
Dämonen füttern
by Sylvia Kolk
Ungeliebten Anteilen unserer Selbst liegt ein Gefühl des Mangels zu Grunde. Wenn wir uns diesen Anteilen aufmerksam zuwenden, erkennen wir, dass das „Hilflose in uns der Hilfe bedarf“ (Rilke). Durch die Visualisierung der Sättigung des Mangels findet Integration und Heilung statt.
Transkription
Die beste Haltung einnehmen,
Die also möglich ist,
Sodass du komfortabel sitzen kannst.
Lenke die Aufmerksamkeit erst mal auf den Körper und überprüfe,
Ob du wirklich komfortabel sitzt oder irgendwo Verspannungen sind,
Die du noch lösen kannst oder möchtest.
Und dann lenke die Aufmerksamkeit einmal auf den Atem.
Erlebe bewusst Atemzug für Atemzug.
Und dann nimm den Atem in das Herz hinein.
Spür dein Herz.
Und dann erinnere dich einmal an deine schwierigen Anteile,
An die Dämonen,
Vielleicht irgendeine Angst,
Angst verlassen zu werden,
Angst zu versagen,
Zu scheitern oder Angst Erfolg zu haben,
Vielleicht Angst vor einer Krankheit.
Was immer du fühlst,
Spürst,
Was deine Lebenskraft blockiert.
Und nimm all dies sanft wahr,
Aufmerksam,
Interessiert.
Und dann spür mal in dich hinein,
Mit welchem dieser Anteil du gerne jetzt arbeiten möchtest.
Und dann spür mal in deinen Körper hinein,
Wie es sich anfühlt,
Wenn dieser Anteil aktiviert ist,
Wenn dieser Dämon aktiv ist.
Wie fühlt sich das an?
Lass diese Gefühle jetzt zu,
Als Experiment.
So,
Dass du es ganz deutlich spüren kannst.
Und dann stell dir vor,
Dass dieses Gefühl eine Form annimmt und zu einem Wesen wird.
Dieses Wesen hat eine bestimmte Farbe,
Form,
Größe.
Und stell dir dieses Wesen genau vor,
Wie sieht es aus?
Und dann nimm es aus dem Körper heraus und setz es vor dich hin und schau es dir noch mal genau an.
Welche Beschaffenheit hat die Haut?
Wie groß ist es?
Wie sind die Augen?
Und dann frage dieses Wesen,
Was brauchst du?
Was brauchst du wirklich von mir?
Und jetzt stell dir einmal vor,
Ihr tauscht die Plätze.
Du wirst für einen Moment dieses Wesen.
Und schaust auf deinen gewöhnlichen Körper und spür einmal nach,
Wie es sich anfühlt,
Im Körper dieses Wesens zu sein.
Und dann sage,
Was du brauchst als dieses Wesen.
Was brauchst du?
Was brauchst du von der Person,
Die dir gegenüber sitzt?
Brauchst du Mitgefühl?
Aufmerksamkeit?
Warum bist du um diese Person herum?
Warum bist du immer da?
Und dann wechsel wieder die Plätze,
Sodass dieses Wesen dir wieder gegenüber sitzt.
Nimm dir einen Moment Zeit und komm wieder zu dir selbst.
Mit einem ganz klaren Blick auf dieses Wesen.
Und dann stell dir vor,
Dass ganz gleich,
Was dieses Wesen braucht,
In unendlicher Menge vorhanden ist.
Und du kannst beginnen,
Dieses Wesen zu nähren,
Es zu füttern,
Ihm das zu geben,
Was es braucht.
Du hältst nichts zurück.
Und du nährst es so lange,
Bis es zufriedengestellt ist.
Und dann ist es völlig zufrieden.
Völlig zufrieden.
Und wenn es scheint,
Dass es nicht zufrieden ist,
Dann stell dir vor,
Dass es zufrieden ist.
Vollkommen satt.
Und nimm auch wahr,
Ob es sich verändert hat,
Ob es anders aussieht.
Vielleicht die Größe,
Die Form,
Die Farbe.
Und wenn es so völlig zufrieden ist,
Dann ruhe selbst in diesem reinen Gewahrsein,
In der Stille.
Und dann nimm einmal den Ort in deinem Körper wahr,
Wo zuvor dieser Dämon sich aufgehalten hat.
Und nimm wahr,
Wie es sich dort anfühlt und ob sich dort etwas verändert hat.
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