
Traumreise - Woohli Und Die Wolkeninsel
Heute Abend steigt woohli mit deinem Kind auf eine kleine Insel aus Wolken, hoch über der Erde. Leuchtende Fische schwimmen durch einen stillen Wolkenbach und ganz oben, in einem weichen Nest aus Wolken, lassen sich beide fallen und kommen an. Diese Traumreise nutzt eine geführte Vorstellungsreise, eine in der kognitiven Verhaltenstherapie etablierte Methode, liebevoll eingebettet in eine Geschichte für kleine woohlis. Für entspannte Abende und erholsame Nächte. woohli – Traumreisen | Von Kirstin, Psychologin und Mama
Transkription
Hallo Du und willkommen bei Woli's Traumreisen.
Ich bin Kirstin,
Psychologin und Mama und ich begleite Dich heute auf eine ganz ruhige Reise in den Schlaf.
Heute Abend steigst du mit Woli auf eine kleine Insel aus Wolken.
Leg dich ganz bequem hin.
So,
Wie es sich für dich gerade am besten anfühlt.
Atme einmal tief ein.
Ganz langsam.
Und wieder aus.
Noch einmal.
Ein kleines bisschen ruhiger.
Deine Augen dürfen sich schließen oder sie sind vielleicht schon zu.
Und Roli?
Die Poli ist heute schon da.
Ganz nah bei dir.
Genauso ruhig.
Genauso bereit.
Lass uns zusammen losgehen.
Du liegst auf deinem Rücken,
Unter dir ist es weich.
Über dir ist der Himmel,
Weit und groß,
Und er ist gerade dabei,
Die Farbe zu wechseln.
Boli liegt neben Dir.
Genauso wie du auf dem Rücken.
Genauso still.
Ihr schaut beide nach oben.
Der Himmel ist schon nicht mehr blau.
Er wird rosa.
Dann ein bisschen Lila.
Als hätte jemand ganz vorsichtig Farbe ins Wasser gemischt.
Und die Wolken.
Die ziehen langsam vorbei.
Manche dünn wie Watte.
Manche dick und rund wie kleine Berge.
Du atmest einmal tief durch.
Boni atmet auch tief durch.
Eine Wolke bleibt stehen.
Nicht alle,
Nur eine.
Genau über Dir.
Sie ist groß und weiß und rund und sie sinkt ein kleines Stück tiefer.
Noch tiefer,
Bis sie ganz nah ist,
So nah,
Dass du sie fast anfassen könntest.
Du streckst die Hand aus.
Sie fühlt sich weich an.
Weich wie das flauschigste Kissen,
Das es gibt.
Ein bisschen kühl und ein bisschen kitzelig.
Boli streckt auch die Hufe aus.
Und tupft einmal kurz gegen die Wolke.
Die Wolke wabbelt ein kleines bisschen,
So wie Wackelpudding,
Und bleibt dann wieder ganz still.
Sie scheint zu warten.
Die Wolke macht etwas,
Das du noch nie gesehen hast.
An einer Seite wird sie flacher.
Wie eine kleine Rampe aus weißem Schaum,
Die genau zu dir runterführt.
Du setzt einen Fuß drauf.
Und sie kippt nach.
So die Moos.
Und sie kriegt dich aber trotzdem.
Also steigst du weiter!
Schritt für Schritt.
Ganz ruhig und ganz langsam.
Boli kommt direkt hinter dir mit.
Oben angekommen.
Setzt du dich hin.
Die Wolke ist viel größer,
Als sie von unten ausgesehen hat.
Groß genug für Dich.
Groß genug für Wohlig.
Groß genug,
Dass ihr euch beide bequem hinlegen könnt.
Boli legt sich direkt neben dich.
Und dann ganz langsam.
Ohne dass irgendetwas ruckelt.
Heb die Wolke einfach ab.
Du merkst es zuerst am Wind.
Er wird ein kleines bisschen stärker.
Ein kleines bisschen kühler.
Und er riecht nach Höhe.
Nach Nichts und nach Allem gleichzeitig.
Du schaust kurz mal runter.
Die Bäume werden kleiner.
Die Häuser werden kleiner.
Alles wird kleiner und ruhig und weit weg,
Wie ein Bild aus einem Buch.
Atme einmal tief ein.
Und merk,
Wie Du dabei ein kleines Stück höher schwebst.
Noch einmal einatmen und noch ein kleines Stück höher.
Roli atmet genauso tief.
Und schwebt genauso mit.
Ihr beide schwebt jetzt zusammen durch den Abendhimmel.
Auf eurer eigenen kleinen weißen Wolke.
Und nichts muss schneller gehen als das.
Vor euch taucht etwas auf.
Erst denkst du,
Es ist nur eine größere Wolke.
Aber je näher ihr kommt,
Desto mehr siehst du.
Das ist keine einzelne Wolke.
Da sind ganz viele Wolken,
Die sich zusammengelegt haben,
Wie Hügel und kleine Täler aus weißem Flausch.
Es ist eine ganze Insel mitten im Himmel.
Eure Wolke schwebt direkt rein und setzt euch sanft ab.
