
Kleine Anleitung zur Meditation
Diese Meditation ist ein Wegweiser und eine liebevolle Anleitung zum selbstständigen Meditieren in der Stille. Es ist der Weg, den ich zum Meditieren hin selbst gegangen bin und immer noch gehe. Diese Anleitung ist dazu gedacht, dass du sie einmal oder mehrere Male hörst, bis du sie nicht mehr brauchst. Die Intention ist, dass du mit der Stille so vertraut wirst, dass Worte überflüssig werden.
Transkription
Ich begrüße dich ganz herzlich zur Meditation für Anfänger.
Ich bin Julia,
Yoga-Lehrerin und fühle mich geehrt,
Dass du dir diese Meditation ausgesucht hast,
Um die ersten Schritte auf deinem Weg zu mehr innerer Stille,
Innerem Frieden zu gehen.
Ganz kurz will ich ein paar Worte zur Meditation allgemein sagen,
Bevor wir richtig einsteigen.
Meditation ist ein Weg.
Es gibt niemanden,
Der als natürlicher Meditierer geboren worden ist.
Sicherlich den einen fällt es etwas einfacher als anderen,
Aber das ist bei allen Dingen im Leben so.
Und auch bei der Meditation genauso,
Wie wenn wir im Beruf etwas Neues lernen,
Ein neues Hobby anfangen,
Dann sind die Anfänge oft etwas holprig.
So mag es dir jetzt zu Beginn so erscheinen,
Als würde dein Kopf voller Gedanken sein und du könntest sie gar nicht zur Ruhe bringen.
Oder manchmal geht es mir auch noch so,
Dass ich das Gefühl habe,
Ach diese Meditation hat mir jetzt gar nichts gebracht.
Da hat mir die Aussage eines Meditationslehrers sehr geholfen.
Er hat gesagt,
Sobald du dich hinsetzt,
Um zu meditieren,
Meditierst du.
Und ich möchte das gerne noch erweitern und sagen,
Sobald du beschließt zu meditieren,
Meditierst du.
Denn du kannst durchaus auch im Gehen oder bei der Hausarbeit oder beim Yoga üben meditieren.
Von daher lade ich dich dazu ein,
Jetzt dich am Anfang tatsächlich hinzusetzen,
Weil es ist doch die einfachste Möglichkeit und dir einen Raum zu suchen oder zu schaffen,
In dem du dich richtig wohl fühlst.
Setze dich bequem hin.
Das heißt gerne auf einen Stuhl,
Auf ein Meditationsbänkchen,
Wo deine Knie entlastet sind,
In den Schneidersitz,
Auf ein Kissen oder auf den Boden.
Du kannst dich auch gerne mit dem Rücken anlehnen,
Aber schaue hier nur,
Dass du nicht rund wirst und einsinkst,
Sondern doch die Wirbelsäule relativ gut aufgerichtet lässt.
Insgesamt gilt,
Du sollst dich wohlfühlen.
Wie du dich innerlich fühlst,
Ist entscheidender als das,
Wie es von außen aussieht.
Du kannst hier,
Wenn du deinen Sitz gefunden hast,
Die Augen schließen.
In den ersten Jahren meines Meditierens,
Meiner Reise,
Habe ich mit offenen Augen meditiert,
Habe auf ein schönes Bild geschaut,
Eine Kerze oder wenn ich draußen in der Natur war,
Habe ich auf eine schöne Stelle im Garten oder im Wald geguckt.
Es hat beides Vor- und Nachteile.
Wenn du die Augen schließt,
Dann kannst du dich besser auf dich selbst konzentrieren.
Du kannst deine Gedanken besser wahrnehmen und die Umwelt sozusagen abschalten,
Denn der Sehsinn ist ein ganz entscheidender Sinn für uns.
Die offenen Augen haben den Vorteil,
Dass du nicht so schnell abdriftest,
Dass du nicht müde wirst und dass du merkst,
Wenn du von den Gedanken komplett davon getragen wirst.
Du kannst es jetzt in dieser Meditation für dich in beiden Varianten ausprobieren oder heute zum Beispiel mit geschlossenen Augen und das nächste Mal mit offenen Augen.
Bevor wir dann sozusagen richtig in die Meditation einsteigen,
Habe ich eine Bitte an dich.
