56:31

Die Ich-Freiheit entdecken

by Fred Von Allmen

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Thema von heute ist das Entdecken der Ich-Freiheit. Wir werden den Prozess des Entstehens der Täuschung betrachten. Täuschung in Bezug auf ein scheinbar unabhängig und real existierendes ’Ich’ oder ‘Selbst’. Es ist diese Täuschung welche die Ursache allen Leidens ist! Soweit wir uns zurückzuerinnern vermögen: immer war ’ich‘ es, der fühlte, dachte oder handelte ... Es gibt keine Zeit, an die ‘ich’ mich erinnern kann, in der ‘ich’ noch nicht ‘ich’ war.

Transkription

Nasruddin ging zur Bank und wollte Geld abheben.

Die Schalterperson sagte,

Können Sie sich identifizieren,

Bitte?

Nasruddin zog einen Spiegel aus der Tasche und betrachtete sich sorgfältig und bestätigte,

Ja,

Alles okay,

Es ist mich.

Ich bin's.

Heute möchte ich über das Entdecken der Ich-Freiheit sprechen.

Ich möchte zuerst den Prozess des Entstehens der Täuschung betrachten.

Täuschung in Bezug auf ein scheinbar unabhängig und real existierendes Ich oder Selbst.

Es ist diese Täuschung,

Welche die Ursache allen inneren Leidens ist.

Soweit wir uns zurückerinnern können,

Immer war Ich es,

Der fühlte,

Dachte oder handelte.

Und irgendwie gab es keine Zeit,

An die ich mich erinnern kann,

In der ich nicht Ich war.

Vorher können wir uns nicht erinnern,

Aber dort,

Wo wir uns erinnern,

Da war es Ich.

Buddha sprach von anfangsloser Unwissenheit und damit auch anfangsloser Täuschung in Bezug auf das wahre Wesen,

Die wahre Natur und sich selbst und alle Dinge.

Und auch Täuschung in Bezug auf die Gesetzmäßigkeiten des Daseins.

Was ist das?

Unwissenheit,

Was versteht man darunter?

Unwissenheit oder vielleicht Umnachtung oder Unverstand?

Es ist nichts,

Was man sehen kann.

Es ist nichts,

Was man berühren kann.

Es ist nichts,

Weil Unwissenheit am Werk ist,

Dass irgendwie die Welt dunkler aussieht,

Dass sie verdreht aussieht.

Das heißt,

Sie zu erkennen braucht bereits recht viel Erkenntnis,

Um überhaupt zu sehen,

Worum es geht,

Was gemeint ist,

Im eigenen Geist.

Man kann sie nur an ihren Auswirkungen erkennen.

Die allerdings sind recht dramatisch.

Unwissenheit und Täuschung sind die Urursachen für alles Leiden der Welt.

Und all unser persönliches,

Inneres Leiden.

Krieg,

Folter,

Ausbeutung,

Hunger,

Ungerechtigkeit,

Genauso wie Ärger und Stress und Konflikte,

Kommessorgen und sämtliche Neurosen.

Alles geht aufs Konto von Unwissenheit,

Täuschung und den daraus folgenden unhilfreichen,

Unheilsamen Emotionen wie Gier,

Verlangen,

Hass,

Grausamkeit,

Eifersucht,

Neid,

Arroganz usw.

Und bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmals kurz definieren,

Was hier gemeint ist mit Leiden.

Bin nicht mehr sicher,

Ob ich es hier wiederholt habe,

Aber wahrscheinlich am Abschlussvortrag am Ostermontag.

Angenehm,

Unangenehm.

Die Tatsache,

Dass Erfahrung immer wieder angenehm ist,

Immer wieder unangenehm oder schmerzhaft ist,

Das ist unvermeidbar.

Solange wir diesen Körper haben,

Sind,

Solange wir in dieser Welt leben und auch Meditation ändert leider nichts daran.

Was aber unnötig ist,

Ist unser Reagieren mit unheilsamen,

Leidvollen und leidschaffenden Reaktionen und Emotionen wie eben Gier,

Verlangen,

Anhaften,

Wut,

Hass,

Gewalt,

Stolz,

Arroganz,

Angst und all dem Rest.

All das schafft Leiden und all das ist Leiden.

Und ein kurzes Zitat von Sylvia Burstein,

Das sehr hilfreich ist,

Sich zu merken,

Finde ich.

Schmerz ist unvermeidlich,

Leiden ist freiwillig.

Ganz kurz,

Ganz klar gesagt,

Warum es geht in Bezug auf Leiden und in Bezug auf Schmerz.

Schmerz,

Das heißt unangenehm,

Ist unvermeidbar in dieser Welt,

Solange wir in dieser Welt leben.

Wir haben einen empfindlichen Körper und das schmerzt immer wieder.

Leiden ist letztlich freiwillig.

Es scheint nicht einfach,

Gerade jetzt schon,

Im Moment an,

Wo wir uns dafür entscheiden,

Freiwillig zu sein.

Aber es ist immerhin selbst gemacht und in dem Sinn freiwillig.

Dass wenn wir,

Je tiefer wir verstehen,

Wie wir das selber erschaffen,

Unser inneres Leiden,

Desto eher können wir es auch lassen.

Und das ist,

Was wir hier praktizieren.

Und das Ziel spiritueller Praxis und von der Meditation ist die vollständige Befreiung von diesem Leiden,

Von dieser Art von Leiden.

Nichts weniger als das.

Und damit auch Freiheit von dem,

Was die uns innewohnen,

Der Großzügigkeit und Liebe und das Mitgefühl und all die wunderschönen Qualitäten,

Was die blockiert.

Zurück zur Unwissenheit.

Unwissenheit wird auch in Beziehung zum Leiden definiert.

Nämlich als nicht Verstehen,

Als nicht Erkennen,

Als nicht Verwirklichthaben der vier edlen Wahrheiten.

Die vier edlen Wahrheiten ist die zentrale Aussage in der buddhistischen Lehre und das ist die Aussage,

Die Buddha als erstes gemacht hat in seiner ersten Lehrrede.

Die bezieht sich auf den folgenden Sachverhalt und ich wiederhole mich da.

