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Der Prinz und der Betteljunge | Meditation & Geschichte

by Alexandra Matthes

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Lasse Dich durch eine gemütliche Abendmeditation tragen und höre dann die berührende Geschichte von zwei jungen Männern, die ihr Leben miteinander tauschen. Die Geschichte beruht auf dem Roman "Der Prinz und der Bettelknabe" von Mark Twain, wurde von mir zum Einschlafen gekürzt und leicht abgewandelt. Die Meditation beinhaltet einen kleinen Tagesrückblick, Dankbarkeitspraxis & Entspannungs-Elemente – ideal zum Einschlafen, Loslassen und Auftanken. Was in der Geschichte passiert: London im 16. Jahrhundert: Ein Betteljunge und der Prinz von Wales sehen einander zum Verwechseln ähnlich. Sie vertauschen ihre Kleider und tauchen ins Leben des anderen ein. Wie bei all meinen Einschlafgeschichten gilt: Alles wir zum Schluß gut. Du kannst also jederzeit beruhigt einschlafen.

Transkription

Der Prinz und der Bettelknabe.

Meditative Abendentspannung.

Und eine Geschichte frei nach Mark Twain.

Bring nochmal ein klein wenig Bewegung in deinen Körper.

Wenn du möchtest,

Drecke und strecke dich.

Und atme dazu ganz tief ein.

Seid ihr bereit,

Die Augen zu öffnen?

Gibt dir die Bewegungen,

Die dir gerade gut tun?

Begleitet von einem tiefen Atem.

Vielleicht überkommt dich ein Gähnen.

Oder ein angenehmes,

Befreiendes Seufzen.

Wenn du dann soweit bist,

Lasse deinen Atem wieder ganz natürlich und ganz ruhig fließen.

Und schließe,

Wenn nicht schon getan.

Deine Augen.

Komm an!

Jetzt und hier.

In deinem Bett.

Am Ende.

Dieses einmaligen Tages.

Beobachte deinen Atem.

Das sanfte Heben und Senken.

Deines Oberkörpers.

Mit jedem Atemzug.

Möglicherweise spürst du schon.

Du immer entspannter.

Und immer schwerer in deine Unterlage.

In deine Matratze sinkst.

Ich lade dich ein.

Wie nebenbei.

Die Bilder deines Tages vor deinem inneren Auge revue passieren zu lassen.

Gleich,

Wenn ich es sage.

Für eine Minute.

Schau doch mal!

Welche Bilder sich dir zeigen?

Und betrachte diese Bilder deines heutigen Tages.

Ganz wertfrei,

Ganz freundlich.

Ab jetzt?

Deine Bilder des Tages.

Dein Film.

Indem du die Hauptrolle spielst.

Mache dir nochmal die Dinge bewusst.

Die heute besonders schön waren.

Die Leichtbahn.

Die dir Freude bereitet haben.

Und sammeln mindestens drei Dinge zusammen.

Für die du heute dankbar bist.

Dem einen etwas tieferen Atemzug ein.

Und lass mit dem Ausatmen los.

Stell dir vor .

.

.

Du liegst unter einem wundervollen,

Großen,

Weiten Sternenhimmel.

Tracht des die kleinen Sterne.

Hier und da eine Sternschnuppe.

Wünsche dürfen in Erfüllung gehen.

Die Dinge.

Dürfen sich zu deinem Wohl.

Und zu deinem Besten entwickeln.

Einfach so.

Ob du jetzt darüber nachdenkst?

Oder nichts.

Bist sicher und geborgen.

Darfst entspannt ruhen.

In den Momenten der Ruhe.

Und der Entspannung.

Finden all die wichtigen Reparatur- und Heilungsprozesse statt.

Jede Zelle in dir.

Ich weiß ganz genau.

Was zu tun ist.

Immer schläfriger.

Und immer müder.

Darfst du entspannt und zufrieden.

In deine Matratze sinken.

Es gibt jetzt nichts mehr zu tun.

Als einfach nur.

Zu entspannen.

Sich tragen zu lassen.

Mehr und mehr.

Davon zu schweben.

Sicher und geborgen.

Während ich dir eine kleine Geschichte vorlese.

Die sich vor langer,

Langer Zeit zugetragen haben soll.

Es war einmal in London.

Vor langer,

Langer Zeit.

Die Nebel hingen schwer über der Themse.

