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#8 Yoga und Depression - Teil 1

by YOGASTRONG mit Alexa Katharina

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Wie wirkt sich eigentlich Yoga auf Depressionen aus? Kann ich denn Yoga machen, wenn ich Depressionen habe? Und ab wann ist eine Depression eigentlich eine Depression oder habe ich vielleicht "nur" eine depressive Verstimmung? Ich habe dem Experten in Sachen Depression und Psychotherapie Ole Denzler in meinem Podcast zu Gast und stell ihm all diese Fragen!

Transkription

Dein Podcast für Yoga und mentale Gesundheit.

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcast Folge.

Heute dreht sich bei uns alles um das Thema Yoga und Depressionen.

Ich habe heute wieder einen ganz tollen Gast hier zu Besuch,

Nämlich den Ole Denzler.

Vielleicht kennst du ihn schon von einer anderen Podcast Folge.

Heute dreht sich alles um Yoga und Depressionen und da wollte ich euch natürlich einen Spezialisten mit dazu holen.

Ole,

Vielleicht magst du dich jetzt einmal kurz vorstellen.

Okay,

Also Ole Denzler ist mein Name und ich bin Ausbildungstherapeut für Erwachsene und die Schule,

Die ich quasi mache als Therapeut,

Ist die Verhaltenstherapie und ich arbeite nebenher eben noch in der Ambulanz und mache da auch ambulante Psychotherapie.

Zu Beginn habe ich jetzt eine ganz grundlegende Frage.

Ole,

Du weißt,

Yoga Strong beschäftigt sich ja auch mit Yoga und mentaler Gesundheit und ein großes Thema,

Das immer immer wieder aufkommt,

Sind Depressionen.

Ole,

Was sind denn jetzt eigentlich Depressionen?

Also Depressionen ist ein klinisches Störungsbild,

Das heißt also eine Kategorie oder Störung,

Die wir eben diagnostizieren,

Um die Menschen zu behandeln.

Das heißt,

Jede Depression ist anders,

Würde ich sagen,

Aber man hat sich irgendwann eben darauf geeinigt,

Dass bestimmte Kriterien besonders wichtig sind bei einer Depression und dass die über einen gewissen Zeitraum vorliegen müssen,

Damit man das Depression nennen kann.

Genauer könnte ich vielleicht sagen,

Es sind fünf Kriterien,

Die muss man erfüllen über einen Zeitraum von vier Wochen,

Wobei zwei Wochen am Stück eigentlich durchgehend den ganzen Tag diese Kriterien vorlegen müssen.

Als Beispiel,

Die Hauptkriterien sind Antriebslosigkeit,

Interessenverlust und zu Nebenkriterien sind sowas wie Appetitlosigkeit,

Schlafmangel,

Sinkender Selbstwert oder auch Gedanken an den Tod kann auch ein Kriterium sein und es gibt noch ein paar andere.

Ole,

Eine Depression ist ja eigentlich eine psychische Krankheit,

Aber kann man das jetzt auch Krankheit nennen,

Weil ich sehe diese Krankheit ja gar nicht.

Also man hat sich jetzt auch den Begriff Störung geeinigt eher als Krankheit,

Das heißt,

Es liegt eine Störung vor und man sieht es den Menschen nicht an,

Zumal man ja auch,

Sage ich mal,

Depressiv verstimmt sein kann so einen Tag.

Ich denke,

Das kennt jeder von uns,

Dass man einen Tag hat,

Der einfach nicht gut ist und der auch nicht besser wird.

Da muss man schlafen und am nächsten Tag mal gucken,

Wie der Tag wird.

Das ist keine Depression.

Wirklich sehen kann man das eben nicht.

Das muss schon was sein,

Was konstant zwei Wochen am Stück eigentlich den ganzen Tag vorliegt und wenn man mal so bei sich reinschaut,

Wie das denn war,

Würde ich sagen,

Die meisten Menschen hatten das nicht.

Zwei Wochen konstant am Stück.

Da würden wir sagen,

Sprechen wir von einer Störung,

Wenn das vorliegt,

Weil es die meisten Menschen nicht haben und weil es dazu führt,

Dass wir erheblich viele Dinge nicht mehr tun können.

Du sprichst jetzt von einer Störung.

Gibt es da auch verschiedene Stufen,

Woran man sowas festmachen kann?

Also die Depression generell kann man in leicht,

Mittel und schwer unterteilen.

Es gibt dann noch ein paar feinere Unterschiede,

Aber das würde glaube ich zu weit führen.

So mit Wahnvorstellungen oder sowas gibt es auch depressive Syndrome,

Wo das mit reinspielt.

Aber ich sage mal so die klassische in Anführungsstrichen Depression hat drei Stufen.

Wenn ich jetzt selbst merke,

Dass es mir längere Zeit nicht so gut geht und vielleicht vermute,

Dass ich eine Depression habe,

Wann sollte ich denn dann aus psychotherapeutischer Sicht einen Therapeuten aufsuchen?

Also ich würde sagen,

Eben diese schlimmen Tage oder diese Tage,

Wo es einem einfach nicht gut geht und wo die Stimmung auch nicht besser wird,

Das ist was ganz Normales.

Ich würde therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen,

Wenn ich mich nicht mehr von,

Sagen wir mal,

Gedanken distanzieren kann,

Die mich runterziehen.

Sowas wie Schuld ist ganz häufig ein Thema,

Dass man sich an vielen Dingen die Schuld gibt oder auch Gedanken an den Tod,

Dass man da sich nicht mehr distanzieren kann von diesen Gedanken.