Ich denke in dieser buddhistischen Praxis gibt es nichts anderes als immer wieder diese Grundsituation zu klären.

Wenn wir schauen,

Was uns bewegt im Leben,

Was Grund und Ursache,

Motiv für all unser Tun ist,

Zieht sich ein Prinzip,

Eine grundlegende Dynamik wie ein roter Faden durch unser Dasein.

Wir alle wollen glücklich sein und nicht leiden.

Möglichst überhaupt nicht,

Möglichst nirgendwo,

Keine Situation,

In keinem Fall,

Wenn es geht.

Auf diesen Sachverhalt geht Buddha ein,

Wenn er von diesen vier grundlegenden Aspekten oder Tatsachen des Daseins spricht.

Er spricht erstens von der Tatsache des Leidens,

Zweitens von dessen Ursache,

Drittens spricht er von der Befreiung vom Leiden und viertens vom Weg oder dem spirituellen Training,

Welches diese Befreiung vom Leiden möglich macht.

Diese vier Punkte lassen sich auch als Heilungsweg veranschaulichen.

Erstens,

Es liegt ein schmerzhafter,

Leidvoller Zustand vor.

Zweitens,

Es gibt eine Diagnose,

Welche die Ursachen dieses Leidens richtig erkennt und die aufzeigt,

Dass wenn man diese Ursachen beseitigen kann,

Dass das Leiden auch enden wird.

Und drittens ist die Befreiung von diesem schmerzhaften Zustand.

Wenn man viertens die vom Arzt,

Von der Ärztin verschriebene Behandlung angewendet hat oder wenn man die Therapie durchgeführt hat oder das Medikament richtig eingenommen hat,

Dann ist Heilung von diesem schmerzhaften Zustand möglich.

Was immer auch der Weg oder das Training sein wird,

Für welchen wir uns entschließen,

Es muss in irgendeiner Form diese vier grundlegenden Tatsachen des Daseins mit einbeziehen.

Weil um das geht es,

Ende des Leidens schaffen,

Inneren Glücks,

Inneren Friedens und Erfüllung,

Ende der leidenschaftenden Eigenschaften in Herz und Geist und zur Blüte bringen der hilfreichen,

Verbindenden,

Befreienden,

Schönen Qualitäten von Herz und Geist.

Es ist also die Unwissenheit,

Die uns diese vier Wahrheiten betreffend des Daseins oder diese vier relevanten Tatsachen des Lebens nicht klar sehen und erkennen lässt.

Das ist es,

Was Unwissenheit tut.

Das ist es,

Worüber wir uns täuschen.

Und je tiefer wir diese vier edlen Wahrheiten,

Nicht als irgendeine Theorie oder ein Axiom oder ein Dogma,

Sondern je tiefer wir diese vier edlen Wahrheiten verwirklicht haben,

Desto freier und glücklicher sind wir.

Und vielleicht nochmal zurück zum Verwirklichen dieser vier,

Vielleicht noch etwas klarer.

Stephen Batchelor hat das Bild gebraucht aus der Geschichte von Alice im Wunderland,

Die eine Flasche fand und sich wunderte,

Was sie soll mit dieser Flasche und dann hat sie gesehen,

Dass die Flasche ein Etikett hat,

Da steht drauf geschrieben,

Was sie damit tun soll.

In ihrem Fall stand,

Trink mich,

Was sie dann auch tat und dann geht die ganze Geschichte eben mit Alice im Wunderland los.

Stephen hat gesagt,

Diese vier Tatsachen oder diese vier Wahrheiten oder edlen Wahrheiten,

Die sind wie vier Flaschen und jede hat ein Etikett drauf,

Wo drauf steht,

Was man damit tun soll.

Die erste des Leitens,

Da steht drauf,

Erkenne mich vollständig.

Das heisst auch,

Anerkenne mich,

Weil oft wollen wir das Leiden gar nicht zuerst sehen.

Oder wir finden diese Buddhisten,

Die spinnen,

Das ist ja alles ganz pessimistisch.

Aber es ist auch so,

Dass wenn wir Leiden nicht anerkennen wollen,

Dann werden wir auch nichts tun,

Um uns davon zu befreien.

Also wenn wir eine chronische Krankheit haben und uns weigern,

Das zu anerkennen und nicht zum Arzt gehen,

Dann wird sie sich auch nicht von selbst heilen.

Die zweite Flasche,

Das ist die Flasche der Ursachen des Leidens,

Da steht drauf,

Lass mich los.

Es könnte auch drauf heissen,

Hör auf mich immer wieder von Neuem zu produzieren,

Aber das ist ein bisschen lang.

Auf der dritten Flasche,

Der Flasche mit dem Ende des Leidens,

Mit der Befreiung steht,

Erfahre mich,

Verwirkliche mich.

Und auf der vierten,

Die Flasche mit dem Weg,

Dem Pfad,

Der Praxis,

Dem Training steht,

Kultiviere mich,

Wende mich an.

In diesem Sinne ist Erleuchtung die tiefe Erkenntnis und Verwirklichung dieser vier edlen Wahrheiten.

Und das ist die Definition,

Denke ich.

Es ist auch wichtig zu sehen,

Dass in dem Sinn wird Erleuchtung,

Kann man ganz klar definieren.

Es ist nicht irgendein Hokuspokus oder jemand,

Der behauptet,

Dass er erleuchtet ist.

Es ist auch nicht irgendein Zustand,

Den wir haben und den wir festhalten können und der dann immer gleich bleibt.

Es ist die Freiheit von selbst geschaffenem inneren Leiden.

Und es ist auch ein Stück weit überprüfbar,

Wenn sich Verlangen und Anhaften und all diese Reaktionsweisen oder Arroganz,

Einbildung,

Stolz manifestieren,

Dann ist es vielleicht nicht so überzeugend,

Dann trotzdem noch zu denken,

Eine Person sei erleuchtet.

Es mag sein,

Dass sie ein Stück weit erleuchtet ist und sehr tief gesehen hat.

Aber wenn hier von Erleuchtung,

Im Rahmen der vier edlen Wahrheiten von Erleuchtung gesprochen wird,

Dann wird eben wirklich vom Ende des Leidens und somit vom Ende dieser leidenschaftenden Täuschungen und Emotionen gesprochen.

