
3 Grundlagen für ein kontemplatives Leben
Kontemplativ leben, aus der Stille leben, Meditation zum Mittelpunkt des Lebens machen – wie auch immer wir es beschreiben: Viele Menschen sehnen sich nach dem Wesentlichen. Bei allem Trubel, bei all den Nachrichten und den vielen neuen Eindrücken, die ständig auf uns einprasseln, wächst in ihnen der Wunsch nach einem Ankerpunkt in der Stille. Doch was gehört innerlich dazu, diesen Ankerpunkt zu finden? Was braucht es, um wirklich kontemplativ und um tatsächlich aus der Stille zu leben? Das sind große, wunderbare Begriffe und gute Vorsätze. Aber um welche inneren Qualitäten geht es dabei eigentlich? Genau darüber möchte ich sprechen. Music from Uppbeat License code: FLJBJS91PUASK1DU
Transkription
Damit beginnt es.
Damit beginnt jegliche Kontemplation.
Sie beginnt nicht damit,
Dass du dir etwas Wunderbares vorstellst,
Dass du dich in Gedanken versteigst,
In Konzepte verlierst,
Dass du wunderbare Bücher liest,
Die den Himmel auf Erden holen.
Alles wunderbar,
Alles ganz großartig.
Tolle Konzepte,
Tolle Geschichten,
Großartige Beschreibung,
Theologische Ausführungen,
Die wunderbar sind.
Ja,
So muss es sein.
Es ist fantastisch.
Oder es beginnt auch nicht damit,
Dass du deine Schokoladenseiten,
Dass du die hervorholst und zeigst und bist.
Dass du alles wunderbar siehst.
Kontemplation beginnt bei deiner Wirklichkeit.
Bei dem,
Wie du gerne wärst.
Nicht bei dem,
Was du gerne tun würdest,
Was gut wäre,
Was andere aussagen,
Dass es gut wäre.
Es beginnt bei deiner Wirklichkeit.
Und deine Wirklichkeit zu erkennen,
Ist ein erster und wichtiger Schritt,
Eigentlich ein fortlaufender Weg auf dem Weg sozusagen.
Wie steht es wirklich um dich?
Wie bist du wirklich?
Das wahrzunehmen,
Nicht nur zu denken.
Und damit auch schnell zu idealisieren.
Es gibt Leute,
Die machen sich schnell besser als sie sind und es gibt genügend Leute,
Die machen sich schnell schlechter als sie sind.
Die eigene Wirklichkeit zu erkennen,
Heißt ja weder das eine noch das andere zu tun.
Sondern meine Wirklichkeit zu sehen und anzuerkennen.
Wie steht es wirklich um mich?
Was nehme ich wahr?
Was nehme ich wirklich wahr?
Unsere Wahrnehmung ist oft geprägt.
Durch Vorstellungen,
Durch Wünsche,
Die wir haben.
Und so biegen wir alles ein wenig zurecht.
So dass es passt.
Und zwar in beiderlei Richtungen.
Es macht mich schlechter oder besser.
Und beides sind Bewegungen,
Beides sind Interessen,
Die nicht Gut,
Wenn die nicht helfen,
Meine Wirklichkeit zu erkennen,
Denn die ist ja viel komplexer.
Und die ist nicht nur so oder nur so.
Und ich kann sie nur anerkennen und wahrnehmen,
Wenn ich sie als meine Wirklichkeit wahrnehme.
Wirst du wirklich?
Was nimmst du wirklich wahr?
Was sind deine Sehnsüchte?
Deine geheimen Sehnsüchte?
Und jeder von uns hat irgendwelche Dinge.
Wo er oder sie sagt,
Es wäre besser,
Wenn ich davon weniger tue oder am besten gar nichts.
Die Kontemplation sagt,
Ändere erst mal nichts.
Lass es.
Sondern nimm wahr,
Was ist.
Nimm wahr,
Was du spürst in dem Verlangen nach etwas.
Wie fühlt sich das an,
Nach etwas zu verlangen?