Ein anderes wichtiges Alltagskriterium ist vielleicht auch,

Dass man nicht mehr schwingt,

So nennen wir das.

Das heißt weder hoch noch runter.

Man versteht eigentlich gar keine Emotionen mehr,

Man kann überhaupt nicht mehr mitlachen,

Nicht mehr mitweinen.

Man fühlt einfach wenig und wenn das ganz lange anhält,

Würde ich sagen,

Sollte man sich Hilfe suchen.

Bei mir war das so,

Dass ich ziemlich lange unter Depressionen gelitten habe und ich war dann sehr,

Sehr traurig teilweise.

Auf der anderen Seite gab es bei mir sehr lange Zeitabschnitte,

Wo ich eben gar nichts gefühlt habe.

Es war mir nicht egal,

Aber mein Körper war leer.

Ich habe keine Freude empfunden.

Ich kannte das nicht.

Es war einfach leer und das hat mir auch so schwer getan bzw.

In dieser Zeit ist es mir extrem schwer gefallen,

Aus dem Bett aufzustehen,

Mir überhaupt was zum Essen zu machen und meinen Alltag so zu bewältigen.

In wie weit kennst du das oder kannst du uns vielleicht zwei Stereotypen erklären oder sagen,

Wie so eine Depression aussehen kann?

Also es gibt eben ganz viele unterschiedliche Depressionen,

Würde ich sagen.

Was typisch ist zum Beispiel,

Ist eben diese Antriebslosigkeit.

Dieses morgens nicht aus dem Bett kommen,

Finde ich ein ganz gutes Beispiel.

Eben diese Antriebslosigkeit.

Man braucht enorm viel Energie,

Um eigentlich alltägliche Dinge zu tun,

Wie zu frühstücken oder aufzustehen.

Alles verbraucht gefühlt zehnmal so viel Energie.

Das ist typisch.

Was auch typisch ist,

Ist sowas wie ein Hilflosigkeitserleben.

Manche Menschen fühlen sich dann auch durch alltägliche Probleme völlig überfordert,

Sei das ein Telefonat zu führen oder eine E-Mail zu schreiben.

Das kann auch sein,

Dass Menschen sich total aufgeschmissen fühlen und nicht wissen,

Wie sie das machen sollen.

Also das ist auch was ganz typisches.

Ich war ja 2015 dann in Therapie für insgesamt acht Wochen.

In dieser Therapie habe ich dann auch zum ersten Mal Yoga gemacht,

Beziehungsweise im Zusammenhang mit so einer Therapie und habe dann festgestellt,

Dass mein mentaler und mein körperlicher Zustand in Zusammenhang stehen.

Und irgendwie dachte ich dann,

Dass die beiden voneinander profitieren.

Was sagst du aus psychotherapeutischer Sicht dazu?

Man ist ja irgendwie ganz weggekommen von dem Konzept,

Dass Körper und Geist getrennt sind.

Ich denke,

Jeder würde heutzutage davon ausgehen,

Dass das eine Einheit ist.

Und alles,

Was den Körper aktiviert,

Aktiviert auch den Geist.

Also die Erfahrung,

Die du da gemacht hast,

Die würden viele Menschen machen,

Dass wenn ich meinen Körper wieder zum Laufen bringe,

Dass ich mich auch wieder besser konzentrieren kann,

Wieder ausdauernder bin in meiner Aufmerksamkeit oder Aufnahmefähigkeit.

Das ist was,

Was wir immer wieder beobachten und was ganz klar zusammenhängt oder eine Einheit ist.

Körper und Geist zu trennen,

Das macht eigentlich heute theoretisch auch gar keinen Sinn mehr.

Inwiefern oder in welchen Formen wird denn heutzutage Bewegung schon in der Psychotherapie eingesetzt?

Also als Verhaltenstherapeut hat man eigentlich oder es gibt ja quasi Lehrbücher und das Erste,

Was man so macht,

Typischerweise in der Depression,

Ist ein Aktivitätenaufbau.

Das heißt,

Der Patient bringt einen Wochenplan mit,

Ähnlich wie einen Stundenplan,

Wo er aufschreibt,

Was er so tut und wie er sich dabei fühlt.

Und dann wird systematisch in diesen Wochenplan Aktivitäten eingebaut.

Ganz wichtig ist Bewegung und sozialer Kontakt.

Das sind zwei wichtige Punkte,

Wo man weiß,

Sage ich mal jetzt mal umgangssprachlich,

Das bringt den Motor so langsam wieder ins Laufen.

Hast du schon mal gehört,

Dass Yoga auch in der Psychotherapie eingesetzt wird?

Also viele meiner Patienten machen das ganz von sich aus.

Ich denke,

Der spezielle Einsatz,

Der wird jetzt nicht vom Therapeuten vorgeschlagen,

Aber ganz viele Patienten entwickeln da auch eine Affinität zu,

Weil sie sich da auch sehr wohl fühlen und weil ich auch glaube,

Dass Yoga so ein paar Elemente hat,

Die ganz hilfreich sind bei Depressionen.

Hast du denn da selbst schon mal positive Beispiele erlebt,

Wo ein Patient gesagt hat,

Okay,

Diese Bewegungen oder Yoga haben mir in der Therapie geholfen?

Absolut,

Also wenn man das schafft,

Mit dem Patienten die Aktivitäten aufzubauen,

Berichten die allermeisten von einer deutlichen Verbesserung auch schon kurzfristig.

Das hier war Teil Nummer 1 unserer Folge Yoga und Depression.

Ich freue mich auf nächste Woche.

Bis bald und Namaste.

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