Unwissenheit,

Umnachtung oder nicht richtig sehen oder nicht wirklichkeitsgemäss sehen bedeutet Täuschung.

Und es gibt diese bekannte traditionelle Illustration und ich werde sie wieder einmal beschreiben.

Es ist eine relativ treffende.

Es ist die mit dem dunklen Raum,

Wenn wir im dunklen Raum stehen.

Es ist finster und nur ein bisschen,

Wenn wir uns an die Finsterheit gewöhnen,

Sehen wir ganz schwach etwas und im Moment,

Wo wir ein bisschen sind,

Sehen wir,

Da liegt etwas gleich neben uns aufgerollt.

Es muss eine Schlange sein.

Und wenn wir vielleicht in einem tropischen Land sind,

Dann ist eine gute Chance,

Dass es eine Giftschlange ist.

Es gibt Kobras dort.

Wir erschrecken,

Panik,

Rasendes Herzklopfen,

Schweißausbruch.

Die Situation ist wirklich schlimm.

Und das dauert eine ganze Weile und irgendwie vielleicht wird es heller.

Die Sonne geht auf oder wir finden eine Taschenlampe oder was immer.

Es wird Licht und plötzlich sehen wir deutlich genug und wir sehen,

Es ist ein Seil.

Und in dem Moment,

Wo wir klar sehen,

Was es wirklich ist,

Dritte edle Wahrheit.

Wirklich dieser befreiende Moment der Erkenntnis,

Wo wir plötzlich von Befreiung,

Von Erlösung überschwemmt sind und alles ist völlig okay,

Beruhigt,

Befreit.

Der dunkle Raum entspricht der Unwissenheit und der Täuschung im Geist.

Und es ist dadurch,

Dass dunkle Täuschung entsteht,

Entsteht Leiden.

Und das Licht,

Das uns erlaubt,

Klar zu sehen,

Entspricht der Erkenntnis.

Die kommt durch aufmerksame Präsenz,

Durch Achtsamkeit.

Das Klarsehen befreit,

Schafft Erleichterung,

Erlösung.

Und das nicht nur,

Wenn wir diese vier edlen Wahrheiten vollständig verwirklicht haben,

Sondern was ja so interessant ist an der Praxis,

Ist,

Dass wir immer wieder kleine Modelle davon sehen,

Dass wir irgendwo wirklich in der Ecke festsitzen und uns Leiden schaffen.

Und plötzlich sehen wir,

Okay,

Wenn ich das loslassen würde oder wenn ich das annehmen würde,

Ich kann es nicht loswerden,

Ich kann es nicht behalten,

Ich kann nichts machen an der Situation,

Aber ich kann innerlich meine Haltung ändern.

Und wenn wir es tun und es uns gelingt,

Haben wir eine Mini-Nirvana.

Und wir sehen,

In dieser Situation,

In dieser Problematik haben wir es geschafft,

Uns zu befreien,

Indem wir losgelassen haben oder angenommen haben.

Und das ist ja auch das,

Was inspirierend ist.

Wir sehen im Prinzip in kleinen Modellen,

Wie es funktioniert.

Das sind auch kleine,

Befreiende Schritte und Momente.

Und zwar meine ich wirklich nichts Mysteriöses.

Wenn ich wirklich auf Salat stehe und ich sehe schon,

Es sind noch sechs Personen und der Salat hat schon rapid abgenommen.

Und die in der Küche,

Man weiss ja,

Die haben ein Auge darauf.

Und wenn sie es merken und noch irgendwo Salat ist,

Bringen sie ja nochmal Salat.

Aber das weiss man ja nicht.

Und manchmal haben sie keinen mehr.

Und es sind noch vier Personen und es ist noch kaum mehr Salat.

Es müssten schon jetzt Salathasser sein,

Die vier.

Und der Nächste räumt ihn weg.

Und in dem Moment,

Wo wir merken,

Hey,

Okay,

Ist das Problem gelöst.

Aber wir könnten auch uns überlegen,

Ob wir vielleicht nicht ein Zettelchen schreiben sollten.

Liebe Daniel,

Dein Salat ist immer wunderbar.

Ja,

Der hat es heute so wenig gehabt.

Und das irgendwo hinterlegen.

Und dann essen gehen.

Und dann überlegen,

Das war doch blöd,

Habe ich den Zettel geschrieben?

Irgendwie ist das doch peinlich.

Und dann stehen wir wieder auf,

Unauffällig,

Und kennen,

Der Zettel ist schon weg.

Anyway.

Loslassen und annehmen macht das Leben einfach auch in kleinen,

Nicht so wichtigen Situationen.

Und dort lernen wir.

Die Täuschung,

Die Frage,

Bewirkt sich diese Täuschung aus?

Unter anderem bewirkt sie die sogenannten Verkehrtheiten.

Das ist eine unrealistische,

Verkehrte Sichtweise des eigentlichen Wesens aller Dinge.

Und es ist diese Form der Täuschung,

Die ich hier weiter verfolgen möchte.

Diese Täuschung wird in der Theravada Tradition Ditti genannt,

Oder Miccha Ditti.

Unkorrekte oder unrealistische oder falsche Sichtweise oder Ansicht oder Wahrnehmung der Dinge.

Der eine Aspekt der Unwissenheit,

Nämlich Moha,

Ist das,

Was die Sicht umwölkt und vernebelt.

Woraus dann Ditti,

Die falsche Sichtweise und Ansicht,

Entsteht.

Sie sieht das,

Was sich ständig wandelt und vergänglich ist,

Als bleibend.

Der angenehme Besitz,

Die gute Beziehung,

Die werden irgendwie immer bleiben,

Auch wenn uns klar ist.

Unser Körper wird immer bleiben,

Auch wenn wir das überall anderswo sehen und genau wissen,

Was damit geschieht.

Irgendwie,

Nicht so sehr auf einer intellektuellen Ebene,

Aber auf einer emotionellen Ebene bringen wir es fertig,

Uns glauben zu machen,

Dass es bleiben würde,

Dass es bleiben wird.

Natürlich wird das alles vergehen,

Aber etwas da drin kann es nicht glauben.

