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Atempraxis: Ebbe und Flut | Adha Sharira Pranayama

by Nöle Giulini

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Meditation
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Diese geführte Meditation orientiert sich an dem von Richard Miller,PhD, entwickeltem iRest® Yoga Nidra. Die Praxis wird durch Sankalpa ein- und ausgeleitet. Es folgt ein Bodyscan und dann Adha Sharira Pranayama — eine Atempraxis, in der wir eine Mittellinie durch den Körper ziehen, in die wir einatmen und dann abwechselnd nach links und nach rechts ausatmen. Wir beobachten die Wahrnehmungen im Vordergrund und die Sprunghaftigkeit unserer Aufmerksamkeit, ohne uns damit zu identifizieren. Wir spüren uns als den sich unendlich ausweitenden Raum, in dem Körperempfindungen, Gefühle, Emotionen, Gedanken, Grundüberzeugungen, Erinnerungen mit ihren Gegenteilen sowie das "Ich" willkommen geheißen werden. Der Prozess der Nicht-Identifikation erlöst uns von der Dualität des "Ja" und "Nein" und offenbart unser wahres Zuhause im Sein. Da es sich um ein Live-Mitschnitt handelt sind Hintergrundsgeräusche wahrnehmbar, die hoffentlich zur Lebendigkeit der Meditation beitragen.

Transkription

Wir nehmen die Geräusche wahr,

Die in uns und um uns herum geschehen,

Hören als Körperempfindung.

So öffnen wir jetzt auch die anderen Sinne,

Ohne das,

Was wir wahrnehmen,

Zu benennen,

Schmecken,

Riechen,

Sehen,

Der Tastsinn,

Ein Gefühl der Haut,

Die unserem Körper Kontur und Form verleiht.

Wir beginnen unsere Praxis dann mit einer Motivation,

Die vielleicht jetzt gerade für dich spontan erscheint.

Was bringt dich heute Abend zu dieser Praxis?

Was suchst du?

Was möchtest du hinter dir lassen?

Es gibt eine Strömung im tiefsten Innern deines Wesens,

Die deinem Leben Richtung verleiht,

Ein Leitmotiv,

Ein Seelenweg,

Wie immer du es auch nennst,

Kannst du diesen tiefsten Herzenswunsch in diesem Moment in deinem Körper spüren,

Selbst wenn es keine Worte dafür gibt.

Diese innere Ausrichtung verleiht unserer Praxis Struktur,

Spüre das und dann bring in dein Bewusstsein den Ort der Sicherheit und des Geborgenseins,

Wie auch immer dieser Ort sich für dich im Moment gestaltet.

Vielleicht nur ein Geruch,

Eine Erinnerung,

Das Fell eines Tieres,

Erlaube dir,

Dich finden zu lassen von diesem Ort der Sicherheit,

Wie eine persönliche Schutzinsel.

Folge meinen Worten nun,

Wie wir Aufmerksamkeit durch die verschiedenen Landschaften des Körpers kreisen lassen.

Zunächst in den Mund,

Das linke Ohr,

Das rechte Ohr,

Das linke Ohr nochmal,

Raum zur linken Seite,

Das rechte Ohr nochmal,

Raum zur rechten Seite,

Der Innenraum der Nase,

Linkes Auge,

Rechtes Auge,

Stirn,

Kopfhaut,

Kannst du die Wurzel jedes einzelnen Haares spüren?

Beobachte,

Wie der Verstand Bilder produziert,

Vorstellungen und tausche diese Vorstellungen und Bilder nun ein in ein Fühlen,

Spüren,

Spüre den Raum um deinen Kopf herum,

Schicke Aufmerksamkeit in das Genick,

Genau dort,

Wo der Hals in den Hinterkopf hinein mündet,

Tauche ein in den Innenraum des Halses und erforsche diese Öffnung in die Brust hinein,

Spüre dich nach links in die linke Schulter und die Öffnung in den linken Arm hinein,

Linke Hand,

Wie viele Finger findest du,

Kehre zurück in den Brustraum,

Tauche ein in einem der rechten Schulter,

Rechter Arm,

Rechte Hand,

Wie viele Finger findest du,

Halte für einen Moment rechten und linken Arm zusammen in deiner Aufmerksamkeit und weite das Feld aus,

Nun auch in den Raum zur linken Seite,

In den Raum zur rechten Seite,

Taste dich vorsichtig an der Anatomie entlang,

Als hättest du noch nie ein Bild gesehen von diesem Körper,

Fühle die ganze Rückseite dieses Körpers mit allem,

Was sich dir bietet,

Wie eine Hängematte offen und weit diese Rückseite den Inhalt birgt,

So spüre dich nun hinein in diesen Inhalt,

Der vielleicht gurgelt oder pfeift oder summt oder leise vibriert und lasse dich spontan einladen eine besondere Stelle in diesem Inhalt zu besuchen,