Wenn dir meine Herangehensweise nicht gefällt,
Dann lasse dich nicht insgesamt von der Meditation abbringen.
Es gibt so viele wunderbare andere Meditationslehrer und es lohnt sich wirklich und das liegt mir ganz am Herzen,
Es lohnt sich so sehr für dich dort einzusteigen,
Um dich besser kennen zu lernen und um wahren inneren Frieden zu erfahren.
Und dann beginnen wir jetzt hier.
Unsere Aufmerksamkeit ist meistens sehr verstreut in der Vergangenheit,
In der Zukunft,
An anderen Orten.
Der beste Weg,
Um dich ins Hier und Jetzt zu bringen,
Ist in deinen Körper zu spüren und in deinen Atem zu spüren.
Lass dir zu Beginn einer jeden Meditationspraxis erst einmal einige Momente Zeit nimmst,
Den Körper als Ganzes wahrzunehmen.
Dass du deine Füße,
Deine Beine,
Dein Becken zum Beispiel am Boden oder auf dem Stuhl spürst.
Spüre deine ganze Wirbelsäule entlang,
Ganz bis hoch zum Kopf und dann entspanne deine Schultern zu den Seiten.
Lass deine Arme schwer sinken.
Gib deine Aufmerksamkeit dann auf die Atmung.
Spüre deinen Einatmen.
Spüre deinen Ausatmen.
Immer wieder der Einatmen und genauso zuverlässig der Ausatmen.
Auf deinen Atem kannst du dich verlassen.
Dein Atem ist immer da.
Während du den Atem als deine sichere Konstante hast,
Dann spüre einmal in deinen Kopf hinein.
Du hast einen Teil von dir,
Den du als Ich bezeichnest.
Also der Teil von dir,
Der beobachtet,
Beurteilt,
Die Welt wahrnimmt.
Der Teil,
Der entscheidet,
Ja das mache ich oder nein das gefällt mir nicht so gut.
Und dieser Teil fühlt sich oft so an,
Dass er in deinem Kopf hinter den Augen sitzt.
Direkt hinter der Stirn.
Das ist dein wacher Verstand.
Es ist gut,
Dass wir den haben.
Den wollen wir auch nicht loswerden.
Wann ist hinter deinem wachen Verstand,
Wie so ein Bereich,
Ja der wie ein Gedankentümpel sich anmutet.
Also da haben wir ein unendliches Reservoir an Gedanken.
Vielleicht hast du gerade im Moment ein Problem,
Ein Thema,
Irgendetwas über das du relativ häufig schon heute Nacht gedacht hast.
Dann hast du wahrscheinlich eine ganze Anzahl an Themen,
Die schon etwas älter sind und die trotzdem immer wieder hochkommen.
Und alle diese Themen miteinander verwoben,
Einmal diese ganz alten Themen und dann die neuen,
Ganz aktuellen,
Die verweben sich miteinander und oft kommt dann hier und da der eine Gedanke hoch.
Und es ist so,
Dass wir in der Meditation nicht versuchen wollen,
Dass die Gedanken aufhören.
Die Gedanken sind ein Produkt unseres Gehirns und das ist gut so.
Genauso wie der Herzschlag ein Produkt unseres Herzens ist und wir wollen ja auch nicht,
Dass das Herz aufhört zu schlagen.
Deswegen lassen wir das Gehirn weiterhin seine Gedanken produzieren.
Ich hatte einmal mit 16 oder 17,
Kurz nachdem ich begonnen hatte zu meditieren,
Ein unglaubliches Erlebnis gehabt.
Ich habe mich auch hingesetzt,
Meditiert.
Plötzlich habe ich mich wie von außen betrachten können.
Mit einem Teil war ich ganz normal,
Mein Körper,
Mit dem anderen war ich außerhalb meiner Gedanken.
Und ich konnte beobachten,
Wie meine Gedanken im Hinterkopf produziert wurden und wie Wellen über das Gehirn,
Durch das Gehirn hinweg nach vorne gingen,
Diese Wellen.
Und mein Bewusstsein hat sie erst wahrgenommen,
Als sie im vorderen Teil des Gehirns ankamen.
Und da habe ich ganz klar und deutlich gesehen,
Dass ich nicht meine Gedanken bin.
Die meiste Zeit ist es so,
Als würden wir in einem See schwimmen und unser Ich ist ebenfalls in diesem See und wir werden von den Gedanken dauernd umspült.
