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Folge 03 - Fühlen - Warum fühlen so wichtig ist.

by Andreas Ebert

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In dieser Folge spreche ich über das Fühlen. Hinter jeder Verhaltensweise und Gedanken liegen Gefühle zugrunde. Wenn wir also unser "Wohlgefühl" leben wollen, dann müssen wir uns mit den Gefühlen beschäftigen.

Transkription

Hallo und herzlich Willkommen bei meinem Podcast für Psyche,

Gesundheit und Psyche-Intelligenz.

Mein Name ist Andreas Ebert,

Ich arbeite in eigener Praxis als Psychotherapeut und Heilpraktiker in Frankfurt.

Und habe im Intro schon so ein bisschen erklärt,

Dass es in meiner Arbeit,

Und wenn es auch um das Thema Psyche-Intelligenz geht,

Eigentlich um vier Themenbereiche geht,

Die man so im Blick behalten sollte und mit denen man arbeiten kann.

Der eine Bereich ist ja das Thema Ziele,

Zielvorhaben,

Zielvorstellung,

Also sich auf etwas ausrichten.

Weiteres Thema ist natürlich das Denken,

Die inneren Glaubenssätze,

Die Denkstruktur.

Und ein drittes Thema ist das Thema Unterbewusstsein.

Was ist im Unterbewussten,

Was ist im Bewussten,

Worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit,

Um so einem Entwicklungsprozess auch den nötigen Schub zu geben.

Und das Thema Fühlen ist eben ein weiterer Punkt von diesen vier.

Und das Fühlen als solches ist somit der wichtigste Bestandteil in meiner Arbeit und nach meiner Meinung nach auch in jeder therapeutischen Arbeit,

Die funktionieren kann.

Und zwar deswegen,

Weil wir permanent am Fühlen sind und die allermeisten Menschen das aber gar nicht so richtig merken und es ihnen gar nicht so richtig bewusst ist.

Das heißt,

Bei allen Entscheidungen,

Bei allen Gedanken,

Die wir treffen,

Spielt immer eine Gefühlslage eine Rolle.

Sodass wir schon morgens,

Wenn wir aufstehen,

Erstmal ein Gefühl haben,

Zum Beispiel ein Gefühl von Angst,

Dass wir zu spät kommen könnten,

Dass wir irgendwie nicht an alles denken könnten.

Oder ein Gefühl von innerer Leere,

Dass wir gar nicht wissen,

Was wollen wir überhaupt tun.

Oder auch ein Gefühl von Freude,

Dass wir uns auf etwas freuen,

Was im Tag geschehen soll oder geschehen könnte.

Das heißt,

Wir sind schon von morgens an mit Gefühlen verbunden,

Auch wenn sie uns gar nicht so bewusst sind.

Und auch bei allen Reaktionen,

Die irgendwie auf äußere Einwirkungen aufkommen,

Ist immer ein Gefühl im Spiel.

Das heißt,

Wenn du irgendwie zur Schule gehst,

Ins Studium oder bei der Arbeit bist und du siehst Kolleginnen,

Kollegen,

Mitschüler und du kannst ja mal so ein bisschen nach dem Podcast darauf achten,

Was so in dir geschieht,

Wenn du die Menschen dann siehst.

Da kommt sofort irgendwie ein Gedanke von Bewertung,

Zuneigung,

Abneigung,

Verunsicherung oder ein Raufhingehen.

Und all das ist getrieben von Gefühlen.

Und alle meine Klienten,

Die zu mir in die Praxis kommen,

Haben ja als Thema und Grundbedürfnis immer eine Unzufriedenheit mit ihrer Gefühlslage.

Also entweder sie sind in so einer Täubung,

In so einer Vernebelung,

Also in so einer depressiven Episode,

Wo sie die Verbindung zu den Gefühlen so weit weggedrängt haben,

Dass sie auch keine Freude mehr empfinden können.

Oder aber das Gegenteil,

Sie sind von großer Angst und Unruhe umgeben und haben da ganz bestimmte Gefühle,

Die sie nicht wirklich aushalten oder sie als sehr unangenehm empfinden und daraus immer wieder die Gedankenspirale anfängt zu laufen und das Denken macht die Gefühle und die Gefühle wiederum sind so der Motor für das Denken.

Das heißt,

Wenn wir in der psychotherapeutischen Arbeit und generell in der ganzen Persönlichkeitsentwicklung nicht an den Gefühlen arbeiten,

Dann ist so der wichtigste elementare Anteil für den wirklichen Entwicklungs- und Heilungsprozess komplett ausgeschlossen.