Das könnte der Brustraum sein,

Das Sonnengeflecht oder ein Organraum im Unterbauch,

Vertraue dich der inneren Stimme an,

Vielleicht gibt es Bilder,

Gerüche,

Geschichten,

Urteile,

Die jetzt hier willkommen geheißen werden wollen,

Dann findest du dich in der linken Pobacke wieder und tauchst durch die linke Hüfte in diesen enormen Sog des linken Beines,

Wie ein Floß wirst du getragen durch diesen Innenraum des Beines,

Erfährst die Strukturen und auch Hindernisse auf deinem Weg zum Fuß,

Werde ganz zum Fuß,

Fühle dich als Fuß,

Blühe auf als Fuß und sehen,

Blühe auf als Raum im Raum und dann tauche wieder zurück entlang der Innenseite dieses Beines und halte dich ein wenig auf in der Gegend der Genitalien und des Anus,

Spüre auch wie diese Strukturen jetzt auf dich wirken,

Gibt es hier ein Bild,

Eine Farbe,

Eine Empfindung,

Die abgeholt werden möchte,

Dazugehören möchte,

Tauche ein in die rechte Hüfte,

Spüre die rechte Pobacke und gleite dann durch diese Öffnung der rechten Hüfte in das rechte Bein,

Lasse dich ziehen,

Lasse deine Aufmerksamkeit langsam gezogen werden durch diesen Innenraum des rechten Beines,

Bemerke wie der Verstand wieder Bilder aufwirft und tausche diese Bilder ein für ein Spüren,

Ein Fühlen,

Als seist du jetzt gerade erst in diesem Körper zum ersten Mal angekommen,

Was für eine außergewöhnliche Kreatur,

Die hier atmet und bebt und pulsiert,

Setze deine Reise durchs rechte Bein fort,

Bis du ganz zum Fuß wirst,

Bis du ganz zum Fuß wirst und lasse diesen rechten Fuß nun aufblühen in den Raum um den rechten Fuß herum und lasse nun tatsächlich den ganzen Körper aufblühen als Raum im Raum,

Selbst wenn es hier und da noch enge Strukturen gibt,

Ein Festhalten,

Ein Krampfen,

Selbst wenn sich noch etwas wehrt oder versteckt,

Alles darf sein,

Raum im Raum und nun gestalte eine Mittellinie durch das Zentrum deines Körpers,

Die deinen Körper in rechte Seite und linke Seite teilt.

Jedes Mal,

Wenn du einatmest,

Triffst du dich in dieser Mittellinie.

Das nächste Mal,

Wenn du ausatmest,

Flutest du rüber auf die linke Seite,

Füllst erst die linke Körperseite,

Dann den Raum zur linken Seite aus,

Einatmend zurück zur Mitte,

Ausatmend dann rüber auf die rechte Seite,

Einatmend zurück zur Mitte und ausatmend dann erst die eine,

Dann die andere Seite des Körpers besuchen.

Wir lassen das Ausatmen langsam geschehen und beobachten das Ausatmen,

Wie es sich in den Raum zur Seite hin ausbreitet,

Wie eine Welle bei Flut höher und höher steigt den Strand entlang.

Übe das nun in deinem eigenen Rhythmus.

Vielleicht wirst du abgelenkt unterwegs,

Vielleicht kommt Müdigkeit auf.

Nimm diese Bewegungen wahr und kehre zurück zu unserem Ebbe und Flutatmen.

Du bist wach,

Aufmerksam und präsent.

Du nimmst meine Stimme wahr.

Du beobachtest auch,

Wie du auf eine tiefere Bewusstseinsstufe beginnst zu sinken,

Einatmend zur Mitte,

Ausatmend zur Seite.

Durchdringe den Raum zu deiner Seite weiter und weiter und sammle dich das nächste Mal wieder in der Mitte beim Einatmen und schicke nun deine Aufmerksamkeit mit dem Ausatmen nach links und rechts.

Zugleich,

Ganz wach,

Ganz aufmerksam,

Ganz präsent.

Erweitere diesen Radius dann in alle möglichen Richtungen.

Einatmend in die Mitte,

Ausatmend in alle Richtungen.

Links,

Rechts,

Vorne,

Hinten,

Oben,

Unten,

Überall.

Nimm wahr,

Wie Trennlinien verschwinden,

Verschmelzen in eine Weite,

Grenzenlos,

Überall,

Ohne Bedingungen und lass dann unsere Atempraxis leise ausklingen,

Mit einem Ausatmen in alle Richtungen.

Spüre dich als Raum im Raum.

