
Welle des Lebens | Die unliebsame Geduld in der Selbstentwicklung
by Ingo Komenda
Die unliebsame Geduld. Sicher kennst du das auch: Du hast schon soviel gemacht und an dir gearbeitet — Therapie, Satsang, Yoga, Achtsamkeitstraining — und ja, es ist etwas passiert. Aber manchmal scheint es nicht genug. Ich, für mich, glaube die Rythmen und Wellen des Lebens für mich erkannt zu haben und möchte euch diese allzu bekannte Weisheit näher bringen. Nein, Geduld ist immer noch nicht meine Stärke. Alles Liebe, Ingo
Transkription
Ja,
Heute habe ich mir ein Thema vorgenommen,
Was vielleicht gar nicht mal so beliebt ist oder gar nicht mal so positiv gesehen wird und das ist das Thema Geduld oder anders gesagt,
Dass es eben Dinge im Leben gibt,
Die eigene Rhythmen haben.
Du weißt bestimmt,
Dass es sehr,
Sehr unterschiedliche Dinge gibt,
Die alle Rhythmen haben.
Die Natur hat Rhythmen,
Frühling,
Sommer,
Herbst und Winter.
Ja,
Gefühle haben bestimmte Rhythmen oder Zyklen,
Wenn man so möchte und auch andere Dinge haben Zyklen,
Wo mal etwas gut läuft und mal etwas weniger gut.
Genau,
Nur wir wollen natürlich immer gleich,
Dass alles sehr gut funktioniert,
Dass alles sehr gut klappt und dass wir uns immer weiter fortentwickeln und fortbewegen.
Da ist auch gar nichts Schlimmes dabei,
Aber ich möchte dir heute eine alternative Sichtweise bieten,
Eine,
Die vielleicht einfach sehr wichtig ist,
Gerade wenn du dich persönlich entwickeln möchtest oder wenn du eine Krankheit hast,
Vielleicht suchst du einen Partner für dein Leben oder fühlst dich manchmal etwas richtungslos und das ist manchmal ja auch wirklich leidvoll.
Also,
Man erlebt etwas und man möchte eigentlich was anderes erleben.
Kann also gut sein,
Dass du lange Therapie gemacht hast und in der Therapie hast du gute,
Gute Fortschritte gemacht.
Du hast viele Bücher gelesen,
Du hast dich mit vielen Themen beschäftigt und manchmal läuft das auch sehr gut,
Manchmal geht es auch richtig voran und manchmal scheint alles zu stagnieren.
Ja,
Und wir wollen natürlich,
Wie gesagt,
Dass alles gleich bleibt,
Dass alles möglichst gerade geht,
Dass alles gut wird,
Dass alles einfach immer weiter geht,
Aber manchmal ist das Leben und die Dinge,
Die da drin passieren,
Vielleicht eher mit einer Surfwelle zu vergleichen.
Schwimmen im Wasser und alles passt und suchen eine Welle,
Die uns treibt,
Aber wirklich Einfluss auf die Welle,
Wann die nun endlich kommt,
Haben wir nicht.
Aber wenn sich nun eine Welle ankündigt,
Dann ist es eben die Frage,
Was wir damit machen.
Ob wir uns aufs Surfbrett schmeißen,
Ob wir uns draufstellen und ob wir bereit sind,
Diese Welle zu reiten.
Und das fühlt sich natürlich sehr gut an.
Je schneller sich etwas bewegt,
Je mehr wir die Welle reiten,
Desto mehr geht etwas voran.
Und irgendwann mal kommt der Höhepunkt der Welle,
Wir reiten entlang,
So gut es geht und dann flachziehend haben.
Dann müssen wir auf eine neue Welle warten und so ist es mit vielen Sachen.
Ob du kreativ bist und gerne Musik machst wie ich oder ob du gerne malst oder irgendetwas anderes,
Egal was es ist,
Es ist nicht immer gleich wahrscheinlich,
Dass etwas passiert.
Es ist nicht immer gleich möglich,
Dass etwas passiert,
Sondern manchmal müssen wir auf den richtigen Moment warten.
Und das Warten fällt uns gar nicht einfach,
Weil in dem Moment,
Wo die Welle uns nach oben trägt,
Da fühlen wir uns natürlich super und man kann uns kaum stoppen,
Es ist einfach alles wunderbar.
Bis zu dem Punkt,
Wo die Welle dann verebbt und das ist meistens der Moment,
Wo wir unzufrieden werden.
Wir haben gerade etwas ganz wunderbares hinter uns gebracht,
Wir haben gesehen,
Wie viel wir machen können,
Wie viel wir schaffen können,
Wie viel wir funktionieren können,
Wie viel wir anpacken können.
