
Eine liebevolle Reise zu dir selbst (Pratyahara)
Pratyahara ist eines der 8 Stufen oder Glieder im achtstufigen Pfad des Patanjali. Es bedeutet "Das Zurückziehen der Sinne". Jedoch ist dieses Zurückziehen meist leichter gesagt als getan, da wir mit unseren Sinnen (zu) oft im Außen abgelenkt sind. Diese Meditation leitet dich vom Außen in deine innere Essenz. Du musst dafür nichts tun, außer dir die Zeit hierfür zu gönnen und zu empfangen. Die Meditation endet, nachdem du dich über den Atem mit der Schwingung deiner Herzenergie verbunden hast.
Transkription
Herzlich willkommen zu meiner neuen Meditation Pratyahara,
Das Zurückziehen der Sinne.
Pratyahara ist ein Glied des achtgliedrigen Pfades von Patanjali,
Wie er das in den Yogasutras beschrieben hat.
Ich möchte gar nicht groß in die Philosophie ausschweifen,
Nur dass du das ungefähr einordnen kannst.
Pratyahara,
Das Zurückziehen der Sinne,
Heißt,
Dass wir,
Um uns selbst besser kennenzulernen,
Unsere fünf Sinne,
Die sich immer im Außen befinden,
Nach innen ziehen sollen.
Jetzt ist natürlich die Frage,
Wie mache ich das?
Mit den Augen mag es noch recht einfach erscheinen,
Die kann man einfach schließen,
Aber was ist mit den anderen Sinnen?
Wie kann ich diese zurückziehen?
Und hier in dieser Meditation werde ich dich da hindurch leiten,
Indem wir zuerst alle Sinne im Außen öffnen und dann ganz bewusst schließen und zurückziehen,
In unseren Herzraum hineinkommen,
Eine tiefe und echte Verbindung mit uns selbst finden.
Wir beginnen.
Für diese Meditation setze dich angenehm aufgerichtet hin.
Es ist etwas leichter,
Diese im Sitzen als im Liegen zu machen,
Aber wenn es dir nicht so gut geht und du möchtest lieber liegen,
Ist das auch gut möglich.
Setze oder lege dich so,
Dass du auf einen Gegenstand,
Der dir gut gefällt,
Schauen kannst,
Ohne den Kopf zu verdrehen.
Atme einige Atemzüge,
Etwas tiefer als sonst.
Du kannst auch gerne noch mal mit den Schultern kreisen oder eine andere kleine Bewegung machen,
Die dir jetzt gerade gut tut.
Beende dann die Bewegung und schaue auf den Gegenstand vor dir.
Hab hier das Gefühl,
Dass du alle Aufmerksamkeit in deinen Sehsinn hineingibst und das,
Was du gerade siehst,
In allen Einzelheiten wahrnimmst.
So als würdest du den Gegenstand jemandem beschreiben wollen,
Dass du die Form ganz genau erfasst,
Die Farbe wahrnimmst,
Die Textur,
Die Oberflächenbeschaffenheit,
Auch das Spiel von Licht und Schatten auf der Oberfläche.
Gib alle deine Aufmerksamkeit in das hinein,
Was du gerade siehst.
Lasse die Augen geöffnet und spüre dann zu deinen Ohren,
Zu deinem Hörsinn.
Was hörst du jetzt im Moment?
Nimm alles wahr,
Was um dich herum jetzt geschieht.
Dann gib deine Aufmerksamkeit zur Nase und zu deinem Geruchssinn.
Kannst du im Moment etwas riechen und wenn nicht,
Wenn du ganz fein hinspürst,
Dass du die Atemluft wahrnimmst.
Alle die Empfindungen,
Die du gerade über deine Nase empfängst.
Dein Geschmackssinn,
Das du jetzt in deinen Mund hinein spürst,
Zu deiner Zunge.
Und hier die Empfindungen ganz genau erschmeckst.
Und dann dein Fühlsinn.
Deine Haut ist dein größtes Organ.
Du kannst mit der gesamten Haut jetzt nach außen fühlen,
Deine Außenwelt wahrnehmen.
Spüre die Luft,
Die deine Haut berührt oder auch der Stoff der Kleidung.
Und du kannst die Empfindung noch weiter verstärken,
Indem du jetzt vielleicht deine Hände nimmst,
Die Hände sanft gegeneinander reibst,
Über deinen Körper streichen lässt oder den Boden rechts und links neben dir berührst.
Wo auch immer es sich jetzt für dich im wahrsten Sinne des Wortes gut anfühlt.
Und dann komme wieder in eine unbewegte Haltung und bleibe aber noch im Spüren im Außen mit allen deinen Sinnen jetzt.
Mit deiner Haut,
Mit deinem Geruchs- und Geschmackssinn,
Mit deinem Hörsinn,
Deinem Sehsinn.
