
Hast du schon einmal versucht, mit deiner Angst zu sprechen?
Für mich war das lange unvorstellbar – bis mein Engel mir zeigte, dass die Angst nicht unser Feind ist. Er sagte: „Geh in den Sturm, denn im Zentrum findest du einen stillen, geschützten Ort.“ Lassen wir die Angst zu, wird es in uns ruhiger und wir können ihr begegnen. Dann erkennen wir, dass sie unser Freund ist, nicht unser Feind. Sie will uns schützen. Allein deshalb ist es doch wert, ihr einmal Gehör zu verschaffen. Bleib dabei: In meinem nächsten Beitrag folgt eine Meditation, die dich zur Ruhe führt und dann in das Zentrum des Sturms – ein Ort der Begegnung mit deinem vermeintlichem Feind, der Angst - und dann könnt ihr zwei euch mal in Ruhe unterhalten...:-)
Transkription
Es ist Sonntagmorgen und du liegst in deinem Bett.
Du weißt,
Es wird ein herrlicher Tag.
Draußen blühen die Blumen und es ist Frühjahr.
Es ist der Monat Mai,
Der Wonnemonat im Jahr.
Es ist Wochenende.
Du riechst schon den Duft des Frühstücks im Haus.
Eine gute Seele ist schon dabei,
Es vorzubereiten.
Du rekelst und streckst dich in deinem Bett.
Du kannst das Licht der Sonne durch deine Gardinen wahrnehmen.
Du lächelst.
Ein wundervoller Tag liegt vor dir.
Ihr habt einen Ausflug geplant.
Du bist zufrieden mit dir und mit deinem Leben.
Was kann jetzt noch schief gehen?
Du reckst und streckst dich in deinem Bett.
Du rekelst dich und setzt dich langsam auf.
Auf einmal fühlst du dich nicht mehr so gut.
Irgendwie dunkel.
Irgendwie angespannt.
Hm,
Denkst du.
Was ist jetzt?
Eben ging es mir doch noch so gut.
Du legst dich noch einmal hin und spürst in dich hinein.
Auf einmal kannst du eine Stimme vernehmen.
Sie spricht zu dir.
Anfangs ziemlich leise,
Aber dann lauter.
Sie sagt Hallo.
Hallo.
Ich bin deine Angst.
Jetzt hast du Zeit mit mir zu reden.
Jetzt kannst du dich nicht ablenken.
Du spielst nicht mit deinem Smartphone.
Du schaust kein Fernsehen.
Du grübelst auch nicht über irgendwelche Dinge nach.
Du arbeitest nicht.
Du sprichst mit niemandem.
Du bist ganz allein.
Nur mit mir.
Mit deiner Angst.
Das ist meine Chance.
Jetzt nimmst du dir Zeit für mich.
Mir ist egal,
Was heute für ein Wetter ist.
Oder was du für Pläne hast.
Oder ob du dachtest,
Du würdest heute glücklich sein.
Jetzt ist der Moment,
Wo du mir endlich zuhörst.
Deine Augen sind weit aufgerissen.
Was war das denn jetzt?
Redet meine Angst jetzt schon mit mir?
Wo kommt das her?
Fragst du dich.
Die Angst antwortet.
Aus deinem Herzen?
Dort bin ich zu Hause.
Genau wie alle deine anderen Gefühle.
Dein Ärger und deine Wut.
Auch deine Schuldgefühle.
Auch deine Liebe.
Die möchtest du fühlen.
Aber all die anderen nicht.
Und schon gar nicht mich.
Deine Angst.
Ich nehme das schon ein bisschen persönlich,
Weißt du.
Denn eigentlich bin ich doch da,
Um dich zu schützen.
Ich bin doch eigentlich deine Freundin.
Warum willst du denn nie mit mir reden?
Ich seufze.
Was hatte ich mir doch diesen Tag so schön vorgestellt.
Und jetzt?
Ausgerechnet jetzt wollte meine Angst mit mir reden.
Meine Angst.
Dieses Riesenthema.
Eigentlich lief ich immer vor ihr davon.
Ich kann mich nicht erinnern,
Dass ich jemals mit ihr geredet habe.
Oder dass irgendwann jemals jemand gesagt hat,
Ich solle mit meiner Angst reden.
Wie käme ich denn dazu?
Was für ein überaus unangenehmes Gefühl.
Nein,
Nein.
Ich wich ihr aus.
So gut ich konnte.
Manchmal gut gebe ich zu,
Schützt sie mich ja auch.
Wenn ich über die Straße gehe.
Oder wenn ich jemanden treffe,
Der mir nicht gut tut.
Hören tue ich aber nicht immer auf sie.
Bei der Straße schon.
Aber bei vielen anderen Dingen nicht.
Da nervt sie einfach nur.
Und ich schiebe sie,
So gut ich kann,
Zur Seite.
Und da meldet sie sie schon wieder.
Rede mit mir.
Los,
Du hast jetzt Zeit.
Nichts stört uns.
Rede endlich mit mir.
Ich seufze.
Es gibt wohl keinen drinnen.
Ich schaue ihr direkt ins Gesicht.
Sie sieht aus wie eine Fratze.
Aber irgendwie auch verzweifelt.
Es ist schon wahr,
Ich nehme mir niemals Zeit für sie.
Sie ist wie ein laut schreiendes Kind.
In meinem Herzen.
Ich sperre sie einfach weg in ein Zimmer.
Und beachte sie nicht weiter.