Dieses Gefühl,
Dieses Innere,
Wie das entsteht in mir.
Dieses Verlangen,
Egal was es ist.
Verlangen nach Alkohol,
Verlangen nach Essen,
Verlangen nach Zigarette.
Verlangen nach Abwechslung,
Nach Unterhaltung.
All das ist der Verlangen.
Ich brauche das jetzt.
Brauchst du natürlich nicht.
Das einzige,
Was du brauchst,
Ist Essen,
Trinken,
Sauerstoff.
Das ist das,
Was du brauchst.
Alles andere kann man fast sagen,
Ist verlangen.
Aber was ist das in dir?
Wie entsteht das?
Wo entsteht das in dir?
Das meine ich.
Das ist Kontemplation deiner Wirklichkeit.
Was geschieht gerade jetzt in dir?
Zum Beispiel jetzt auch in diesem Augenblick,
Wo du mich hörst oder vielleicht sogar siehst.
Wo ich über dieses Thema spreche.
Was entsteht da in dir?
Fühlst du dich erkannt?
Fühlst du,
Das Thema ist auch dein Thema oder denkst du,
Nee,
Ist eigentlich nicht so meins?
Beides ist spannend.
Beides ist jetzt deine Wirklichkeit.
Das eine ist das andere wahrscheinlich.
Ist deine Wirklichkeit.
Und es ist.
.
.
Man kann nicht sagen,
Das ist eine bessere Wirklichkeit oder eine schlechtere Wirklichkeit.
Es gibt nur eine Wirklichkeit,
Die ich sehe und eine Wirklichkeit,
Die ich nicht sehe.
Es gibt eine Wirklichkeit,
Die ich anerkenne als meine Wirklichkeit und es gibt eine Wirklichkeit,
Die ich nicht anerkenne,
Die ich ablehne.
Wie viele Menschen sind unterwegs in ihrem Leben nur darauf aus,
Ihre Wirklichkeit nicht anzuerkennen?
Die machen alles Mögliche,
Damit sie nicht hingucken müssen,
Damit sie ihre Wirklichkeit nicht anerkennen müssen.
Versuchen zu blenden,
Versuchen wegzulaufen,
Umwege zu machen,
Etwas zuzudecken.
Und wir wissen alle,
Dass das nicht funktioniert.
Denn unser inneres System,
Unser Unbewusstes,
Müsste man konkreter sagen,
Es will alles ans Licht bringen.
Und wir versuchen alles niedrig zu halten.
Damit deine Wirklichkeit ans Licht kommt.
Und zwar dein Lichterkenntnis.
Licht ist hier ein Symbol für die Erkenntnis,
Für das Wahrnehmen.
Worauf das Licht fällt,
Das kann ich wahrnehmen.
Also es geht um diese Wahrnehmung.
Deiner Wirklichkeit.
Eine ehrliche Bilanz,
Ein ehrliches Schauen.
Das ist wichtig.
Nicht weglaufen.
Nicht zudecken!
Irgendwie Bypassing machen.
Drumherum sich die Welt nicht schöner reden als sie ist,
Aber auch nicht schlechter reden als sie ist,
Sondern schau hin was ist.
Das nannte Bert Hellinger immer,
Anerkennen,
Was ist.
Das ist das Erste,
Das absolut Erste.
Weil alles andere führt dich immer von dir weg.
Es führt dazu,
Dass du taube Stellen in deinem Leben hast,
Die du nicht wahrnimmst.
Wie das manchmal ist,
Wenn man nachts schlecht geschlafen hat oder schlecht gelegen hat vielmehr und dann spürt man,
Mein Arm ist eingeschlafen,
Ich spüre den überhaupt nicht mehr.
Ja,
Oder mein Bein.
Da muss man richtig aufpassen,
Wenn man aufsteht,
Dass man nicht hinfällt.
Und das passiert,
Wenn du deine Wirklichkeit nicht anerkennst.
Diese Bereiche der Wirklichkeit,
Die du nicht haben willst,
Die werden taub.
