
Brot backen
Es ist ein verregneter Herbsttag. Den ganzen Tag hat es schon genieselt und gestürmt. Du bist zu Hause in deiner Küche. Heute backst du dieses wunderbar schmackhafte Brot nach dem Familienrezept. Wenn du den Bodyscan überspringen und direkt in die Geschichte einsteigen möchtest, beginne bei Minute 02:55.
Transkription
Schlafenszeit.
Brot backen.
Nimm dir einen Moment Zeit,
Um es dir ganz gemütlich zu machen.
Spür mal in deine Arme und Beine,
In deinen Bauch und deinen Rücken,
Was könnte es du jetzt tun,
Um es dir noch 2% gemütlicher zu machen.
Kuschel dich so ein,
Dass du in deiner optimalen Schlafposition ankommst.
Lass deinen gesamten Körper immer mehr loslassen und entspannen.
Spüre,
Wie dein Kopf schwer in dein Kissen sinkt und wie dein Nacken immer lockerer wird.
Spüre,
Wie das Gewicht deiner Schultern schwer auf deiner Unterlage liegt und wie deine Arme und Hände immer ruhiger werden.
Spüre,
Wie sich dein Bauch bei jedem Atemzug hebt und senkt und du dabei immer ruhiger wirst.
Auch deine Beine sinken schwer in deine Unterlage und die Müdigkeit und Schwere erreichen sogar deine Füße und Zehenspitzen.
Atme tief ein und aus.
Du bist jetzt bereit,
Den Tag hinter dir zu lassen,
Einzuschlafen und loszuträumen.
Es ist ein verregneter Herbsttag.
Den ganzen Tag über hat es schon genieselt und gestürmt.
Du bist zu Hause in deiner Küche.
Hier hast du die Heizung angestellt und gemütliches,
Warmes Licht scheint von der Küchenlampe auf dich hinab.
Du sitzt am Küchentisch und schaust auf einen Zettel in deiner Hand.
Auf ihm steht das alte Brotrezept,
Das dir deine Tante vor Jahren überreicht hat.
Früher,
Als du noch klein warst,
Wurde es oft in deiner Familie gebacken.
Bei keinem Bäcker hast du jemals wieder so ein leckeres Brot gegessen wie dieses frisch gebackene Familienbrot.
Du hast es schon lange nicht mehr gegessen,
Aber du hast dir vorgenommen,
Es heute zu backen.
Alle Zutaten liegen schon in deinen Schränken bereit.
Du stehst auf und holst sie einen nach dem anderen hervor.
Zuerst hebst du zwei schwere Mehlsorten aus dem Regal,
Dann noch Salz und Zucker.
Du öffnest den Kühlschrank und es ist,
Als würdest du ein Fenster öffnen.
Kälte stößt dir entgegen.
Schnell fischst du die Hefe hervor und schließt den Kühlschrank dann wieder.
Jetzt noch das berüchtigte Brotgewürz,
Das hatte dir deine Tante damals ebenfalls überreicht.
Du hast es dann an einen ganz besonderen Platz gestellt.
Wo war das nochmal?
Du öffnest verschiedene Schränke und Schubladen,
Hältst einen Moment inne und dann fällt es dir wieder ein.
Es muss hinter die alten Tassen gerutscht sein,
Die du so selten benutzt.
Du musst dich auf die Zehenspitzen stellen und ganz lang machen.
Und dann hast du es schon erwischt.
Jetzt hast du alle Zutaten beisammen.
Du bindest dir eine Schürze um,
Krempelst deine Arme hoch und gehst ins Badezimmer,
Um dir die Hände zu waschen.
Du lässt dir extra viel Zeit,
Um die Hände ordentlich einzuseifen.
Du erinnerst dich an deine Tante,
Die dir beim Händewaschen früher immer gesagt hat,
Du müsstest wenigstens bis 30 zählen,
Wenn du dir die Hände einseifst.
Na gut,
Genug.
Du lässt wieder Wasser über deine Hände laufen.
Stellst das Wasser ab und trocknest deine Hände ab.
Bereit zum Backen machst du dich wieder auf den Weg in die Küche.
Du brauchst eine große Schüssel.
Und du weißt direkt,
Welche Schüssel dafür genau richtig ist.
Leider ist sie ganz unten im Regal versteckt.
Du musst erst alle anderen Schüsseln hervorholen und dann auch wieder einräumen,
Bis du endlich die größte Schüssel aus deiner Küche vor dir stehen hast.
Diese stellst du nun auf eine Waage,
Dann öffnest du das erste Mehlpaket und hebst die schwere Packung hoch.
Du musst dich mit deinem Körpergewicht an der Arbeitsplatte abstützen,
Um das Mehl kontrolliert in die Schüssel schütten zu können.
Eine große weiße Mehlwolke kommt dir beim ersten Schütten entgegen und setzt sich auf alles im Umkreis von 30 cm.
Es kitzelt an deiner Nasenspitze.
200 Gramm,
253 Gramm,
287 Gramm,
Jetzt nur noch ganz langsam,
297 Gramm,
307 Gramm,
Mist!
