
Einschlafen Mit Einer Geschichte
by ZenHealth
Lass dich in den Schlaf begleiten von einer berührenden Geschichte des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh. Diese Meditation und Geschichte lädt dich ein, deinen Körper zu entspannen, den Tag loszulassen und innerlich zur Ruhe zu kommen. Die Geschichte vom Fluss und den Wolken schenkt dir tiefe Einsichten über Vergänglichkeit, Loslassen und das Heimkommen zu dir selbst. Eine liebevolle Einladung, den Tag in Frieden zu beschliessen – und sanft hinüberzugleiten in den Schlaf. Ich wünsche dir jetzt schon einmal eine gute und erholsame Nacht.
Transkription
Ganz herzlich Willkommen zu dieser Einschlafhilfe und schön,
Dass Du hier bist.
Ich werde Dich heute mit einer wunderschönen Geschichte von Technathan in eine tiefere Entspannung und in den Schlaf begleiten.
Mach es Dir dazu,
Also an Deinem Bett bequem und gemütlich und leg Dich am besten so hin,
Wie Du gerne einschläfst.
Schau auch,
Ob Du noch etwas Deinen Körper leicht bewegen magst,
Vielleicht möchtest Du Dich noch ein wenig strecken und räkeln,
Sodass Du wirklich bequem und entspannt liegen kannst.
Oft geben wir uns zu schnell mit einer Körperhaltung zufrieden.
Auch hier beginnt bereits Deine Selbstfürsorge,
Dass Du für Dich schaust,
Ob Du an Deiner Liegeposition vielleicht noch etwas verändern möchtest und Du kannst die Augen sanft schließen,
Wenn Du magst und schau auch,
Ob Du unnötige Anspannung,
Die eventuell noch spürbar ist,
Ganz bewusst lockern und loslassen kannst.
Einfach den Impulsen Deines Körpers folgen,
Während Du ihn spürst und ihm mehr und mehr erlaubst,
Zur Ruhe zu kommen.
Lass Deinen Atem ganz natürlich fließen und erlaube Dir,
In diesem Moment ganz anzukommen.
Spüre den Körper,
Wie er jetzt Dir liegt und nimm den Kontakt zum Bett wahr.
Spüre den Kontakt zum Kissen und zur Matratze,
Die Berührung zur Decke,
Nimm auch die Wärme und die Schwere Deines Körpers wahr und spüre Deinen Körper als Ganzes.
Wie er jetzt Dir liegt und atmet.
Nimm auch Deinen Atem wahr,
Wie er sanft Deinen Körper bewegt.
Einfach den Atem spüren.
Vielleicht bemerkst Du die Atembewegung im Körper,
Das sanfte Heben und Senken der Bauchdecke oder des Brustkorbs,
Die Schultern sind entspannt,
Der Rücken ist entspannt.
Stirn und Augen sind entspannt.
Der Kiefer ist ganz locker und entspannt.
Der ganze Körper ist entspannt.
Und mit jedem Atemzug bist Du ruhiger.
Dein Körper fühlt sich immer schwerer und entspannter an.
Alles um Dich herum wird leiser,
Wie ein ruhiger Fluss,
Der still und langsam sich bewegt und in dem die Abendsonne glitzert.
Und aus dieser inneren Ruhe heraus lade ich Dich nun ein,
Der folgenden Geschichte zu vertauschen,
Mit dem Namen der Fluss,
Geschrieben von Thich Nhat Hanh.
Einst suchte ein schöner Fluss seinen Weg durch die Hügel,
Wälder und Wiesen.
Er begann als fröhlicher Wasserstrahl,
Als Quelle,
Die tanzend und singend den Berg hinab blieb.
Damals war er sehr jung.
Als er das Flachland erreichte,
Verlangsamte sich sein Lauf.
Er dachte daran,
Zum Ozean zu reisen.
Als er größer wurde,
Lernte er,
Schön zu sein und wandte sich anmutig durch die Hügel und Wiesen.
Eines Tages bemerkte er die Wolken in sich selbst,
Wolken mit allen möglichen Farben und Formen.
Damals machte er nichts,
Als Wolken nachzujagen.
Er wollte eine Wolke besitzen,
Sie für sich haben.
Doch die Wolken schweben und ziehen über den Himmel und verändern ständig ihre Form.
Manchmal sehen sie wie ein Mantel aus,
Dann wieder wie ein Pferd.
Und der Fluss litt stark,
Weil sich in den Wolken die Natur der Unbeständigkeit so deutlich zeigte.
Vergnügt und fröhlich war er nur noch,
Wenn er den Wolken nachjagte,
Einer nach der anderen.