Ich meine,

Wir können uns ja gar nicht dagegen wehren,

Die Gefühle sind da und wir sind immer auch irgendwie in Verbindung mit den Gefühlen.

Das heißt,

Auch wenn wir nur verhaltenstherapeutisch arbeiten und ein trainierendes Verfahren uns irgendwie aneignen und immer wieder neue Verhaltensmuster erfahren,

Dann entstehen daraus natürlich auch gute Erfahrungen,

Neue Erfahrungen und dann auch andere Gefühle.

Aber das Ganze kann man wesentlich abkürzen,

Indem man sich direkt den Gefühlen stellt und auch versteht,

Warum gewisse Gefühle da sind und dann die Erfahrung macht,

Dass man Gefühle auch einfach nur fühlen kann,

Ohne was damit zu tun und das dazu führt,

Dass ein Gefühl innerhalb von wenigen Sekunden oder vielleicht 1-2 Minuten ausgefüllt ist und danach das Thema sich komplett beruhigt.

Das macht so ein bisschen deutlich,

Dass wenn Klienten bei mir sind,

Dann sage ich ihnen auch immer wieder,

Dass wenn sie alle Gefühle für ihre Themen fühlen könnten und ausgefühlt haben,

Dann bräuchten sie auch keine Therapie mehr.

Die Problematik mit dem Gefühl ist jedoch leider die,

Vor allem in unserer Gesellschaft,

Dass wir schon als Kind,

Also als Kleinkind,

Als Baby und auch als Kleinkind sind wir mit dem Gefühlsraum noch direkt verbunden.

Das heißt,

Man merkt es einfach auch daran,

Dass Kinder ihre Gefühle sofort ausdrücken und zu jedem Gefühl auch irgendwie ein Geräusch machen.

Sie lachen,

Sie weinen,

Sie quieken und diese Verbundenheit zwischen Körper,

Atmen und Fühlen ist noch intakt,

Aber dann,

Wenn die Kinder so 3-4 Jahre alt sind und im Kindergarten sind oder auch später dann in die Schule kommen,

Dann machen sie immer mehr die Erfahrung,

Dass das Ausagieren von Gefühlen nicht wirklich gewünscht ist,

Nicht wirklich auch von der Umgebung getragen werden kann,

Weder von den Eltern noch von Erzieherinnen und Erziehern und immer mehr so der Glaubenssatz sich entwickelt,

Dass man gewisse Gefühle zumindest nicht zeigen sollte,

Dass man zum Beispiel das Gefühl von Schwäche,

Von Angst oder von Ekel oder von Wut,

Viele Frauen haben oft das Thema,

Dass sie gar keine Wut empfinden können,

Dass sie also ganze Gefühle so konsequent abschneiden mussten aus ihrer entwicklungstraumatischen Vergangenheit,

Dass ihnen dieser Gefühlsraum immer mehr verschlossen bleibt und spätestens dann auch in der Pubertät oder im Erwachsenenalter,

Dann haben wir das komplett gemanagt und nehmen nur noch Gefühle dann wahr,

Wenn sie eine sehr,

Sehr starke Intensität haben und aus so einer großen Anspannung dann so am Ausbrechen sind,

So dass auch positive Gefühle wie Freude zum Beispiel zu so einem Gedanken führen,

Das halte ich eigentlich gar nicht aus und muss sofort jemanden zum Beispiel anrufen und davon berichten,

Wenn irgendwas Tolles passiert ist oder aber ich habe für irgendwas Angst und es geht so eine halbbewusste Angstspirale los,

Also die Angst vor der Angst,

Das kennt wahrscheinlich jeder und das Ganze ließe sich ganz anders erleben,

Wenn wir die Erfahrung machen würden,

Dass wir die Gefühle einfach nur fühlen könnten,

Die da sind und nach einer Zeit nachlassen und dann die verursachenden Gedanken beziehungsweise die Gedanken,

Die aus den Gefühlen entstehen,

Zur Ruhe kommen und ein klarer Blick auf die Situation sich einstellen kann.

Und um sich diesem Gefühlsraum wieder mehr zu widmen,

Ist erstmal wichtig zu verstehen,

Wie wichtig die Gefühle sind,

Also auch da Aufmerksamkeit auf das Fühlen zu trainieren und zu üben,

Das ist etwas,

Was man hier in der Sitzung,

Was ich dann mit den Klienten zusammen mache,

Wo ich teilweise mit ihnen 45 Minuten lang mich nur mit ihnen zusammen in ihrem Gefühlsraum widme und sie frage,

Was sie jetzt fühlen und über das Atmen so ein Loslassen geschehen kann und dem Gefühl Raum zu geben und sie auf diese Art und Weise immer mehr an diesen Gefühlsraum wieder heranzuführen.

