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Einschlafmärchen: Der Geist im Glas (Brüder Grimm)

by Alexandra Matthes

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Eine entspannende Abendroutine und ein Märchen zum Einschlafen von den Brüdern Grimm Die Abendroutine vorne weg enthält eine Meditation, Dankbarkeit-Praxis und Tages-Reflexion zur feierlichen Verabschiedung des Tages. Was im Märchen passiert: Der Sohn eines armen Holzhackers findet im Wald eine Flasche mit einem Flaschengeist. Der Geist bittet den Jungen, ihn herauszulassen, und so wird der Geist befreit. Leider hat der Geist keine guten Absichten, doch der Junge ist schlau und überlegt sich eine List. Und natürlich wird zum Schluss alles gut. Du kannst also jederzeit beruhigt und zufrieden einschlafen, Dich erholen und auftanken. Die mit Musik und Klängen untermalten Einschlaf-Geschichten der Märchentante sind für Kinder und Erwachsene geeignet - einfach für alle, die mit sanfter Stimme und friedlichen Hintergrundtönen freundlich und liebevoll in den Schlaf begleitet werden möchten. Ich wünsche Dir eine herrliche Entspannung und eine gute Nacht mit schönen Träumen!

Transkription

Mach es dir im Liegen in deinem Bett bequem.

Drecke und strecke dich nochmal.

Mach dich ganz lang und genieße zwei,

Drei ganz tiefe Atemzüge.

Atme durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus.

Rückel und rekel dich in deinem Bett zurecht und finde dann eine für dich ganz wunderbar angenehme Position.

Wenn du es nicht schon getan hast,

Schließe deine Augen.

Du darfst dich in dein Haus,

In dich selbst zurückziehen und alle Gedanken,

Die noch außerhalb unterwegs sind,

Kannst du ganz herzlich einladen,

Dazuzukommen.

Lasse den Atem kommen und gehen,

So wie die Wellen am Strand,

Ganz gleichmäßig,

Ganz natürlich,

Ganz entspannt.

Ein angenehmes Gefühl der inneren Ruhe darf sich in dir breit machen,

Ganz wohlig,

Weich,

Ganz zufrieden.

Und vielleicht spürst du schon,

Wie du immer schwerer in die Unterlage sinkst,

So als würde sie dich ansaugen,

Geborgen und sicher,

Gemütlich,

Entspannt.

Und ganz nebenbei kannst du nochmal die Bilder des heutigen Tages,

Wie einen Film,

Vor deinem inneren Auge abspielen lassen.

Ganz egal,

In welcher Reihenfolge,

Schau einfach,

Welche Bilder nochmal in dir hochkommen wollen.

Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des Tages.

Dann lass dir nochmal in den Sinn kommen,

Wofür du heute besonders dankbar bist.

Was hat dir besondere Freude bereitet?

Was ist dir gut gelungen?

Sammel mindestens drei Dinge zusammen,

Für die du heute dankbar bist.

Dann spüre wieder in deinen Atem hinein und nimm vor allem das Ausatmen wahr.

Lass los mit jedem Ausatmen.

Spüre eine angenehme Schwere.

Und während du vielleicht schon immer müder wirst und langsam davon schlummerst,

Erzähl ich dir eine Geschichte,

Die man vor vielen,

Vielen Jahren aufgeschrieben hat,

Um sie dann immer wieder weiter zu erzählen.

Und wie immer wird diese Geschichte gut ausgehen.

Du kannst also jederzeit ganz beruhigt einfach einschlafen.

Es war einmal ein armer Holzhacker.

Der arbeitete vom Morgen bis in die späte Nacht.

Als er sich endlich etwas Geld zusammengespart hatte,

Sprach er zu seinem Jungen,

Du bist mein einziges Kind.

Ich will das Geld,

Das ich mit saurem Schweiß erworben habe,

Zu deinem Unterricht anwenden.

Lernst du etwas Rechtschaffendes,

So kannst du mich im Alter ernähren,

Wenn meine Glieder steif geworden sind und ich daheim sitzen muss.