Das ist eine Verkehrtheit.

Die Täuschung macht,

Dass man sieht,

Was unbefriedigend ist,

Was nicht verlässlich ist und unzuverlässig ist,

Was unerfüllend ist.

Dass das befriedigend,

Verlässlich,

Erfüllend und letztlich erfüllend ist.

Und klar können Dinge Befriedigung schaffen,

Aber die hält nicht hin.

Im Moment,

Wo das eine befriedigt ist,

So lange das Verlangen da ist,

Kommt das Verlangen nach dem Nächsten.

Und wenn das,

Dann das Nächste.

Und es gibt nichts,

Das wirklich definitiv hinreicht.

Aber irgendwo sind wir unterwegs nach dem,

Was letztlich erfüllend ist.

Und das ist auch eine legitime Suche.

Es ist nur problematisch,

Wenn wir dank der Täuschung die Dinge verkehrt sehen und sie immer dort suchen,

Wo die Erfüllung nicht erhältlich ist.

Die Täuschung macht,

Dass wir das,

Was in komplex verwobener Abhängigkeit entsteht und existiert,

Als unabhängig und in sich selber existent oder als unabhängiges Selbst uns erscheint.

Um Thich Nhat Hanhs Worte zu gebrauchen.

Die Täuschung sieht Intersein als getrenntes,

Unabhängig existierendes Sein.

Was eigentlich Anatta ist als Atta.

Und es ist eigentlich offensichtlich,

Wenn wir diese Dinge verkehrt sehen,

Und zwar eingebaut verkehrt sehen,

Mit jeder Wahrnehmung nehmen wir so wahr.

Es ist nicht,

Dass wir es richtig wahrnehmen und uns eine Geschichte darüber erzählen.

Es ist,

Als ob die Dinge bleibend wären.

Und es ist bei Dingen,

Die wir haben wollen,

Dingen der Menschen und der Situation,

Da ist die Überzeugung da,

Dass noch ein Hit von dem und dann irgendwie wird es hinreichen.

Und des Weiteren,

Wenn wir Menschen sehen,

Wenn wir uns erfahren,

Wenn wir Dinge sehen,

Alles wird als getrennt,

Bestehend wahrgenommen.

Vielleicht macht das keinen Sinn,

Das ist eben,

Weil wir es so wahrnehmen.

Ich werde versuchen,

Diesen Teil weiter zu verfolgen.

Es sind diese drei Verkehrtheiten,

Die in uns bewirkt werden,

Eigentlich von Moment zu Moment.

Und hier gilt die Illustration,

Die Umgekehrte von vorher.

Wir setzen da mit einer Kobra im Schoß und glauben,

Es sei ein Seil.

Die Auswirkungen von dieser unrealistischen Sichtweise unseres Selbst und des Lebens kann nicht anders als endloses Leidenschaften,

Denn wenn wir mit Kobras auf unrealistische Weise umgehen,

Haben wir ein Problem.

Und am fatalsten wirkt sich dies eben mit der letzten der genannten Verkehrtheiten aus,

Eben wenn wir nicht selbst,

Als selbst sehen.

Und ich möchte jetzt kurz in einer untraditionellen,

Aber für uns vielleicht besser nachvollziehbaren Weise illustrieren,

Wie wir uns das Entstehen der Selbstkonzepte vorstellen können.

In unseren Prozessen der Bewusstwertung als Kinder ist es hilfreich zu lernen,

Wer ich bin,

Wer ich selbst bin,

Das ist,

Wer andere sind,

Das ist ich und das ist jemand anderes.

Es ist notwendig und hilfreich,

Unterscheiden zu lernen,

Was die Dinge sind und sie zu benennen,

Wie sie unterscheiden können,

Was Personen sind,

Das abzugrenzen,

Sie korrekt zu erkennen.

Ich habe keine Kinder,

Aber man hört immer wieder die Mütter,

Die sagen,

Das ist ein Kerl,

Das ist ein Stuhl,

Das ist eine Glocke und dann sagen es die Kinder nach.

Und es ist nicht nur Namen lernen,

Sondern mit dem werden diese Dinge aussortiert aus der Masse von Inputs und als für sich bestehend wahrgenommen.

So unterteilen wir die Welt und uns selber in getrennte und dann mehr und mehr auch scheinbar unabhängige existierende Entitäten.

Da ist Mama,

Da ist ich,

Ich glaube ich komme ziemlich später,

Da ist dann Claudia und da ist der Becker und da ist Haus,

Tisch,

Tasse und so weiter.

Und wir lernen das zu tun mittels Ideen,

Vorstellungen,

Begriffen und Konzepten.

Wir nennen eine Blume,

Die verändert sich,

Die verändert sich ständig in jedem Moment,

Aber auf jeden Fall in ein paar Tagen.

Und je nachdem,

Wenn vielleicht noch Wasser und diese seltsame Dünge,

Die sie uns manchmal mitgeben,

Mit den Blumen drin ist,

Dann bleiben sie eine Weile länger gleich.

Wenn wir vergessen,

Das Wasser nachzugießen,

Geht es sehr viel schneller.

Das ist etwas,

Was sich verändert.

Der Begriff,

Das Konzept Blume ist fix,

Ist eine Vorstellung,

Eine Blume.

Und wenn ich denke eine Blume,

Dann ist die nicht am Verwelken.

Wenn ich denke Blume oder wenn ich denke Rose,

Dann sehe ich eine relativ schöne,

Blühende,

Übrigens in meinem Fall rote,

Habe ich gerade gesehen,

Rose.

Es hätte eine weisse sein können,

Aber ich habe eine rote gesehen.

Und das Konzept,

Dieses Bild von der Rose und der Name dazu,

Die sind nicht vergänglich.

Wenn ich in drei Tagen dieselbe Geschichte erzähle und das Gleiche spielt,

Dann sieht die Rose immer noch gleich blühend aus.

Rose sieht so aus.

Das trifft auf alle Konzepte zu.

Auf ich,

Du,

Mensch,

Geist,

Welt,

Leben.

Und bevor wir es uns versehen,

Sind wir gefangen in einer Welt von fixen Konzepten.