Aber nicht wirkungslos.
Das Unbewusste wird alles ans Tageslicht bringen.
Das ist seine Grunddynamik.
Nicht einfach nur aufbewahren im Archiv.
Sondern dass es sich zeigen darf.
Also,
Das ist das Erste und damit beginnt es,
Dass du deine Wirklichkeit anerkennst,
Dass du spürst,
Was ist.
Sitzt du bei deinem Mann,
Deiner Frau,
Wer auch immer jetzt dir sozusagen,
Zu dem du dich auch immer hingezogen fühlst.
Aber fühlst du dich noch hingezogen?
Also was ist die Wirklichkeit?
Wie steht es da?
In dessen Nähe?
Alleine?
Egal was du tust,
Beim Krimi gucken.
Was ist deine Wirklichkeit?
Beim Krimi gucken.
Was passiert da in dir?
Nicht nur,
Dass du interessierte Destroyer folgst,
Sondern.
.
.
Warum machst du das?
Warum ist das so wichtig?
Oder was auch immer es ist für dich.
Nimm dich in all diesen Situationen wahr.
Nicht nur schön auf dem Hocker sitzen,
Kontemplation üben und dort den edlen Gedanken nachgehen.
Sondern in solchen Augenblicken.
Der Alltäglichkeit.
Wo Unterhaltung Eigentlich auch eine Form von Abweichung oder von,
Was soll ich sagen,
Eine Möglichkeit ist,
Wegzulaufen letztlich auch von der Wirklichkeit,
Es zu nutzen.
Wie sieht es aus?
Was geht denn?
Was ist da?
Das ist also das Erste.
Es beginnt mit deiner Wirklichkeit.
Das Zweite ist,
Wahrnehmen,
Ohne ein eigenes Interesse zu haben.
Ich meine,
Da geht es nicht um Interesse,
Das interessiert dich,
Das darf dich alles interessieren,
Aber Interesse ist eine Absicht,
Die ich habe.
Und das betrifft eigentlich alles.
Dir selbst gegenüber,
Aber auch anderen Menschen gegenüber.
Um.
.
.
Es könnte so viel Heil und Heilung geschehen in dieser Welt,
Wenn es mehr Menschen gäbe,
Die kein eigenes Interesse haben.
Menschen,
Die ein eigenes Interesse haben.
Das spürst du.
Mit dem möchtest du auch.
Den möchtest du nicht viel teilen.
Therapeuten müssen deshalb Menschen sein,
Die kein eigenes Interesse haben.
Deswegen dürfen sie sich nicht kennen,
Darf auch kein Verliebtseiner zwischen ihnen sein,
Weil sofort kommt dann Interesse rein.
Aber die Kunst ist es.
Ohne ihr eigenes,
Persönliches Interesse.
Da zu sein,
Mit einem Menschen zu sprechen,
Der über seine eigene Situation berichtet,
Sein Leiden vielleicht.
Und du hast nicht irgendein persönliches Interesse.
Daran an diesen Menschen,
Sondern du kannst ihn so sein lassen,
Auch in seinem Leben.
Auch in seinem Leiden.
Persönliches Interesse ist auch,
Ich will unbedingt helfen,
Dass es ihm besser geht.
Dann geht es dir um dich.
Nicht um diesen anderen Menschen.
Du willst dieses Gefühl nicht haben,
Der Ohnmacht.
Du willst dieses Gefühl nicht haben,
Ich ertrage es nicht,
Dass dieser Mensch leidet.
Darum geht es.
Es geht nicht um den anderen Menschen.
Das ist Interesse.
Kann bei einem Menschen sein?
Ohne Interesse,
Ohne eine Absicht,
Ohne dass ich irgendetwas verändern will.
Sondern ich bin.
.
.
Offen für dessen Wirklichkeit.
Und das gilt natürlich auch für mich selbst am besten.
Ich nehme meine Wirklichkeit wahr,
Ohne dass ich die Absicht habe,
Sie zu verändern.
Das ist die Kunst.