Aber das ist nur eine Illusion.
In Wirklichkeit sind die Gedanken reine Produkte des Gehirns und unser Ich,
Unsere Seele,
Das was uns im Innersten ausmacht,
Die Essenz,
Ist unabhängig davon.
Das kann ich dir ganz sicher zusagen.
Da bin ich mir ganz sicher,
Du bist nicht deine Gedanken.
Die Gedanken sind einfach chemische und physikalische Produkte.
Und mit diesem Wissen kannst du jetzt ganz leicht werden.
Nimm die Gedanken wahr,
Beobachte die Gedanken.
In dem Moment,
In dem du weißt,
Dass du die Gedanken beobachten kannst,
Ist ja schon klar,
Dass du nicht der Gedanke sein kannst,
Weil der Beobachter kann sich nicht selbst beobachten.
Und da wird jetzt der eine oder andere Gedanken auch schon wieder hochkommen und du wirst vielleicht mit dem Gedanken ein bisschen abdriften,
Dich in die Geschichte sozusagen mit hinein verwickeln lassen.
Und dann merkst du das irgendwann.
Du merkst,
Ach jetzt war ich schon wieder ganz in den Gedanken vertieft und das ist der magische Moment.
Das ist immer der schöne Moment,
Immer wieder.
Wenn du das merkst und sei da nicht ungeduldig mit dir,
Sondern nimm dich selbst ganz freundlich,
Innerlich an der Hand und bring dich zurück zu deiner Mitte,
Zu deiner Atmung.
Das ist wieder der Einatmen,
Das wieder der Ausatmen.
Einatmen,
Ausatmen.
Das vielleicht jetzt wieder ein Gedanke.
Vielleicht bist du auch wieder ein bisschen mit dem Gedanken mitgegangen.
Dann ganz freundlich nimm dich selbst wieder bei der Hand,
Bring dich zurück zur Atmung.
Der Einatmen,
Der Ausatmen.
Ein,
Aus.
Neben den Gedanken kommen manchmal Gefühle dazu.
Vielleicht kannst du sie gar nicht benennen oder einordnen und das ist auch nicht wichtig.
Wir wollen das jetzt gar nicht benennen.
Genau wie die Gedanken dränge die Gefühle nicht weg.
Sie sind da und das ist gut und wir schauen nach innen.
Das sind die Gedanken,
Die uns manchmal wegtragen.
Das ist nicht schlimm,
Denn wir wissen jetzt,
Wie wir uns wieder gut zentrieren können.
Immer ganz freundlich mit uns selbst und auch wenn innere Widerstände auftauchen,
Vielleicht Ungeduld oder einfach ein komisches Gefühl in der Bauchgegend,
Dann schauen wir uns das an.
Wir sind uns bewusst,
Dass wir beobachten und lassen das einfach zu.
Immer wieder dann auf den Atem zurück.
Nicht um zu verdrängen,
Sondern um einfach in der Beobachterposition zu bleiben oder da wieder hin zurück zu kommen.
Immer wieder der Einatmen,
Der Ausatmen.
Immer wieder du selbst umgeben von allem was dich umströmt,
Die äußeren Einflüsse und deine inneren Einflüsse,
Die da sind,
Die wir nicht verdrängen,
Aber mit denen wir uns auch nicht zu identifizieren brauchen.
Und immer wieder die Konstante,
Der Atem.
Ich werde dich hier nun verlassen und du kannst für dich in deiner eigenen Zeit noch sitzen bleiben.
Jedes Mal wenn du merkst,
Dass ein Gedanke dich mit davon trägt,
Freue dich über diesen kleinen magischen Moment des Erkennens und bringe dich wieder ganz zentriert zur Atmung zurück.
Wenn ein Gefühl oder im Körper ein komisches Gefühl auftaucht,
Auch hier nicht verdrängen,
Sondern ganz geduldig mit sich selbst und wieder zurück zur Atmung.
Das ist das Beobachten,
Das sich selbst kennenlernen.
Das ist das,
Was dir Stabilität,
Frieden und die Erkenntnis deiner wahren Essenz schafft.
Ich wünsche dir noch eine gute Zeit in der Meditation.
Mach es gut und viel Freude beim Praktizieren.
Namaste.
Deine Julia
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