Und dann auf einmal verebbt das nach und nach,
Die guten äußeren Bedingungen laufen auseinander und auf einmal kommen Hindernisse,
Schwierigkeiten,
Auf einmal haben wir selber vielleicht keine große Lust mehr und viel von dem,
Was wir uns vorgenommen haben,
Liegt dann auf Eis.
Und vielleicht hast du auch schon festgestellt,
Dass sich dann zu zwingen oft gar nicht so viel bringt,
Dass sich zu zwingen oft zu halbherzigen Ergebnissen führt.
Was können wir also überhaupt tun?
Was können wir tun,
Damit wir sozusagen möglichst viel positive Energie von der Welle bekommen und gleichzeitig möglichst wenig von diesen Zeiten,
Wo wir uns unzufrieden fühlen?
Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten.
Vielleicht hoffst du jetzt,
Ich hypnotisiere das alles so zusammen,
Dass du endlich wieder auf der Welle stehst,
Aber meine Erfahrung ist da eine ein bisschen andere.
Man kann sozusagen durch seine Geisteshaltung das Abebben minimieren und den Prozess optimieren,
Aber trotzdem gibt es immer diese Phasen.
Was ich immer wieder bei meinen Klienten und bei mir selber auch zu Genüge feststelle,
Ist,
Dass wenn ich dann unzufrieden werde,
Dass ich dagegen ankämpfe,
So wie es gerade ist,
Und dass ich gerne einen Weg finden würde,
Dass jetzt ganz schnell alles wieder so einen positiven und guten Weg nimmt.
Aber das heißt,
Dass ich sehr viel kämpfe,
Dass ich sehr viel strample.
Und weil wir schon beim Wasser sind,
Gibt es einen ganz guten Tipp für Schwimmer.
Den kannst du dir auch gerne mal merken,
Wenn du magst.
Und das ist der Tipp für Schwimmer,
Ist,
Wenn ich im Meer nach außen getragen werde durch eine Strömung,
Die ich nicht beachtet habe,
Dann ist es keine gute Idee,
Gegen die Strömung zu schwimmen,
Sondern tatsächlich,
Und das ist wirklich nicht intuitiv,
Ist es besser,
Sich ein Stück weit raustragen zu lassen,
Bis ich wieder auf eine Strömung treffe,
Die mich nach innen trägt,
Die mich wieder landeinwärts führt.
Es gibt viele Schwimmer,
Die das nicht wussten und die dann tatsächlich zu viel Energie verwendet haben,
Um einfach gegen den Strom landeinwärts zu schwimmen.
Ja,
Man könnte sich fragen,
Woher kommt das?
Da gibt es sicherlich diverse Antworten.
In Bayern ist das oft der Föhn,
Also das Wetter,
Oder manche sehen die Sterne als Ursache oder Hormone,
Wetterumschwung oder Krankheit.
Letztendlich ist es wahrscheinlich ganz schwer zu sagen.
Ich habe aber auch erfahren,
Dass nach so einer Phase des nach außen Gehens,
Des kreativen Schaffens,
Des Machens,
Des Bewegens,
Diese Phase nach innen auch sehr,
Sehr wichtig ist,
Dass etwas Neues entstehen kann.
Und das ist etwas,
Was ich dir heute mitgeben möchte.
Wenn du Lust hast,
Kannst du dir einen guten Platz für dich wünschen,
Wo du jetzt für die nächsten paar Minuten ungestört bist und dir vielleicht ein Thema nehmen,
Wo du gerade spürst,
Boah,
Da könnte ich ein bisschen Geduld gebrauchen.
Da bin ich gerade nicht da,
Wo ich gerne sein würde.
Und als allererstes lade ich dich ein,
Einfach mal den Kampf zu spüren.
Einfach dieses Wollen,
Dieses erzwingen Wollen,
Dass es mehr wird,
Dass es anders wird.
Mach mal dieses Bauchgefühl oder dieses blockierte Gefühl,
So erlebe ich das sehr oft.
Und vielleicht hast du auch Gedanken dazu,
Eigentlich müsste ich doch zufrieden sein.
Ich weiß doch,
Dass es irgendwie anders geht,
Aber ich weiß auch,
Dass es schlechter geht oder irgendwas.
Welche Gedanken du auch immer zu diesem Thema hast.
Oder vielleicht willst du es wirklich gewaltsamer zwingen.
Das Problem ist mit dem Kampf,
Wenn man sagt,
Der Kampf,
Der tut mir nicht gut und ich kämpfe gegen den Kampf,
Dann habe ich doppelten Kampf.