Und wir sehen ja,

Wie schwierig es ist auszusteigen aus dieser Konzeptwelt in die direkte Erfahrung.

Es ist ein Kampf von Tag um Tag.

Weil wir mittlerweile so dicht darin absorbiert sind,

In dieser gedachten Welt aus Vorstellungen,

Ideen und Bildern mit Namen.

Und infolge,

Man könnte auch sagen Unachtsamkeit,

Enttäuschung,

Sehen wir die Welt,

Die Dinge,

Die Lebewesen und uns selbst,

Mich,

In völlig unrealistischer Art und Weise.

Als wären sie dauerhaft,

Als wären sie solide,

Als wären sie konkret,

Als wären sie unabhängig,

In sich unabhängig existierend oder abgetrennt.

Diese Tendenz wird durch Identifikation,

Erfassen und Festhalten verstärkt.

Und besonders schlimm wirkt sich das aus,

Wenn wir ich,

Mich und mein auf diese Art ergreifen und festhalten.

Denn daraus entstehen alle unheilsamen inneren Reaktivitäten.

Daraus entsteht dann das Verlangen,

Das Anhaften,

Die Aversion,

Hass,

Wut,

Ärger,

Eifersucht,

Neid,

Stolz.

Sämtliche unheilsamen Weisen zu denken,

Zu sprechen und letztlich zu handeln.

Und dadurch entstehen alle erdenklichen Formen des Leidens.

Was tun?

Das Hinschauen,

Das Hinfühlen,

Das die Dinge klärt.

Bedeutet den Prozess des Ich-Erfassens erforschen,

Mit Achtsamkeit,

Mit Gewahrsein,

Mit Interesse.

Also keine grossen Neuigkeiten auf dem Gebiet.

Achtsamkeit,

Klar sehen.

Und ich denke,

Es ist wichtig,

Sich klar zu machen.

Wir sehen das nicht,

Indem wir einfach friedlich da sitzen und beim Atmen sind und hoffen,

Dass es ruhiger und stiller und konzentrierter wird.

Das ist schon hilfreich und die Sammlung und die Klarheit und die Ruhe brauchen wir.

Aber dann müssen wir schauen.

Und das ist immer wieder wichtig.

Und Vipassana ist die Meditation,

Wenn wir ein Augenmerk richten auf die Art und Weise,

Wie wir wahrnehmen auf die Tatsache,

Dass eben die Dinge sich verändern,

Dass sie vergänglich sind,

Weil sie vergänglich sind,

Auch nicht erfüllen können und dass sie nicht erfassbar sind.

Wenn wir hinschauen und näher und näher hinschauen,

Dann findet man das nicht,

Was zuerst so offensichtlich erscheint.

Wir müssen wirklich nicht intellektuell erforschen.

Das haben wir schon lange geübt.

Wir müssen aber wirklich mit offenen Augen präsent sein.

Und Vipassana heisst in dem Sinne höheres Sehen oder klares Sehen.

Es ist nicht einfach Sammlung,

Sondern Sammlung und klar schauen,

Wie die Dinge sind.

Ajahn Chah hat ja gesagt,

Still sitzen allein macht uns nicht weiser.

Es gibt Leute,

Die glauben,

Je länger sie sitzen,

Desto weiser müssten sie sein.

Ich habe Hühner tagelang auf ihren Nesten sitzen gesehen.

Weisheit ist zu sehen,

Immer und immer und immer wieder zu sehen und zwar immer wieder dasselbe zu sehen,

Wie die Dinge kommen und gehen.

Es ist aus dieser Aufmerksamkeit,

Aus dieser erforschenden Aufmerksamkeit,

Aus der Erkenntnis kommt.

Und wir können im Prozess des Moment-zu-Moment-Erfahrens,

Des achtsamen Moment-zu-Moment-Erfahrens auch sehen,

Wie dieses Gefühl von selbst entsteht und manchmal nicht entsteht.

Wenn wir einfach so sind,

Sitzen,

Gehen,

Essen,

Ist das Ich-Gefühl meist nicht besonders stark.

Wir sagen heute Abend oder denken jetzt,

In 10 Minuten gehe ich an den Vortrag oder denken,

Ich sitze hier.

Dann benutzen wir den Begriff,

Die Bezeichnung Ich,

Sitze hier auf korrekte Weise,

Ist kein Problem,

Ist eine hilfreiche Art zu sprechen über Ich und was jetzt gerade passiert.

Anders wird es,

Wenn die Situation emotionell wird,

Wenn wir noch etwas verlangen,

Was wir nicht haben oder wenn wir etwas haben und man uns das wegnimmt.

Und das ist etwas,

Was ich behalten möchte,

Es ist meins.

Solange es einfach bei mir ist,

Ist es noch nicht besonders meins.

Aber wenn ihr mir die Brille nehmt,

Dann wird sie sehr meine,

Weil ich brauche sie dann jetzt dann gleich.

Das ist auch meine.

Wenn wir ärgerlich,

Wütend,

Enttäuscht sind,

Oder Angst haben,

Wenn wir uns,

Unser Sein,

Unser Tun besonders gut finden oder besonders schlecht finden,

Ich könnte auch sagen,

Immer dann,

Wenn die acht Winde der Welt wehen.

Und die wehen fast immer.

Erfolg,

Misserfolg,

Gewinn,

Verlust,

Lob,

Tadel,

Guter Ruf,

Schlechter Ruf,

Dann wird das Gefühl,

Es ist nicht nur ich,

Sondern ich es.

Und das spürt man dann.

Und es ist auch interessant,

Einfach achtsam zu sein,

Immer wenn das passiert.

Und zu sehen,

Wie es das macht,

Tut es.

Das haben wir nicht absichtlich gelernt,

Das tut es irgendwie.

Und auch sehen,

Wie sich das anfühlt und was das in uns bewirkt und uns daraufhin verhalten.

Verstärkte Erfahrung von unangenehm,

Unangenehm,

Freude und Schmerz,

Schaft,

Reaktion und auch gleich wieder ein starkes Ich-Gefühl in uns.

Ich fürchte mich.

Mir hat sie das angetan.

Das habe ich aber gut gemacht.

Dass wir das all das wahrnehmen.