Und so ergriff Verzweiflung,
Wut und Hass von seinem Leben bis jetzt.
Dann kam einmal ein starker Wind und blies alle Wolken vom Himmel fort.
Der Himmel wurde völlig leer.
Unser Fluss dachte sich,
Das Leben sei nicht mehr lebenswert,
Weil es keine Wolken mehr gab,
Denen er nachjagen konnte.
Und er wollte sterben.
Wieso soll ich noch leben,
Wenn es keine Wolken mehr gibt?
Aber wie kann sich ein Fluss das Leben nehmen?
In jener Nacht hatte der Fluss Gelegenheit,
Zum ersten Mal zu sich selbst zurückzukehren.
Er war so lange etwas nachgelaufen,
Das sich außerhalb von ihm befand,
Dass er sich selbst nie gesehen hatte.
In jener Nacht hatte er zum ersten Mal Gelegenheit,
Das eigene Rufen zu hören,
Die Geräusche des Wassers,
Das gegen die Ufer schlug.
Und weil er seiner eigenen Stimme zuhören konnte,
Entdeckte er etwas sehr Wesentliches.
Er erkannte,
Dass das,
Wonach er die ganze Zeit Ausschau hielt,
Schon in ihm war.
Er fand heraus,
Wolken sind nichts als Wasser,
Wolken werden vom Wasser geboren und kehren zu ihm zurück.
Und der Fluss sah,
Dass auch er aus Wasser ist.
Als die Sonne am nächsten Morgen am Himmel stand,
Entdeckte der Fluss etwas Wunderschönes.
Er sah zum ersten Mal den blauen Himmel.
Er hatte ihn noch nie bemerkt.
Er hatte sich bloß für Wolken interessiert.
Und ihm war der Himmel völlig entgangen,
Die Heimat aller Wolken.
Wolken sind unbeständig,
Doch der Himmel bleibt sich gleich.
Er begriff,
Dass der unermessliche Himmel von Anbeginn in seinem Herzen gewesen war.
Und diese tiefe Einsicht brachte ihm Frieden und Glück.
Der Fluss sah den weiten,
Wundervollen Himmel und wusste,
Dass ihm Frieden und Beständigkeit nie verloren gehen würden.
Am Nachmittag kehrten die Wolken zurück.
Doch diesmal wollte der Fluss nicht eine einzige besitzen.
Er konnte die Schönheit jeder Wolke sehen und sie alle willkommen heißen.
Wenn eine Wolke vorüberzog,
Grüßte er sie aus vollem,
Gütigem Herzen,
Und wenn die Wolke weiterziehen wollte,
Winkte er ihr aus demselben Herzen nach.
Er erkannte,
Alle Wolken sind er selbst.
Er musste sich nicht entscheiden,
Nicht für die Wolken,
Nicht für sich selbst.
Und zwischen ihm und den Wolken waren Frieden und Harmonie.
An jenem Abend geschah etwas Wunderbares,
Als der Fluss sein Herz vollkommen dem Abendhimmel öffnete,
Empfing er das Bild des Vollmondes,
Schön rund,
Wie ein Juwel in seinem Inneren.
Er hatte nie gedacht,
Dass er ein so schönes Bild empfangen könne.
Es gibt ein wunderschönes chinesisches Gedicht.
Der neue und schöne Mond zieht über den äußerst leeren Himmel.
Wenn die Geistflüsse der Lebewesen frei sind,
Wird sich das Bild des schönen Mondes in jedem von uns spiegeln.
So sann der Fluss in diesem Augenblick.
Er empfing das Bild des schönen Mondes im Herzen,
Und Wasser,
Wolken und Mond nahmen sich an den Händen und übten die Meditation im Gehen,
Langsam,
Langsam zum Ozean hin.
Es gibt nichts,
Dem nachzujagen wäre.
Wir können zu uns selbst zurückkehren,
Unseren Atem genießen,
Unser Lächeln,
Uns selbst und unsere schöne Umgebung.
Und mit diesen Worten endet diese kleine Geschichte von Thich Nhat Hanh über den Fluss.
Und da es nichts mehr nachzujagen gibt,
Erlaube Dir,
Zu Dir selbst zurückzukehren,
Zu Deinem Atem,
Deinem Lächeln,
Deinem warmen Bett.
Gedanken sind wie Wolken,
Sie kommen und gehen,
Und Du liegst hier und atmest und ruhst in Deinem Körper,
Einfach nur in der Schwere des Körpers sein.
Einfach nur den Körper spüren,
Einfach hier liegen und ruhen,
Während Du langsam einschläfst.
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