Gibt es etwas,

Was dich davon abhält,

Präsent zu sein und kannst du das für einen Moment einfach nur beobachten,

Ohne dich im Inhalt zu verlieren.

Es könnte ein Körpergefühl sein oder ein Gedanke,

Eine Emotion oder einfach Müdigkeit und wir erkennen,

Wie dankbar wir sind für all diese Ablenkungen,

Wie dankbar wir sind für alles,

Was kommt und geht und unsere Aufmerksamkeit anscheinend aus diesem Moment heraus löst.

Ist es nicht so,

Dass wir durch das,

Was sich bewegt,

Eigentlich erst das wirklich wahrnehmen,

Was still ist?

Erkenne,

Dass du beides bist,

Form und Wahrnehmung im Vordergrund und Formlosigkeit sein als Hintergrund.

Ruhig,

Gelassen,

Unbegrenzt,

Weich,

Offen,

Frei.

Selbst das Ich hat seinen Spielplatz im Sein und dann gehen wir gemeinsam diesen Weg noch einmal zurück.

Vielleicht ist etwas liegen geblieben,

Was du später noch einmal besuchen möchtest in deiner Praxis zu Hause oder etwas,

Was du später aufschreiben möchtest.

So gehen wir noch einmal zurück und sammeln die Eindrücke ein,

Die Geschenke,

Die Botschaften.

Erinnern uns noch einmal unserer Motivation für die heutige Praxis,

Vielleicht hat sie sich geändert und fühlen nach noch einmal in diesen tiefsten Herzenswunsch,

Der unserem Leben schon immer Richtung verlieren hat,

Selbst wenn wir es nicht immer angenommen haben und spüren noch einmal nach,

Wo in deinem Körper dieser Herzenswunsch wohl wohnt.

Vielleicht nicht unbedingt im Herzen,

Vielleicht in deinen Händen,

Im Hals oder Bauch.

Wir danken auch diesem Platz der Sicherheit und des Geborgenseins dafür,

Dass er uns begleitet,

Immer da,

In unserer Praxis und im Leben.

Und so ziehen wir wieder in diese Definition des Körpers mit seinen Mustern und Beschränkungen,

Spüren unseren Rücken,

Getragen von der Erde,

Spüren unseren Atem im Bauch,

Kehren zurück in diesen Raum,

Spüren die Nähe von den anderen,

Die uns auf unserer Reise begleitet haben und schicken ihnen ein herzliches Dankeschön.

Wir danken dem Raum,

Wir danken Güldenholm und weiter hinaus,

Wir danken allem,

Was ist,

So ganz genau so,

Wie es ist.

Und so ziehen wir langsam unser Kostüm wieder an,

So bekennen wir wieder Form,

Obwohl wir Formlosigkeit erfahren haben.

Vielleicht strecken wir uns etwas durch die Hände und Füße,

Gähnen,

Öffnen die Augen und schließen sie wieder und gestalten einen bewussten Übergang von unserer Yoga-Nidra-Praxis in diesen Abend hinein.

4.6 (34)

Neueste Bewertungen

Tina

January 30, 2026

Eine vollkommen andersartige und bemerkenswerte Erfahrung. Dankeschön ❤️

Viktoria

June 13, 2021

Eine wunderbare Meditation, die Stimme ist sehr angenehm und die stillen Pausen zwischen dem Gesprochenen lassen genau die richtige Zeit, um in sich zu gehen, holen einen aber auch wieder zur Konzentration zurück, wenn man abschweift. Wunderbar.

Kristin

October 19, 2020

Wunderbar einfühlsam geführte Yoga Nidra Meditation. Sie führt mich regelmäßig in eine tiefe Körperentspannung. Schön ist auch der Fokus auf den inneren sicheren Ort. Danke, liebe Noele!❤🙏

Nika

December 4, 2019

Ich habe inzwischen schon viele Yoga Nidras gemacht hier auf Insight Timer - diese gehört zu den ganz besonderen, zu denen ich immer wieder zurückkomme. Etwas andere Formulierungen als üblich führen für mich zu einer ganz neuen Wahrnehmung. Eine wunderschöne Atempraxis ausserdem! Vielen Dank!

MiaAnsumala

August 21, 2019

Wow 🙏 was für eine wundervolle Erfahrung - einfach grossartig❣️die schönste Yoga Nidra Praxis, die ich gemacht habe💫 ❤️LICHEN DANK 🙏 NAMASTE

Heidi

April 13, 2019

Wunderbar geführt danke

Schmücki

April 7, 2019

Eine 3/4 Stunde wunderbare, heilsame Meditation mit sicherem Ort, Bodysensing und Ebbe und Flut-Atmung, die Entspannung und Frieden gibt. Danke, werde ich in meine regelmässige Meditationspraxis einbauen.

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