen,

Ist ein Aspekt,

Den viele bei diesem Thema vergessen.

Denn auch wir selbst verursachen Schmerz und Leid absichtsvoll oder auch unbewusst,

Bei uns und auch bei anderen.

Und auch wir selbst haben an vielen schwierigen Situationen in unserem Leben einen eigenen Anteil.

Deshalb ist es wichtig,

Sich selbst seine Fehler und Irrungen vergeben zu lernen,

Sonst sind wir irgendwann so von Schuld beladen,

Dass wir unter dieser Riesenlast zusammenbrechen,

Uns schämen oder unwürdig fühlen.

Allerdings gibt es auch hier ein geliebtes fettes Aber.

Wenn dein Leid oder deine Krankung in deiner Kindheit entstanden sind,

Dann ist das etwas ganz anderes als im Erwachsenenalter.

Als Kind hast du keinen Anteil von Verantwortung für die Situation,

Weil du klein gewesen bist und die Verantwortung hatten die Großen.

Ganz anders ist es,

Wenn du erwachsen warst.

Als Erwachsene sind wir theoretisch auf Augenhöhe mit anderen.

Wir sind also nicht nur Opfer,

Sondern auch Mitgestalter der Situation.

Hier ist eine meditative Übung dazu.

Mach es dir bequem,

Schließe deine Augen und denke zunächst einen Augenblick darüber nach,

Was das Wort Vergebung bedeutet.

Was ist Vergebung für dich?

Was würde es bedeuten,

Dein Leben,

Deinen Geist und dein Herz mit Vergebung zu füllen?

Spüre jetzt in dein Herz hinein.

Wende dich in deinem Herzen ganz sanft und ruhig an dich selbst und sage zu dir,

Ich vergebe mir selbst.

Sprich in deinem Herzen,

Ich vergebe mir.

Es gibt so viele Dinge,

Die wir in uns tragen,

Über die wir uns Vorwürfe machen,

Wo wir uns nicht für gut genug halten.

Wo wir uns kritisieren,

Abwerten,

Wo wir erbarmungslos mit uns selbst sind.

Gehe in dein Herz,

Lasse all diese Assoziationen aufsteigen.

Verdränge sie nicht.

Lasse sie kommen.

Beurteile nicht und identifiziere dich nicht mit ihnen.

Lasse sie einfach in deinem Herzen schweben und wiederhole für dich,

Ich vergebe mir.

Gewähre dir selbst,

Deinem inneren Kind,

Wieder Zugang zu deinem Herzen.

Verschließe nicht dein Herz.

Ich vergebe mir.

Lass die Weichheit in dein Herz einziehen.

Mitgefühl.

Mit all diesen Anteilen in dir selbst.

Ich lasse mich selbst in mein Herz hinein.

Ich vergebe mir.

Spüre die Wärme und das Licht,

Das dabei von deinem Herzen ausgeht und lass die Vergebung vom Herzen aus deinen ganzen Körper erfüllen.

Spüre die Wärme,

Die Fürsorge,

Die Liebe,

Der dein ganzes Wohlergehen am Herzen liegt.

Lass dich von Wärme und Mitgefühl und Güte umarmen und bleibe einige Momente in diesem schönen warmen Gefühl.

Ich warte hier auf dich.

Nun atmest du wieder tief ein und aus und öffnest deine Augen.

Jetzt.

Spüre kurz an dich hinein,

Wie es sich anfühlt in diesem Gefühl von Vergebung für sich selbst zu sein.

Und wenn du es noch nicht so gut spüren kannst,

Mach dir keine Sorgen.

Gehe einfach nochmal zurück zum Anfang dieser meditativen Übung und wiederhole das Ganze.

Je öfter du das tust,

Umso wahrscheinlicher ist es,

Dass du etwas spüren kannst.

Denn auch hier,

Der Weg ist das Ziel.

Ich möchte noch einmal auf die innere Vergebung eingehen,

Die vor allem dann sinnvoll sein kann,

Wenn der andere eben nicht erreichbar ist oder wenn es unangemessen scheint,

Mit diesem Mensch darüber zu reden.

Obwohl eine Aussprache von Person zu Person wirklich eine sehr wirksame und aufrichtige Methode ist.

Aber eben nur,

Wenn es möglich ist.

Was auch sehr gut funktioniert,

Ist folgende kleine Übung.

