
Radikale Akzeptanz - Das was ist
by Sitzen
Diese Meditation ist eine Übung in radikaler Akzeptanz - dieser Begriff aus der dialektisch behaviouralen Therapie erscheint sehr passend, um zu beschreiben, worin der Übungsprozess besteht: Schauen, Spüren und Zulassen, was auch immer auftaucht.
Transkription
Willkommen zu unserer heutigen Meditation.
Ich lade dich nun ein zu einer gemeinsamen Zeit der Ruhe,
Des Gewahrseins,
Der Stille.
Meditation ist eine Übung in radikaler Akzeptanz,
Daher darf alles,
Was auftaucht,
Einfach so sein,
Wie es ist.
Es bedarf selbstverständlich nicht unserer Erlaubnis,
Aber alles so sein zu lassen,
Ist eine Herausforderung,
Denn unser Verstand will Widerstand,
Will Urteilen und Bewerten,
Ihm widerstrebt es,
Nichts zu tun.
Und genau das wollen wir nun üben.
Wir üben uns in der Schau,
In der Reinheit,
Der Wahrnehmung.
Setze dich bequem und aufrecht hin und spüre,
Wie du sitzt.
Nimm eine würdevolle und wache Haltung ein,
In der es dir leicht fällt,
Aufmerksam zu sein.
Und nun schließe,
Wenn du magst und es nicht schon getan hast,
Die Augen.
Wenn die Augen sich nicht schließen können oder mögen,
So kann der Blick sanft auf einem Punkt ruhen,
Ohne ihn scharf zu fokussieren.
Erlaube den Schultern,
Nach hinten unten zu sinken.
Spannungen im Unterkiefer lösen sich.
Die Entspannung weitet sich auf den ganzen Körper aus.
Wenn die Aufmerksamkeit nun auf die Hände gerichtet ist,
So wird ein leichtes Kribbeln spürbar,
Das die Hände durchströmt.
Ein Kribbeln,
Das jenseits einer sinnlichen Wahrnehmung zu sein scheint.
Spüre,
Wie sich immer mehr Ruhe einstellt.
Die Achtsamkeit richtet sich nun auf den Atem.
Atmung geschieht einfach.
Keine bewusste Veränderung findet statt.
Ein kühler Luftstrom strömt durch die Nasenflügel hinein und langsam strömt ein wärmerer Hauch durch die Nase wieder heraus.
Einfach nur wahrnehmen und nachspüren.
Spüre das Anheben der Bauchdecke beim Einatmen und das Senken der Bauchdecke beim Ausatmen.
Spüre,
Wie der Atem in die Nase einströmt,
Den Brustraum füllt und wieder durch die Nase ausströmt.
Die Aufmerksamkeit bleibt dort,
Wo der Atem am besten spürbar ist.
Der Atem ist so,
Wie er ist,
In Ordnung.
Er bedarf keiner Korrektur,
Keiner gedanklicher Bewertung.
Es bleibt die reine Empfindung des Atems.
Wenn die Aufmerksamkeit abschweift und sich vom Atem wegbewegt,
Lasse sie einfach wieder sanft zum Atem zurückkehren.
Abschweifen ist kein Ärgernis.
Es darf auftauchen,
Wie alles andere ebenso.
Kehre einfach jedes Mal wieder zu deiner reinen Empfindung des Atems zurück,
Von Moment zu Moment,
Immer im Gegenwärtigen,
Hier und jetzt.
Immer wenn Gedanken auftauchen,
Lasse die Aufmerksamkeit sanft wieder zum Atem zurückkehren.
Es kann sein,
Dass sich Körperwahrnehmungen während der Meditation stark ins Bewusstsein drängen.
Mag sein,
Dass dadurch eine innere Unruhe aufkommt.
Hege keinen Widerstand,
Sondern lass die Aufmerksamkeit zurück zum Atem wandern und spüre,
Wie auch die Unruhe langsam vorbeizieht,
Mit jedem Atemzug,
Wie eine Wolke am Himmel,
Wie ein Blatt auf einem Fluss.
Spüre mit jedem Atemzug die Achtsamkeit für deinen gesamten Körper deutlicher,
Ohne dass Unruhe aufkommt.
Spüre,
Wie mit jedem Atemzug der Körper vertrauter wird im achtsamen Nachspüren.
Wenn Spannungen oder Schmerzen im Körper auftauchen,
Versuche den Atem genau dort hinzulenken.
Sei besonders achtsam in Bezug auf diese Stelle.
Begegne jeder Empfindung mit Gleichmut.
Nichts erreichen wollen,
Nur da sein.
Erlaube dem Schmerz oder der Anspannung,
Da zu sein.
Spüre genau hin und schenke deinen Empfindungen Beachtung.
Werde dir deiner körperlichen Reaktion ganz bewusst.
Spüre,
Wie sie kommen und gehen,
Ohne dass du etwas dafür tun musst.
Halte an keiner Empfindung fest.
Kämpfe gegen keine Empfindung.
Lass alles einfach geschehen und spüre nach.
Die Aufmerksamkeit richtet sich immer wieder sanft auf den Atem.
Spüre,
Wie dort Entspannung ist.
Immer wenn der Fokus auf Wanderschaft geht und das Abschweifen bemerkt wird,
Kehrt die Aufmerksamkeit erneut wieder über den Atem ins Hier und Jetzt zurück.
Die Aufmerksamkeit widmet sich nun ganz bewusst den aufkommenden Gedanken.
Alle anderen Dinge,
Wie der Atem oder die Körperempfindungen,
Treten in den Hintergrund und die Achtsamkeit richtet sich auf das,
Was als Gedanke auftaucht.
Versuche zu bemerken,
Wann ein Gedanke beginnt.
Bleibe ganz bei der Betrachtung und beobachte den Gedanken weiter.
Vielleicht wirst du gewahr,
Wie der Gedanke wieder verschwindet.
Wenn die Aufmerksamkeit mit dem Gedanken mitgetrieben wird,
So kann der Atem als Anker die Aufmerksamkeit wieder zurückholen.
Sobald die Aufmerksamkeit wieder da ist,
Versucht sie erneut,
Die aufkommenden Gedanken einfach nur zu beobachten.
Für die letzten Minuten dieser Meditation fallen alle Meditationsobjekte weg.
Es bleibt Wachsamkeit für alles,
Was auftaucht.
Wachsamkeit für die Stille zwischen den Worten.
Ungerichtete Schau auf alle Gefühle,
Körperempfindungen oder Gedanken.
Beobachtung ohne Wertung.
Alles taucht scheinbar auf,
Scheint manchmal etwas zu bleiben und vergeht dann ebenso scheinbar wieder.
Beobachtung passiert einfach jenseits von Worten und Gedanken,
Von Urteilen und Bewertungen,
Jenseits von Empfindungen und Gefühlen,
Im ewigen Augenblick des Jetzt.
Atme nun wieder tief in den Körper hinein.
Mit jedem Atemzug kommt wieder mehr Frische in den Körper.
Fange langsam an,
Dich zu bewegen und komme behutsam zurück in den Tag.
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.4 (41)
Neueste Bewertungen
Ähnliche Meditationen
Trusted by 35 million people. It's free.

Get the app