Und da ging der Junge auf eine hohe Schule und lernte fleißig,

Sodass ihn seine Lehrer rühmten und er blieb eine Zeit lang dort.

Als er ein paar Schulen durchgelernt hatte,

Doch aber noch nicht in allem vollkommen war,

So war das bisschen Armut,

Das der Vater erworben hatte,

Darauf gegangen und er musste wieder zu ihm heimkehren.

Ach,

Sprach der Vater betrübt,

Ich kann dir nichts mehr geben und kann in der teuren Zeit auch keinen Heller mehr verdienen als das tägliche Brot.

Lieber Vater,

Antwortete der Sohn,

Macht euch darüber keine Gedanken,

Wenn's Gottes Wille also ist,

So wird's zu meinem Besten ausschlagen.

Ich will mich schon drein schicken.

Als der Vater hinaus in den Wald wollte,

Um etwas am Zuhauen und Aufrichten von Holz zu verdienen,

So sprach der Sohn,

Ich will mit euch gehen und euch helfen.

Mein Sohn,

Sagte der Vater,

Das sollte dir beschwerlich ankommen,

Du bist an harte Arbeit nicht gewöhnt und hältst das nicht aus.

Ich habe auch nur eine Axt und kein Geld übrig,

Um noch eine zweite zu kaufen.

Geht nur zum Nachbar,

Antwortete der Sohn,

Der leiht euch seine Axt,

So lange,

Bis ich mir selbst eine verdient habe.

Da borgte der Vater beim Nachbar eine Axt und am anderen Morgen,

Bei Anbruch des Tages,

Gingen sie zusammen hinaus in den Wald.

Der Sohn half dem Vater und war ganz munter und frisch dabei.

Als nun die Sonne über ihnen stand,

Sprach der Vater,

Wir wollen rasten und Mittag halten.

Hernach geht's noch einmal so gut.

Der Sohn nahm sein Brot in die Hand und sprach,

Ruht euch nur aus,

Vater,

Ich bin nicht müde.

Ich will in dem Wald ein wenig auf und ab gehen und Vogelnester suchen.

Oh,

Du Geck,

Sprach der Vater,

Was willst du da herumlaufen?

Hernach bist du nur müde und kannst den Arm nicht mehr aufheben.

Bleib hier und setz dich zu mir.

Der Sohn aber ging in den Wald,

Aß sein Brot und war ganz fröhlich.

Er sah in die grünen Zweige hinein,

Ob er da etwa ein Nest entdeckte.

So ging er hin und her,

Bis er endlich zu einer großen Eiche kam,

Die gewiss schon viele hundert Jahre alt war.

Er blieb stehen und sah sie an.

Und dachte,

Es muss doch mancher Vogel sein Nest hineingebaut haben.

Da war ihm auf einmal,

Als hörte er eine Stimme.

Er horchte und vernahm,

Wie es mit so einem recht dumpfen Ton rief,

Lass mich heraus,

Lass mich heraus.

Er sah sich ringsum,

Konnte aber nichts entdecken.

Doch es war ihm,

Als ob die Stimme unten aus der Erde hervorkäme.

Da rief er,

Wo bist du?

Die Stimme antwortete,

Ich stecke da unten bei den Eichwurzeln.

Lass mich heraus.

Der Schüler fing an,

Unter dem Baum aufzuräumen und bei den Wurzeln zu suchen.

Bis er endlich in einer kleinen Höhlung eine Glasflasche entdeckte.

Er hob sie in die Höhe und hielt sie gegen das Licht.

Da sah er ein Ding,

Gleich einem Frosch gestaltet.

Da sprang darin auf und nieder.

Lass mich heraus,

Lass mich heraus,

Rief's von Neuem.

Und der Schüler,

Der an nichts Böses dachte,

Nahm den Pfropfen von der Flasche ab.

Und alsbald stieg ein Geist heraus und fing an zu wachsen und wuchs und wuchs so schnell,

Dass er in wenigen Augenblicken als entsetzlicher Kerl so groß wie der halbe Baum vor dem Schüler stand.