Die Geschichte von der Rolex-Uhr.

So wie das mit der Brille.

Wo jemand eine Rolex-Uhr hat und sie fällt ihm zu Boden.

Und in Indien sind Rolex-Uhren das absolute Nonplusultra scheinbar.

Muss irgendeine ganz teure Schweizer Uhr sein.

Und die fällt zu Boden und der andere Freund sagt,

You must be careful.

Very expensive Rolex watch.

Und der sagt,

Meine Rolex-Uhr,

Meine Rolex-Uhr ist kaputt.

Und leidet,

Weil die kaputt ist und vielleicht kann man sie noch lecken.

Und dann,

Ich weiß nicht mehr,

Warum geht die Uhr über zum anderen,

Vielleicht verkauft er sie.

Und dann fällt sie dem zu Boden.

Und dann ist es völlig anders für den vorherigen Besitzer.

Es ist die gleiche Uhr.

Aber jetzt findet der,

It's not such a problem.

Es ist,

Wenn es meine Uhr ist,

Wird es zum Problem.

Es ist nicht,

Weil die Uhr zu Boden fällt,

Sondern weil meine Uhr zu Boden fällt.

Und das ist so interessant.

Und hier können wir immer wieder hinschauen und hinfühlen,

Weil sowas läuft ja immer wieder.

Zu sehen,

Wie fühlt sich das an?

Wie fühlt sich selbst an?

Wie fühlt sich ich an?

Ist es immer da oder ist es eben manchmal gar nicht da?

Ändert es sich?

Fühlt es sich verschieden an?

Und entsteht es in Abhängigkeit von Situationen und Erfahrungen?

Und ja,

Es tut es,

Aber dass wir das immer wieder beobachten.

Oder ist es irgendwie unabhängig hier?

Oder fühlt es sich unabhängig an?

Das ist interessant.

Ein Ich-Gefühl hat oft für mich in sich ein Gefühl,

Als wäre es immer schon so gewesen.

Es ist nicht ein älteres Ich heute als vor 30 Jahren.

Das Ich-Gefühl ist nicht älter geworden.

Allerhand an mir ist es älter geworden,

Aber das Ich-Gefühl nicht.

Und das ist auch so verführerisch,

Weil irgendwie das Gefühl ist,

Das muss existieren,

Wenn es schon so lange so auftritt.

Wir schauen,

Wie wir das wahrnehmen.

Und wir können das auch spielerisch tun.

Wir müssen es ja auch nicht gleich bewerten oder beurteilen.

Und wenn wir tun,

Ist in dem Bewerten und Urteilen ja auch schon wieder so ein Ich-Gefühl,

Weil ich bin dann nicht okay oder ich habe es jetzt gesehen,

Das war aber ganz gut oder was auch immer.

Jetzt können wir es nochmal sehen.

Es ist immer ein Aspekt von uns,

Den wir erfassen als Ich.

Es kann ein Aspekt des Körpers sein oder der Gefühle.

Am üblichsten oder am sichtbarsten ist vielleicht ein Körper.

Die Knie sind ganz okay und dann fängt das eine Knie an zu schmerzen und es sind immer noch 25 Minuten,

Bis es läutet.

Und es wird ganz spürbar mehr und mehr mein Knie.

Es ist nicht,

Dass das andere nicht meins ist,

Aber es wird mein Knie.

Mein Knie,

Ich weiss nicht,

Ob das okay ist für mein Knie.

Ich kann mir vorstellen,

Ich muss mit meinem Knie plötzlich noch ins Spital.

Oder es ist mit Vedana,

Mit Schmerz,

Lust,

Mit Emotionen,

Wut,

Angst,

Stolz,

Wo wir identifizieren.

Man spricht auch von gerechter Wut.

Wirklich,

Also ich sollte wütend sein.

In so einem Fall muss man wütend sein und das ist dann ganz stark auch mit Selbstgerechtheit verbunden und das ist gut spürbar.

Mit Ansichten,

Das ist ganz interessant,

Ansichten und Meinungen.

Wenn man denkt,

Wie oft wir unsere Ansichten und Meinungen schon geändert haben.

Das kann manchmal nur Minuten dauern oder am nächsten Tag.

Aber im Moment,

Wo ich eine Ansicht habe und jemand sagt etwas anderes,

Dann finde ich,

Geht es eigentlich noch.

Meine Ansicht,

Die ist irgendwie spezieller noch.

Und dort spürt man es auch gut.

Und auch subtiler im Bewusstsein,

Im Beobachter.

Das Gefühl,

Da ist jetzt alles still,

Kein Selbst.

Ich sehe genau,

Dass kein Selbst da ist.

Hinschauen und vor allem hinschauen aus dem Gewahrsein,

Aus der Stille.

Nicht aus dem Intellektualisieren,

Sonst ist es nicht hilfreich.

Hinschauen,

Erfassen von selbst,

Auch wie Stolz oder Einbildung,

Wie das entsteht und wieder vergeht.

Es ist auch nicht sinnvoll,

Versuchen das loszuwerden.

Das ist auch mit ein Grund,

Warum ich das Wort Ego nicht brauche.

Es ist auch nicht ein Wort,

Das in einem buddhistischen Zusammenhang,

Also in einer buddhistischen Tradition gebraucht wird.

Ego gibt den Eindruck,

Als wäre da etwas.

Wir müssen als Ego auch loswerden.

Ich denke,

Es ist schon mal beruhigend.

Ihr braucht euer Ego nicht loszuwerden.

Das Problem liegt anders.

Das Problem ist,

Dass das Dasein,

Wie es ist,

Interconnected,

Abhängig,

In vielfältiger Art und Weise entsteht als dieser Tanz,

Dieses Geschehen.

Dass die Wahrnehmung wahrnimmt,

Als wäre das etwas Unabhängiges existierend.

Das ist ein selbstexistentes Ich.

Es ist nicht,

Weil das eins ist.

Es ist nicht,

Dass wir das zerstören müssen oder loswerden müssen.

Es ist nur,

Dass wir klarer und deutlicher sehen müssen,

Dass es gar nicht so existiert,

Wie es sich anfühlt,

Wie wir es damit identifizieren und uns daran festklammern.