Ich will gar nichts verändern.
Ich will gar nicht,
Dass alles besser wird,
Was immer das heißen mag.
Was ist schon besser?
Ich will die Wirklichkeit anerkennen,
Wie sie ist und staunen.
Ah ja,
So ist das bei mir.
Interessant.
Und dann kann es erstmal so bleiben.
Klar,
Es gibt Dinge,
Die müssen sich ändern,
Weil sie mir selber schaden oder ich schade anderen.
Das sind Grenzen,
Das verstehe ich.
Erstmal und bei vielen anderen Dingen gilt das natürlich nicht,
Da gibt es keinen Schaden,
Sondern gibt es einfach nur eine Anerkennung.
Ja,
So ist das bei mir.
Und weißt du,
Was dann passiert,
Wenn ich so sein kann,
Wenn ich ohne eigenes Interesse,
Ohne Absicht Wirklichkeit wahrnehme.
Dann beginnt sie.
Sich zu wandeln.
Beginnt sie sich zu wandeln.
Indem ich die Absicht aufgebe zu verändern,
Schaffe ich die Chance zur Veränderung.
Das kann man im therapeutischen Kontext,
Im seelsorglichen Kontext immer wieder erleben.
Wenn Therapeuten und Seelsorger wirklich auf Menschen zugehen.
Und gar nicht die Erwartung haben,
Das muss sich jetzt alles ändern.
Krankenkassen,
Die haben natürlich die Erwartung,
Es muss besser werden,
Damit er wieder arbeiten kann.
Aber wirkliche Therapie hat erstmal gar nicht den Anspruch,
Sofort etwas zu ändern,
Sondern anzuerkennen,
Wie es ist und dann zu schauen,
Was passiert.
Und was ist möglich?
Das ist wahrnehmen ohne eigenes Interesse.
Anerkennen deine eigene Wirklichkeit.
Und es gibt ein drittes noch,
Was mir wichtig ist.
Bei allem,
Bei all dem.
Wieso bei allem gibt es ja einen Hintergrund?
Und das ist die Grundannahme,
Die einzige Grundannahme,
Die vielleicht wichtig ist,
Die mir wichtig ist.
Ohne darüber nachzudenken,
Einfach nur als Annahme,
Als Hypothese sozusagen.
Dass der Hintergrund.
.
.
Von allem,
Was wir tun.
Der Hintergrund ist stets liebend.
Ist Liebe.
Es gibt keine Tat,
Die größer ist.
Als die Liebe des Hintergrundes.
Und es gibt keine Tat,
Die nicht auch einen Hintergrund hat.
Einen großen Hintergrund.
Den größten Hintergrund,
Hinter dem es keinen weiteren Hintergrund mehr gibt.
Und dieser Hintergrund ist immer Liebe.
Man kann gar nicht anders.
Und alles,
Was kommt.
Geht in die Liebe zurück.
Selbst der krudeste Gedanke.
Selbst der.
Hasserfüllte Gedanke.
Kippt zurück irgendwann.
Gewandelt,
Geläutet.
Gereinigt.
Zu dem,
Was es wirklich ist.
Zurückzufinden,
Was Hass wirklich ist.
Was Wut wirklich ist.
Und wenn ich in die Wirklichkeit der Wut gehe,
Erkenne ich nicht nur mich selber ganz neu?
Und dann kann ich auch sehen,
Worum es wirklich geht.
Und oft,
Vielleicht nicht immer,
Aber oft ist dann genau das vorbei.
Die Wut wird weniger und etwas anderes bricht sich bar.
Eine tiefere Erkenntnis.
Eine Weisheit vielleicht sogar.
Und das ist für mich der Weg der Kontemplation.
In diese Wirklichkeit zu kommen.
So wie sie ist.
Mir selbst dieser Welt.
Zu begegnen und ein persönliches Interesse an etwas zu haben.
So sollte es sein.
Das wäre ganz schön.
Und immer davon auszugehen,
Dass der Hintergrund stets lebend ist.
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