Schreibe der betroffenen Person einen Brief.

In diesen Brief schreibst du alles hinein,

Was du diesem Menschen schon immer einmal sagen wolltest.

Wie sehr du dich verletzt gefühlt hast.

Warum genau du dich verletzt gefühlt hast.

Welche Gefühle dabei in dir auftauchten.

Hab keine Angst und sei völlig frei.

Trete für dich ein.

Sei,

Wenn du möchtest,

Auch kämpferisch und vor allem sei mutig.

Beobachte genau das Gefühl,

Das sich in dir ausbreitet,

Wenn du diesen Brief geschrieben hast.

Das Schreiben ist so ähnlich,

Als würdest du mit dieser betroffenen Person in einen Dialog treten,

Als würdest du wirklich im Gespräch sein.

Deswegen ist es so wertvoll.

Du traust dich für dich selbst einzutreten.

Dann verschließt du den Brief und legst ihn an einen sicheren Ort.

Es ist der Brief,

Den du niemals losschicken wirst.

Aber allein,

Dass du ihn geschrieben hast,

Wird eine Veränderung in dir bewirken.

Du wirst sehen.

Eine andere Hilfe zur Vergebung ist auch,

Und zwar sehr wirkungsvoll,

Wenn du jemanden hast,

Mit dem du über diese Gefühle,

Die eben auftauchen oder deine Verletzungen sprechen kannst,

Dem du dich anvertrauen kannst.

Das kann der Psychotherapeut sein.

Das kann auch der eigene Partner sein,

Ein bester Freund,

Deine Freundin.

Es könnte eben auch,

Wie eben in der Übung mit dem Brief,

Den du nicht abschickst,

Genannt,

Ein Stück Papier sein oder auch dein Smartphone,

Wo du das alles reinschreibst oder rein diktierst.

Es geht ja vor allem um deine innerliche Auseinandersetzung mit dir.

Aber es hilft,

Es aufs Papier zu bringen.

Es hilft,

Es auszudrücken.

Im Anschluss an diesen Podcast findest du eine Vergebungsmeditation,

Die ich erarbeitet habe,

Um Zulassen und Loslassen praktisch in einer Übung zu vereinen.

Sie dauert etwas mehr als 20 Minuten.

Die Stelle,

An der sie beginnt,

Schreibe ich in die Shownotes und in den nächsten Tagen werde ich sie als Studioproduktion mit Musik unterlegt,

Auch im Download-Bereich auf der Website leben-lieben-lassen.

De einstellen,

Denn diese Vergebungsmeditation ist wirklich eine hochwirksame und keine einmalige Sache.

Die entfaltet ihre heilende Wirkung vor allem durch die Wiederholung.

Ein weiterer Weg,

Um aktiv zu werden,

Ist,

Selbst um Vergebung zu bitten.

Auch das kann sehr befreiend sein,

Jemandem zu sagen,

Dass man sein eigenes Handeln bereut,

Es einem leidtut,

Jemanden verletzt zu haben und um Verzeihung zu bitten.

Dieses Bitten steht für sich,

Der andere entscheidet selbst,

Wie er darauf reagieren möchte.

Das müssen wir dem Mensch freilassen.

Aber auch das funktioniert sehr gut mit einem Brief.

Denke an einen oder mehrere Menschen,

Die du irgendwann in deinem Leben verletzt haben könntest,

Zu denen du ungerecht,

Übergriffig oder gemein warst und schreibe diesen Menschen,

Wie du heute darüber denkst,

Was dir genau leidtut und warum.

Bitte um Vergebung.

Das hat nicht nur eine Wirkung auf dein Gegenüber.

Bitte darum,

Dass sie dir verzeihen.

Das ist eine wirklich hochwirksame Methode,

Sie erfordert ein bisschen Mut,

Aber das hat nicht nur eine durchschlagende Wirkung,

Meistens auf dein Gegenüber,

Es macht auch etwas mit dir.

Es ist wie reinen Tisch machen und es hilft auch dir,

Zu vergeben und wieder etwas von deinem alten eigenen Leid loszulassen,

Dass du noch mit dir herumträgst.

Okay,

Das war eine ganze Menge und deswegen jetzt noch hier ein Schlusswort und eine Zusammenfassung.

Vergeben und verzeihen,

Das ist nur eine,

Wenn auch befreiende Möglichkeit,

Mit Schmerz,

Leid und Kränkungen,

Die einem angetan wurden,

Umzugehen.