Das heißt,
Sehr viel meiner inneren Energie geht flöten,
Geht für etwas drauf,
Was gerade gar nicht so viel Sinn hat,
Weil wir gegen den Strom schwimmen.
Und ich lade dich einfach mal ein,
Dass der Kampf zwar sein darf,
Aber dass du nichts mehr da betust.
Es ist okay,
Dass du kämpfst,
Das klingt paradox,
Ist aber so.
Es darf sein,
Dass da ein Teil von dir ist,
Der vielleicht gar nicht will.
Es darf auch sein,
Dass da ein Teil von dir ist,
Der unbedingt will.
Und diese Gegensätze,
Die kannst du einfach mal stehen lassen.
Und dieses Gegensätze stehen lassen,
Ist etwas,
Was meiner Erfahrung nach sehr,
Sehr wertvoll ist.
Wir wollen immer schwarz oder weiß haben.
Wir wollen das eine oder das andere haben.
Aber es ist genauso möglich,
Den Kampf zuzulassen,
Die Entspannung,
Das Sein,
Das Getriebensein.
Alles darf nebeneinander existieren.
Spür doch mal ein bisschen tiefer in dein eigenes Unbewusstes hinein,
Wie viel Kraft die Welle gerade hat zu diesem Thema,
Was du dir gedacht hast.
Ist die Welle gerade sozusagen am Anschwellen?
Oder ist das eher eine saure Gurkenzeit,
Wo sogar Windstille herrscht?
Genau zu diesem Thema stellst du dir einfach mal vor,
Du liegst auf einem Surfbrett.
Du kennst das bestimmt,
Man paddelt dann so richtig in die Richtung,
Wo eben die nächste Welle zu finden ist.
Das machst du ganz entspannt,
Weil du hast es nicht unter Kontrolle.
Aber du kannst in die richtige Richtung schwimmen.
Du kannst dich umschauen,
Bis du genau die richtige Stelle findest,
Wo du spürst,
Ja,
Ja,
Das hier kann mich tragen.
Und dann wartest du und nimmst dir die Zeit,
Um dich zu entspannen.
Diese Zeit der Ruhe,
Der freudigen Erwartungen und auch des Wissens,
Dass die Welle kommen wird.
Einfach meine Arme und Beine ins Wasser baumeln zu lassen.
Jeden Stress,
Wieder Anspannung loszulassen,
Ins Wasser zu leiten.
Irgendwann hast du das Gefühl,
Ja,
Jetzt könnte bald was kommen.
Dein Magen,
Dein Herz,
Dein Bauch melden dir,
Ja,
Jetzt kann was passieren.
Und tatsächlich kannst du spüren,
Dass diese Welle langsam auf dich zuholt.
Langsam entwickelt,
Langsam aus dem Meer erhebt.
Und dann erst,
Dann ist der richtige Moment,
Dass du auf dem Surfbrett dich von der Welle mitnehmen lässt.
Und sie so gut wie du kannst reitest,
Bis sie wieder bricht.
Du nutzt noch diesen letzten Schub,
Die letzte Trägheit der Masse,
Und dann weißt du schon,
Dass das auch angenehm ist,
Dieser Rhythmus zwischen Anspannung,
Aufregung und Entspannung.
Und du weißt ganz genau,
Dass der Ozean eine neue Welle braut.
Dass eine neue Welle entsteht,
Selbst wenn du nicht ganz genau weißt,
Wo und von wann.
Von wo und wann das Nächste kommt.
Und du weißt auch,
Dass das Einzige Konstante im Leben der Wechsel ist.
Dass die Dinge,
Die heute so waren,
Morgen so sein werden.
Das findest du im Buddhismus,
Das findest du in vielen Weisheitsbüchern wieder.
Wir aber streben nach Stabilität,
Die es aber da nicht gibt.
Aber wir können die Gelegenheit beim Schopf packen,
Wenn immer sie da ist,
Und wir können uns entspannen,
Wenn sie nicht da ist.
Wenn die Möglichkeiten gerade nicht bestehen,
Dann kannst du dich ausruhen.
Nimm Wissen,
Dass die nächste Welle sicher kommt.
Okay,
Dann möchte ich mich bei dir bedanken.
Energie kann in Hände und Füße zurückkehren.
Du kannst all die Kraft mitnehmen,
Die du gewonnen hast,
Oder auch die Sicherheit.
Du kannst deine Arme strecken,
Deine Hände strecken.
Langsam nach außen orientieren,
Die Augen öffnen.
Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deiner nächsten Welle und viel Entspannung,
Bis sie kommt.
Alles klar,
Bis bald.
Ingo.
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