
Einschlafmärchen: Das Birnen-Mädchen (Italien)
Lasse Dich von mir in den Schlaf begleiten. Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz erzähle ich Dir das Märchen aus Italien: "Das Mädchen, das mit den Birnen verkauft wurde". Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!
Transkription
Das Mädchen,
Das mit den Birnen verkauft wurde.
Abendmeditation und Einschlafmärchen aus Italien.
Mach es dir am besten zunächst auf dem Rücken liegend,
In deinem Bett bequem.
Recke und strecke dich doch nochmal.
Mit dem Einatmen spanne deine Muskeln an und lass los beim Ausatmen.
Und nochmal anspannen und loslassen.
Und ein drittes Mal spanne deine Muskeln so intensiv an wie möglich.
Lass deinen ganzen Körper ganz ganz fest werden und lass los.
Dann breite dich aus wie ein Seestern.
Lege deine Hände links und rechts neben deinen Körper.
Auch deine Beine ein wenig entfernt voneinander,
Sodass jedes Körperteil Platz findet.
Und dann lasse Ruhe einkehren.
Versuche für ein paar Momente einfach nur so und dort zu liegen.
Schließe deine Augen und konzentriere dich auf deinen Atem.
Registriere,
Wie die Luft in dich hineinströmt und wieder heraus.
Registriere auch das Heben und Senken deines Oberkörpers.
Spüre die Schwerkraft und versuche das,
Was ist,
Mit der Haltung der inneren Gelassenheit anzunehmen.
Lasse das,
Was ist,
Gut sein.
Dann lege eine Hand auf deinen Bauch und die andere auf dein Herz und spüre in dich hinein.
Nimm Kontakt zu dir selbst auf.
Das bist du hier und heute an diesem einzigartigen Tag,
Am Abend dieses Tages.
Spüre deinen Herzschlag und wenn du möchtest,
Dann schenke dir ein kleines Lächeln.
Dann finde einen entspannten Platz für deine Hände und rückel dich nochmal zurecht in deinem Bett,
Sodass du ganz locker und bequem ruhen kannst.
In der nächsten Minute lasse doch mal die Bilder des heutigen Tages vor deinem inneren Auge auftauchen.
Guck einfach mal,
Welche Bilder sich so zeigen,
Was dir spontan zum heutigen Tag in den Sinn kommt.
Was war heute an diesem Tag besonders schön und wofür bist du besonders dankbar?
Sammle mindestens drei Dinge zusammen,
Für die du dankbar bist heute.
Der Tag ist vorbei und für dich gibt es nun überhaupt nichts mehr zu tun,
Als einfach zu entspannen.
Immer schwerer und schwerer in die Matratze zu sinken.
Einfach zu sein,
Faul zu sein,
Entspannt zu sein,
Zu ruhen,
Zu genießen.
Es darf sich gut anfühlen,
Du selbst zu sein.
Und während dein Körper immer schwerer und schwerer wird,
Immer mehr und mehr entspannt,
Wird dein Geist immer leichter und leichter,
Als würde er aus dir herausschweben.
Richtung Himmel und ganz nebenbei kannst du noch der Geschichte lauschen,
Die ich dir gleich vorlesen werde.
Und der Wind des Südens nimmt dich mit auf eine wundervolle Reise.
Ein Mann hatte einen Birnbaum,
Der trug im Jahr vier Körbe Birnen.
Einmal nun trug er nur dreieinhalb Körbe voll.
Der Mann aber musste dem König vier Körbe bringen.
Da er nicht wusste,
Wie er den vierten Korb füllen sollte,
Legte er seine kleinste Tochter hinein und bedeckte sie mit Birnen und Blättern.
Die Körbe wurden in die Speisekammer des Königs getragen.
Das kleine Mädchen aber rollte sich zusammen mit den Birnen heraus und versteckte sich.
Da war sie nun in der Speisekammer,
Und da sie nichts anderes zu essen vorfand,
Knabberte sie an den Birnen.
Nach einer Weile bemerkten die Diener,
Dass der Vorrat an Birnen abnahm,
Und sie fanden auch Kerngehäuse.
Sie sagten,
Hier muss eine Maus oder ein Maulwurf sein,
Der die Birnen annagt.
Wir müssen einmal nachschauen.
Und als sie zwischen den Strohmatten herumstöberten,
Entdeckten sie das kleine Mädchen.
Sie fragten,
Was machst du denn hier?
Komm mit uns,
Du kannst in der Küche des Königs Dienste tun.
Und sie nannten sie Birnchen.
Birnchen war so tüchtig,
Dass sie die Arbeiten bald besser zu verrichten wusste als die Mägde des Königs.
Dazu war sie so anmutig,
Dass sie alle Herzen gewann.
Auch der Königssohn,
Der in ihrem Alter war,
War immer mit Birnchen zusammen.
Und zwischen ihnen beiden entstand eine große Zuneigung.
Mit dem Heranwachsen des Mädchens wuchs aber auch der Neid der Dienerinnen.
Eine Weile lang verhielten sie sich ruhig.
Mit der Zeit aber ersannen sie Böses.
So verbreiteten sie,
Birnchen habe sich gerühmt,
Den Schatz der Hexen zu erbeuten.
Und das Gerücht drang auch zu den Ohren des Königs.
Er ließ sie rufen und fragte sie,
Ist es wahr,
Dass du dich gerühmt hast,
Du wolltest den Schatz der Hexen rauben?
Birnchen sprach,
Nein,
Heilige Krone,
Das ist nicht wahr,
Ich weiß von nichts.