Es ist ein Weg,

Sich von alten Verletzungen so gut als möglich zu befreien und sein Leben wieder nach vorne zu leben,

Anstatt in der Vergangenheit stecken zu bleiben.

Aber es ist nicht der einzige Weg und er ist freiwillig.

Du allein bestimmst die Richtung und das Tempo und du bist auch in Ordnung und ein guter Mensch,

Wenn du eine andere Route für dich wählst.

Das Gift seelischer Verletzungen entfaltet seine Wirkung im Verborgenen und über lange Zeit.

Oft sind persönliche Probleme und Konflikte das Ergebnis unverdauter Alterkränkungen,

Die sehr lange zurückliegen zum Teil und von den Betroffenen meist gar nicht als solche erkannt werden und mit ihren aktuellen Schwierigkeiten in Verbindung gebracht werden.

Der Prozess der Vergebung kann auch dich heil werden lassen von emotionalen Lasten,

Die dir in der Vergangenheit irgendwann zugefügt wurden.

Bewusstes Durchleben,

Entscheidungen zu verzeihen,

Ein gewisses Verständnis für das Geschehen im Sinne von Erkenntnis,

Im Sinne von Zusammenhänge zu erkennen und Akzeptanz in Klammern nicht Entschuldigung des Unrechts,

Das einem zugefügt wurde und Verzicht auf Rache.

Dieser Prozess ist anspruchsvoll und er ist schmerzhaft,

Manchmal wirklich eine Zumutung,

Deswegen braucht er Zeit,

Viel Zeit.

Aber genau das wird deinem Seelenfrieden dienen und die Macht der Vergangenheit endlich brechen.

Denn solange wir gegen jemanden kämpfen,

Verlieren wir Energie,

Die uns für unser eigenes Leben fehlt.

Wir bleiben verhaftet und geben anderen Menschen Macht über uns.

Denn,

Nochmal das Zitat von Deepak Chopra,

Leid ist Festhalten an altem Schmerz.

In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute für deinen ganz persönlichen Prozess des Loslassens,

Des Vergebens und der Selbstbestimmtheit.

Alle Infos aus diesem Podcast findest du auch als Blogartikel auf www.

Leben-lieben-lassen.

De,

Zusammengefasst auch die Übungen.

Und wenn du dir für deinen Prozess meine Unterstützung durch ein persönliches Coaching oder eine Beratung wünschst,

Dann bin ich gerne für dich da.

Schreib mir per Mail oder übers Kontaktformular und vereinbare dein persönliches Kennenlerngespräch auch auf www.

Leben-lieben-lassen.

De.

Ich freue mich auf dich.

Ansonsten findest du meine Podcasts und die Radiosendungen auf YouTube,

Spotify,

ITunes und überall,

Wo es Podcast gibt unter www.

Leben-lieben-lassen.

De.

Und neu bin ich auch auf Insight Timer zu finden.

Vielleicht hörst du mich ja gerade da.

Bleib du selbst,

Denn du bist wunderbar,

So wie du bist.

Bis zum nächsten Mal.

Ich freue mich auf dich,

Deine Claudia.

Und jetzt gibt es hier im Anschluss noch,

Wie versprochen,

Die Vergebungsmeditation.

Bald,

Wie gesagt,

Auch zum Download als Studioversion mit Musik im Audio-Coaching-Bereich auf www.

Leben-lieben-lassen.

De.

Setze oder lege dich bequem hin und schließe deine Augen.

Spüre in deinen Körper hinein und entspanne dich,

So wie es dir in diesem Moment möglich ist.

Atme nun einmal tief ein und wieder aus und noch einmal tief ein und wieder ausatmen.

Richte deine Aufmerksamkeit nun nach innen.

Schaue dich hinein und beobachte für einen Moment die Gedanken,

Die vorüberziehen.

Sie kommen und gehen.

Sie ziehen einfach weiter,

Wie kleine weiße Wölkchen am Himmel.

Alles ist gut,

So wie es jetzt gerade ist.

Die Welt da draußen mag für einen Moment lang ohne dich auskommen.

Es gibt nichts für dich zu tun,

Außer wahrzunehmen und zu beobachten,

Was sich in dir zeigen will.

Konzentriere dich nun ganz auf deinen Atem,

Wie er kommt und wieder geht.