Weißt du,

Rief er mit einer fürchterlichen Stimme,

Was dein Lohn dafür ist,

Dass du mich herausgelassen hast?

Nein,

Antwortete der Schüler ohne Furcht.

Wie soll ich das wissen?

So will ich's dir sagen,

Rief der Geist.

Den Hals werde ich dir dafür brechen.

Das hättest du mir früher sagen sollen,

Antwortete der Schüler.

So hätte ich dich stecken lassen.

Mein Kopf aber soll vor dir wohl feststehen.

Da müssen mehr Leute gefragt werden.

Mehr Leute hin,

Mehr Leute her,

Rief der Geist.

Deinen verdienten Lohn,

Den sollst du haben.

Denkst du,

Ich wäre aus Gnade da so lange Zeit eingeschlossen worden?

Nein,

Es war zu meiner Strafe.

Ich bin der großmächtige Merkurius.

Wer mich loslässt,

Den muss ich den Hals brechen.

Sachte,

Antwortete der Schüler.

So geschwind geht das nicht.

Erst muss ich auch wissen,

Dass du wirklich in der kleinen Flasche gesessen hast und dass du der rechte Geist bist.

Kannst du auch wieder hinein?

So will ich's dir glauben.

Und dann magst du mit mir anfangen,

Was du willst.

Der Geist sprach voller Hochmut.

Das ist eine geringe Kunst.

Zog sich zusammen und machte sich so dünn und so klein,

Wie er anfangs gewesen war.

Also,

Dass er durch dieselbe Öffnung und durch den Hals der Flasche wieder hineinkroch.

Kaum aber war er darin,

So drückte der Schüler den abgezogenen Pfropfen wieder auf und warf die Flasche unter die Eichwurzeln an ihren alten Platz.

Und der Geist war betrogen.

Nun wollte der Schüler zu seinem Vater zurückgehen,

Aber der Geist rief ganz kläglich.

Ach,

Lass mich doch heraus,

Lass mich doch heraus.

Nein,

Antwortete der Schüler,

Zum zweiten Male nicht.

Wer mir einmal nach meinem Leben gestrebt hat,

Den lasse ich nicht los.

Wenn du mich frei machst,

Rief der Geist,

So will ich dir so viel geben,

Dass du deinen Lebtag genug hast.

Nein,

Antwortete der Schüler,

Du würdest mich betrügen wie das erste Mal.

Du verschärfst dein Glück,

Sprach der Geist.

Ich will dir nichts tun,

Sondern dich reichlich belohnen.

Der Schüler dachte,

Ich will's wagen.

Vielleicht hält er Wort.

Und anhaben soll er mir doch nichts.

Dann nahm er den Pfropfen ab und der Geist stieg wie das vorige Mal heraus.

Er dehnte sich auseinander und ward groß wie ein Pferd.

Er dehnte sich auseinander und ward groß wie ein Riese.

Nun sollst du deinen Lohn haben,

Sprach er und reichte dem Schüler einen kleinen Lappen,

Ganz wie ein Pflaster und sagte,

Wenn du mit dem einen Ende eine Wunde bestreichst,

So heilt sie.

Und wenn du mit dem anderen Ende Stahl und Eisen bestreichst,

So wird es in Silber verwandelt.

Das muss ich erst versuchen,

Sprach der Schüler,

Ging zu einem Baum,

Ritzte die Rinde und bestrich sie mit dem einen Ende des Lappens.

Alsbald schloss sich die Rinde wieder zusammen und war geheilt.

Nun,

Es hat seine Richtigkeit,

Sprach der Schüler zum Geist,

Jetzt können wir uns trennen.

Der Geist dankte dem Schüler für seine Erlösung und der Schüler dankte dem Geist für sein Geschenk und ging zurück zu seinem Vater.

Wo bist du herumgelaufen,

Sprach der Vater,

Warum hast du die Arbeit vergessen?

Ich habe gleich gesagt,

Dass du hier im Wald nichts zustande bringen würdest.

Gebt euch zufrieden,

Vater,

Ich will es nachholen.