Doch der König ließ nicht locker,
Du hast es gesagt und du musst dein Wort halten.
Und dann verwies er sie so lange aus dem Schloss,
Bis sie ihm den Schatz bringen würde.
Sie ging und ging,
Bis es Nacht wurde.
Birnchen kam zu einem Apfelbaum,
Verweilte aber nicht.
Sie kam zu einem Pfirsichbaum,
Verweilte aber dort auch nicht.
Kam sie zu einem Birnbaum,
Kletterte in die Zweige und schlief ein.
Am Morgen darauf saß ein altes Mütterchen am Fuß des Birnbaums.
Was machst du da oben,
Schönes Töchterlein?
Fragte das alte Mütterchen.
Und Birnchen erzählte ihr von der Not,
In der sie sich befand.
Das Mütterchen sagte,
Hier hast du drei Pfund Schweinefett,
Drei Pfund Brot und drei Pfund Möhrenhirse.
Geh immer weiter geradeaus.
Birnchen dankte ihr von Herzen und setzte ihren Weg fort.
Sie kam an eine Stelle,
An der sich ein Backofen befand.
Dort standen drei Frauen,
Die versuchten,
Den Backofen mit ihren Haaren auszufegen.
Birnchen gab ihnen die Möhrenhirse und sie fegten den Backofen nun mit der Hirse und ließen sie vorbei.
Birnchen wanderte immer weiter und weiter,
Bis sie an eine Stelle kam,
Wo drei große Hunde lagen.
Die Hunde bellten und fielen die vorbeigehenden Leute an.
Birnchen warf ihnen die drei Pfund Brot hin und die Hunde ließen sie ungehindert ziehen.
Nach langem Wandern kam sie an einen Fluss und sie wusste nicht,
Wie sie hinüberkommen sollte.
Das Mütterchen aber hatte zu ihr gesagt,
Sie sollte rufen.
Schönes Wässerlein,
Würde ich nicht so in Eile sein,
Tränke ich gewiss von dir ein Schüssellein.
Auf diese Worte hin zog sich das Wasser zurück und ließ sie durchgehen.
Jenseits des Flusses sah Birnchen einen der schönsten und größten Paläste der Welt.
Doch das Tor öffnete und schloss sich derart rasch,
Dass niemand einzutreten vermochte.
Da schmierte Birnchen mit den drei Pfund Schmalz die Türangeln ein und das Tor begann sich sanft zu öffnen und zu schließen.
Beim Betreten des Palastes erspähte Birnchen sogleich die Schatzkiste auf einem der Tische.
Sie nahm die Kiste an sich und wollte davon eilen,
Als die Kiste zu sprechen begann.
Tor,
Erdrücke sie,
Erdrücke sie,
Sagte die Schatzkiste.
Doch das Tor erwiderte,
Nein,
Das tue ich nicht,
Denn ich bin lange Zeit nicht geschmiert worden.
Aber sie hat mich geschmiert.
Birnchen kam zum Fluss und die Kiste rief,
Fluss,
Ertränke sie.
Aber der Fluss entgegnete,
Nein,
Das tue ich nicht,
Denn sie hat mich schönes Wässerlein genannt.
Sie kamen zu den Hunden und die Kiste sprach,
Hunde,
Fresst sie auf.
Aber die Hunde,
Nein,
Wir fressen sie nicht,
Denn sie hat uns drei Pfund Brot gegeben.
Sie gelangten zum Backofen.
Backofen,
Verbrenne sie.
Aber die Frauen sagten,
Nein,
Wir verbrennen sie nicht,
Denn sie hat uns drei Pfund Möhrenhirse geschenkt und wir können jetzt unsere schönen Haare schonen.
Birnchen war schon fast in der Nähe ihres Hauses.
Da wollte sie,
Neugierig wie alle kleinen Mädchen,
Sehen,
Was in der Kiste drinnen war.
Sie öffnete sie und im Nu entwich eine Henne mit goldenen Küken.
Sie trippelten so geschwind davon,
Dass man sie nicht einholen konnte.
Birnchen lief hinter ihnen her.
Sie kam zum Apfelbaum,
Fand sie aber nicht.
Sie kam zum Pfirsichbaum,
Fand sie aber nicht.
Sie kam zum Birnbaum,
Saß das alte Mütterchen mit einer Gerte in der Hand und hütete die Henne mit den goldenen Küken.
Husch,
Husch,
Sagte die Alte und die Henne mit den Goldkükelein schlüpfte wieder in die Kiste.
Als Birnchen auf dem Heimweg war,
Kam ihr der Königssohn entgegen.
Wenn mein Vater dich fragt,
Was du als Belohnung haben möchtest,
So sagst du,
Du möchtest die Kiste mit Kohlen haben,
Die im Keller steht.
Auf der Schwelle des Königspalastes waren alle Mägde,
Mitsamt dem König und dem ganzen Hofstaat,
Versammelt und Birnchen überreichte dem König feierlich die Henne mit den Goldkükelein.
Verlange,
Was du willst,
Ich werde es dir geben,
Sagte der König.
Und Birnchen bat die Kohlenkiste,
Die im Keller steht.
Sie brachten ihr die Kohlenkiste und öffneten sie.
Heraus sprang der Königssohn,
Der sich darin versteckt hatte.
Da willigte der König ein,
Dass Birnchen seinen Sohn,
Den Prinzen,
Heiratete.
Und sie lebten glücklich und zufrieden.
Wenn sie nicht gestorben sind,
So leben sie auch heute noch.
Und dir wünsche ich eine gute Nacht und schöne Träume.
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