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Die Inselfrau | EINSCHLAF-MÄRCHEN & MEDITATION

by Alexandra Matthes

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Meditation
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Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion) und eine Geschichte zum Einschlafen aus Litauen. 🇱🇹 Janis, der jüngste von sieben Söhnen zieht immer wieder den Neid seiner Brüder auf sich. Sie versuchen, ihn beim dem König durch Falschaussagen zu degradieren. Doch Janis hat ein sprechendes Pferd, das ihn mehrmals zur Inselfrau schickt, um die Aufgaben das Königs erfüllen zu können. Es ist mal wieder ein ganz klassisches Märchen in dem zum Schluß "das Gute" siegt. Die Abendroutine vorneweg enthält eine Meditation, Dankbarkeit-Praxis und Tages-Reflexion zur feierlichen Verabschiedung des Tages. Meine mit Musik und Klängen untermalten Einschlaf-Geschichten sind für Kinder und Erwachsene geeignet - einfach für alle, die mit sanfter Stimme und friedlichen Hintergrundtönen freundlich und liebevoll in den Schlaf begleitet werden möchten.

Transkription

Mach es dir in deinem Bett bequem und wenn du willst,

Dann recke und strecke dich nochmal und atme dabei ganz tief ein und aus.

Wenn du dann soweit bist,

Schließe sanft deine Augen und spüre nach,

Spüre dich da liegen.

Jetzt und hier am Ende dieses Tages und beobachte noch für eine Weile deine Atemzüge,

Das sanfte Ein- und Ausströmen der Luft und lass dabei deine Muskeln immer entspannter werden.

Lass los,

Gemütlich,

Angenehm,

Angenehm,

Gemütlich.

Der Tag ist vorbei und du kannst jetzt nochmal die Bilder deines Tages vor deinem inneren Auge vorbeiziehen lassen,

Ganz gleich,

Ob chronologisch oder einfach so,

Wie es sich gerade ergibt.

Was ist heute so passiert?

Bitte für deine Bilder des Tages und dann lass dir doch nochmal in den Sinn kommen,

Wofür du heute besonders dankbar bist.

Sammle mindestens drei Dinge zusammen,

Für die du dankbar bist.

Lasse die Bilder der Dankbarkeit,

Die Bilder des Tages hinter dir,

So als würdest du durch eine wunderschöne Landschaft fahren,

Immer geradeaus.

Während die Sonne langsam untergeht,

Ganz entspannt und gemütlich und so fährst du dahin und spürst vielleicht,

Wie du schon immer müder und schläfriger wirst,

Wie du ganz schwer und angenehm in die Matratze sinkst.

Lass los.

Es gibt nichts mehr zu tun,

Als einfach nur zu ruhen,

Zu entspannen und nach und nach ins Land der Träume einzutauchen.

Und ganz nebenbei,

Lese ich dir eine kleine Geschichte vor.

Einstmals hatte ein Gutsherr sieben Söhne,

Doch als er schwer krank wurde,

Wollte er keinem von seinen sieben Söhnen das Gut übergeben,

Denn er dachte,

Ich kann ja wieder gesund werden und sie könnten dann hartherzig gegen mich sein.

Aber ihn trug seine Hoffnung und er starb eher,

Als er geglaubt hatte.

Die Söhne aber wussten nach dem Begräbnis des Vaters weder,

An wen der Hof nun fallen sollte,

Noch,

Wie sie ihn sich teilen könnten.

Der eine will ihn haben und der andere auch.

Da vertranken und verspielten sie schließlich das Gut und so hatte nun jeder gleich viel davon,

Nämlich nichts.

Sie kamen dann überein,

Sie wollten gemeinsam irgendwo einen Dienst antreten.

Also zogen sie aus,

Einen größeren Bauern zu suchen,

Der sie alle sieben in den Dienst aufnimmt.

Als sie einen solchen Bauern gefunden hatten,

Vereinbarten sie einen Dienst auf ein Jahr und blieben bei ihm.

Nun kam die Heumat und sie machten sich auf,

Das Gras zu mähen.

Als sie nach einem Tag schon ein gutes Stück Wiese abgemäht hatten,

Da kamen sie am nächsten Morgen wieder und sahen,

Irgendjemand hat alles am Tag zuvor gemähte Gras weggenommen.

Und so geschah es an einem Tage,

Am zweiten und am dritten.

Sie kamen überein,

In der Nacht eine Wache aufzustellen,

Um zu sehen,

Wer da kommt und das Heu wegnimmt.

So blieb der Älteste über Nacht als Wächter und die anderen gingen nach Hause.

In der Nacht kam eine Stute mit sieben stattlichen Hengstfohlen.

Sie gingen die Mähbahnen entlang und fraßen alles dort liegende Heu auf.

Der Älteste Bruder versuchte immer wieder,

Die Pferde zu fangen.