Dein Atem strömt ein und aus,

Ganz mühelos,

Wie von selbst.

Du kannst ihn nun immer tiefer und ruhiger werden lassen.

Immer mehr und spüre einmal,

Wie du dich mit jedem Atemzug immer mehr entspannst.

Einfach atmen,

Tiefer und ruhiger,

Immer tiefer und ruhiger.

So kann dein Atem immer tiefer die Wirbelsäule hinunterströmen,

Ruhig und gleichmäßig.

Und jetzt atme ganz bewusst Ruhe,

Gelassenheit und Liebe ein und spüre,

Wie du dich dabei immer wohler fühlen kannst.

Einatmen,

Ruhe,

Gelassenheit und Liebe.

Ausatmen,

Alles andere einfach loslassen.

Denke dabei,

Ich bin Ruhe,

Ich bin Gelassenheit,

Ich bin Wohlgefühl,

Ich bin Liebe.

Bis es ganz still und friedlich in dir wird.

Nun bist du ganz still in Frieden und Harmonie mit dir und der Welt.

Spüre in dein Herz hinein das Zentrum deines wahren Wesens und spüre dabei die Liebe in dir.

Stell dir nun einmal einen wunderschönen,

Sicheren Ort vor.

Es kann ein Ort auf der Erde sein,

Muss es aber nicht.

Es ist ein Ort,

An dem du dich wohl,

Sicher und geborgen fühlst.

Lass dabei die Gedanken und Vorstellungen in dir aufsteigen,

Die sich nun wie von selbst in dir zeigen wollen.

Und an deinem ganz persönlichen Wohlfühlort stellst du dir nun am Boden eine große liegende Acht vor.

In der einen Hälfte der liegenden Acht befindest du dich selbst,

In deinem eigenen geschützten Kreis.

Rufe in die andere Hälfte der liegenden Acht einen Menschen,

Mit dem du noch uneins bist oder mit dem du noch eine Situation klären möchtest.

Es ist jemand,

Mit dem dich ungeklärte Konflikte und negative Emotionen verbinden.

Stell dir diesen Menschen dabei intensiv dir gegenüber vor.

Jetzt.

Hab keine Angst.

In deinem geschützten Kreis kann dir nichts passieren.

Schau dir von deiner Position aus den Menschen an und erinnere dich an die Situationen,

In denen du dich hilflos,

Verletzt,

Ausgenutzt oder gedemütigt gefühlt hast.

Nimm dabei ganz bewusst alle Gefühle wahr,

Die du damit verbindest.

Lasse alles zu,

Was ich in diesem Moment in dir zeigen möchte,

Ganz egal was es ist.

Alles darf jetzt da sein.

All dein Ärger,

Deine Wut,

Deine Scham,

Deine Ohnmacht,

Deine Angst oder dein Hass.

Egal was es ist,

Lade die Emotionen in dir ein,

Sich in diesem Moment zu zeigen.

Jetzt sage deinem Gegenüber,

Wie du dich fühlst.

Sage ihm oder ihr,

Was dich verletzt hat und konfrontiere sie oder ihn mit deinem Leid.

Stell dir vor,

Wie du endlich einmal alles los wirst,

Was du schon immer einmal sagen wolltest und was du bis heute mit dir herumgetragen hast.

Gib dich dabei ganz deinem Prozess hin.

Ich werde nun für einen Moment schweigen und warte hier auf dich.

Und wenn du soweit bist,

Sprich in Gedanken folgende Worte nach,

Die du an dein Gegenüber richtest.

Ich wähle den Frieden und entscheide mich nun bewusst,

Dir zu vergeben,

So wie es mir in diesem Moment möglich ist.

Alles,

Was du mir in diesem oder einem anderen Leben angetan hast.

Und ich bitte dich ebenfalls um Vergebung für alles,

Was ich dir in diesem oder einem anderen Leben angetan habe.

Ich übergebe dir in Liebe alles,

Was in deine Verantwortung gehört.

Ich achte dein Schicksal und lasse es bei dir.

Alles,

Was ich für dich getragen habe,

Gebe ich dir zurück.

Nur für meinen eigenen Teil trage ich selbst die Verantwortung.

Ich lasse nun ganz bewusst alle negativen Gefühle los,

So wie es mir in diesem Moment möglich ist.

Alles,

Was sich aus der Verbindung ergeben hat und was so lange auf mir lastete.