Natürlich rächt sich das.
Ich fühle mich da nicht gut.
Angespannt.
Dunkel.
Wer will sich denn schon mit der Angst konfrontieren?
Da lebt man doch lieber noch mit der Anspannung.
Mit dem Energieverlust.
Mit dieser dunklen Ahnung,
Die irgendwo in der Ecke lauert.
Aber jetzt gibt es keinen drinnen.
Sie lässt nicht locker.
Gut,
Sage ich,
Dann lass uns reden,
Angst.
Es ist ein schöner Tag.
Bringen wir es hinter uns,
Damit ich endlich aufstehen kann.
Und mein Leben genießen kann.
Siehst du,
Sagt die Angst,
Genau das ist der Punkt.
Du willst immer nur dein Leben genießen und nie mit mir sprechen.
Aber du kannst dein Leben ja gar nicht genießen,
Wenn du mich immer nur wegsperrst.
Denn ich bollere an die Tür.
Ich lauere dir auf.
Ich schicke dir alle möglichen Schmerzen.
Denn durch mich spannst du dich immer an.
Und dann kommt der Schmerz.
Aber eigentlich kommt der Schmerz aus deinem Herzen.
Von mir.
Du musst endlich verstehen,
Wenn du mit mir redest,
Dann wirst du glücklicher werden.
Also rede mit mir.
Dann wird dein Tag heute besser werden.
Das verspreche ich dir.
So reden wir also.
Ich und die Angst,
Wir liegen im Bett an diesem wunderbaren Sonntagmorgen und reden und reden und reden.
Und sie will gar nicht aufhören.
Aber ich,
Ich höre ihr zu.
Denn sie hat recht.
Nie habe ich ihr zugehört.
Aber glücklich bin ich dadurch auch nicht wirklich geworden.
Denn irgendwie war sie immer da.
Wie jemand,
Der in einer dunklen Ecke lauert.
Und darauf wartet,
Einen überfallen zu können.
Wie eine dunkle Ahnung,
Die mich immer begleitet hat.
Es ist erstaunlich,
Was sie mir alles zu erzählen hat.
Und nach einer Weile beginne ich zu bedauern,
Dass ich ihr nicht schon früher zugehört habe.
Tief in ihrem Inneren ist sie meine Beschützerin.
Meine Begleiterin.
Die von einer höheren Macht zu mir gesandt wird.
Um mich auf meinem Lebensweg zu begleiten,
Zu schützen.
Mich vor Gefahren zu warnen.
So wie früher das meine Eltern gemacht haben,
Als ich noch klein war.
Auch das hat oft genervt.
Aber trotzdem,
Sie haben es ja gut gemeint.
Und sie haben mich oft beschützt.
Und nur so konnte ich erwachsen werden und weiterleben.
Genau so ist die Angst.
Sie will uns fernhalten.
Von schlimmen Situationen.
Durch sie spricht letztendlich auch unser Schutzengel zu uns.
Wir denken,
Ein Engel strahlt immer nur Liebe aus.
Aber wenn ein Engel uns schützen will,
Kann er uns auch starke Gefühle der Ablehnung und der Angst senden.
Schieben wir sie dann zur Seite,
Schieben wir auch gleichzeitig unseren Schutzengel zur Seite.
Aber das möchten wir doch eigentlich nicht.
Es ist nur manchmal so furchtbar schwer,
Sie auszuhalten,
Die Angst.
Es ist ein Gefühl,
Das unsere Basis zerrüttet.
Das uns aufwühlt.
Das uns mit der größten Angst im Leben in Verbindung bringt letztendlich.
Mit der Angst vor dem Tod.
Ein Yogi nennt diese Angst Abhinivesha.
Diese Angst wohnt jedem Lebewesen inne.
Und alle unsere Ängste lassen sich letztendlich auf diese eine Angst über Leben zu wollen zurückführen.
So ist es doch dann aber gut,
Wenn wir mit der Angst Kontakt aufnehmen.
Wenn wir sie sprechen lassen.
Denn in der Tat gibt es doch viele Gefahren auf dieser Erde.
Und wir möchten doch am Leben bleiben,
Damit wir unsere Aufgaben hier erfüllen können.
Ein Erdenleben ist aus göttlicher Sicht sehr wertvoll.
Denn während eines solchen Lebens können wir uns genau zu diesem Göttlichen hin entwickeln.
Wir können nachdenken und reflektieren.
Wir können ein Leben als eine Pilgerreise zu einer höheren Dimension verstehen.
Das aber kann nur ein Mensch.
Und daher ist ein Menschenleben so kostbar.
Die Angst will uns schützen auf diesem Weg.
Sie ist oft laut und penetrant.
Und manchmal unerträglich zu fühlen.
Und doch will sie uns schützen.
Und wenn wir anfangen mit ihr zu reden.
Einen Dialog mit ihr zu eröffnen.
Dann wird sie erträglicher werden.
Denn sie wird gehört.
Und jeder der gehört wird,
Wird ruhiger und friedlicher.
Weil er sein Herz ausschütten kann.
Mein nächster Beitrag wird eine Meditation sein.
In der ich dazu anleite mit seiner Angst in Berührung zu kommen.
Mit ihr zu reden und sie zu transformieren.
Auch das Wunderbare in ihr zu erkennen.
Ihr schützendes Element.
Namaste.
Das Licht in meinem Herzen verbeugt sich vor dem Licht in deinem Herzen.
Und wenn wir beide dort sind,
Dann sind wir eins.
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