
Distanz schaffen... zum Film deines Lebens (mit Einleitung)
Wenn du etwas Distanz zu den Gegebenheiten deines Lebens aufbauen möchtest, dann ist diese Meditation etwas für dich. Nach einer dreiminütigen Einleitung versetzt sie uns in die Lage, eine Beobachterrolle einzunehmen und den Blickwinkel auf das, was uns geschieht und was wir dabei empfinden, zu verändern. Und das ist elementar, wenn wir einen klaren Kopf und einen ausgeglichenen Geist behalten wollen.
Transkription
Abstand halten,
Abstand wahren.
Zu den Dingen,
Die uns im Leben passieren.
Das ist meist gar nicht so einfach.
Wenn es sich dabei um schöne Dinge handelt,
Wie zum Beispiel ein Verliebtsein,
Das auf Gegenliebe stößt,
Dann wollen wir natürlich alle sehr gerne in dieses Meer an Gefühlen eintauchen und können gar nicht genug davon bekommen.
Doch dieser Zugang zu unseren Emotionen hat auch eine andere Seite,
Eine weniger vorteilhafte Seite.
Wie schaffen wir es,
Einen gewissen und auch wohltuenden Abstand zu dem zu halten,
Wenn es eben nicht positiv ist,
Ja vielleicht sogar sehr negativ?
Wenn wir zum Beispiel belastenden Emotionen ausgesetzt sind,
Wie Wut und Frustration,
Angst,
Scham,
Schmerzen oder auch einfach wir sind total genervt von etwas.
Wie schaffen wir es,
Wenn wir uns lieber vom Leben wegducken wollen,
Anstelle davon in allen seinen Facetten eintauchen zu wollen?
Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten und ich sage dir gleich,
Es sind die guten Zeiten und die guten Momente,
In denen wir für die schlechten vorarbeiten müssen.
Denn es wird sehr schwer und es wird uns kaum gelingen,
In der Situation des,
Sagen wir mal Schmerzes,
Mit diesem Gut umzugehen,
Wenn wir von diesem voll und ganz eingenommen sind.
Wir müssen also unser Gehirn so umprogrammieren,
Dass es in der Lage ist,
Immer mal wieder auf eine Meta-Ebene oder auch Beobachter-Ebene zu wechseln,
Sodass wir die Welt und das Geschehen in ihr von einem übergeordneten Standpunkt aus betrachten können und eben erkennen,
Dass wir nur ein winzig kleiner Teil davon sind.
Und genauso verhält es sich mit den Emotionen,
Die uns tagtäglich begegnen.
Betrachten wir unser Leben von einer Meta-Ebene aus,
Dann spielen momentan empfundene Gefühle,
Wie zum Beispiel Wut oder Angst,
Eigentlich nur eine untergeordnete Rolle oder vielleicht sogar nebensächlich oder unbedeutend.
Wenn ich in der Lage bin,
Zu meinen Gefühlen eine Distanz zu schaffen,
Und das muss ich noch klarstellen,
Damit meine ich überhaupt nicht,
Dass wir diese ignorieren sollen,
Nein,
Unsere Gefühle wollen uns etwas mitteilen,
Sagen.
Wir wollen nur nicht so sehr in diese eintauchen,
Dass wir handlungsunfähig sind oder nicht mehr wirklich klar denken können.
Was ich sagen möchte ist,
Wenn wir in der Lage sind,
Zu diesen Gefühlen eine Distanz zu schaffen,
Dann haben sie nicht mehr die Macht über uns,
Uns vollkommen einzunehmen oder auch zu lähmen.
Und Meditation ist unser Weg dahin.
Denn wir wollen die Strukturen unseres Gehirns so verändern,
Und das ist es,
Es ist mittlerweile was rein Wissenschaftliches,
Es muss nicht spirituell sein.
Wir wollen die Strukturen unseres Gehirns so verändern,
Dass wir in der Lage sind,
Erst einmal zu beobachten,
Anstelle davon gleich zu reagieren.
Und reagieren meine ich auch ein inneres Reagieren,
Mit einer Emotion reagieren.
Wenn du es noch nicht getan hast,
Dann begib dich in eine Position deiner Wahl,
Ob das sitzend oder irgendwo liegend ist,
Das ist ganz egal.
Such dir einen Ort aus,
An dem du ungestört bist,
Und mach es dir dort bequem.
Und wenn du bereit bist,
Schließe deine Augen.
Richte deine Aufmerksamkeit vom Äußeren ins Innere.
Und soweit es dir möglich ist,
Spüre mal in deinen Körper hinein.
Spürst du irgendwo eine Anspannung,
Verspannung?
Und dann wandere mit deiner Aufmerksamkeit zu deiner Atmung.
Beobachte deine Atmung.
Nimm die Einatmung wahr und die Ausatmung.
In welche Bereiche deines Körpers gehen sie?
Ist ein Bereich vielleicht sogar länger,
Intensiver als der andere?
Ist es fließend oder spürst du ein Stocken?
Und dann fang allmählich an,
Tiefer in deinen Körper ein,
Und auch vollständig auszuatmen.