Ja,

Nachholen,

Sprach der Vater,

Das hat keine Art.

Habt Acht,

Vater,

Dem Baum da will ich gleich umhauen,

Dass er krachen soll.

Da nahm er seinen Lappen,

Bestrich die Axt damit und tat einen gewaltigen Hieb.

Aber weil das Eisen sich in Silber verwandelt hatte,

So legte sich die Schneide um.

Ei,

Vater,

Seht einmal,

Was habt ihr mir da für eine schlechte Axt gegeben,

Die ist ganz schief geworden.

Da erschrak der Vater und sprach,

Ach,

Was hast du gemacht,

Nun muss ich die Axt bezahlen und weiß nicht womit.

Das ist der Nutzen,

Den ich von deiner Arbeit habe.

Werdet nicht böse,

Antwortete der Sohn,

Die Axt will ich schon bezahlen.

Oh,

Du Dummbard,

Rief der Vater,

Wovon willst du sie bezahlen?

Über ein Weilchen,

Sprach der Schüler,

Wir wollen lieber Feierabend machen.

Ei,

Was,

Antwortete der Vater,

Meinst du,

Ich wolle die Hände in den Schoß legen,

So wie du?

Ich muss doch schaffen.

Du kannst dich aber heimpacken.

Vater,

Ich bin zum ersten Mal hier,

In dem Wald,

Und ich kenne den Weg nicht alleine,

Geh doch mit mir.

Der Zorn des Vaters hatte sich gelegt,

Und so ließ der Vater sich endlich bereden und ging mit seinem Sohn heim.

Da sprach er zum Sohn,

Geh und verkaufe die beschädigte Axt und sieh zu,

Was du dafür kriegst.

Das Übrige muss ich verdienen,

Um sie dem Nachbarn zu bezahlen.

Der Sohn nahm die Axt und trug sie in die Stadt zu einem Goldschmied.

Der probierte sie,

Legte sie auf die Waage und sprach,

Sie ist 400 Thaler wert,

So viel habe ich aber nicht in bar.

Der Schüler sprach,

Gebt mir,

Was ihr habt,

Das Übrige will ich euch borgen.

Der Goldschmied gab ihm 300 Thaler und blieb 100 schuldig.

Darauf ging der Schüler heim und sprach,

Vater,

Ich habe genug Geld,

Geht und fragt,

Was der Nachbar für die Axt haben will.

Das weiß ich schon,

Antwortete der Alte,

Einen Thaler und sechs Groschen.

So gebt ihm zwei Thaler und zwölf Groschen,

Das ist das Doppelte und das ist genug.

Seht ihr,

Ich habe Geld im Überfluss.

Und er gab dem Vater 100 Thaler und sprach,

Es soll euch an nichts und niemals fehlen.

Lebt nach eurer Bequemlichkeit.

Mein Gott,

Sprach der Alte,

Wie bist du nur zu diesem Reichtum gekommen.

Da erzählte der Sohn dem Vater,

Wie alles zugegangen wäre und wie er im Vertrauen auf sein Glück einen so reichen Fang getan hätte.

Mit dem übrigen Geld aber zog er wieder hin auf die hohe Schule und lernte weiter.

Und weil er mit dem anderen Ende des Lappens alle Wunden heilen konnte,

War er der berühmteste Doktor auf der ganzen Welt.

Und wenn er nicht gestorben ist,

So lebt er auch heute noch.

Glücklich,

Gesund und in Frieden.

Und dir wünsche ich eine gute Nacht,

Einen angenehmen und tiefen Schlaf und schöne Träume.

4.9 (46)

Neueste Bewertungen

Traude

October 1, 2025

Einfühlsame Worte, um wirklich bei sich anzukommen ❣️ schöne Geschichte - so gleite ich sanft in den Schlaf - danke 🙏

Michèle

May 8, 2025

Wunderschön

Hanni

March 20, 2025

Eine ganz tolle Geschichte, so sanft und wohlwollend gesprochen, dass der Abschluss des Tages einfach nur leicht fallen kann.

Christiane

August 14, 2024

✨️🙏✨️

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