Und das ist möglich.

Mit dem Ego loswerden,

Bin ich nicht so sicher.

Es ist viel einfacher.

Und je länger wir hinschauen,

Desto mehr sehen wir,

Dass es ein Prozess ist,

Der auch entsteht.

Es geht in Deutsch nicht so gut,

Aber im Englischen nennen wir es manchmal Selfing,

Als ein Verb.

Selbsten.

So wie es denkt oder atmet oder fühlt,

Tut es auch selbsten.

Es ist ein Prozess,

Es selbstet.

Aber es selbstet nicht immer und selbstet nicht immer gleich stark.

Und das Problem ist nicht,

Dass es selbstet,

Sondern dass wir,

Wenn es das tut,

Darauf reinfallen.

Technisch gesagt,

Aus der tibetischen Tradition,

Ich brauche meine Brille dazu,

Das heisst,

Ihr könnt nichts finden,

Was Ich ist.

Ein Lehrer von Kham fragte den Lehrer drum,

Was sind die einzelnen Bedeutungen der zweifachen Ichlosigkeit?

Drum antwortete,

Von eurem Scheitel bis zu den Fußsohlen könnt ihr nichts finden,

Das Ich ist,

Wie sehr ihr auch sucht und euren Geist anstrengt,

Es genau zu erforschen.

Dies ist die Ichlosigkeit der Person.

Versteht auch,

Dass der Geist des Suchers keine wesenhafte Existenz hat.

Dies ist die Ichlosigkeit der Erscheinungen.

Das heisst nicht,

Dass da niemand ist,

Und das heisst nicht,

Dass es nicht korrekt ist,

Wenn das hier ist,

Ich zu sagen.

Das ist eine völlig praktische Bezeichnung,

Eine korrekte.

Nur,

Wenn wir wirklich suchen,

Und wir sitzen ja jetzt da schon eine Weile und gehen,

Hat jemand etwas gefunden,

Das er vorzeigen könnte,

Diese Zen-Geschichte,

Was es sein könnte,

Dieses Ich.

Außer eine praktische,

Hilfreiche Art,

Dieses Lebewesen zu benennen.

Was ist das?

Okay,

Und da ist ein Lebewesen.

Es ist nur nicht so unabhängig,

Selbstexistenz,

Wie es sich wähnt.

Thich Nhat Hanh geht diese Tatsache oft von der anderen Seite an,

Und ich finde das sehr hilfreich.

Ich glaube,

Es ist ein Kommentar,

Ich weiss gerade nicht,

Wie er heisst,

Wo er das Herz-Sutra kommentiert.

Und da spricht er im größten Teil des Buches darüber,

Wie die Bäume wachsen,

Und dass die Bäume wachsen,

Weil es regnet und weil die Sonne scheint und weil die Erde da ist.

Und das klingt dann auch romantisch,

Manche fühlen sich ganz berührt von dem.

Und dann werden die Bäume irgendwie zermanscht,

Und dann wird daraus Papier gemacht,

Und in dem Papier ist noch die Sonne und die Bäume und die Blätter und die Erde.

Und das klingt so schön,

Und das mag man so schön lesen,

Aber es ist natürlich ganz hilfreich,

Diese Prozesse wirklich durchzudenken.

Was demonstriert wird in diesen Kommentaren,

Ist,

Dass weder ein Baum noch ein Blatt Papier noch was später aus einem Blatt Papier wird,

Zum Beispiel in Indien eine Erdnuss-Tüte.

Zuerst wird es ein Schulbuch oder ein Notizbuch für Schüler,

Dann wird es eine Erdnuss-Tüte,

Weil wenn sie gebraucht sind,

Kann man noch was anderes draus machen,

Oder jetzt vielleicht einen Häuflen Asche,

Weil man Feuer anfacht damit.

Nirgendwo ist ein Stadium,

Von dem man sagen kann,

Das ist in sich selbst existent.

Es ist alles Prozess in verschiedenen Formen zu verschiedenen Zeiten,

Und dann ist es richtig,

Das Baum oder Blatt oder Tüte oder Asche zu nennen,

Und das ist genau dasselbe bei uns.

Sein Vorgehen ist,

Dass wir immer und immer wieder sehen,

Wie dieser Prozess ständig rollt,

Und das tun wir auch,

Wenn wir wirklich wie Passaner machen.

Wir sehen,

Wie Erfahrung entsteht,

Weil Geräusche da sind und weil wir wach sind und weil Bewusstsein da sind,

Weil wir Ohren haben,

Und dann entsteht die Erfahrung von Hören,

Und die verschwindet auch gleich,

Und es entsteht die Erfahrung von Sehen,

Weil Licht da ist,

Weil Raum da ist,

Weil Augen offen sind,

Weil Bewusstheit da ist,

Und dann entsteht ein Bild von einem Berg oder von einer Person,

Und dann ist das auch wieder weg.

Alles ist dieser Prozess.

Und in diesem Prozess irgendeinen Teil herauskristallisieren zu wollen und sich damit zu identifizieren und zu sagen,

Das ist ein unabhängig existierendes Selbst,

Das macht keinen Sinn,

Aber unsere getäuschte Wahrnehmung tut das.

Wir fühlen uns,

Als ob wir unabhängig existieren,

Vom ganzen Rest wären.

Dabei wären wir ohne Luft in etwa sieben Minuten erledigt.

Ohne Wasser hat die Frau im Koma jetzt schon fast drei Wochen ausgehalten.

Man kann es viel länger,

Ich habe gedacht,

Drei Tage.

Aber man kann einfach auch nur begrenzt,

Und ohne Essen vielleicht zwei Monate im besten Fall.

Das heisst,

Babys,

Wenn sie keine Berührung haben,

Wenn sie nur Kontakt haben,

Dass sie irgendwie wegserbeln,

Alles,

Alles ist bedingtes Entstehen,

Ein Prozess von sich ständig Neuerschaffen.

Und Täuschung sieht das nicht so.

Täuschung solidifiziert.

Und darum ist es offensichtlich ein Problem.

Ein Text,

Sehr bekannter Text,

Beschreibt,

Was existiert und was nicht,

Und zwar im Rahmen der vier edlen Wahrheiten.