Ich entscheide mich für den Frieden.

Dann verabschiedest du dich von der Person.

Vielleicht gibst du diesem Menschen die Hand oder du sprichst einen Abschiedsgruß.

Vielleicht möchtest du diesen Menschen auch herzlich umarmen.

Tu einfach das,

Was sich am besten für dich anfühlt und denke dabei,

Ich lasse dich los.

Dann verneige dich gedanklich und die Person darf die liegende Acht verlassen.

Dabei nimmt sie so viel von deiner Belastung mit und geht auch selbst viel freier davon.

Sieh der Person nach,

Bis sie am Horizont verschwindet.

Und nun spüre wieder in dich hinein.

Wie geht es dir nun?

Was hat diese Begegnung in dir verändert?

Vielleicht ist es jetzt noch entspannter und gelöster als zuvor.

Vielleicht ist da ein neuer Freiraum entstanden,

Wo vorher Anspannung war.

Nimm alles wahr,

Was ich dir zeigen will und genieße nun die Stille und den Frieden in dir.

Nun wird es Zeit für dich ins Hier und Jetzt zurückzukehren.

Du kannst dich ganz langsam von diesem Erlebnis lösen und bleibst dabei ganz bewusst in Harmonie mit dir und deinen Mitmenschen.

Ich bin gespannt,

Welche Wirkung diese Meditation auf dich haben wird.

Wenn du gleich zurück in deinen Alltag gehst,

Kannst du das gute Gefühl von Frieden und Harmonie in dir mitnehmen.

Beobachte in den nächsten Tagen einmal ganz bewusst,

Welche Auswirkungen dieses Vergebungsritual auf dich haben wird.

Vielleicht spürst du Veränderungen in deinen Beziehungen.

Vielleicht spürst du neue Kraft und Hoffnung in dir selbst.

Vielleicht nimmt die Liebe von nun an einen größeren Raum in deinem Leben ein.

Je häufiger du diese Meditation hörst,

Umso stärker wird das Vergebungsritual dein Leben verändern können.

Nun aber komme nach und nach zurück ins Hier und Jetzt.

Ich werde jetzt von 3 bis 1 rückwärts zählen.

Bei 1 bist du wieder ganz wach und öffnest deine Augen.

3,

2,

1.

Sei nun wieder ganz wach und öffne deine Augen.

4.8 (62)

Neueste Bewertungen

Claudia

May 8, 2025

Sehr beruhigende Stimme. So viel Wissen findet man nirgendwo.

Claudia

February 25, 2024

❤️

Alexandra

December 28, 2022

Ja die Zeit, heilt Wunden doch wo es hinführt weiß niemand . Danke , daß ich sein darf. Liebe Grüße Alexandra aus dem Allgäu

K.

December 17, 2022

Unglaublich wirksam. Deine ruhige Sprache, passende Hintergrundtöne verstärken alles. Bin zutiefst bewegt. Der Hinweis "ohne-muss" bestärkt mich im ZULASSEN mit dem darauf folgenden LOSLASSEN. Danke dir von ❤️en. Wow, toll! 🙏

Frauke

October 7, 2022

Danke! Was für eine großartige Unterstützung auf meinem Weg!

Heike

July 22, 2022

Vielen Dank. Ich werde das noch einmal hören. Ich kann eine Verletzung im Augenblick (noch) nicht vergeben. Die Person, die sie verursacht hat, erwartet einen „vernünftigen Umgang“ von mir, und meint, „jetzt wäre es dann auch wieder mal gut“, weil das Ganze fast ein Jahr zurück liegt. Aber es ist (noch) nicht gut für mich, und es war hilfreich im Vortrag zu hören, dass ich mir diese Zeit lassen darf, ja muss und der Prozess individuell ist.

Hahn

January 23, 2022

Sehr hilfreich. Da ich mich in der gleichen Situation wieder finde

Stefan

December 27, 2021

Wenn ich über das Vergeben mir gegenüber schreibe... schicke ich diesen Brief tatsächlich ab?

rahel

January 24, 2021

Sensationell 💫👌🏿💫 wie gut Ganz lieben Dank von ganzem ♥️

Fabienne

October 7, 2020

Das hat mir unglaublich viel in meiner Trennungsphase weiter geholfen. Vielen vielen Dank dafür!

© 2026 Claudia Bechert-Möckel. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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