Du holst einen Löffel aus der Schublade und misst wieder sieben Gramm ab,
Bis du genau 300 Gramm erreicht hast.
Deine Arme sind schwer von diesem Mehlsack.
Bevor du das nächste Mehl einschüttest,
Machst du dich zuerst einmal an Salz und Zucker.
Ein Esslöffel Zucker und zwei Teelöffel Salz sind leichter abgemessen und landen schnell in der Schüssel.
Jetzt noch das Päckchen Hefe,
Ach ja,
Und zwei Teelöffel des berüchtigten Brotgewürzes.
Du nimmst einen tiefen Atemzug,
Als du das Gewürz vor deine Nase hältst.
Puh,
Ganz schön intensiv,
Aber du brauchst ja nur zwei Teelöffel.
Du musst niesen und drehst dich weg.
Hier in der Küche schwirrt schon nach der ersten Mehlladung sehr viel in der Luft.
Jetzt kommst du nicht mehr umhin,
Die zweite Mehlpackung zu öffnen.
Hiervon brauchst du nur 280 Gramm.
Du stellst die Waage wieder ab und beginnst vorsichtig mit all der Kraft aus deinen Armen zu schütteln.
Ja,
281 Gramm,
Das kannst du so stehen lassen.
Zufrieden stellst du das Mehl wieder ab,
Verschließt die beiden Mehlpakete sorgfältig und stellst sie zurück.
Jetzt fehlt nur noch lauwarmes Wasser und schon hast du alle Zutaten beisammen.
Du misst im Messbecher 380 Milliliter ab und schüttest sie zu deinem Mehlgemisch.
Als nächstes brauchst du den Rührstab.
Du steckst die Knethaken in die dafür vorgesehenen Löcher,
Steckst das Kabel in die Steckdose und mit einem lauten Brummen setzt er sich in Gang.
Es ist eigentlich ein so unangenehm lautes Geräusch,
Aber du freust dich so sehr auf das Brot,
Dass es dir in diesem Moment gar nichts ausmacht.
Nach ungefähr 5 Minuten ist der Teig schon fertig.
Du deckst ihn mit einem Handtuch zu,
Räumst die benutzten Küchenutensilien in die Spülmaschine,
Wäschst dir die Hände,
Hängst deine Schürze zurück und machst es dir dann auf dem Sofa gemütlich.
Der anstrengendste Teil ist geschafft und er war auch anstrengender als du vermutet hättest.
Jetzt merkst du wie müde du bist,
Besonders deine Arme,
Aber auch deine Beine werden vom Rumstehen müde.
Du atmest tief ein und aus und lässt dich genüsslich tiefer in dein gemütliches Sofa sinken.
Tief entspannt nickst du ein,
Als plötzlich dein Wecker klingelt.
Es ist schon eine Stunde vorbei.
Du stehst auf,
Gehst zurück in die Küche,
Ziehst deine Schürze wieder über und holst den Teig hervor,
Der wunderbar aufgegangen ist.
Auf einer leicht bemehlten Arbeitsplatte knetest du den Teig,
Bis er eine schöne Brotform annimmt.
Das ist dein liebster Teil am Brotbacken.
Du spürst den weichen,
Fluffigen Teig in deinen Händen und es fühlt sich schön an,
Ihn zu kneten.
Außerdem duftet er großartig.
Du ziehst ein kleines Stück ab und probierst,
Genau wie früher.
Du spürst den etwas klebrigen Teig auf deiner Zunge zergehen und genießt es.
Brotbacken kann auch eine Form von Meditation sein,
Findest du.
Zufrieden mit dem Teig deckst du das Brot wieder zu und lässt es für eine weitere Stunde ziehen.
Es ist wohl wieder Zeit,
Es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen und zu entspannen.
Die Stunde vergeht wie im Flug und schon kannst du das Brot mit Wasser bestreichen und es dann in den vorgeheizten Ofen schieben.
Du setzt dich vor den warmen Ofen,
Erwärmst deine Hände und dein Gesicht und du schaust dem Brot zu,
Wie es immer größer und brauner wird.
Schon bald ist dein Brot fertig und steht ausreichend abgekühlt auf deinem Esstisch.
Vorsichtig holst du ein Messer hervor und schneidest die erste Scheibe ab,
Wie das duftet.
Du setzt dich an den Tisch und beißt genüsslich zu.
Die Aromen breiten sich in deinem Mund aus und es schmeckt genau so gut wie damals.
Die Kruste hat genau die richtige Härte und innen ist es angenehm weich und fluffig.
Außerdem ist es innen noch etwas warm,
Was es doppelt so lecker macht.
Du bist zufrieden.
Das Brotbacken war ein voller Erfolg.
Du isst noch eine Scheibe und genießt jeden Bissen.
Das hat so viel Spaß gemacht.
Du kannst es schon gar nicht erwarten,
Bald wieder zu backen.
Worauf hättest du nächstes Mal Lust?
Ein anderes Brot?
Vielleicht mit Nüssen?
Oder ein Bananenbrot?
Oder vielleicht einen Geburtstagskuchen?
Eines ist sicher,
Es wird wieder super lecker werden.
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