Und nimm hier ein paar Atemzüge,
Indem du tief einatmest und vollständig aus.
Und spür mal hinein,
Wie du einatmend einen Raum erschaffst,
Dich einatmend weitest,
Und du ausatmend diesen Raum auch wieder gehen lässt,
Dein Körper sich zusammenzieht.
Nimm mal dieses Gefühl mit der Ausatmung wahr,
Was dich nach unten sinken lässt.
Und mit den nächsten Atemzügen gib diesem Gefühl nach und lass ausatmend deine Schultern ganz entspannt nach unten sinken.
Lass ausatmend dein Gesicht los,
Deinen Kiefer,
Deine Augen.
Und ausatmend deinen ganzen Körper.
Und jetzt stell dir vor deinem inneren Auge vor.
Stell dir vor,
Du stehst mitten in deinem Leben.
Du siehst es genau vor dir.
Mit all den Themen,
Die du momentan hast.
Ob es große sind oder kleine Themen,
Ist ganz egal.
Doch es sind nicht nur die Bilder vor dir.
Du siehst und erkennst auch die Emotionen,
Deine Gefühle,
Ob das große oder kleine sind.
Das,
Was dich heute oder in letzter Zeit sehr beschäftigt.
Und vielleicht ist es so,
Dass wenn du dir das anguckst,
Es schon etwas in dir bewirkt und es dich mitnehmen und mitreißen möchte.
Versuch es für einen Moment als das,
Was es ist,
Vor dir zu lassen.
Als ein Bild.
Als eine Projektion von dir,
Von deinem Leben.
Wie fühlt sich dein Körper momentan an,
Wenn du dir das anguckst?
Und jetzt möchte ich,
Dass du innerlich in deiner Vorstellung einen Schritt zurück gehst.
Und noch einen Schritt.
Und noch einen Schritt.
Und du dich langsam von diesem Bild distanzierst.
Und wenn du noch einen Schritt zurück gehst,
Dann siehst du,
Dass sich vor dir eine riesige Leinwand befindet.
Und auf dieser Leinwand wird dein Film abgespielt.
Der Film deines Lebens.
Und allmählich gehst du langsam Schritt für Schritt rückwärts und schaffst immer mehr Distanz zu diesen Darstellungen.
Und du kannst sie noch sehen,
Du siehst die Situation,
Du siehst die Gefühle,
Die damit verbunden sind.
Mit jeder Ausatmung gehst du einen Schritt zurück und spürst,
Wie du leichter wirst.
Du siehst,
Dass all das,
Was da passiert,
Momentan gar nichts mit dir zu tun hat.
Denn du stehst hier,
Sicher und geborgen,
Für einen Moment frei und entfernst dich immer weiter von dem Film deines Lebens.
Vielleicht siehst du dich,
Wie du wütend bist,
Wie du frustriert bist,
Wie du Angst hast,
Wie du Schmerzen hast und wie du in diesem Film einfach nur darauf reagierst.
Doch momentan bist es nicht du,
Momentan genießt du den Abstand.
Du fühlst mit mit dem Wesen ja,
Ohne eingenommen zu werden.
Und vielleicht beim Rückwärtsgehen,
Wenn sich die Leinwand immer weiter von dir distanziert,
Merkst du,
Wie viel Raum auf einmal in dir entsteht,
Wie viel Weite um dich herum.
Denn du blickst dich um und da ist gar nicht viel.
Da ist dein Leben auf der Leinwand,
Was dich immer wieder einnimmt.
Doch das ist mittlerweile ganz weit weg.
Dich umblickend siehst du eine wohltuende Leere.
Und jetzt drehst du dich innerlich um,
Lässt den Film hinter dir,
Und nimmst diese Weite wahr,
Die vor dir liegt.
Du atmest hinein.
Einatmend nimmst du sie auf in deinem Körper und ausatmend breitest du sie in dir aus.
Und du erkennst,
Was alles möglich ist,
Mit einer gewissen Distanz,
Wie leicht sich das anfühlt.
Und hier nimmst du ein paar tiefe Atemzüge.
Einatmend nimmst du diese Weite in dich auf und ausatmend verbreitet sie sich in deinem ganzen Körper.
Es ist diese Leichtigkeit,
Die wir gewinnen,
Wenn wir Distanz zu den Dingen schaffen.
Anstelle davon,
Sofort zu reagieren,
Uns immer mal wieder einen Moment Distanz gönnen,
Ob es nun die Situation ist,
Die Auseinandersetzung mit irgendeinem Menschen oder mit unserem Partner,
Ob es die Auseinandersetzung mit meinem Kind ist,
Oder ob es eine schlechte Nachricht ist,
Die ich gerade erhalten habe,
Eine Zurückweisung von einem Menschen oder eine schlechte Bewertung auf der Arbeit oder in der Schule.
Es tut uns gut,
Wenn wir erkennen,
Dass da immer noch eine Distanz möglich ist und wir nicht in diesem Meer an Emotionen eintauchen müssen,
Sondern wahrnehmen können,
Was noch alles drumherum möglich ist.
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