Und ich bringe immer ganz gerne so ein Bild von so einem Vulkan,

Stellt man sich mal so einen noch lebenden,

Brodelnden Vulkan vor,

Da oben drauf ist so eine Schicht,

So eine Kruste und nur die ganz,

Ganz starken Gefühle nach einer gewissen Anspannung kommen dann an die Oberfläche und produzieren auch eben entsprechende Gedanken und wenn es gelingen würde,

Diese Kruste komplett weich werden zu lassen,

Beziehungsweise ganz sich auflösen zu lassen,

Sodass alle Gefühle kommen und gehen können,

So wie sie von alleine im Organismus entstehen und auch mit ihrer Intensität da sein wollen,

Dann wären wir in einem total gelösten und befreiten Zustand.

Zu diesem Thema der inneren Gelöstheit nach dem Ausfüllen aller Gefühle möchte ich dann ganz gerne nochmal in einer gesonderten Folge darauf zurückkommen.

Als Übung neben der Aufmerksamkeit zum Fühlen ist vor allem auch immer zu betrachten,

Dass der Atmen ganz wichtig ist,

Weil Fühlen und Atmen hängen direkt miteinander zusammen.

Also vor allem das Ausatmen ist ja so etwas,

Was dem Loslassen dienig ist,

Also deswegen sage ich den Klienten immer,

Dass sie am Anfang von so einer Übung erstmal mit so einem Seufzer,

Mit so einem loslassenden Seufzer mit einem Ton ausatmen sollen und die meisten die machen dann nur so ein.

.

.

Das ist dann nur das Ausatmen selbst.

Wichtig ist auch immer der Ton.

Man kann also die Hand auf die Brust legen,

Einfach mal spüren,

Ob die Hand in so eine Vibration kommt,

Wenn man mit einem Ton ausatmen kann.

Man kann das am Anfang so zwei-,

Drei-,

Viermal machen und dann die Augen schließen und mit geöffnetem Mund wahrnehmen,

Was man fühlt und spüren,

Wie sich der Atem dabei verändert.

Es gibt dann noch eine ganz gezielte Tonübung,

Die habe ich von meinem Lehrer Christian Meier gelernt.

Da geht es darum,

Dass man meistens im Stehen erstmal sich so ein bisschen lockert und dann irgendwann zur Ruhe kommt und in einer Haltung des inneren Geschehenlassens fühlt,

Was gerade für ein Gefühl da ist und dann versucht,

Dem Gefühl einen Ton zu geben.

Das ist allerdings eine Übung,

Die ist nicht so leicht,

Wenn man die alleine zu Hause macht und noch nie vorher mit jemandem zusammen praktiziert hat.

Und selbst hier in der Praxis,

Wenn ich zu zweit bin,

Also Klientin und Klient und ich,

Dann ist es trotzdem so,

Dass es nicht die Intensität hat,

Wie zum Beispiel in der Gruppenarbeit.

Diese Atemübung ist vor allem eine Übung,

Die man in Seminaren und Gruppenarbeit sehr gut praktizieren kann.

Aber ich möchte unter Vollständigkeit halber schon mal erwähnt haben,

Dass Atmen,

Ein dazugehöriger Ton und das Gefühl in Verbindung zu bringen,

Eine sehr,

Sehr effektive Methode ist oder Übung ist,

Sich diesem inneren Gefühlsraum zuzuwenden und die Gefühle zu lösen.

Was man noch so ein bisschen unterscheiden kann oder sollte,

Ist eben das Fühlen als solches und das Ausagieren von Gefühlen oder die Reaktion,

Den Impuls daraus.

Also wenn man sich nur dem Gefühlsraum stellt und das Gefühl da sein lässt,

Ohne etwas damit zu tun,

Das ist das Einzige,

Was sich eigentlich verändert,

Ist so primär der Atem.

Das kann natürlich auch dazu führen,

Dass so ein bisschen ein Ton sich einstellt und der Körper auch so ein bisschen in so eine Vibration kommt.

Aber auf gar keinen Fall das Gefühl in irgendeiner Form ausagieren,

Also jetzt sind es laute Schreien kommen oder .

.

.

Also außer bei sehr,

Sehr starken Gefühlen,

Dann kann es natürlich manchmal notwendig sein,

Das auch ein bisschen auszuagieren,

Damit es einfach aushaltbarer wird.