Doch er konnte nichts ausrichten und das ganze Heu wurde aufgefressen.

Als die Brüder nun am Morgen zum Mähen kamen,

Fragten sie den Ältesten,

Na,

Hast du gut aufgepasst?

Diese antwortete,

Da kam eine Stute mit sieben Hengstfohlen und sie haben alles aufgefressen,

Immer die Mähbahnen entlang.

Du Dummkopf,

Warum hast du sie denn nicht gefangen?

Und der Älteste sagte,

Ich habe sie die ganze Nacht zu fangen versucht.

Doch ich konnte nichts ausrichten.

In der folgenden Nacht wacht ein anderer,

In der dritten wieder ein anderer,

Aber keiner hatte Erfolg.

In der siebten Nacht war nur noch der jüngste Bruder Jannes übrig.

Da kam wieder die Stute mit ihren Hengstfohlen zum Heuhaufen,

Um zu fressen.

Sofort packte der Jüngling die Stute und sie begann zu sprechen.

Wenn du nach Hause geritten kommst,

Dann nehmen sich deine Brüder mit Gewalt die guten Fohlen und für dich wird nur das Kleinste übrig bleiben.

Doch kräme dich nicht,

Nimm das Kleinste und tue immer,

Was es dir sagt.

Dann wird alles gut ausgehen.

Und so kam es denn auch.

Kaum war Jannes nach Hause geritten,

Da teilten die älteren Brüder auch schon die besseren Pferde unter sich auf und ließen Jannes nur das Kleinste übrig.

Sie waren selber sieben und es waren ja auch sieben Hengstfohlen.

Es fehlte keines und keines war zu viel.

Dann sprachen sie untereinander,

Wohin reiten wir jetzt?

Ach,

Reiten wir doch zum König und treten in seine Dienste.

Als sie zum Schloss ritten,

Fanden sie auf dem Wege eine Feder.

Die wollte Jannes gerne haben.

Er stieg also ab und hob die Feder auf.

Aber sein Pferdchen sagte,

Du wirst dadurch in große Not kommen.

Aber nein,

Jannes gehorchte nicht und nahm die Feder mit.

Sie ritten zum König und traten in den Kriegsdienst.

Jannes freute sich sehr über die Feder und steckte sie an seine Mütze.

Bald hierhin,

Bald dorthin.

Der König bemerkte die Feder und nahm sie ihm ab.

Doch für die Feder gab ihm der König einen höheren Rang.

Die Brüder aber packte die Wut darüber,

Dass er,

Der Jüngste,

Höher gestellt war als sie.

Sie fingen an,

Jannes beim König zu verklagen.

Gnädiger Herr König,

Unser Jannes schüttet sich aus vor Lachen,

Dass du,

Der König,

Dich über solch Nichtigkeiten wie seine Feder freust.

Er behauptet,

Er hätte auch noch den Vogel selbst.

Der König rief Jannes sofort zu sich und herrschte ihn an.

Gib mir den Vogel selbst.

Jannes aber erschrak,

Denn er wusste ja,

Dass er den Vogel nicht hatte.

Was sollte er tun?

Er ging zu seinem Pferdchen und fragte es,

Was er machen sollte.

Das Pferdchen antwortete,

Der Vogel ist im Besitz der sagenumwobenen Inselfrau.

Komm,

Reiten wir hin,

Ganz gleich,

Wie es ausgeht.

Und sie ritten zum Meer und kamen an ein Haff.

Das kleine Pferdchen sagte zu Jannes,

Schlage mit einem Tüchlein nach der einen und nach der anderen Seite,

So wird das Wasser auseinander gehen.

Also schlug er mit einem Tuch und das Wasser trat auseinander.

Sie ritten nun auf die Insel und zum Haus der geheimnisvollen Inselfrau.

Das Pferd gebot ihm,

Ihnen einen Kater zu verwandeln,

Im Obstgarten herumzuspazieren und laut zu miauen.

So tat er auch.

Er ging hin,

Ließ sich in einen Kater verwandeln und lief im Obstgarten umher.

Als die schöne Inselfrau ihn entdeckte,

Lockte sie ihn.

Sie nahm ihn mit in die Gästestube und gab ihm Milch zu trinken.

Er sah,

Dass dort der gesuchte Vogel in einem Käfig saß.

Als die Inselfrau sich zum Mittagsschlaf hingelegt hatte,

Verwandelte sich Jannes zurück,

Packte den ganzen Käfig,

Lief aus dem Hause und ritt mit seinem Pferd davon.

Als sie am Haff ankamen,

Trennte er das Wasser wieder und als er zum anderen Ufer geritten war,

Schlug das Wasser hinter ihnen wieder zusammen.

Jannes ritt zum Schloss,

Übergab dem König den Vogel und erhielt dafür einen schrecklich hohen Rang.

Die Brüder packte darauf eine noch größere Wut.

Sie hätten ihn am liebsten aufgefressen.