Nimm deine ganze Umgebung wahr.
Und aus dieser vollkommenen Wahrnehmung heraus werden wir uns jetzt langsam zurückziehen.
Gib zuerst die Aufmerksamkeit auch wieder auf die Augen und schließe jetzt deine Augen.
Dieser Sinn macht es uns ganz leicht,
Denn sobald wir die Augen schließen,
Wendet sich der Blick und das Gefühl nach innen.
Auch wenn du jetzt noch Licht oder Schatten wahrnimmst,
So ist dein Sehsinn doch jetzt weitestgehend ausgeschaltet.
Spüre dann in deinen Hörsinn.
Hier ist es schon viel schwieriger und auch wenn es dir nicht sofort gelingt,
Stelle dir nun einfach vor,
Wie der Hörsinn von außen nach innen sich zurückzieht.
Kannst deinen Hörsinn jetzt erst einmal in die Mitte des Kopfes zurückziehen,
Wie wenn du dich von der Außenwelt sozusagen etwas verabschiedest.
Dann dein Geruchsinn.
Auch hier stelle dir vor,
Wie du von der Nasenspitze aus dich nach innen zurückziehst.
Ebenso dein Geschmacksinn.
Es ist ein bisschen,
Als würdest du diese Sinne heimholen,
Zu dir selbst holen.
Und dann dein Fühlsinn.
Habe hier das Gefühl,
Noch einmal deine Haut vollkommen im Außen wahrzunehmen und dann nimm diese Empfindung über die Haut nach innen.
Und hier kannst du direkt das Gefühl auch ins Herz geben,
Wie wenn du die Empfindung hast,
Von außen nach innen zurückzugleiten,
Dich heimzuholen,
Ganz in dein Herz zu kommen.
Bleibe hier einen Moment in dieser Aufmerksamkeit,
Alles vom Außen ins Innen zu holen.
Spüre in dein Herz.
Spüre dein ganzes Ich im Herz.
Wenn du dich in dir selbst verwurzelt fühlst,
Dann beginne langsam die Aufmerksamkeit in alle Richtungen von deinem Herzen ausgehend auszudehnen.
Ganz vorsichtig Taste dich ins Außen und bleibe gleichzeitig in deinem Inneren.
Am Anfang ist es vielleicht so,
Dass du die Aufmerksamkeit zwischen dem Innen und dem Außen wechselst.
Aber mit zunehmender Übung und dem Vertrautwerden von Pratyahara oder diesem Bewusstsein wird es dir gelingen,
Beides gleichzeitig zu tun.
Dass du dein Herz wahrnimmst,
Dich in deinem Herzen verwurzelt fühlst und gleichzeitig deine Umgebung ungefiltert wahrnimmst.
Die Sicht aus deinem Herzen heraus ermöglicht es dir,
Die Welt unvoreingenommen zu betrachten.
Die Dinge,
Die Menschen,
Das was kommt so zu sehen,
Wie es wirklich ist.
Dehne deine Aufmerksamkeit immer weiter aus,
Bis schließlich der ganze Raum davon erfüllt ist.
Von deinem Inneren im Außen alles wahrnehmend fühlst du dich rundherum geschützt und gleichzeitig frei.
Spüre nun in deine Herzgegend,
Vielleicht sogar genau in den Punkt hinter deinem Brustbein hinein und stelle dir vor,
Wie mit der Einatmung sich deine Herzenergie,
Dein Herzchakra weit ausbreitet und ausdehnt und ausatmend behutsam wieder zurückzieht.
Einatmend in die Weite über deinen physischen Körper hinweg.
Ausatmend ein in sich selbst hinein entspannen.
Einatmen in die Weite.
Ausatmen in die Entspannung hinein.
Bleibe hier ein Moment in dieser Atmung,
In der Ausdehnung,
Im Zusammenziehen,
In der Weite und Fülle,
In der Entspannung,
In diesem ewigen Rhythmus.
Und durch diese Herzatmung wirst du die Ausdehnung und zugleich das Bei dir in deiner Mitte bleiben für deinen Körper und deinen Geist nachvollziehbar und für den Alltag ganz selbstverständlich werden lassen.
Einatmung,
Dein Herzchakra,
Die Herzenergie ausweitet und du wirst sehen,
Mit der Zeit weitet es sich von ganz alleine immer weiter aus.
Ausatmend zurück zu deiner Mitte,
In deinem Rhythmus,
In deiner Intensität.
Du kannst jetzt für dich noch in dieser Atmung,
In der Herzatmung,
In der Meditation sitzen bleiben,
Solange es dir gut tut.
Ich werde dich hier jetzt verlassen und danke dir von Herzen,
Dass du mit mir zusammen meditiert hast.
Habe eine gute Zeit.
Namaste.
Deine Julia.
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