Und die Glocken der Stadt.

Schicken ihre bronzenen Klänge.

Durch die Straßen und Hinterhöfe.

In einer schmalen dunklen Gasse.

Wuchs ein Junge heran.

Der Tom hieß.

Er wohnte in einem Haus,

Das kaum den Regen abhielt.

Seine Familie bearmen.

Doch Tom hatte seine kleinen Inseln.

Aus Licht und Hoffnung.

Da war eine Nachbarin,

Die ihm Geschichten erzählte.

Ein beschädigter Spiegel?

In dem er Kremassen schneiden konnte.

Ein zerlesenes Büchlein.

Dass er wie einen Schatz hütete.

Darin standen Märchen von Königen und alten Zeiten.

Wenn Tom las,

Befand er sich in Gedanken nicht mehr auf den kalten Stufen im Hof.

Sondern schwebte durch goldne Säle und sprach mit Lords und Ladies.

Am anderen Ende der Stadt.

Lebte Edward.

Der Kronprinz von Wales.

Seine Welt bestand aus glatten Marmorböden,

Gobelins,

Fächern und Fanfaren.

Lehrmeistern,

Die über Landkarten strichen.

Und Hofleuten.

Die in einem fort Eure Hoheit sagten.

Man hütete Edward wie eine seltene Blume.

Doch manchmal,

Wenn die Musik verklang und die Kerzen flackerten,

Sehnte er sich nach etwas,

Das ihm niemand hier geben konnte.

Nach der Luft der Freiheit.

Und nach einem Blick.

Der ihn nicht als Prinzen,

Sondern einfach als Jungen sah.

Eines Tages wagte sich Tom bis ans Palasttor heran.

Nur um einmal die Mauern des königlichen Bauwerks aus der Nähe zu sehen.

Eine Wache stiess ihn grob zurück.

In genau diesem Moment trat oben ein Knabe auf den Balkon.

Dessen Gewand so blau war.

Wie der Sommerhimmel über den Kornfeldern.

Es war Edward.

Und er hatte gesehen.

Wie der Junge zu Boden gestossen wurde.

Mit klarer Stimme rief er.

Bringt mir den Jungen herauf.

Im nächsten Augenblick.

Stand Tom in einem Raum?

Der nach Bienenwachs und Orangen duftete.

Der Prinz.

Trat auf ihn zu.

Ich bin Edward.

Sagte er schlicht.

Und du?

Brachte Tom hervor.

Tom aus einer Ecke,

Die keinen Namen auf euren Karten hat.

Edward lächelte.

Und dann zeichnen wir sie heute ein.

Sie sahen einander an.

Und erstarten.

Es war.

Als blicke jeder in den Spiegel des anderen.

Dieselben Augen.

Die selbe Nase.

Die gleiche Art,

Die Stirn zu runzeln.

Wie seltsam die Welt doch ist.

Murmelte Edward.

Unsere Kleider scheinen in diesem Moment das einzige zu sein,

Das uns unterscheidet.

Baggte einen Scherz.

Wenn eure Hoheit wollen.

Könnte man es leicht andersherum beweisen.

Edward blinzelte.

Und dann lachten beide.

Warum nicht?

Sagte er.

Und so tauschten sie die Kleider.

Als Edward in Toms Lumpen den Hof betrat.

Hielten die Wachen ihn für einen Betteljungen.

Ergriffen ihn und schoben ihn unsanft hinaus.

Tom dagegen,

Wurde im Palast sofort für den Prinzen gehalten.

So begann das Verwechslungsspiel.

Der armgekleidete Edward bemerkte rasch,

Dass die Menschen unfreundlich und barsch auf ihn reagierten.

Er begriff,

Wie wenig das Wort eines Menschen galt,

Der arm gekleidet ist.

Seine feine Sprache brachte ihm Hohn ein.

Hört den da!

Rief man.

Spricht wie ein Pfarrer,

Aber trägt Lumpen wie ein Bettler.

So lernte er,

Die höfischen Wendungen hinunterzuschlucken.

Und versuchte zu reden wie die anderen.

Bald hatte er Hunger,

Seine Füße schmerzten und die Kälte kroch unter die dünnen Stoffe.

Noch nie war er so einsam gewesen.

In einer Seitengasse packte ihn ein Bursche am Arm.

Hast du was zu essen?