Aber in den allermeisten Fällen ist das gar nicht notwendig.

Und dann ist das eigentlich so ein ganz sanftes,

Feines,

Körperliches Bewusstsein zu dem,

Was da innerlich geschieht und die Gefühle haben dann ihren Raum.

Ich habe hier in dem Podcast auch eine 15-minütige Meditation angeleitet zum Thema Fühlen und wenn du willst,

Kannst du dir die ja mal anhören und kannst so eine Übung mal mitmachen.

Aber vielleicht noch mal so kurz vorab,

Wenn du die Übung noch nicht gemacht hast,

Diese Meditationsübung,

Dann kannst du dir ja mal kurz die Augen schließen,

Wenn du jetzt nicht irgendwie gerade Auto fährst oder so und dir mal die Frage stellen,

Was du gerade fühlst.

Und die meisten Klienten,

Die zu mir in die Praxis kommen,

Die sagen dann erstmal,

Sie fühlen nichts.

Vielleicht geht es dir auch so.

Aber du kannst vielleicht zumindest wahrnehmen,

Ob da eine innere Ruhe oder Unruhe ist und dann dieser inneren Ruhe oder Unruhe Raum geben und so eine Haltung einnehmen,

Dass dieses Gefühl beziehungsweise diese Ruhe oder Unruhe mit dir machen kann,

Was sie machen will,

Ohne dass du etwas tust.

Und das kannst du so unterstützen,

Indem du mit deiner Aufmerksamkeit voll dabei bleibst,

Ob dieses Gefühl sich irgendwie verändert,

Ob es überhaupt noch da ist,

Wo du es spüren kannst,

Ob es mehr wird,

Ob vielleicht ein anderes Gefühl noch da ist.

Es können auch mehrere Gefühle parallel da sein.

Und das Gefühl,

Was sich am meisten nach vorne drängt,

Ist das,

Was am meisten gefühlt werden soll.

Und wenn du in so einer Verbindung bist mit so einem Gefühl,

Dann kannst du auch mal ausprobieren,

Ob es dir möglich ist,

Dass du so aus dem Unterbewussten das Gefühl so einen Satz sagen lässt.

Das kann auch manchmal nur so ein Ton oder so eine Reaktion sein.

Aber wenn du dann so einen Satz sagen lässt,

Dann kannst du mal gucken,

Was das dann mit dir macht,

Ob das Gefühl dann noch ein bisschen stärker werden kann.

Und dann findest du zurück zum Fühlen und bist wieder dabei,

Das auszufüllen.

Und meistens am Anfang geht man natürlich sehr,

Sehr schnell auch wieder zurück in die Gedanken.

Und sobald du das merkst,

Dass du in den Gedanken bist,

Einfach aufhören,

Den Gedanken nicht versuchen,

Fertig zu denken.

Einfach komplett unterbrechen und dich dem Fühlen wieder widmen.

Weil man kann diese Gedanken,

In dieser Übung macht es gar keinen Sinn,

Die irgendwie zu verfolgen und zu Ende zu denken.

Das kann man komplett unterbrechen.

Einfach nur fühlen,

Was zu fühlen ist.

Erstmal ausführlich,

Das Fühlen,

Wie gesagt,

Ist etwas,

Was ja in unserer Gesellschaft überhaupt nicht mehr en vogue ist.

Es ist sehr verpönt.

Man fragt zwar jeden,

Wie geht es dir?

Aber so eine richtige Antwort,

Da erwartet man nicht.

Und die meisten sind noch gar nicht wahrscheinlich in der Lage,

Das ganz genau zu beantworten.

Aus dem Grund kannst du gespannt sein,

Was sich da alles tut in dir.

Und ich glaube,

Wenn man mal verstanden hat,

Wie eng die ganze Daseinsweise,

Das ganze Denken mit dem Fühlen verbunden ist,

Dann wird auch deutlich,

Weshalb man sich diesem Gefühlsraum wirklich öffnen sollte.

Und dann kannst du die Erfahrung machen,

Dass du wahrscheinlich ganz,

Ganz viele Themen sehr tiefgründig heilen kannst und vor allem deine ganze Verhaltensweise und Denkstruktur sich ja deutlich verändern kann,

Zum Positiven hin.

Ich danke dir fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

Ciao.

5.0 (5)

Neueste Bewertungen

Sabina

February 26, 2025

Vielen Dank für die tolle Anleitung am Ende. Es hat geholfen, auch das mit den Satz finde ich toll. Werde das jetzt mehr umsetzen 🙏🙂

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