Du stehst auf.
Der Boden hier ist weich,
Wie alles andere.
Aber ein bisschen fester.
Du kannst gut drauf laufen,
Sogar drauf hüpfen,
Wenn du willst.
Woli hüpft einmal und schaut dich an,
Als würde es fragen,
Du auch?
Aber ihr seid heute nicht zum Hüpfen hier.
Ihr sucht eine Stelle zum Ausruhen.
Ihr geht ein kleines Stück.
Du gehst voran!
Wohli geht neben dir her.
Und dann siehst du es.
Ein kleiner Wolkenbach.
Kein richtiges Wasser.
Aber etwas,
Das sich genauso bewegt.
Genauso glitzert,
Nur eben weiß und weich.
Und still.
Er fließt ganz langsam.
So langsam,
Dass man kaum sieht,
Ob er sich überhaupt bewegt.
Aber ja,
Er bewegt sich.
Immer weiter.
Ganz ruhig.
Du setzt dich kurz ans Ufer und schaust ihm zu.
Wohli setzt sich neben dich.
Tief unten im Bach,
Ganz nah am Grund.
Schwimmen kleine Fische.
Aber keine gewöhnlichen Fische.
Die sich hier leuchten.
Ganz sanft.
Ganz warm.
Einer leuchtet golden.
Einer Silbern.
Einer in einem Blau,
Das es eigentlich gar nicht so geben kann,
So tief und so schön ist es.
Und da,
Da ist ja sogar einer in Lila!
Sie schwimmen langsam hin und her.
Hin und her.
Ohne Eide.
Ohne Ziel.
Einfach so.
Manchmal,
Wenn zwei von ihnen aneinander vorbeischwimmen,
Hinterlassen sie eine kleine Spur aus Licht.
Sie hält kurz an.
Und löst sich dann ganz langsam auf.
Wie Atem in kalter Luft.
Du könntest ewig zuschauen,
So schön ist das Farbenspiel.
Boli auch,
Seine Ohren stehen ganz still.
Was bei Woli ja selten vorkommt.
Der Bach macht kein Geräusch.
Hier oben ist alles leiser als unten,
Selbst das Wasser weiß das.
Nach einer Weile schaut Woli dich an.
Mit diesen ruhigen,
Dunklen Augen.
Hund wackelt einmal kurz mit den Ohren.
Das bedeutet,
Lass uns jetzt wieder weitergehen.
Also geht ihr ein bisschen weiter,
Tiefer in die Insel hinein,
Vorbei an einem Wolkenhügel.
Vorbei an einer kleinen Wolkenkuhle,
Die noch nicht ganz die richtige Form hat.
Und dann findest du sie.
Genau die richtige Stelle.
Eine Runde,
Weiche Stelle.
Genauso groß wie du.
Wie ein kleines Nest,
Nur aus Wolken.
Du lässt dich hineinfallen mit einem weichen Puff.
Sie passt sich an dich an,
Ganz von selbst,
So,
Als hätte sie genau auf dich gewartet.
Woli legt sich direkt daneben,
An die gleiche,
Weiche Stelle,
Ganz nah an deiner Seite.
Über euch funkeln schon die ersten Sterne.
Da,
Da ist ja einer.
Und noch einer.
Und noch ein dritter.
Atme jetzt einmal ganz tief ein.
Und beim Ausatmen lass deine Schultern sachte fallen,
Einfach fallen lassen,
Wie zwei kleine Wolken,
Die nach unten sinken.
Woli lässt seine Schultern auffallen.
Noch einmal einatmen.
Und beim Ausatmen werden deine Arme schwerer und leicht zugleich.
So wie alles hier oben,
Schwer genug,
Um zu bleiben,
Aber leicht genug,
Um zu schweben.
Bully liegt genau so da.
Schwer.
Und leicht und ruhig.
Die Wolkeninsel trägt euch beide ganz sanft,
Sie bewegt sich nicht wirklich,
Aber irgendwie spürst du trotzdem ein sachtes Wiegen hin und her.
So leicht,
Dass du nicht sicher bist,
Ob es echt ist oder ob es nur dein Atem ist,
Der dich wiegt.
Atmest ein.
Boli atmet auch ein.
Du atmest aus.
Und Boli atmet auch aus.
Ihr atmet jetzt fast genau im gleichen Takt,
Ohne dass ihr es geplant habt.
So wie zwei Freunde,
Die schon lange zusammen unterwegs sind.
Die Sterne werden mehr und mehr.
Bis der ganze Himmel über euch glitzert wie kleine Diamanten.
Irgendwo da unten ist morgen ja noch alles.
Die Bäume,
Die Häuser,
Der Tag,
Der kommt.
Aber das ist morgen.
Jetzt ist nur die Wolke,
Nur die Sterne.
Nur du und Woli ganz nah beieinander.
Du bist hier.
Du bist sicher.
Und Woli ist ganz nah.
Schlaf gut.
Die Wolke trägt dich die ganze Nacht.
Woli wacht nicht mehr auf.
Boli schläft einfach bis zum nächsten Morgen direkt an deiner Seite.
Gute Nacht!
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