Nein?

Dann hau ab,

Bevor es Ärger gibt.

Edward riss sich los und floh.

So irrte er durch die Straßen.

Bis er auf einen Mann namens Miles händen traf.

Miles war von Adligem geblüht.

Hat er als Soldat gedient?

War verletzt heimgekehrt.

Und hat erfahren,

Dass sein jüngerer Bruder ihn um Erbe,

Haus und Hof betrogen hatte.

Seitdem war er heimatlos und hatte nur noch wenige Thaler,

Um zu leben.

Edward offenbarte ihm mit ernster Stimme,

Ich verrate dir ein Geheimnis.

Ich bin der Prinz von Wales.

Habe mich jedoch verkleidet,

Um das echte Leben kennenzulernen.

Miles lächelte müde.

Und ich bin der Herzog Sonnenschein.

Doch etwas in Edwards Haltung.

Ließ ihn innehalten.

Gut,

Mein Junge.

Ob Prinz oder nicht.

Ich werde dich beschützen.

Von da an waren sie Gefährten.

Miles gab ihm Brot.

Und deckte ihn nachts mit seinem Mantel zu.

Edward sah viel Armut,

Ungerechtigkeit und Streit auf offener Straße.

Doch er sah auch Menschen,

Die trotz aller Not lachten,

Sangen,

Einander trösteten und liebten.

Währenddessen musste Tom im Palast bestehen.

Wachen und Diener gehorchten ihm.

Anfangs stammelte er.

Bald merkte er,

Niemand zweifelte,

Dass er der Prinz sei.

Im Thronsaal hörte er die Großen des Reiches reden.

Sie sprachen von Gesetzen und Strafen.

Als ging es um Zahlen und nicht um Menschen.

Tom wagte Fragen,

Die niemand erwartet hatte.

Wen nützt das?

Wen schützt das?

Und wer leidet zum Schluss darunter?

Die Versammlung verstummte.

Doch manche begannen nachzudenken.

Tom begann sich an das festliche Leben bei Hofe zu gewöhnen.

Er genoss sie zur Vorkommenheit der Menschen.

Stand er nachts manchmal am Fenster und seufzte.

Wo Edward wohl gerade ist?

Ich bin kein Prinz.

Er stand unter dem großen Druck der Verantwortung.

Und sehnte sich danach,

Seine Familie und Freunde wiederzusehen.

Doch dann war der Tag gekommen,

An dem Edward heimkehrte in den Palast.

Als sich Tom und Edward im großen Saal vor dem gesamten Hofstaat gegenüberstanden.

Stockte allen der Atem.

Zwei Jungen.

Gleich wie Zwillinge.

Der eine in Prunk.

Der andere in Lumpen gehüllt.

Doch wer?

Ist der wahre Prinz.

Die Menge raunte.

Immer noch als Prinz verkleidet.

Verneigte sich und sagte.

Ich habe nie behauptet,

Prinz zu sein.

Ich tat,

Was man mir befahl.

Edward legte ihm die Hand auf die Schulter.

Ich danke dir,

Tom.

Und dann wandte er sich an Miles.

Du hast mich beschützt,

Obwohl du nicht sicher sein konntest,

Wer ich wirklich bin.

Dafür gebe ich dir zurück,

Was dir genommen wurde.

Dein Haus,

Deinen Namen,

Deine Ehre.

Mal's Augen begannen zu glänzen.

Und so weiter.

.

.

Nahm Edward seinen Platz als Thronfolger wieder ein.

Doch er war nicht mehr derselbe.

Er hatte Hunger,

Kälte und Spott kennengelernt.

Und als er später König wurde,

Herrschte er gütig und gerecht.

Tom kehrte zu seiner Familie zurück.

Doch Edward sorgte für ihn.

Und wann immer Tom den Hof betrat,

Empfing er ihn wie einen Freund.

Und Miles' Händen?

Er lebte als Adliger auf seinem Anwesen.

Dankbar für die Treue.

Die ihn und den König Jesu.

Ein Leben lang verbannt.

Until .

.

.

Endet das Abenteuer der Jungen in Freundschaft.

Und wer die Glocken Londons danach hörte.

Meinte.

Sie klängen ein wenig heller.

Ich wünsche dir eine gute Nacht.

Einen tiefen und erholsamen Schlaf.

Und schöne Träume.

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