Ich finde den immer sehr interessant.

Das heisst,

Bloßes Leiden ist,

Aber keine,

Die leidet.

Taten werden getan,

Aber keine Täterin der Taten kann gefunden werden.

Nirvana,

Befreiung ist,

Nicht aber die Person,

Die darin eingeht.

Der Pfad ist,

Aber keine Reisende darauf kann gesehen werden.

Alles ist so,

Wie es ist.

Unser Problem ist nur,

Dass noch ein bisschen zu viel da hinein projiziert wird.

Wenn ihr dieses Phänomen von Ich,

Mich und Mein in Action sehen wollt,

Könnt ihr auch zwischendurch mal absichtlich eine Situation schaffen.

Ich meine,

Sie passieren ja uns immer wieder,

Aber ihr könnt auch versuchen,

Vielleicht.

Wenn ihr stolz darauf seid,

Dass ihr 45 Minuten ohne zu bewegen sitzen könnt,

Bewegt euch dreimal so,

Dass es zumindest die hinten dran und die auf beiden Seiten mitkriegen.

Und tut es ein paar Mal.

Wenn euch das egal ist,

Dann braucht ihr es nicht zu tun.

Wenn ihr ungekämmt runterkommt und schaut,

Was das macht.

Oder zieht etwas an,

Das ihr nie anziehen würdet.

Etwas,

Von dem,

Wenn es jemand anderes anzieht,

Denkt,

Oh,

Der.

Das wird spürbar.

Und sogar,

Wenn es die anderen nicht sehen.

Ich habe diesen Talk vor Jahren gegeben,

Und einer hat meinen Tipp angenommen und ist am nächsten Tag im Pyjama runtergekommen.

Und alle haben gedacht,

Das ist so ein Anzug,

Das den Lehrer anzieht.

Immer mal wieder,

Ganz auf leisen Sohlen,

Verschwindet das Ich-Gefühl.

Und wir kennen das alle.

Manchmal sind wir nicht aufmerksam dabei.

Klang der Glocke.

Die erste halbe Sekunde nichts als reines Hören.

Und dann,

Wusch,

Kommen die Gedanken,

Die Gefühle,

Die reinstürzen.

Aha,

Ende,

Sitzen,

Aha,

Schade.

Oder aha,

Endlich.

Und dann gleich,

Also ich bin friedlich,

Es ist Baden-Württemberg heute,

Zweitletzter Tag.

Sofort wieder klären,

Was los ist,

Wer wo was wie ist.

Damit wir wieder Klarheit haben.

Sehen und auch immer wieder sehen.

Alles,

Was geschieht,

Ist gerade so viel Hören,

Sehen,

Riechen,

Schmecken,

Empfinden,

Selbstdenken.

Ein berühmter Ausspruch Buddhas lautet so etwas wie Im Sehen ist nur was gesehen,

Im Hören ist nur was gehört wird,

In der Wahrnehmung ist nur was wahrgenommen wird.

Wahrnehmung ist,

Findet statt.

Nicht noch zusätzlich mehr.

Leerheit heisst einfach leer von diesem unabhängig existierenden Selbst,

Was wir irgendwie gefühlsmäßig nicht mehr sehen können.

Leerheit heisst einfach leer von was wir irgendwie gefühlsmäßig immer noch da hinein projizieren.

Leerheit ist kein leeres Gefühl in der Meditation oder Absenz von Gedanken.

Es ist auch nicht einfach innere Weite,

Was sehr still ist.

Leerheit bezieht sich auf die Erfahrung zu sehen,

Dass das alles vor sich geht,

Ohne dass da noch jemand zusätzlich irgendwie da im Kranführersitz sitzt und das alles überblickt oder in Kontrolle hat.

Die Erfahrung ist da,

Aber sie ist ohne Referenz auf jemanden,

Der sie hat.

Nicht auf ein Zentrum bezogen.

Sie ist einfach offen,

Frei geschraubt und geschrieben in einem Text.

Wenn ich das Wesen dieses alten Mönches,

Der erst so wirklich erschien,

Erforschte,

Wurde er wie die Spur eines Vogels am Himmel.

Die Erscheinung eines Vogels zieht durch den Geist,

Aber wenn man nach seinen Spuren sucht,

Sind sie nicht fassbar.

Leere Transparenz ist alles,

Was da ist.

Und dies zu sehen ist befreiend,

Enorm befreiend.

Es ist nicht ein für alle Mal befreiend,

Desto befreiender.

In dem Maße,

Wie wir frei sind von getäuschten Wahrnehmungen,

Von Verlangen und Festhalten,

Von Hass und Aversion aller Art.

In dem Maße können wir auch die Schönheit,

Das Licht des Herzens erfahren und ausdrücken und lebendig werden lassen.

Das Licht der Weisheit,

Der Liebe und des Mitgefühls.

Thai-Lehrer Ajahn Buddhadasa hat gesagt,

Ich möchte damit schließen,

Den folgenden Ausspruch zu hören,

Heisst jeden Satz der Lehre gehört zu haben.

Der Ausspruch heisst übersetzt,

Kein Ding,

Also nichts,

Soll erfasst und festgehalten werden.

Diesen Satz gehört zu haben,

Heisst die gesamte Lehre gehört zu haben.

Dies zu praktizieren,

Heisst sämtliche Praktiken zu üben.

Die Früchte dieser Praxis zu erlangen,

Heisst die Früchte der gesamten Buddha-Lehre erlangt zu haben.

Und nochmals in etwas anderen Worten,

Kein Ding,

Kein Wesen,

Keine Situation,

Keine Erfahrung soll als ich,

Mich oder mir gehörend erfasst und festgehalten werden.

Das ist alles.

Keine Erfahrung soll als ich,

Mich oder mir gehörend erfasst und festgehalten werden.

Nicht,

Dass sie nicht so erscheinen dürfen,

Aber es ist damit zu identifizieren und festhalten,

Was Leidenschaft und das Nicht-Festhalten was befreit.

Moment,

Still sitzen.

4.9 (56)

Neueste Bewertungen

Nadja

February 11, 2021

Sehr schön und lehrsam

Gwen

March 6, 2020

🙏🏼❤️

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