Eines Tages schrieb ein anderer König an diesen,

Dass er in dem und dem Monat,

An dem und dem Tag gegen ihn einen Krieg beginnen wolle.

Da war der König in großer Bedrängnis,

Denn er hatte nur ein kleines Land.

Der andere aber,

Der geschrieben hatte,

Hatte ein großes.

Da sagten die Brüder zum König,

Dass Jannes einen Säbel habe,

Der von selbst ein ganzes Heer niedermachen könne.

Der König rief Jannes sofort zu sich und gebot ihm,

Den Säbel zu zeigen.

Jannes aber antwortete,

»Durchlauchtigster König,

Einen solchen Säbel habe ich nicht!

« Sollte ihm der König das glauben?

Wenn seine Brüder es sagten,

Dann muss er doch einen solchen Säbel haben.

Jannes ging zu seinem kleinen Pferd.

»Was soll ich jetzt machen?

Woher kann ich einen Säbel bekommen,

Der allein ein ganzes Heer niedermacht?

« Das Pferd antwortete,

»Die Inselfrau hat ihn.

Reiten wir beide auf gut Glück zu ihr.

« Und sie ritten beide zum Haff.

Jannes schlug wieder mit dem Tuch das Wasser und es teilte sich auseinander.

Auf der Insel angekommen,

Sagte sein Pferdchen zu ihm,

»Ich verwandle dich in ihren wunderschönen Vogel und du fliege im Hof umher.

« Also wurde Jannes in jenen Vogel verwandelt,

Flatterte umher und sang.

Sofort kam die Inselfrau in den Hof gelaufen,

Sie griff das Vögelchen und sprach,

»Mein liebes Vögelchen,

Bist du zu mir nach Hause zurückgeflogen?

« Und sie trug ihn in die Gästestube und gab ihm Zucker zu picken.

Jannes sah den Säbel an der Wand hängen.

Und als sich die Inselfrau wieder zum Mittagsschlaf hinlegte,

Ließ sich Jannes zurück verwandeln,

Packte den Säbel und lief damit aus dem Haus.

Er ritt zum Wasser,

Teilte das Meer und als er am anderen Ufer war,

Schlug das Wasser wieder hinter ihm zusammen.

Schließlich brachte er den Säbel zum König und zeigte ihn ihm.

Da kam der Tag des angegebene Monats und sie traten zum Kriege an.

Als Jannes jedoch seinen Säbel losließ,

Zog sich das gegnerische Heer sofort zurück und gab sich geschlagen.

Der König bekam nun auch noch das andere größere Königreich und machte Jannes zum Höchsten nach ihm selbst.

Jannes fasste all seinen Mut zusammen und er bat vom König den Vogel und den Säbel zurück.

Der zufriedene König gewährte ihm seine Bitten und so ritt Jannes zum dritten Mal zur Inselfrau.

Demütig trat er vor sie,

Ergab ihr den Vogel und den Säbel zurück und verneigte sich tief vor ihr.

Sie bat ihn ins Haus und er berichtete,

Was geschehen war und bot an,

In ihre Dienste zu treten.

Die Inselfrau verzieh ihm und sie schlossen Freundschaft.

Man sagt sogar,

Sie hätten später geheiratet und wären König und Königin geworden.

So beschämte er wieder seine neidischen Brüder.

Doch je mehr manche Neider einem Menschen übel wollen,

Desto besser gelingt diesem Menschen alles.

Jannes und die Inselfrau jedoch lebten glücklich und in Frieden.

Und wenn sie nicht gestorben sind,

So leben sie auch heute noch.

Und dir wünsche ich eine gute Nacht mit schönen Träumen.

4.8 (59)

Neueste Bewertungen

LongCovid

December 13, 2025

Die beruhigendsten Worte und schönsten Märchen zum Einschlafen 💫✨🌙 Es gibt niemanden der besser ist als Du!

Silke

August 14, 2025

Immer wieder schön!

Dirk

August 11, 2025

Das war sehr schön und lebt von Deiner wunderbaren Stimme. Ich habe mal ausprobiert und denke, es ist wirklich was fürs Bett. 😉🙏

Michèle

August 3, 2025

Sooo eine beruhigende und schöne Stimme. Vom Märchen bekomme ich allerdings nie viel mit, weil ich immer gleich einschlafe. 🙂 Danke

Frank

July 26, 2025

Vielen Dank für die schöne Geschichte., die ich tatsächlich noch nicht kannte und diesmal sogar bis zum Schluss hörte… Namaste 🙏🏻 und beste Grüße aus Montana 🧘🏼‍♂️

Cori

July 26, 2025

Die Entspannungsmeditation vor der Einschlafgeschichte war so gut angeleitet, daß ich von der Geschichte selbst kaum etwas mitbekommen habe 😉. Ich werde sie mir heute erneut anhören. Vielen Dank 🙏

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